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Benutzername: Ena Tintentick


Bewertungen

Insgesamt 13 Bewertungen
12
Bewertung vom 01.05.2017
Seifenzauber - natürlich, pflegend, duftend
Faiola, Anne-Marie

Seifenzauber - natürlich, pflegend, duftend


ausgezeichnet

Anne-Marie Faiola präsentiert uns mit "Seifenzauber" ein Buch, das sich mit im Kaltverfahren hergestellten Seifen beschäftigt. Das tolle bei handgemachter Seife ist ja, dass man sich die Inhaltsstoffe je nach Belieben zusammenstellen kann. Welche Öle und Fette, welcher Duft, wie pflegend, all das bleibt einem selbst überlassen. Frau Faiola erklärt toll, gibt einen guten Einblick und weist auf die unterschiedlichen Sicherheitsthemen hin. Denn zum Seifesieden gehört auch Natriumhydroxid und das ist ätzend. Gerade die Theorie ist deshalb besonders wichtig und Anne-Marie Faiola beschreibt die Grundlagen des Seifenherstellens, welche Utensilien und Materialien benötigt werden sehr lehrreich und verständlich.

Total begeistert war ich von Kapitel 4, denn hier werden die gängigen Öle bzw. Fette näher erklärt. Genau so eine Übersicht hat mir bisher gefehlt, denn hier findet sich ganz komprimiert alles was es zu wissen gilt: Welche Eigenschaften hat welches Öl, wie viel sollte ich idealerweise davon verwenden oder auch wie lange ist besagtes Öl in der Seife haltbar. Anschließend geht es in Kapitel 5 weiter mit Kräutern und anderen Zusatzstoffen (z. B. Tonerden, Honig, Seide). Nochmal ganz großes Lob für diese beiden Kapitel! Ich habe natürlich gleich ausprobiert wie man Ölaufgüsse zubereitet und wie verschiedene pflanzliche Zusatzstoffe (z. B. Brennnessel und Paprika) der Seife Farbe verleihen. Das hat auch alles sehr gut geklappt!

Im Anschluss an die Theorie geht es dann an die Rezeptentwicklung. Die Rezepte sind sehr verschieden und enthalten auch etwas exotischere Zutaten, die man nicht gleich um die Ecke bekommt. Vieles habe ich dann einfach weg gelassen, denn sonst wird der Geldbeutel sehr schnell sehr leicht. Aber das Buch macht auch durch die vielen tollen Bilder große Lust sofort loszulegen und die bisher fremden Fette und ätherischen Öle zu nutzen oder einfach mal ganz ungewöhnlich eine Banane in der Seife zu versenken. Manches in den Zutatenlisten gefiel mir aber auch nicht so gut, so zum Beispiel das Titandioxid. Das kam bei mir dann einfach nicht rein. Einen Anfänger kann die Zutatenliste sowieso erstmal erschlagen, da ist weniger einfach mehr. Und dann arbeitet man sich einfach voran, übt und probiert Neues aus.

Damit Seife nicht einfach nur einfarbig ist, werden auch verschiedene Techniken für Muster und Farbspiele vorgestellt. Ich habe mich auch daran versucht, muss aber sagen, dass es nur anhand der Anleitung nicht gleich funktioniert hat. Hier helfen auf jeden Fall Youtube-Videos, die parallel genutzt dann den Erfolg versprechen (nach ein paar Übungsversuchen zumindest). Für Anfänger ist das aber wohl erstmal nichts, hier würde ich erstmal ein ganz einfaches Rezept angehen und mich mit dem Vorgehen vertraut machen. Dann gelingt aber auch schnell die ein oder andere Technik!

Fazit
Das Buch ist wirklich kompetent, informativ und inspirierend. Es gibt einen sehr tollen Überblick und ist aufgrund seiner Ringbindung auch handlich. Die wunderschönen Fotos machen große Lust alles auszuprobieren! Für Anfänger ist das Buch gut geeignet, um sich mit der Thematik zu beschäftigen, kann aber aufgrund der vielen Zutaten auch erstmal überfordern. Aber dann lässt man einfach die Farbe und die vielen Zusatzstoffe erstmal weg. Insgesamt ist das ein Buch, das ich auch in nächster Zeit immer wieder noch zu Rate ziehen werde und bin voll auf zufrieden damit! Meine neue Seifenbibel!

Bewertung vom 28.03.2017
Paper Princess - Die Versuchung / Paper Bd.1
Watt, Erin

Paper Princess - Die Versuchung / Paper Bd.1


sehr gut

"Paper Princess" kommt mit einem wahnsinnig schönen Cover daher, das hochwertig in der Hand liegt und ein wenig glitzert. Es fällt einfach sofort ins Auge und passt ebenso gut zur Geschichte. In "Paper Princess" geht es um die 17-jährigen Vollwaise Ella, die sich mit Nebenjobs finanziert und gerade so über die Runden kommt bis plötzlich der ihr unbekannte Callum Royal auftaucht. Callum behauptet der beste Freund ihres verstorbenen Vaters gewesen zu sein und nimmt sie ganz ungefragt mit zu sich. So landet Ella in der sehr wohlhabenden Familie "Royal" und sieht sich plötzlich mit den fünf Söhnen und noch ganz anderen Problemen konfrontiert.

Wie ihr vielleicht schon an dieser kurzen Beschreibung bemerkt, ist Ella natürlich keine "Princess" - sondern eher eine Art ungewollte CinderELLA. Sie ist einerseits ein starker Charakter, der sich nichts gefallen lässt und gleichzeitig auch eine Menge Drama um sich herum verursacht. Andererseits war manches an ihr für mich etwas schwer zu glauben, denn obwohl dieses Buch auf der High School spielt, nimmt das Thema S*e*x eine vergleichsweise große Rolle ein. Das fängt schon damit an, dass Ella in der Identität ihrer Mutter als Stripperin nebenbei an der Stange arbeitet und alten Herren den Kopf verdreht. Hätte sie nicht einfach bei McDonalds Burger braten können? Dennoch mochte ich sie von allen Charakteren doch am liebsten. Die Brüder bleiben nämlich eher blass und ohne besondere Merkmale. Sie sind alle muskulös, heiß, reich und vordergründig der Typ "arrogantes Arschloch". Ein paar weniger von dieser Männersorte hätten es ja auch getan. Mir gefiel allerdings wie Ella mit den Jungs umging, sie verändert sich für niemanden und ist auch nicht auf den Mund gefallen.

In "Paper Princess" findet ihr neben Ella und den fünf Royal-Söhnen natürlich auch Partys, High-School-Leben, knisternde Teenieliebe, neue Freundschaften, aber auch Betrug, Rache und fiese Schüler-Streiche. Insgesamt erinnert mich dieses Buch sehr stark an die Fallen Crest High-Bücher von Tijan mit einer kleinen Portion von Abbi Glines "Rush of Love". Das ist aber absolut unproblematisch für mich gewesen, denn ich mag die beiden genannten Reihen gern und Cinderella-Anlehnungen sowieso.

Wie von den anderen Büchern des Autorenduos gewohnt, liest sich auch "Paper Princess" unheimlich gut. Der Schreibstil ist absolut fließend und ich konnte an keiner Stelle sagen, dass ich die Handschrift einer der Autorinnen erkannt hätte. Alles fügt sich gut ineinander. Dazu ist es spannend aus der Ich-Perspektive geschrieben und besonders die erste Hälfte gefiel mir richtig gut. Dann wird es leider etwas zäher, bekommt zu wenig Tiefgang und bringt damit Augenroll-Potential mit. Doch es liest sich alles schnell, sodass man plötzlich am Ende ist und einen echt fiesen Cliffhanger präsentiert bekommt. Jetzt heißt es warten bis die weiteren Bücher erscheinen.

Fazit
"Paper Princess" bringt uns knisternde Momente, unterhaltsame Lesestunden und einen Schreibstil mit Suchtpotential. Auch wenn das Buch klischeebehaftet ist, kann ich den ersten Teil der Trilogie jedem empfehlen, der gerne New Adult liest und eine Protagonistin mag, die sich nicht alles gefallen lässt.

Bewertung vom 02.11.2016
Frigid Bd.1
Lynn, J.; Armentrout, Jennifer L.

Frigid Bd.1


gut

Bücher, die davon handeln wie aus Freundschaft Liebe wird, mag ich unheimlich gerne. Mit einem solchen Exemplar bekommen wir es hier auch zu tun. Sydney und Kyler sind seit Kindesalter beste Freunde. Seither sind sie unzertrennlich, könnten aber auch nicht unterschiedlicher sein. Er entwickelt sich zu dieser Sorte Mann, denen Frauen förmlich zu fliegen und der auch gern jedes Wochenende eine andere bei sich im Bett hat. Sydney hingegen ist zurückhaltend, etwas naiv, liebt ihre Bücher und hat mit ihren 21 Jahren fast gar keine Erfahrung mit dem anderen Geschlecht gesammelt.

Dann, kurz bevor ihre Collegezeit zu Ende ist, wollen die beiden zusammen mit Freunden zu einer Skihütte fahren. Und hier nehmen die Dinge ihren Lauf. Der Einstieg fiel mir unheimlich leicht, da der Schreibstil - wie von Jennifer L. Armentrout gewohnt - sehr locker und flüssig ist. Sie stellt uns die Charaktere aus wechselnden Ich-Perspektiven vor und ich konnte sofort spüren, wie verbunden Sydney und Kyler miteinander sind. Das war so herzerwärmend und rührend. Trotzdem sind die beiden auch furchtbar frustrierende Figuren und ich hätte gerne beide mal ordentlich geschüttelt. Ihre Geschichte ist ein kleines Drama voller Selbstzweifeln, das dann zu Kommunikationsproblemen führt und ihnen so den Weg zum eigenen Glück versperrt.

"Frigid" ist nicht sonderlich originell, allerdings spinnt die Autorin um das Gefühlsdrama eine Geschichte mit Thriller-Elementen. Auch wenn einiges vorhersehbar war, so kam bei mir doch Spannung und Neugierde auf. Das ist auch wirklich gut so, denn mir wäre sonst der Sexanteil zu hoch gewesen.

Insgesamt liest sich das Buch jedoch schnell. Das Ende war auch wunderschön und ließ mich mit einem Grinsen im Gesicht zurück.

Fazit:
Ich mag die Bücher der Autorin sehr und schätze ihren Stil. "Frigid" gehört allerdings zu ihren schwächsten Werken. Obwohl ich mich gut unterhalten gefühlt habe und wir Leser hier ein süßes Buch mit leichten Thriller-Elementen präsentiert bekommen, konnte es mich einfach nicht gänzlich überzeugen.

Bewertung vom 29.10.2016
Die Sieben Königslande von Westeros
Bettridge, Daniel

Die Sieben Königslande von Westeros


ausgezeichnet

Beworben wird dieses wunderschöne Buch als "Game-of-Thrones Reiseführer" und genau darum handelt es sich auch. Nahezu jeder hatte sicherlich schon einmal einen Reiseführer in der Hand, sei es für den letzten Sommerurlaub oder einen Städtetrip. Man stelle sich nun also vor, der nächste Ausflug ginge in die Welt von Game of Thrones. Mit dieser Idee im Hinterkopf hat sich der Autor daran gemacht und dieses Buch geschrieben. Und was soll ich sagen? Hier steht alles drin was das Fanherz braucht und wissen möchte.

"Willkommen in Westeros, einem Land reich an alten Burgen, atemberaubenden Landschaften und Lennister-Gold" (S. 7)

Die Gliederung erfolgt zu erst nach den wesentlichen geographischen Punkten, wie bspw. dem Norden, der Flusslande, den Eiseninseln oder auch dem grünen Tal von Arryn. In den einzelnen Kapiteln werden dann unter anderem die Highlights vorgestellt und so zum Beispiel eine Reise nach Winterfell, einer historischen und atmosphärischen Residenzstadt, empfohlen. Aber auch die Mauer ist einen Besuch wert, gilt sie doch als von Menschenhand geschaffenes Weltwunder. Dazu gibt es viele Reisetipps, vorgeschlagene Rundgänge, eine Einführung in die jeweilig regionalen Sitten oder Gefahren und Ärgernisse. Es werden aber auch einige Vokabeln erklärt oder auf berühmte Einwohner hingewiesen. Insgesamt ist dieses Buch sehr gut strukturiert und animiert richtig zum Schmökern, quer blättern und nochmal nachzuschlagen.

Während dem Lesen habe ich öfters breit Grinsen müssen, denn der Autor schreibt einfach super und setzt die Idee eines Reiseführers erstklassig um. Ich hatte so viel Spaß dabei und habe Dinge erfahren, die mir vorher nicht aufgefallen sind oder die ich so bisher nicht beachtet habe. Mit diesem Buch taucht man viel tiefer in die Buch- und Serienwelt ein und gewinnt nochmal einen neuen Blickwinkel dazu.

Total begeistert hat mich auch das Kartenmaterial, das auf den letzten Seiten abgebildet wird. Hier bekommt man einen Überblick und kann gleich noch einmal genauer die einzelnen Kapitel ansehen. Ich fühle mich nun auf jeden Fall gerüstet für die nächste Serienstaffel und werde sicherlich einige Informationen im Hinterkopf behalten, die das Serienerlebnis bereichern werden.

Fazit:
Die Idee hinter diesem Buch ist wirklich sehr originell. Strukturiert und informativ verschafft dieses Buch uns Lesern einen sehr guten Überblick über die sieben Königslande von Westeros. Ich bin total begeistert und werde dieses Werk während der nächsten Staffel bestimmt öfters noch einmal zur Hand nehmen. Rund herum gelungen und absolut empfehlenswert!

Bewertung vom 25.10.2016
Rebell
Hüberli, Mirjam H.

Rebell


ausgezeichnet

Dieses Buch ist gestalterisch der Wahnsinn. Das Cover leuchtet und fällt auf: Wunderschön. Aber im Inneren des Softcovers verstecken sich noch schönere Illustrationen, die Mirjam selbst gezeichnet hat. Ich bin ein absoluter Fan davon und bewundere ihr Talent. Sie kann aber nicht nur zeichnen, sondern auch super spannend schreiben:

Rebell ist ein außergewöhnliches Buch, das viele Überraschungen und interessante Fantasyelemente bietet. Der Prolog ist regelrecht aufwühlend, aber auch spannend, sodass man einfach weiter blättern muss. Der Einstieg fiel mir daher sehr leicht und ich fühlte mich ständig als wäre ich mittendrin in den Ereignissen.

Erzählt wird das Buch aus der Sicht der Protagonistin Willow. Sie ist ein bisschen chaotisch, dickköpfig, teilweise etwas naiv, aber absolut liebenswürdig. Oft musste ich über ihre Gedanken grinsen. Wirklich interessant ist aber auch Willows Geheimnis, denn sie kann in den Augen anderer Menschen deren Spiegelbild sehen. Eine besondere Gabe, die mich neugierig gemacht hat. Kompliziert wird es für die 18-Jährige als Bo auf der Bildfläche erscheint. Der Junge ist mein persönlicher Favorit, denn er ist mysteriös, nicht durchschaubar und stellt Willows Leben auf den Kopf. Mich hat dieser Charakter fasziniert.

Schon in HerzSeilAkt ist mir der wirklich angenehme Schreibstil der Autorin aufgefallen. Sie trifft genau die richtige Mischung aus locker, humorvoll, bildgewaltig und schafft so ein sehr stimmiges Werk, das ich nur schwer zur Seite legen konnte. Die Idee hinter dieser Geschichte ist originell, facettenreich und lässt uns Leser ahnen, dass hier noch etwas Großes im Anmarsch ist. So flogen die Seiten nur dahin und plötzlich saß ich vor dem Epilog, der dann nochmal alles wunderbar abgerundet hat. Während dem Lesen hatte ich allerdings öfter das Gefühl, dass ein paar mehr Hintergrundinformationen gut getan hätten, der Epilog heizt die Neugierde auf den Folgeband aber nochmal extrem an. Absolut gelungen.

Fazit:
Rebell überzeugt durch den sehr schönen Schreibstil und eine liebenswürdige Protagonistin. Die umwerfenden Illustrationen verleihen diesem Buch das i-Tüpfelchen. Ein absolut vielversprechender Reihenauftakt, so muss Fantasy sein!

Bewertung vom 14.10.2016
Paper Swan - Ich will dich nicht lieben
Attar, Leylah

Paper Swan - Ich will dich nicht lieben


sehr gut

Skye Sedgewick ist 23 Jahre alt, wuchs in einer vermögenden Familie auf und musste noch keinen Tag hart arbeiten. In einem Augenblick verändert sich jedoch alles und ihr sorgenloses Leben wird komplett auf den Kopf gestellt. Skye wird verschleppt und findet sich auf einem kleinen Boot wieder, ihrem Entführer Damian ausgeliefert. Während Skye nur daran denkt wie sie die nächsten Tage übersteht und aus dieser Situation entkommen kann, liegen Damians Motive in der Vergangenheit begründet.

Meine Meinung:
Es ist nicht einfach dieses Buch in Worte zu fassen, ohne zu viel zu verraten. Hier greifen viele Details, viele Zahnrädchen ineinander und formen daraus etwas Großes. Vertraut mir, es ist besser, wenn ich nicht zu viel zum Inhalt schreibe. Es ist mysteriös und düster und greift dabei Themen wie Freundschaft und Loyalität, Liebe, Verlust, Vergeltung und Vergebung auf. Und damit ist "Paper Swan" mehr als eine Liebesgeschichte.

Dieses Buch brilliert durch einen fantastischen Schreibstil, der mitreißt und eine hypnotische Grundstimmung erzeugt. Erzählt wird dabei aus der Ich-Perspektive der beiden Protagonisten. Zeitsprünge in die Vergangenheit sorgen zusätzlich dafür, die Figuren noch besser verstehen zu können. So war ich von der ersten Seite an in der Geschichte gefangen, denn die von der Autorin geschaffene Atmosphäre bzw. Stimmung war so intensiv und einnehmend, dass ich mich manchmal daran erinnern musste nicht selbst Teil dieser Szenen zu sein. Ich habe schockiert nach Luft geschnappt, mitgefiebert und wurde von einer Flut an Emotionen überrollt.

Die Charaktere waren so lebendig und authentisch, insbesondere durch ihre Ecken, Kanten und Eigenarten. Ich mochte Skyee aufgrund ihrer Stärke und ihrem Temperament. Obwohl sie in einer ausweglosen Situation gefangen zu sein scheint, kämpft sie und lässt sich nicht unterkriegen. Und solche Figuren machen auch ein Buch stark! Damian hingegen ist ein wahrer Anti-Held, den man nicht mögen will, aber von Seite zu Seite eigentlich keine Chance mehr hat. Je mehr ich von ihm erfahren habe, in seine Vergangenheit eingetaucht bin, desto mehr wuchs auch er mir ans Herz.

Ich war begeistert wie aus dieser beklemmenden, düsteren und atmosphärischen Geschichte etwas zartes, wundervolles wurde. Die Wendungen und Überraschungen der Geschichte waren gut platziert, aber leider auch zum Schluss vorhersehbar. Die erste Buchhälfte wären absolute 5 Sterne gewesen, in der anderen Hälfte war das Erzähltempo nicht mehr ganz stimmig - manches wirkte gehetzt, anderes langatmig. Der Epilog ließ mich dann aber mit einem zufriedenen Gefühl zurück.

Fazit:
"Paper Swan" ist ein Must-Read für alle Romance-Fans, die auf der Suche sind nach einem außergewöhnlichen Buch. Die Autorin verdeutlicht, dass es nicht darauf ankommt wie kreativ eine Geschichte ist, sondern darauf, wie sie erzählt wird. Und das tut sie insbesondere mit einem tollen Schreibstil. Zusätzlich machen eine starke Protagonistin und ein Anti-Held, der einem ans Herz wächst, dieses Leseerlebnis zu etwas besonderem.

Bewertung vom 12.10.2016
Winter is Coming
Larrington, Carolyne

Winter is Coming


ausgezeichnet

Sowohl die TV-Serie als auch die Buchreihe von George R. R. Martin sind momentan sehr häufig Gegenstand von Diskussionen und Theorien. Aber kein Buch hat bisher einen Blick darauf geworfen, welche historischen Personen, Orte oder Begebenheiten den Autor inspiriert haben könnten. Carolyne Larrington, die sowohl die Serie gesehen hat als auch die Bücher kennt, schließt diese Lücke nun und beleuchtet historische Hintergründe. Es war ihr Ziel eine Hommage zu veröffentlichen an das Kunststück solche Buch-/Serienwelten zu gestalten.

Das Buch ist für die Fans von Game of Thrones geschrieben, absolute Einsteiger werden damit wenig Freude haben. Am besten ist es, wenn man die Buchreihe kennt und die Fernsehserie bis einschließlich der 5. Staffel gesehen hat. Die Autorin setzt ein Grundwissen voraus, markiert aber Spoiler ganz klar am Rand der jeweiligen Seiten. Sie unterteilt dabei in geringe Spoiler, mittelschwer bis schwerwiegend. So bleibt es jedem selbst überlassen, ob er die betreffenden Textpassagen liest oder es besser sein lässt. Sofern auf Textstellen im Buch verwiesen wird, beispielsweise mit Zitaten, so bezieht die Autorin sich auf die deutschen Bücher und auf die englischen Originale. Egal welche Ausgaben man nun besitzt, nachschlagen kann somit jeder. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen.

Die Autorin unterrichtet an einem College und ist eine Spezialistin für mittelalterliche Literatur und Kultur. So fällt es auch auf, dass Carolyne Larrington ihr Werk versteht. Das Buch ist sehr gut strukturiert und sinnvoll aufgebaut. Sie erklärt Völker, Politik, Sozialstrukturen und verweist auf Mythologien, erklärt Rittertum, Wappen, Religion und vieles mehr. Dazu informiert sie passend zu den einzelnen Landesteilen (Von Norden über den Westen, jenseits der Meerenge und in den Osten). Ich hatte dabei so manche Aha-Erlebnisse, muss aber auch zugeben, dass ich manche Stellen auch mal bloß quer gelesen habe. Die eine historische Person interessierte mich mehr, die andere Handelsbeziehung eher weniger.

Der Schreibstil gefiel mir ebenfalls. Sie schreibt sehr informativ, aber nicht hochwissenschaftlich und ich hatte das Gefühl einen gut recherchierten Game-of-Thrones-Reiseführer in der Hand zu haben. Es ist ein Sachbuch, das am meisten Freude macht, wenn man es immer direkt nach einer Serienfolge aufschlägt. So sieht man im Anschluss die ein oder andere Staffel oder auch ein Buchkapitel in einem anderen Licht. Auf diese Weise habe ich viele Informationen erhalten, aber gleichzeitig auch interessante historische Zusammenhänge erfahren. Vor allem Leser, die sich gern mit Geschichte beschäftigen und Faktenliebhaber sind, werden Spaß an diesem Werk haben. In einem Rutsch kann man dieses Buch aber nicht lesen, denn es ist einfach keine Unterhaltungslektüre und könnte so eher trocken empfunden werden.

Fazit: "Winter is Coming" ist ein gutes Buch, um seinen geschichtlichen Horizont zu erweitern, aber auch um historisches Hintergrundwissen zu Bücher und Serie zu erhalten. Es ist kein Must-Read, aber für geschichtsinteressierte Fans eine Bereicherung. Einsteiger und Gelegenheitsgucker werden damit allerdings nicht so viel Freude haben. Aber ansonsten kann ich es nur empfehlen!

Bewertung vom 10.10.2016
Ist die Liebe nicht schön?
Harrington, Carmel

Ist die Liebe nicht schön?


ausgezeichnet

Weihnachten ist das Fest der Liebe und der Familien. Belle und Jim, die beide selbst als Kinder schon Erfahrung mit Pflegefamilien gemacht haben, sind mittlerweile ebenfalls Eltern für viele Pflegekinder gewesen. Als Belle sich von ihrer Pflegetochter verabschieden muss, die sie wirklich innig liebt, fällt ihr alles besonders schwer. Weihnachten steht bevor, Belle steht jedoch kaum der Sinn danach. Doch dann passiert etwas überraschendes....

Meine Meinung:
Carmel Harringtons Buch basiert lose auf dem Film „Ist das Leben nicht schön?“. Der Film aus dem Jahr 1946 ist eine Tragikomödie, die ebenfalls zur Weihnachtszeit spielt. Ich habe den Film nicht gesehen, mein Lesefluss war davon auch nicht gestört.

Der Start dieses Buchs ist definitiv mal etwas anderes, denn wir bekommen gleich das Happy-End von Jim und Belle präsentiert. Das ist zwar auf der ersten Seite schon ein riesen Spoiler, aber für mich kam so gleich ein total romantisches Gefühl auf und ich habe mich sofort wohl gefühlt. Nur für Leute mit Kitsch-Aversion ist das Buch hier nicht unbedingt geeignet. Nach diesem Start springt das Buch fast zwei Jahrzehnte zurück, zu einem Zeitpunkt als unsere Protagonistin Belle als Pflegekind in ihr neues Zuhause kommt. Zu Tess, einer Frau mit einem Herz aus Gold.

Es gibt einige Zeitsprünge in diesem Buch, sodass wir die Charaktere über viele Jahre begleiten. Die Autorin zeigt wie Belle aufwächst, wie sich die Beziehung zwischen ihr und Jim entwickelt bis zu dem Zeitpunkt, indem Belle und Jim selbst Pflegeeltern sind. Es ist schön zusehen was aus den beiden über die Zeit wurde und von Seite zu Seite schloss ich sie mehr in mein Herz. Belle, Jim und all die Kinder sind so liebenswürdig gestaltet und vor allem so real, dass ich das Gefühl hatte direkt neben ihnen zu stehen. Jeder hat seine kleinen Eigenarten und allein die Charakterentwicklung zu verfolgen, war wirklich toll. Das in diesem Buch behandelte Pflegefamilien-Thema verpackt die Autorin dabei sehr sensibel und gefühlvoll. Aber auch ihr Schreibstil ist wirklich wunderschön und emotional.

Die Weihnachtsstimmung spannt sich zwar über die ganze Geschichte, aber sie drängt sich nicht auf. Damit ist das Buch definitiv auch ganzjahrestauglich. Zusätzlich war ich sehr angetan von dem irischen Setting. Überraschend war es dann als die kleine Portion Magie in dieser bisher so realistisch-wirkende Geschichte Einzug hielt. Anfangs hat mich dieses kleine Fantasy-Element etwas irritiert, die Autorin hat sich dabei aber durchaus etwas gedacht und so war es dann doch ganz passend.

Fazit:
„Ist die Liebe nicht schön?“ ist ein Buch voller Gefühl, eine bewegende Geschichte mit ein bisschen Magie. Carmel Harrington unterhielt mich mit einem wunderschönen Schreibstil und zwei Protagonisten, die ich fest in mein Herz geschlossen habe. Gerade zur Weihnachtszeit kommt so eine kuschlig-warme-festliche Stimmung auf.

Bewertung vom 28.09.2016
10 Tage in Vancouver
Getzler, Jutie

10 Tage in Vancouver


sehr gut

Lara, eine 26-jährige Düsseldorferin ist verliebt. Nicht nur ein bisschen, sondern so richtig. Er geht ihr einfach nicht aus dem Kopf: Patrick ist der Mann ihrer Träume. Der Haken an der Sache? Sie kennt ihn eigentlich gar nicht, denn er ist der Star einer Fernsehserie, die in Vancouver gedreht wird. Lara macht Nägel mit Köpfen und bucht eine 10-tägige Reise nach Kanada, um ihn endlich persönlich zu treffen. Ob dort alles nach ihren Vorstellungen abläuft, ob sie Patrick tatsächlich findet? All das entscheidet sich nach ihrer Ankunft in Vancouver, denn dann stellt das Buch den Leser vor die Auswahl von drei Entscheidungspunkten, die den weiteren Verlauf von Laras Erlebnissen bestimmen.

Meine Meinung:
Von Jutie Getzler hatte ich bisher noch kein Buch in der Hand, genauso wie ich noch keinen "interaktiven Liebesroman" gelesen habe. "10 Tage in Vancouver" klang nach einem originellen Roman, anders, als die normale Liebesgeschichte. Zugegeben: Hätte ich das Buch so in der Buchhandlung stehen sehen, dann wäre ich vermutlich nicht darauf aufmerksam geworden. Das Cover spricht mich leider gar nicht an: Es ist mir zu knallig-pink, verspielt und Schattenfiguren gefallen mir auch nicht. Das macht aber nichts, denn mir liegt es als Ebook vor und es geht ja vorrangig um den Inhalt.

Das Buch beginnt damit, dass Lara beschließt ihren Traummann endlich in Vancouver persönlich gegenüberstehen zu wollen. Bisher kannte sie ihn nur als Mark aus ihrer Fernsehserie. Sie ist so gespannt auf ihn und hofft, dass sie nach der Reise mit Patrick abschließen kann. Nach nur 2% steht Lara dann in Vancouver am Flughafen und der Leser kann sich zwischen drei Optionen entscheiden. Hinter jeder Alternative steckt ein anderes Reiseerlebnis, denn Lara lernt jeweils neue Menschen kennen und erlebt so manche Überraschung. Es bleibt uns Lesern dabei offen, ob es nach der Auswahl dann bei dieser einen Geschichte bleibt oder die anderen auch gelesen werden.

Meine Wahl fiel zuerst auf Version A und so habe ich direkt weitergeblättert. Im Ebook sind die jeweiligen Versionen verlinkt, sodass der Leser ohne störendes Suchen an der entsprechenden Stelle landet. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm, locker und flüssig. Ich konnte sofort in die Geschehnisse eintauchen und bin von Seite zu Seite geflogen. Auch die Figuren empfand ich als durchgängig sehr sympathisch und liebenswürdig dargestellt, obwohl ich mich nicht komplett mit Lara identifizieren konnte. Für mich war es einfach unglaubwürdig wie man sich mit 26 Jahren so in einen Schauspieler verlieben kann. Lara weiß sogar, dass er verheiratet ist. Und das löste bei mir nur noch Kopfschütteln aus. Wäre sie 10 Jahre jünger gewesen, dann hätte ich das eher nachvollziehen können. Aber so, leider gar nicht.

Das Buch liest sich insgesamt sehr schnell. Die einzelnen Geschichten sind alle romantisch sowie mit der richtigen Portion Humor und Drama ausgestattet. Dadurch unterhält der Roman wirklich gut und ist schnell gelesen. Unter "interaktiver" Liebesroman verstehe ich allerdings mehr als einen Entscheidungspunkt und so habe ich immer darauf gewartet, dass ich als Leser nochmals vor eine Entscheidung gestellt werde. Aber es blieb bei der einen Situation am Flughafen. Zudem war es für mich sehr gewöhnungsbedürftig, dass Lara in jeder Alternative anders liebt bzw. auf andere Männer trifft und dann alles sehr schnell geht. Version C empfand ich dann schon als etwas langatmig und das schmälerte den Lesegenuss. Vielleicht sollte man auch nicht alle Geschichten hintereinander lesen, sondern das Buch jedes mal eine Weile bei Seite legen.

Fazit:
"10 Tage in Vancouver" beschert dem Leser unterhaltsame Lesestunden mit liebenswürdigen Charakteren und einem sehr angenehmen Schreibstil. Das Buch liest sich - trotzt kleiner Schwachstellen - schnell und fällt insbesondere durch die originelle Gestaltung mit den Entscheidungspunkten auf. Die Autorin behalte ich im Auge und werde auch gerne die Fortsetzung lesen.

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