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Benutzername: wusl
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Danksagungen: 17 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 121 Bewertungen
Bewertung vom 26.09.2019
Sterbekammer / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.3
Fölck, Romy

Sterbekammer / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.3


ausgezeichnet

„Sterbekammer“ ist Frida, zum dritten Mal. Was, sie kennen Frida noch nicht? Dann wird es aber höchste Zeit. Sollten Sie ein Krimifan sein, der Wert auf authentische und sympathische Hauptdarsteller legt und einen spannenden Kriminalfall, der ist bei der Reihe von Romy Fölck um die junge Kriminalerin Frida Paulsen und den altgedienten Kommissar Bjarne Haverkorn genau richtig.
Wieder ist die Geschichte voll ländlich-nordischem Lokalkolorit und das Privatleben der zwei Ermittler wird diesmal gehörig durcheinandergewirbelt und in ganz neue Bahnen gelenkt. Aber keine Sorge, die Autorin verliert dabei nie den Crime aus den Augen. Im Gegenteil ist es diesmal ein Kriminalfall, der den Leser sehr erschüttert und in einen menschlichen Abgrund zerrt und der dennoch anders ist, als andere Fälle, denn diesmal geht es um eine Frau, die vor 10 Jahren spurlos verschwunden ist, und von der plötzlich und unerwartet im Keller eines Toten Spuren auftauchen, die den Schluss zulassen, dass sie vor Kurzem noch gelebt hat, ja vielleicht sogar noch immer irgendwo gefangen gehalten wird. Die Jagd nach der Wahrheit und den Tätern ist also diesmal auch eine voller Hoffnung, dass zumindest für das letzte Opfer ein glückliches Ende möglich wäre. Aber nur, wenn Frida und Bjarne den Fall schnell genug lösen und die Frau finden können.
Die ersten beiden Teile dieser Krimireihe waren spannend und sehr unterhaltsam. Aber Teil Drei hat sie noch getoppt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Abschnitte aus der Sicht des Opfers waren trotz ihrer Kürze so berührend, dass man zu schlucken hatte und der Autorin für ihre einfühlsame Erzählweise großes Lob zollen muss. Die zwei Ermittler sind mir sowieso schon ans Herz gewachsen und es hat mich gefreut, dass sie diesmal beide auf ihre Weise auch mal Glück haben durften. Das kommt in Kriminalromanen oft zu kurz und depressive Kommissare gibt es auch schon genug, finde ich.
Es gibt derzeit keine deutsche Krimiserie, die ich lieber empfehlen möchte. Und es freut mich, dass die Reise mit Frida und Bjarne noch eine ganze Weile weitergehen wird. „Sterbekammer“ ist ein richtiger Pageturner mit Herz und Verstand und jeder Menge Spannung. Ich kann ihn nur jedem unbedingt empfehlen. (Und aus profunder Quelle habe ich erfahren, dass auch eine Verfilmung derzeit im Gespräch ist. Das würde mich sehr freuen.)

Bewertung vom 16.09.2019
Aufbruch und Entscheidung / Die Charité Bd.2
Schweikert, Ulrike

Aufbruch und Entscheidung / Die Charité Bd.2


sehr gut

„Charité – Aufbruch und Entscheidung“ ist der zweite Band einer losen Reihe in und um das berühmte Berliner Krankenhaus. Diesmal befinden wir uns vor allem in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg und begleiten zwei Frauen durch ihr Berufs- und Privatleben. Die eine ist eine der ersten Ärztinnen, die um ihren Stand und ihre Stelle in einer Männerdomäne kämpfen muss. Die andere wird Krankenschwester und lernt das Krankenhausmillieu aus einer anderen Sicht kennen. Die beiden ungleichen Frauen freunden sich an, unterstützen sich gegenseitig.

Mir hat gut gefallen, wie die Fakten hier in das fiktive Geschehen eingearbeitet waren. Es geht um Gleichberechtigung und Liebe, um die schwere Arbeit im Krankenhaus, die politischen Umbrüche, die den Frauen teilweise zwar zu Gute kamen, die aber langfristig zum Krieg führten. Der Plot ist eher ruhig und nicht reißerisch oder kitschig. Ein sehr solider historischer Roman, den man problemlos unabhängig vom ersten Band genießen kann.

Bewertung vom 16.09.2019
Der Gesang der Flusskrebse
Owens, Delia

Der Gesang der Flusskrebse


ausgezeichnet

"Der Gesang der Flusskrebse" hallt in meinem Kopf wohl noch länger nach. Wenn ich das Cover anschaue, spüre ich die Melancholie und die Traurigkeit in der Geschichte. Und ich fühle mich wieder wunderbar berührt und bereichert. Wer nach einem besonderen Buch sucht, der ist hier genau richtig.

Zu viel möchte ich zum Plot nicht erzählen. Der Klappentext verrät schon einiges. Ein Mädchen lebt in der einsamen Wildnis der Sümpfe, wächst zu einer wunderschönen jungen Frau heran und eines Tages wird sie des Mordes bezichtigt. Das wäre es kurz und knapp. Aber dahinter steckt so viel mehr. So viel Gefühl und Dramatik.

Die Autorin Delia Owens findet für die Gefühle der Protagonisten aber auch für die Landschaftsbeschreibungen und die Tierdarstellungen wundervolle, magische Worte, die mich in eine fremde Welt entführt haben. Eine, in der der Mensch nur ein kleines Rädchen ist, ein Teil eines großen rauen und grandiosen Ganzen. Ein Kind trotzt der Einsamkeit und der Gesellschaft und lebt dort, wo nur Krebse, Muscheln und Vögel zuhause sind. Im Einklang mit der Natur, von den Menschen missverstanden und abgelehnt. Die wenigen, die sie in ihr Herz schauen lässt, sind fasziniert von ihrer Stärke und Authentizität. Aber sie bleibt ihnen allen auch seltsam fremd und obwohl sie über eine strahlende Intelligenz verfügt, fällt es ihr schwer, mit ihren Mitmenschen zu kommunizieren, denn in der Einsamkeit hat sie nur den Umgang mit den Tieren gelernt, versteht aber die Zeichen der Menschen nicht.

Im letzten Abschnitt nimmt die Frage, ob sie den Mann wirklich getötet hat, einen großen Raum ein. Aber es ist eigentlich kein Kriminalfall und im Endeffekt geht es darum auch gar nicht. Am Schluss, wenn alle Fragen beantwortet sind, spürt man als Leser, dass die Geschichte viel tiefer geht und die eigene Seele berührt hat.

Bewertung vom 23.08.2019
Verratenes Land
Iles, Greg

Verratenes Land


ausgezeichnet

Marshall McEvan macht seinem Vornamen alle Ehre, denn der Journalist stochert in seiner Heimatstadt in ein Wespennest, als er nachhakt, warum sein alter Freund und Archäologe Buck Ferris ermordert wurde. Und am Ende ist er es, der für das Gute und für die Wahrheit kämpfen muss, denn in Mississippi herrscht ein korrupter Altherren-Clan über das Land und beugt Recht und Ordnung um den Preis des Geldes und der Macht.

Greg Iles gehört inzwischen zu meinen Favorits im Thriller-Genre. Ich mag die Art, wie er mit beißendem Sarkasmus und brutaler Ehrlichkeit seine Helden in einen Überlebenskampf schickt, in dem die Grenzen zwischen Schwarz und Weiß schon mal verwischen und die Vorstellung, die Bösen könnten gute Freunde von Donald Trumps sein, gar nicht so abwegig scheint. Am Ende ist Iles mal wieder ein Garant für Spannung und einen fulminanten und auch etwas blutigen Showdown. Mir hat es sehr gut gefallen.

Bewertung vom 23.08.2019
Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast / Die Spiegelreisende Bd.2
Dabos, Christelle

Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast / Die Spiegelreisende Bd.2


ausgezeichnet

Die Spiegelreisende Ophelia lebt nun auf der Arche Pol und lernt, sich zu behaupten gegen all die, die ihr nicht wohlgesonnen sind. Als Verlobte von Thorn hat sie keinen leichten Stand und eigentlich ist sie ja voll und ganz damit beschäftigt ihren Zukünftigen kennenzulernen und sich als neue Vizeerzählerin zurecht zu finden. Aber schon bald verschwinden wichtige Persönlichkeiten und sie muss diese so schnell wie möglich finden, denn die Vermutung liegt nahe, dass es sich um Verbrechen handelt, die die Arche bedrohen.

Band zwei schließt ohne zeitlichen Abstand an Band eins an. Schön fand ich, dass man immer deutlicher die Entwicklung von Ophelia bemerkt. Auch wenn sie immer noch etwas zerstreut und unsicher ist, so gewinnt sie auch dadurch, dass sie fort von ihrer sicheren Heimat ist, an Selbstbewusstsein. Was anfangs eine auferzwungene Veränderung war, entwickelt sich zu einer guten Sache. Wohl auch, weil langsam klarer wird, dass Thorn kein schlechter Kerl ist und sich zu ihr hingezogen fühlt.

Die Autorin Christelle Dabos schwelgt in ihrer magischen Welt und sie tut dies mit einer malerischen, ausschmückenden Sprache. Ihre Darsteller gilt es erst nach und nach zu entdecken, denn keine der Personen ist eindimensional auf schnelle Weise zu erfassen. Sowohl die Eltern, die Ophelia besuchen, als auch die mitgereisten Getreuen, zeigen neue Facetten und man muss erste Eindrücke überdenken. Es scheint, als habe jeder ein Geheimnis oder eine ungewöhnliche Vergangenheit. Götter und Geister bevölkern das Buch auf interessant handfeste und oft ziemlich intrigante Weise und die Magie, die um die Arche Pol errichtet wurde ist ungewöhnlich und selbst für Fantasy-Vielleser etwas Neues.

An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir wohl etwas mehr Spannung gewünscht aber mir ist auch klar, dass die Geschichte nicht durch ein hohes Tempo, sondern die verträumte Art des Erzählens bestechen möchte, die perfekt zur Hauptdarstellerin passt.

Ein sehr schönes Cover, welches zur Geschichte und zum ersten Band hervorragend passt. Überhaupt ein schönes Buch und wer es nicht selber lesen möchte kann es getrost und guten Gewissens verschenken.

Bewertung vom 13.08.2019
Die letzte Witwe / Georgia Bd.7
Slaughter, Karin

Die letzte Witwe / Georgia Bd.7


sehr gut

Sara Linton und Will Trent in ihrem 7.ten Fall. Autorin Karin Slaughter schreibt schon lange Thriller und sie weiß ihr Handwerk einzusetzen. Nach einem typischen Prolog, in dem ein Verbrechen geschieht – diesmal eine Entführung – wird es auch gleich noch eine Spur actiongeladener, denn Sara wird bei einem fingierten Unfall vor Wills Augen entführt. Die Suche nach Sara, die Jagd nach den Entführern und Einblicke in eine seltsame Gruppe, die im Zentrum des Plots steht, sind die wechselnden Perspektiven, die die Autorin einbaut, um den Leser zu unterhalten. Und sie schafft es, wie immer, gut.

Ich habe nicht alle Bücher dieser Reihe gelesen, kam aber hervorragend zurecht. Ich fand, es war eines der besseren Slaughter-Bücher, denn es hat keine großen Logikbrüche und ist von Anfang bis Ende sehr spannend. Für mich war es ein richtiger Urlaubsthriller. Zum Abschalten und mitfiebern.

Bewertung vom 13.08.2019
Brot backen mit Christina
Bauer, Christina

Brot backen mit Christina


sehr gut

Von einer lieben Freundin habe ich das Buch „Brotbacken mit Christina“ für einige Wochen geliehen bekommen. Es ist nicht mein erstes Brotbackbuch. Ich hatte auch bereits einen Backkurs und habe mich schon an Sauerteigbrot versucht. Ich finde, dieses Buch ist perfekt für Neueinsteiger, die es mal mit Brotbacken versuchen wollen und die die ganze Palette der Möglichkeiten aufgezeigt bekommen. Die Beschreibungen sind gut, allerdings hätte ich mir ein paar Seiten gewünscht, in denen Fehler erklärt werden. Also wenn beispielsweise die Gehzeiten zu kurz waren oder das Brot nicht die nötige Feuchtigkeit im Ofen bekommen hat und deshalb blass oder trocken wird. Auch hätte man gerne Variationen bei den Gewürzen bzw. das Herstellen eigener Gewürzmischungen als Thema noch einbauen können.

Alles in allem ein gutes Brotbackbuch mit zwei, drei Rezepten, die man sicher öfter macht. Nicht gebraucht hätte ich die süßen Varianten, da diese in normalen Kuchenbackbüchern durchaus schon behandelt wurden und für mich nicht wirklich zum Thema passten.

Bewertung vom 13.08.2019
Eve of Man (I)
Fletcher, Tom; Fletcher, Giovanna

Eve of Man (I)


sehr gut

„Eve of Man – Die letzte Frau“ ist der Beginn einer dystopischen Trilogie des Ehepaares Giovanna und Tom Fletcher. Es handelt sich um einen Jugendroman, weshalb sowohl der Aufbau der Welt als auch die Sprache diesem Alter angemessen aber nicht zu ausführlich oder zu intensiv sind. Das mag manchen stören, mir hat es gut gefallen, wie das Autorenduo trotz einer ruhigen Einführungsphase das Tempo dann sehr anziehen und flott voranschreiten.

Durch die abwechselnde Sichtweise der zwei Hauptdarsteller wird zusätzlich Spannung aufgebaut und die Charaktere erhalten den nötigen Tiefgang. Der Leser weiß oft mehr als die Akteure, das mag ich. Trotz der neuen Idee, die Frauen und damit die Menschheit aussterben zu lassen, hat es natürlich die übliche Mixtur, die in den meisten Dystopien vorherrscht. Eine Rebellion ist im Gange und die Heldin wird darin verwickelt. Aber es wird schön umgesetzt. Man möchte wissen, wie es weitergeht.

Ein schöner erster Teil der Lust auf mehr macht.

Bewertung vom 13.08.2019
Die Gärten von Monte Spina
Scriverius, Henrike

Die Gärten von Monte Spina


sehr gut

Manchmal kreist man um ein Buch und weiß nicht recht, soll ich es aufschlagen oder nicht. Manchmal ärgert man sich nachher weil man es nicht getan hat und es einem dann ständig noch im Kopf rumsurrt. Manchmal freut man sich, weil man es getan hat.
Die Autorin hat einen sehr liebevollen Umgang mit ihrer Heldin. Auch wenn sie ihr erst mal den geliebten Mann raubt, so gibt sie ihr doch einen Charakter, welcher sie mit der Zeit befähigt, den Verlust überwinden zu können. Gerne habe ich Antonia auf diesem Weg ein Stück begleitet, denn schon nach wenigen Seiten wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht und natürlich auch, was es mit dem geheimnisvollen Arbeitgeber auf sich hat.

Das Cover gerät durch die leuchtenden Farben als sehr positiv und deshalb ging ich auch so an die Geschichte ran. Mit der Erwartung, dass es alles gut wird. Natürlich kommt es auch so. Es ist keine sehr tiefschürfende Story, auch wenn der Tod und die Verarbeitung eines großen Verlustes anfangs eine Rolle spielt. Die Hauptperson im Buch ist einfach ein netter Mensch, der ein bisserl aus dem Tritt ist und durch das Rätsel um ihren Chef schließlich ihre Trauer vergessen kann und ins Leben zurückfindet.

Unterhaltsam und schön erzählt.

Bewertung vom 12.07.2019
Dunkelsommer
Jackson, Stina

Dunkelsommer


sehr gut

Dunkel ist der Sommer in „Dunkelsommer“ tatsächlich. Das liegt weniger am fehlenden Licht als an den deprimierenden, traurigen Lebenssituationen der beiden Hauptpersonen. Die Dramatik des einen Erzählstrangs ist das Verschwinden von Lelles 17jähriger Tochter. Auch wenn dieses bereits drei Jahre zurückliegt, bleibt die Frage was passiert ist? Deshalb ist der Mathematiklehrer immer noch auf der Suche nach Antworten. Aber hier spielt auch noch das Persönliche, die Trauer und Trauerverarbeitung eine große Rolle. Das gefällt mir sehr an Romanen und auch wenn das Buch dadurch noch etwas düsterer wird, mag ich das.

Zum anderen gibt es da Meja, einen Teenager, der mit der Mutter zu deren neuem Freund zieht. Auch hier ist zu wenig Liebe im Spiel und auch wenn man nicht gleich weiß, wie diese zwei Handlungsstränge zusammenhängen, so hat man doch schon eine gefühlsmäßige Ahnung, wo die Geschichte hingehen könnte.

Durch den regelmäßigen Wechsel zwischen den Erlebnissen von Meja und Lelle wird Spannung aufgebaut. Der Wald spielt tatsächlich eine wichtige Nebenrolle in der Geschichte, weil er das einsame und abgelegene Leben erklärt, dass die Darsteller teilweise innerlich und äußerlich führen.

Mir war die Geschichte fast etwas zu kurz aber sie hat mir sehr gut gefallen