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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Maralisi
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Danksagungen: 4 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 31 Bewertungen
Bewertung vom 17.09.2019
Letzte Rettung: Paris
deWitt, Patrick

Letzte Rettung: Paris


ausgezeichnet

Patrick deWitt erzählt hier, im allerbesten Stil und viel scharfen, schwarzen Humor, die reinste Gesellschaftstragikkomödie.
Mir hat besonders gut der Erzählstil des Autors gefallen. es wurde nie langweilig. Auch wie er die Personen entwickelt hat einfach nur köstlich und göttlich. Jeden Einzelnen hatte ich genau vor Augen. Sei es die durchtriebene, mit allen Wassern gewaschene Mutter Frances, die allerdings auch manchmal, sehr zu meinem Erstaunen, recht sanft rüber kam. Oder das etwas verweichlichte, plumpe daherkommende Muttersöhnchen Malcolm. Mr. Baker, der Mausmann, die Freunde, der Kapitän, die Wahrsagerin, es waren alle Spektren dabei.
Mein Fazit: Super Buch, Klasse geschrieben.

Bewertung vom 17.09.2019
Du bleibst mein Sieger, Tiger
Leo, Maxim; Gutsch, Jochen

Du bleibst mein Sieger, Tiger


ausgezeichnet

Inhalt: Ein Mann und die Alterspupertät, worüber er in dem Buch von Maxim Leo und Jochen Gutsch, mit Gott und der Welt resümiert.
Aus dem Klappentext: Nichts lässt einen das Alter so sehr spüren wie die Anwesenheit junger Menschen mit frisch erwachtem Sexualtrieb. Manchmal sitzen meine Frau und ich vor dem Fernseher, schauen einen Tatort und der erotischte Satz, der an diesem Abend fällt, lautet: Schatz, kannst du mir mal die Salzstangen reichen? Während ein paar Meter entfernt, im Zimmer formerly known as Kinderzimmer, zwei Teenager durch das Kamasutra reiten.

Dieses Buch habe ich in die Hand genommen, angefangen zu lesen und ich habe erst aufgehört als ich es durchhatte. Gut, es hat nicht so viele Seiten, einhunderteinundvierzig an der Zahl. Dafür war der Inhalt zum Schreien komisch.
Auch eine Begegnung mit Gott steht an und ich habe überlegt, ob Canabis vielleicht doch ein Geschenk Gottes ist.
Der Besuch beim Urologen endet in einem Desaster und das Ende des Buches ist sehr schön.
Als Frau kommt einem manches an männlichen Eigenheiten sehr bekannt vor.
Maxim Leo und Jochen Gutsch ist hier wieder einmal, ein sehr vergnügliches Buch gelungen. Ich freue mich auf das Nächste.

Bewertung vom 08.03.2019
Abgeschlagen / Paul Herzfeld Bd.1
Tsokos, Michael

Abgeschlagen / Paul Herzfeld Bd.1


ausgezeichnet

Inhalt: Der Thriller Abgeschlagen ist die Vorgeschichte des Romans Abgeschnitten, den Michael Tsokos mit Sebastian Fitzek schrieb.
Es geht um den Gerichtsmediziner Paul Herzfeld. Dieser wundert sich sehr, dass Prof. Schneider völlig ausrastet als eine alte Frau obuziert wird, die angeblich Selbstmord begangen hat. Es treten viele Ungereimtheiten zu einem anderen Fall auf. Diesem geht Dr. Herzfeld auf den Grund und bringt sich und Andere in große Gefahr.

Dieses Buch zu lesen, war einfach Spannung pur. Obwohl die Art zu schreiben von Michael Tsokos eher unaufgeregt ist, versteht er es doch Spannungsbögen einzubauen, die die Nerven fast zum zerreißen bringen.
Manchmal habe ich mich ein klein wenig gewundert, wie naiv Dr. Herzfeld an die Dinge ran geht, doch das Buch ist ein Pageturner allererster Güteklasse. Sehr schnell ahnt man, wer der Täter ist und trotzdem bleibt es bis zum Schluß höchstgradig spannend.

Fazit: Ein True-Crime-Thriller der unter die Haut geht und den man nicht so schnell vergisst. Absolut lesenswert!

Bewertung vom 31.07.2018
Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren
Benjamin, Ali

Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren


ausgezeichnet

Suzy ist gerade mal 12 Jahre alt, als ihre beste Freundin ertrinkt. Eigentlich war diese Freundschaft keine richtige mehr und Suzy versucht zu ergründen wie dies passieren konnte, schließlich war Franny eine sehr gute Schwimmerin.
Suzy beschließt zu schweigen und erforscht, auf eine wissenschaftliche Art und Weise, wie es zu einem solchen Unfall kommen konnte.
Sie ist so ganz anders als die anderen Kinder in ihrer Schule und hat daher auch kaum Freunde. Denn wer macht sich schon Gedanken über den Schlafrythmus von Schnecken, wie alt jemand ist, dessen Herz 412 Millionen mal geschlagen hat oder über die jährliche Zahl der Quallenstiche.
Suzy informiert sich über Wissenschaftler, die sich mit der Quallenforschung beschäftigen und möchte mit einem von ihnen Kontakt aufnehmen. Als sie dabei etwas über die höllischen Schmerzen liest, die einer der Wissenschaftler durch einen Quallenstich erleidet, errechnet sie wie viele Minuten er das aushalten musste.
Die Veränderungen, die ihre Freundschaft zu Franny belastet haben, sind sie der Grund dafür, dass sie alles klären möchte?
Gerade das Kapitel: Wie man sich voneinander entfernt, hat mich sehr berührt. Es hat mir diese Zeit in Erinnerung gerufen, als ich selbst ein Teenager war und von einem Tag auf den anderen viele meiner Freunde einfach nicht mehr verstand.
Ali Benjamin hat einen sehr ruhigen und sanften Schreibstil, wodurch die Gefühlswelt von Suzy sehr gut nachzuvollziehen ist.

Bewertung vom 31.07.2018
Die Jahre der Leichtigkeit / Familie Cazalet Bd.1
Howard, Elizabeth Jane

Die Jahre der Leichtigkeit / Familie Cazalet Bd.1


sehr gut

Das Cover des Buches ist sehr anziehnend, es sieht nach gemütlichen Lesestunden aus. Und so war es dann auch. Ich konnte sehr gut bei diesem Buch entspannen und mir kam entgegen, dass ich gerade auf dem Downton Abbey Trip war. So konnte ich mir die Mitglieder dieser Familie noch besser vorstellen.
Auf Seite 195 glaubte ich ein Dejavue zu haben, als es um den Herrn Schicklgruber ging, der Anstreicher über den jeder lachte und niemand ihn ernst nahm. Sein Name Hitler wurde später dann sehr bekannt. Und mir läuft dann ein Schauer über den Rücken, wenn ich bedenke, es gibt auch heute einen Politiker über den die Meisten lachen. Hoffen wir, dass doch einiges aus der Vergangenheit gelernt wurde.
Jeder in der Familie Cazalet geht anders mit den drohenden Veränderungen um, oder sie nehmen sie einfach nicht so wahr. Vielleicht ist es auch schwer in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg, der soviel Leid brachte, zu glauben dass es wieder in den Abgrund geht.
Mir persönlich hat das Buch gut gefallen, wie schon gesagt: es ist etwas zum Entspannen.

Bewertung vom 31.07.2018
Spinster Girls 01 - Was ist schon normal?
Bourne, Holly

Spinster Girls 01 - Was ist schon normal?


gut

Mit den Spinster-Girls habe ich ein wenig mehr Zeit verbracht, als ich sonst bei Jugendbüchern brauche.
Das Buch war es wert, es gründlich und aufmerksam zu lesen. Es hatte viele Höhen und Tiefen. Holly Bourne versteht es ein spannendes, eindrucksvolles Buch über ein Mädchen zu schreiben, dass vom Leben doch schon sehr gebeutelt ist. Ich war ganz erschrocken, als ich las, dass Evie Fluoxetin nehmen muss. Es erleichterte mich wie sie versucht dieses Antidepressiva auszuschleichen. Die Frage war, warum hat ein so junger Mensch schon so schlimme Depressionen? Und dazu kommen noch ihre Zwangstörungen.
Die Gründung der Spinster Girls scheint ihr dann doch eine Menge Auftrieb zu geben. Und es gibt Abstürze wie auch das Wieder Aufrappeln.
Im großen und ganzen hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Mir hat der feministischte Einfluss gefallen, aber es fehlte mir dabei doch noch so Einiges.
"Was ist schon normal" ist ein empfehlenswertes Jugendbuch, jedoch für die sogenannten normalen Mädels, die sich für Jungs interessieren. Andere Tabuthemen werden leider nicht richtig angesprochen.

Bewertung vom 31.07.2018
Sprichst du Schokolade?
Lester, Cas

Sprichst du Schokolade?


ausgezeichnet

Josie ist ein sehr selbstbewusstes Mädchen und treibt manchmal auch die Dinge auf die Spitze. Zum Beispiel, als sie ihre Brüder dazu anstiftete Röcke in der Schule zu tragen, um gegen die Schuluniform zu protestieren.
Als Nadima neu in ihre Klasse kommt, freundet sie sich mit ihr an. Nadima spricht kein Englisch, doch Josie umgeht das ganz geschickt mit einem Stück Schokolade und lässt sich im Laufe der Zeit eine Menge einfallen. Oft schießt sie auch über das Ziel hinaus, doch immer wieder finden die Mädchen einen Weg ihre Freundschaft zu schützen. Trotzdem muss Josie oft auch erfahren: Gut gemeint ist nicht immer gut getan. So gibt es immer wieder Aufregung und Spannungen, die dann mit Freundschaft bewältigt und mit Schokolade versüßt werden.

Fazit: Ein sehr erfrischendes und schönes Jugendbuch, dass die Probleme unserer Zeit anspricht.

Bewertung vom 03.07.2018
Der Kreidemann
Tudor, C. J.

Der Kreidemann


ausgezeichnet

Von C.J. Tudor hatte ich noch nie etwas gehört und das Cover hat mich auch nicht gerade mitgerissen. Als ich allerdings die Empfehlung von Stephen King gelesen hatte, wurde ich neugierig und las auch das Interview mit der Autorin und die Leseprobe. Von da an wollte ich nur eines: das Buch besitzen und lesen. Es hat sich auf alle Fälle gelohnt.
Die Kapitel wechseln immer vom Jahr 2016 und 1986. Dadurch steigt die Spannung und Kapitel um Kapitel öffnen sich immer mehr vormals verschlossene Türen.
Der Kreidemann ist nicht der brutale Thriller mit ausgetüftelten Foltermethoden, trotzdem ist er von Anfang an und bleibt es auch Super spannend.
Das Ende ist einfach fulminant und furios.

Fazit: Ein sehr spannender Thriller, der sich lohnt.

Bewertung vom 05.06.2018
Schwestern für einen Sommer
Lyra, Cecilia

Schwestern für einen Sommer


gut

Mir persönlich fiel vor allem zuerst das Cover auf. Wahrscheinlich war es der weite Strand, die zwei Frauen die Hand in Hand dort lang gehen und das tolle Haus im Hintergrund, die mich sehr beeindruckten. Zudem hat das Cover auch eine sehr schöne Farbgebung.
Die Leseprobe gefiel mir super und es hörte sich alles sehr spannend an.
Doch dann kamen leider sehr langatmige Strecken, an denen ich fast verzweifelte und das Buch in Ecke schmeißen wollte. Für mich ging es einfach nicht weiter. Dann habe ich mich durchgequält und siehe da, ab etwa der Mitte des Buches stellte es sich auch als lohnend heraus. Endlich ging es jetzt an das Eingemachte und es wurde noch einigermaßen spannend.

Fazit: Ein nettes Buch, als leichte Sommerlektüre auf alle Fälle lesenswert.

Bewertung vom 22.05.2018
Wie man die Zeit anhält
Haig, Matt

Wie man die Zeit anhält


ausgezeichnet

Inhalt: Keiner lehrt Geschichte so lebendig wie er ‒ und das hat einen guten Grund: Tom Hazard, Geschichtslehrer und verschrobener Einzelgänger, sieht aus wie 40, ist aber in Wirklichkeit über 400 Jahre alt. Er hat die Elisabethanische Ära in England, die Expeditionen von Captain Cook in der Südsee, die Literaten und Jazzmusiker der Roaring Twenties in Paris erlebt und alle acht Jahre eine neue Identität angenommen. Eines war er über die Jahrhunderte hinweg immer: einsam. Denn die Nähe zu anderen Menschen wäre höchst gefährlich gewesen. Jetzt aber tritt Camille in sein Leben. Und damit verändert sich alles. Quelle: Klappentext

Mit diesem Buch habe ich mich auf eine sehr außergewöhnliche und stark berührende Zeitreise begeben.
Tom Hazard ist über 400 Jahre alt. Doch er altert bedeutend langsamer als normale Menschen (im Buch auch Eintagsfliegen genannt). Daher sieht er wie ein vierzigjähriger Mann aus. Er unterrichtet Geschichte an einer Schule in London und ist ein Einzelgänger. Das und die lange Zeit die hinter ihm liegt macht ihn sehr einsam. Diese Einsamkeit wird immer wieder zwischen den Zeilen, durch den ganz besonderen Schreibstil von Matt Haig, schon fast körperlich spürbar.
Tom hat viel erlebt, berühmte Persönlichkeiten der Geschichte kennen gelernt und er hat viele Menschen die ihm sehr wichtig und lieb waren, verloren. Schmerzhafte, traumatische Erlebnisse schon aus der Kindheit begleiten ihn durch sein ganzes langes Leben. Immer wieder ist er gezwungen seine Identität zu ändern und in andere Rollen zu schlüpfen.
Von Anfang an war ich gefesselt von diesem Buch und es hat mich zutiefst berührt. Dieses Buch hat Alles: Abenteuer, Spannung, eine Liebesgeschichte und sehr interessante philosophische Ansätze.

Was mir noch sehr gut gefallen hat: Durch die Aufteilung der Kapitel, die immer wieder in anderen Zeiten und Städten spielten, nie zu lang waren, wurde es nicht ein einziges Mal langatmig oder gar langweilig.

Es gibt nichts, was mir an diesem Buch nicht gefallen hat.