Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: sailor
Wohnort: Reckendorf
Über mich:
Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 69 Bewertungen
Bewertung vom 12.10.2020
Rache, auf ewig / Grall und Wyler Bd.3
Schütz, Lars

Rache, auf ewig / Grall und Wyler Bd.3


ausgezeichnet

Jan Grall und Rabea Wyler, das Profiler-Duo, arbeiten nicht mehr für die Polizei, sondern haben ein eigenes Büro eröffnet, das mehr schlecht als recht läuft, so dass sie sich sogar gezwungen sehen, einen DHL-Shop mit aufzunehmen. Da erreicht sie die Nachricht von einem unsagbar grausamen Mord auf Sylt, bei dem einer der Reichen und Mächtigen, von Bambus durchbohrt, einen schrecklichen Tod fand. Die beiden werden gebeten, bei den Ermittlungen zu helfen. Doch das wird nicht das einzige Opfer bleiben - auch in der Schweiz schlägt der sogenannte Erlöser brutal zu.

Ein überaus kluger Mörder, der sich unmenschlicher Methoden bedient, um sich an den Großen zu rächen? Ihm ist nur sehr schwer auf die Spur zu kommen und das Team gerät auch mal wieder in eine lebensgefährliche Situation. Dieser dritte Band um das sympathische Team hat mir wieder sehr gut gefallen. Ihr Privatleben, das auch nicht ganz ohne Probleme ist, kommt auch ausreichend zur Sprache. Das Buch ist sehr spannend geschrieben, teils auch recht brutal. Ein aufregender Thriller, den ich nur empfehlen kann!

Bewertung vom 25.08.2020
Helle und der falsche Prophet / Kommissarin Helle Jespers Bd.3
Arendt, Judith

Helle und der falsche Prophet / Kommissarin Helle Jespers Bd.3


sehr gut

Ihr neuester Fall berührt Helle persönlich sehr, da sie das Opfer, eine Freundin ihres Sohnes, und dessen Familie gut kennt. Merle wurde tot am Strand aufgefunden. War es Mord, ein Unfall oder gar Suizid? Und welche Rolle spíelt das merkwürdige junge Pärchen, das Merle in seinem alten Auto ein Stück mitgenommen hat, bis es zum Streit kam? Helle kann sich nicht vorstellen, dass die lebenslustige Merle sich umgebracht haben soll - ihre Eltern ebenso nicht.

Die zwei jungen Leute im Schrott-Auto sind auf der Flucht vor dem falschen Propheten, der sich Hiob nennt und mit seinen Jüngern auf einem großen Waldstück haust. Er setzt sie psychisch und physisch unter großen Druck, niemand darf etwas besitzen - außer ihm natürlich! - alles ist Gemeingut, auch die Kinder. Nick und Jemi ist die Flucht gelungen, doch besonders Jemi kommt in der freien Welt da draußen überhaupt nicht zurecht und begeht in ihrer Angst einige schwerwiegende Dummheiten.

Dieser dritte Fall für Helle ist sehr spannend geschrieben. Helle ist eine Polizistin, die sich nur schwer unterordnen kann, sie hat ihren eigenen Kopf und das wird von den Chefs natürlich nicht so gern gesehen. Aber ihre Kollegen lieben sie und auch ihre Familie wird sehr liebevoll beschrieben - also eine sympathische Person. Ich habe mich auf jeden Fall gut unterhalten gefühlt.

Bewertung vom 17.06.2020
DUNKEL / HULDA Trilogie Bd.1
Jonasson, Ragnar

DUNKEL / HULDA Trilogie Bd.1


sehr gut

Dies ist eigentlich der erste Teil der Hulda-Trilogie und doch wird hier das Ende der Polizei-Karriere von Kommissarin Hulda aus Island erzählt. Eine außergewöhnliche Form - mal was anderes!

Hulda, 64, verwitwet, hat nur noch ein halbes Jahr bis zu ihrer Pensionierung, vor der sie sich eigentlich fürchtet, denn sie hat sich ihr Leben lang in ihre Polizeiarbeit reingekniet und hat kein großes Privatleben. Als ihr Chef Magnus ihr mitteilt, dass sie bereits in 14 Tagen gehen soll, weil ein neuer Mitarbeiter ihr Büro benötigt, ist sie erstmal geschockt. Sie möchte noch einen alten Fall lösen, bei dem eine junge russische Asylbewerberin tot am Strand aufgefunden wurde und den ein Kollege mehr als lustlos bearbeitet und dann auf Suizid getippt hat. Doch Elena hatte keinen Grund, sich umzubringen, denn ihr Asylantrag war genehmigt worden. So ermittelt Hulda in diesem Fall, der ihr keine Ruhe lässt und macht sich nicht nur bei ihren Kollegen unbeliebt, sie bringt sich auch selbst noch in Gefahr.

Hulda hat immer für ihren Beruf gelebt, ist aber auch bei der Polizei immer mehr für sich geblieben, sie hat wenig Freunde und keine Familie mehr. Nach und nach erfährt man mehr über ihre tragische Geschichte und ihr Leben, das von Anfang an nicht gerade das glücklichste war. In Rückblenden erfährt man einiges über ihre Mutter und ihre Kindheit, in Einblendungen kann man das Schicksal des russischen Mädchens verfolgen. Durch den Perspektivenwechsel wird es nie langweilig und die Spannung bleibt bis zum Schluss bestehen. Sehr gut fand ich auch die ausführlichen Landschaftsbeschreibungen Islands.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.05.2020
Psychokiller
Ida Adam

Psychokiller


weniger gut

Das Popart-Cover sieht gut aus, verspricht aber leider mehr als es hält!

„Sie meinen, ich Ihren“ - das ist es, was Cybill Sarah vorschlägt. „Ich verführe Ihren Mann – Sie meinen, dann wissen wir, ob sie standhaft bleiben.“ Das ist es, was Cybill ihrer neuen Nachbarin Sarah sagt - doch die ist zuerst so gar nicht davon angetan. Sarah weiß nicht wirklich, ob sie ihrem Mann trauen kann, fühlt sich aber verfolgt und willigt dann doch ein. Doch das hat tödliche Folgen für einen von ihnen und die Polizei verdächtigt auch Sarah.

Der Schreibstil dieses Buches war überhaupt nicht nach meinem Geschmack und Sarah, die Hauptperson, fand ich einfach nur nervig. Die Geschichte ist wirr, teils unlogisch und konnte mich nicht mitreißen. Sarah war mir einfach nur unsympathisch, auch die Kapitel mit den Vernehmungen der New Yorker Polizei waren nicht besonders erhellend. Zum Ende hin kam ein bisschen Spannung auf, aber das konnte auch nicht mehr viel ausrichten.

Bewertung vom 30.04.2020
American Dirt
Cummins, Jeanine

American Dirt


ausgezeichnet

Nach einem äußerst brutalen Überfall mit Tötung fast aller Familienmitglieder von Lydia befindet sie sich mit ihrem kleinen Sohn Luca auf der Flucht vor den Mitgliedern des Kartells. Ihr ermordeter Mann war Journalist und hat es gewagt, einen Bericht über den Chef des Kartells zu veröffentlichen. Das bezahlte seine Familie mit ihrem Leben - es gab sechzehn Tote. Nur seine Frau und sein achtjähriger Sohn konnten sich verstecken und so entkommen. Traue niemandem - das ist ab sofort das Motto, denn jeder könnte auf der Gehaltsliste des Kartells stehen, auch die Polizei. Die einzige Möglichkeit, die Lydia für sich und Luca sieht, ist, so schnell wie möglich, Mexiko zu verlassen und Richtung Norden zu flüchten. Dieser Weg ist für die Migranten, denn das sind sie ja jetzt auch, sehr gefährlich und steinig.

Die Erzählerin verwebt gekonnt ihre Erinnerungen mit der jetzigen, erschreckenden Situation. Durch die Rückblicke wird klar, wie die Lage entstanden ist. Großartig erzählt sind auch die erschütternden Schicksale der mitreisenden Migranten, die ebenso wie Lydia und Luca starke Persönlichkeiten sind und mit einem überaus großen Willen zum Überleben ausgestattet sind. Das wird alles sehr spannend und authentisch beschrieben und wirkt alles sehr beängstigend. Daneben gibt es aber auch immer wieder richtig poetische Sätze, z.B. wie die Schwestern Soledad und Rebeca ihre Heimat, den Wolkenwald beschreiben. Es ist auf jeden Fall ein lesenswertes Buch, das ich nur empfehlen kann.

Bewertung vom 13.04.2020
Die Toten vom Lärchensee / Ein Fall für Arno Bussi Bd.2
Fischler, Joe

Die Toten vom Lärchensee / Ein Fall für Arno Bussi Bd.2


sehr gut

Arno Bussi wird von Wien aus mal wieder vom Qualtinger zu einem Sondereinsatz in seine Heimat nach Tirol geschickt. Dort am schönen Lärchensee wurde vor fünf Jahren der Seewirt ermordet. Nun soll dort ein exklusives Chalet-Dorf entstehen, doch es gibt auch Gegner dieses Projektes. Die schöne Laura hat die Insel im See gepachtet und protestiert von dort aus dagegen. Die große Hitze und die anziehende junge Frau verwirren ihn ganz schön. Da geschieht noch ein Mord in dem kleinen Dorf ....

Ich finde diesen zweiten Fall für den Gruppeninspektor Arno Bussi realistischer als den ersten und daher wesentlich besser. Die Geschichte wird sehr witzig und spannend erzählt. Arno ist sehr sympathisch und wird mal wieder vom Pech verfolgt. Erst bringt ihm der Dorfbrunnen die Gedärme durcheinander, dann wird er verletzt und muss auch noch hungern. Bis zuletzt bleibt die Spannung hoch und der Täter unerkannt. Ein lustiger Krimi aus Tirol, den ich empfehlen kann!

Bewertung vom 31.03.2020
Das wirkliche Leben
Dieudonné, Adeline

Das wirkliche Leben


ausgezeichnet

Ein Geschwisterpaar - der Junge sechs und das Mädchen zehn Jahre - wollen sich, wie an jedem Abend im Sommer, beim Eismann ein Eis kaufen, als sich vor ihren Augen ein Drama abspielt. Keiner nimmt sich der traumatisierten Kinder an, nur das Mädchen kümmert sich rührend um seinen kleineren Bruder, schafft es aber nicht, ihn wieder zum Lachen zu bekommen. Sein Wesen verändert sich, er beginnt, seine Wut an Tieren auszulassen. Sie kann nichts dagegen tun, erkennt aber sehr genau die Lage. Sie beginnt, sich stark für Physik zu interessieren, damit sie irgendwann in der Lage ist, eine Zeitreise anzutreten, um dieses verstörende Ereignis ungeschehen zu machen. Die Mutter, eine Amöbe, hat große Angst vor dem Vater, der gerne und brutal zuschlägt.

In den nächsten Jahren erleben wir, wie das Mädchen immer intelligenter und stärker wird, was sie vor ihrem Vater zu verstecken sucht. Der Junge geht mit seinem Vater zur Jagd und lernt Schießen. Die männlichen Familienmitglieder haben das Sagen und die weiblichen dürfen nur gehorchen. Doch das Mädchen ist schlau, überspringt sogar eine Klasse und eignet sich großes Wissen an. Sie erlebt ihre erste Liebe, dann kommt das Unheil in Form ihres brutalen Vaters auf sie zu ....

Das beeindruckende Buch ist in einer sehr lebendigen Sprache geschrieben, die Autorin versteht es, alles sehr bildlich mit Vergleichen zu beschreiben. Sie beschreibt die Entwicklung eines Mädchens zu einer starken, ungewöhnlichen Persönlichkeit, die auf keinen Fall so wie ihre Eltern werden will. Sie ist auf der Suche nach Liebe und findet in ihrer Familie doch nur Gleichgültigkeit und Hass, was zu einem brutalen und gewalttätigen Ende führt.

Bewertung vom 31.03.2020
Echo des Schweigens
Thiele, Markus

Echo des Schweigens


ausgezeichnet

Dieser Roman handelt von der Liebesgeschichte zwischen Sophie und Hannes, die sich zufällig begegnen, sich verlieben und später feststellen müssen, dass sie sich auf gegensätzlichen Seiten vor Gericht befinden. Denn Hannes ist Anwalt und verteidigt einen, bis dahin unbescholtenen Polizisten, der angeklagt ist, einen dunkelhäutigen Gefangenen angezündet zu haben. Die Ärztin Sophie hat ein Gutachten zu diesem Fall erstellt und nun heißt es für Hannes vor Gericht: Recht oder Gerechtigkeit?

Doch es ist nicht nur eine Liebesgeschichte und ein Justiz-Drama, sondern auch noch ein Roman mit Ausflügen in die Geschichte. Sehr bewegend wird das Schicksal von der jüdischen Großmutter Sophies erzählt, die im KZ starb. Auch von der wohlhabenden Unternehmerfamilie von Hannes zu diesen Zeiten wird berichtet. Das ist alles sehr interessant und beeindruckend geschildert, durch die verschiedenen Zeitebenen wird es nie langweilig. Der Gewissenskonflikt des Anwalts ist gut nachvollziehbar beschrieben, die Protagonisten sind sympathisch. Aber wird die Liebe von Hannes und Sophie stark genug sein?