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Benutzername: BooknerdsbyKerstin
Danksagungen: 10 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 237 Bewertungen
Bewertung vom 11.06.2021
Sanguis Corvi - Das Blut des Raben
Loup, Jess A.

Sanguis Corvi - Das Blut des Raben


sehr gut

Vor knapp 20 Jahren habe ich Krabat gelesen und bin dieser dunklen Sage über die Teufelsmühle verfallen. Im Grunde weiß ich nur noch die Bruchstücke der Geschichte, aber es stand außer Frage, dass ich „Sanguis Corvi“ unbedingt lesen muss, eine Adaption dieser Saga.

Aber keine Sorge, um dieses Buch zu lesen, ist keinerlei Vorkenntnis nötig. Alles, was man wissen muss, bringt uns die Autorin auf eine sehr düstere und bildliche Art und Weise bei.

Die Umsetzung hat mir richtig gut gefallen, auch wenn es einige Zeit dauerte, bis die Geschichte voll bei mir einschlug. Denn zu Beginn fand ich sie zwar interessant, aber doch auch etwas spannungslos. Das sollte sich allerdings im Verlauf ändern. Vielleicht ist das Empfinden auch anders, wenn man Krabat selbst noch nicht kennt.

„Sanguis Corvi“ erzählt zwei Handlungsstränge, die sich kapitelweise immer abwechseln. Fand ich enorm interessant, denn in einem lernen wir den jungen Krayan kennen, der seinen Dienst in der Mühle antritt und zu Krabat wird. Im anderen erleben wir den erwachsenen Krayan, der erfährt, dass die Mühle und der Teufelsmüller immer noch existieren und Rache schwört.

So dauert es zwar, bis wirklich etwas geschieht in der Geschichte, aber es hat mir doch recht gut gefallen. Wir erleben, was Krabat erleiden muss, was der Müller fordert, was ihn antreibt. Alles sehr atmosphärisch und unheimlich düster. Absolut passend zum Setting. Gespickt mit einer kleinen Liebesgeschichte, die unschuldig eingebaut ist und so etwas wie Hoffnung verströmt. Allerdings erleben wir auch, wie dem Teufel dieser Lichtfunken gefällt.

Auf der anderen Seite wird es etwas spannender. Der erwachsene Krayan auf seinem Feldzug gegen den Teufelsmüller. Wie er taktiert, zu was er fähig ist. Welche Rückschläge er einsteckt und wie er sich langsam seinem Ziel nähert. Ob es ihm gelingt? Das müsst ihr natürlich selbst herausfinden.

Für mich ging die Spannungskurve aber stetig nach oben, je weiter ich im Buch vorankam. War es am Anfang noch ein leichtes Plätschern, mit Faszination verbunden, konnte ich mich gegen Ende gar nicht mehr von den Seiten lösen und saugte jedes Wort förmlich ein.

Einzig der letzte Funke ist nicht so ganz übergesprungen, was Emotionen anging. Die Charaktere wurden mir nicht richtig nähergebracht, aber ich schätze, dass das hier auch nicht so gewollt ist. Denn anderes stand im Fokus. Im Großen und Ganzen aber eine sehr überzeugende und düstere Adaption, die sich hinter dem Original nicht verstecken muss. Auch wenn es am Anfang etwas schwächelt.


Mein Fazit:



Mit „Sanguis Corvi“ hat Jess A. Loup den Krabat Fan in mir wieder erweckt. Eine unheimlich düstere und atmosphärische Adaption, die zum einen das grausame Spiel des Teufelsmüller wiedergibt und zum anderen aufzeigt, zu welch starker Persönlichkeit der erwachsene Krayan geworden ist. Und vor allem, zu was er denn fähig ist. Am Anfang fand ich die Geschichte etwas schwächlich und spannungslos, aber das steigert sich enorm, je weiter man in der Geschichte voranschreitet. Am Ende konnte ich mich kaum von den Seiten trennen und kann euch diese Adaption nur ans Herz legen. 4 Sterne von mir.

Bewertung vom 08.06.2021
Imperator
Meyer, Kai;Surborg, Lisanne

Imperator


sehr gut

Schon als ich das Cover zu Imperator gesehen hatte, wusste ich, dass ich es lesen muss. Und dann dieser Klappentext. Rom in den 60ern, Geheimorganisationen und Morde. Genau meins.
Hätte ich allerdings gewusst, dass es sich bei Imperator um einen Reihenauftakt handelt, hätte ich es wohl nicht sofort gelesen. Sowas mag ich bei Thrillern nicht. Also wenn sie nicht in sich geschlossen sind, auch wenn es einen Fantasyanteil gibt.
Das Autorenduo hat zumindest ein absolut faszinierendes Setting geschaffen und damit genau mein Interesse getroffen. Rom ist überschwemmt von Stars und Sternchen, die in Hollywood nicht landen konnten. Umschwärmt von Paparazzi, denen auch Annas Onkel angehört. Dazu brodelt die politische Situation. Und dann wäre da natürlich die Mafia. Das allein ist ja schon Nährboden genug für Geheimorganisationen, die an die Macht wollen.
Anna verschlägt es zu ihrem Onkel nach Rom, weil sie Antworten will. Ihre Mutter wurde dort vor einem Jahr ermordet und sie will den wahren Mörder finden. Inmitten einer fremden Welt, die mehr Trug als Glanz bietet. Sie ahnt nicht, in welch gefährliche Gefilde sie sich begibt.
Imperator hat was, auch wenn es etwas dauerte, bis die Spannung bei mir richtig einsetzte. Man merkt dem Buch einfach deutlich an, dass es ein Auftakt ist, denn für mich hat es auch immer wieder seine Längen. Das führte aber daher, dass einfach nichts so wirklich erklärt wird. Und bis zum Ende noch viel mehr Fragen offen sind als zu Beginn. Sehr ernüchternd im Grunde.
Für mich war es zwischendurch sehr wirr, da doch viel zusammenkommt und man nicht so richtig dahinter blickt. Es wird zwar einiges enthüllt, aber das war mir etwas zu wenig. Aber natürlich auch genug, um mich zu ködern.
Die Erzählweise tut natürlich ihr übriges. Aus verschiedenen Sichten werden wir durch verschiedene Handlungsstränge geführt, die alle irgendwie miteinander verknüpft sind. Heizt die Spannung ordentlich an, da die Kapitel natürlich meist mit kleinen Cliffhangern enden. Führt aber auch irgendwie dazu, dass die Charaktere noch nicht so ganz bei mir ankamen. Stört mich aber nicht wirklich bei einem Thriller.
Gefallen hat mir die Geschichte, auch wenn mich bis zum Schluss manches verwirrt hat. Aber allein die Idee ist unheimlich faszinierend und ich bin einfach mega gespannt, wie das weitergeht. Und was wir noch alles erfahren werden. Allerdings muss ich auch sagen, dass mir das Buch noch besser ohne diesen komischen Fantasyanteil in Verbindung mit dem Detektiv gefallen hätte. Der Part ergibt für mich noch nicht wirklich viel Sinn und den fand ich eher störend. Aber gut, ich lass mich auch in diese Richtung überraschen.
Alles in allem ein solider Auftakt mit einer faszinierenden Idee und etlichen offenen Fragen. Mein Interesse ist mehr als geweckt und ich will natürlich wissen, wie das alles weitergeht. Ich kann es empfehlen.

Mein Fazit:

Hätte ich gewusst, dass „Imperator“ des Autorenduos Meyer/Surborg ein Reihenauftakt ist, hätte ich es wohl erstmal nicht gelesen. Denn am Ende bleiben einfach mehr offene Fragen als vorher und bei Thrillern mag ich das gar nicht. Dennoch konnten sie mich mit ihrer faszinierenden und auch dunklen Idee absolut überzeugen und so neugierig machen, dass ich unbedingt weiterlesen muss. Auch wenn mich noch nicht alle Teile der Handlung überzeugen konnten, wie zum Beispiel dieser verwirrende Fantasyanteil. Interessant gemacht ist es und ich bin angefixt. Von mir gibt es 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 30.05.2021
Juniper Moon (eBook, ePUB)
Gammel, Magdalena

Juniper Moon (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Wenn das Wörtchen Hexe in einem Klappentext vorkommt, bin ich schon angefixt. Wenn dann noch Dämonen dazukommen, muss ich das Buch einfach lesen. Und wieder mal hat mich mein Leserherz nicht getäuscht, denn „Juniper Moon“ konnte mich von der ersten Seite an einfach nur begeistern.
Dazu beigetragen hat natürlich der geniale Stil der Autorin. So herrlich leicht, sarkastisch, voller Wortwitz und superspannend. Junipers Geschichte lässt sich einfach so weglesen, dass man die Zeit um sich herum komplett vergisst.
Und es ist wirklich ein Buch ganz nach meinem Geschmack. Die Hexen und Dämonen sind nicht zimperlich und es geht ab und an schön blutig zur Sache. Aber keine Sorge, genau in der richtigen Dosis, dass wir weit weg von ekelig sind.
Juniper ist kurz nach ihrer Geburt mit ihrer Schwester aus Arcanum geflohen, der Stadt der Hexen und Dämonen. Als Engel die dunkle Stadt angegriffen haben und alle höllischen Wesen vernichten wollten. 18 Jahre ist ihr die Flucht gelungen, doch dann erwischt sie doch einer der grausamsten Hexenjäger und schleift sie zurück. In Arcanum ist immer noch ein Engel an der Macht und hat finstere Pläne, die June miteinschließen. Und dummerweise weicht auch der Teufel persönlich nicht von ihrer Seite. Ein packendes Abenteuer beginnt, in dem June entscheiden muss, was ihr wirklich wichtig ist und was sie bereit ist dafür zu opfern.
Die Story hat es wirklich in sich und ich habe mich richtig geärgert, dass ich die letzten Tage so wenig Zeit hatte. Denn ich wollte das Buch einfach nur verschlingen.
Es geht gleich richtig actionreich los und wir lernen June als mutige und unheimlich starke Kämpfernatur kennen, die keineswegs auf den Mund gefallen ist. Hexenlike eben. Die Spannung ist eigentlich immer sehr hoch, denn es werden so einige Pläne geschmiedet und alles ist voller Geheimnisse. Man kann riechen, dass irgendetwas nicht stimmt, hat aber keine Ahnung was. Und dann haut die Autorin auch noch einen Plottwist nach dem nächsten raus, dass mir einfach der Mund offenstand und ich teilweise gar nicht glauben konnte, bzw. wollte, was ich da las. So genial gemacht!
Arcanum ist eine geniale Stadt. Düster und gefährlich, voller Hexen, Dämonen und Magier. Und wenn man diese Wesen mal unterdrückt, kommt es natürlich zu so einigen Zwischenfällen. Ich war unglaublich fasziniert davon. Genauso einnehmend ausgearbeitet waren die Charaktere. Ich konnte richtig mit ihnen mitfühlen, habe mitgefieberte ohne Ende und gehasst. Meine Lieblinge sind übrigens Azazel, Barghest und Tarel. Dämonen, die vor Selbstverliebtheit einen Meter über dem Boden schweben, aber natürlich nicht ohne Grund. Herrlich!
Die Liebesgeschichte ist auch perfekt eingearbeitet. Es prickelt und knallt so richtig, ohne wirklich aufdringlich zu sein. So liebe ich das. Und dazu hat sie mich echt einige Nerven gekostet. Nicht weil sie unmöglich war, sondern weil ich manchen Parteien einfach gerne den Kopf zwischendurch abgerissen hätte und alles so genial emotional und überraschend war.
Eine perfekt ausgeklügelte Geschichte. Jedes Mal, wenn ich dachte, dass wir uns einer Lösung nähern, kommt wieder eine Wendung und ging in die komplett andere Richtung. So macht das Lesen richtig Spaß und ich konnte echt nicht genug von „Juniper Moon“ bekommen.

Mein Fazit:

Mit „Juniper Moon“ konnte mich Magdalena Gammel absolut begeistern. Ein süchtig machender Pageturner, den man nicht weglegen kann. Ich war ab der ersten Seite gefangen in der Welt der Hexen und Dämonen. Erlebte eine absolut spannungsgeladene und actionreiche Geschichte, die nicht zu durchschauen war. Lernte eine dunkle Stadt mit grausamem Herrscher kennen. Liebte oder hasste die Charaktere mit voller Inbrunst. Und vor allem kämpfte, lachte und wütete ich mit June im Kampf um ihr Leben. Eine Geschichte, die einfach nur süchtig macht und dir überraschende Plottwists um die Ohren haut, dass dir schwindelig wird. Absolute Leseempfehlung von mir und 5 Sterne.

Bewertung vom 28.05.2021
Das unsichtbare Leben der Addie LaRue (eBook, ePUB)
Schwab, V. E.

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Was V.E. Schwab mit „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ abgeliefert hat, ist einfach wieder mal nur der Wahnsinn. Sie schreibt einfach so wundervoll herrlich und entwickelt die eigentümlichsten Geschichten. Addie LaRue ist anders als ihre bisherigen Werke. Es ist ruhiger, viel ruhiger. Es ist schwermütig, von einer melancholischen Stimmung geprägt und schreitet sehr langsam voran. Nichtsdestotrotz ist es sehr tiefgründig, anspruchsvoll, ergreifend und intensiv. Für mich ein Meisterwerk der Schreibkunst. Man muss so etwas aber mögen.

Als Addie im Jahre 1714 in einem kleinen französischen Dorf verheiratet werden soll, flieht sie, da sie mehr von ihrem Leben erwartet und schließt einen Pakt mit dem Teufel. Von dem Tag an ist sie unsterblich, aber noch viel mehr. Sie schreitet unsichtbar durch die Welt. Jeder vergisst sie sofort wieder sobald er den Blick von ihr abwendet. Addie La Rue muss feststellen, dass ihr Leben dadurch sehr einsam wird, aber dennoch ist sie nicht bereit, ihre Seele dem Teufel zu übergeben und ihr Leben dadurch zu beenden.

Und so lernen wir Addie kennen, über verschiedenen Zeitepochen hinweg bis in die Gegenwart. Ein recht komplexer Aufbau, aber er fügt sich so perfekt zusammen, dass es ein perfektes, großes Ganzes ergibt. Wir lernen Addie in der Gegenwart kennen, wie sie ihr Leben mittlerweile bestreitet und dem Teufel ein kleines Schnippchen schlagen kann. Dazwischen erleben wir Addie immer wieder in den verschiedenen Epochen der Vergangenheit. Wie sie ihr Leben in Frankreich, Italien, England, Deutschland und in den USA bestreitet. Wie sie geschichtliche Ereignisse erlebt und doch auch Spuren hinterlässt, obwohl ihr dies eigentlich nicht möglich ist.
Dieser Aufbau hat mir richtig, richtig gut gefallen. Das hat Addie mir so nahegebracht. Aber ich muss auch zugeben, dass es doch immer wieder kurzzeitig etwas langatmiger wurde. Es ändert sich nicht wirklich etwas an Addies Lebensstil, nur die Orte und die Zeit. Deswegen hat mir irgendwann auch die Gegenwart am besten gefallen.

Und als dann zur Abwechslung auch noch Henry in die Erzählperspektive mit seiner Geschichte einstieg, wurde es gefühlstechnisch auch richtig spannend.
Durch die intensive Erzählweise hat mir auch die Liebesgeschichte richtig gut gefallen. Sie ist wunderschön eingearbeitet und alles andere als aufdringlich. Man fühlt sie einfach nebenbei. Allerdings muss ich auch zugeben, dass sie mich emotional nicht erreicht hat.

Zu Addie und Henry gesellt sich natürlich auch der Teufel. Er bekommt zwar keine alleinige Erzählsicht, aber Addie übernimmt das für ihn. Und mit ihm kommt ein weiterer interessanter Aspekt dazu. Abmachungen, List, Trug und das Verwirrspiel um Liebe oder Abhängigkeit. Ich war so gespannt, wer am Ende als Sieger aus dieser Nummer hervorgeht.

Auch wenn die Geschichte mich nicht immer voll begeistern und emotional auch nicht richtig erreichen konnte, hat sie doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich muss aber auch sagen, dass „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ speziell ist und nicht jeder mit dieser fast schon poetischen Geschichte klarkommen wird. Vor allem nicht, wenn man doch lieber Action und Spannung hat. Hier stehen definitiv die Charaktere, ihre Beweggründe und ihre Entwicklung im Vordergrund, nicht ihre Handlung an sich. Wer genau das mag, wird es sicher auch lieben, sich von Addie LaRue durch die verschiedenen Zeiten tragen zu lassen.

Bewertung vom 21.05.2021
Fair Play
Gulden, Kerstin

Fair Play


gut

Bücher über die Klimakrise gibt es zurzeit ja genügend und ich habe bisher keines davon gelesen, da mir allein der Klappentext immer das Gefühl des erhobenen Zeigefingers vermittelt hat und sowas kann ich gar nicht kleiden. Bei „Fair Play“ war es anders und ich war einfach fasziniert von der Geschichte, so dass ich sie unbedingt lesen wollte.
Nunja, es war ok für zwischendurch, aber es war auch eines dieser Bücher, bei denen ich mich dann doch zu alt fühle. Und im Grunde ist es nichts anderes wie eine moderne Adaption von „Die Welle“. Ein schulisches Sozialprojekt, das gewaltig schiefläuft, das auch noch durch gleichnamige Lehrer geführt wird. Nur während mich das Original richtig schocken konnte, fand ich „Fair Play“ eher mau.
Ich kam auch schon nicht mit dem Stil der Autorin klar. Der ist zwar sehr einfach gehalten und lässt sich gut lesen, aber mir war das alles zu umgangssprachlich und jugendlich. Also perfekt für die Zielgruppe, aber nicht für mich.
Die Geschichte an sich hat ihre guten Ansätze, aber mir persönlich war da jetzt zu viel konstruiert und unglaubwürdig. Ich konnte da teils die Handlungen nicht nachvollziehen, aber konnte mir trotzdem denken, dass es so passieren wird. Denn leider ist die Geschichte auch recht vorhersehbar und ohne große Überraschungen. Außerdem wurden mir auf diesem wenigen Raum dann doch zu viele brisante und aktuelle Themen verarbeitet. Die Klimakrise ist ja breit gefächert. Und auch hier ging es um Konzerne, politische Machtspiele, Intrigen, Mobbing, Cybermobbing, Fridays for Future und plötzlich war da noch ganz kurz Corona. Es war mir echt zu viel des Guten und ich konnte das Buch nicht wirklich ernst nehmen.
Die Grundansätze haben mir aber gefallen. Für einen Wettbewerb entwickelt die teilnehmende Klasse die App Fair Play, die im alltäglichen Leben anzeigt, wie ressourcenverschwendend man lebt und so sein Klimakonto eben grün oder rot anzeigt. Durch Einsparungen oder eben ökologisches Handeln, wie zu Fuß gehen, Mehrwegbecher und Co. wird sein Konto wieder grün. Ziel ist es, dass das große Gemeinschaftskonto am Ende von 3 Monaten grün ist.
An sich keine schlechte Idee, das fand ich sogar echt interessant, nur rückt die App irgendwann in den Hintergrund. Die Charaktere treten nach vorne und das Teeniedrama geht los. Neid, Lügen, Intrigen und Liebesdrama stehen im Fokus. Zwar alles natürlich ausgelöst durch die App, aber für mich war das nichts. Interessant und für mich auch nachvollziehbar, dass die Teens teilweise so reagieren, aber doch vieles auch überzogen und überspitzt dargestellt.
Mit den Charakteren konnte ich nichts anfangen. Für mich bleiben alle blass, nicht greifbar und teilweise auch echt nicht nachvollziehbar. Aber das war ja mein Grundproblem in der Geschichte. In abwechselnden Kapiteln erzählen uns die Fair Play Four, die die App entwickelt haben, wie Fair Play ihr Leben verändert. Da haben wir den technischen Kopf Leonard, der die App mal eben entwickelt hat. An sich ein kompletter Einzelgänger und Mobbingopfer, der plötzlich im Fokus steht. Elodie, die bekannte Influencerin, die mehr Schein als Sein ist. Max, der verwöhnte Sprössling reicher Eltern, der sich dem Experiment verweigert und die andere Seite kennenlernt. Und Kera, auf deren Idee die App entwickelt wurde. Der Normalo der Truppe, aber jugendliche Klimaaktivistin. Im Grunde interessant, wie diese vier unterschiedlichen Jugendlichen zusammenarbeiten müssen, aber für mich auch nicht überraschend, dass es doch anders abläuft.
Wie ihr seht, Fair Play war einfach nicht mein Buch. Und wenn ich so darüber nachdenke, habe ich etliches auch schon wieder vergessen. Für die Zielgruppe ist es wohl eher etwas, aber für mich war es zu spannungslos und vorhersehbar. Außerdem nervte mich echt das ganze Teeniedrama. Wichtige Themen, die mir auf zu wenig Raum mal kurz alle in die Geschichte geworfen wurden. Aber dennoch hat sich da auch für mich etwas ergeben, das doch ganz nett war zu verfolgen. Aber empfehlen würde ich

Bewertung vom 20.05.2021
Die Hexenjägerin - Der Zirkel der Nacht
Hunt, S. A.

Die Hexenjägerin - Der Zirkel der Nacht


sehr gut

Nachdem die ersten negativen Meinungen zu „Die Hexenjägerin“ eigetrudelt sind und immer mehr wurden, habe ich meine Erwartungen an das Buch einfach mal nach unten geschraubt. Und das war wohl genau richtig. Denn, auch wenn mir einiges in der Umsetzung nicht so zugesagt hat, hat mir das Buch am Ende richtig gut gefallen und ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen.
Ich muss allerdings auch sagen, dass vielleicht so einiges an der Bewerbung des Buches liegt, denn eigentlich habe ich, wie angekündigt, eine actionreiche und blutrünstige Geschichte erwartet. Das ist „Die Hexenjägerin“ überhaupt nicht, zumindest mal nicht der Auftakt. Da habe ich schon deutlich mehr erwartet.

Der Einstieg in die Geschichte um die hexenjagende YouTuberin fiel mir auch alles andere als leicht. Es startet zwar mit Action und wir sind gleich live bei einer Hexenjagd dabei, nur war der Stil so verwirrend, dass ich mir wirklich nichts vorstellen konnte, was da geschrieben wurde. Und der erste Dämpfer kam auch gleich mit. Denn unsere Hexenjägerin Robin zeigt sich zwar als tough und als eine der Besten, aber irgendwie hat sie es doch nicht so drauf. Und so mein Tipp als Laie an alle Hexen da draußen: wenn euer Bademantel brennt, zieht ihn einfach aus, statt damit komplett zu verbrennen.

Aber es lohnt sich, an der Geschichte dran zu bleiben, auch wenn einiges für mich jetzt nicht so zusammenpasst und rund läuft. Oder vielleicht auch an der Übersetzung liegt, denen ich hasse zum Beispiel auch das Wort „mäandern“ und musste erstmal googeln, was das bedeutet. Die ersten 100 Seiten sind sehr gewöhnungsbedürftig und eigensinnig, aber dann kam ich endlich in der Geschichte an und diese konnte mich echt packen.
Am Anfang war es mir einfach zu viel. Alles sehr wirr und dann viele einzelne Handlungsstränge, aber das ergibt sich nach und nach. Was mir aber zwischendurch immer noch nicht gefallen hat, war die Sprache in der direkten Rede. Die war mir teils dann doch zu klischeehaft und konfus. Ich kam irgendwann damit klar und habe mich damit abgefunden, dass ich manche Passagen einfach querlesen muss. Wenige, aber es gab sie.

Klingt irgendwie alles nicht so positiv bisher und das muss ich auch sagen. Die Hexenjägerin ist speziell, sehr speziell, aber ich mag das. Und als dann zu den Charakteren der Background dazukam, war ich absolut fasziniert. Robin wurde für mich greifbarer. Kenway und Joel fand ich eh von Anfang an klasse. Und mit den Hexen und den neuen Anwohnern in Blackfield kamen auch noch interessante Ansätze dazu. Wie alles zusammenhing und wie sich immer mehr ergab, das hat mich echt fasziniert und ans Buch gebannt.
Wobei ich echt sagen muss, dass es kaum Action gibt und die Geschichte eher langsamer voranschreitet. Und teils echt ausschweifend und wirr. Aber ich mochte das.

Was ich schade finde, ist, dass der YouTube Teil recht kurz kam. Da habe ich irgendwie mehr Input erhofft. Mehr Aktion und Reaktion. Im Moment ist dieser Aspekt noch recht unnötig. Vielleicht kommt das noch. Auch die Hexenjagd selbst kommt recht kurz, aber wir sind ja gerade erst am Anfang. Den Horrorteil mit dem Monster..ja, da weiß ich noch nicht, was ich davon halten soll. Für mich war es nicht horrormäßig, da es teils doch auch etwas überzogen war. Das könnte aber noch gut werden, die richtigen Ansätze sind zumindest da.

Die Hexenjägerin ist für mich nicht perfekt, bei Weitem nicht. Es gibt so etliches, bei dem ich den Kopf schütteln musste, weil es dann doch etwas zu konstruiert war. Manches habe ich nicht wirklich verstanden oder fand es übertrieben dargestellt. Aber das Gesamtpaket konnte mich einfach anfixen. Es ist mal was komplett anderes und ich bin mega gespannt, wie Robins Geschichte weitergeht.

Bewertung vom 15.05.2021
Federn über London 3
Schulter, Sabine

Federn über London 3


ausgezeichnet

Bisher konnte mich Sabine Schulter mit ihren Todesengeln in „Federn über London“ wirklich begeistern, weswegen ich auch unbedingt den dritten Teil lesen musste. Und natürlich auch, weil die Autorin ein Händchen für richtig fiese Cliffhanger hat.
„Federn über London 3“ setzt nahtlos an die Handlung von Band 2 an. Nach dem actionreichen Finale dürfen wir erstmal Luft holen, wobei eine gewisse Grundspannung nie verloren geht. Noch ist der Frieden zwischen Ober- und Unterwelt nicht in sicheren Händen.
Das dunkle Nichts ist noch nicht unter Kontrolle und das Team von Clear muss sich wieder auf eine anstrengende Mission begeben.
Mehr verrate ich euch aber auch nicht, denn ich will ja niemanden spoilern. Diese Reihe ist wirklich genial, ich kann sie euch nur ans Herz legen.

Zum Stil der Autorin muss ich ja nicht mehr groß etwas erzählen. Ich mag ihn total. Sie hat die Gabe, den Leser mit ihren Worten sofort einzufangen und einfach nicht mehr loszulassen. Ich habe beim Lesen komplett die Zeit vergessen und wollte auch gar nicht mehr aufhören, weshalb ich das Buch mal wieder richtig schnell verschlungen habe.
Dieser Band ist generell in einem ruhigeren Tempo geschrieben. Wir dürfen uns vor dem großen Finale nochmal entspannen. Actionlastig geschieht nicht viel, aber dennoch hat mir dieser Band bisher am besten gefallen. Weil er mich bisher am meisten berühren konnte. Es ist der emotionalste Band bisher. Die Autorin lässt die Charaktere in diesem Band nochmal richtig leben. Die Bindung zu den Charakteren wurde hier immens vertieft und ich habe teilweise so mitgelitten.
Überraschend und spannend ist es allemal, das dürft ihr nicht falsch verstehen. Trotz des ruhigeren Tempos wird es nie langweilig, denn bei den Todesengeln gibt es immer etwas zu erleben. Und allein das Flair von London, das die Autorin so wunderschön eingefangen hat, dürfen wir hier auch voll auskosten. Außerdem wartet doch die ein oder andere Überraschung auf uns.

Meinen großen Kritikpunkt der Liebesgeschichte kann ich auch etwas revidieren. Ohne euch zu spoilern sage ich jetzt mal, dass es aufgelöst wurde und ich mehr als zufrieden bin. Alles passt und ist stimmig. Nur bis dahin wurde es mir dann doch teils etwas zu kitschig, weshalb es auch den kleinen Abzug am Ende gibt. Dieser Part wurde für mich einfach zu sehr ausgebaut.

Die Charaktere konnten dieses Mal wirklich voll punkten und ich konnte einfach alle fühlen. Mein Liebling ist natürlich immer noch Ease, und nach diesem Band habe ich ihn noch fester in mein Herz geschlossen. Aber ich liebe ja das ganze Team der Todesengel. Was mir richtig gefallen hat, war die Weiterentwicklung der Figuren in diesem Band und auch die vielen Hintergrundinformationen, die wir endlich bekommen haben. So wurden alle direkt noch greifbarer und authentischer. Sie rückten noch näher.

Nachdem ich jetzt durchatmen konnte, nochmal alle Engel fest umarmt habe – oder ihnen gedanklich den Hals umgedreht habe – bin ich bereit für das große Finale. Vor allem nach diesem Ende! Zum Glück müssen wir nicht zu lange darauf warten.



Mein Fazit:

Mit „Federn über London 3“ hat Sabine Schulter den bisher ruhigsten, aber auch emotionalsten Teil ihrer Todesengel-Reihe geschaffen. Mein bisheriger Lieblingsband. Wir dürfen durchatmen nach all der Action, die wir bisher erlebt haben, begeben uns aber auch auf eine neue Mission. Langweilig wird es nicht, auch wenn das Augenmerk dieses Mal auf der Charakterbildung und –entwicklung liegt. Und das so genial verarbeitet, dass ich so richtig mitgelitten habe. Nachdem ich jetzt alle noch mehr in mein Herz geschlossen habe, bin ich bereit für das große Finale. Absolute Leseempfehlung von mir und 4,5 Sterne, auf den gängigen Portalen 5.

Bewertung vom 11.05.2021
Das Buch des Wisperns / Die Gilead-Saga Bd.1
Schwindt, Peter

Das Buch des Wisperns / Die Gilead-Saga Bd.1


sehr gut

„Das Buch des Wisperns“ von Peter Schwindt sieht man viel zu selten auf Social Media und das vollkommen zu Unrecht. Lange wusste ich nicht, wo mich der Autor mit dieser absolut einnehmenden Geschichte hinführen wird und wurde am Ende doch immer wieder überrascht und überzeugt, auch wenn ich kleinere Kritikpunkte habe.

Am Anfang war ich etwas verwirrt, da wir drei Handlungssträngen folgen, die scheinbar nicht zusammenhängen. Und gerade mit einem tat ich mir auch etwas schwer.

Wir lernen Hakim kennen, einen 16jährigen aus Damaskus, der von einem dunklen Fluch belegt ist, den er unbedingt brechen will. Berit, einer jungen Schildmaid aus dem Volk der Wikinger, die den Schrecken ihres Lebens erfahren muss. Und Finn, der seit einem Sturz in einen Brunnen sein Gedächtnis verloren hat und nicht mehr er selbst ist.

In den Strängen verfolgen wir das Leben der Drei vollkommen unabhängig in ihrer jeweiligen Situation. Und das wirklich unheimlich einnehmend und atmosphärisch erzählt, wobei mir Bertis und Finns Strang am besten gefallen hat. Der ist auch deutlich düsterer und etwas blutiger als Hakims. Hakims Strang ist nicht uninteressant, das Leben im Wüstenreich faszinierte mich und vor allem sein Fluch. Aber dennoch hatte ich mit diesem Strang die meisten Probleme, denn es tauchen doch so etliche arabische Begriffe auf, mit denen ich nichts anfangen konnte. Und so konnte ich nicht immer direkt folgen. Aber das besserte sich mit der Zeit.

Auch muss ich sagen, dass ich mir generell mit dem Einstieg in die drei Stränge etwas schwertat. Ich hatte das Gefühl, dass mir einfach die Vorgeschichte fehlt, denn wir steigen mitten ins Leben ein und erfahren zunächst doch recht wenig über die Gepflogenheiten des jeweiligen Volkes. Auch das gibt sich aber zum Glück mit der Zeit. Und richtig störend fand ich es jetzt auch nicht, denn die Stränge an sich waren absolut faszinierend und interessant, auch wenn sie doch größtenteils in einem gemächlichen Tempo voranschreiten. Aber es kommt auch zu Actionszenen, die es so richtig in sich haben, keine Sorge. Und überraschend ist die Handlung allemal.

Mit seiner Art des Erzählens konnte mich der Autor voll einnehmen und auch die Charaktere nach und nach näherbringen. Einzig, dass die Ereignisse teilweise recht sprunghaft stattfinden, hat mich etwas gestört. Von der Idee und der Umsetzung bin ich absolut fasziniert und bin echt mega gespannt, was die Drei auf ihrem Abenteuer noch erleben werden. Denn dass es düster, dämonisch und blutig wird, das haben wir im Auftakt bereits zu genüge kennenlernen dürfen.

Ein wahnsinnig vielversprechender Auftakt, der mir teils noch etwas zu sprunghaft ist, der aber unheimlich Lust auf den nächsten Band macht.


Mein Fazit:



Mit „Das Buch des Wisperns“ hat mich Peter Schwindt mal richtig überrascht. Drei Jugendliche aus verschiedenen Völkern, die durch eine Bestimmung verbunden sind. Eher gemächlich, aber vollkommen einnehmend und atmosphärisch tauchen wir in die Geschichte der Drei ein und werden einfach nicht mehr losgelassen. Diese Geschichte ist so unheimlich überraschend, dass ich sie gar nicht weglegen wollte. Teils war sie mir nur etwas zu sprunghaft und mir fehlte zwischendurch etwas mehr an Vorgeschichte, aber dennoch ein wahnsinnig vielversprechender Auftakt, der definitiv Lust auf mehr macht und den ich nur empfehlen kann. 4 Sterne von mir.

Bewertung vom 10.05.2021
Kämpf um dein Herz / Night of Crowns Bd.2
Tack, Stella

Kämpf um dein Herz / Night of Crowns Bd.2


ausgezeichnet

Nach dem mega genialen Auftakt zu „Night of Crowns“ war ich echt gespannt, wie Stella Tack uns im Finale noch überraschen will. Ich hätte mir da gar keine Sorgen machen müssen, denn sie haut einfach eine Überraschung und Wendung nach der nächsten raus. Und toppt damit den Auftakt einfach nochmal.

Dieses Buch aus der Hand zu legen ist wirklich unmöglich. Ich befand mich einfach in einem Sog, wollte unbedingt wissen, wie Alice aus dem Schlamassel wieder rauskommt und ob sie Jackson retten kann.

Es beginnt alles recht düster und verwirrend. Aber gewollt verwirrend, genial verwirrend. Wir lernen den personifizierten Fluch kennen und der versucht sein Bestes, um Alice in den Wahnsinn zu treiben. Was hier real ist und was schon Wahnsinn, das ist gar nicht so leicht zu durchschauen und macht alles mega spannend. Aber es ist ja kein Spoiler, wenn ich sage, dass es natürlich zurückgeht. Darauf haben wir ja alle gewartet. Auf das finale Match. Und das hat es sowas von in sich.

Aber dazu kann ich wirklich gar nichts sagen, dieses Spektakel müsst ihr selbst erleben. Spannung und Dramatik von Anfang bis Ende. Und absolut nichts ist vorhersehbar mit all den Wendungen, die uns die Autorin hinhaut. Hier kommt man echt kaum zu Atem. Und zwischendurch habe ich die Autorin echt gehasst für das, was ihre Charaktere hier erleiden müssen. Und ich. Ich habe wirklich alle ins Herz geschlossen. Die Charaktere geben dieses Mal aber auch wieder alles und zeigen Seiten, die ich an ihnen gar nicht vermutet hätte. Aber alles schön authentisch und glaubwürdig gezeichnet. Mein heimlicher Favorit ist natürlich immer noch Curse. Hach, alles passt so genial zusammen.

Night of Crowns 2 hat einfach alles, was ich mir als Leser wünsche: Spannung, Action, Tiefe, Herzschmerz und Humor. Und doch auch so viel mehr. Es war einfach wieder eine Freude, mit Alice durch das Abenteuer zu rauschen. Schade, dass es schon vorbei ist, denn das Setting war wirklich unglaublich und die Story absolut bombastisch. Eine mega Dilogie, die ich euch nur ans Herz legen kann. Eine Dilogie, die einfach Spaß macht, sie zu lesen. Und das ist mir hier das Wichtigste.
Mein Fazit:



Mit „Night of Crowns 2“ hat uns Stella Tack ein absolut mitreißenden, spannendes und vor allem überraschendes Finale vorgelegt. Ich konnte das Buch gar nicht aus der Hand legen, so viel ist da geschehen. Und vor allem so viel, mit dem ich niemals gerechnet hätte. Action, unerwartete Wendungen, Humor und authentische Charaktere runden dieses Gesamtpaket ab, das man sich einfach nicht entgehen lassen sollte. Für mich das perfekte Finale dieser bombastischen Dilogie. Natürlich 5 Sterne.

Bewertung vom 26.04.2021
Her wish so dark / Das Reich der Schatten Bd.1
Benkau, Jennifer

Her wish so dark / Das Reich der Schatten Bd.1


sehr gut

Nachdem mich Jennifer Benkau bereits mit ihrer „One true queen“ Reihe begeistern konnte, musste ich mit ihr natürlich auch in „Her wish so dark“ das Reich der Schatten betreten. Denn es ging wieder zurück nach Lyaskye. Zumindest zu einem kleinen Teil, aber man kann diese Reihe auch wunderbar ohne Vorkenntnisse lesen, denn genauer begeben wir uns mit Laire nach Nemija. Einem Nachbarreich von Lyaskye, in dem Magie unter Todesstrafe steht.
Und noch etwas besonders hat Nemija: eine direkte Verbindung zum Schattenreich, zum Reich des Daemalords. Hierhin wandern alle verfluchten Menschen, im Grunde ohne Widerkehr. Außer dieser Verfluchte findet eine besondere Person, die vor den Daemalord persönlich tritt und um seine Freilassung bittet. Laire ist so eine besondere Person, denn ihr Verlobter Desmond befindet sich im Schattenreich und sie hat geschworen, ihn immer zu beschützen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Vika und dem Krieger Jero macht sie sich auf in ein unbekanntes Abenteuer. Und trifft hier nicht nur auf den Mann, der sie zerstört hat.

„Her wish so dark“ hat mir richtig, richtig gut gefallen. Es ist so herrlich düster und grausam. Und das Setting, das die Autorin erschaffen hat, ist echt der Wahnsinn. Wieder gewohnt bildgewaltig führt sie uns durch das Abenteuer. Allerdings muss ich sagen, so sehr ich ihren Stil auch liebe, dieses Mal war es mir teils schon etwas zu poetisch und verwirrend. So zogen sich einige Passagen extrem, während andere schön locker dahinflogen. Ich habe für meine Verhältnisse recht lange für dieses Buch gebraucht, weil es zwischendurch doch immer wieder etwas langatmig wurde. Nie uninteressant, aber sehr ausschweifend. Und es dauert wirklich extrem lange, bis wir endlich dahin kommen, wo wir am Ende sein wollen.

Mir hat das schon fast zu lange gedauert. Auch wenn der Weg echt faszinierend und voller unerwarteter Gefahren steckt. Denn dafür kam das eigentliche Zusammentreffen mit dem Lord doch recht kurz. Hier hätte ich mir dafür etwas mehr gewünscht. Das war es aber auch schon, was ich an dem Buch zu motzen habe, denn sonst war ich schwer begeistert.

Sowohl von der Welt als auch den Charakteren selbst. Ausnahmslos alle konnte ich sofort greifen und mitfühlen. Wenn auch nicht komplett, aber das ist gewünscht, denn fast jeder trägt hier ein Geheimnis mit sich, das sich erst nach und nach lüftet. Im Verlauf der Geschichte lernen wir die Charaktere besser und besser kennen und ich habe mein Herz besonders an Alaric und Kae verloren.
Laire konnte mich aber auch beeindrucken. Einst Fürstentochter, plötzlich Verstoßene und als Außenseiter in einer Dorfgemeinschaft. Was sie bis zum jetzigen Zeitpunkt erleiden und bewahren musste, hat sie so sehr geprägt. Wirklich ein starker Charakter. So mag ich das.
Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte und die ist so wunderbar dezent und einfühlend eingearbeitet, dass ich sie voll auskosten konnte. Genau mein Geschmack. Mehr dürfte es für mich gar nicht sein. Und zum Mitfühlen ist ausreichend Stoff gegeben.

Das Finale gibt dann natürlich nochmal alles und diese letzten 100 Seiten inhaliert man einfach weg. Da kommen noch so viele Überraschungen zutage und Geheimnisse werden gelüftet. Und das Beste: ich konnte nichts davon vorausahnen. Wirklich grandios, auch wenn es für meinen Geschmack etwas kurz kommt. Aber allein dieses Ende macht so viel Lust auf die Fortsetzung. Ich freue mich jetzt schon darauf.


Mein Fazit:

In „Her wish so dark“ entführt uns Jennifer Benkau in die düstere Welt Nemija und das dunkle Schattenreich des Daemalords. Ich liebe den Stil der Autorin, auch wenn er mir hier stellenweise zu ausschweifend war, so dass es extrem lange dauert, bis wir endlich das Ziel erreicht haben. Aber der Weg dahin ist auch unheimlich faszinierend, brutal und einnehmend. Eine Geschichte voller Geheimnisse und Überraschungen. Ein Auftakt, der einfach nur Lust auf mehr macht. Ich freue mich auf das Finale und vergebe eine klare Leseempfehlung m