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Benutzername: Plush
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Bewertungen

Insgesamt 75 Bewertungen
Bewertung vom 19.09.2018
Der Sturm
Jacuba, Tom

Der Sturm


sehr gut

Mit „Der Sturm“ hat sich der Autor Tom Jacuba an Shakespeares Werk "The Tempest" herangewagt und Prospero eine ganz eigene Vorgeschichte geschrieben.

Das Buch beginnt auf einem Schiff mitten im Sturm, wo die Reisenden zur Ablenkung Prosperos Geschichte erzählen. Und so landet man als Leser wenig später mit einem Zeitsprung 17 Jahre in der Vergangenheit, wo alles begann… Zwischendurch kehrt man immer wieder zu den Ereignissen auf dem Schiff zurück, bis die Erzählstränge zum Ende hin schließlich zusammenlaufen.

Prosperos Werdegang wird gleich zu Beginn sehr viel Platz eingeräumt – wir erleben ihn als Herzog, als Bruder, als Ehemann, als werdender Vater und auch als Sohn, der seine Mutter verlor. Außerdem begleiten wir ihn auf seinem langen Weg zum Magier. Trotz dieser vielen Details, die man so als Leser über Prospero erlangt, fühlte er sich lange unnahbar an. Es fiel mir schwer, eine emotionale Bindung zu ihm zu bekommen und dadurch dauerte es eine ganze Weile, bis das Buch für mich wirklich spannend wurde.

Dieser Eindruck änderte sich für mich erst ab etwa der 2. Hälfte des Buches, als er – wie dem Klappentext bereits zu entnehmen ist – auf einer einsamen Insel landet. Hier wurde das Geschehen für mich intensiver und emotional packender. Ab hier fühlte es sich auch mehr nach Fantasy an. Man muss sich aber auch in der 2. Hälfte darauf einlassen können, dass der sehr detaillierte Schreibstil immer mal wieder Tempo rausnimmt. Spannend wird es trotzdem, denn wir bekommen es hier nicht nur mit Magie, sondern auch mit verschiedenen fremdartigen Wesen, gewaltigen Kämpfen und dem ständigen Durst nach Rache und Macht zu tun.

Wer es mir während der ganzen Geschichte besonders angetan hat, war Prosperos Tochter Miranda. Bereits aus dem Mutterleib dürfen wir ihren Gedanken und Empfindungen lauschen. Diese Abschnitte aus Sicht eines Ungeborenen lesen sich ganz besonders. Auch als sie heranwächst, werden immer wieder Abschnitte aus ihrer Sicht eingefügt, die dem Alter entsprechend der Wortwahl und Denkweise angepasst sind. Als junge Frau wirkt Miranda schließlich selbst wie ein Fabelwesen aus einer magischen Parallelwelt und man kann sich nur zu gut vorstellen, wie verzaubernd sie auf das andere Geschlecht wirken mag. Gleichzeitig ist sie stark, mutig, stur und schafft es mit dieser Kombination nicht nur, ihrem Vater die Stirn zu bieten, sondern ihm auch in den schwierigsten Situationen zur Seite zu stehen.

Fazit: Eine Geschichte, die etwas Geduld braucht, um sich dann voll entfalten zu können. (Für mich hätte der Abschnitt vor der Insel gerne etwas kürzer ausfallen dürfen.) Ich bin aber froh, dass ich mir diese Zeit genommen habe. Das Buch ist zwar Fantasy, aber doch ganz anders, ungewöhnlich und mit ganz eigener düsterer, magischer und doch weltlicher Atmosphäre. Eine Leseempfehlung für Geduldige – auch ohne Shakespeare-Erfahrung. :-)

Bewertung vom 24.08.2018
Vier.Zwei.Eins.
Kelly, Erin

Vier.Zwei.Eins.


sehr gut

„Vier.Zwei.Eins.“ von Erin Kelly ist ein Buch, das es mir über weite Teile nicht leicht gemacht hat. Doch das letzte Drittel konnte mich dann doch versöhnen und ließ mich zufrieden zurück.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht von Laura und Kit erzählt, und hierbei wird zusätzlich unchronologisch zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin- und hergesprungen. Dies ist aber gut der jeweiligen Kapitelüberschrift zu entnehmen, also soweit kein Problem.

Was mir eher Schwierigkeiten bereitet hat, war, dass ich über weite Teile der Geschichte einfach gar keinen Durchblick hatte. Das war von der Autorin auch genau so gewollt. Doch irgendwann fing es an zu nerven, dass man nicht nachvollziehen konnte, worum es nun eigentlich geht. Schließlich fiel es mir dadurch auch schwer, eine Verbindung zu den Charakteren aufzubauen. Richtig sympathisch war von Anfang an keiner. Und desto weiter die Geschichte voranschritt, desto weniger wusste man, wem man überhaupt trauen kann, oder ob einfach alle spinnen und lügen.

Dann kam aber endlich im letzten Drittel der Startschuss für eine erlösende Entwirrung dieses riesigen Wollknäuels und man bekam endlich nach und nach die Informationen, die einem die ganze Zeit vorher gefehlt hatten, um verstehen zu können, was da eigentlich los (gewesen) war bei den Charakteren. Und von da an wurde es für mich dann auch endlich richtig spannend! Nun konnte ich auch die Handwerkskunst anerkennen, mit der die Autorin mich zuvor im Unklaren gelassen hatte.

Fazit: Ein Buch, das dem Leser über die ersten zwei Drittel viel Geduld abverlangt, welche dann aber im letzten Drittel reich belohnt wird mit einem großen Aha-Effekt, einem spannungsgeladenen Finale und einem überraschenden Abschluss.

Bewertung vom 01.08.2018
Das Erbe der Macht - Die Chronik der Archivarin: Der verschollene Mentiglobus
Suchanek, Andreas

Das Erbe der Macht - Die Chronik der Archivarin: Der verschollene Mentiglobus


ausgezeichnet

Einfach nur episch, was Andreas Suchanek uns mit diesem Special geboten hat! Mit den beiden Unsterblichen Johanna und Leonardo reisen wir in die Vergangenheit und erfahren endlich, wie die beiden unsterblich wurden und wie sie zueinander fanden. Beide müssen sich ihrer Vergangenheit stellen und in Erinnerungen zurückkehren, die lange vergessen waren… Und diese Erinnerungen sind das Schmerzhafteste, was beide jemals erlebt haben. Mit diesen Geschehnissen erfahren wir als Leser gleichzeitig, dass es einen neuen Endgegner geben wird, der stärker ist als alles bisher Dagewesene.

Somit ist das Spin-Off eigentlich gar kein richtiges selbstständiges Spin-Off, weil die Geschichte eine Brücke zu Staffel 2 der Reihe schlägt und bereits jede Menge Infos gibt auf das, was uns in den kommenden Bänden erwarten wird. Für Fans von „Das Erbe der Macht“ ist die Geschichte aber sowieso in jedem Falle unverzichtbar! So viele Antworten auf lange gestellte Fragen, aber auch sooo viele neue Fragen gibt es hier zu entdecken. Und bei dem Gedanken an den neuen Gegner stellen sich dem Leser vor Alarmbereitschaft die Nackenhaare auf – plötzlich haben wir es mit etwas zu tun, das die Dimensionen des Bösen auf ein völlig neues Level anhebt.

Fazit:
Dieses Special ist ganz groß – und Staffel 2 wird riesig!

Bewertung vom 24.06.2018
Der magische Dolch / Podkin Einohr Bd.1
Larwood, Kieran

Der magische Dolch / Podkin Einohr Bd.1


gut

Von dem niedlichen Cover darf man sich nicht täuschen lassen – Podkin Einohr hat es in sich!

Die fantasymäßig aufgezogene Kindergeschichte startet mit der Einkehr eines Barden, der den Kaninchenkindern eine Geschichte erzählen soll. Und so hören wir dann die Geschichte von Podkin Einohr, also eine Geschichte in einer Geschichte. Zwischendurch kehren wir immer mal wieder zum Barden und seinen gespannten Zuhörern zurück, was der Erzählung eine schöne Tiefe verleiht.

Inhaltlich ist die Geschichte um Podkin und seine beiden Geschwister sehr tragisch, finster, brutal und deprimierend. Eine Stimmung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Zu lachen gibt es eher selten etwas, einzig Podkins kleiner Babybruder sorgt ab und an für etwas Auflockerung. Ansonsten geht es um Flucht, bösartige Mutantenkaninchen, viele harte und blutige Kämpfe, ausweglose Situationen… Das ist wirklich nichts für schwache Nerven und ließ mich mehr als einmal an der Altersempfehlung (ab 10 J.) zweifeln. Denn die beschriebene Brutalität in Verbindung mit der fast durchweg niederschmetternden Grundstimmung ist schon wirklich heftig.

Mein Sohn fand es trotzdem super, ließ sich von der Spannung mitreißen und von dem Fantasystil verzaubern. Darum gebe ich dem Buch gute 3 Sterne - aber dazu den Tipp, sich an die Altersempfehlung zu halten und zusätzlich zu berücksichtigen, wie viel Brutalität die eigenen kleinen Leser schon vertragen.

Bewertung vom 21.05.2018
Die Rebellinnen / Iron Flowers Bd.1
Banghart, Tracy

Die Rebellinnen / Iron Flowers Bd.1


gut

Die Geschichte fängt schnell – vielleicht schon zu schnell – an. Die wichtigsten Informationen werden kurz abgehandelt. Große Beschreibungen zur Welt und zu der Umgebung sucht man vergebens.

Dafür bekommt man zwei Protagonistinnen, die durchaus interessant wirken in ihrer Verschiedenheit. Dass die Story abwechselnd aus Sicht der einen Schwester und dann wieder der anderen erzählt wird, unterstützt diesen spannenden Kontrast. Leider bleibt dieser positive Eindruck der beiden Mädchen aber nicht lange bestehen. Mit dem Verlauf der Geschichte entwickeln sich zwar beide weiter, allerdings teilweise wenig nachvollziehbar, zu schnell oder in eine enttäuschende Richtung.

Auch die Nebencharaktere konnten nicht glänzen, bleiben sie doch alle zu blass und oberflächlich. Selbst bei den Bösewichten wurde viel Potential verschenkt.

Es gibt durchaus immer wieder Szenen, in denen wir es z.B. mit Gewalt, brutalen Kämpfen und Intrigen zu tun bekommen. Diese konnten mich aber nicht mitreißen, weil mir die Charaktere einfach nicht wichtig genug waren, oder weil die Geschehnisse immer wieder so vorhersehbar waren, dass keine rechte Spannung aufkommen wollte.

Jetzt habe ich ganz viel kritisiert, dabei würde ich das Buch nichtmal als schlecht bezeichnen. Die Idee zur Geschichte mit der feministischen Thematik gefällt mir sehr und der Schreibstil ist wirklich angenehm und sorgt für ein entspanntes und flottes Lesen. Gerade deshalb ärgere ich mich wohl so über die Kritikpunkte – weil ich mir wünschen würde, das Buch zu mögen. Die Geschichte hat so viel Potential, das in meinen Augen verschenkt wurde.

Fazit: Kein schlechtes Buch – aber auch kein wirklich gutes.

Bewertung vom 20.05.2018
Der verlorene Junge / Ein MORDs-Team Bd.20 (eBook, ePUB)
Suchanek, Andreas

Der verlorene Junge / Ein MORDs-Team Bd.20 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Auch der 20. Teil aus der Reihe „Ein MORDs-Team“ hat es in sich! Sofort geht es wieder rasant-spannend los und das Team gerät erneut in Lebensgefahr auf ihrer Suche nach Antworten. Wer diesmal der gefährliche Gegenspieler ist, der die Freunde mit so drastischen Taten von ihren Ermittlungen abhalten will, ist noch nicht klar.

Als wäre das noch nicht genug Spannung, bekommen wir es im weiteren Verlauf auch noch mit dem Fuchs und dem Chamäleon zu tun. Ein gefährlicher alter Kampf brandet erneut auf und das MORDs-Team ist natürlich mitten drin.

Zu guter Letzt wirft Autor Andreas Suchanek uns dann mit einem zweiten Prolog ganz am Ende auch noch fast nebenbei einen neuen Informationsfetzen zu, der mir den Mund offen stehen ließ und völlig neue Wendungen verspricht!

Fazit:
Diese Reihe kann auch mit dem 20. Band sein volles Sucht-Potential aufrechterhalten und weiter festigen. Ich MUSS einfach wissen, wie es weitergeht!

Bewertung vom 06.05.2018
Artemis
Weir, Andy

Artemis


sehr gut

„Artemis“ ist das neue Werk von Andy Weir, der mit „Der Marsianer“ ein wahnsinnig erfolgreiches Debütwerk hinlegte. Umso gespannter war ich nun also, als ich hörte, dass wir nach dem Mars dieses Mal den Mond bereisen werden.

Von Anfang an gelingt es dem Autor, die Stadt unter den Kuppeln so lebhaft und anschaulich zu beschreiben, dass man ganz schnell ein deutliches Bild vor Augen hat und sich angekommen fühlt in der Geschichte.

Wer „Der Marsianer“ bereits kennt, darf zu Recht vermuten, dass es auch in „Artemis“ wieder viele techniklastige Erläuterungen gibt, die den Charme der Bücher für mich unbedingt mit ausmachen. Logisch und in sich schlüssig werden hier wieder die technischen Komponenten mit der Geschichte verknüpft, was ich einfach faszinierend und genial finde.

Auch von Protagonistin Jazz Bashara bin ich restlos begeistert. Ihre oft derbe und direkte Art hat mich köstlich amüsiert. Sie ist eine hochintelligente junge Frau, die ihre Talente zwar gern in illegalen Gefilden nutzt, dabei aber dennoch ihre eigenen moralischen Prinzipien vertritt. Sie hat ihr Herz am rechten Fleck.

Besonders Spaß gemacht hat mir Jazz auch wegen der tollen Sprecherin Gabrielle Pietermann. Diese hat unter anderem schon Daenerys Targaryen und Hermine Granger ihre Stimme gegeben. Das habe ich aber gar nicht „unangenehm“ herausgehört und die Stimme direkt mit Jazz verknüpfen können. Durch die jung wirkende Stimme bekommt das Hörbuch einen frischen, fast schon jugendlichen Charme, der mir sehr gefiel.

Einzig der Charakter Calvin war für mich nicht ganz rund, bzw. die Beziehung zwischen ihm und Jazz. Als ihr Brieffreund von der Erde hilft er ihr oft und in großem Umfang, scheint dafür aber nicht wirklich etwas von Jazz zurückzubekommen. Warum er ihr über die Jahre trotzdem immer wieder so bedingungslos unter die Arme greift, erschloss sich mir nicht ganz. Das ist aber nur ein kleines Manko in einer ansonsten tollen und runden Geschichte.

Fazit: Ein wirklich spannender Ausflug auf den Mond, der mich mit seiner spritzigen Protagonistin und den cleveren technischen Details toll unterhalten hat!

Bewertung vom 23.04.2018
DUMPLIN'
Murphy, Julie

DUMPLIN'


gut

Diesen Jugendroman musste ich aufgrund der Thematik einfach lesen! Und im Gegensatz zu vielen anderen Leserstimmen gefiel mir die Protagonistin Willowdean besonders gut. Man merkt, dass die Autorin Julie Murphy weiß, wovon sie schreibt, wenn es um den Charakter eines stark übergewichtigen Mädchens geht. Die Ängste, die Sorgen, das vorgespielte Selbstbewusstsein und die scheinbar überzogene Empfindlichkeit eines Teenagers, der nicht der Norm entspricht. All das kann man bei Will entdecken – und vermutlich oft nur nachvollziehen, wenn man selbst in einer solchen Lage war. Dass Wills Verhalten auf viele Leser unsympathisch und überzogen wirkt, kann ich also durchaus verstehen. Ich als frühere Leidensgenossin hingegen konnte mit Will mitfühlen und -leiden.

Auch der Schreibstil hat mich überzeugt. Leicht und witzig, manchmal gar poetisch liest sich die Geschichte ganz schnell und angenehm runter.

Hier und da liest sich das Buch zugegebenermaßen für meinen Geschmack etwas zu „amerikanisch“, teils etwas klischeehaft und oberflächlich – aber Klischees veranschaulichen ja nunmal auch gut, also macht mir das das Buch nicht madig.

Ein wenig enttäuscht war ich dann einzig vom Finale der Geschichte, das wenig überraschend kam und dann doch recht schnell und unspektakulär endete. Aber schön war´s natürlich trotzdem. :o)

Fazit: Alles in allem ein schönes Jugendbuch, dass ich vor allem Leidensgenossinnen empfehlen kann – andernfalls könnte man von der Protagonistin genervt sein.

Bewertung vom 30.03.2018
Idaho
Ruskovich, Emily

Idaho


sehr gut

„Idaho“ ist das Debüt der Autorin Emily Ruskovich. Das merkte ich dem Buch aber in keiner Weise an. Von Anfang an wird eine beunruhigende Grundstimmung geschaffen, die mich sofort in ihren Bann zog. Erreicht wurde diese Wirkung zum einen durch den großartigen, poetischen Schreibstil der Autorin.

Zum anderen sind da die Charaktere, die durchweg alle ein großes Päckchen zu tragen haben. Den Gedankengängen der Personen so nah zu folgen, liest sich oft sehr beklemmend und dabei so spannend. Man versucht als Leser, jede Spur nach Antworten aufzunehmen, keinen Hinweis zu übersehen – um sich dann plötzlich in einer anderen Zeitspanne und bei einem anderen Charakter wiederzufinden, wo die Such nach Antworten von vorne beginnt.

Mit der Zeit wird dann klar, dass das Buch gar nicht vorhat, dem Leser wie in einem Thriller spätestens am Ende die Antworten zu servieren. Nein, vielmehr werden hier ganz viele verschiedene Schicksale virtuos miteinander verflochten und welche Geschehnisse dabei Auswirkungen aufeinander haben können, diese Erkenntnis steht viel mehr im Vordergrund. Und auch, dass sich die Wahrheit eben nie von allen Seiten vollständig beleuchten lässt und man trotzdem damit weiterleben muss.

Zuletzt gibt das Buch zwar keine klaren Antworten auf die vielen offenen Fragen, doch man kann/soll/darf sich als Leser seine eigenen Gedanken machen und in gewisser Weise schließt sich bei jedem Erzählstrang am Ende noch ein Kreis, wenn auch nicht so, wie man es unbedingt erwarten würde.

Aber das macht einen Teil des Reizes für mich aus. Man kann ganz viele Infos für sich selbst zusammensetzen. Ob diese Schlüsse nun richtig sind? Das werden wir nie erfahren. Aber das muss auch gar nicht sein bei einer Geschichte, die mich auf eine atmosphärisch dermaßen fesselnde Reise mitgenommen hat.

Bewertung vom 25.03.2018
Für immer ist die längste Zeit
Fabiaschi, Abby

Für immer ist die längste Zeit


sehr gut

Dieses Buch ist zugleich traurig und witzig. Maddy, Ehefrau und Mutter, nimmt sich das Leben und lässt ihre Familie ohne einen Hinweis auf den Grund zurück. Nun hängt sie zwischen den Welten fest und kann die Menschen beobachten und mit etwas Übung Signale in die Köpfe der anderen senden. Ihr wird schnell klar, ihr Mann braucht eine neue Frau, die sich um ihn und die Tochter kümmert – und sie hat da auch schon jemanden im Blick. In der Zwischenzeit müssen Brady und Eve sich mit ihrer Trauer und ihren Schuldgefühlen auseinandersetzen.

Die Geschichte wird immer abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Maddy, Brady und Eve erzählt. So bekommt man ganz schnell einen Einblick in die Charaktere und deren Gefühlswelt. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig – die Seiten fliegen nur so dahin und man mag gar nicht aufhören zu lesen. Außerdem ist das Buch mit einer großen Portion Humor ausgestattet, was die Geschichte so wahnsinnig unterhaltsam und gleichzeitig auch aushaltbar macht, ohne dass man ununterbrochen ein Taschentuch in der Hand halten muss.

Es gibt aber natürlich auch soo viele Szenen, die sehr berühren und zum Nachdenken bringen. Die Trauer, die Wut, die Schuldgefühle – aber auch, wie Tochter und Vater versuchen, sich wieder einander anzunähern und ihr Leben irgendwie mit dieser unvorstellbaren Lücke neu zu organisieren.

Fazit: Ein Buch, das zum Lachen und Weinen bringt, das unterhält und mit seiner Aussage nachwirkt. Absolut lesenswert.