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BK

Bewertungen

Insgesamt 258 Bewertungen
Bewertung vom 09.01.2026
Ottenschläger, Madlen

OTTO fährt los - Weihnachten in Finnland


sehr gut

Exkursion nach Finnland
Auf gehts zum vierten Abenteuer des rundäugigen Bullis Otto. Mit an Board seine Familie: Anton mit Mama Rike und Papa Jakob. Nach drei Bänden mit Reisen in den Sommer, geht es diesmal über Weihnachten in den winterlichen Norden Europas.
Mit der Fähre setzen Otto und seine Insassen klassisch nach Helsinki über. Dort erwartet sie ein Winter aus dem Bilderbuch. Typisch für den Zeichenstil der Illustration sind die übergroßen Augen der Personen. Landestypische Dinge wie kulinarische Spezialitäten, Saunieren, Polarlichter, aber auch das Volk der Samen zeigt das Buch schön auf. Fragen am Ende des Vorlesetexts regen das Gespräch mit den kleinen Zuhörern an.
Weniger gefiel mir die hektische Aneinanderreihung der touristischen Attraktionen oder die wenige Vorsicht beim Übernachten in der Wildnis (Gefahr des Eingeschneit Werdens), was lebensbedrohlich enden kann.
Ingesamt ein niedliches und farbenfrohes Kinderbuch mit Einblick in fremde Kulturen.

Bewertung vom 01.01.2026
Stern, Anne

Die weiße Nacht


sehr gut

Die Fotografin und der Kommissar: Autorin Anne Stern platziert neue Protagonisten im historischen Berlin. Anders als in den Romanen um die Hebamme Hulda Gold ist der 2. Weltkrieg vorbei. Wir schreiben das Jahr 1946 kurz vor Weihnachten.
Fotografin Marielouise Faber (von allen Lou genannt) kämpft wie viele andere auch nach dem Krieg ums Überleben. Weihnachten naht, aber viele geliebte Mitmenschen sind nicht mehr unter ihnen, Lebensmittel und Heizmaterial sind rar. Bei einer morgendlichen Runde durch die verschneiten Straßen Berlins findet sie eine Leiche.
Mit den Ermittlungen betraut wird der kriegsversehrte Kommissar Alfred König.
Der Verfasserin des Buchs gelingt es gut zu vermitteln, dass jeder sein Päckchen aus dem Krieg zu tragen hat. Verwundungen, Verluste oder psychische Schrecken. Alle sind angehalten weiterzumachen, aber keiner weiß auf welcher Seite der Andere im Krieg stand bzw. wo er heute steht. Gerade im Polizeiwesen soll es Erneuerung geben, kein mit NS-Funktionär soll mehr mitmischen. Doch die Vergangenheit lässt sich nicht abwaschen, was schlußendlich auch zur Lösung des Falls führt. Interessant gemacht.
Um die beiden Protagonisten noch lieber zu gewinnen bedarf es unbedingt einer Fortsetzung, bei der sie hoffentlich mehr zusammenarbeiten dürfen. Ein ungeklärter Todesfall, lässt mich einen Stern abziehen.

Bewertung vom 24.12.2025
Wartke, Bodo

In Barbaras Rhabarberbar wird niemals der Rhabarber rar


sehr gut

Nicht nur für Kinder
Bodo Wartke erreichte mit seinem Clip zu Barbaras Rhabarberbar virale Berühmtheit. Mit diesem Kinderbuch, mit den Illustrationen von Alexandra Junge, haucht er dem Zungenbrecher (und vielen weiteren) Leben ein. Die ersten Seiten mit dem titelgebenden Reim lassen sich nicht ohne die Rhythmik aus dem Bewegtbild des Internets lesen, so erging es mir zumindest.
Wer denkt, dass das Buch nur etwas für Kinder ist, irrt. Als Erwachsene hatten wir auch großen Spaß mit dem Buch, als wir kläglich scheiterten uns die Wortschlangen laut vorzulesen. Umso mehr muss ich Wartke bewundern.
Das Werk mit den Zungenbrechergeschichten ist mit einem Lesebändchen ausgestattet, was dazu einlädt es immer wieder in die Hand zu nehmen und sich an der Zungenakrobatik zu üben.
Nicht jeder Gag bzw. Reim ist gelungen, deshalb ein Punkt Abzug. Trotzdem ein schöner Spaß.

Bewertung vom 30.11.2025
Brickley, Holly

Deep Cuts


gut

Für Musikliebhaber: Das Cover des Buchs ist etwas besonderes und sticht einem ins Auge. Die abgedruckten Songtitel kommen im Buch vor.
Percy und Zoe lernen sich in einer Bar kennen, doch zunächst ist er noch mit Zoe zusammen. Doch die Liebe zur Musik verbindet die beiden von Beginn an.
Die Erzählung, aus Percys Sicht geschildert, spielt in den 2000er Jahren. Viele der besagten Songs kenne ich nicht, weshalb ich mit den Dialogen und Meinungen der beiden wenig anfangen kann. Auch mit Percys Verhalten und zwischenmenschlichen Aussagen konnte ich mich nicht identifizieren. Ich hatte mir die Geschichte etwas romantischer vorgestellt.
Es war unterhaltsam und auch wirklich interessant. Man merkt, dass die Autorin, wie auch der Übersetzer der im Vorwort zu Wort kommt, viel für Musik übrig hat. Ich mag Musik, aber mit Interpreten, Songtiteln und Musikbegriffen bin ich zu uninformiert für dieses Buch.

Bewertung vom 24.11.2025
Hennig, Markus

Waschbär Willi Wunderquatsch - Die Erfindung der Trompetenwurst und weitere verrückte Abenteuer


gut

Ausbaufähig
Wie der Titel des Buchs schon verrät geht es um den Waschbären Willi. Er wohnt zusammen mit Eule, Maulwurf und Fuchs (von der man nur das Ohr kennt weil sie ihre Ruhe will) in einem weitläufigen Park. Genauer gesagt in einem Stiefelkarton unter einer Bank. Seine liebste Freundin ist aber Eichhörnchen Alice, mit der er sich beispielsweise zu einem Frühstücksauflauf trifft, der etwas anders ist, als das was wir so essen.

Markus Hennig spielt als Autor gern mit Alliteration oder Wiederholungen. Manche Witze zogen bei mir mehr oder weniger. Besagter Auflauf der auch mal einen Gummistiefel oder eine Fahrradklingel enthält, stieß mir als Erwachsene insofern auf, dass die Tierwelt unseren Unrat wohl schon Lebensgrundlage hat und den Kindern dies mit diesem Buch als normal dargestellt wird.
Ein weiterer Minuspunkt ist die stellenweise Langatmigkeit: Das Aussuchen eines Gummistiefels oder Rücksprachen der Verkäuferinnen dauern ewig. Auch der Beginn einer Versammlung zieht sich über mehrere Seiten.
Richtig toll fand ich aber die Illustrationen, die gerne noch mehr hätten sein dürfen.

Bewertung vom 16.11.2025
Vego, Kristin

Spät am Tag (eBook, ePUB)


gut

Zu wenig
Die Ich-Erzählerin Joanne erzählt davon, dass sie einen Roman schreibt. In etlichen Episoden erzählt sie von ihrer Beziehung zu Mikael, bei dem sie zunächst nur als Untermieterin von der Hauptstadt aufs Land zog. Während die Autorin ständig von eng umschlungenen Nächten schreibt, vergleicht sich die Protagonistin tagsüber ständig mit seiner Ex-Frau, welche noch sehr präsent im Leben von Mikael ist. Das einerseits der gemeinsamen Tochter geschuldet sein mag, aber anderseits auch mehr bedeuten kann. Man wird es nicht erfahren.

Vielleicht habe ich das Buch einfach nicht verstanden, aber mir fehlte einfach der rote Faden und Handlung. Cover, Klappentext und Leseprobe fand ich super. Auf den Seiten danach tat ich mich schwer, bis es mir ab der Hälfte gar nicht mehr voran ging. Mir missfielen auch die Gedankensprünge. Ich wusste oft nicht, ob die Handlung in der Gegenwart oder Verlegenheit spielt. Gut, dass das Buch nicht dick war, aber trotzdem schade das zu sagen.

Bewertung vom 16.11.2025
Jo, Sophie

Red Flags


weniger gut

Unrealistisch
Poppy weiß seit ihrer Kindheit, dass ihr Ehemann einem Idealbild entsprechen muss. Und hält die Bedingungen auf einer Liste fest, das muss man sich erstmal vorstellen. Man muss nicht alles akzeptieren und jede Kröte schlucken, aber als selbstständige Frau eigenständig durchs Leben zu gehen darf auch eine Option sein.
Ihr Crush Cam lernt sie im Bus kennen, beide sind sich auf Anhieb sympathisch. So könnte man sich den restliche Verlauf des Buchs so vorstellen: Liste über Bord, Gefühle wichtiger als Kindheitsphantasien. Wäre da nicht die irrsinnige Idee des Jungen (der Poppys Liste über einen gemeinsamen Bekannten erhielt) ihre Wünsche komplett im Gegenteil zu erfüllen und ihr beim ersten Date zum Beispiel kein Getränk auszugeben oder zu Lügen, dass er Live-Musik hasse. Dieses Verhalten fand ich absolut kindisch.
Davon abgesehen störte mich, dass Poppy sich von ihren Freundinnen ohne erkennbaren Grund dazu zwingen lässt, sich krampfhaft am nächsten potentiellen Partner festzuklammern. Ich erlebte junge Menschen, die verzweifelter nach Liebe suchen als Enddreißiger mit Torschlusspanik.
Entsprechend enttäuscht und gelangweilt war ich von dem Titel. Verpassen tut man bei einer Nicht-Lektüre nicht viel, weil auch bei der groß gedruckten Schrift auf 300 Seiten wenig passiert.

Bewertung vom 01.11.2025
Pernlochner-Kügler, Christine

Der Club der kalten Hände


sehr gut

Coole Umsetzung
Nichts ist so sicher wie das Ende. So schön das Leben ist, gehört der Tod auch dazu.
Christine Pernlochner-Kügler und Valerie Tiefenbacher haben mit dem Club der kalten Hände einen Eisbrecher zu dem oft ausgeklammerten und ignorierten Thema Sterben geschaffen. An einigen Stellen mag es "drüber" wirken oder Manchem den Respekt vermissen, aber genau darum geht es. Kinder werden ebenso von Tod und Trauer überfallen wie wir Erwachsenen. Das zeigen die eindrücklichen Beispiele wie Krankheit, Unfall oder Kindersterblichkeit.
Neben etwas Quatsch sammelt das Werk auch interessante Fakten zur Arbeit eines Bestatters oder die unterschiedlichen Sichtweisen der Religionen auf das Leben nach dem Tod.
Ich bin überzeugt, dass das Buch zum einen die kindliche Neugier auf ein schwieriges Thema stillen kann, sowie Trost spenden. Die bunten Illustrationen lockern mit humorvollen Details zusätzlich auf.

Bewertung vom 29.10.2025
Bach, Tamara

Jakob und Jelena


ausgezeichnet

Berührendes Kinderbuch
Jakob und Jelena sind Klassenkameraden, allerdings erst seit kurzem. Nach dem Übertritt sind sie in einer neuen zusammengewürfelten Klasse. Beide gehören zur stilleren Fraktion ihrer Klasse, es gibt auch die typischen lauten Kinder, die auf andere herab blicken. Unsere beiden Protagonisten werden für ein Referat zusammengesteckt. Das Buch erzählt ihre langsam aufkeimende Freundschaft, gibt aber auch Einblick in die jeweilige Gefühlswelt von ihr bzw. ihm. Was sie zuhause beschäftigt, ihre Geheimnisse, dass Jakob z.B. den Schwimmunterricht schwänzt. Beide wohnen bei alleinerziehenden Eltern, die viel mit Arbeit beschäftigt sind, Geld und Zeit Mangelware ist, aber nicht die Liebe ihrer Eltern.
Tamara Bach erzählt die Geschichte zweier sehr ernsthafter Kinder, welche im echten Leben wahrscheinlich wenig gesehen werden. Sie gibt diesen Kindern eine Stimme. Die Szenen in der Bücherei haben mir als Bibliothekarin natürlich besonders gefallen.

Bewertung vom 29.10.2025
Weber, Judith

Sherlock Holmes & Dr. Watson. Die Jagd nach dem Geisterzug (Band 1)


gut

Chaotisch
Sherlock als schnüffelnder Hund und Watson als was? Als faules Schwein? Mag die Metapher und Analogie auf das jeweiligen Tier nicht gleich einleuchten, sind die Rätsel für die Leseschaft, die in jedem Kapitel versteckt sind, nicht allzu schwer.
Der erste Fall unserer Comicdetektive spielt in Crazy London, welches große Ähnlichkeit mit seinem realen und aus der Feder von Conan Doyle bekannten Vorbild hat. Ein Geisterzug quert die Szenerien, hinterlässt Nagellack spuren und lässt Dinge verschwinden. Diese sind nicht von besonderem Wert, weshalb Sherlock etwas größeres wittert.
Etwas wirr und gewöhnungsbedürftig waren der Aufbau der Comicszenen, die Sprechblasen waren für mich nicht immer in natürlicher Leserichtung. Die Papierseiten sind sehr dünn, was ich in meiner Rezension genauso wie den intensiven Farbgeruch nicht außer Acht lassen möchte.
Die Illustrationen waren sehr detailreich, man konnte bei genauer Betrachtung vieles entdecken.
Kommt natürlich nicht an das Original heran, aber für die Zielgruppe akzeptabel.