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Julz
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Hildesheim

Bewertungen

Insgesamt 39 Bewertungen
Bewertung vom 28.08.2025
Huth, Peter

Aufsteiger


ausgezeichnet

In Peter Huths Roman "Der Aufsteiger" begegnen wir dem Protagonisten Felix Licht, einem ambitionierten und karriereorientierten Mann, der alles für den Job opfert, der ihm sein aktuelles, viel zu teures Leben, finanzieren soll. Die Geschichte entfaltet sich in der dynamischen Welt des Journalismus, wo Licht auf die Stelle des Chefredakteurs hofft – eine Position, die ihn an die Spitze seiner Karriere katapultieren würde. Doch als ihn die schockierende Nachricht erreicht, dass diese mächtige Stelle einer wesentlich jüngeren Frau anvertraut werden soll, die er selbst ausgebildet hat, gerät sein Leben aus den Fugen.

Huth gelingt es auf meisterhafte Weise, die inneren Konflikte und Emotionen seines Hauptcharakters darzustellen. Felix Licht ist kein einfacher Held; vielmehr zeigt der Autor die Komplexität menschlichen Lebens und die Niederlagen, die mit dem Streben nach Erfolg einhergehen können.

Die Handlung von "Der Aufsteiger" ist durchgängig spannend und hält zahlreiche Wendungen bereit, die den Leser fesseln. Man findet sich schnell in einem Strudel aus Machtkämpfen, Selbstzweifeln und emotionalen Herausforderungen wieder. Huth versteht es, die Dynamik zwischen den Charakteren lebendig und realistisch zu gestalten, sodass jeder Dialog und jede Interaktion von Bedeutung ist. Dies macht das Buch zu einem wahren Pageturner – man möchte nicht aufhören zu lesen, um herauszufinden, wie es mit Felix weitergeht.

Ein weiteres herausragendes Merkmal dieses Romans ist die Sprache. Huth verwendet eine mutige und bildhafte Ausdrucksweise, die es dem Leser ermöglicht, die Emotionen und Gedanken der Charaktere unmittelbar nachzuvollziehen. Die lebendigen Beschreibungen der Szenarien und der Figuren bringen die Geschichte zum Leben und sorgen dafür, dass man sich mitten im Geschehen fühlt. Der Autor schafft es, mit seinen Worten eine Atmosphäre zu schaffen, die sowohl ansprechend als auch packend ist.

Bewertung vom 28.08.2025
Vego, Kristin

Spät am Tag


ausgezeichnet

Kristin Vegos Roman "Spät am Tag" ist ein intensives Buch, das in seiner Kürze eine bemerkenswerte Intensität entfaltet. Die Geschichte erzählt von der Protagonistin Johanne, die Anfang dreißig ist und sich in einem neuen Lebensabschnitt befindet. Nachdem sie in ein Zimmer im weißen Haus auf dem Land zieht, entwickelt sich dort eine Liebesbeziehung zu ihrem Vermieter Mikael.

Die Sprache der Autorin ist eines der besonderen Merkmale dieses Romans. Vego gelingt es, die Atmosphäre des ländlichen Lebens einzufangen. Ihre bildreiche Beschreibung der Umgebung lässt die Leser in die Welt von Johanne eintauchen. Diese Details schaffen eine unmittelbare Verbindung zu den beschriebenen Orten und lassen das eigene Vorstellungsvermögen lebendig werden.

Johannes Charakter ist vielschichtig und authentisch. Ihre innere Zerrissenheit und die Suche nach Nähe und Geborgenheit spiegeln sich in jeder ihrer Entscheidungen wider. Mikael hingegen ist ein geheimnisvoller und gleichzeitig verletzlicher Charakter, dessen Vergangenheit Schatten auf die Beziehung wirft. Die Dynamik zwischen den beiden ist sowohl zärtlich als auch herausfordernd, was zu emotionalen Momenten führt, die den Leser fesseln.

Ein weiterer Aspekt, der den Roman auszeichnet, ist die Art und Weise, wie Vego Themen wie Liebe, Verlust und Selbstfindung behandelt. Diese Aspekte werden nicht aufdringlich präsentiert, sondern entwickeln sich organisch aus den Erfahrungen der Protagonistin. So bleibt der Leser bis zur letzten Seite gespannt und kann sich mit Johanne identifizieren, während sie die Herausforderungen ihres Lebens meistert.

Bewertung vom 28.08.2025
Petrowitz, Michael

Die unendliche Klassenfahrt - Spuk auf Burg Hammelstein


ausgezeichnet

Der erste Band des Kinderbuches "Die unendliche Klassenfahrt - Spuk auf Burg Hammelstein" von Michael Petrowitz und der Illustratorin Stefanie Klaßen erzählt die Geschichte einer Schulklasse, die mit ihrem liebevoll verrückten Klassenlehrer Herrn Vogelsang auf Klassenfahrt gehen darf, nachdem dieser bei einem Experiment versehentlich den Klassenraum gesprengt hat.
Nachdem die Kinder sich alle in dem besonderen Bus ROSINE versammeln und die Leserinnen und Leser die Kinder und die Eltern kennenlernen, geht es schon los, jedoch nicht auf eine normale Klassenfahrt. ROSINE bringt sie auf eine besondere Reise, bei der die Schulklasse nicht nur spannende Momente erlebt, sondern auch lernt, dass Teamarbeit, Mut und Neugier für neue Erfahrungen wichtig sind. Diese Themen sind nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich.
Das Buch ließ sich gut und schnell lesen. Unser kleiner Leser fand die Handlung sehr unterhaltsam und auch ein wenig spannend. Der Schreibstil von Petrowitz passt sehr gut zu dem Kinderbuch und für das Lesealter.

Die Illustrationen von Stefanie Klaßen sind ein weiterer Höhepunkt des Buches. Sie unterstützen nicht nur die Erzählung, sondern bringen die Figuren und Szenen mit ihrem lebendigen Stil zu Leben. Jedes Bild fängt die Atmosphäre der verschiedenen Szenen ein und lässt die Kinder die Abenteuer visuell miterleben. Die Kombination aus Text und Bild schafft eine harmonische Einheit, die Leser jeden Alters anzieht.
Das Buch ist ein echter Geheimtipp für alle, die Abenteuer lieben und gerne in neue Welten eintauchen!

Bewertung vom 28.08.2025
Schneider, Roberta

In sieben Koffern um die Welt


ausgezeichnet

Das Kinderbuch „In sieben Koffern um die Welt“ von Roberta Schneider zieht sofort mit seinem ansprechenden Cover die Aufmerksamkeit auf sich. Die bunten Illustrationen und verspielten Motive laden dazu ein, die Seiten zu entdecken und gemeinsam mit Herrn Walis auf eine aufregende Reise zu gehen.

Herr Walis, der sympathische Protagonist, betreibt eine Gepäckaufbewahrung, in der er auf interessante Menschen trifft. Jeder dieser Begegnungen wird begleitet von einem speziellen Koffer, der nicht nur die Vergangenheit seiner Besitzer, sondern auch ihre Geschichten birgt. Mit diesen sieben Koffern stellt er den kleinen Lesern nicht nur die Vielfalt menschlicher Erfahrungen vor, sondern zeigt auch, wie schnell Freundschaften entstehen können.

Jeder Koffer ist eine eigene kleine Schatztruhe, die es den jungen Leserinnen und Lesern ermöglicht, einen Blick in die Welt der anderen zu werfen. Besonders schön ist hierbei der Koffer von Herrn Walis selbst, der im Laufe der Geschichte als Beistelltisch genutzt wird – symbolisch für die Erinnerungen und Geschichten, die wir alle im Herzen tragen. Die Kinder dürfen durch die bunten Illustrationen blättern, die an ein Wimmelbuch erinnern, in dem es viel zu entdecken gibt. Jedes Bild erzählt seine eigene Geschichte und regt die Fantasie an.
Die fröhlichen, farbenfrohen Zeichnungen ziehen nicht nur die Aufmerksamkeit der Kinder an, sondern bringen auch Erwachsenen Freude beim Vorlesen.

Bewertung vom 28.08.2025
Brickley, Holly

Deep Cuts


ausgezeichnet

In ihrem fesselnden Debütroman "Deep Cuts" fasziniert Holly Brickley nicht nur durch eine einfühlsame Erzählweise, sondern auch durch ihre tiefgehende Beziehung zur Musik. Die Protagonistin Percy, eine leidenschaftliche Musikliebhaberin, lebt in der Welt der Melodien und Texte, ohne selbst aktiv zu musizieren. Sie behauptet von sich, kein Instrument gut spielen zu können und auch keine Gesangsstimme zu haben. Sie ist jedoch eine gute Zuhörerin, die in den Songtexten nach Bedeutung sucht und mit ihren prägnanten Musikzitaten überzeugt.

Percys Geschichte beginnt in der lebhaften Universitätsstadt Berkeley, wo sie eines Abends in einer Bar Joe trifft, einen aufstrebenden Musiker, der schnell Percys Potential erkennt. Ihre Fähigkeit, Musik zu verstehen und zu analysieren, zieht ihn an, und so wird sie bald seine Kritikerin und Vertraute. Die Dynamik zwischen den beiden ist geprägt von einer bittersüßen Komplexität, denn während Percy sich in Joe verliebt, bleibt ihr Platz in seinem Leben unklar, da er mit seinen eigenen Ängsten und Unsicherheiten kämpft.

Brickleys Einbindung realer Songs und deren Texte gibt dem Leser einen authentischen Eindruck von Percys Leidenschaft. Man spürt die Begeisterung der Autorin für die Musik über jede Seite hinweg. Es ist beeindruckend, wie sie nicht nur bekannte Lieder zitiert, sondern auch ihre Bedeutung und den emotionalen Kontext vermittelt. Mit ihrem einfühlsamen und ansprechenden Schreibstil schafft sie eine Verbindung zu ihren Lesern, die über die Seiten hinausgeht.
Diese Leidenschaft wird durch einen QR-Code vom Verlag unterstützt, der auf eine Spotify-Playlist verweist – eine geniale Idee, um die Musikwelt, von der Percy träumt, noch greifbarer zu machen.

Die Themen Musik und Liebe fließen harmonisch ineinander, wobei Brickley geschickt die Herausforderungen von Beziehungen thematisiert. Percy ist mehr als nur die Kritikerin; sie ist jemand, der Joe zur Seite steht und ihn herausfordert, über sich hinauszuwachsen.

Bewertung vom 28.08.2025
Williams, Hattie

Bittersüß


ausgezeichnet

"Bittersüß" ist ein eindringlicher Roman, der die emotionalen Achterbahnfahrten der Protagonistin Charlie meisterhaft einfängt.
Mit erst sechszehn Jahren verliert Charlie ihre Mutter, was für sie ein traumatisches Erlebnis ist. Ihre Mutter, die sie behutsam an die Werke des berühmten Autors Richard Aveling herangeführt hatte, spielt eine zentrale Rolle in Charlies Leben – selbst nach ihrem Tod bleibt sie eine prägende Figur. In seinen Büchern versucht sie Trost für ihre Trauer zu finden.

Und als Charlie in ihrem Job als Presseassistentin tatsächlich Richard Aveling begegnet, erkennt sie in ihm den Mann, der nicht nur ihre literarischen Träume verkörpert, sondern auch ihre tiefsten Sehnsüchte. Trotz des Altersunterschieds von 30 Jahren entflammt zwischen den beiden eine leidenschaftliche, aber ungleiche Affäre. Charlie verliebt sich unsterblich und gibt alles, um Richard zufrieden zu stellen. Doch schon bald wird klar, dass ihre Beziehung in eine toxische Dynamik abgleitet. Sie verliert sich in dem Versuch, für ihn nicht unbequem oder störend zu sein, während sie gleichzeitig das Risiko eingeht, sich selbst zu verlieren.

Williams gelingt es mit ihrer bildhaften Sprache, die inneren Konflikte und emotionalen Tiefen Charlies lebendig werden zu lassen. Man leidet mit der Protagonistin und spürt ihren Schmerz, ihre Hoffnung und die bittere Melancholie, die ihr Leben prägt. Die Darstellung von Charlies Depression und ihrer Abhängigkeit von Richard ist intensiv und nachvollziehbar. Der Leser erlebt hautnah, wie sie beginnt, nur noch für seine Anrufe und ihre Treffen zu leben, während ihr seelisches Gleichgewicht immer weiter ins Wanken gerät.

Doch trotz der schweren Themen, die Williams behandelt, bietet "Bittersüß" auch einen Lichtblick. Unterstützt von treuen Freunden, die in ihren dunkelsten Stunden an ihrer Seite stehen, findet Charlie am Ende einen Weg zur Heilung und Selbstfindung. Diese Wendung verleiht der Geschichte eine zusätzliche Dimension und gibt dem Leser Hoffnung, nach all den schwierigen Momenten mit Charlie.

"Bittersüß" ist ein wahrhaftiger Pageturner. Hattie Williams versteht es, den Leser emotional zu fesseln und mit voller Kraft in Charlies Welt zu ziehen. Ihre Fähigkeit, die Komplexität menschlicher Beziehungen und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens darzustellen, macht diesen Roman zu einem unvergesslichen Leseerlebnis. Wer also bereit ist, sich auf diese emotionale Reise einzulassen, wird mit einem kraftvollen, bewegenden und letztlich hoffnungsvollen Werk belohnt.

Bewertung vom 28.08.2025
Georg, Miriam

Die Verlorene


ausgezeichnet

Miriam Georgs historischer Roman "Die Verlorene" nimmt die Leser mit in eine bewegte Vergangenheit, die von starken Frauen und tiefen Emotionen geprägt ist. Die Geschichte beginnt im Jahr 2019, als Laura, die Protagonistin, nach einem Haushaltsunfall ihrer Großmutter Änne, die im Krankenhaus liegt, eine geheimnisvolle Erinnerungskiste entdeckt. Diese Kiste wird zum Schlüssel für Lauras Reise in die Vergangenheit ihrer Familie und stellt die Weichen für eine emotionale Erkundung über Generationen hinweg.

Die Autorin schafft es, zwei Zeitstränge miteinander zu verweben: das Leben der Frauen während des Zweiten Weltkriegs bzw. kurz nach Kriegsende und Lauras, sowie ihrer Mutter Elena, gegenwärtige Suche nach Identität und Wurzeln. Dieser Wechsel zwischen den Zeiten ermöglicht es dem Leser, die Parallelen und Unterschiede in den Lebensumständen der Charaktere zu erkennen. Besonders berührend ist die Darstellung der Herausforderungen, mit denen die Frauen in der Vergangenheit konfrontiert waren – sei es der Verlust von geliebten Menschen, der Kampf ums Überleben oder die Aufrechterhaltung von Hoffnung inmitten des Schreckens des Krieges. Sie werden als starke Persönlichkeiten gezeichnet, die trotz aller Widrigkeiten nicht aufgeben und in der Dunkelheit des Krieges Lichtblicke finden.

Laura ist eine ebenso starke Figur, die, angestoßen durch die Entdeckung der Kiste, nicht nur Antworten über ihre Vorfahren sucht, sondern auch über sich selbst hinauswächst. Ihre Reise zum ehemaligen Gutshof ihrer Familie wird zum Symbol ihrer eigenen Selbstfindung. Während sie tiefer in die Vergangenheit eintaucht, kommt ihre Mutter nach, für die sie das alles macht, und steht Laura zur Seite, ohne zu wissen, dass die Antworten ihr bisheriges Leben auf den Kopf stellen werden.

Der Schreibstil Georgs ist flüssig und einfühlsam; sie versteht es, die Emotionen ihrer Charaktere einzufangen und die Leser mit auf eine Reise voller Höhen und Tiefen zu nehmen. Die traurigen Passagen hinterlassen einen bleibenden Eindruck, und doch strahlt der Roman auch eine Botschaft der Hoffnung aus. Es sind diese Kontraste, die "Die Verlorene" so kraftvoll machen – die ständige Erinnerung daran, dass Verlust und Schmerz Teil des Lebens sind, aber auch die Möglichkeit zur Heilung und Versöhnung existiert.
Die historischen Details sind präzise recherchiert und verleihen der Geschichte Authentizität. Die Kulisse des Zweiten Weltkriegs wirkt lebendig und lässt den Leser die Schrecken und Herausforderungen dieser Zeit nachempfinden. Gleichzeitig gelingt es Georg, die familiären Bindungen zeitlos zu präsentieren, sodass sich jeder Leser damit identifizieren kann.

"Die Verlorene" ist ein packender und berührender Roman, der mit seiner emotionalen Tiefe und einer fesselnden Handlung überzeugt.
Miriam Georg hat mit diesem Werk ein eindrucksvolles Porträt starker Frauen geschaffen, deren Geschichten noch lange nach dem Lesen nachhallen werden. Ein absolut empfehlenswertes Buch für alle, die sich für Geschichte, Familienthemen und starke Charaktere interessieren.

Bewertung vom 21.07.2025
Rebanks, Helen

Die Frau des Farmers


ausgezeichnet

In ihrem berührenden Buch „Die Frau des Farmers“ gewährt Helen Rebanks einen tiefen Einblick in ihren Alltag als Bäuerin, den sie mit ihrem Mann und ihren vier Kindern auf einem Bauernhof verbringt. Ihre Erzählweise ist so ansprechend, dass man sich sofort in die ländliche Idylle hineinversetzt fühlt, auch wenn sie ursprünglich nie geplant hatte, in der Landwirtschaft Fuß zu fassen.

Rebanks schafft es, ihren Alltag liebevoll und authentisch darzustellen. Sie beschreibt nicht nur die charmanten Aspekte des Landlebens – die Tiere, die frische Luft und die Gemeinschaft –, sondern auch die Herausforderungen, die damit einhergehen. Mit einer eindrucksvollen Mischung aus Humor und Ehrfurcht vor der Natur erzählt sie von den täglichen Arbeiten.

Besonders beeindruckend ist Rebanks’ Fähigkeit, ihre Leserschaft für die einfachen Freuden des Lebens zu sensibilisieren – sei es das Aufwachen im Morgengrauen oder das Zusammensein bei einem gemeinsamen Essen nach einem langen Arbeitstag. Sie vermittelt ein Gefühl von Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit, das in der hektischen modernen Welt oft verloren geht. Ihre Worte strahlen Wärme und Liebe für ihre Familie und die Tierwelt aus, was das Lesen zu einem wahren Vergnügen macht.

Bewertung vom 21.07.2025
Kelly, Julia R.

Das Geschenk des Meeres


ausgezeichnet

Julia R. Kelly entfaltet in ihrem Roman "Das Geschenk des Meeres" eine berührende Geschichte über Verlust, Trauer und die Kraft der Hoffnung, die im Kontext eines kleinen Fischerdorfes zu Beginn des 20. Jahrhunderts angesiedelt ist. Am Strand von Skerry wird ein Junge angeschwemmt, viele Jahre, nachdem Dorothy Sohn Moses an genau dem Strand verschwand.

Die Protagonistin wird von ihrer verhängnisvollen Kindheit geprägt, die von einer strengen, kontrollierenden Mutter und einem erstickenden gesellschaftlichen Umfeld gezeichnet ist.
Dorothy ist weder in der Lage, sich in Skerry einzugewöhnen, noch ihren Gefühlen zu folgen und ihre Liebe zu dem Mann auszuleben, der sie ebenfalls liebt. Diese Erfahrungen aus ihrer Kindheit formen ihren Charakter und ihre Beziehung zu ihrem Sohn Moses, dessen tragischer Verlust sie in eine tiefe Trauer stürzt.

Als der Pfarrer sie bittet, den angespülten Jungen zu versorgen, fällt es ihr zunächst schwer. Die Erinnerungen, die sie jahrelang verdrängt hatte, kommen wieder an die Oberfläche und quälen sie.
Das zentrale Element der Erzählung – der angespülte Junge am Strand von Skerry – fungiert als Katalysator für Dorothys emotionalen Wandel. Zunächst widerwillig und voller Angst, öffnet sie sich langsam dem unbekannten Jungen.
Kelly spielt gekonnt mit der Struktur der Erzählung, wechselt zwischen den Zeitsträngen der Vergangenheit und Gegenwart sowie verschiedenen Erzählern. Dadurch entsteht ein literarisches Puzzle, das dem Leser erlaubt, Dorothys innere Konflikte und Ängste nachzuvollziehen.

Dorothys Kampf, sich in der engen Gemeinschaft von Skerry zurechtzufinden, wird eindringlich beschrieben. Die Anwohner nehmen sie als kalt und unnahbar wahr, dabei wünscht sie sich nichts mehr als die Muster ihrer eigenen Erziehung zu durchbrechen und offener zu sein. Ihre Angst vor Ablehnung und die Schatten ihrer Kindheit hindern sie daran, echte Verbindungen zu knüpfen. Kelly gelingt es, diese komplexen Emotionen bildhaft darzustellen, sodass der Leser mitfühlen und Dorothys Entwicklung nachvollziehen kann.

Besonders bewegend ist die Veränderung von der Trauer zur Hoffnung. Der Junge, der wie ein Wunder aus dem Sturm ans Ufer gespült wird, symbolisiert nicht nur ein neues Leben, sondern auch die Möglichkeit, alte Muster zu durchbrechen. Durch ihn lernt Dorothy, dass es nie zu spät ist, die eigene Geschichte neu zu schreiben und Liebe sowie Akzeptanz zuzulassen. Ein wahres "Geschenk des Meeres".

Bewertung vom 21.07.2025
McFarlane, Mhairi

Und plötzlich ist es wunderbar


sehr gut

Mhairi McFarlane versteht es wie kaum eine andere, das Herz ihrer Leser zu berühren und gleichzeitig für ein Lächeln auf den Lippen zu sorgen. In ihrem neuesten Liebesroman "Und plötzlich ist es wunderbar" setzt sie genau dort an, wo der vorherige Roman endete, und entführt uns erneut in die Welt der zarten Gefühle und der Komplikationen des Liebeslebens.

Im Mittelpunkt steht Edie, die kürzlich ihre Beziehung zu dem charmanten Schauspieler Elliot beendet hat. Eine Fernbeziehung kann bekanntlich herausfordernd sein, und Edie hat sich entschieden, die Konsequenzen zu ziehen. Doch als Elliot eines Tages vor ihrer Tür steht und um eine zweite Chance bittet, wird Edies wohlüberlegte Entscheidung auf die Probe gestellt.

Die Geschichte ist bezaubernd leicht und sprüht nur so vor Witz und Charme. McFarlane hat ein Talent dafür, komplizierte Beziehungen mit einer erfrischenden Leichtigkeit darzustellen, die den Leser sofort fesselt. Die Dialoge sind lebendig, was das Lesen zu einem wahren Vergnügen macht.

"Und plötzlich ist es wunderbar" ist ein fesselnder Roman, der das Herz erwärmt und zum Nachdenken anregt. Für Fans von romantischen Geschichten ist dieses Werk ein absolutes Must-Read und ein wunderbarer zweiter Teil, der Erwartungen erfüllt und gleichzeitig Lust auf mehr macht.