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Benutzername: katze267
Wohnort: Mönchengladbach
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Bewertungen

Insgesamt 13 Bewertungen
12
Bewertung vom 29.09.2018
Liebe und Verderben
Hannah, Kristin

Liebe und Verderben


ausgezeichnet

Emotional berührende Familientragödie vor beeindruckender Naturkulisse Alaskas
Ernt ist ein Kriegsheimkehrer in den 70er Jahren. Nach Kriegserlebnissen und sogar Folter ist er nicht mehr der Alte, nicht mehr der Mann , in den sich Cora einst verliebte und für den sie mit ihrer Familie brach., der seine Frau und seine Tochter Leni liebte und zum Lachen brachte. Nun ist er von Alpträumen geplagt, nicht mehr fähig, einen Job dauerhaft zu behalten. Dauernd zieht die Familie um, was besonders die 13jährige Leni schwer belastet, ist sie doch stets Außenseiter, kann nie Freundschaften schließen. Doch dann erbt Ernt von einem ehemaligen Kriegskameraden ein Grundstück in Alaska und mit wenig Geld, ohne Vorkenntnisse, aber euphorisch macht sich die kleine Familie auf den Weg : endlich wollen sie eine Heimat finden, zur Ruhe kommen.
Doch Alaska ist ein hartes Land, allerdings auch eins, dessen Menschen zusammenhalten. So stehen die Menschen der kleinen Dorfgemeinschaft den unerfahrenen Neulingen mit Rat und Tat zur Seite, sie helfen ihnen im viel zu kurzen Sommer die Vorbereitungen für den zu erwartenden langen, harten Winter zu treffen. In diesem Sommer finden sie in Large Marge, Thelma und Tom Walker hilfsbereite Nachbarn und Leni in dem 14 jährigen Mathew, Tom Walkers Sohn, zum ersten Mal einen Freund. Und eine erste Liebe. Doch dann kommt der harte Winter, mit fast immerwährender Dunkelheit und diese Dunkelheit macht sich auch wieder in Ernt breit.
Schaffen Cora und Leni es, die Dunkelheit zu vertreiben oder sind sie ihr hilflos ausgeliefert?
Kirstin Hannah schafft es meisterhaft, die Abgründe und die vielen Gesichter der Liebe in dieser Familie zu schildern. Man fiebert und leidet mit und kann das Buch kaum aus der Hand legen.
In dem Zeitraum (1974-1986, mit einem Nachtrag aus 2009) , in dem das Buch spielt, machen die Hauptprotagonisten erstaunliche Wandlungen, mal zum Guten, mal zum Schlechten durch, manches Geschehen ist vorhersehbar, mit manchem rechnet man nicht, langweilig wird es nie.Eine Bereicherung sind auch die liebevoll ausgestalteten Nebenfiguren, von denen ich Large Marge besonders ins Herz schloss. Ein besonderes Highlight aber sind die Schilderungen der beeindruckenden Natur Alaskas, seinen Gefahren aber auch seiner ergreifenden Schönheit. Fast hat man das Bedürfnis, dies selbst mit eigenen Augen zu erleben.
Ein wunderbarer Roman, emotional berührend, manchmal auch erschreckend und mit beeindruckenden Naturschilderungen.

Bewertung vom 26.08.2018
Solange wir uns haben
Ulmer, Andrea

Solange wir uns haben


ausgezeichnet

Einfühlsame Schilderung von Angststörungen, eingebettet in eine unterhaltsame Rahmenhandlung

Jessica Hanser ist 42 als sie plötzlich beim Autofahren eine Panikattacke bekommt, ohne erkennbaren Anlass. Von da an ist Autofahren nicht mehr möglich. Das stellt sie vor große Probleme. Seit ihr Mann sie nach einem Burn - Out verließ, um im Amazonas auf einem Baum zu leben und anschließend in Brasilien neu heiratete muss sie sich und ihre 16jährige Tochter Miriam ernähren und noch die Raten für ihr Haus in dörflicher Umgebung abbezahlen. Doch ohne Auto kann sie weder einkaufen, noch zu ihrer Arbeitsstelle in einer Werbeagentur in Frankfurt fahren oder ihre Tochter zu Verabredungen bringen. Ihr Chef ruft sie trotz Krankschreibung ständig an, um sie beruflich einzuspannen.Hilfe bietet ihr nur die im Dorf als „verrückte Katzenfrau“ bekannte Nachbarin Hildegard, die sich um frei lebende Katzen kümmert.
Doch dann verschwindet Miriam und Jessica muss sich , mit Unterstützung von Hildegard, ihren Ängsten stellen um Miriam zu finden.
Ich habe noch keinen Roman gelesen, der sich dem doch recht ernsten Thema von psychischen Erkrankungen so ernsthaft und doch einfühlsam und warmherzig widmet, man merkt, dass die Autorin Andrea Ulmer ihre Erfahrungen mit einer Angsterkrankung im Familienkreis verarbeitet.
Doch ist er beileibe nicht trocken, sondern auch die Rahmenhandlung ist unterhaltsam.
Wenn Hildegard z. B das Verhalten von kratzbürstigen Teenagern mit dem von scheuen Katzen vergleicht oder Jessica eine sich bei Hildegard über deren Katzen beschwerende Nachbarin mit Strategien aus ihrer Werbeerfahrung besänftigt, dann ziehen sich die Mundwinkel ganz automatisch zum Lächeln nach oben.
Doch nicht nur das Thema Angststörungen und die zwischen Mitleid und „Reiß Dich zusammen“ schwankenden Reaktionen der Umwelt werden behandelt, auch der Wert Freundschaft und das Vertrauen zwischen Mutter und Tochter fließen als Themen ein.
Ich konnte mich sehr gut in Jessica hineinversetzen, stets ihre Gefühle nachvollziehen und mit Anteilnahme, Spannung und einer Portion Humor die Handlung verfolgen. Ein zusätzliches Highlight waren für mich die in die Handlung verwobenen Katzen, da ich ein Faible für diese Tiere habe.
Mein Fazit : ein wundervoll warmherziger, einfühlsamer Roman über ein ernstes Thema, der dennoch gut unterhält.
Von mir volle 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 23.08.2018
Nie wieder Amore!
Hennig, Tessa

Nie wieder Amore!


ausgezeichnet

Liebe und Träume auf Sizilien
Die junge Lena findet im Keller der Villa ihrer Freundin Francesca, die sie gemeinsam als Sprachschule einrichten wollen, Liebesbriefe und einen alten Film , der ein damals junges Liebespaar zeigt.
Neugierig recherchiert sie und findet heraus, dass darauf die Deutsche Moni Renner, Apothekenbesitzerin im Ruhestand ,zu sehen ist zusammen mit dem Sizilianer Vincenzo, der noch kürzlich in der Gegend gesehen wurde, Sie kontaktiert Moni, die aus allen Wolken fällt, hat sie doch vor Jahrzehnten die Nachricht erhalten, dass ihre große Liebe Vincenzo tot sei. Kurzerhand entschließt sie sich, ihre ungeliebte Seniorenresidenz zu verlassen und sich nach Sizilien zu begeben, um Vincenzo zu suchen. Sie und ihr Enkel, der Architekturstudent Jan, der sie spontan begleitet, werden gastfreundlich bei Francesca und Lena aufgenommen, obwohl diese gerade in Schwierigkeiten bei der Errichtung ihrer Sprachschule stecken, sogar die Mafia als Gegner vermuten. Gemeinsam suchen die vier nun nach Vincenzo und versuchen dabei noch, die Schwierigkeiten mit der Sprachschule aus dem Weg zu räumen. Schließlich lässt noch Monis Tochter Tanja die inzwischen von ihr geleitete Apotheke kurzfristig im Stich und macht sich aus Sorge um das ihr unverständliche Verhalten der Mutter auf nach Sizilien.
Die Autorin versteht es meisterhaft, die Atmosphäre Siziliens und ihre auflockernde Wirkung auf die drei zuvor etwas „drögen“Deutschen zu vermitteln. Spannung entsteht durch die Suche nach Vincenzo aber auch durch die Bemühungen um die Rettung der Sprachschule, wobei der Autorin immer wieder überraschende Wendungen einfallen.. Die Protagonisten sind sehr sympathisch, man kann sich gut in sie hineinversetzen und ihre Gefühle nachvollziehen. Außerdem gibt es viele vergnügliche Szenen, die den Leser schmunzeln oder sogar laut lachen lassen
Besonders gefallen hat mir, dass sich alle fragen, ob das Leben, das sie führen, das Leben ist, das sie führen wollen und der Roman den Mut vermittelt, in jedem Alter seine Träume zu verwirklichen. Auch die Liebe kommt für alle Altersstufen nicht zu kurz, auch das ein für mich sehr positiver Aspekt.
Mir hat der Roman viele schöne Lesestunden beschert und ich vergebe verdiente 5 Sterne..

Bewertung vom 13.08.2018
Der Duft des Lebens
Bagus, Clara Maria

Der Duft des Lebens


ausgezeichnet

Poetisches , philosophisches Märchen über die Seelen der Menschen
Die märchenhafte Geschichte spielt in einer fiktiven Stadt und in einer unbestimmten Zeit.
Aviv ist ein junger Glasbläser, dessen Mutter bei der Geburt starb. Aufgezogen wurde er von der Hebamme Selma, die ihn die Achtsamkeit gegenüber der Natur lehrte und vom Glasbläser Abramowitsch liebevoll unterstützt.
Auf der anderen Seite gibt es den gut 50jährigen Arzt Kaminski, von Kind an grausam und gefühllos, der nun feststellt, dass ihm etwas fehlt, etwas, das er Seele nennt und das er nun unbedingt für sich haben will. Und so ersinnt er einen perfiden Plan. Er fängt die Seele von Sterbenden mit ihrem letzten Atemzug ein, destilliert diesen Hauch und gewinnt so „Seelenkondensate“ mit bestimmten Eigenschaften. Möglichst viele gute Eigenschaften möchte er sammeln und dann daraus für sich eine reine, perfekte Seele formen.
Zum Einfangen dieser Seelen benötigt er 50 Glasphiolen, die er bei Aviv in Auftrag gibt.
Begnügt er sich zunächst mit Sterbenden, beginnt er nach und nach dem Tod nachzuhelfen.
Aviv versucht, dieses grausame Unterfangen zu beenden und die gefangenen Seelen zu befreien.
Erzählt wird abwechselnd von Aviv und Kaminski, den beiden Gegenpolen der Geschichte.
Der ganze Roman wird wie ein poetisches Märchen erzählt, folgt dem Verlauf der Jahreszeiten, beginnend mit dem Frühling, der Übersetzung von Avivs Namen. Mit Fortschreiten der Jahreszeiten wird die Stadt immer düsterer, die dunklen Machenschaften verdüstern die Menschen und die Natur.
Viele philosophische Fragen werden aufgeworfen, die den Leser zum Nachdenken anregen.
Mein Fazit : ein poetisches Märchen, zauberhaft erzählt, das viel Stoff zum Nachdenken bietet und beim Leser noch lange nachklingt.

Bewertung vom 25.05.2016
Mopswinter / Holmes und Waterson Bd.2 (eBook, ePUB)
Richter, Martina

Mopswinter / Holmes und Waterson Bd.2 (eBook, ePUB)


sehr gut

Holmes ist ein junger Mopsrüde. Zusammen mit Mutter Nelly und Vater Marquez, drei Katzen Frauchen, Herrchen und deren Kindern lebt er im beschaulichen Albdorf Knieslingen. Gerade herrscht ein sehr langer , harter Winter. Da finden die Hunde bei einem von Frauchen und Kommisar Waterson organisierten Ausflug die Leiche eines Skiläufers, offensichtlich erschossen. Doch es bleibt nicht bei dieser einen Leiche. Bald ermittelt die Sonderkommission "Loipe", mit Kommissar Waterson und seinem Vorgesetzten Gerlach, und einigen externen Beamten,natürlich tatkräftig unterstützt von Holmes.Er hat bereits Erfahrung, schliesslich hat er mit Waterson bereits einen Schmuckdiebstahl aufgeklärt. (s "Mopshimmel") Holmes ermittelt mit feiner Nase und Unterstützung seiner tierischen Freunde, das schwierigste Poblem besteht dann allerdings darin, seinen menschlichen Kollegen die Ermittlungsergebnisse mitzuteilen.
Der originelle Krimi überzeugt durch sympathische Charaktere und viel Humor, weist aber durchaus spannende Elemente auf. Highlight ist natürlich der wunderbar geschilderte Mopsermittler Holmes, aus dessen Perspektive der Fall geschildert wird.
Ein wunderbares Buch für Liebhaber dieser Hunderasse, aber durch den locker-humorvollen Schreibstil auch für jeden Fan heiterer Krimis ein echter Lesespass.

Bewertung vom 25.05.2016
Albertos verlorener Geburtstag
Rosie, Diana

Albertos verlorener Geburtstag


ausgezeichnet

Wegen eines Unfalls seines Vaters und des damit verbundenen Krankenhausaufenthaltes, bei dem auch seine Mutter im Krankenhaus bleiben muss, verbringt der 7jährige Tino einige Zeit bei seinem Grossvater Alberto. Aus dessen Erzählungen erfährt der Junge, dass dieser sich nicht an seine frühe Kindheit erinnert. Seine Erinnerungen beginnen erst mit der Ankunft im Waisenhaus, als er ca 8 Jahre alt ist. , nicht mal seinen Geburtstag kennt er.
Tino ist fest entschlossen, den Geburtstag herauszufinden, damit sein "Apu" feiern kann. Um seinen geliebten Enkel von der Sorge um den Vater abzulenken und auch aus eigenem Interesse macht sich Alberto mit Tino auf eine Reise in seine Vergangenheit und sucht nach seinem verlorenen Geburtstag. Auf dieser Reise gelangt er an fast vergessene Orte und trifft Personen, die für seine Vergangenheit wichtig sind. . Zwischen den Reiseerlebnissen der beiden finden sich im Romanimmer wieder persönliche Berichte vieler der an den Geschehnissen, die zum Verlust seiner Erinnerungen führten, beteiligten Personen. Aus diesen vielfältigen Erfahrungen setzt sich Stück für Stück die Vergangenheit Albertos bis zur Ankunft im Waisenhaus für den Leser zusammen, auch der Anlass des Erinnerungsverlustes wird deutlich gemacht. Zusätzlich erfährt man auch sehr vieles über die damalige Situation in Spanien, der Zeit der Bürgerkriege unter Franco, einer ereignisreichen und gefährlichen Zeit.
Dieser Facettenreichtum durch die unterschiedlichen Blickwinkel der Personen ermöglicht ein sehr detailliertes Bild der damaligen Zustände in Spanien.
Der Autor nimmt uns mit auf eine berührende Reise von Grossvater und Enkel, ermöglicht aber gleichzeitig noch ein umfangreiches Bild einer bewegten Zeit in Spanien.Mich hat dieser Roman stark berührt und auf eine emotional geprägte Reise in die Vergangenheit Spaniens der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts mitgenommen und ebenso in das Familienleben Albertos und seiner Familie und Freunden. Ein wirklich bewegendes Leseerlebnis.

Bewertung vom 25.05.2016
Die Birken wissen's noch
Mytting, Lars

Die Birken wissen's noch


ausgezeichnet

Edvard wächst bei seinem Grossvater Sverre auf dem einsam gelegenen Hirifjell Hof in Norwegen auf, seine Eltern starben, als er 4 war, die Arbeit auf dem Hof bestimmt sein Leben, gereist ist er nie. Als er 23 ist, stirbt sein Grossvater. Da findet Edvard , zusammen mit seiner Jugendliebe Hanne, Hinweise darauf, dass nicht alles so war, wie es ihm immer schien : Konzertkarten im Anzug des Grossvaters, rätselhafte Fotos, der Pfarrer hat alte Briefe für ihn und nicht zuletzt ist da ein Sarg aus Flammenbirke, getischlert von Einar, dem angeblich im 2. Weltkrieg vestorbenen Bruder des Grossvaters. Edvard entschliesst sich, seine klene Welt zu verlassen und den Rätseln auf die Spur zu gehen und taucht damit nicht nur tief in verborgene Familiengeheimnisse ein sondern erfährt auch etwas über sein bisher ungeklärtes , tagelanges Verschwinden beim Tod der Eltern. Durch Hanne und die geheimnisvolle Gwen kommt auch Romantik ins Spiel.
Es ist beeindruckend wie der Autor trotz des eher gemächlichen Erzählstils immer mehr Spannung aufbaut. Die Natur spielt im Roman eine grosse Rolle, das Meer mit seinen Stimmungen, die karge Landschaft, die Landarbeit und ganz besonders das Holz., all das ist immer präsent. Doch verliert sich der Autor nicht in langatmigen Beschreibungen, er bezieht die Natur einfach mit ein.Gleichzeiitig lässt er uns durch die Erzählung aus der Ich-Perspektive auch tief in Edvards Gefühlswelt blicken und an seinem inneren Entwicklungsprozess teilhaben. Ein faszinierender, den Leser gefangen nehmender Roman mit sukzessive aufgebauter Spannung, überraschenden Wendungen, Romantik , vielschichtigen Persönlichkeiten und beeindruckender Natur. Ein aussergewöhnliches Leseerlebnis.

Bewertung vom 25.05.2016
Uebel unterwegs
Uebel, Tina

Uebel unterwegs


sehr gut

Die Schriftstellerin, Bloggerin und leidenschaftliche Reisende Tina Uebel bekommt 2010 ein zweimonatiges Stipendium in Shanghai. Statt nun bequem dorthin zu fliegen oder, schon waghalsiger, die transsibirische Eisenbahn zu benutzen, entschliesst sie sich zu einer abenteuerlichen, siebenwöchigen Reise mt einigen Abweichungen von der direkten Reiseroute, durch 8 Länder und mit 19 verschiedenen Zugverbindungen.Über ihre Erlebnisse und Eindrücke von dieser Reise verfasste sie einen Reiseblog und aus diesem wiederum entstand dieses Buch.
Frau Uebel beschreibt auf eine ganz unnachahmliche, sehr persönliche Art ihre Reise. Dabei spielen touristische Attraktionen eine eher untergeordnete Rolle. Von weitaus größerer Bedeutung sind ihre Begegnungen und Gespräche mit Menschen völlig unterschiedlicher Herkunft. Ein tangotanzender Türke taucht ebenso auf wie ein chinesischer Kalligraph, kopftuchtragende Studentinnen in Teheran, zudringliche Taxifahrer und hilfsbereite Mitarbeiter von den ortsansässigen Goetheinstituten, Zugschaffner, Hotelrezeptionisten und immer wieder Gesprächspartner bei den langen Zugfahrten. Auch die Städte auf ihrer roten Reiselinie (eine entsprechende Karte gibt es im Buch) erkundet sie auf unnachahmliche Weise. Für ihren Blog stets auf der Suche nach "Free Wi-Fi", für ihre Koffeinsucht nach geniessbaren Kaffee (löslicher Kaffee nur im Notfall), immer an Architektur und dem alltäglichen Leben interessiert, erwandert sie sich buchstäblich fremde Städte und bekommt so völlg andere, viel intensivere Einblicke als der Main-Stream-Tourist.Viele dieser Eindrücke hält sie auch in Fotos fest, die dieses Buch zusätzlich bereichern.
Der Sprachstil ist locker, frisch, sehr ungezwungen, auch interessante eigene Wortschöpfungen ,wie Nachbarnationendisstasche und Schwachmatensandalen, tauchen auf und bereiten Lesespass..
Ihre Reisebeschreibungen werden nie langweilig, sie vermitteln einen wirklich eindrucksvollen und unverwechselbaren individuellen Einblick in fremde Städte und Kulturen auf ihrer Reiseroute. (wobei man anmerken muss, dass sich seit 2010 teils einiges, besonders bzgl Politik verändert hat).
Ein völlig anderes Reisetagebuch mit vielen interessanten Begegnungen und Eindrücken, das sehr viel Lesevergnügen bereitet.

Bewertung vom 07.07.2015
Arcadia
Münter, Felix A.

Arcadia


ausgezeichnet

Nigel White ist ein freier Journalist. Schon lange hat er seine ursprünglichen Ideale verloren und sich der Realität angepasst: für Geld macht er fast jede Reportage, Tendenz nach Wunsch des Kunden.Diesmal hat er einen wirklich lukrativen Job angenommen . Er begleitet für 100 000 Dollar den schwerreichen Bailey auf dem Eisbrecher Nimrod in die Antarktis, um mit einer Reportage für dessen "unsterblichen Ruhm" zu sorgen,. Dieser hat eine Expedition finanziert, die den grössten Meteor in der Antarktis erforschen soll. Nun will er die Ergebnisse begutachten und weitere Forschungen fördern..Doch bei der Ankunft der Nimrod scheint einiges nicht zu stimmen. Weder das Transportschiff, der Eisbrecher Arcadia, noch das Basislager der Forscher antworten auf die Funksprüche. Was ist passiert?
Schon bald geraten White, Bailey, die Besatzung der Nimrod und die mitgereisten Forscher in einen Strudel unheimlicher und gefährlicher Ereignisse.
Der Roman ist in der Ich- Form aus Sicht des Journalisten White geschrieben, so dass seine Gefühle und seine Sicht der Ereignisse im Vordergrund stehen.Egal ob überbordende Fantasie oder ungezügeltes Temperament, White beschönigt nichts in seinem Bericht. Auch der manchmal etwas burschikose Sprachstil passt stimmig zu seinem Charakter.
Besonders gefallen hat mir der sukzessve Spannungsaufbau, der dem Leser Zeit lässt, sich mit dem Szenario und deen handelnden Personen vertraut zu machen, dann aber das Tempo steigert und den Roman zu einem Pageturner macht.Ein Sonderlob von mir für den originellen Schlussatz.
Als Fazit : ein spannender Mysterythriller mit Gänsehauteffekt

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