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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Wilhelma
Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 37 Bewertungen
Bewertung vom 08.01.2018
Das Vermächtnis der Spione / George Smiley Bd.9
le Carré, John

Das Vermächtnis der Spione / George Smiley Bd.9


gut

John Le Carré gibt uns hier mit seinem Buch „ Das Vermächnis der Spione" die Fortsetzung von „ Der Spion, der aus der Kälte kam" . Es ist nicht zwingend notwendig den ersten Teil gelesen zu haben. Mittelpunkt und Hauptgeschehen ist der Tod zweier Spione an der Berliner Mauer. 1961 werden Alec Leamas und Liz Gold erschossen. Doch was ist damals geschehen. Die Nachkommen der beiden stellen unbequeme Fragen und drohen die Regierung zu verklagen. Peter Guillam , der damals an Operation Windfall beteiligt war, wird zu einer Befragung , die zur Aufklärung dienen soll, geladen. Und nun beginnt für den Leser der schwierige Teil. Die Geschehen wechseln sich ab zwischen Vergangenheit und Gegenwart, teils nur Erinnerungen, teils folgen sehr trockene Akteneinsichten und Reportagen. Es ist nicht immer ganz leicht an der eigentliche Geschichte dran zu bleiben, teils fehlt die Spannung. Auch wenn es wie ein Schachspiel wirkt, wie man versucht Guillam zu befragen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen und Guillam stets klug genug ist, nicht in die Falle zu tappen, bleibt das Buch eher langatmig.

Bewertung vom 04.01.2018
Mordsmäuschenstill
Tielcke, Natalie

Mordsmäuschenstill


gut

„ Mordsmäuschenstill" wird hier als Krimi angeboten. Es geht zwar um die Aufklärung eines Mordes, trotzdem habe ich den Krimi als solches nicht wirklich gefunden. Es handelt sich vielmehr um eine Komödie mit einer gewissen Tragik dahinter. Eine Gruppe von 4 Personen, die sich mehr oder weniger zufällig kennengelernt haben, versuchen den Mord an der Therapeutin Hanna aufzuklären. Die Geschichte wird mit jedem Kapitel aus der Perspektive einer anderen Person erzählt. Jeder hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. Teils sind diese meiner Meinung nach etwas zu überzogen. Ein Polizist, der nachts nackt mit geladener Waffe durch die Straßen zieht....? Am Ende gelingt es der Polizei den Mörder an Hanna zu finden, und wie es schon früh absehbar war, finden sich auch Liebespärchen zusammen. Das Buch lässt sich gut lesen, aber alles in allem sehr oberflächlich.

Bewertung vom 04.01.2018
Nachts am Brenner / Commissario Grauner Bd.3
Koppelstätter, Lenz

Nachts am Brenner / Commissario Grauner Bd.3


gut

" Nachts am Brenner" ist der 3. Roman von Lenz Koppelstätter mit Kommisar Grauner.
An sich ist es nicht notwendig die beiden ersten Bände gelesen zu haben, da die Handlung in sich abgeschlossen ist. Zwischen Italien und Österreich, an einem Ort, dem man gerne möglichst schnell hinter sich lässt, wird eine verstümmelte Leiche gefunden. Es stellt sich heraus, dass der Mann regelrecht zu Tode gequält wurde. Grauner und sein neapolitanischer Kollege Saltapepe beginnen zu ermitteln. Im Zuges dessen stellt sich heraus, dass Grauner mehr und mehr mit der Vergangenheit seiner Eltern konfrontiert wird. Gibt es hier einen Zusammenhang? Im Laufe der Ermittlungen stellt sich heraus, dass die Geschichte bis in 3. Reich zurückreicht. Es werden mehrere Handlungsstränge miteinander verwoben, die den Leser bis zum Schluss in Spannung hält. Auf jeden Fall wieder ein gelungener Krimi.

Bewertung vom 30.11.2017
Sonntags fehlst du am meisten
Drews, Christine

Sonntags fehlst du am meisten


ausgezeichnet

In dem Roman von Christine Drews prahlen zwei Generationen aufeinander. Da ist Carl, der sich in der schweren Nachkriegszeit hoch gearbeitet hat und seine Tochter Caro, die von ihm sehr verwöhnt wurde. Aus seiner Sicht hat er alles getan, damit es seiner Familie besser geht, als es ihm früher ging. Seine Erlebnisse aus der Kriegszeit haben ihn geprägt. Doch wie so oft werden diese Erlebnisse nie verarbeitet. Seine Erwartung an seine Kinder stellt er deshalb unbewusst sehr hoch. Caro zerbricht daran, weil sie immer das Gefühl hat, diese Erwartungen nicht zu erfüllen und rutscht immer mehr in eine Alkoholsucht. Dieses Buch zeigt dass viele Konflikte in der Familie nicht aus einem bösen Willen passieren, sondern dass viele Prägungen von der Kindheit dazu geführt haben. So flüchtet sich Carl in seine Arbeit um das Erlebte zu verdrängen. Für Caro bedeutet dies aber auch , dass sie oft ihren Vater entbehren muss. Erst als Caro selbst eine erwachsene Frau ist, kann sie diese Konflikte erkennen und verstehen. Da dieses Buch viele Sitautionen aus der Sicht von Carl und von Caro erzählt, kann der Leser wirklich sehr gut erkennen, dass es hier kein „ Gut und Böse" gibt. Ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass jeder aus dieser Geschichte, ein lehrreicher Gedanke für sich selbst ziehen kann.

Bewertung vom 01.10.2017
Und du kommst auch drin vor
Bronsky, Alina

Und du kommst auch drin vor


sehr gut

Das Jugendbuch "Und du kommst auch darin vor" von Alina Bronsky berichtet von dem alltäglichen Leben der 15 jährigen Kim. Generell werden kurz die Probleme der Jugendlichen angeschnitten, die so ziemlich jeder kennt. In der ein oder anderen Situation wird man sich wohl selbst erkannt haben. Ob das die Probleme mit den Mitschülern, die Probleme mit der Mutter, oder mit dem Vater, der eine neue Familie gründet, oder der Notendruck ist, es sind eben die Probleme unserer Gesellschaft. Damit muss Kim zurecht kommen, während ihre Freundin Petronwa mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hat. Als Kim sich in einem Buch wiederkennt, bekommt sie große Angst. In dem Roman wird ein Klassenkamerad sterben und so versucht sie mit allen Mitteln, die Geschichte „umzuschreiben". Die Geschichte an sich ist gut zu lesen und den Lesern wird auf jeden Fall vermittelt, dass es das perfekte Familienleben nicht gibt.

Bewertung vom 18.08.2017
In tiefen Schluchten / Tori Godon Bd.1
Chaplet, Anne

In tiefen Schluchten / Tori Godon Bd.1


sehr gut

„In tiefen Schluchten" ist ein Frankreichkrimi von Anne Chaplet. Die Autorin beschreibt hier sehr gut den Ort der Handlung. Ein kleines Dorf in mitten der Cevennen, die Dorfbewohner, die Landschaft an sich, der " Viäng " , alles ist gut dargestellt, so dass man sich ein bisschen dorthin versetzt fühlt. Die Handlung als Krimi steht nicht so sehr im Mittelpunkt, eher die geschichtliche Vergangenheit. Der Leser erfährt auf diese Art und Weise einiges über Hugenotten, Verfolgungen und religiöse Auseinandersetzungen. Tori lebt in diesem Dorf. Ihr verstorbener Mann Carl, abstammend einer alten Hugenottenfamilie, begann dort über die Zeit der Verfolgung zu recherchieren. Tori beginnt nun allmählich das Erbe anzutreten und stellt Nachforschungen über die Geschichte des Dorfes an. Sie gerät in einen Strudel der Ereignisse, die ihr Leben in Gefahr bringen. Das Buch ist gut aufgebaut, lässt sich flüssig lesen und nimmt den Leser mit in die raue Landschaft rund um die Ardeche.

Bewertung vom 18.08.2017
Sommer unseres Lebens
Wulf, Kirsten

Sommer unseres Lebens


sehr gut

Der Roman „Sommer unseres Leben" von Kirsten Wulff ist auf der einen Seite eine schöne Lektüre zum Schmökern im Urlaub, und auf der anderen Seite werden doch einige tiefer gehenden Dinge angesprochen. Drei Freundinnen, die sich mit 25 zufällig in Portugal kennengelernt haben, schwören sich , dass sie sich mit 50 wieder treffen wollen. Wir erfahren hier, drei völlig unterschiedliche Lebensgeschichten von Claude, Hanne und Miriam. Alle drei stecken in ganz anderen Situationen fest, die im Großen und Ganzen sehr realitätsnah geschildert werden. Während ihrer gemeinsamen Reise stellen sie fest, was bisher im Leben nicht so gut gelaufen ist und helfen sich gegenseitig zum Umdenken. Da ist zB Miriam, die unbemerkt mehr und mehr einem klassischen Burn Out zusteuert. Ihr gelingt es durch die unbeabsichtigte Nichterreichbarkeit für sich ein Ort der Stille zu finden. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und obwohl nichts Mega spannendes geschieht, wird man doch in den Bann der drei Freundinnen gezogen.

Bewertung vom 18.08.2017
Die Fährte des Wolfes
Kallentoft, Mons; Lutteman, Markus

Die Fährte des Wolfes


sehr gut

„Die Fährte des Wolfes" geschrieben von dem Autorenduo Kallentoft & Lutteman handelt in der Stockholmer Unterwelt. Zack Herry, ein junger erfolgreicher Ermittler einer Sonderheitheit der Stockholmer Kripo, spielt hier ein gewagtes Spiel. Tagsüber geht er seinem Beruf nach, nachts tobt er sich im zwielichtigen Milieu aus. Es sind zwei Rollen , die er spielt, die sich jedoch immer mehr miteinander verflechten. Nach außen muss er den soliden Beamten spielen, doch in seinem Inneren lassen ihn die Geister der Vergangenheit nicht zur Ruhe kommen. Es wird immer schwieriger für ihn, da Kollegen ihm auf der Spur sind. In diesem Krimi steht nicht nur das Verbrechen an vier Frauen im Vordergrund, welches gilt aufzuklären. Dadurch, dass Zack und seine Kollegen sehr detailliert beschrieben werden, erlangt der Leser ein sehr persönliches Bild. Jeder hat mit seinen privaten Problemen oder mit gesundheitlichen Einschränkungen zu kämpfen. Diese vielen Details schaffen ein Roman, der von der Handlung spannend aufgebaut ist, aber auch sehr lebensnah erscheint.

Bewertung vom 18.08.2017
Was man von hier aus sehen kann
Leky, Mariana

Was man von hier aus sehen kann


gut

Was man von hier aus sehen kann, ein Roman von Mariana Leky beschreibt das Leben der Einwohner in einem Dorf im Westerwald. Es wird von Luise erzählt, wie sie dort aufgewachsen ist und was sie mit ihrem Schulfreund Martin erlebt hat. Es sind im Grunde nur ganz normale Dinge im Leben zweier Schulkinder, und doch wirkt es durch den Schreibstil sehr lebendig. Wie die beiden Zug fahren und genau wissen an welche Stelle sie sich mit geschlossenen Augen befinden, ist sehr witzig geschildert. Selma, die Großmutter von Luise, hat eine seltsame Gabe. Träumt sie von einem Okapi, wird innerhalb von 24 Stunden jemand aus dem Dorf sterben. Die Dorfbewohner nehmen diese Nachricht ganz unterschiedlich auf. Der Bauer, der quasi auf den Tod wartet, der Optiker, der ihn versucht zu beeinflussen...wen wird es treffen? Das Buch an sich ist sehr gefühlvoll geschrieben, doch so richtig begeistern konnte es mich nicht. Hatte wahrscheinlich durch den Klappentext was ganz anderes erwartet

Bewertung vom 18.08.2017
Tiefe Schuld / Toni Stieglitz Bd.2
Obermeier, Manuela

Tiefe Schuld / Toni Stieglitz Bd.2


sehr gut

Der Kriminalroman „Tiefe Schuld" von Manuela Obermeier spielt in München. Toni arbeitet bei der Kripo und muss sich mit einem Fall auseinandersetzen, der sie an ihre persönlichen Grenzen bringt. Eine Frauenleiche, die sehr starke Verletzungen von jahrelangen Misshandlungen zeigt, wird im Wald gefunden. Der Verdacht fällt natürlich auf den Ehemann des Opfers. Im Laufe der Handlung zeigt sich aber, dass nicht immer alles so ist, wie es ausssieht und dass sich hier in dieser Familie eine richtige Tragödie abgespielt hat. Es stellt sich mehr und mehr die Frage, wer ist eigentlich Opfer, wer ist Täter? Toni hängt selbst noch viel zu viel in ihrer Vergangenheit, um diesen Fall objektiv zu beurteilen. Das Buch ist spannend aufgebaut und lässt sich gut lesen.