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Benutzername: D.O.
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Bewertungen

Insgesamt 62 Bewertungen
Bewertung vom 10.10.2021
Das Haus der Düfte
Lambert, Pauline

Das Haus der Düfte


ausgezeichnet

Dufte Familiengeschichte

Pauline Lambert hat mit „Das Haus der Düfte“ einen großartigen Familienroman geschrieben.
Das Cover hat mir schon auf den ersten Blick gefallen ist es doch wundervoll gestaltet und stimmt mit duftenden Rosen auf die Parfümsaga ein.
Anouk steht im Mittelpunkt des Romans und möchte unbedingt Parfümeurin werden. Auf diesem Weg trifft sie ihre große Liebe, gerät in einen Familienzwist zweier verfeindeter Dynastien und erfährt einiges über ihre eigene Vergangenheit. Im Grasse der Nachkriegszeit verweben sich unterschiedliche Erzählstränge und Zeitebenen zu einem wundervollen Gesamtkunstwerk das die Zeitgeschichte mit einbezieht und sich trotz mehrere Personen nie verliert.
Die Sprache ist sehr schön zu lesen und man findet sich sogleich in die Story ein. Durch die feinsinnige Schilderung der Charaktere kann man sich gleich einfühlen und die Geschichte gut nachvollziehen.
Ein schöner Roman den ich gerne weiterempfehle!

Bewertung vom 02.10.2021
Aliens im Spiel
Ackermann, Anja

Aliens im Spiel


ausgezeichnet

Weltraumcomputerfans gesucht

Anja Ackermann hat mit "Aliens im Spiel" ein humorvolles, spannendes und galaktisch abge"space"tes Kinderbuch geschrieben.
Samuel und Gunnar nutzen die Sommerferien zum Computerspielen und sind non stop auf "Pirate Port Planet" ein Spiel das im Weltraum angesiedelt ist.
Dort erleben sie einige Abenteuer und irgendwie steckt auch Klassenkameradin und Nachbarin Nelli mit drin doch wie?

Grün und schwarz wird im Wechsel erzählt die eine Farbe stellt die Spielinhalte dar die andere Textfarbe die Realität - auch wenn diese sich verquicken. Spannend ist es allemal. Mit gut gezeichneten Comics zwischendrin wird die gesamte Geschichte noch lebendiger und die Aliens die schon auf dem Cover schön zu sehen sind schmücken neben den Skizzen von Gunnar und Samuel viele Passagen des Buches.
Unterschiedliche Schriftarten machen zudem das Lesevergnügen in manchen Situationen noch abwechslungsreicher.
Hinten gibt es ein Glossar mit vielen Computerspielbegriffen für nicht Zocker.
Vor allem computerspielaffine Leser die als Weltraumfans in der Materie stecken werden dieses Buch mögen und gleich gänzlich in die Story tauchen können. Für alle anderen ist durch die Anschaulichkeit auch auf jeden Fall ein großes Lesevergnügen garantiert. Mit Chips zum snacken und schmökern.

Bewertung vom 02.10.2021
Böse
Wagner, Jonas

Böse


sehr gut

Ein Ort des Grauens

"Böse" ist ein Thriller von Jonas Wagner der sich recht langsam entwickelt.
Das Cover wirkt geheimnisvoll und macht neugierig auf BÖSE!
In Hussfeld, einem kleinen Städtchen ist die Welt noch mehr als in Ordnung. Ein Vorzeigedorf das konservativ ist und nur aus perfekten Bewohnern zu bestehen scheint.
Doch ist das wirklich so? Eine Mauer der Ablehnung und des Schweigens begegnet Fenja und Katharina. Doch das ist noch nicht alles. Fenja verschwindet kurz vor ihrem 18. Geburtstag zusammen mit ihrem Freund und keiner will helfen. Sie sei doch einfach abgehauen.

Doch sie wird Teil eines bösen und grausamen Geschehens.
Der Autor erzählt von Anfang an in einer sehr angenehmen den Lesefluss unterstützenden Sprache und man findet schnell in die Geschichte hinein. Die Charaktere werden eindrücklich beschrieben doch wird nicht zu viel verraten.
Der Spannungsbogen beginnt für mich allerdings erst in der Hälfte des Buches - hier hätt ich mir schon früher etwas mehr gewünscht. In kurzen Kapiteln und Berichten der gekidnappten Fenja im Wechsel wird immer mehr angedeutet und man kommt dem großen Showdown immer näher.
Der Gänsehautmoment an sich ist für mich allerdings der letzte Abschnitt denn der Geruch des Bösen ist nach wie vor da.

Bewertung vom 26.09.2021
Die Flucht beginnt / Survivors Bd.1
Pfeiffer, Boris

Die Flucht beginnt / Survivors Bd.1


ausgezeichnet

Fische in Gefahr - der Klimawandel wirkt sich aus


Boris Pfeiffer hat mit „Survivors - Die Flucht beginnt“ ein Buch geschrieben dessen Botschaft nicht aktueller sein könnte.

Das Buchcover hat dies nicht unbedingt vermuten lassen. Verschiedene Fische in anmutender 3D Darstellung schwimmen über Korallen doch irgendwie spürt man schon die Gefahr.
Bereits auf den ersten Seiten dieses Buches bekommt man als Leser ein gutes Gefühl für die Geschichte und spürt die Intensität. Auf ernsthafte Weise geschrieben erfährt man, dass irgendwas im Meer anders ist die Fische im warmen Wasser keine Nahrung finden und aus der Tiefe die natürlichen Fressfeinde auftauchen. Doch warum? Eine spannende Spurensuche beginnt die ziemlich schnell klar werden lässt was „Übersonnenwarm“ bedeutet.
Ein feinfühliges, ehrliches und schön erzähltes Buch für Leser ab 9 oder 10 die gerne Bücher mit Botschaft zum Klimawandel lesen. Dies allerdings ohne mit dem dicken offensichtlich belehrenden Zaunpfahl zu winken.

Bewertung vom 14.09.2021
Die Tote mit der roten Strähne
Kent, Kathleen

Die Tote mit der roten Strähne


ausgezeichnet

Blutig und mutig


Kathleen Kent hat mit " Die Tote mit der roten Strähne" ein spannendes Buch geschrieben. Das Cover mit dem stilisierten roten Federflügel macht neugierig und gefällt mir aufgrund der Schlichtheit gut.

Bereits zu Anfang wird Betty - die Hauptfigur des Thrillers vorgestellt. Sie ist Polizistin und wechselt von NY nach Texas. Dort ermittelt sie im Drogenmillieu. Immer wieder hält sie gedanklich Zwiesprache mit einem erfahrenen toten Ermittler was spannende Momente generiert und den Blickwinkel weitet.
Als lesbische Ermittlerin muss sie sich regelmäßig mit den doppeldeutigen Witzen ihrer Kollegen auseinandersetzen, doch reagiert sie stets taff und lässt sich nie die Butter vom Brot nehmen.
Nicht nur dadurch ist die Sprache ist rau und kantig. Dies charakterisiert Betty sehr klar und bringt dem Buch in vielen Momenten eine kalte und schroffe Erzählweise ein. Viele grausame Szenen werden dadurch noch eindrücklicher und die Brutalität in der agiert wird bekommt noch zusätzlichen Schub. Gegen Ende spitzt sich die Grausamkeit zu einem krassen Finale das mir schon Gänsehaut verpasst hat.
Die Figuren sind immer klar und eindeutig charakterisiert - liefern immer wieder Überraschungen. Dies hat das Buch auch immer wieder in eine neue Richtung geführt und zum Lesen motiviert.
Insgesamt ein sehr brutales aber lesenswertes Buch das viele interessante und überraschende Momente und Aspekte und auch einiges an Blut und Toten bietet. Die schroffe Sprache hat mir anfangs etwas Probleme bereitet aber mit dem Verlauf der Ermittlungen habe ich mich damit arrangiert und sie als Teil der Gesamtstimmung verstanden - die dadurch an Dichte nur gewonnen hat.

Bewertung vom 04.09.2021
Kasi Kauz und die komische Krähe / Kasi Kauz Bd.1
Wnuk, Oliver

Kasi Kauz und die komische Krähe / Kasi Kauz Bd.1


ausgezeichnet

Kasi ist großartig

Kasi Kauz ist eine großartige Figur mit viel Herz und Empathie.
Das Titelbild von Oliver Wnuks "Kasi Kauz und die komische Krähe" hat mir auf den ersten Blick schon sehr gut gefallen. Kasi und der Papagei sind wunderschön gemalt, wirken liebevoll und machen neugierig.
Im Verlauf des Buches werden alle Tiere und Situationen so großartig dargestellt.
Auch der Beginn der Geschichte ist spannend denn da taucht ins Kasi Kauzs Wald plötzlich eine komische Krähe auf. Alle Tiere sind gespannt und überrumpelt von diesem neuen Bewohner. Zunächst lehnen alle die komische Krähe ab doch Kasi gelingt es mit viel Herz, Einfühlungsvermögen und Verhandlungsgeschick die Waldbewohner offen für den neuen Nachbarn zu machen.
Ein großartiges Kinderbuch mit einer wundervollen Idee dahinter. Die Kindern ohne den drohenden altklugen Zeigefinger vermittelt wie Integration funktionieren kann. Nicht alles Neue ist gleich schlecht und auch wenn Neuankömmlinge zunächst etwas anders sind und sich vielleicht ungewöhnlich verhalten ist es doch durch das eigene Tun und die eigene Offenheit immer möglich eine gemeinsame Basis zu finden.
Die Geschichte überzeugt aber nicht nur durch die Botschaft.
Auch die Sprache und Erzählweise ist absolut phantastisch. In absolut verständlicher und wohl formulierter Art ist dieses Buch ein reines Lesevergnügen. Nicht nur durch die wundervollen von Alliterationen geprägten Namen der Tiere.
Ein wundervolles Kinderbuch das sich perfekt zum Vorlesen, gemeinsamen Lesen oder zum alleine Lesen eignet und mir persönlich sichtlich Freude beschert hat.

Bewertung vom 30.08.2021
Ein Koffer voller Schönheit
Engel, Kristina

Ein Koffer voller Schönheit


sehr gut

Frauenpower in den 60ger Jahren

"Ein Koffer voller Schönheit" ist ein Roman über eine starke Frau, ihre Familie und die Umstände der Nachkriegszeit.
Das Cover hat mir auf den ersten Blick gut gefallen hat es doch einen gewissen Retrocharme und überzeugt mit typischen Attributen der 50ger und 60ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Die Geschichte entwickelt sich dann weit vielschichtiger als es im ersten Moment den Anschein hat. Der Weg von der braven Hausfrau hin zur Avon Schönheitsberaterin die mit dem Auto Beautyprodukte vertreibt ist steinig und wird flankiert von vielen zeitspezifischen Komponenten.
Da ist es zum einen die damals geltende Rolle der Frau als Hausfrau deren Bestreben nach Unabhängigkeit von allen Seiten misstrauisch beäugt wird. Zum anderen spielen viele Kriegserfahrungen und Traumata dieser Zeit dann auch eine Rolle und Annes Mann muss sich seinen Dämonen stellen.
Gerade durch diese Aspekte bekommt der Roman einen gewissen Tiefgang. Auf der einen Seite der Kampf von Anne und ihrer Schwiegermutter für die Emanzipation und eine Selbstständigkeit der Frau und auf der anderen Seite die Bewältigung von schlimmsten Kriegsverletzungen der Seele.
Dieser Zwiespalt macht das Buch interessant und hat mich zum zügigen Lesen animiert.
Die Sprache liest sich sehr angenehm und man findet von Anfang an einen guten Zugang zum Buch. Hier ist die Erzählweise ein weiterer Punkt für diesen Roman.
Auch die Wirtschaftswunderzeit wird berücksichtigt und gibt einen weiteren Charmepunkt und wird in angenehmer Weise immer wieder eingeflochten.
Für Fans von starken Frauengeschichten mit Hang zu "historischer Literatur" ein absolut empfehlenswertes Buch und für alle anderen sicher auch ein Lesevergnügen für amüsante und nachdenkliche Stunden.

Bewertung vom 22.08.2021
Wie man einen Tiger fängt
Keller, Tae

Wie man einen Tiger fängt


ausgezeichnet

Faszinierendes Tigermärchen

Tae Keller hat mit "Wie man einen Tiger fängt" ein durchwegs faszinierendes Kinder- und Jugendbuch geschrieben.
Das Cover hat mich vom ersten Moment an gepackt. Ein schöner, mächtiger, großer Tigerkopf schaut auch geheimnisvollen Augen direkt in den Leser hinein.
Die ersten Sätze und Seiten lesen sich großartig, die Sprache berührt und man macht sich sofort mit Lily auf die Reise. Fühlt mit wie es ist unsichtbar zu sein und wie wichtig an Magie, Fantasie und sich selbst zu glauben.
Die Figuren sind allesamt fein gezeichnet sowohl Lily ist einfühlsam charakterisiert als auch ihre Halmoni die anfangs leicht spleenig dann aber mit großem Tiefgang viel Herz und Empathie dargestellt ist. Die enge Bindung der beiden ist durch die Erzählweise sehr gut spürbar und so lässt es sich wunderbar eintauchen in die Geschichten über gefährliche magische Tiger.
Ein großartiges, fantasievolles und mal ganz anderes Kinder- und Jugendbuch das mich sehr berührt hat und das ich jedem nur wärmstens empfehlen und ans Herz legen kann!

Bewertung vom 14.08.2021
Die Teehändlerin / Die Ronnefeldt-Saga Bd.1
Popp, Susanne

Die Teehändlerin / Die Ronnefeldt-Saga Bd.1


sehr gut

Guter Auftakt

"Die Teehändlerin" von Susanne Popp ist ein guter Auftakt für die Ronnefeldt-Saga.
Das Cover des Romans stimmt einen in die Zeit ein, in der der Roman spielt und wagt einen Blick ins Frankfurt 1838. Hier geht eine starke Frau ihren Weg und lässt sich auch von den Gepflogenheiten und Zwängen der Zeit nicht einschüchtern.
Als der Mann von Friederike Ronnefeldt für längere Zeit nach China reist um dort Tee zu kaufen bleibt sie mit den Kindern zurück - und mit einem äußerst undurchsichtigen Prokuristen. Doch sie geht ihren Weg und steht für das Familienunternehmen ein.

Bereits zu Beginn des Buches gibt es eine Karte zum historischen Frankfurt und alle Charaktere werden vorgestellt. So bleibt man informiert und verliert nie den Überblick. Denn es werden nach und nach einige Personen vorgestellt die in der Geschichte vorkommen. Durch die historisch angehauchte Sprache und die Verwendung damaliger im Sprachgebraucht üblicher Phrasen wird man als Leser relativ schnell in die Zeit gebeamt und kann sich gut in die Story einfinden. In mehreren kleinen Kapiteln wird die Geschichte erzählt und fokussiert sich nicht nur auf Friederike sondern hat auch den ein oder anderen Handlungsstrang mit Nebenschauplätzen.
Die dargestellten Figuren haben mir gut gefallen passen sie doch ins Schema der Zeit und prägen trotzdem ihre eigenen individuellen Charaktere aus.
Der erste Teil endet mit einem kleinen Ausblick und es besteht noch genügend Potential die Ronnefeldt-Saga weiter auszubauen.

Bewertung vom 14.08.2021
Die Zeit der Kirschen
Barreau, Nicolas

Die Zeit der Kirschen


ausgezeichnet

Irrungen und Wirrungen einer großen Liebesgeschichte


Nicolas Barreau hat mit "Die Zeit der Kirschen" einen gelungenen Fortsetzungsroman geschrieben.
André und Aurelie sind endlich angekommen. Verliebt und glücklich - doch dann kommt das Leben dazwischen mit Irrungen und Wirrungen vom Feinsten.

In unterhaltsamer und gefühlvoller Weise erzählt der Autor die große Liebesgeschichte der Köchin und des Lektors weiter und schafft durch seine Art zu schreiben eine Wohlfühlatmosphäre in der man immer weiterlesen möchte.
Die Kapitel werden wahlweise aus der Sicht von Aurelie oder von André erzählt deren Gefühlswelt dadurch einen weiteren Moment der Nähe bekommt.
Mit Witz und einem kleinen Augenzwinkern sorgt Nicolas Barreau dafür, dass es nicht zu schwermütig und schwülstig wird sondern durchgängig ein schönes Lesevergnügen bleibt. So ist dies eine abwechslungsreiche und doch emotional ansprechende Fortsetzung geworden die ich mit großer Begeisterung gelesen habe.