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Minze
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Ohne Bücher? Ohne mich!

Bewertungen

Insgesamt 72 Bewertungen
Bewertung vom 22.08.2022
Dachs und Rakete. Ein Haus voller Freunde
Isermeyer, Jörg;Schüttler, Kai

Dachs und Rakete. Ein Haus voller Freunde


ausgezeichnet

Dachs und Rakete sind angekommen. In der Stadt, in ihrer Wohnung und in ihrem Haus voller Freunde. Und mit Freunden zusammen ist jeder Tag ein Abenteuer: Ob es die Murmelbahn ist, die einfach quer durchs Haus und alle Wohnungen gebaut wird oder der Fernsehabend mit den Meerschweinchenkindern, der ziemlich gruselig wird – Langeweile haben die schlaue Schnecke Rakete und der hilfsbereite Hausmeister Dachs einfach nie!

Obwohl es sich hier um Band 2 der Reihe um Dachs und Rakete handelt, kannten wir das Vorgängerbuch nicht. Das Ganze hat dem Lesespaß und dem Verständnis nicht im Geringsten geschadet. Im Gegenteil entwickelte sich das Buch schon nach den ersten Kapiteln zum absoluten Lieblingsbuch! Jedes Kapitel erzählt Erlebnisse aus Dachs und Raketes Alltag. Aus völlig normalen Situationen entstehen aber schnell urkomische Geschichten, sodass meine Kinder hier oft und viel lachen konnten. Einzelne Szenen wurden bei uns zuhause sogar nachgespielt (Ich sage nur: untote Unken…) Das größte Kompliment für ein Buch machten die Kinder Jörg Isermeyers Buch aber nach dem letzten Kapitel: wir mussten sofort noch einmal das ganze Buch von vorne lesen. Band 1 wird hier wohl auch schnellsten einziehen müssen…

Bewertung vom 02.08.2022
Drei Helden für ein Honigbrot / Detektei für magisches Unwesen Bd.1
Schweizer, Lotte

Drei Helden für ein Honigbrot / Detektei für magisches Unwesen Bd.1


gut

Jannik und seine Freundinnen Pola und Lulu sind eine echte Detektivbande. Mit Bandenbuch, Bandenschwur und allem drum und dran. Nur ein Problem haben die drei: in ihrem Dorf passiert einfach gar nichts Aufregendes, geschweige denn, dass ein Verbrechen begangen wird. Bis eines Tages im Dorfladen der kostbare Blattgoldhonig verschwindet. Ob das ganze etwas mit dem darauffolgenden Honigbrotdiebstahl zu tun hat? Eine Verbrecherjagd beginnt, die die drei Juniordetektiv auch hinein in die verborgene magische Welt in ihrem Dorf führt.

Detektivgeschichten, Rätsel und ein paar magische Wesen. Was eigentlich nach einer spannenden Geschichte klingt, hat für uns leider nicht so richtig funktioniert. Spannung kam immer wieder auf, allerdings war für uns der Verbrecher zu schnell offensichtlich. Auch kamen mir zu viele Stereotypen in der Geschichte vor: Jannik als Oberdetektiv, der alle Rätsel knackt, der Dorfpolizist, der einfach nur faul und nicht sehr schlau ist und ständig Kuchen isst und auch die magischen Geschöpfe, die alle doch eine recht flache Persönlichkeit hatten.

Insgesamt hatten wir ein paar nette Abende beim Vorlesen, ein wenig Spannung kam auch auf, die zu erwartende Fortsetzung (im letzten Kapitel zumindest angedeutet) werden wir aber wohl nicht lesen.
Jannik und seine Freundinnen Pola und Lulu sind eine echte Detektivbande. Mit Bandenbuch, Bandenschwur und allem drum und dran. Nur ein Problem haben die drei: in ihrem Dorf passiert einfach gar nichts Aufregendes, geschweige denn, dass ein Verbrechen begangen wird. Bis eines Tages im Dorfladen der kostbare Blattgoldhonig verschwindet. Ob das ganze etwas mit dem darauffolgenden Honigbrotdiebstahl zu tun hat? Eine Verbrecherjagd beginnt, die die drei Juniordetektiv auch hinein in die verborgene magische Welt in ihrem Dorf führt.

Detektivgeschichten, Rätsel und ein paar magische Wesen. Was eigentlich nach einer spannenden Geschichte klingt, hat für uns leider nicht so richtig funktioniert. Spannung kam immer wieder auf, allerdings war für uns der Verbrecher zu schnell offensichtlich. Auch kamen mir zu viele Stereotypen in der Geschichte vor: Jannik als Oberdetektiv, der alle Rätsel knackt, der Dorfpolizist, der einfach nur faul und nicht sehr schlau ist und ständig Kuchen isst und auch die magischen Geschöpfe, die alle doch eine recht flache Persönlichkeit hatten.

Insgesamt hatten wir ein paar nette Abende beim Vorlesen, ein wenig Spannung kam auch auf, die zu erwartende Fortsetzung (im letzten Kapitel zumindest angedeutet) werden wir aber wohl nicht lesen.

Bewertung vom 08.07.2022
Sonne, Mond und Sterne / Wieso? Weshalb? Warum? Junior Bd.72
Mennen, Patricia

Sonne, Mond und Sterne / Wieso? Weshalb? Warum? Junior Bd.72


sehr gut

Band 72 der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? junior widmet sich dem Weltraum. Genauer gesagt: unserer Sonne, dem Mond und ein paar Sternbildern. Wie immer sehr liebevoll gestaltet und mit vielen Klappen versehen. Folgende Fragen werden auf je einer Doppelseite erklärt:

- Was kannst du am Nachthimmel entdecken?
- Warum gibt es Tag und Nacht?
- Wieso brauchen wir die Sonne?
- Was ist der Mond?
- Welche Planeten gibt es?
- Wie kommen wir in den Weltraum?
- Was ist eine Raumstation?
- Welche Sternbilder erkennst du?

Obwohl sich die Reihe laut Verlag an 2 bis 4 Jahre alte Kinder richtet, würde ich dieses Buch erst ab 3 Jahren empfehlen. Für jüngere Kinder finde ich viele Erklärungen noch zu abstrakt. Aber auch sonst sind mir einige Sätze zu lang und genauere Erklärungen fehlen manchmal. Bücher der Reihe waren für mich bisher immer selbsterklärend geschrieben. Hier musste ich aber doch manchmal noch erklärende Sätze einschieben. Allerdings ist das Weltall auch ein eher „schwieriges“ Thema und die kurzen Texte können da natürlich nicht alles erklären. Bereits das Thema Tag und Nacht ist schon komplexer und ich bin mir nicht sicher, ob die Erklärungen hier im Buch von so jungen Kindern wirklich verstanden werden. Nichtsdestotrotz vermittelt das Buch den jungen Zuhörern eine erste Idee und hat uns z.B. angeregt, dass ganze einmal nachzuspielen.

Insgesamt ein wieder sehr ansprechend und anschaulich gestaltetes Buch, um Kinder an das Thema heranzuführen. Und auch unser 5jähriger hat sich das Buch äußerst interessiert vorlesen lassen. Ich würde die Altersempfehlung also eher bei 3 bis 5 Jahren ansiedeln.

Bewertung vom 07.06.2022
Sei wie ein Baum!
Gianferrari, Maria

Sei wie ein Baum!


gut

„Sieh dich an: oben Äste und Laub, unten die Wurzeln und dazwischen der Stamm: Du bist ein Baum“

Wunderschöne Bilder, der Baum als Metapher für den Mensch, der Wald die ganze Menschheit: was für mich in der Beschreibung so toll klang, bleibt in der Praxis leider eine kleine Enttäuschung. Die Grundidee des Buches hat mir wirklich gut gefallen: Bäume werden in poetischen Sätzen vorgestellt und gleichzeitig der Vergleich mit den Menschen gezeigt. Die Rinde ist unsere Haut, der Stamm unser Rückgrat, usw. Wenn wir nun wären wie ein Baum, würden wir uns alle gegenseitig unterstützen. Wer Peter Wohllebens Buch „Das geheime Leben der Bäume“ kennt, wird hier sofort einiges wiedererkennen. Die Autorin selbst gibt das Buch als ihre Inspiration für „Sei wie ein Baum!“ an.

Auch die Bilder haben es mir angetan. Ein wirklich schöner Zeichenstil und die gesamte Gestaltung des Buches wirkt hochwertig. Schon das Vorsatzpapier begeistert mit verschiedenen Blättern und Früchten in zartem grün.

Doch leider ist der Funken bei uns einfach nicht übergesprungen. Der Text ist wirklich sehr kurz und wir waren mit dem Vorlesen schon nach wenigen Minuten fertig. Obiges Zitat ist tatsächlich der komplette Text einer Doppelseite. Da helfen auch die letzten zwei Doppelseiten mit Umwelttipps und der Anatomie eines Baumes nicht mehr viel. Meine Kinder wollten das Buch trotzdem kein zweites Mal lesen und ich kann sie auch verstehen. Es fehlen für uns einfach ein paar mehr Erklärungen. Als Gesprächsgrundlage (vor allem, wenn man Wohllebens Buch kennt) ist das Buch sicher gut zu gebrauchen. Als einfache Vorlese-Geschichte aber eher nicht geeignet.

Bewertung vom 02.06.2022
Tatort der Kuscheltiere / Florentine Blix Bd.1
Pantermüller, Alice

Tatort der Kuscheltiere / Florentine Blix Bd.1


ausgezeichnet

Florentine Blix ist für mich der Überraschungs-Hit des Jahres! Sicher, die Aufmachung des Buches hat mich gleich angesprochen: alles in grün und schwarz gehalten, innen fühlt sich das Buch wie ein richtiger Ordner von Florentine an - Notizen, Karten, Bilder, als i-Tüpfelchen durchgehend an jedem Rand die typischen Ordnerlöcher als Illustrationen. Wirklich alles sehr liebevoll gestaltet. Aber so recht vom Hocker gehauen hatte mich der Klappentext nicht. Denn mal ehrlich: Schülerinnen, die sich als Detektiv versuchen, gibt es ja wohl wie Sand am Meer.

Dachte ich. Bis ich Florentine kennenlernte. Denn wie sie ist wohl bisher kein Juniordetektiv gewesen. Direkt ab der ersten Seite hat sich Florentine in mein Herz geschlichen. Sie ist intelligent, hat einen (unfreiwilligen) trockenen Humor und einen großen Gerechtigkeitssinn. Und sie ist pedantisch, nervtötend ehrlich und kann viele gesellschaftlichen Gepflogenheiten nicht akzeptieren. Es wird nicht explizit erwähnt, aber sie hat schon den ein oder anderen autistischen Charakterzug an sich. Doch gerade dass macht sie als Detektivin so einzigartig gut.

Bisher beschränken sich ihre Fälle allerdings eher auf verschwundene Pausenbrote und ähnliches. Das alles ändert sich jedoch an dem Tag, an dem Florentine Bo kennenlernt. Plötzlich überschlagen sich die Dinge in Florentines Leben: es geht um Tote, die plötzlich wieder gesehen werden, geheimnisvolle Erbschaften, die an falsche Erben gehen, und außerdem um verschwundene Kuscheltiere. Haben all diese Dinge miteinander zu tun? Oder hat Florentine tatsächlich zwei echte Fälle zu lösen? Ich jedenfalls konnte das Buch schon nach den ersten Seiten nicht mehr aus der Hand legen und habe es innerhalb kürzester Zeit durchgesuchtet. Jetzt freue ich mich auf weitere Abenteuer mit Florentine, die hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lassen.

Bewertung vom 31.03.2022
Chaos im Zauberwald / Drachendetektiv Schuppe Bd.1
Brandis, Katja

Chaos im Zauberwald / Drachendetektiv Schuppe Bd.1


ausgezeichnet

In Wurmstedt gehen merkwürdige Dinge vor sich. Mitten im angrenzenden Zauberwald taucht jede Nacht ein neuer Müllberg auf und bringt die im Wald lebenden Einhörner zum Weinen. Zum Glück gibt es den Drachen Schuppe und seine Freunde Kater Grauwacke und Elfe Jessamy, ihres Zeichens allesamt Detektive. Denn Schuppe hat, neben seiner Schwäche für Schaumbäder und einem leichten Übergewicht, einen messerscharfen Verstand, den jeder Verbrecher im Umkreis fürchtet. Wären da nicht all die Gefahren, die der Zauberwald und die Wurmstedter Unterwelt bereit halten…

Ein fantastischer Krimi für Kinder, der es in sich hat. Voller Wortwitz und überraschender Wendungen. Ich habe das Buch zusammen mit meinen Kindern (5 und 8 Jahre) gelesen. Dabei hatten nicht nur die Kinder jede Menge Spaß. Auch ich musste oft schmunzeln. Im Buch selbst gibt es einige schwarzweiße Zeichnungen, die den Witz der Geschichte noch einmal richtig gut verdeutlichen und oftmals einfach nur urkomisch sind. Neben allem Humor kommt aber auch die Spannung keinesfalls zu kurz. Wir haben ganz schön mit Schuppe und seinen Freunden mitgezittert, wenn wieder einmal die fiesen Trolle hinter ihnen her waren oder Mauspanther an ihren Füßen knabbern wollten.

Gut gefallen haben uns neben der spannenden Geschichte auch die drei Hauptcharaktere: Schuppe, der zwar unglaublich schlau ist, aber doch einige Schwächen hat und durchaus mehr Sport treiben sollte. Grauwacke, der Kater, der sich überall heimlich anschleichen kann, und Jessamy die Elfe, die aber vollkommen elfenuntypisch kein bisschen eingebildet ist, trotzdem aber regelmäßig zu spät kommt.

Insgesamt ein wirklich gelungener Auftakt zu einer neues Buchreihe. Denn „Chaos im Zauberwald“ ist Band 1 um den Drachendetektiv Schuppe. Und wir freuen uns schon auf ein (hoffentlich) baldiges Wiedersehen mit Schuppe. Ein spannendes und lustiges Buch zum Vorlesen ab 6 Jahren oder zum selber lesen ab 9 Jahren.

Bewertung vom 30.03.2022
Die schreckliche Adele 02
Mr. Tan;Miss Prickly

Die schreckliche Adele 02


gut

Adele erlebt in Band 2 der Reihe wieder jede Menge skurieler Dinge, während sie versucht ihre Eltern zu erziehen, ihre Katze loszuwerden oder ihre Klassenkameraden in Angst und Schrecken zu versetzen. Mit dabei: schwärzester Humor, der sicher nichts für jeden ist.

Das Buch besteht aus vielen kleinen Geschichten aus Adeles Leben. Jeder Comic ist dabei ein bis zwei Seiten lang. Und diese wenigen Bilder haben es jedes Mal in sich. Denn hier herrscht tiefschwarzer Humor, der sicher nicht für jeden etwas ist. Einige der Scherze gehen für mich letztendlich tatsächlich zu weit und einige Geschichten wird das junge Zielpublikum nicht verstehen. Mein Kind findet das Buch insgesamt sehr lustig, hat aber wie erwartet ab und an Verständnisprobleme. Ich denke, ab 10 Jahren ist dieser Comic verständlich.

Zu weit gehen mir Dinge wie das Klassenfoto in der Einführung, das von Adele verunstaltet wurde und Klassenkameraden Schwachkopf, Schleimer oder Furzmaschine betitelt. Schwarzer Humor: ja; Beleidigungen aber müssen echt nicht sein. Insgesamt hatten wir hier aber Spaß und mussten oft lachen.

Bewertung vom 30.03.2022
Die schreckliche Adele 01
Miss Prickly;Mr. Tan

Die schreckliche Adele 01


gut

Adele ist kein nettes Kind. Im Gegenteil, sie hasst (fast) alle Menschen, hat einen imaginären Freund, der geköpft wurde und möchte am liebsten die Weltherrschaft übernehmen. Regelmäßig führt sie Experimente an ihrer Katze durch oder verängstigt ihre Klassenkameraden.

Das Buch besteht aus vielen kleinen Geschichten aus Adeles Leben. Jeder Comic ist dabei ein bis zwei Seiten lang. Und diese wenigen Bilder haben es jedes Mal in sich. Denn hier herrscht tiefschwarzer Humor, der sicher nicht für jeden etwas ist. Einige der Scherze gehen für mich letztendlich tatsächlich zu weit und einige Geschichten wird das junge Zielpublikum nicht verstehen. Mein Kind findet das Buch insgesamt sehr lustig, hat aber wie erwartet ab und an Verständnisprobleme. Ich denke, ab 10 Jahren ist dieser Comic verständlich.

Zu weit gehen mir Dinge wie das Klassenfoto in der Einführung, das von Adele verunstaltet wurde und Klassenkameraden Schwachkopf, Schleimer oder Furzmaschine betitelt. Schwarzer Humor: ja; Beleidigungen aber müssen echt nicht sein. Insgesamt hatten wir hier aber Spaß und mussten oft lachen.

Bewertung vom 30.03.2022
Ungeheuer weckt man nicht / Sea Monsters Bd.1
Iland-Olschewski, Barbara

Ungeheuer weckt man nicht / Sea Monsters Bd.1


ausgezeichnet

Finn wohnt mit seiner Familie auf einer schottischen Insel am Rand der Welt. Inmitten der Inselgemeinschaft ist er oft allein und muss zusätzlich mit seiner Angst vor dem Meer leben. Das alles ändert sich, als eines Tages Polly mit ihren Eltern auf die Insel zieht und die Kinder eine gefährliche Mutprobe bestehen wollen. Diese Mutprobe erweckt die Seeungeheuer vor der Insel zu neuem Leben und bringt Finn und alle Inselbewohner in Gefahr...

Das Buch fällt vor allem erst einmal durch sein wunderschönes Cover auf. Auch im Buch gibt es immer wieder tolle schwarzweiß Zeichnungen. Vor allem die Bilder der Seeungeheuer haben uns begeistert. Genauso, wie die Geschichte an sich. Ein toller Erzählstil, der einen gleich tief ins Abenteuer zieht und uns das Buch in Rekordgeschwindigkeit hat lesen lassen. Besonders gefallen haben uns die verschiedenen Charaktere, die hier eine tolle Entwicklung mitmachen. Vor allem Finn: am Anfang einsam, traurig und voller Angst. Findet seine innere Stärke und wächst über sich hinaus. Aber auch der Schauplatz mitten auf einer schottischen Insel wird so lebendig beschrieben, dass wir gleich den rauen Wind gespürt haben.

Ein fantastisches Abenteuer, dass vor allem eines zeigt: wie wichtig Freunde sind!

Bewertung vom 29.03.2022
Selbstversorgung
Diederich, Marie

Selbstversorgung


ausgezeichnet

Selbstversorgung wird für immer mehr Menschen ein großer Traum. Damit es nicht nur beim Träumen bleibt, reiht sich nun auch Marie Diederich alias Wurzelwerk in die Reihe der Selbstversorger-Bücher ein. Davon gibt es inzwischen einige am Markt. Ist dieses hier nun eine Bereicherung? Für mich kann ich diese Frage auf jeden Fall mit einem klaren Ja beantworten!

Zunächst einmal ist das Buch überraschend groß. Ein richtiger Wälzer, mit dem man wohl eher nicht mal eben so am Beetrand stehen wird. Aber gemütlich am Abend auf der Couch, von all dem Gemüse und Obst träumend, dafür hat es genau das richtige Format. Denn wer gerade mit seiner Selbstversorger-Karriere oder auch nur den ersten Schritten im Gemüseanbau startet, für den können es ja oft nicht genug Informationen und genaue Anleitungen sein. Und davon hat das Buch zum Glück reichlich.

Aufgeteilt ist das Buch in mehrere Abschnitte, die ich grob so betiteln würde:
- Allgemeines zur Selbstversorgung
- Anbauplan, Kompost, Vermehrung und Gemüseportraits
- Hühner, Ziegen und Schafe
- Haltbar machen
- Brot backen
Den größten Teil nehmen dabei die Pflanzenportraits ein. Gut die Hälfte des Buches wird mit ihnen gefüllt. Dabei bekommt jedes Gemüse, Kraut und jeder Baum mindestens eine Doppelseite und es wird wirklich alles Wichtige zu der jeweiligen Pflanze gesagt. Vor allem die kleinen Kniffe und Tricks, die man nicht in jedem Gartenbuch findet, haben mir hier sehr gut gefallen. Und obwohl ich nun schon seit ein paar Jahren Gemüse anbaue, konnte ich hier doch noch einiges lernen.

Der Teil über die Hühner, Ziegen und Schafe war für mich eher der „Traumteil“. Augen schließen und sich vorstellen, wie es wäre. Die wunderschönen Fotos, die auch den Rest des Buches sehr sehenswert machen, haben da gut geholfen. Für alle, die aber tatsächlich Tiere halten wollen, gibt es hier aber auch tatsächlich viel erstes Wissen. Allerdings würde ich mir dann noch vertiefende Lektüre holen, da knapp 30 Seiten mir dann doch zu wenig tiefergehendes Wissen enthalten.

Sehr interessant war für mich dann noch der Teil zur Haltbarmachung. Hier werden alle grundlegenden Vorgehensweisen kurz und knackig erklärt und ein paar erste Rezepte gibt es noch dazu. Alles, was man wissen muss. Ebenso zum Thema Sauerteig und Brotbacken. Wer viele Rezepte sucht, wird sicher weitere Lektüre brauchen. Wer aber einfach losmachen möchte, erhält hier alle Tipps und Anleitungen, die es braucht.

Insgesamt ist dieses Buch für mich eine runde Sache. Man erhält wirklich für alles eine Anleitung: vom Beet vorbereiten, zur Gemüseauswahl über den Anbau bis zur Verarbeitung. Das ganze auf die gleiche sympathische Art, in der wir Marie auch aus ihren Wurzelwerk-Videos kennen. Wer nicht gerne geduzt oder persönlich angesprochen wird in Büchern, ist hier eher falsch. Alle anderen freuen sich über ein locker geschriebenes Buch zum Thema Selbstversorgung. Empfehlen würde ich es besonders für Anfänger, aber auch erfahrenere Gärtner finden hier noch viele Tipps und Ideen.