Benutzer
Benutzername: 
jam

Bewertungen

Insgesamt 506 Bewertungen
Bewertung vom 08.01.2026
MacDonald, Skye

Flockenwirbel in den Highlands (eBook, ePUB)


sehr gut

"Jedes Gebäude erzählt eine Geschichte. Dieses hier erzählt von Vorher und Nachher, von Fundamenten, die erschüttert, aber nicht zerstört wurden. Meine Aufgabe ist, beim Wiederaufbau zu helfen - aber nur, wenn der Besitzer bereit ist, mich durch die Tür zu lassen."
Kapitel 2, Rhona
Neil Morrison zieht nach seiner Zeit beim Militär in ein abgelegenes Cottage in den Highlands. Schwer gezeichnet, seelisch wie körperlich. Er hat seine Beine verloren, und jeglichen Selbstwert. Rhona MacLeod soll ihm dabei helfen, sein Haus auf seine neuen Bedürfnisse abzustimmen. Doch Neil wehrt sich, gegen ihre Hilfe, den Umbau und auch gegen seine Gefühle ...
Was für eine ungewöhnliche Geschichte! Ich glaube, ich habe noch nie von einem Protagonisten mit so einschneidenden Erlebnissen gelesen. Sehr ungewöhnlich, absolut berührend.
Das Buch ist abwechselnd aus Rhonas und Neils Perspektive erzählt, das zieht mich immer besonders in die Geschehnisse. Rhona ist feinfühlig, ohne mitleidig zu sein. Sie fordert Neil heraus, spricht oft fast schon poetisch - vom Haus, aber meistens ist damit mindestens ebenso sein Bewohner gemeint. Rasch fühlt Rhona sich von Neil angezogen. Doch er hat jeglichen Glauben verloren, an sich selbst, seinen Wert und die Liebe.
Als ein Unwetter die Highlands erschüttert, müssen die Bewohner zusammenhalten. Und auch Neil erkennt, was noch in ihm steckt.
Mir hat "Flockenwirbel in den Highlands" sehr gut gefallen, auch wenn ich die Flocken vergeblich gesucht habe. Gerade die ungewöhnlichen und kantigen Protagonisten haben es mir sehr angetan!
Das Buch hat im Print 108 Seiten, was mir etwas zu wenig war. Ich finde, diese ungewöhnliche Geschichte hätte eine größere Bühne verdient, denn so haben sich die Ereignisse etwas zu sehr überschlagen.
Ich kenne keinen der Vorgängerbände, deshalb haben mir manchmal ein paar Infos gefehlt - hier wäre ein Personenverzeichnis hilfreich gewesen.
Dennoch hat es mich gut unterhalten und berührt, vielen Dank für diese schöne Lesezeit!
Fazit:
Eine ungewöhnliche Geschichte mit kantigen Protagonisten - auch aufgrund der wenigen Seiten etwas zu rasch erzählt.

Bewertung vom 04.01.2026
Quinn, Meghan

How My Neighbor Stole Christmas (eBook, ePUB)


weniger gut

"In der Liebe und beim Weihnachts-Tingeltangel ist alles erlaubt, richtig?"
Kapitel 8, Cole
Nach 10 Jahren kehren Storee und ihre Schwester Taran zurück nach Kringletown, um ihre Tante nach einem Sturz zu unterstützen. Doch Tante Cindy hat andere Pläne: Storee soll statt ihr am Kringle-Wettbewerb teilnehmen und ihr endlich den ersten Platz erobern!
Kringletown liebt Weihnachten und zelebriert es wie kein anderer Ort! Der Bewerb ist der Höhepunkt, da werden Zuckerstangen gezogen, Stollen gebacken, Geschenke verpackt und Weihnachtssocken genäht. Und dazu gehören auch Auftritte auf der Bühne, was Storee seit einem schrecklichen Erlebnis vor 10 Jahren Angstschauer über den Rücken jagt.
Als Cole, der Nachbarsjunge, mit dem Storee früher befreundet war, von Storees Teilnahme erfährt, ist klar: Er als Weihnachtsmuffel wird auch an dem Bewerb teilnehmen und ihn gewinnen, denn Storee gönnt er den Sieg sicher nicht!
Hach, was für wunderschöne Elemente! Ein Ort, der sich mit Haut und Haaren den Weihnachtsfeierlichkeiten verschrieben hat, Freunde, die zu Feinden wurden und sich in einem weihnachtlichen Duell messen, heiße Schokolade. Ich habe mich so auf die Geschichte gefreut!
Schon beim Loslesen musste ich schmunzeln, denn wie im Grinch läutet eine Erzählerin die Kapitel ein, verrät in Reimen, was nun passieren wird - und interagiert dabei mit Cole. Diese Teile empfand ich als sehr unterhaltsam und gut gemacht.
Tja, leider hat sie der Rest dann schlimmer gezogen als der Zucker, der am Haken hängt. Kurz nach der Hälfte wurde auch den Protagonisten klar, was der geneigte Leser von Beginn an weiß, dass sie eigentlich zusammengehören. Als ich mir dann dachte, was kommt jetzt noch, kippte der Roman plötzlich in ein ganz anderes Genre. Jetzt bin ich ohnehin kein großer Fan von spicy Szenen, aber von Spemmafäden, die in Münder ... ich erspare euch die Details (und nein, es ist kein Tippfehler, ich will nur nicht, dass die Rezi gesperrt wird). Und selbst Fans von pikanteren Szenen wollen in einem lustigen Weihnachts-Liebesroman wohl kaum von ledernen Rentier-Zaumzeugen lesen, die als Fesseln benutzt werden. Ich empfand es einfach nur als skurril und unnötigen Seitenfüller.
Wie immer sorgen diese Begegnungen auf einmal für große Liebe und tiefe Verbundenheit, was ich noch nie verstanden habe. Dann noch die üblichen und vorhersehbaren Verwicklungen, gähn.
Am Ende tritt der Wettbewerb in den Hintergrund, und Tante Cindy überrascht noch mit einer Offenbarung, mit der ich wirklich nicht gerechnet habe. Für mich war sie weder glaubwürdig noch nötig.
Bei all den vielen Seiten blieben die Protagonisten für mich trotzdem flach. Vor allem Storees Schwester Taran und ihre Beweggründe konnte ich nicht nachvollziehen.
Meins wars leider gar nicht.
Fazit:
Was eine lustige Weihnachtsromanze verspricht, zieht sich, die Protagonisten bleiben flach, dafür wird nicht mit spicy Szenen gespart - meins wars nicht.

Bewertung vom 30.12.2025
Sandmann, Elisabeth

Wir dachten, das Leben kommt noch


ausgezeichnet

"Fahr nach Paris und schau ob Lilou noch lebt!"

BBC-Moderatorin Gwen fällt plötzlich wieder diese Bitte ihrer verstorbenen Großmutter Isabé ein, als sie einen Auftrag erhält: Für ein Buch recherchieren, dass sich mit den SOE-Agentinnen im zweiten Weltkrieg beschäftigt. Wer war Lilou? Und warum war Isabé gerade zu einer Zeit nach Paris gereist, als es dort brandgefährlich war?

Die SOE war eine britische Spezialeinheit. Französisch sprechende Britinnen und Briten wurden in Frankreich und eingeschleust, mit neuer Identität und Coverstory. Dort haben sie den Wiederstand unterstützt, mit Spionage- und Sabotageaktionen. Gerade die Geschichte der Agentinnen ist weitgehend unerzählt.

Gwen beschließt, den Auftrag anzunehmen und reist mit ihrer Tochter Ruth, ihrer Freundin und ihrer Tante nach Paris. Bald stößt sie auf die Spuren der Agentin Simon. Auch ihre Großmutter hat ihr Tonbandaufnahmen hinterlassen, in denen sie von ihrer Zeit in Paris erzählt.

Bei ihrer Recherche trifft Gwen auf Pat. Ihre Schwester war als Agentin tätig, Pat selbst aber ist verschlossen und will erst nicht über diese Zeit reden. Doch auch bei ihr werden Erinnerungen und alte Gefühle wach.

Da die Agentinnen alle Decknamen hatten, werden manche Verwicklungen erst spät klar, das hat für mich die Spannung perfekt aufrecht gehalten. Mehr als einmal habe ich mit stockendem Atem auf die nächsten Worte gewartet!

Denn auch Isabé, genannt "die Gräfin", ist tief in den damaligen Widerstand verwickelt. Geschickt spinnt sie ein Netzwerk und Gwen bekommt einen völligen neuen Blick auf ihre Großmutter.

Nichts und niemand ist wie es scheint, und Gefahr lauerte überall in jener Zeit.

Was haben wir in der Schule über den zweiten Weltkrieg alles gehört?! Grausame Fakten, aber wenig Geschichten, die für mich damals greifbar waren. Mit "Wir dachten, das Leben kommt noch" trifft Elisabeth Sandmann einen Nerv bei mir! Gekonnt verflicht sie die unterschiedlichen Erzählstränge: Pats Erinnerungen, denn auch sie hatte einen Auftrag in Frankreich, Gwens eigene Spurensuche jetzt und auch die Tonbandaufnahmen von Isabé. Fabelhaft gesprochen von Elisabeth Günther, gerade in diesen Passagen fand ich sie wunderbar! Isabés ältliche Stimme, ihr österreichisch gefärbtes "Schatzerl", es war herrlich anzuhören!

Beim Hörbuch musste ich mich manchmal sehr konzentrieren, um die Verbindungen nicht aus dem Auge zu verlieren und zu Beginn hab ich mir ein paar Notizen gemacht, wer wer ist. Es ist nichts zum nebenbei weghören/-lesen. Aber das will man auch nicht, denn "Wir dachten, das Leben kommt noch" ist so interessant und packend erzählt, dass man völlig in die Geschichte eintaucht!

Fazit:
Dieses Buch holt die vergessenen Heldinnen des zweiten Weltkrieges auf die Bühne, spannend erzählt!

Bewertung vom 26.12.2025
Weiß, Veronika

Schneeflockenfunkeln (eBook, ePUB)


sehr gut

"Ich blickte nach oben und entdeckte dicke graue Wolken am Nachthimmel. Immer mehr Schneeflocken rieselten nach unten und berührten mein Gesicht."
Kapitel 16
Lynn hat ihren Job gekündigt und flüchtet sich zu ihrer geliebten Tante Rebecca nach Starwood in Colorado. Rasch ist sie verzaubert von der winterlichen Kleinstadt - und von Miles. Miles hilft seinen Eltern auf der Weihnachtsbaumfarm. Seit einem schlimmen Erlebnis lebt er sehr zurückgezogen, doch Lynn holt ihn aus seinem Schneckenhaus.
Ich liebe Winter-Weihnachts-Liebesromane. Dabei braucht es nicht viel! Etwas Weihnachtsstimmung, ein paar lustig-romantische Begegnungen, Schnee ... Hier liefert Veronika Weiss voll ab! Auch ich hab mich gleich in das Städtchen Starwood verliebt! Dazu das kleine vegane Café von Ivy, die wie Lynn ein Swiftie ist und ihr rasch eine Freundin wird - herrlich! Taylor Swift wird dann auch ordentlich Platz eingeräumt. Wohl, weil die Autorin selbst Fan ist und eventuell auch, um junge Leserinnen anzusprechen. Für diese waren mir aber Lynns Erlebnisse zu heftig, vor allem ihr Umgang damit.
Lynn hat in der Arbeit sehr gelitten, vor allem unter IHM. Wer das ist und was vorgefallen ist, erfahren wir erst spät. Auch das Verhältnis zu ihrer Mutter ist sehr schwierig, diese will eine perfekte Karriere für Lynn und versteht ihre Kündigung nicht.
Miles leidet unter den Folgen einen Erlebnisses, über das wir auch lange im Dunkeln gelassen werden. Gemeinsam finden die beiden wieder Freude am Leben und unterstützen sich. Miles hilft Lynn dabei, in Weihnachtsstimmung zu kommen und zaubert ihr einen besonderen Adventkalender, süß!
Was mir beim Lesen ein wenig wehtat: Miles Geschichte und sein Verhalten in der Vergangenheit sprechen eindeutig für eine schwere Depression. Dass ihn nun Lynn, die selber unter heftigen Panikattacken leidet, allein durch ihre gemeinsame Zeit "heilt" geht für mich gar nicht. Es steht mir nicht zu, über das Ausmaß von jemandes Leid zu urteilen, aber ich habe ehrlich gesagt mit Schlimmerem gerechnet, was Miles passiert ist, als dem tatsächlich Geschehenem. Dafür waren Lynns Erlebnisse an ihrer Arbeitsstelle wirklich traumatisch, aber etwas merkwürdig dargestellt. In der Realität läuft so etwas meist leider subtiler.
Ich mag es, wenn auch ernste Themen einfließen, aber in diesem Fall habe ich das Gefühl, es wurde ein Fass aufgemacht, das man so nicht stehen lassen kann. Ein kurzes Kapitel von wegen "Ein Jahr später" in dem das kitschige Weihnachten ein Jahr später und ein Hinweis, dass die beiden mit professioneller Unterstützung ihre Erlebnisse aufgearbeitet haben, hätte mir schon gereicht. Schon allein um Menschen, denen es so ähnlich wie den beiden geht, zu zeigen: Du musst da nicht allein durch.
Fazit:
Adventzeit in einer Kleinstadt in Colorado - Liebe und etwas schwere Themen inklusive!

Bewertung vom 13.12.2025
Wellen, Jennifer

Rosebay Hope - Irischer Winterzauber (MP3-Download)


sehr gut

Advent in Marble Hill! Für mich als absoluten Weihnachtsfan, der schon öfter in Marble Hill zu Besuch war, ein Grund zur Freude!
Für Ivy leider nicht so. Die Inhaberin und Bäckerin der Konditorei "Vanilla Queen" hat nicht nur ihren Freund verloren - sondern auch ihren Geschmackssinn. Um ihre "Backblockade", wie sie es nennt, zu lösen, ist ihr jedes Mittel recht! Denn nicht nur die Weihnachtsleckereien wollen gebacken werden, nein, sie hat auch die Chance, an einer großen Backshow teilzunehmen. Ein Gewinn würde nicht nur neue Kunden bringen, sondern auch ein nettes Preisgeld, das sie gut gebrauchen könnte.
Da eilt ihr unerwartet Noel zu Hilfe, ein junger Arzt, der gerade im Rosebay Hope seinen Dienst angetreten hat. Die beiden können sich auf Anhieb gut leiden...
Ich habe schon einiges von Jennifer Wellen gehört/gelesen, auch in Marble Hill war ich schon zu Gast, und habe mich sehr auf eine romantische Vorweihnachtsgeschichte dort gefreut. Da lasse ich mich gerne auch von etwas Kitsch und leichter Kost unterhalten.
Und genau das bietet der "Irische Winterzauber", eine nette Liebesgeschichte, ein wenig Spannung und - wie bei der Autorin üblich - ein etwas ungewöhnlicheres Thema.
Leider hat es mich diesmal nicht ganz abgeholt. Das erste Aufeinandertreffen von Ivy und Noel fand ich etwas, wie soll ich sagen, schräg. Und im Laufe der Geschichte wurde mir das Drama und das Wort "Backblockade" etwas zu viel. Dazu noch ein unrühmlicher Gastauftritt von Ivys Ex, den ich persönlich überhaupt nicht gebraucht hätte. Das zu erwartende Happy End kam mir nach all der Aufregung etwas zu schnell um die Ecke. Schade!
Fazit:
Vorweihnachtliche Aufregung im kleinen irischen Örtchen Marble Hill.

Bewertung vom 12.12.2025
Groh, Kyra

The Pumpkin Spice Latte Disaster / Pumpkin Spice Latte Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

"Stur geradeaus, Jude. Geh einfach stur geradeaus. Es ist mein Lebensmotto. Stur geradeaus, nicht links und rechts gucken - und schon gar nicht zurück."
Kapitel 8, Jude
Ja, Jude geht immer weiter, stur geradeaus. Zurück nach Lower Whilby, den Ort, in dem sie aufgewachsen ist, kommt sie widerwillig und nur wegen der Hochzeit ihrer Schwester. Jude betreibt einen Musik-Podcast, und als sie merkt, dass der Cafébesitzer James der Sohn zweier Mitglieder ihrer Lieblingsband ist, die sich aus bisher ungenannten Gründen getrennt hat, ist ihr Jagdinstinkt geweckt.
James ist nur mit zwei Dingen beschäftigt: Sein Café betreiben und seine Vergangenheit und die seine Eltern aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. Aus einer Notsituation heraus stellt er Jude an, obwohl er genau weiß, dass sie alles dafür geben würde, die Geheimnisse seiner Eltern zu lüften.
Die beiden geraten sich ständig in die Haare - und sorgen dabei für ordentlichen Funkenflug. Jude war immer schon die Unangepasste, zu viel, zu laut. Doch bei James kann sie etwas zur Ruhe kommen und die beiden verbringen immer lieber Zeit miteinander.
"The Pumpkin Spice Latte Disaster" ist unregelmäßig wechselnd aus Judes und James Perspektive erzählt. Wie ich sowas liebe! Es erklärt beide Seiten der Geschichte und sorgt für zusätzliche Spannung, weil wir etwas wissen, was der jeweils andere nicht ahnen kann.
Zusätzlich mochte ich das Kleinstadtfeeling, das auch Jude immer mehr zu schätzen lernt. Sie trifft alte Bekannte von früher, und merkt langsam, dass nicht alles an der Beschaulichkeit schlecht ist - und dass sie mehr gemocht wird, als ihr klar war.
Gerade die Nebenfiguren wie Barbesitzerin Deb oder die kleine freche Aushilfe von James sind mir sehr ans Herz gewachsen.
Ich mochte die Geschichte und vor allem Jude von Anfang an. Sie scheint nirgendwohin zu passen, und landet doch genau am richtigen Fleck. Dabei bringt sie James und seine Kleinstadtidylle gehörig durcheinander! Gerade ihre oft grenzüberschreitende Art macht sie für mich besonders.
Auch die Sprecher sind wunderbar, vor allem, als Leonard Hohm (James) die Stimme seiner Mutter spricht, wunderbar! Etwas irritiert hat mich die extrem lange spicy Szene und ich frage mich, ob Leser:innen, die das gerne mögen, nicht lieber immer Mal wieder Happen davon wollen und nicht nur eine, die sich über Minuten hinzieht. Ich persönlich hätte es nicht gebraucht, sie tat meiner Hörfreude aber auch keinen Abbruch.
Vor allem Judes Entwicklung war schön zu beobachten, wie sie langsam Frieden schließt - mit sich selbst und Lower Whilby.
Nebeneffekt: Ich wohne ländlich und auch hier ist weit und breit kein Pumpkin Spice Latte zu finden. Aber da Jude so lange darum gekämpft hat, ihn auch im Café anzubieten, ist mein Sirup schon auf dem Postweg und ich bin gespannt auf das "klebrige Zeug"!
Dies ist der erste Band einer Reihe, und ich meine, schon Fäden entdeckt zu haben, die auf den Frühlingsband hinweisen - den ich unbedingt lesen/hören will!
Fazit:
Ein stimmungsvoller Herbstroman mit interessanten Protagonisten.

Bewertung vom 10.12.2025
Tewes, Bernhard

Glimmer


ausgezeichnet

"(...) aber die Trigger waren immer noch da, und diese konnte ich nicht einfach durch Nicht-Trigger ersetzen.
Oder doch? Gab es vielleicht auch dafür so etwas wie ein positives Gegenstück? Es gibt doch Licht und Schatten, Leben und Tod, Gut und Böse, Yin und Yang - es musste auch so etwas wie positive Trigger geben! Aber wo? Wie konnte ich sie finden und wie würden sie mir helfen?"
Seite 19
Bernhard Tewes hat eine heftige Zeit hinter sich. Erst ein Entzug, Reha und eine komplette Neuorientierung haben wieder Licht ins Dunkel gebracht. Dabei ist er auf den Begriff der "Glimmer" gestoßen - Mikromomente der Sicherheit und Freude. Aber wie er selber sagt - wo kann man sie finden?
In seinem Buch zeigt er viele Wege auf, wie man für sich selbst kleine positive Oasen schaffen und immer wieder aufsuchen kann.
Was soll ich sagen? Die Wege zum Glück sind eigentlich altbekannt: Meditation, Tätigkeiten, bei denen man in den Flow kommt, soziale Kontakte, ...
Dennoch hat mich seine Botschaft irgendwie auf eine andere Art erreicht. Erst sind es keine großen Veränderungen, die er anbietet, wie z. B. Selbstreflektion und Bewusstheit und Achtsamkeit. Immer wieder wert, daran erinnert zu werden.
Mittlerweile ist er selbst Hypnosetherapeut und hat eine besondere Selbsthypnose-App erfunden, auf die er im Buch immer wieder verweist. Für manche Übungen braucht man die App, die auch kostenlose Features anbietet.
Er zeigt in seinem Buch viele kleine und große Übungen an, um im Selbst, in Interaktionen und durch Präsenz (so die drei Unterteilungen des Buches) Glimmer-Momente zu erleben.
Manche der Vorschläge sind sicher nicht überall und für jeden umsetzbar, ich wohne eher ländlich, da ist man schon froh, wenn man einen Kursplatz der Volkshochschule für "normales" Yoga ergattert - an Hot Yoga ist hier nicht zu denken. Dennoch sind die Ratschläge so breit gefächert, dass wohl jeder etwas für sich dabei entdeckt.
Um seine Lektionen zu veranschaulichen, erzählt Bernhard Tewes anonymisiert von Klienten. Diese Beispiele wirkten auf mich manchmal einen Zacken zu eindimensional, haben aber dennoch das Gesagte verdeutlicht.
Ich mache mich jetzt auf jeden Fall mal auf Glimmer-Suche - und bin mir sicher, ich werde fündig!
Fazit:
Keine überraschend neuen Ideen zum Finden von Glücksmomenten - aber auf eine Weise vermittelt, die bei mir gut angekommen ist!

Bewertung vom 09.12.2025
Jimenez, Abby

The Friend Zone


ausgezeichnet

"Oh Mann, er war wirklich ein Held. In der letzten halben Stunde hatte Josh eine Art modernen Drachen erlegt. Und mich gerettet. Zweimal. Zuerst vor der Eiskönigin und gleich danach vor dem Verhungern."
20 Kristen
Es ist jetzt ungefähr ein Monat her, dass ich mich gefragt habe, wann sich jemand traut, einen etwas anderen Liebesroman zu schreiben. Einen über eine Frau, die gesundheitlich vorbelastet ist, für die das, was gesunde Frauen gemeinhin "ausmacht", nicht möglich ist. Darüber, was das mit ihr, ihrem Selbstwert, macht.
Und - Schwupps - landete "The Friend Zone" in meinen Fingern. Perfekt Match kann ich da nur sagen!
Kristen ist Sloans Trauzeugin - und damit muss sie eng mit Josh, dem Trauzeugen von Sloans Verlobten Brandon, zusammenarbeiten. Erst fliegen die Fetzen, doch bald auch die Funken zwischen den beiden. Kristen ist gerade heraus, sagt, was sie denkt und was Sache ist. Außer in einem Punkt: Sie steht kurz vor einer weitreichenden Operation. Ihr Leben ist durch ihre Erkrankung schon eingeschränkt genug, die OP sollte Erleichterung verschaffen. Sie wird ihr aber auch die Möglichkeit nehmen, eigene Kinder zu bekommen.
Selbst vor Sloan verheimlicht sie den geplanten Eingriff, um diese vor der Hochzeit nicht zu belasten.
Josh ist Feuerwehrmann, hat gedient und träumt von einer großen Familie. Somit ist für Kristen klar, aus ihnen kann kein Paar werden. Sie bemüht sich, Josh auf Abstand zu halten, doch die Gefühle zwischen den beiden sind einfach zu groß.
Was habe ich mit den beiden gelitten, aber auch gelacht! Abby Jimenez hat es trotz des schweren Grundthemas geschafft, einen unterhaltsamen Roman mit vielen lustigen Szenen zu schreiben. Die Seiten sind nur so dahingeflogen!
Ich finde es bemerkenswert, wie sie ein so schweres und tabuisiertes Thema treffsicher bearbeitet, samt den damit einhergehenden Problemen und schwierigen Gefühlen.
Dabei schont sie ihre Protagonisten nicht, was mir auch die eine oder andere Träne gekostet hat.
Dennoch bleibt am Ende des Buches das positives Gefühl, dass Liebe alles überwinden kann!
Fazit:
Ein bewegender Liebesroman, der ein schwieriges Thema auf den Tisch packt und dennoch unterhaltsam ist.

Bewertung vom 09.12.2025
Kuschik, Karin

50 Fragen, die das Leben leichter machen


ausgezeichnet

"Ich bin nicht sicher genug für diese Frage!" (...)
"Einspruch - großer Irrtum! Sie müssen nicht selbstsicher sein, um eine Frage zu stellen, Sie werden selbstsicher, indem Sie sie stellen. Das ist ja gerade das Schöne! Nehmen sie einfach eine Frage in den Mund, kauen Sie ein bisschen drauf rum und dann - raus damit!"
Nach den 50 Sätzen, die das Leben leichter machen, geht Karin Kuschik nun mit 50 Fragen ins Rennen. Und was soll ich sagen, sie hat mich damit fast noch mehr begeistert als mit den 50 Sätzen. Denn Fragen kommen so unschuldig daher, zeigen dem Gegenüber, es hat eine Möglichkeit zu reagieren - oder eben nicht. Doch mit den klugen, wohlüberlegten Fragen im "Apfelschorle-Ton" bleibt den anderen eigentlich nur die Reaktion.
Gerade eine Dreier-Kombi hat es mir angetan und ich habe sie im beruflichen Umfeld mehrfach angewandt. Es ist die unschuldige Frage an sich selbst: "Muss es gesagt werden? Jetzt, und wirklich von mir?". Beruflich habe ich mich nach jeder Tagung etc. geärgert. Anscheinend bin ich die einzige, die unangenehme Fragen stellt, die gestellt werden müssen - was nicht immer nur positiv aufgenommen wird.
Auf dem Weg zu so einer Tagung hat mich im Hörbuch diese Frage erwischt. Was soll ich sagen? Selbst wenn es mir schon auf den Lippen brannte, habe ich mich zurückgelehnt, mir Karin Kuschiks Frage gestellt und - erst mal geschwiegen. Und siehe da, es hat sich immer jemand anderer gefunden, der den Mund aufmacht!
Auch "Haben sie Lust, mitzumachen?" wird mich wohl noch länger begleiten. Eine Schulung, der Vortragende spult ein Standart-Programm ab - das nur leider wenig mit unserem Arbeitsalltag zu tun hat. Auf Hinweise, das wir das nicht brauchen, reagiert er mit einem "Ich weiß ja nicht, was sie brauchen" und fährt mit seinem Programm fort. Da hör ich mich fragen "Hätten Sie vielleicht Lust, uns dieses und jenes zu zeigen?" Zack, schon haben wir das vorgeführt bekommen, was uns wirklich weiterhilft.
Wie gesagt, ich bin begeistert, habe mir einige Fragen notiert, die ich nach und nach in meinen Alltag einbauen möchte - und bin überzeugt davon, das es funktionieren wird!
Das Hörbuch wird von der Autorin selbst gesprochen. Sie war auch als Radiomoderatorin tätig und man merkt ihr die Erfahrung an. Es ist abwechslungsreich, persönliche Geschichten verdeutlichen die Wirkung der Frage und runden sie ab. Perfekt!
Und wenn man nur 2, 3 Fragen in den Alltag mitnimmt, hat man schon viel gewonnen!
Fazit:
50 unschuldig und einfach klingende Fragen, mit faszinierender Wirkung!

Bewertung vom 27.11.2025
Kusanagi, Ryushun

Die Kunst, nicht auf alles zu reagieren (eBook, ePUB)


sehr gut

"So gesehen ist der andere stets ein neuer Mensch und es ist nur unser Starrsinn, wenn wir daran festhalten, was jemand in der Vergangenheit getan oder zu uns gesagt hat. Tatsächlich können wir uns dafür entscheiden, dem anderen als einer völlig neuen Person zu begegnen."

Kapitel "Umgang mit schwierigen Zeitgenossen"

Ryushun Kusanagi ist buddhistischer Mönch. In seinem Buch "Die Kunst, nicht auf alles zu reagieren" möchte er uns den Buddhismus nicht als Religion, sondern als Weg zur Verbesserung des Lebens näher bringen.

Dabei greift er einige Themen auf wie "Erst begreifen, dann reagieren" oder "Die Meinungen anderer Leute", die wohl jeden von uns hin und wieder beschäftigen.

Besonders gefallen haben mir die fünf Hindernisse, Vergnügen, Wut, Unmotivation, Unruhe und Misstrauen sowie der oben zitierte Gedanken. Wir sind niemals derselbe Mensch wie gestern, und doch beurteilen wir unsere Mitmenschen nach den Taten von gestern oder vor Jahren. Auch die Erkenntnis, dass jeder Mensch in einer Form leidet und wir so alle im selben Boot sitzen, ist mir sehr in Erinnerung geblieben.

Persönlich mag ich kleine Anekdoten, die die zuvor beschriebene Lektion verdeutlichen. Meist geht da bei mir der sprichwörtliche Knopf auf. Hier jedoch haben diese oft für mehr Verwirrung gesorgt und ich habe mich gefragt, was der Beratete jetzt gelernt und für sich verbessert hat.

Dennoch haben mir einige Aussagen sehr gut gefallen und werden mir in Erinnerung bleiben. Der Vorstellung, dass alle unsere Gedanken, Gefühle nur Illusionen sind und wir nach eingehender Betrachtung unseres Inneren die Augen öffnen und die Realität sehen sollen, bereichert meinen Alltag. Auch geistert mir der Satz "Ich bejahe, dass ich ich bin" nun schon seit Tagen positiv durch den Kopf.

Mit der Formulierung des "Herzens" habe ich mir mit zunehmender Seitenzahl schwer getan. Glücklicherweise habe ich ein physisch gesundes Herz, doch ständig von einem verlangenden, wütenden, hungrigen ... (also irgendwie krankem) Herzen zu lesen hat mir Unbehagen bereitet. Auch wenn dies vermutlich die korrekte Übersetzung ist, habe ich irgendwann angefangen, das Wort "Herz" für mich in "Geist" umzuwandeln.

Fazit:

Die Lehren Buddhas nicht als Religion sondern als Weg zur Lebensverbesserung - ein interessanter Gedanke mit guten Impulsen.