Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Marion2505
Wohnort: Mettmann
Über mich:
Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 56 Bewertungen
Bewertung vom 01.12.2021
Walnusswünsche / Kalifornische Träume Bd.5
Inusa, Manuela

Walnusswünsche / Kalifornische Träume Bd.5


ausgezeichnet

Wieder hat es Manuela Inusa mit ihrem wunderschönen und sehr bildlichen Schreibstil geschafft, mich ins sonnige Kalifornien zu entführen. Dieses Mal durfte ich eine Walnussfarm erkunden und hatte wirklich das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Und wenn Victoria ihre legendären Walnussplätzchen gebacken hat, hatte ich förmlich den Duft in der Nase. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass am Ende des Buches ein Rezept auf mich gewartet hat.

Bewertung vom 25.10.2021
Walter Ulbricht. Mein Urgroßvater
Heyden, Florian

Walter Ulbricht. Mein Urgroßvater


ausgezeichnet

Wenn ich an Walter Ulbricht denke, fällt mir sofort der Bau der Mauer ein. Doch nachdem ich „Walter Ulbricht. Mein Urgroßvater“ gelesen habe, habe ich jede Menge andere Dinge im Kopf, wenn ich an ihn denke. Denn Florian Heyden schafft es ganz wunderbar, das Leben seines Urgroßvaters sehr sachlich, aber auch sehr anschaulich wiederzugeben. Und natürlich war Walter Ulbricht mit Leib und Seele Politiker, aber ich habe auch einen Familienmenschen entdecken dürfen, der ein großes Herz und auch durchaus Ansprüche an seine Freizeit hatte, die allerdings ziemlich eingeschränkt war. Darüber hinaus besaß er ein unglaubliches Organisationstalent und viel Mut. Denn ich denke, nicht viele Menschen hätten dem Druck, permanent gesucht und zu Fahndung ausgeschrieben zu sein, so unbeeindruckt standgehalten.

Es gibt wirklich jede Menge interessante Dinge über Walter Ulbricht zu entdecken, die mit abgedruckten Bildern aus der entsprechenden Zeit noch anschaulicher und greifbarer werden. Vieles hat mich sehr nachdenklich gemacht, denn ich denke, dass das Bild, das ich bisher von ihm hatte, sehr einseitig war.

Der Schreibstil allerdings ist für mich schon ein wenig anstrengend gewesen, denn zwischenzeitlich ist das Gelesene sehr trocken. Es gibt viele Einschübe und zitierte Originaltexte, die den Lesefluss schon ein wenig durcheinander bringen. Allerdings ist dieses Buch ja nun auch kein unterhaltsamer Roman, sondern eine ziemlich interessante Biografie, für die man sich schon mal ein wenig mehr Zeit nehmen sollte.

Ich habe zumindest das Leben von Walter Ulbricht mehr als fasziniert verfolgt und viele kleine Details entdeckt, die die Figur „Walter Ulbricht“ für mich nun viel lebendiger und in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Dafür danke ich Florian Heyden sehr!

Mein Fazit:

„Walter Ulbricht. Mein Urgroßvater“ von Florian Heyden ist eine mehr als interessante und überaus beeindruckende Biografie über einen Politiker, von dem ich bisher nur einen ganz kleinen Teil wusste. Ich habe sie sehr gerne gelesen und kann sie nur jedem, der sich für die Person „Walter Ulbricht“ interessiert, absolut ans Herz legen. Es gibt jede Menge zu entdecken!

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.10.2021
Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen
Hawkins, Paula

Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen


ausgezeichnet

Mit „Wer das Feuer entfacht“ erzählt Paula Hawkins eine ziemlich interessante, aber auch überaus spannende Geschichte rund um drei Frauen. Interessant fand ich, dass es nicht in erster Linie um die Aufklärung des Mordes geht, sondern mehr um die Leben der drei Frauen. Diese könnten unterschiedlicher nicht sein. Dennoch weiß ich gar nicht, welche Lebensgeschichte mich am meisten gefangen genommen hat. Denn alle drei Frauen haben ganz schön was zu erzählen. Was genau, wird hier natürlich nicht verraten. Verraten kann ich aber, dass mich weder Carla noch Laura oder Miriam für sich einnehmen konnten. Mein Herz habe ich ganz schnell an Irene verloren und das ist bis zum Schluss auch so geblieben. So eine tolle Protagonistin! ♡

Auch der Schreibstil hat mir sehr gefallen, denn er ist wunderbar flüssig und leicht zu lesen. Ich wurde mit der ersten gelesenen Seite in die Welt von Laura katapultiert und bin dann bis zum Schluss des Buches quer durch die Leben der drei Frauen gesprungen. Dabei war ich auf schönen und weniger schönen Hausbooten unterwegs, habe ihre Häuser und auch Wohnungen kennen gelernt und hatte immer das Gefühl, mitten dabei zu sein.

Natürlich ist auch der Mord aufgeklärt worden und ich hatte viel Raum für eigenen Spekulationen, was mir sehr viel Freude bereitet hat. Aber noch spannender als die Aufklärung des Mordes waren für mich in diesem Buch die vielen unterschiedlichen Handlungsstränge und ein anderes Ereignis, dem ich zu Beginn gar nicht so viel Bedeutung beigemessen habe. Mehr verrate ich jetzt aber nicht!

Bewertung vom 02.10.2021
Die Leuchtturmwärter
Stonex, Emma

Die Leuchtturmwärter


gut

Nein, das war ganz und gar nicht meins. Dabei hat mich der Klappentext des Buches so sehr interessiert und ich war voller Vorfreude auf die Geschichte. Dennoch musste ich schnell feststellen, dass „Die Leuchtturmwärter“ keines meiner Lieblingsbücher werden wird.

Schon alleine der Schreibstil wirkte auf mich eher kompliziert und hat mir den Einstieg ins Buch wirklich nicht leicht gemacht. War die Thematik für mich am Anfang noch überaus interessant, wurde ich mit jeder gelesenen Seite unmotivierter, weiterzulesen. Das führte natürlich dazu, dass ich immer nur kurz gelesen habe und das Buch dann wieder zur Seite gelegt habe. Logische Konsequenz: Ich kam gar nicht in die Geschichte rein.

Darüber hinaus fand ich aber auch wirklich alle Protagonisten nervig und höchst unsympathisch. Noch dazu habe ich andauernd alle Personen durcheinander gebracht und wusste nie so genau, wer jetzt mit wem verheiratet war usw.

Im Laufe des Buches gab es dann tatsächlich ein paar wirklich interessante Details, die mich wieder ein wenig mehr an das Buch fesseln konnten. Natürlich war ich neugierig, ob ich erfahren werde, was mit den drei Leuchtturmwärtern denn nun passiert ist. Ich habe es letztendlich erfahren, war aber auch hier nicht wirklich überzeugt. So habe ich das Buch aber erleichtert geschlossen und war sehr froh, dass es zu Ende gelesen wurde und nicht einem Abbruch zum Opfer gefallen ist.

Mein Fazit:

„Die Leuchtturmwärter“ von Emma Stonex konnte mich leider weder fesseln noch begeistern, was ich sehr schade finde. Ich weiß, dass es viele begeisterte Stimmen zu diesem Buch gibt und ich hoffe, dass es auch noch viele Büchermenschen erfreuen wird. Aber mich konnten weder der Schreibstil noch die Protagonisten glücklich machen …

Bewertung vom 19.09.2021
Für immer und ein Wort
Sanders, Anne

Für immer und ein Wort


gut

In das Buchcover von „Für immer und ein Wort“ habe ich mich sofort schwer verliebt. Für mich ist es ein perfektes Cover, an dem ich im Buchladen nie vorbeikommen würde. Leider hat der Inhalt des Buches mich nicht ganz so perfekt unterhalten.

Der Schreibstil von Anne Sanders ist zwar wunderbar leicht zu lesen und der Einstieg in die Geschichte hat mir keinerlei Probleme bereitet. Dennoch war ich ziemlich schnell genervt von Annie. Jetzt mal ehrlich: Wer geht auf die Hochzeit seines Ex-Mannes, wenn man noch an ihm hängt und mit der Trennung eigentlich nicht klar kommt? Das ist doch völlig bescheuert?! Genauso bescheuert fand ich dann ziemlich viele Aktionen von Annie und sie hat mich nach kurzer Zeit mit ihrer Art wirklich sehr aufgeregt. Leider sind wir bis zum Ende keine Freundinnen geworden.

Das gleiche gilt leider auch für viele andere Charaktere, auf die ich in diesem Buch getroffen bin. Fast alle waren hochgradig anstrengend, agierten mehr als überzogen und wirkten auf mich einfach unecht. So hat mir dieses wunderbare Gefühl komplett gefehlt, mich mit irgendjemandem in diesem Buch zu identifizieren und somit tief in die Geschichte abzutauchen. Dadurch habe ich alles sehr distanziert und ohne große Gefühle gelesen. Erschwerend kam noch hinzu, dass sich ein Drama an das nächste reihte und viele Ereignisse einfach zu übertrieben und zu vorhersehbar waren. Bei manchen hatte ich sogar gehofft, dass meine schlimme Befürchtung nicht eintreffen würde, da es einfach zu offensichtlich wäre, aber leider habe ich da nie Glück gehabt.

Darüber hinaus kann ich sagen, dass mir im Laufe des Buches eindeutig zu viele Briefe und Nachrichten geschrieben worden sind. Echte Gespräche hätten mich da sicherlich besser unterhalten und vielleicht auch mehr Gefühle vermittelt. Und den ein oder anderen Handlungsstrang hätte ich gerne „live“ miterlebt. Da hat es mir leider nicht wirklich gereicht, all diese Dinge nur in einem Brief quasi nebenbei zu erfahren. Aber das ist wahrscheinlich Geschmackssache.

Mein Fazit:

„Für immer und ein Wort“ von Anne Sanders ist eine nette Liebesgeschichte, die sich sehr leicht und flüssig lesen lässt. Leider sind bei mir große Gefühle und die Identifikation mit den Protagonisten ausgeblieben. Für mich war alles zu vorhersehbar, stellenweise zu unrealistisch und viel zu viel Trara um Nichts wurde seitens der Hauptprotagonistin gemacht. Mich konnte die Geschichte leider nicht so wirklich überzeugen, aber ich denke, sie wird dennoch viele begeisterte Leserinnen finden, denn jeder Büchermensch ist ja zum Glück anders.

Bewertung vom 10.09.2021
Es ist immer so schön mit dir
Strunk, Heinz

Es ist immer so schön mit dir


sehr gut

Das war mal eine ganz andere Lektüre für mich. Ich bin von Beginn an durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen, denn ich war mir einfach nicht sicher, ob ich es nun mag oder nicht.

Aber fangen wir mal beim Schreibstil von Heinz Strunk an. Dieser ist sehr flüssig und auch leicht zu lesen. An vielen Stellen war er mir aber eindeutig zu derb und oft habe ich ihn auch als wirklich abstoßend empfunden. Dennoch passte er auch wieder zum Buch. Dieses wird zwar nicht aus der Ich-Perspektive, aber von einem Mann erzählt, der mich sehr bildlich und intensiv an seinem Leben teilhaben ließ. Ein weiteres interessantes Detail ist, dass ich bis zum Zuklappen des Buches weder seinen Namen kannte noch konnte ich ihn mir im Kopf bildlich vorstellen. Und ganz ehrlich: Ich mochte ihn überhaupt nicht. Die Art und Weise, wie er über andere Menschen – und vor allem Frauen – spricht, hat mich entsetzt, abgestoßen und oft auch wirklich wütend gemacht.

Ich hatte während des Lesens absolut das Gefühl, all diese Dinge mit seinen Augen zu sehen und seine Gedanken dabei zu hören. Vieles hätte ich mir sehr gerne erspart, denn es war einfach widerwärtig. Aber ich muss auch zugeben, dass er mich hin und wieder wirklich zum Lachen gebracht hat.

Auch Vanessa war mir nicht sympathisch, sondern einfach nur anstrengend. Dennoch habe ich auch ihr Leben ziemlich interessiert verfolgt und mich immer wieder gefragt, was die beiden eigentlich miteinander wollen. Eine wirkliche Liebesgeschichte wird hier nicht erzählt, aber dennoch hat das Buch eine Art von Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen konnte.

Und so habe ich das Buch am Ende fast erleichtert, aber auch ein wenig wehmütig zugeklappt. Denn gut war es ja irgendwie schon.

Mein Fazit:

„Es ist immer so schön mit dir“ von Heinz Strunk erzählt eine wirklich katastrophale Liebesgeschichte, die mich ein Wechselbad der Gefühle hat erleben lassen. Für mich war es ein ganz spezielles Leseerlebnis, das ich trotz aller Höhen und Tiefen gerne weiterempfehlen möchte.

Bewertung vom 07.09.2021
Der Ort der verlorenen Herzen
Stihlé, Claire

Der Ort der verlorenen Herzen


gut

Ich liebe Weihnachtsgeschichten! Wenn dann noch einsame Herzen an diesem besonderen Fest zueinanderfinden, ist es für mich die perfekte Lektüre. Leider kann ich nicht sagen, dass meine Erwartungen in diesem Buch erfüllt worden sind. Ich denke, ich hatte völlig falsche Erwartungen an das Buch. Mir fehlte der Zauber von Weihnachten leider komplett und auch das Kennenlernen der Gäste im eingeschneiten Chalet hatte ich mir so ganz anders erhofft. Ich bekam wenig Weihnachtszauber, Romantik und Herzen, die sich öffnen. Dafür gab es jede Menge Dramatik und Protagonisten, die mir viel zu wenig von sich preisgaben.

Der Schreibstil von Claire Stihlé ist zwar wunderbar flüssig und leicht zu lesen. Doch leider war er mir auch ein wenig zu sachlich und knapp. Die Geschichte von Anouk, mit der das Buch beginnt, hat mich zwar schon irgendwie berührt, aber so richtig ging sie mir dann doch nicht ans Herz. Als Anouk dann im Chalet ankam, war ich völlig fasziniert von den Beschreibungen des Chalets und der Umgebung. Hier fühlte ich mich direkt herrlich heimelig. Nun war ich absolut bereit für das Aufeinandertreffen der einsamen Herzen und voller Vorfreude auf weihnachtliche Stimmung. Doch leider blieb das dann aus.

Die Charaktere waren für mich zwar wirklich interessant dargestellt, allerdings fehlte mir die Tiefe und die einsetzende Identifikation, die ich so gerne mit den Protagonisten in meinen Büchern habe. Die Verstrickungen, die sich unter ihnen während des Besuchs des Chalets entwickeln, empfand ich als anstrengend. Und Clémentine habe ich z.B. erst am Ende des Buches wirklich verstanden …

Die Briefe aus der Vergangenheit, die immer wieder einen Platz im Buch gefunden haben und von denen schnell klar waren, was sie für eine Geschichte erzählen, fand ich hingegen wirklich spannend und berührend.

Mein Fazit:

„Der Ort der verlorenen Herzen“ von Claire Stihlé erzählt eine nette Wintergeschichte, die meine hohen Erwartungen nach dem Lesen des Klappentextes leider so gar nicht erfüllt hat. Dennoch habe ich sie gerne gelesen, auch wenn für mich der Zauber der Weihnacht irgendwie ausgeblieben ist. Eher wird eine schöne Geschichte über Einsamkeit, Sehnsucht nach der Gemeinschaft mit anderen Menschen und natürlich auch die Liebe erzählt, die sicherlich viele Büchermenschen glücklich machen wird.

Bewertung vom 02.09.2021
Noah - Von einem, der überlebte
Würger, Takis

Noah - Von einem, der überlebte


ausgezeichnet

Takis Würger hat mich schon mit „Der Club“ komplett begeistert. Mit „Noah – Von einem, der überlebte“ hat er eine ganz besondere Geschichte aufgeschrieben. In kurzen Sätzen gibt er das wieder, was ihm Noah Klieger über sein Leben erzählt hat. Das Buch beginnt mit einem Zitat von Noah Klieger

"Ich weiß, es ist schwer zu ertragen, aber es war so." (Buchbeginn)

was mich schon schwer hat schlucken lassen. Doch was ich dann gelesen habe, hat alles übertroffen, mit dem ich gerechnet bzw. was ich gefürchtet habe. Ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass mich noch nie ein Buch so sehr berührt und beschäftigt hat wie dieses hier.

Der Schreibstil von Takis Würger ist kurz und knapp. Dachte ich zu Beginn noch, dass es sehr emotionslos ist, hat dieser Schreibstil dann jedoch die größtmöglichen Emotionen in mir hervorgerufen, die ich kaum zu beschreiben vermag. Es geht nicht nur um das Leben von Noah Klieger, sondern es werden viele Schicksale oft nur kurz angerissen. Diese haben mich aber mit voller Wucht mitten ins Herz getroffen und oft schwer schlucken lassen.

Tief erschüttert haben mich die brutale Willkür und die unfassbaren Grausamkeiten, denen Noah und natürlich auch alle anderen Menschen, die sein Schicksal auf irgendeine Weise teilten, ausgesetzt waren. Und dennoch gibt es in diesem Buch so viele wunderbare Menschen, die sich nicht unterkriegen lassen und sich gegenseitig unterstützen.

Sehr gefreut habe ich mich darüber, dass das Buch auch nach dem Ende der NS-Zeit Noahs Geschichte weitererzählt. Auch fand ich es sehr schön, dass gegen Ende des Buches viele Schicksale von Menschen, die Noah im Laufe seines Lebens getroffen hat, kurz zu Ende erzählt werden.

Mein Fazit:

„Noah – Von einem, der überlebte“ von Takis Würger ist so ein wichtiges Buch, das ich jedem mehr als empfehlen kann. Noahs Geschichte hat mich tief beeindruckt und sehr bewegt. Bitte lest dieses Buch!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.08.2021
Ausweglos (eBook, ePUB)
Faber, Henri

Ausweglos (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Hach, war das genial! Mit „Ausweglos“ hat mich Henri Faber von der ersten Seite an komplett fesseln können. Ich wurde sofort mitten in die Handlung katapultiert und musste mich erstmal zurecht finden. Denn Fragen hatte ich sofort einige und Überraschungsmomente gab es auch von Anfang an jede Menge. Da die Handlung des Buches aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt wird, nämlich von Noah, Linda und Elias ist das Lesen des Buches mehr als kurzweilig und total interessant. Noch gruseliger wird es dann, wenn sich der Mörder in kurzen Passagen zu Wort meldet.

Der Schreibstil von Henri Faber ist wahnsinnig flüssig, spannend und vor allem bildlich. Egal ob ich gerade mit Noah, Linda oder Elias unterwegs war, ich hatte alles ganz klar vor Augen. Ich habe mit Noah mitgefühlt, der mit den Folgen seiner Entscheidung und dem Tod der Nachbarin konfrontiert wird. Auch Linda konnte ich irgendwie verstehen, die mit ihrem unerfüllten Kinderwunsch große Probleme hat. Und Elias, der endlich den Ringfingermörder fassen möchte, der schon vor Jahren für viel Chaos in seinem Leben gesorgt hat, habe ich alle Daumen gedrückt.

Bei all diesen Beobachtungen hat mich Henri Faber immer wieder auf verschiedene Fährten geführt, die ich voller Eifer verfolgt habe. Ich hatte immer wieder neue Ideen und habe wirklich jeden Hinweis aufgesogen. Um dann am Ende doch völlig fassungslos die Auflösung zu lesen, mit der ich nie gerechnet hätte.

Auch wechselte meine Meinung über Noah und Linda immer wieder von Sympathie zu Abneigung. Hier hat der Autor ganz tolle Arbeit geleistet, denn zwischendurch wusste ich gar nicht mehr, wer was nun war und wem man wirklich glauben sollte. Dafür gab es Fragen über Fragen …

Mein Fazit:

„Ausweglos“ von Henri Faber ist ein wahnsinnig spannungsgeladener Thriller, der mich von der ersten Seite an begeistern konnte. Der lebhafte Schreibstil und die zum Teil doch sehr geheimnisvollen Charaktere haben das Lesen des Buches zu einem absoluten Highlight für mich gemacht. Mich konnte der Autor mit seinem Debüt absolut überzeugen und ich freue mich auf weitere Werke von ihm. Ganz klare Leseempfehlung an alle, die spannende Lesestunden mit vielen Überraschungen lieben!

Bewertung vom 24.08.2021
Der Brand
Krien, Daniela

Der Brand


sehr gut

Beim Lesen des Klappentextes war ich sofort ziemlich neugierig auf die Geschichte des Buches. Ich war sehr gespannt, wie Rahel und Peter wohl ihren gemeinsamen Urlaub verbringen werden. Und natürlich hat mich brennend interessiert, wie die beiden die Frage wohl klären werden, mit wem sie das Leben nach der Mitte verbringen wollen. Gekommen ist es für mich dann alles ganz anders als erwartet. Überhaupt kann ich sagen, dass das Lesen dieses Buches für mich ein ganz neues Leseerlebnis war, denn keiner der Protagonisten war mir wirklich sympathisch. Dennoch war das Lesen ein tolles Erlebnis.

Der Schreibstil von Daniela Krien ist nämlich wunderbar flüssig, bildlich und mitreißend. Ich hatte beim Lesen so viele unterschiedliche Gefühle, dass mich die Handlung des Buches auch weit nach dem Zuklappen desselben noch beschäftigt hat. Ich hatte die beschriebenen Orte bildlich vor Augen und auch die vorhandene Stimmung zwischen den einzelnen Protagonisten war für mich fast körperlich spürbar.

Rahel und Peter waren mir, wie schon erwähnt, beide nicht sonderlich sympathisch. Wahrscheinlich liegt das zum großen Teil auch daran, weil ich die beiden einfach nicht verstanden habe. Da fahren sie zusammen in den Urlaub und sprechen dann einfach nicht miteinander. Und wenn sie sprechen, sagen sie Dinge, die sie eigentlich gar nicht so meinen. Ich wäre als Leserin gerne mehrfach ins Buch gesprungen, um sie mit den Köpfen zusammenzustoßen und zu zwingen, endlich zu reden. Darüber hinaus sind sie auch sehr verschieden, was den Umgang miteinander auch nicht unbedingt erleichtert.

Während ich vergeblich auf gemeinsame Stunden und Gespräche von Rahel und Peter gewartet habe, habe ich aber nach und nach auch mehr über ihr Leben und natürlich auch über ihre beiden Kinder Selma und Simon erfahren. Auch hier hat mich vieles fassungslos zurückgelassen. Über weite Strecken habe ich das Buch sehr distanziert gelesen und dann war ich wieder so sehr berührt, dass ich es selbst nicht fassen konnte. Wirklich eine wahre Achterbahn der Gefühle hat mich hier ereilt.

Das Ende kam für mich sehr schnell, war aber doch irgendwie okay. Wie gesagt, nichts war so wie erwartet, aber trotzdem war ich am Ende zufrieden.

Mein Fazit:

„Der Brand“ von Daniela Krien ist eine völlig unaufgeregt erzählte Geschichte über zwischenmenschliche Beziehungen, die mir durchweg ein Wechselbad der Gefühle beschert hat. Auch wenn ich völlig andere Erwartungen an das Buch hatte, kann ich es absolut weiterempfehlen, denn es war für mich auf eine ganz spezielle Art besonders.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.