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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: wusl
Wohnort: Unterhaching
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Danksagungen: 8 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 84 Bewertungen
Bewertung vom 19.06.2018
Die Schlingen der Schuld
Warner, Dave

Die Schlingen der Schuld


sehr gut

„Die Schlingen der Schuld“ ist das erste auf Deutsch erschienene Buch des Australiers Dave Warner. Die Vermutung liegt nahe, dass es daran liegt, weil das Mordopfer ein Deutscher ist. Eine interessante Ausgangslage im fernen Down Under, dort, wo schon mal Krokodile das Sichern des Tatortes erschweren und die benötigten Rechtsmediziner von anderen Ende des Kontinents kommen. Die Mühlen mahlen etwas langsamer, die Menschen sind etwas urbaner und rauer, so scheint es. Das kommt gut rüber in diesem Kriminalroman, der wechselt zwischen Beschreibungen der soliden Ermittlerarbeit, privaten Einschüben des Ermittlers und Rückblenden, die langsam Klarheit in die ganze Sache bringen.

Der Leser weiß mehr, als der Kommissar. Daniel Clement ist ein typischer Vertreter seiner Zunft. Geschieden, etwas mitgenommen aber, wenn es um den Fall und die Arbeit geht, mit einer impertinenten Hartnäckigkeit und einem Blick fürs Detail.

Das Tempo ist anfangs eher zurückgenommen. Wir haben Zeit, den Hauptdarsteller und das Opfer kennenzulernen. Wer sich darauf einlässt, wir gut unterhalten und bekommt einen soliden Plot mit ein paar Rätseln, die es zu knacken gilt.

Ein gut lesbarerer Krimi mit etwas Luft nach oben.

Bewertung vom 25.04.2018
Tiefer denn die Hölle / Martin Bauer Bd.2
Gallert, Peter; Reiter, Jörg

Tiefer denn die Hölle / Martin Bauer Bd.2


ausgezeichnet

Gallert und Reiter sind erfahrene Drehbuchautoren. Sie wissen, wie man Dialoge schreibt und wie man Spannung erzeugt. Und genau diese beiden Faktoren haben mich schon im ersten Band dieser Reihe um den Polizeiseelsorger Martin Bauer überzeugt. Deshalb habe ich mir postwendend den Nachfolgeband gekauft und wurde nicht enttäuscht.
Der Fall ist abstrus und brutal, aber auch ungewöhnlich und neu. Martin und die Kommissarin Dohr sind ein gutes Gespann. Starke Charaktere, die ein etwas kompliziertes Privatleben haben dürfen welches natürlich ihre Berufe und ihr Engagement widerspiegelt. Dennoch ist es nicht überzeichnet und die beiden sind mir sehr sympathisch.
Der Plott ist, wie gesagt, sehr spannend und abwechslungsreich. Das Buch ist nicht so besonders dick, also ist mal schnell durch, weil man es auch schlecht weglegen kann. Ich kann diese Krimireihe nur wärmstens empfehlen.

Bewertung vom 25.04.2018
Nichts ist gut. Ohne dich.
Coplin, Lea

Nichts ist gut. Ohne dich.


ausgezeichnet

Jana ist noch sehr jung, als ihr Bruder bei einem Verkehrsunfall stirbt. Leander gibt sich die Schuld daran und flüchtet aus der Stadt. Nach sechs Jahren muss er zurück kehren und begegnet Jana in einem Buchladen. Das stürzt beide erst mal in ein tiefes Tal heftiger Gefühle. Und so bleibt es auch eine ganze Weile in diesem Buch. Beide wissen nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen, benehmen sich teilweise über-emotional und unreif, teilweise einfach schräg und witzig. Aber es wäre keine Liebesgeschichte, wenn sie nicht irgendwann die Kurve kriegen und erkennen würden, dass da tatsächlich noch andere Gefühle schlummern und dass sie gemeinsam das Unglück überwinden können.

Ein schönes Buch, welches Spaß macht zu lesen. Die Sprache ist leicht und erfrischend und durchaus auch für ältere Semester ein Vergnügen. Ich mochte die beiden von Anfang an und das hin und her und vor und zurück war nicht übertrieben und angenehm lebensnah.

Sehr zufrieden habe ich das Büchlein in zwei Tagen durchgelesen und gleich an meine Nichte weitergereicht. Auch ihr Urteil war rundherum positiv und zufrieden. Die Autorin ist eine schöne Neuentdeckung für mich.

Bewertung vom 25.04.2018
Bis zum Himmel und zurück
Junk, Catharina

Bis zum Himmel und zurück


ausgezeichnet

Catharina Junk hat es auch mit ihrem zweiten Buch geschafft, mich voll und ganz zu überzeugen. Die Geschichte von Katja, die nach einer Familientragödie mitansehen musste, wie ihre Familie daran zerbrach und sie selbst sich in ein Schneckenhaus zurückgezogen hat, ist ergreifend aber frei von Kitsch und abgegriffenen Platitüden. Die Autorin schafft es, in einem ungezwungenen Plauderton mit viel Humor und Liebe für die Figuren zu erzählen. In Rückblenden erfährt man genauer, was passiert ist. Das Katja aus der Bahn geworfen wurde, wissen nur wenige und sie verbirgt ihre Schuldgefühle und fügt sich lieber selber Schmerzen zu, als sich zu öffnen. Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss sie plötzlich ihr Leben neu überdenken und neue Familienmitglieder und ein netter Mann geben neue Denkanstöße und rütteln sie wach.

Ein wirklich zauberhaftes Buch welches trotz trauriger und dramatischer Ereignisse immer wieder Mut und Freude bereitet. Es ist schön, Katja zu begleiten und mitzuerleben, wie sie aus dem schwarzen Loch herauskommt. Und für’s Herz ist natürlich auch noch etwas dabei.

Das Cover ist toll und versprüht genau die Atmosphäre, die auch im Buch immer wieder durchkommt. Zuversicht, Freude, Glück bekommen eine zweite Chance in Katjas Leben. Von mir eine dicke Leseempfehlung.

Bewertung vom 21.03.2018
Vom Eis berührt / Fire & Frost Bd.1
Blake, Elly

Vom Eis berührt / Fire & Frost Bd.1


sehr gut

Fire & Frost - Teil eins. Man muss wissen, dass hier eine neue Fantasy-Reihe beginnt. Also Vorsicht - die Autorin schreckt nicht vor fiesen Cliffhangern zurück.
Es handelt sich um eine Yound Adult Reihe. Die Autorin schwelgt in all den von vielen Lesern und Verlagen gewünschten Vorgaben. Von der jugendlichen Heldin, die eine mächtige Gabe hat. Diese Gabe könnte ein ganzes Volk vor einem Tyrannen retten. Sie verliebt sich ausgerechnet in einen ihrer ärgsten Feinde - und der in sie. Sie muss fliehen, die Hilfe des geliebten Feindes annehmen. Sie muss ihre Kräfte erst richtig erlernen, gerät in große Gefahren, weiß nicht, ob sie dem Feind vertrauen kann.

Alles so oder ähnlich schon mal dagewesen. Alles unterhaltsam aber nichts überraschendes. Und wie gesagt. Es endet, bevor die Geschichte eigentlich so richtig begonnen hat. Da hiflt es nichts. Man muss auf Teil 2 warten und hoffen, dass die Autorin hier noch eine Schippe drauflegt.

Kann noch nicht an die ganz guten Fantasyreihen heranreichen. Wunderschönes Cover.

Bewertung vom 21.03.2018
Zu nah / Frankie Sheehan Bd.1
Kiernan, Olivia

Zu nah / Frankie Sheehan Bd.1


weniger gut

Seit langem mal ein Buch, welches mich mit der Leseprobe angesprochen hat, welches aber dann leider nicht gehalten hat, was es mir versprochen hat. Dies lag an zwei Dingen. Zum einem ist der Plot ziemlich unausgegoren. Die Heldin ist selbst erst vor kurzem Opfer einer Straftat geworden und beginnt gerade wieder ihren Job. Das ist nicht neu und irgendwie konnte ich der Hauptdarstellerin nicht so recht abnehmen, dass sie Schwierigkeiten und ein Trauma hat. Erst mal im Fall drinnen spürt man nichts mehr davon. Die Zusammenhänge, die sie alle ermittelt, sind teilweise hanebüchen oder total überraschend, also nicht logisch aufgebaut. Außerdem wird vieles einfach nur erklärt, aber nicht in die Handlung eingebaut. Dadurch wirkt alles etwas abgehakt und unspektakulär.

Am Ende gehört stellt sich heraus, dass ihr Täter mit dem Fall auch zu tun hatte. Das war des guten für mich einfach zu viel.

Ich habe mich durchgequält und kann das Buch nicht wirklich empfehlen.

Bewertung vom 15.02.2018
Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente
Bognanni, Peter

Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente


sehr gut

Tess und Jonah hatten eine Online-Freundschaft. Nach und nach wurde diese so intensiv, dass es für Tess Liebe wurde. Aber dann begeht Jonah Selbstmord und lässt Tess mit all ihren Fragen und ihrem Schmerz zurück. Dass wirft die 16jährige erst mal gehörig aus der Bahn und in alter Gewohnheit schreibt sie weiter an Jonah, bis sie plötzlich von dessen Account Antwort erhält.

Peter Bognanni hat einen angenehmen Erzählstil, der dieses Jugendbuch auch für Erwachsene gut lesbar macht. Dabei nimmt er sich eines heiklen Themas mit aller notwendigen Deutlichkeit und einer wohltuenden Normalität an. Es geht um den Tod. Nicht nur in Form eines schrecklichen Selbstmordes. Der will natürlich verarbeitet werden. Aber auf unkonventionelle Art erfahren die Protagonisten Verluste, Beerdigungen, Trauer, Ängste aber auch Freundschaft und Liebe. Die ganze Palette der menschlichen Gefühle wird in diesem Buch erzählt. Dabei hat der Autor einen Hang zum Skurrilen und zum Ungewöhnlichen.

Die Geschichte hat mir eigentlich gut gefallen allerdings, fand ich manche Aktionen der Charaktere nicht ganz nachvollziehbar oder sogar aufgesetzt. Am Ende hätte ich mir tatsächlich ein bisschen mehr Normalität gewünscht, um mich mehr in die Lage der Darsteller hineinversetzen zu können. 3,5 Sterne für eine unterhaltsame Story.

Bewertung vom 06.02.2018
Die Tochter der Toskana
Seemayer, Karin

Die Tochter der Toskana


ausgezeichnet

1832 in Italien. Antonella kommt aus einem kleinen Dorf voller Schafzüchter in den italienischen Bergen. Das Leben dort ist entbehrungsreich und karg und als Frau sind die Möglichkeiten in der Regel auf Heirat und Kinder großziehen beschränkt. Aber Antonella sehnt sich nach mehr. Dennoch ist sie glücklich, als der begehrteste Junggeselle des Dorfes ihr den Hof macht. Dieser entpuppt sich aber als despotischer Schwerenöter und wenn sie nicht in einer unglücklichen Ehe gefangen sein will, muss sie fliehen. Michele, ein Fremder, den sie zufällig aus einer misslichen Lage gerettet hat, verhilft ihr zur Flucht. Gemeinsam versuchen die beiden sich bis nach Genua durchzuschlagen, wo Antonella auf die Unterstützung ihrer Tante hofft. Aber Michele hat selber einige Geheimnisse und ist nicht der, für den er sich ausgibt.
„Die Tochter der Toskana“ hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Dies lag zuerst mal an dem wunderschönen Stil, in dem Karin Seemayer das ländliche Leben, die Menschen und ihre Träume und Gedanken beschreibt. Schnell schließt man die beiden jungen Leute ins Herz. Ihre Sorgen und Nöte kann man nachempfinden und versteht ihre Beweggründe immer besser. Zu weiten Teilen ist das Buch auch eine Art Road-Movie. Als leidenschaftliche Toskana-Urlauberin hatte ich daran großen Spaß, da ich viele der Orte kenne und die Landschaften und Städte vor meinem inneren Auge zu neuem Leben erweckt wurden. Italien, seine Gerüche, seine Farben, der Geschmack der Speisen – all das fängt die Autorin mit ihrer leichten Art ein. Nicht zu vergessen erfährt man einiges über den Beginn des italienischen Befreiungskampfes von der österreichischen Fremdherrschaft.
Sicherlich ist das Buch auch eine große Liebesgeschichte in der es darum geht, die Entwicklung zweier junger Menschen mitzuerleben, die auf der Suche nach Freiheit und Glück zueinander finden. Das ist etwas fürs Herz. Ich empfand die Dosis zwischen zartem Schmelz und historischen Fakten als ausgewogen und angenehm und würde mich sehr freuen, wenn ich bald wieder etwas von Karin Seemayer lesen dürfte.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.01.2018
In eisiger Nacht / Detective Max Wolfe Bd.4
Parsons, Tony

In eisiger Nacht / Detective Max Wolfe Bd.4


sehr gut

Skrupellose Schleuser bringen immer wieder junge Frauen nach London. Dabei kommt es zu einem fahrlässigen Unfall, bei dem 12 Frauen in einem Kühlwagen erfrieren. Die Polizei unter Detektive Max Wolfe beginnt mit den intensiven Ermittlungen. Schnell hat er eine bekannte Verbrecherfamilie in Verdacht. Aber auch eine chinesische Bande könnte verwickelt sein. Wolfe und sein Team begeben sich immer wieder in gefährliche Situationen, versuchen mit Hilfe riskanter Undercovereinsätze den Tätern auf die Spur zu kommen.

Wer, wie ich, die Bücher von Tony Parsons kennt, weiß um die Stärken des Autors. Er erzählt von Anfang an in einem hohen Tempo. Es geht ihm nicht immer um Logik oder realistische Polizeiarbeit sondern auch mal um möglichst viel Spannung und Action. Wolfe ist ein sympathischer Ermittler, der beim Leser schnell Empathie weckt. Außerdem wird immer wieder über Wolfes Privatleben berichtet, welches tatsächlich über die verschiedenen Bücher der Reihe hinweg durchaus interessant ist und Fans neben der eigentlichen Handlung ebenfalls wichtig.

Besonders gefallen hat mir diesmal die Aktualität des Falles und die Zeichnung der Personen. Auch die „Bösewichte“ sind facettenreich und man weiß sehr lange nicht, wer die Täter sind. Außerdem gibt es einen richtigen Showdown.

Bewertung vom 11.01.2018
Hangman. Das Spiel des Mörders
Cole, Daniel

Hangman. Das Spiel des Mörders


gut

Vom zweiten Buch von Daniel Cole bin ich etwas enttäuscht. Ich wusste zwar, dass es mit Ragdoll einen Vorgängerband gab aber mir war nicht bewusst, dass es tatsächlich der zweite Teil einer einzigen Krimigeschichte ist. So hatte ich kein Vorwissen und der Autor hat es nicht immer geschafft mir die Infos aus der Vergangenheit alle plausibel zu erklären. So konnte ich nicht immer die Zusammenhänge zu den Morden in Europa erkennen und musste mich an die Handlung in Amerika halten.
Seltsam fand ich den Humor in diesem Thriller. Ich fand ihn meist unpassend oder einfach nicht witzig. Es fehlte etwas der Charme und wirkte aufgesetzt und begrub die Spannung und Ernsthaftigkeit der Protas unter sich.
Die Handlung an sich fand ich nicht wirklich neu und auch nicht wirklich überzeugend. Und es endet wie befürchtet abrupt und mit der Gewissheit, dass es einen dritten Teil geben wird.
Hangman war leider nicht ganz mein Fall.