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Benutzername: Plush
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Bewertungen

Insgesamt 72 Bewertungen
Bewertung vom 24.06.2018
Der magische Dolch / Podkin Einohr Bd.1
Larwood, Kieran

Der magische Dolch / Podkin Einohr Bd.1


gut

Von dem niedlichen Cover darf man sich nicht täuschen lassen – Podkin Einohr hat es in sich!

Die fantasymäßig aufgezogene Kindergeschichte startet mit der Einkehr eines Barden, der den Kaninchenkindern eine Geschichte erzählen soll. Und so hören wir dann die Geschichte von Podkin Einohr, also eine Geschichte in einer Geschichte. Zwischendurch kehren wir immer mal wieder zum Barden und seinen gespannten Zuhörern zurück, was der Erzählung eine schöne Tiefe verleiht.

Inhaltlich ist die Geschichte um Podkin und seine beiden Geschwister sehr tragisch, finster, brutal und deprimierend. Eine Stimmung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Zu lachen gibt es eher selten etwas, einzig Podkins kleiner Babybruder sorgt ab und an für etwas Auflockerung. Ansonsten geht es um Flucht, bösartige Mutantenkaninchen, viele harte und blutige Kämpfe, ausweglose Situationen… Das ist wirklich nichts für schwache Nerven und ließ mich mehr als einmal an der Altersempfehlung (ab 10 J.) zweifeln. Denn die beschriebene Brutalität in Verbindung mit der fast durchweg niederschmetternden Grundstimmung ist schon wirklich heftig.

Mein Sohn fand es trotzdem super, ließ sich von der Spannung mitreißen und von dem Fantasystil verzaubern. Darum gebe ich dem Buch gute 3 Sterne - aber dazu den Tipp, sich an die Altersempfehlung zu halten und zusätzlich zu berücksichtigen, wie viel Brutalität die eigenen kleinen Leser schon vertragen.

Bewertung vom 21.05.2018
Die Rebellinnen / Iron Flowers Bd.1
Banghart, Tracy

Die Rebellinnen / Iron Flowers Bd.1


gut

Die Geschichte fängt schnell – vielleicht schon zu schnell – an. Die wichtigsten Informationen werden kurz abgehandelt. Große Beschreibungen zur Welt und zu der Umgebung sucht man vergebens.

Dafür bekommt man zwei Protagonistinnen, die durchaus interessant wirken in ihrer Verschiedenheit. Dass die Story abwechselnd aus Sicht der einen Schwester und dann wieder der anderen erzählt wird, unterstützt diesen spannenden Kontrast. Leider bleibt dieser positive Eindruck der beiden Mädchen aber nicht lange bestehen. Mit dem Verlauf der Geschichte entwickeln sich zwar beide weiter, allerdings teilweise wenig nachvollziehbar, zu schnell oder in eine enttäuschende Richtung.

Auch die Nebencharaktere konnten nicht glänzen, bleiben sie doch alle zu blass und oberflächlich. Selbst bei den Bösewichten wurde viel Potential verschenkt.

Es gibt durchaus immer wieder Szenen, in denen wir es z.B. mit Gewalt, brutalen Kämpfen und Intrigen zu tun bekommen. Diese konnten mich aber nicht mitreißen, weil mir die Charaktere einfach nicht wichtig genug waren, oder weil die Geschehnisse immer wieder so vorhersehbar waren, dass keine rechte Spannung aufkommen wollte.

Jetzt habe ich ganz viel kritisiert, dabei würde ich das Buch nichtmal als schlecht bezeichnen. Die Idee zur Geschichte mit der feministischen Thematik gefällt mir sehr und der Schreibstil ist wirklich angenehm und sorgt für ein entspanntes und flottes Lesen. Gerade deshalb ärgere ich mich wohl so über die Kritikpunkte – weil ich mir wünschen würde, das Buch zu mögen. Die Geschichte hat so viel Potential, das in meinen Augen verschenkt wurde.

Fazit: Kein schlechtes Buch – aber auch kein wirklich gutes.

Bewertung vom 20.05.2018
Ein MORDs-Team - Band 20: Der verlorene Junge (eBook, ePUB)
Suchanek, Andreas

Ein MORDs-Team - Band 20: Der verlorene Junge (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Auch der 20. Teil aus der Reihe „Ein MORDs-Team“ hat es in sich! Sofort geht es wieder rasant-spannend los und das Team gerät erneut in Lebensgefahr auf ihrer Suche nach Antworten. Wer diesmal der gefährliche Gegenspieler ist, der die Freunde mit so drastischen Taten von ihren Ermittlungen abhalten will, ist noch nicht klar.

Als wäre das noch nicht genug Spannung, bekommen wir es im weiteren Verlauf auch noch mit dem Fuchs und dem Chamäleon zu tun. Ein gefährlicher alter Kampf brandet erneut auf und das MORDs-Team ist natürlich mitten drin.

Zu guter Letzt wirft Autor Andreas Suchanek uns dann mit einem zweiten Prolog ganz am Ende auch noch fast nebenbei einen neuen Informationsfetzen zu, der mir den Mund offen stehen ließ und völlig neue Wendungen verspricht!

Fazit:
Diese Reihe kann auch mit dem 20. Band sein volles Sucht-Potential aufrechterhalten und weiter festigen. Ich MUSS einfach wissen, wie es weitergeht!

Bewertung vom 06.05.2018
Artemis
Weir, Andy

Artemis


sehr gut

„Artemis“ ist das neue Werk von Andy Weir, der mit „Der Marsianer“ ein wahnsinnig erfolgreiches Debütwerk hinlegte. Umso gespannter war ich nun also, als ich hörte, dass wir nach dem Mars dieses Mal den Mond bereisen werden.

Von Anfang an gelingt es dem Autor, die Stadt unter den Kuppeln so lebhaft und anschaulich zu beschreiben, dass man ganz schnell ein deutliches Bild vor Augen hat und sich angekommen fühlt in der Geschichte.

Wer „Der Marsianer“ bereits kennt, darf zu Recht vermuten, dass es auch in „Artemis“ wieder viele techniklastige Erläuterungen gibt, die den Charme der Bücher für mich unbedingt mit ausmachen. Logisch und in sich schlüssig werden hier wieder die technischen Komponenten mit der Geschichte verknüpft, was ich einfach faszinierend und genial finde.

Auch von Protagonistin Jazz Bashara bin ich restlos begeistert. Ihre oft derbe und direkte Art hat mich köstlich amüsiert. Sie ist eine hochintelligente junge Frau, die ihre Talente zwar gern in illegalen Gefilden nutzt, dabei aber dennoch ihre eigenen moralischen Prinzipien vertritt. Sie hat ihr Herz am rechten Fleck.

Besonders Spaß gemacht hat mir Jazz auch wegen der tollen Sprecherin Gabrielle Pietermann. Diese hat unter anderem schon Daenerys Targaryen und Hermine Granger ihre Stimme gegeben. Das habe ich aber gar nicht „unangenehm“ herausgehört und die Stimme direkt mit Jazz verknüpfen können. Durch die jung wirkende Stimme bekommt das Hörbuch einen frischen, fast schon jugendlichen Charme, der mir sehr gefiel.

Einzig der Charakter Calvin war für mich nicht ganz rund, bzw. die Beziehung zwischen ihm und Jazz. Als ihr Brieffreund von der Erde hilft er ihr oft und in großem Umfang, scheint dafür aber nicht wirklich etwas von Jazz zurückzubekommen. Warum er ihr über die Jahre trotzdem immer wieder so bedingungslos unter die Arme greift, erschloss sich mir nicht ganz. Das ist aber nur ein kleines Manko in einer ansonsten tollen und runden Geschichte.

Fazit: Ein wirklich spannender Ausflug auf den Mond, der mich mit seiner spritzigen Protagonistin und den cleveren technischen Details toll unterhalten hat!

Bewertung vom 23.04.2018
DUMPLIN'
Murphy, Julie

DUMPLIN'


gut

Diesen Jugendroman musste ich aufgrund der Thematik einfach lesen! Und im Gegensatz zu vielen anderen Leserstimmen gefiel mir die Protagonistin Willowdean besonders gut. Man merkt, dass die Autorin Julie Murphy weiß, wovon sie schreibt, wenn es um den Charakter eines stark übergewichtigen Mädchens geht. Die Ängste, die Sorgen, das vorgespielte Selbstbewusstsein und die scheinbar überzogene Empfindlichkeit eines Teenagers, der nicht der Norm entspricht. All das kann man bei Will entdecken – und vermutlich oft nur nachvollziehen, wenn man selbst in einer solchen Lage war. Dass Wills Verhalten auf viele Leser unsympathisch und überzogen wirkt, kann ich also durchaus verstehen. Ich als frühere Leidensgenossin hingegen konnte mit Will mitfühlen und -leiden.

Auch der Schreibstil hat mich überzeugt. Leicht und witzig, manchmal gar poetisch liest sich die Geschichte ganz schnell und angenehm runter.

Hier und da liest sich das Buch zugegebenermaßen für meinen Geschmack etwas zu „amerikanisch“, teils etwas klischeehaft und oberflächlich – aber Klischees veranschaulichen ja nunmal auch gut, also macht mir das das Buch nicht madig.

Ein wenig enttäuscht war ich dann einzig vom Finale der Geschichte, das wenig überraschend kam und dann doch recht schnell und unspektakulär endete. Aber schön war´s natürlich trotzdem. :o)

Fazit: Alles in allem ein schönes Jugendbuch, dass ich vor allem Leidensgenossinnen empfehlen kann – andernfalls könnte man von der Protagonistin genervt sein.

Bewertung vom 30.03.2018
Idaho
Ruskovich, Emily

Idaho


sehr gut

„Idaho“ ist das Debüt der Autorin Emily Ruskovich. Das merkte ich dem Buch aber in keiner Weise an. Von Anfang an wird eine beunruhigende Grundstimmung geschaffen, die mich sofort in ihren Bann zog. Erreicht wurde diese Wirkung zum einen durch den großartigen, poetischen Schreibstil der Autorin.

Zum anderen sind da die Charaktere, die durchweg alle ein großes Päckchen zu tragen haben. Den Gedankengängen der Personen so nah zu folgen, liest sich oft sehr beklemmend und dabei so spannend. Man versucht als Leser, jede Spur nach Antworten aufzunehmen, keinen Hinweis zu übersehen – um sich dann plötzlich in einer anderen Zeitspanne und bei einem anderen Charakter wiederzufinden, wo die Such nach Antworten von vorne beginnt.

Mit der Zeit wird dann klar, dass das Buch gar nicht vorhat, dem Leser wie in einem Thriller spätestens am Ende die Antworten zu servieren. Nein, vielmehr werden hier ganz viele verschiedene Schicksale virtuos miteinander verflochten und welche Geschehnisse dabei Auswirkungen aufeinander haben können, diese Erkenntnis steht viel mehr im Vordergrund. Und auch, dass sich die Wahrheit eben nie von allen Seiten vollständig beleuchten lässt und man trotzdem damit weiterleben muss.

Zuletzt gibt das Buch zwar keine klaren Antworten auf die vielen offenen Fragen, doch man kann/soll/darf sich als Leser seine eigenen Gedanken machen und in gewisser Weise schließt sich bei jedem Erzählstrang am Ende noch ein Kreis, wenn auch nicht so, wie man es unbedingt erwarten würde.

Aber das macht einen Teil des Reizes für mich aus. Man kann ganz viele Infos für sich selbst zusammensetzen. Ob diese Schlüsse nun richtig sind? Das werden wir nie erfahren. Aber das muss auch gar nicht sein bei einer Geschichte, die mich auf eine atmosphärisch dermaßen fesselnde Reise mitgenommen hat.

Bewertung vom 25.03.2018
Für immer ist die längste Zeit
Fabiaschi, Abby

Für immer ist die längste Zeit


sehr gut

Dieses Buch ist zugleich traurig und witzig. Maddy, Ehefrau und Mutter, nimmt sich das Leben und lässt ihre Familie ohne einen Hinweis auf den Grund zurück. Nun hängt sie zwischen den Welten fest und kann die Menschen beobachten und mit etwas Übung Signale in die Köpfe der anderen senden. Ihr wird schnell klar, ihr Mann braucht eine neue Frau, die sich um ihn und die Tochter kümmert – und sie hat da auch schon jemanden im Blick. In der Zwischenzeit müssen Brady und Eve sich mit ihrer Trauer und ihren Schuldgefühlen auseinandersetzen.

Die Geschichte wird immer abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Maddy, Brady und Eve erzählt. So bekommt man ganz schnell einen Einblick in die Charaktere und deren Gefühlswelt. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig – die Seiten fliegen nur so dahin und man mag gar nicht aufhören zu lesen. Außerdem ist das Buch mit einer großen Portion Humor ausgestattet, was die Geschichte so wahnsinnig unterhaltsam und gleichzeitig auch aushaltbar macht, ohne dass man ununterbrochen ein Taschentuch in der Hand halten muss.

Es gibt aber natürlich auch soo viele Szenen, die sehr berühren und zum Nachdenken bringen. Die Trauer, die Wut, die Schuldgefühle – aber auch, wie Tochter und Vater versuchen, sich wieder einander anzunähern und ihr Leben irgendwie mit dieser unvorstellbaren Lücke neu zu organisieren.

Fazit: Ein Buch, das zum Lachen und Weinen bringt, das unterhält und mit seiner Aussage nachwirkt. Absolut lesenswert.

Bewertung vom 08.03.2018
Die Kathedrale des Lichts
Laurin, Ruben

Die Kathedrale des Lichts


gut

Ich habe mich im Vorfeld sehr auf das Lesen des Buches gefreut, da es von einem Autor geschrieben wurde, von dem ich schon einige andere Werke gelesen und geliebt habe. Mit entsprechenden Erwartungen bin ich dann auch an das Werk herangegangen. Das schöne Cover heizte die Vorfreude noch mehr an.

Der flüssige Schreibstil lässt sich gewohnt gut lesen und macht den Einstieg in die Geschichte angenehm.

Was die historischen Fakten angeht, hatte ich den Eindruck, dass hier durchaus viel und gut recherchiert wurde. Vor allem der Dombau wirkt stimmig und gibt schöne Einblicke in die Abläufe des Baus und das Leben der Arbeiter zu damaligen Zeiten. Und auch die Exkurse ins 3. Jahrhundert n. Chr. zu den Römern empfand ich als sehr bereichernd und interessant. Die Zeittafel, das Personenverzeichnis und das Glossar runden diesen Eindruck für mich ab.

Leider konnten mich die Charaktere nicht so recht begeistern. Die meisten waren und blieben mir zu oberflächlich und einfach. Helena, die Tochter des Baumeisters, die am Anfang noch so vielversprechend wirkte und eine starke junge Frau zu sein schien, entpuppt sich schnell als die schöne Jungfrau, die sich eigentlich nur noch über die richtige Partnerwahl den Kopf zerbricht. Schade! Moritz gewinnt nur durch Mitleidspunkte Sympathie und ist ansonsten der sehr einfach gestrickte Kraftprotz. Ansgar ist der ritterliche Frauenheld und Gotthard das Ekelpaket.

Insgesamt hätte ich mir den Schwerpunkt mehr auf dem Dombau und den geschichtlichen Hintergründen gewünscht und weniger bei der flachen Liebesgeschichte von Helena und co. Auch gefielen mir die Nebencharaktere wie Mechthild oder auch Schmied Benno und seine Frau wesentlich besser und weckten mein Interesse viel mehr als die eigentliche Hauptgeschichte.

Mein Fazit: Mir blieb die Geschichte zu oberflächlich und hatte für meinen Geschmack den Schwerpunkt zu sehr auf der Liebesgeschichte. Wer Liebesgeschichten mit historischem Setting mag, findet in „Die Kathedrale des Lichts“ aber sicher ein nettes Buch.

Bewertung vom 04.03.2018
Wiesenstein
Pleschinski, Hans

Wiesenstein


weniger gut

Inhalt:

„Wiesenstein“ von Hans Pleschinski behandelt die letzten Lebensjahre des deutschen Dramatikers, Schriftstellers und Nobelpreisträgers Gerhart Hauptmann. Dieser möchte seinen Lebensabend auf „Wiesenstein“, seiner Villa in Schlesien, verbringen und reist während des 2. Weltkrieges (1945) dorthin zurück um mit eigenem Masseur, Zofe, Butler, Gärtner, Köchin und Sekretärin sein luxuriöses Leben bis zum Ende weiterzuführen.


Meine Meinung:

Wie der Inhalt schon andeutet, ist dieses Buch keine leichte Kost, allein schon thematisch. Wir stecken mitten im Ende des zweiten Weltkrieges und Pleschinski schafft es, die Schrecken des Krieges sehr intensiv und dabei ohne künstlich erzeugte Dramatik zu vermitteln. In dieser Hinsicht konnte das Werk mich wirklich überzeugen.

Es gab aber leider viel mehr Abschnitte, die das Lesen nicht so einfach machten. Das Buch braucht permanente Aufmerksamkeit. Der Schreibstil Pleschinskis ist sehr wortgewaltig, dadurch aber auch oft langatmig und anstrengend. Es ist, als müsste man sich Seite für Seite erarbeiten, ein richtiger Lesefluss kommt nie auf.

Oft ist die Geschichte mehr historisches Sachbuch als Roman und es werden immer wieder große Teile von Hauptmanns Werken zitiert. Dieser Eindruck spricht natürlich sehr für die umfangreichen Recherchen, die Pleschinski für dieses Werk unternommen hat. Das wird auch im Epilog noch einmal bestätigt. Trotzdem macht es das Lesen mühsam.

Hinzu kommt, dass Hauptmann und seine Werke mir von Anfang an leider einfach nur unsympathisch waren und das wurde mit jeder weiteren Information und jedem weiteren Auszug aus seinen Werken immer schlimmer. Wie er gemeinsam mit seiner Frau als Opportunist durchs Leben ging und sein Fähnchen immer nach dem Wind drehte, auch und gerade während des Nationalsozialismus, das war manchmal schon schwer zu lesen und ich empfand bei der Lektüre oft Wut.

Aus diesem Grund weiß ich gar nicht so recht, wem ich dieses Buch ruhigen Gewissens empfehlen würde. Hauptmann-Liebhabern wohl nicht, denn denen würde man wahrscheinlich die Faszination für diesen Mann vergrätzen.


Fazit:

Mich konnte das Buch nicht begeistern, es war mir zu viel Kampf und zu wenig Lesegenuss. Immerhin habe ich gelernt, dass ich Gerhart Hauptmann weder als Künstler noch als Person schätze.

Bewertung vom 16.02.2018
Die kleine Hexe - Das Original-Hörspiel zum Film, 1 Audio-CD
Preußler, Otfried

Die kleine Hexe - Das Original-Hörspiel zum Film, 1 Audio-CD


gut

Der bekannte Klassiker „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler läuft zurzeit in den deutschen Kinos, der Audio Verlag hat das Original-Hörspiel zum Film herausgebracht.

Karoline Herfurths Stimme hat einen hohen Wiedererkennungswert und passt auch gut zur kleinen Hexe. Sie spricht für meinen Geschmack seehr schnell, was zwar gut zum Charakter passt, aber mir das Zuhören und vor allem Verstehen recht schwierig machte.

Im Gegensatz dazu gefiel mir der von Axel Prahl gesprochene Rabe Abraxas besonders gut mit seiner markanten Stimme und der langsamen und deutlichen Aussprache.

Die Erzählerin für die Zwischentexte Marion Martienzen passt super zum Hörspiel mit ihrer lebhaften quirligen Sprechart. So bleibt die Geschichte immer im Fluss und wird in ihrer jeweiligen Stimmung und Geschwindigkeit nicht unterbrochen.

Passende Hintergrundmusik und -geräusche gibt es bei diesem Hörspiel natürlich auch. Teilweise wird alles harmonisch von den Hintergrundgeräuschen untermalt, vor allem die Musik ist top! Manches Mal war es mir aber auch zu überladen und ich konnte mich schwer auf das Gesprochene konzentrieren, wenn im Hintergrund gerade auch so viel „passierte“.

Inhaltlich wurde der Klassiker hervorragend umgesetzt und man muss keine Angst haben, seine eigene Erinnerung an die Geschichte zu zerstören mit dieser modernen Variante. :o)

Fazit:

Das Hörspiel kann man sich gut anhören, auch ohne die Geschichte bereits zu kennen. Man sollte aber ein bisschen Konzentration mitbringen, um der schnellen Protagonistin und der üppigen Geräuschkulisse folgen zu können. Für mich funktioniert es als Film besser.