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Benutzername: AK87
Wohnort: Duisburg
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Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 15 Bewertungen
12
Bewertung vom 10.05.2020
How Not to Diet
Greger, Michael

How Not to Diet


gut

Adressat für mich eher Ernährungsberater als Laien, die eine Anleitung für einen gesunden Gewichtsverlust suchen

Das Buch verspricht laut Titel keine Diät, sondern eine Ernährungsumstellung, um sein Traumgewicht zu halten bzw. zu erreichen. Als Grundlage sollen wissenschaftliche Studien dienen.
Für mich war dieser Ansatz der ausschlaggebende Punkt, um das Buch zu lesen. Ich mag wissenschaftliche Ansätze und glaube an den Grundsatz der Ernährungsumstellung, anstelle von Diäten.
Leider bin ich nun nachdem ich das Buch gelesen habe in einem Zwiespalt. Ich habe einiges beim Lesen gelernt, allerdings hält das Buch in meinen Augen nicht das was es verspricht.
In meinen Augen ist das Buch geeignet für Menschen, die sich generell mit der Ernährung, der Wirkungsweise bestimmter Ernährungsbestandteile, wie zum Beispiel Ballaststoffe, oder auch der gesellschaftlichen Entwicklung von Ernährung auseinandersetzen möchten. Vor allem der Zusammenhang zwischen den wirtschaftlichen Interessen der Industrie und der dadurch bewusst in Kauf genommenen Schäden für die Gesundheit der Bevölkerung werden sehr verständlich und ausführlich ausgearbeitet. Da der Autor Amerikaner ist, geht es zwar vermehrt um die amerikanische Ernährung und das amerikanische Gesundheitssystem, allerdings lassen sich mittlerweile gut in einigen Teilen Parallelen zum deutschen System aufstellen.
Bei der angestrebten Ernährungsumstellung von Dr. Greger fällt auf, dass er vermehrt darauf hinweist was nicht gegessen werden soll. In Kurzform: Wenig Fleisch, wenig Salz, wenig Zucker, dafür viele Ballaststoffe, viel Obst und Gemüse und wenig industriell verarbeiteter „Mist“.
Für mich persönlich waren die Darstellungen der Studien im Gesamten recht extrem und einseitig. Obwohl am Ende eine ballaststoffreiche, vollwertige Ernährung empfohlen wird, wird nicht ganz klar wie diese tatsächlich aussehen soll. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dies keine vegane Ernährung sei, allerdings scheinen in Studien die tierischen Lebensmittel immer schlechte Auswirkungen zu haben.
Außerdem werden einige Abnehm-Booster (meist Gewürze) vorgestellt, die regelmäßig zum Essen gegessen werden sollen. Diese allerdings dauerhaft in die Ernährung zu integrieren fällt schwer bzw. erscheint mir kaum möglich. Noch dazu geht diese Empfehlung in meinen Augen dann doch wieder stark in die Richtung einer Diät.

Fazit:
Für mich beinhaltet das Buch einiges Wissenswertes, allerdings ist der Adressat eher ein Ernährungsberater bzw. Ernährungswissenschaftler. Der Leser, der auf der Suche nach einer Anleitung für eine gut durchführbare Ernährungsumstellung ist, wird durch die Länge des Buches und die durchaus regelmäßigen Wiederholungen bzw. extremen Studienbezügen eher demotiviert. Die Umsetzung der Ratschläge erfordert eine extreme weitere Einarbeitung in die Ernährungsgrundlagen und durch die Abnehm-Booster geht es eher wieder Richtung Diät. Für einen Laien, selbst wenn er willig ist seine Ernährung zu ändern, ist dieses Buch keine geeignete Anleitung, um sein Ziel einfach verständlich und motiviert zu erreichen. Dafür fehlt mir persönlich eine nachvollziehbare Anleitung was für den Autor eine pflanzenbasierte, vollwertige Ernährung ausmacht. Zum Beispiel welchen Anteil die tierischen Lebensmittel ausmachen dürfen. In diesem Punkt bleibt mir der Autor einfach zu ungenau. Durch diese fehlende Anleitung und in Verbindung mit den natürlichen Boostern, die einfach zu sich genommen werden sollen, bleibt das klassische Gefühl einer Diät mit vielen Verboten und zusätzlichen Mitteln zum Abnehmen - zwar in natürlicher Form anstelle von Tabletten, allerdings auch weiterhin nicht in die Mahlzeiten integriert.

Bewertung vom 01.03.2020
Marathon: Das Einsteigerbuch
Kastor, Andrew

Marathon: Das Einsteigerbuch


ausgezeichnet

EIN GELUNGENER ÜBERBLICK FÜR EINE ERFOLGREICHE VORBEREITUNG

Wie der Titel schon verrät, richtet sich dieses Buch an Marathon Debütanten. In meinen Augen lässt sich damit der Einstieg ins Marathon Training gut absolvieren. Der Leser bekommt einen umfassenden Überblick, worauf es neben dem „kilometerfressen“ ankommt, um den ersten Marathon zu bewältigen.
Zu Beginn gibt es Ratschläge zur Auswahl der passenden Strecke, auch in Abhängigkeit von den eigenen Erwartungen und Zielen. Danach folgt ein Einblick in die notwendige Ausrüstung, bei dem auch zusätzliche nicht zwingend notwendige Möglichkeiten vorgestellt werden. Mir gefällt hier die Grundhaltung, dass nicht immer das Teure notwendig ist, sehr gut. Den Einstieg in die richtige Ernährung und den Grundbedarf eines Marathonläufers fand ich persönlich sehr interessant. Kapitel über den richtigen Laufstil, ergänzendem Krafttraining, Sicherheit und Schutz vor Verletzungen, Motivation und optimale Unterstützung durch Freunde und Familie und Verhalten vor bzw. nach dem Wettkampf runden den Gesamtüberblick ab.
Der Trainingsplan ist durch die Einteilung der Belastung an die maximale Herzfrequenz bzw. das Wettkampftempo für alle individualisierbar. Nachdem der Leser sein eigenes Marathontempo als Ziel festgelegt hat (nach kritischer Begutachtung seines aktuellen Leistungsstandes), kann er den Trainingsplan für sich individualisieren. So ist er für eine breite Leistungsklasse anwendbar.
Als Voraussetzung für den Einstieg in den Trainingsplan sieht der Autor die Fähigkeit an 40-60 Trainingskilometer in der Woche zurücklegen zu können.
Fazit: Für mich ist das Buch ein sehr interessanter Ratgeber, der aufzeigt, was es neben dem reinen Lauftraining noch zu beachten gibt. Je nachdem für welche Bereiche man sich besonders interessiert, bietet es sich an, zusätzliche Informationsquellen zu suchen. Für mich persönlich wäre dies der Bereich Ernährung. Allerdings kann man von einem Buch, das einen Gesamtüberblick geben möchte, auch nicht erwarten, dass Unterthemen, die eigene Bücher füllen, bis ins Letzte ausgearbeitet sind.

Bewertung vom 29.12.2019
Game of Thrones - Die Storyboards
Simpson, William

Game of Thrones - Die Storyboards


ausgezeichnet

Grandioser Einblick hinter die Kulissen der Entstehung

Dieses Buch gibt dem Leser einen grandiosen und einzigartigen Einblick in die Entstehung der Game of Thrones Serie. Als Laie ist es schwer sich vorzustellen wie eine Fernsehserie produziert wird und wie viel Arbeit wirklich hinter einer 5 Sekunden Szene stecken kann. Durch diesen Bildband lässt sich erahnen wie viel Zeit allein die Planung der einzelnen Szenen gekostet hat.
Einen Einblick zu bekommen über die Anzahl der Skizzen die von William Simpson für eine einzelne Szene angefertigt wurden, ist faszinierend. Man kann die Detailverliebtheit direkt anhand der Storyboards verfolgen, da sie die Kameraeinstellungen, Kameraverlauf und Einstellungswechsel direkt vorgeben. Es ist fast wie das Durchgehen eines Daumenkinos oder ein fertiges Comic (nur mit meist fehlendem Dialog). Ich hätte mit dieser Detailliebe nicht gerechnet, aber so macht es umso mehr Spaß die fertigen Szenen der TV Serie mit den Storyboards zu vergleichen.
Durch verschiedene Anmerkungen erfährt man auch, dass einige Szenen in den Storyboards noch leicht anders geplant wurden und in der Serie dann doch anders umgesetzt wurden.
Für alle die GOT Fans, die an einem Blick hinter die Kulissen interessiert sind, ist dieses Buch ein absolutes Must Have. Ein perfekter Einblick in die Entstehung der Szenen auf Papier mit Kommentaren von William Simpson zum Zeichnen der einzelnen Szenen (tatsächlich wurde noch echtes Papier verwendet und nicht wie mittlerweile oft üblich auf dem Tablet gezeichnet – nur ein kleiner Hinweis am Rande).
Die Aufmachung des Buches ist extrem hochwertig, wundervolle glänzendes bedrucktes Hardcover, dickes Papier und Pappschuber.
Die Einteilung des Buches mit einer kurzen Einleitung, einseitige kurze Zusammenfassung des Staffelinhaltes mit Kommentar des Zeichners vor jedem Staffelwechsel und die Auswahl einiger passender Szenen zur Staffel ist sehr gelungen. Perfekt um die Staffeln 1-7 nochmal zu verfolgen. Das Fehlen der 8 Staffel stört mich persönlich nicht, da ich diese eh nicht für gelungen halte.

Bewertung vom 29.12.2019
A Good Girl's Guide to Murder
Jackson, Holly

A Good Girl's Guide to Murder


ausgezeichnet

Wir sind in diesem Buch als Leser ganz nah an Pippa`s Recherchen und damit in der Entstehung Ihrer Hausarbeit. Wir lesen Ihre Protokolle zu verschiedenen Interviews, sammeln mit Ihr Zeitungsartikel, teilen Ihre Skizzen, Überlegungen und Aufzeichnungen. Damit sind wir mit Pippa immer auf dem gleichen Wissensstand und haben parallel die Möglichkeit mitzurätseln, wer verdächtig ist, wer etwas verheimlichen könnte oder können planen, wen wir noch befragen müssen. Natürlich ist es für uns wahrscheinlich, dass an Ihrer Annahme, die Polizei habe damals etwas übersehen, ein Funke Wahrheit ist. Dennoch ist die Entstehung der Geschehnisse vielschichtig und dem Buch gelingt es immer wieder den Leser auf die falsche Fährte zu locken und zu überraschen.
Für mich hat das Buch nie den Spannungsbogen komplett verloren. Ich wollte das Buch eigentlich nicht aus der Hand legen, damit hat das Buch alles erfüllt, was ich mir erhofft habe. Beim Ende und an manchen Handlungen von Pippa als Hauptprotagonisten lässt sich erkennen, dass es sich eher um einen Thriller aus der Jugendbuch-Abteilung handelt, allerdings lässt es sich auch gut von Erwachsenen lesen.

Bewertung vom 20.09.2019
Vergesst unsere Namen nicht
Stranger, Simon

Vergesst unsere Namen nicht


ausgezeichnet

Ein eindrucksvoller Einblick in die norwegische Nazizeit

In diesem Buch geht es um die Judenverfolgung rund um den zweiten Weltkrieg in Norwegen. Der Klappentext verspricht uns eine Familiengeschichte, die achtzig Jahre Geschichte und vier Generationen umfasst. Im ersten Kapitel startet diese Familiengeschichte damit, dass der Sohn des Autors am Stolperstein des Urgroßvaters Fragen zur Familiengeschichte stellt. Durch diese Fragen wird der Autor gezwungen sich mit der Familiengeschichte zu beschäftigen und diese aufzuarbeiten. Dabei stößt der Autor zwangsläufig auf Henry Oliver Rinnan, einen der schlimmsten norwegischen Nazi-Verbrecher. Da die Familien in derselben Gegend leben, können diese Biografien nur zusammen betrachtet werden.
Leider nimmt in meinen Augen die Biografie von Rinnan im Vergleich zur Familienbiografie des jüdischen Vorfahren „Hirsch Kommissar“ einen zu großen Stellenwert ein. Für mich ist die Darstellung der Biografie und Entwicklung von Rinnan und seiner Bande sehr interessant umgesetzt und müsste auch nicht gekürzt werden. Allerdings hätte ich mir einen dementsprechend ebenbürtigen Einblick in die jüdische Familliengeschichte gewünscht. Hier hätte ich mir noch mehr Details erhofft.
Wahrscheinlich ist diese Dysbalance entstanden, da der Autor sich bemüht hat, nah an den historischen Fakten zu bleiben. Die Recherchen zu Rinnan ergaben dabei eventuell deutlich mehr historische Fakten, als er zur eigenen Familiengeschichte finden konnte.
Da sich Titel und Klappentext allerdings auf die Familiengeschichte beziehen, hatte ich eine prozentual andere Verteilung erwartet.
Der Schreibstil von Simon Stranger gefällt mir sehr gut. Eine sehr originelle und spannende Idee ist es in meinen Augen, die einzelnen Kapitel nach dem A-Z mit passenden Stichworten zu beginnen, die den Kapitelinhalt faszinierend auf den Punkt bringen (auch die deutsche Übersetzung lindert diesen Effekt keineswegs). Innerhalb der Kapitel gibt es häufig Wechsel der Erzählerperspektiven, der Zeitebenen und der Handlungsstränge. Zwischendurch kann dies verwirren, allerdings hält es auch die Spannung konstant auf einem sehr hohen Level.
Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen, denn auch wenn man über die Rinnan Bande mehr erfährt als über die Familiengeschichte von Hirsch Kommissar, bekommt man als Leser einen eindrucksvollen, bedrückenden Einblick in die norwegische Lebenssituation unter den Nazis.
Da das Buch großartig geschrieben ist, wollte ich es trotz des sehr bedrückenden Themas eigentlich gar nicht mehr aus den Händen legen. Von mir eine klare Empfehlung.

Bewertung vom 02.06.2019
Das unglaubliche Hochbeet
Kampas, Doris

Das unglaubliche Hochbeet


ausgezeichnet

Mein Hochbeet kann kommen

Nicht zu Unrecht ist in vielen Gärten mittlerweile ein Hochbeet eingezogen. Vom Vorteil des rückenschonenden Arbeitens und der größeren Ertragsmöglichkeiten haben die meisten schon gehört und vielleicht geht es Ihnen wie mir und sie denken über das eigene Hochbeet nach. Wenn das der Fall ist, kann ich Ihnen dieses Buch nur empfehlen.
In diesem Buch bekommen Anfänger wichtige Tipps, angefangen vom Bau eines Hochbeetes bis hin zur richtigen Bepflanzung in jeder Jahreszeit. Beim Bau startet es schon mit der Auswahl der richtigen Materialen, es werden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt und die jeweiligen Vorteile und Nachteile ausgearbeitet. Natürlich kommt es vor der Bepflanzung auf die richtig Füllung des Hochbeetes an. Hier gibt es sogar eine Unterkategorie für das richtige Hochbeet auf einem Balkon, da die Statik des Hauses tatsächlich bedacht werden sollte. Ein großes volles Hochbeet bringt einiges an Gewicht mit, was unbeachtet zum Problem werden könnte. Um vorzubeugen bietet das Buch eine Berechnungsmöglichkeit und vergleicht mit der durchschnittlichen Tragfähigkeit der Balkone. Für die richtige Bepflanzung werden 7 Themen-Hochbeete vorgestellt z.B. das Wok-Hochbeet oder das Smoothie-Hochbeet. Diese Vorschläge beinhalten einen Pflanzplan für das gesamte Jahr, damit immer was zum Ernten bereit ist. Natürlich lassen sich diese Anregungen beliebig kombinieren und mit einem Blick auf die Tabelle, welche Pflanzen sich gut bzw. gar nicht gut vertragen, auf den eigenen Bedarf zuschneiden. Für die eigene Kombination im Buch hilft auch ein Blick auf den Anbau und Erntekalender, der als Poster dem Buch beiliegt. Schädlinge, die dem Angebauten gefährlich werden möchten, lassen sich mit dem Kapitel „Wilde Besucher“ leicht identifizieren und bekämpfen, die umständliche Suche nach dem richtigen Schädling und Gegenmittel im Internet kann man sich also in Zukunft glücklicherweise auch ersparen.
In meinen Augen lohnt sich die Investition in dieses Buch vor dem Bau eines Hochbeetes auf jeden Fall, da man sich einige Fehler ersparen kann (die die Autorin im Selbstversuch gemacht hat und uns nun vorwarnen und darauf hinweisen kann) und so mehr Freude an seinem Hochbeet von Anfang an hat. Wer bereits ein Hochbeet hat, kann natürlich auch einiges lernen über den Anbau, Ernte und Schädlinge und vielleicht auch sein Hochbeet nachträglich verbessern.
Vom Buch können sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene etwas lernen, es ist auf jeden Fall eine gute Wahl.

Bewertung vom 04.03.2018
Frau Einstein
Benedict, Marie

Frau Einstein


gut

Historische Biographie mit großem fiktiven Anteil

Im Buch können wir den Lebensweg einer beeindruckenden Frau nachvollziehen. Mileva Maric kämpft sich durch bis zum Polytechnikum in Zürich, um eine der ersten Frauen zu sein, die jemals Physik und Mathematik studieren. Gegen das allgemeine Rollenbild der Frau, in der damaligen Zeit, strebt sie nach Bildung und Selbstverwirklichung. In Zürich trifft sie erstmals Frauen die zu Freundinnen werden, Frauen die eine Gemeinsamkeit haben, ihren Wunsch nach Bildung. Sie versucht sich nicht ablenken zu lassen, doch der Charme von Albert Einstein ist doch eine ganz andere Herausforderung.

Im Gesamten hat mir dieses Buch gut gefallen. Der Schreibstil ist klar, unverschnörkelt und die Geschichte liest sich flüssig. Man bekommt einen interessanten Blickwinkel auf die Zeit um 1896 – 1914, indem man als Leser aus Sicht einer Frau in die damalige Männerwelt eintaucht. Die Schwierigkeiten denen sich Milev Maric in dieser Welt stellen muss, um ihr Ziel nach Bildung und Selbstbestimmung zu erreichen, werden glaubhaft und gut dargestellt. Die charakterliche Darstellung der Hauptprotagonistin gelingt der Autorin vorzüglich.

Das einzige was mich an diesem Buch stört ist die Vermischung einer realen, historischen Person in einen fiktiven Roman, der allerdings als Biographie getarnt ist. Die Autorin merkt am Ende des Buches selbst an, dass sie sich im Rahmen an historische Fakten gehalten hat, einige inhaltliche (für mich allerdings sehr wichtige Teile) rein fiktiv gefüllt wurden. Zu diesen fiktiven Aspekten gehört z.B. die Rolle von Mileva bei Albert Einsteins physikalischer Arbeit. Auffällig bleibt auch, dass vor allem die Zeit mit Albert Einstein beschrieben wird und wenig außerhalb dessen bekannt ist.

Im Gesamten wird in dieser teilfiktiven Biographie Albert Einstein in seinen Rollen als Freund, Ehemann und Wissenschaftler sehr schlecht und unsympathisch dargestellt. Mileva hingegen ist erst mutig und kämpferisch, hat aber Schwierigkeiten den Kampf gegen die äußeren Umstände zu gewinnen.

Mir persönlich bleibt es zu offen, welche Teile der Biographie nun glaubhaft sind und was fiktiv ausgedacht. Gerade da mit Mileva`s Biographie auch Albert Einsteins Person sehr direkt bewertet wird, würde ich mir mehr historisch belegbare Fakten wünschen und eine klarere Distanzierung zwischen Fiktion und Fakten.

Bewertung vom 28.01.2018
Der Wortschatz
Vorpahl, Elias

Der Wortschatz


ausgezeichnet

Eine interessante, bildgewaltige Reise

In diesem Buch gehen wir zusammen mit einem Wort auf die Suche nach dessen Existenz.

Das Wort wurde durch einen Menschen ausgesprochen, was eine traumatische Erfahrung für das kleine Wort bedeutet. Infolge dessen hat es seine Bedeutung vergessen und versucht nun, durch eine Reise im Land der Sprache, seine eigene Identität wiederzuentdecken. Auf diesem Weg erleben wir gemeinsam die spannende Welt der Wörter – sehen Land und Städte, meistern Gefahren, lernen freundliche oder hinterlistige Worte kennen und gewinnen neue Freunde.

„Der Wortschatz“ ist in meinen Augen eine kreative Entdeckungsreise durch das Land unserer Sprache. Ich persönlich finde den Ansatz sehr ungewöhnlich, bemerkenswert und neu. Der Roman lässt sich flüssig lesen. Die Sprache ist einfach, aber mitreißend gewählt. Der Autor schafft es, den Leser ohne große Mühe direkt in die Geschichte des Wortes eintauchen zu lassen. Als Leser habe ich geradezu bildlich die Reise des Wortes verfolgt und war fasziniert von den Möglichkeiten unserer Sprache. Auf spielerischer Weise veränderte sich der Sinn eines Wortes durch ein Anagramm, Mehrdeutigkeiten werden ausgespielt und Wortspiele gehören zur Tagesordnung. Der Autor bringt den Leser dazu, sich mit der Veränderung der Sprache zu beschäftigen.

Für mich ist dies ein sehr gelungener Roman, dem es mit viel Witz, Humor und Einfallsreichtum gelingt den Blickwinkel des Lesers auf die Sprache zu verändern.

Von mir eine klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 28.01.2018
Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen
Bardugo, Leigh

Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen


ausgezeichnet

Erwartungen erfüllt

Diana, die siebzehnjährige Tochter der Amazonenkönigin, will nur eines: das Rennen gewinnen. Sie will sich endlich beweisen, ihren Platz unter den Amazonen finden und nicht nur die Tochter der Königin sein. Dafür muss sie gegen die schnellsten Läuferinnen der Insel antreten und gewinnen. Während des Laufes entdeckt sie am Horizont ein untergehendes Schiff und entschließt sich Alia, ein gleichaltriges Mädchen, vor dem Ertrinken zu bewahren. Damit verstößt sie gegen das Gesetz der Amazonen, denn kein Mensch darf Ihre Insel betreten oder eine Amazone sehen. Nach der Rettung erfährt Diana vom Orakel, dass es Alias Bestimmung ist, die Welt ins Unglück zu stürzen und Krieg über die Menschheit zu bringen. Um den Krieg zu verhindern und ihre Heimatinsel zu schützen, reist Diana mit Alia in die Welt der Sterblichen. Dabei begegnet ihr eine unbekannte Welt und sie wird mit Gefahren konfrontiert, die sie bislang nicht kannte.

Das Lesen dieses Buches hat mir viel Spaß bereitet. Es war schön mitzuerleben, wie Diana ihren Platz in der Welt sucht und sich zum ersten Mal behaupten muss. Sie muss sich in der Welt der Menschen zurechtfinden, die sich unendlich stark von der Insel der Amazonen unterscheidet. Der Autorin gelingt es mit viel Humor diese Welten aufeinanderprallen zu lassen und dabei eine glaubhafte Geschichte zu kreieren. Außerdem gefällt mir das Einweben griechischer Mythologie in die Superhelden DC-Welt.

Für alle die den Kinofilm „Wonder Woman“ noch nicht kennen ein Hinweis: Es handelt sich nicht um das Buch zum Film, auch wenn es einige Parallelen gibt, wird hier eine andere Geschichte erzählt.

Bewertung vom 28.01.2018
Die maskierte Stadt / Die unsichtbare Bibliothek Bd.2
Cogman, Genevieve

Die maskierte Stadt / Die unsichtbare Bibliothek Bd.2


sehr gut

Es handelt sich bei diesem Buch um das zweite Buch aus einer Serie von Genevieve Cogman (das erste Buch der Serie ist „Die unsichtbare Bibliothek“).

Am Buchanfang gibt es eine kleine Einführung in der die Welt, in die der Leser eintaucht, vorgestellt wird (ihr Aufbau, ihre Regeln und Lebensarten: Drachen, Elfen, Menschen). Dieser Beginn führt dazu, dass der Einstieg in die Fantasywelt rund um die Bibliothek leicht gelingt, auch wenn das erste Buch der Serie nicht gelesen wurde.

Irene ist ein sympathischer, charmanter Charakter der gerade dadurch besticht, dass sie nicht perfekt ist. Es gibt keinen überlegenen Superhelden, sondern alle Charakter haben Ihre Stärken und Schwächen. Die Geschichte als solche finde ich durchaus gelungen, interessant und kreativ. Als erwachsener Leser empfand ich persönlich die Handlung in einigen Stellen als zu glatt, ohne Ecken und Kanten und an einigen Stellen als nicht konsequent genug. Ich hätte mir ein wenig mehr Komplexität und Tiefe gewünscht. Allerdings sollte man nicht vergessen zu berücksichtigen, dass dieses Buch primär ein Jugendbuch ist und kein Fantasyroman für Erwachsene!

Fazit:
Ein solider Fantasyroman für Jugendliche, der auch als Erwachsener gut lesbar ist. Wobei durch die mangelnde Komplexität auffällt, dass die Zielgruppe eher im Bereich der Jugendlichen liegt.

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