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Benutzername: Wurm200
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Bewertungen

Insgesamt 73 Bewertungen
Bewertung vom 11.10.2019
Melmoth
Perry, Sarah

Melmoth


sehr gut

Der Roman von Autorin Sarah Perry verzichtet vollständig auf Kapitel ist allerdings in drei Teile aufgeteilt. Überschriften gibt es allein dort, wo ein Brief oder Manuskript gelesen wird und von denen gibt es im Verlauf des Buches, so einige. Dadurch ist es so, dass uns das Buch mehrere kleine Geschichten erzählt, und einen immer tiefer in die Geschichte um “Melmoth” zieht. Für meinen Geschmack wurde es allerdings irgendwann etwas zu viel mit Manuskripten und Briefen, auch wenn man dadurch viele Informationen zu den Charakteren erhalten hat, wirkte es ein wenig aufgebläht und hat das Buch in die Länge gezogen (dabei ist das Buch mit 332 Seiten schon nicht recht lang).
Schon zu Beginn des Buches, bekommt man gleich einen Brief zu lesen, welcher nicht mit Spannung geizt. Hier ist mir besonders der letzte Satz im Gedächtnis geblieben, denn dieser erzeugte bei mir eine Menge an Spannung und das allein durch zwei Wörter, “Sie Kommt”. Sofort möchte man wissen, wen oder was durch diese Andeutung gemeint ist. Weitere Elemente, um diese Spannung zu halten, begegnen einem immer wieder in Form von erneuten Andeutungen, unbekannten Verfolgern oder dem Auftauchen von Vögeln. Grusel oder sogar Horror, wie man es eventuell bei dem Buch vermuten würde, blieben bei mir allerdings aus. Es wird zwar einiges versucht, um einige Momente zu erzeugen, allerdings haben diese bei mir nicht gewirkt (bei zartbesaiteten kann dies da schon anders aussehen). So ist die Stimmung im Verlauf des gesamten Buches, immer dunkel und düster oder aber es geschehen mysteriöse Dinge. Einen besonderen Moment, der durchaus gruselig wirken kann, kommt dann am Ende des Buches. Hier wird der ein oder andere Leser sicherlich Gänsehaut an sich bemerken, denn hier beweist die Autorin ihr Handwerk und überzeugt zum Schluss nochmals (auf eine genauere Beschreibung verzichte ich, da ich niemanden diesen Moment spoilern möchte).
Eine besondere “Herausforderung” hält das Buch durch seinen Schreibstil bereit. Dieser ist sicherlich nicht für jeden geeignet und erfordert mitunter ein wenig an Zeit. Wenn man allerdings offen an das Buch herangeht, sollte man schon nach einiger Zeit ins Buch gefunden haben.



Cover: Das Cover von “Melmoth” wirkt auf den ersten Blick recht dunkel und düster. Dies passt auch gut zur Stimmung, welche es im Buch gibt. Auf dem Cover sind einige Federn zu sehen, welche sich auch farblich vom Hintergrund abheben. Diese Federn deuten auf einen Vogel hin, welcher ebenfalls im Buch eine Rolle spielt. Darüber hinaus, sieht man auch einige kleine Vögel, die im Nachthimmel fliegen. Der Titel des Buches, steht in heller Schrift geschrieben und hebt sich perfekt vom Hintergrund ab. Der Titel ist gleichzeitig der Name der mysteriösen Frau, um die sich das gesamte Buch dreht.
Das Cover gefällt mir sehr gut und spricht mich optisch auch an. Düster und dunkel gehalten, spiegelt es den Inhalt gut wieder. Ein wirklich passendes Cover.

Fazit: “Melmoth” wirkt von Außen schon recht düster, was sich im inneren auch fortsetzt. Auch wenn es anders wirken mag, versteckt sich hinter “Melmoth” ein Roman, welchem man etwas Zeit widmen sollte. Hinsetzen und einfach lesen ist da nicht. Dies hat allerdings auch zur Folge, dass der ein oder andere sicherlich enttäuscht sein wird. Wer sich allerdings auf das Buch einlässt und bis zum Schluss durchhält, wird womöglich belohnt. Ich selbst habe mir anfangs etwas völlig anderes vorgestellt und musste mich erst in Buch finden. Einige Stellen konnten mich dabei zwar nicht überzeugen, im Großen und Ganzen allerdings, wurde ich gut unterhalten. Besonders das Ende hat mir sehr gut gefallen. Von mir bekommt “Melmoth” 4/5 Sterne.

Bewertung vom 05.10.2019
Mord ist schlecht fürs Geschäft / Honey Driver ermittelt Bd.1
Goodhind, Jean G.

Mord ist schlecht fürs Geschäft / Honey Driver ermittelt Bd.1


gut

Die Story von “Mord ist schlecht fürs Geschäft” umfasst insgesamt 37 Kapitel, wobei die Kapitelüberschriften recht einfach gehalten sind.
Das Buch beginnt recht ruhig und ohne Rätsel/Fragen, wie es oftmals in Krimis der Fall ist. Hierdurch lässt sich der Story von Beginn an gut folgen, auch wenn diese anfangs etwas aufgesetzt wirkt (besonders wie genau Honey zu ihrer Arbeit als Detektivin gekommen ist), allerdings fehlt so auch die Anfangsspannung. Leider stellt sich diese Spannung auch im Laufe des Buches, zumindest bei mir, nicht recht ein. Hier könnten besonders die Anspruchsvollen Krimifans eine Enttäuschung erleben. Außerdem ist der Mordfall und die Ermittlung dazu, etwas langatmig. Außerdem lässt sich dem Krimi nur schwer folgen, was daran liegt, dass es doch recht viele Personen gibt, die im Laufe der Handlung auftauchen. Im Großen und Ganzen handelt es sich bei “Mord ist schlecht fürs Geschäft” eher um einen locker, leichter Krimi, der sich bestens für die anspruchslose Unterhaltung zwischendurch eignet. Hierfür sorgt ebenfalls, der wirklich leicht und flüssig zu lesende Schreibstil von Jean G. Goodhind. Außerdem überzeugt dieser Schreibstil auch dadurch, dass er sehr detailliert ist und so ein wirklich tolles Bild erlaubt, dass sich nach und nach im Kopf der Leser bildet.
Neben dem Mordfall, geht es in dem Buch ebenfalls um die völlig verschiedenen Charaktere der Geschichte, die wirklich gut zueinander passen. Die Charaktere haben alle ihre eigene, typische Art an sich, die im ganzen Buch über immer wieder zu erkennen ist. Besonders im Verhalten der Charaktere untereinander, fand ich das Buch gut. Hier lassen sich besonders die Szenen der Mutter und ihrer Tochter Honey nennen. Man kann dort recht gut nachvollziehen, wieso Honey nicht sonderlich gerne in der Nähe ihrer Mutter ist. Auch die lockere und humorvolle Art der Protagonistin, überzeugt im Verlauf der Handlung immer wieder. Von der britischen Lebensart, die auf dem Klappentext versprochen wird, ist für mich nicht wirklich gut eingefangen worden, dass habe ich schon deutlich besser gesehen.

Cover: Das mintgrüne Cover von “Mord ist schlecht fürs Geschäft” enthält einige kleine Details, die deutlich an eine britische Lebensart erinnern lassen. So findet sich vorne auf dem Cover, eine rote Teekanne mit passender Tasse und einem Teebeutel. Hier bildet man wohl die bekannte Teatime ab. Außerdem sieht man ein Messer, dass sich über dem Wort “Mord” befindet. Dieses Wörtchen “Mord” sticht auch dadurch heraus, dass es deutlich größer als der Rest des Titels gedruckt ist. Insgesamt schaut der Titel elegant aus, was an der gewählten Schriftart liegt.
Das Cover macht insgesamt einen tollen und passenden Eindruck. Es bildet einige Details ab, die zum Buch passen.

Fazit: Mord ist schlecht fürs Geschäft ist kein sonderlich spannender und aufreibender Krimi. Leser/-innen die das an einem Krimi bevorzugen, kommen hier also nicht auf ihre Kosten. Für Freunde der locker, leichten Unterhaltung, eignet sich das Buch von Jean G. Goodhind da schon eher. Es überzeugt nicht über die gesamte Länge des Buches, allerdings handelt es sich auch nicht um eine totale Katastrophe. Für mich reiht sich “Mord ist schlecht fürs Geschäft” im guten Mittelfeld ein und bekommt daher auch 3/5 Sterne.

Bewertung vom 08.09.2019
Inselküsse
Kühne, Evelyn

Inselküsse


sehr gut

Marie ist Töpferin und wohnt gemeinsam mit ihren drei Kindern in einer Wohnung, die nicht sonderlich zur Familie passt. Dann ist da auch noch die erhöhte Miete, die der Vermieter nach der Sanierung verlangen möchte. Zu allem Überfluss hat Marie auch noch einen Großauftrag für ihre Töpferarbeiten, den sie gerne annehmen würde. Die Lösung für all die Probleme kommt in Form von Nachbarin Ruth. Diese hat ein Haus geerbt, dass zusätzlich noch ein Nebenhaus beinhaltet, dass perfekt als Töpferei dienen könnte. Allerdings fällt Marie, trotz des tollen Angebotes, die Wahl nicht leicht, sodass sie erst mal in Ruhe über alles nachdenken muss.

Die Geschichte von “Inselküsse” wird in insgesamt 23 Kapiteln erzählt, wobei jedes mit einem kleinen Symbol einer Herzblume beginnt. Der Beginn des Buches, kommt noch recht düster und trist daher, allerdings ändert sich das immer wieder im Laufe des Buches. Der Beginn wirkt dabei allerdings etwas aufgesetzt und kommt mit etwas sehr viel Zufall daher. Allerdings ist dies nicht unbedingt Negativ, schließlich treibt es die Handlung voran. Diese ist im Großen und Ganzen schon von Beginn an klar und weicht auch kaum vom üblichen Muster ab. Zwei Menschen finden sich, verlieben sich, finden aber erst nach mehrmaligen Hin und Her zusammen, so lässt es sich am besten zusammenfassen. Dieser Zustand scheint sich bereits nach der Hälfte des Buches einzustellen, allerdings lässt sich hier sehr schnell erkennen, dass es damit noch lange nicht getan ist. Und so kommt es dann auch, wobei sich jetzt ein Hauch von Spannung in die Geschichte mischt (wegen Christian und seinem Verhalten).
Trotzdem wundert es dann wohl niemanden, dass am Ende von “Inselküsse”, ein Happy End auf einen wartet (dies ist schon von Beginn an abzusehen). Hier hätte ruhig etwas mehr kommen können, denn nach all den Seiten auf denen man den Charakteren gefolgt ist, wird das Ende doch recht schnell abgehandelt.
Neben dem Beziehungsstatus der Charaktere, ändern sich diese im Laufe des Buches allerdings ebenfalls. Ist die Tochter anfänglich noch, wie oftmals in solch einer Handlung, recht launisch, wirkt sie am Ende glücklich. Das Erlebte hat die Familie spürbar zusammengeschweißt.
Der Schreibstil der Autorin ist dabei flüssig und gut zu lesen. Die vielen Details sorgen dafür, dass man sich beim Lesen an der Ostsee befindet.

Cover: Auf dem Cover von “Inselküsse” ist ein Haus zu sehen, dass wohl ein Abbild dessen ist, was im Buch selbst ebenfalls vorkommt. Hier ist also bereits ein Bezug zum Inhalt. Der Titel des Romans, steht über dem Haus und hebt sich nur leicht vom Hintergrund ab. Schauen wir auf die anderen Bücher von Autorin Evelyn Kühne, stellt man in Sachen Gestaltung, einen Zusammenhang fest. Also auch hier reiht sich “Inselküsse” in bereits bestehende Bücher ein.
Insgesamt wirkt das Cover sehr idyllisch und passt gut zum Inhalt des Buches. Allerdings macht das Cover auch nicht wirklich etwas neu, was nicht sonderlich schlimm ist.

Fazit: Evelyn Kühne entführt die Leser in ihrem Roman “Inselküsse” an die Ostsee. Man begleitet über all die Seiten eine Familie, auf den Weg in ihr Glück. Klar das es da nicht immer kommt, wie man es sich wünscht. Inselküsse erzählt eine Geschichte über den Mut zu Veränderungen aber auch darüber, wie wichtig Freunde und Familie sein können. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, auch wenn das Buch nach bekanntem Muster vorgeht. Von mir bekommt “Inselküsse” 4/5 Sterne.

Bewertung vom 25.08.2019
Als wir im Regen tanzten
Saalfeld, Michaela

Als wir im Regen tanzten


gut

Die Story von “Als wir im Regen tanzten” wird in insgesamt 4 Teilen erzählt, die nochmals in insgesamt 28 Kapitel unterteilt sind. Zu Beginn eines neuen Teils gibt es immer ein Zitat von Kurt Tucholsky. Dieses Zitat ist dabei immer passend zu dem, was in dem jeweiligen Abschnitt passiert.
Das Buch spielt zeitlich zwischen den beiden Weltkriegen. Diese Situation wird von Autorin Michaela Saalfeld auch aufgegriffen und gut wiedergegeben. Auf der einen Seite spürt man die Folgen, die der 1. Weltkrieg verursacht hat, auf der anderen Seite, lauert aber auch schon das Schicksal, welches zum 2. Weltkrieg führen wird. Hier wird deutlich, dass die Autorin gleichzeitig auch Historikerin ist, was sich in den Erzählungen der politischen Situation sicherlich von Vorteil ist. Neben den Erwähnungen der politischen Situation innerhalb des Geschehen, wird diese auch an dem Verhalten der Charaktere sichtbar. Hier ist allen voran die Protagonistin Recha zu nennen. Angst und Abscheu zeigt sie offen und spricht sie an, was nicht sonderlich verwundert, schließlich ist Recha Jüdin.
Die zeitliche Abfolge der Story hingegen, ist nur schwer zu erkennen. Zwar gibt es immer mal wieder Angaben des Monats oder aber der Jahreszeit, allerdings war es trotzdem schwer für mich, der Geschichte zeitlich zu folgen. Dies könnte allerdings auch daran gelegen haben, dass “Als wir im Regen tanzten” über weite Teile, wirklich zäh zu lesen war und ich mich sehr tat, das Buch nicht einfach aus der Hand zu legen. Auch die Tatsache, dass die Autorin in ihrem Buch zwei Handlungsstränge erzählt, wirkt sich nicht wirklich positiv auf das Buch aus. Man fragt sich immer wieder, was die beiden Stränge gemein haben und wie sie wohl zueinanderfinden werden. Hier hätte ich mir gewünscht, den Fokus mehr auf Recha und Willi zu legen, auch wenn das Buch dadurch sicherlich kürzer ausgefallen wäre.
Zum Ende hin, findet die Story noch ein versöhnliches Ende. War die Story anfangs schon toll und glücklich, gab es ja im Verlauf der Story eine deutliche Wandlung bei allen Charakteren. Zum Ende allerdings, findet die Story wieder zu ihrem Ursprung zurück, was mich persönlich auch versöhnlich gestimmt hat.
Das Nachwort blieb mir positiv in Erinnerung (als eine von wenigen Stellen des Buches) und bildet einen tollen Abschluss für das Buch. Ebenfalls positiv zu nennen, ist das vorhandene Glossar am Ende des Buches. Zwar gab es für mich kaum unverständliche Worte, allerdings kann es bei einem Buch, aus einer anderen Epoche durchaus vorkommen, dass man nicht jedes Wort versteht.

Cover: Das Cover von “Als wir im Regen tanzten” zeigt im Hintergrund, dass Konzerthaus von Berlin (damals noch Schauspielhaus). Im Vordergrund steht eine Frau, die sich zum Konzerthaus umdreht. Hierbei kann es sich um die Protagonistin des Buches handeln. Die ganze Szene, passt gut zum Buch und spiegelt die Epoche, in der die Story spielt, wieder.
Der Titel des Buches, steht direkt unter dem Namen der Autorin. Hier fällt mir auf, dass der Name größer gedruckt ist, als der Titel selbst. Mir persönlich gefällt diese Gestaltung nicht so sonderlich, da ich es mag, wenn der Titel eines Buches ins Auge sticht.
Insgesamt ist das Cover von “Als wir im Regen tanzten” passend und stimmig zum Buch gewählt. Titel und Autor hätten anders arrangiert werden können, fällt aber kaum ins Gewicht.

Fazit: Der Klappentext von “Als wir im Regen tanzten” hatte mein Interesse geweckt. Allerdings konnte dieses Interesse beim Lesen des Buches nicht aufrecht gehalten werden. An einigen Stellen kann das Buch zwar punkten und es macht sogar Spaß zu lesen, allerdings vergeht das oftmals wieder genau so schnell, wie es gekommen ist. Mir war es über weite Strecken einfach zu zäh und auch der zweite Handlungsstrang hätte nicht sein müssen. Mich konnte das Buch am Ende nicht 100 % überzeugen, weshalb “Als wir im Regen tanzten” von mir solide 3/5 Sterne bekommt.

Bewertung vom 08.08.2019
Das Vagina-Buch
Liekens, Goedele

Das Vagina-Buch


ausgezeichnet

Cover: Auf der Vorderseite des Covers von “Das Vagina-Buch” ist der Unterkörper einer Frau zu sehen. Im Schambereich befindet sich ein Dreieck, in der Farbe Magenta. Dies ist also auch sofort sichtbar und fällt direkt ins Auge. Innerhalb des Dreiecks befindet sich der Titel “Das Vagina-Buch”, in weißer Schrift.
Auf der Rückseite des Covers, sehen wir ebenfalls den Schambereich einer Frau, welcher neben dem magentafarbenen Dreieck, auch von einer Hand verdeckt wird. Toll ist es, dass der Buchrücken ebenfalls in Magenta ist, wodurch er auch im Bücherregal sofort ins Auge fällt.
Insgesamt also ein schlichtes aber passendes Cover, das sicherlich nicht ungesehen bleibt.

Fazit: “Das Vagina-Buch” von Autorin Goedele Liekens ist mehr als nur ein Buch zum Lesen. Das behandelte Thema wird humorvoll behandelt, behält aber zu jeder Zeit den nötigen Ernst, den ein solches Buch benötigt. Natürlich richtet sich die Goedele Liekens in diesem Buch bevorzugt an weibliche Leserinnen, allerdings kann ich auch dem männlichen Geschlecht nur empfehlen, einen Blick zu riskieren. Von mir bekommt “Das Vagina-Buch” volle 5/5 Sternen.

Bewertung vom 04.08.2019
All das zu verlieren
Slimani, Leïla

All das zu verlieren


gut

Adéle führt ein eigentlich tolles Leben, ist verheiratet mit ihrem Mann Richard und den Sohn der beiden. Doch in Wirklichkeit ist es nicht so, wie es nach außen hin scheint. Adéle ist in ihrem Leben hin und hergerissen. Wünscht sich auf der einen Seite ein anderes Leben, hat auf der anderen Seite jedoch Angst davor, alles zu verlieren. Das was die Sache nochmals erschwert, ist die Tatsache, dass Adéle Sex mit anderen Männern hat, wovon ihr Mann Richard jedoch nichts wissen darf.

Das Buch “All das zu verlieren” hat keine typischen Kapitel, sondern viel mehr Absätze. Einige der Absätze behandeln dabei die Vergangenheit der Protagonistin (welche von Beginn an nicht sonderlich sympathisch zu sein scheint), wodurch sich der/die Leser/-in nach und nach, immer mehr Puzzleteile der Protagonistin bekommt. So lässt sich das Verhalten der Charaktere, im Laufe des Buches auch immer besser verstehen. Leider wurde hier einiges an Potenzial nicht ausgeschöpft und es bleibt noch Luft nach oben, denn 100 % nachvollziehen lässt sich das Verhalten der Protagonistin leider nicht immer (und das bis zum Ende des Buches). Allgemein wird die Protagonistin des Buches deutlich genauer beleuchtet, als alle anderen, im Buch vorkommenden Charaktere. Dies ist aber auch zu verstehen, da es im Buch eindeutig um das Leben von Adéle geht, einer Frau, die ständig auf der Suche nach Glück ist, dies jedoch nie vollends erreicht. Dementsprechend Negativ ist die Grundstimmung des Buches und das bis zum Ende hin. Auf jeder Seite bekommt der/die Leser/-in dabei einen neuen, teilweise erschreckenden Einblick in die psyche der Protagonistin, der garantiert polarisiert.
Positiv zu nennen sind bei dem Buch allerdings der Schreibstil der Autorin (Leïla Slimani), denn dieser ist die ganze Zeit über recht flüssig zu lesen und zu jedem Zeitpunkt leicht verständlich (wenn auch nicht immer nachvollziehbar, siehe oben).


Cover: Das Cover des Buches “All das zu verlieren” ist in zwei Farben (gelb und grau) unterteilt. Hier zeigt sich eventuell schon die Tatsache, dass die Protagonistin zwei Seiten/Leben hat?! Eventuell ist die gelbe Farbe dabei sogar ein Indiz auf Frankreich, wenn man an den Eifelturm denkt?! Außerdem sehen wir eine rauchende Frau, bei der es sich scheinbar, um die Protagonistin selbst handelt. Diese Frau steht dabei genau in der Mitte, der zwei kontrastreichen Farben (wie im Leben der Protagonistin selbst). Der Titel (All das zu verlieren) des Buches, steht auf der gelben Seite und passt wirklich gut zum Inhalt des Buches (spätestens nach dem Lesen wird einem klar, wieso das Buch diesen Titel trägt).
Insgesamt gefällt mir das Cover von “All das zu verlieren” gut und es ist passend zum Inhalt. Es wirkt zwar leicht minimalistisch und ist nicht auf den ersten Blick zu verstehen, allerdings ist das für mich keineswegs negativ.

Fazit: Leïla Slimani hat ein Buch geschaffen, welches bis zum Ende hin, mit Trauer durchtränkt ist. Die Handlungen der Charaktere sind dabei erschreckend zu lesen, leider aber nicht immer nachvollziehbar und das ist in meinen Augen, für ein Top Buch, wichtig. Auch nach dem Ende des Buches bleibt eigentlich nicht viel zurück, außer einer eventuell negativen Stimmung, von der man sich hat anstecken lassen. Der Schreibstil und die Sprache des Buches lassen sich allerdings gut und flüssig lesen.
Mich konnte das Buch also nicht wirklich überzeugen, weshalb ich nur auf 3/5 Sterne komme.

Bewertung vom 27.07.2019
Fünf Sterne für dich
Lucas, Charlotte

Fünf Sterne für dich


ausgezeichnet

“Fünf Sterne für dich” besteht aus insgesamt 57 Kapiteln (und einem Epilog), in denen die Handlung erzählt wird. Jedes der Kapitel, wird dabei aus der Sicht einer anderen Person erzählt (Konrad/Pia). Als weitere Information neben dem Namen bekommt man zu jedem neuen Kapitel, die Angabe von Datum und Uhrzeit. Hierdurch lässt sich die Handlung beim Lesen besser und leichter verfolgen, vor allem, weil es hin und wieder auch einen kleinen Sprung in den Tagen gibt (von einem Kapitel zum nächsten Vergehen mehrere Tage). Was innerhalb der Kapitel auffällt, sind die verschiedenen Formatierungen des Textes, die verwendet werden. Bewertungen, Whatsapp-Chat, Rückblicke,... alles bekommt eine eigenständige Formatierung, was mir persönlich sehr gefällt.
Zu Beginn des Buches gibt es ein Zitat, dass man auf Konrad und Pia anwenden kann (im Laufe des Buches wird einem klar wieso). Danach geht es mit der Handlung los, die anfangs noch Fragen aufwirft (Im Laufe des Buches werden alle Fragezeichen aufgeklärt, auch wenn einige davon, etwas vorhersehbar sind) und zum Lesen animiert, wobei es sogar gelingt, ein wenig Spannung aufzubauen. Weitere Spannung wird im Laufe des Buches aufgebaut, durch ein nicht ausgesprochenes Geheimnis, dessen Lüftung am Ende des Buches, die ein oder andere Überraschung bereithält. Die Charaktere des Buches sind gut gewählt und fast alle entwickeln sich das ganze Buch über weiter (Konrad z. B. ist anfangs noch verschlossen, am Ende allerdings deutlich offener). Es geht sogar so weit, dass man beim lesen Gefühle für/gegen den ein oder anderen Charakter entwickelt. Hierbei hilft der hohe Detailgrad, den Charlotte Lucas das ganze Buch über nutzt, um die Handlung zu erzählen. Außerdem nimmt sie sich Zeit, die Handlung zu erzählen (ca. 120 Seiten für einen Abend). Was darüber hinaus auffällt, ist die Tatsache das die Charaktere zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar und real agieren. Hier merkt man die, im Buch schon angekündigte, Unterstützung der Schüler/-innen. Der gewisse Grad an Realität ist aber auch nützlich bei dem Thema, welches Charlotte Lucas in ihrem Buch verarbeitet. Hierbei handelt es sich nämlich um Mobbing, was leider noch immer, weit verbreitet ist. Neben dem Mobbing gibt es allerdings auch noch eine Liebesgeschichte, die in “Fünf Sterne für dich” erzählt wird. Beides ist sehr gut miteinander verbunden worden und passt perfekt zusammen in das Buch. Am Ende wird das Buch den/die Leser/-in überraschen und kommt zu einem Happy End, das jedem gefallen wird.

Cover: Das Cover von “Fünf Sterne für dich” ist in Lila gehalten. Die Seitenkanten unterscheiden sich hier allerdings, denn diese sind gelb, wodurch das Buch wirklich toll aussieht.
Auf der Vorderseite des Covers sieht man einen Stern, auf dem 3 Personen zu finden sind. Der Stern hat einen direkten Bezug zum Titel und Inhalt (der Protagonist bewertet gerne). Bei den drei Personen handelt es sich um die drei wichtigsten Charaktere der erzählten Geschichte. Wenn man hier auf die Details achtet, sieht man sogar typische Gegenstände, die ebenfalls im Buch vorkommen. Der Titel des Buches (Fünf Sterne für dich) steht mittig im Stern und ist in Prägeschrift (man kann ihn leicht ertasten) geschrieben.
Insgesamt ist das Cover wirklich sehr anschaulich und bis ins Detail schön gestaltet. Das Thema des Buches wird aufgegriffen und lässt sich im Cover wiederfinden.

Fazit: Charlotte Lucas erzählt in ihrem Roman “Fünf Sterne für dich” eine Geschichte über Freundschaft und Liebe, die für jung und alt gleichermaßen geeignet ist. Dabei greift sie mit Mobbing, ein wichtiges Thema unter Jugendlichen auf. Auch der Handlungsort und die real wirkenden Handlungen, tragen zu einer tollen Unterhaltung bei. Ich kann dieses Buch mit gutem Gewissen weiterempfehlen und gebe 5/5 Sterne.

Bewertung vom 06.07.2019
Im Schatten des Schleiers
Ahwazi, Maryam Heidari

Im Schatten des Schleiers


sehr gut

Maryam ist eine junge Iranerin und gehört gleichzeitig zu einer Minderheit (den Ahwazi). In der Schulzeit bekommt sie ein verlockendes Angebot, das ihr Leben verändern könnte, aber nicht ohne einen großen Preis dafür zu bezahlen. Sie lehnt das Angebot der Basidschi-Lehrerin mehrmals ab. Nach der Schulzeit eröffnet Maryam ihren eigenen Schönheitssalon, der anfänglich jedoch nicht gut läuft. Um dies zu ändern, wendet sich Maryam an eine Doaenevis, die ihr auch helfen kann. Als Maryam dann auch noch mit dem Christentum in Kontakt kommt, soll sich ihr Leben für immer ändern.

Das Buch “Im Schatten des Schleiers” von Maryam Heidari Ahwazi ist in insgesamt vier Teile und 178 Kapitel unterteilt. Die gegebenen Überschriften (jeder Teil und jedes neue Kapitel hat eine), ist dabei stets passend zum Inhalt. Bei den Teilen handelt es sich um verschiedene Stationen (Kindheit bis zur Flucht) im Leben der Protagonistin Maryam (bei der es sich um die Autorin selbst handelt), womit der/die Leser/-in ihr Leben Eposidenhaft verfolgen kann. Leider fällt hier auch schon etwas negativ auf, denn während bestimmten Abschnitten recht viel Zeit gewidmet wird, kommen andere Stationen zu kurz oder gar nicht vor. Beispielhaft möchte ich hier die Stelle der Folter nennen. Diese wird recht schnell/kurz abgehandelt und das, obwohl sie auf dem Cover mit angepriesen wird. Aber eben diese Stelle kann ich dann auch für etwas Positives nennen, dem Detailgrad in der die Geschichte erzählt wird (zumindest stellenweise). So ist die Folterszene zwar, leider recht kurz, aber trotz der Kürze so gut beschrieben, dass man beim Lesen mitfühlt. Allgemein ist das Mitgefühl, genau wie das Kopfschütteln auch, ein ständiger Begleiter beim Lesen, da man immer wieder aufs Neue erfährt, wie mit den Menschen im Iran, zumindest teilweise, umgegangen wird. Besonders der Unterschied, der zwischen Mann und Frau gemacht wird, lässt sich an einigen Stellen herauslesen. Durch die Tatsache das es ein Erfahrungsbericht der Autorin selbst ist, sind die geschilderten Szenen noch härter, da man davon ausgehen muss, dass sie eben real und nicht erfunden sind.
Am Ende des Buches steht dann der Neubeginn in Deutschland und auch hier hätte ich mir gerne mehr von erwartet. Der Autorin jedenfalls wünsche ich an dieser Stelle, ein hoffentlich glückliches Leben, so wie sie es sich wünscht.


Cover: Auf dem Cover von “Im Schatten des Schleiers” ist das vermummte Gesicht einer Frau zu sehen, welches sich über das ganze Cover zieht. Bei der Frau handelt es sich wahrscheinlich um die Autorin Maryam Heidari Ahwazi selbst. Beim genaueren Blick fällt dann auch eine Kleinigkeit auf, die Augen der Frau sind geschminkt. Auch hier haben wir den Bezug zum Inhalt des Buches. Zusammen mit dem Schleier, werden auf dem Cover also Aspekte des Modernen und des Traditionellen abgebildet.
Der Titel des Buches, steht auf Höhe des Schleiers, den die Frau trägt und hebt sich farblich gut ab. Der Untertitel zählt dann noch mal einige Dinge auf, um die es dann im Buch selbst geht (auch wenn hier die Lebensgeschichte deutlich im Vordergrund steht, weniger die Folter). Der Bezug zum Buch ist also definitiv gegeben.
Beim Cover selbst, konnte man nicht allzu viel verkehrt machen. Es ist künstlerisch sicher nichts Besonderes, passt aber gut zum Buch.

Fazit: Mit “Im Schatten des Schleiers” hat die Autorin Maryam Heidari Ahwazi ihr Leben im Iran und die daraus folgenden Flucht nach Deutschland geschildert, gut strukturiert und leicht verständlich zu einem Buch zusammengefasst. Habe ich auch anfänglich ein völlig anderes Buch erwartet, so konnte mich das Buch trotzdem überzeugen. Einige Aspekte werden kurz erzählt, obwohl sie mehr Zeit bekommen sollten, was mir nicht ganz so gefallen hat. Man bekommt aber dennoch einen recht guten Einblick, in das Leben im Iran. Von mir bekommt “Im Schatten des Schleiers” klare 4/5 Sterne.

Bewertung vom 03.06.2019
Wie man bei Regen einen Berg in Flip-Flops erklimmt
Weston, Carol

Wie man bei Regen einen Berg in Flip-Flops erklimmt


ausgezeichnet

Das Buch “Wie man bei Regen einen Berg in Flip-Flops erklimmt” ist in zwei Teile und insgesamt 13 Kapitel unterteilt. Jedes Kapitel, spielt dabei in einem anderen Monat (Von Januar bis Januar) und hat aus diesem Grund, den jeweiligen Monat als Überschrift.
Zu Beginn des Buches wendet sich die Protagonistin direkt an den/die Leser/-in und warnt vor der Trauer und das sie verstehen würde, wenn man das Buch lieber nicht lesen möchte. Dies sorgt jedoch für das genaue Gegenteil und die Motivation zum Lesen ist schon zu Beginn 100 % geweckt. Die “versprochene” Trauer kommt dann auch im Laufe des Buches an verschiedenen Stellen auf und wird authentisch und nachvollziehbar erzählt. Hierzu trägt auch bei, dass das Buch in der Ich-Form geschrieben ist (aus der Sicht von Sofia selbst). In kleinen Rückblicken erfährt man, was damals geschehen ist (man weiß also nicht gleich zu Beginn alles). Außerdem bekommt man im Laufe des Buches weitere Informationen über die Charaktere, weshalb sich das Bild stets erweitert bzw. genauer wird. Neben der Trauer, beschäftigt sich das Buch aber auch mit den alltäglichen Problemen heranwachsender Jugendlicher, wobei es sicherlich hilfreich ist, dass die Autorin selbst eine Ratgeberkolumne betreut (ganz wie Kate in ihrem Buch). Ein weiterer Charakter, der einem im Laufe des Buches immer wieder begegnet ist Sofias Freundin Kiki. Kiki ist das genaue Gegenteil von Sofia und steckt voller Lebensfreude. Obwohl sie Probleme hat, die lange Trauer von Sofia zu verstehen, ist sie trotzdem stets eine gute Freundin.
Sofia selbst, vollzieht im Laufe des Buches einen Wandel, dem man gut folgen kann. Ist sie anfangs noch voller Trauer und unentschlossen, was Veränderungen angeht (gerade im Hinblick auf die neue Freundin von ihrem Dad), taut sie im Laufe des Buches immer mehr auf und ist am Ende sogar glücklich. So steht am Ende des Buches zwar die Trauer, aber der/die Leser/-in wird mit einem Happy End belohnt. Alle der im Buch vorkommenden Charaktere (auch die auf die ich hier nicht genau eingegangen bin), sind gut erzählt, verhalten sich authentisch und passen gut in die erzählte Story von Autorin Carol Weston.
Der Schreibstil der Autorin ist stets flüssig und leicht zu lesen. Mir gefiel besonders, dass im Laufe des gesamten buches verschiedene Formatierungen des Textes verwendet wurden (die E-Mails leicht eingerückt, Chats sehen aus wie Chats,). So weiß man immer direkt, um was es sich gerade handelt und es macht das Buch übersichtlicher.


Cover: Das Cover von “Wie man bei Regen einen Berg in Flip-Flops erklimmt” ist in Mintgrün gehalten. Auf dem Cover sind einige Dinge zu sehen, die zum Titel passen. Der Titel selbst, ist in Prägeschrift (Buchstaben sind leicht erhoben) über die ganze Vorderseite geschrieben. Der Zusammenhang von Titel und Inhalt sind nicht direkt zu erkennen, aber in der Mitte des Buches, findet man einen kleinen Hinweis auf den Titel.
Auf der Rückseite des Covers finden wir den Klappentext, welcher in einer Art Browserfenster geschrieben ist. Hier haben wir also einen weiteren Bezug, zum Inhalt des Buches.
Insgesamt wirkt das Cover sehr harmonisch auf mich. Es macht sich gut im Regal und passt dazu noch wirklich gut zum Inhalt des Buches.

Fazit: Wie man bei Regen einen Berg in Flip-Flops erklimmt, ist ein wirklich empfehlenswertes Buch, das so ziemlich alles abdeckt, was es an Gefühlen gibt. Der leicht zu lesende und authentische Schreibstil der Autorin (Carol Weston) tun dann ihr übliches und sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Nicht nur erwachsene, sondern auch deutlich jüngere Leser/-innen, kommen dabei auf ihre Kosten und werden wundervoll unterhalten.
Von mir kann es nur 5/5 Sterne für dieses Buch geben.

Bewertung vom 18.05.2019
Lautlose Schreie / Mara Billinsky Bd.2
Born, Leo

Lautlose Schreie / Mara Billinsky Bd.2


ausgezeichnet

Der Thriller “Lautlose Schreie” ist in vier Teile mit insgesamt 68 Kapiteln aufgeteilt. Eine wirkliche Überschrift bekommen dabei nur die Teile selbst, bei den Kapiteln weißt allein die Ziffer auf das jeweilige Kapitel hin. Die gewählten Titel für die jeweiligen Teile, sind kurz und treffend formuliert. In fast jedem Kapitel wechselt dabei die Sicht auf die Handlung, sodass der/die Leser/-in, die Handlung immer wieder aus einer anderen Sicht verfolgt. Alle Handlungsstränge werden aber am Ende logisch und sinnvoll zusammengeführt.
Zu Beginn des Buches findet man sich in einer Situation von der man keinerlei Informationen hat, schon hier baut der Autor eine Menge Spannung und Motivation zum Lesen auf. Dann geht alles auch recht schnell und der/die Leser/-in bekommt mit, worum es in diesem Buch geht. Das gewählte Thema, das ich hier keinesfalls spoilern möchte, hat es definitiv in sich und sorgt sicherlich für einige Momente, in denen man nur mit dem Kopfschütteln kann. Leider kann ich hier auch schon einen kleinen Negativpunkt anführen, der aber keinesfalls den Lesespaß raubt. Man bekommt recht schnell im Buch heraus, worum es eigentlich geht und das noch bevor es im Buch selbst aufgeklärt wird (zumindest war dies bei mir der Fall). Bei manchen Büchern würde das zum Abfall der Spannung führen, jedoch ist das bei “Lautlose Schreie” nicht der Fall. Leo Born schafft es trotzdem, die Spannung und Motivation so hochzuhalten, dass man bis zur letzten Seite weiterlesen möchte.
Der Autor bedient sich dabei einer breiten Palette Mitteln, wie zum Beispiel Informationen die angesprochen aber nicht direkt aufgelöst werden (im Laufe des Buches werden aber dann alle Informationen aufgelöst).
Die Charaktere passen gut in die Handlung und werden mit reichlich Informationen gefüllt. Dabei möchte ich positiv anmerken, dass bereits bekannte Charaktere (Mara, Klimmt, usw.), mit zusätzlich zu Band 1 erhaltenen Informationen ergänzt werden. Das Bild dieser Charaktere wird also noch genauer. Aus diesem Grund, würde ich empfehlen Band 1 (Blinde Rache) ebenfalls zu lesen, auch wenn sich “Lautlose Schreie” auch unabhängig lesen und verstehen lässt. Hin und wieder gibt es auch kleine Rückblicke auf Band 1, diese sind aber recht dünn und reichen keinesfalls aus, um den ersten Band zu ersetzen.
Einige der Charaktere haben einen ausländischen Hintergrund und reden deshalb in englischer Sprache. Dies trägt ebenfalls zur Authentizität beim Lesen bei. Alle die nicht sonderlich gut englisch verstehen und nun “Angst” haben sie könnten diese Stellen nicht verstehen, kann ich an dieser Stelle beruhigen, denn auch ohne englisch lässt sich alles gut verstehen.
Das Ende des Buches könnte dann allerdings nicht jedem Gefallen aber es passt zum Buch und lässt noch viel Platz für ein weiteres Buch dieser Reihe.

Cover: Das Cover von “Lautlose Schreie” ist im Gegensatz zum Vorgänger Band “Blinde Rache” in Schwarz gehalten, weshalb es auf den ersten Blick etwas düster wirkt. Man kann die Abbildung einer Krähe erkennen, wie sie ja auch bereits auf dem Vorgänger Band zu finden war. Diese Krähe passt perfekt zur Protagonistin des Buches, da sie den Spitznamen “Krähe” bekommen hat. Unter der Krähe steht der Titel des Buches, welcher sich gut vom Hintergrund abhebt.
Insgesamt gefällt mir das Cover wirklich gut. Es passt zu dem bereits erschienen Band der Reihe aber auch zu dem Inhalt des Buches selbst.

azit: Mit “Lautlose Schreie” führt Autor Leo Born die Geschichte um Mara weiter. Viele bekannte Charaktere tauchen wieder auf und werden mit neuen Informationen versorgt, die dem/der Leser/-in ein genaueres Bild erlauben. Ebenfalls trägt dazu der sehr detailreiche Schreibstil des Autoren bei, welcher für ein tolles Lesevergnügen über fast 500 Seiten sorgt. Von mir kann es für diesen Thriller nur eine Bewertung geben und das ist 5/5 Sterne