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Benutzername: GerneLesen
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Bewertungen

Insgesamt 3 Bewertungen
Bewertung vom 27.04.2017
Etwas bleibt immer
Rai, Edgar

Etwas bleibt immer


ausgezeichnet

Die Inhaltsangabe steht oben und wird hier nicht wiederholt.
Der absolut unbekannte Held ist zunächst für den Leser kaum zu greifen, sogar etwas abstoßend, weil ihm das befremdlich psychopathische anhaftet. Die Erzählung in diesem Buch zieht den Leser mit der 'Du-Form' jedoch sehr schnell nah an die Hauptfigur. Der psychopathische Aspekt ist nicht übermäßig schwer und so kommt der Leser immer wieder auch mit humorvollen Schilderungen in Kontakt. Nach einer langwierigen Beschreibung einer psychischen Krankheit stellt der Autor klar: um es verständlich zu machen: Ein Pferd, zwei Reiter.

Und genau diese zentrieren auf das Wesentliche lässt die Geschichte leider viel zu schnell vergehen. Fast wünscht man sich den Hinweis wann es die Fortsetzung gibt, denn statt massentauglicher Moral wird auch eine andere Möglichkeit der Moral aufgezeigt, die teils im Helden und teils in seiner zweiten Person steckt. Doch beide sind ehrlicher als die verlogene Welt der Reichen und Erfolgreichen, die dann doch irgendwann die Maske fallen lassen.

Sehr lesenswert

Bewertung vom 27.04.2017
Herz auf Eis
Autissier, Isabelle

Herz auf Eis


ausgezeichnet

Wie immer - die Inhaltsangabe steht vorne und wird von mir nicht wiederholt.
Was die Geschichte so lesenswert werden lässt, ist die nicht nachvollziehbare Brutalität des Geschehens in die ein Paar geworfen wird. Ein alptraumhaftes Geschehen, bei dem schon die Frage nach dem möglichen eigenen Verhalten in einer solchen Situation - im Grunde sind es immer wieder neue zu treffende Entscheidungen - die Gänsehaut des Schreckens aufkommen lässt.

Eben weil es kein Erwachen aus dem Alptraum gibt, so wie im echten Leben, wenn das Schicksal einen ereilt hat und niemand das eigene Leid nachvollziehen kann, so kann der Leser dieses Grauen verstehen.

In einer Welt der absoluten Entscheidungen gibt es kein Grau. Nur schwarz und weiß stehen zur Auswahl - die Seichtigkeit der Zivilisation ist ausgeschaltet. So wie der alte Mensch im Altersheim, der von Krebsdiagnose getroffene, der vom Liebsten getrennte Mensch - alle müssen diesen Alptraum durchschreiten und doch an sich denken, während draußen - vom Schicksal unberührt - die Gutbürger ihr hochmoralisches Urteil fällen.

Die Geschichte der ständig neuen Katastrophen in einem unüberwindlichen Gefängnis wird äußerst lesbar erzählt, auch weil es nicht auf den großen showdown hinaus geht, sondern weil die Dramatik der Gesamtgeschichte sich über das gesamte Buch erstreckt.

Äußerst lesenswert

Bewertung vom 27.04.2017
Anton hat kein Glück
Johansson, Lars Vasa

Anton hat kein Glück


ausgezeichnet

Die Inhaltsangabe könnt ihr oben lesen. Schon auf der Rückseite des Buches steht, was einen beim Lesen begleitet : holla, die Waldfee !
Der Leser wird durchgehend vom absolut egoistischen Anton auf seiner märchenhaften Reise zur Selbsterkenntnis in Überraschungen gehalten.
Sehr kurzweilig erzählt - manchmal kurz vorm Klamauk - jedoch schafft der Autor es immer wieder zurück zur Geschichte zu kommen.
Eine Geschichte eines Menschen, der nur sich kennt und den andere nicht ernsthaft interessieren. Ein Mensch der nur seine kleine Welt akzeptiert bis er merkt, das er andere Ansichten und Welten annehmen muss.
Die Welt der Fabelwesen geht zu Ende - doch ein Anton wird noch bekehrt! Wie unsere Welt, die als entzaubert gilt und doch immer wieder Überraschungen bereit hält.
Eine märchenhafte Erzählung für Erwachsene mit sehr viel mehr zwischen den Zeilen.
Unbedingt lesenswert