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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Rosenfreund
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Bewertungen

Insgesamt 27 Bewertungen
Bewertung vom 29.09.2019
Zimmer 19 / Tom Babylon Bd.2
Raabe, Marc

Zimmer 19 / Tom Babylon Bd.2


ausgezeichnet

Realität oder Illusion ?
Der Mord an der Tochter des Bürgermeisters wird als Snuffvideo bei der Eröffnungsveranstaltung der Berlinale gezeigt. Da sich der Film jedoch selbst zerstört, kann die Polizei nicht klären, ob es echt oder bearbeitet ist. Seltsamerweise bleiben der Bürgermeister selbst und andere einflussreiche Leute völlig verschlossen hinsichtlich dieser Angelegenheit. Tom Babylon vom LKA und die Psychologin Sita Johanns ermitteln unter Hochdruck, und Sita muss erkennen, dass ihre Vergangenheit mit dem Fall zu tun hat. Außerdem wird wieder an eine mögliche Verwobenheit mit Toms Schwester und deren Verschwinden deutlich.
Der Spannungsaufbau dieser abwechslungsreichen und vielschichtigen Handlung wird perfekt konstruiert und enthält sehr spannende Erzählmomente mit Rückblenden. Außerdem ist Marc Raabes Erzählstil flüssig und bildhaft, so dass das Lesevergnügen gewährleistet ist und das Kopfkino perfekt mitarbeitet.
Der Fall reicht weit in die DDR-Zeit zurück, wodurch das Mauern einflussreicher Betroffener zu erklären ist, denn sie laufen Gefahr, sich selbst zu belasten und ihre Machenschaften offenzulegen. Der Leser kann sich generell mit den Charakteren identifizieren, da sie authentisch und ausgereift sind.
Generell finden wir hier einen spannenden, sehr gut konstruierten Thriller, der auch ohne Kenntnis des Vorgängerwerks „ Schlüssel 17“ zu lesen ist. Nah dem sehr spannenden Anfang von „Zimmer 19“ folgt ein offenes Ende, welches schon den 3 Band erahnen lässt und Neugier erweckt, wie es wohl mit Toms verlorener Schwester weitergeht.
Sehr lesenswert!

Bewertung vom 06.09.2019
Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
Turton, Stuart

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle


ausgezeichnet

Mord mit Hindernissen

Das Cover führt mit der Freitreppe gekonnt in die gehobene Gesellschaftsschicht der Familie Hardcastel ein.
Der Titel verrät, dass es sich um ein unnatürliches Mysterium handeln muss.
Man erfährt im Klappentext, warum Aiden jeden Tag als ein anderer Mensch erleben muss, denn nur so wird es ihm gelingen, den Mord an Evelyn Hardcastel, der Tochter des Hauses, aufzuklären. Der Text ist im Präsens geschrieben und sehr flüssig zu lesen.
Der Leser wird perfekt auf einen britischen Landsitz versetzt, der langsam verfällt.
Da sich dort der Mord an Evelyn Hardcastel ereignet hat, kehrt die Familie nicht oft zurück, nur zu dessen Jahrestag, als viele vornehme Personen ein rauschendes Fest feiern.
Das Szenario lässt die Atmosphäre diverser Hitchcock Krimis wieder auferstehen. Allerdings wird dem Leser einiges an Konzentration abverlangt, denn in den 600 Seiten treten viele Personen auf und die Handlung ist mit sehr zahlreichen Details gewürzt. Aber die Charaktere sind wirklich gut porträtiert und deren Entwicklung ist faszinierend, besonders die der Protagonisten. Der Spannungsaufbau ist perfekt. Also ein gelungener Krimi, den ich sehr weiterempfehlen kann.

Bewertung vom 24.07.2019
Something in the Water - Im Sog des Verbrechens
Steadman, Catherine

Something in the Water - Im Sog des Verbrechens


ausgezeichnet

Unheil in der Tiefe
Das einfach gestaltete Cover passt perfekt zum Titel und zum Inhalt. Wir sehen Treppen von einem Boot aus, die zum türkis-blauen, aber auch schwarzem, nämlich unheilbringenden, Meer führen.
Catherine Steadman liefert einen erst allmählich packenden Psychothriller, der in einem sehr fesselnden Ende gipfelt, obwohl die Auflösung nicht mehr so ganz überraschend erscheint.
Wir erhalten durch den lockeren Schreibstil und die gekonnte Leserführung schnell Zugang zu dem Werk. Die Charaktere hingegen können mich nicht ganz überzeugen. Erins wirklichkeitsfremde Entwicklung von der recht unterwürfigen Durchschnittsfrau zur Kriminellen erscheint hergeholt.
Erin ist die Protagonistin und Ich-Erzählerin, jedoch berichtet sie recht langatmig von ihrer Version der Ereignisse. Durch ihre subjektive Darstellung ihres Traummannes, Mark, wirkt dieser eher blass. Ein perfektes Paar driftet ins Unheil ab.

Bewertung vom 26.06.2019
Die stille Tochter / Kommissar Tommy Bergmann Bd.4
Sveen, Gard

Die stille Tochter / Kommissar Tommy Bergmann Bd.4


ausgezeichnet

Spionin

Die Protagonistin, Christel Heinze, konnte als Mitglied des Schwimmleistungskaders der DDR bei einem Wettbewerb in Oslo, im Jahre 1973, aus der DDR fliehen. Sie lernt Norwegisch und betrachtet das Land fortan als ihr Zuhause. Ein Bekannter, Arvid Storhold,unterstützt sie bei Problemen des täglichen Lebens. Zur Zeit des Kalten Krieges wurde man als DDR-Bürgerin oftmals als Spionin betrachtet, und tatsächlich kontaktiert sie der KGB und erpresst sie mit weiterhin in Ostberlin lebenden Verwandten. Fortan wird sie als Spielball zwischen Spionage und Gegenspionage benutzt. Im Jahre 1982 meldet man Christel als vermisst.
In einem See in der Nähe von Oslo werden 2016 Überreste einer Frauenleiche gefunden, bei der es sich wohl um Christel Heinze handelt.
Kurz danach wird Arvid Storhold zusammen mit seiner Frau ermordet.
Tommy Bergmann wird mit den Ermittlungen beauftragt und trotz Schweigen, totaler Ablehnung und ach Falschinformationen kann er Licht in das Dunkel bringen, denn offenbar gibt es sehr einflussreiche Personen, die die Aufklärung des Falles behindern wollen.
Dieser Agententhriller hat mich nicht nur wegen des anspruchsvollen Wechsels der Erzählperspektiven, der Vor- und Rückblenden gefordert, sondern auch mein Interesse an der deutsch- deutschen Geschichte genährt.Generell ist die Handlung sehr fesselnd und in einem angenehm flüssigen Stil geschrieben. Als Charakter hat mich Christel Heinze besonders berührt. Dieses Werk erfordert aber den konzentrierten, interessierten Leser, denn man muss zwischen vielen handelnden Personen unterscheiden.
Generell ein sehr lesenswertes Werk.

Bewertung vom 28.05.2019
Die Zarin und der Philosoph / Sankt-Petersburg-Roman Bd.2
Sahler, Martina

Die Zarin und der Philosoph / Sankt-Petersburg-Roman Bd.2


ausgezeichnet

Schafft Katharina den Umbruch?
Dieser historische Roman liefert nicht nur trockenes Faktenwissen, sondern Martina Sahler versteht es auf sehr gekonnte Weise, den Leser in die Geschichte hineinzuversetzen. Historische Fakten, welche die komplizierte russische Vergangenheit sehr gut beleuchten, werden mit fiktiver Handlung zu einem Meisterwerk verwoben. Mit ihrem flüssigen Schreibstil liefert sie einen spannenden Roman, der vieles bildhaft wiedergibt. Der Spannungsbogen ist von Anfang bis Ende recht hoch. Aber besonders gut haben mir die Charaktere gefallen. Natürlich sticht Katharina als Protagonistin hervor. Sie ist äußerst intelligent, geschickt und diplomatisch.
Von St. Petersburg aus plant sie die Modernisierung des sehr rückständigen, verarmten Landes, wo die Leibeigenen in unvorstellbar schlechten Verhältnissen leben. Sie kommt jedoch nie auf die Idee, ihre eigenen Pläne und Handlungen in Frage zu stellen. Ihre eigenen Gedanken verraten viel über ihren absoluten Herrschaftsanspruch. Andererseits zeigt sie Charakterzüge voller Verständnis und Zuneigung ihrer Ziehtochter Sonja gegenüber, die äußerst intelligent, aber auch zunehmend rebellisch wird, was Katharina natürlich missbilligt, und Sonja so in große Gefahr bringt.
Stephan, der titelgebende Philosoph entwickelt im Verlauf der Handlung immer mehr Selbstbewusstsein und wird so zu einer runden Figur. Es gibt viele Abenteuer zu bestehen. Die politische und wirtschaftliche Situation wird immer dramatischer, denn es kommt zu Aufständen und Rebellion. Wird die große Tragödie eintreten? Jeder Charakter ist aber von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft getrieben.
Generell ein historisch bereichernder Roman mit einem Schuß Romantik, den ich sehr gerne gelesen habe.

Bewertung vom 07.04.2019
Zara und Zoë - Rache in Marseille
Oetker, Alexander

Zara und Zoë - Rache in Marseille


ausgezeichnet

Terrorgefahr ?
Als Südfrankreichfan bin ich von dem Buchcover total begeistert. Auch finde ich es sehr gelungen, dass in den Deckelinnenseiten einmal Marseille mit den Hauptschauplätzen abgebildet ist und zweitens der Küstenabschnitt bis Monaco. Allerdings war ich von der Fäkalsprache und der Brutalität des ersten Abschnitts schockiert und ich habe deshalb das Buch erst einmal zur Seite gelegt. Später wurde mir klar, dass die totalen Gegensätze von Zara und Zoe bewusst mit unterschiedlichen linguistischen Mustern ausgestattet sind. Beim Lesen von Abschnitten, in denen Zara spricht, ist die Ausdrucksweise sehr geordnet und verständlich, während bei Zoe, ihrem Temperament und ihrer sozialen Schicht entsprechend, ihre Ausdrucksweise äußerst derb ist. Man weiß also sofort, um welche der beiden Charaktere es sich jeweils handelt.
Durch diese Gegensätze und die sehr unterschiedlichen Charaktere der beiden Protagonistinnen gewinnt der Text an Reiz, aber auch an Rasanz.
Der Spannungsbogen beginnt gleich ganz oben und wird bis zur letzten Seite aufrechterhalten. Durch die zahlreichen Wendungen wird ein Überraschungseffekt erzeugt und regt zusätzlich zum Weiterlesen an.
Beide Zwillingsschwestern sind verfeindet und in unterschiedlichen Ländern aufgewachsen. Sie sind wie Feuer und Wasser, die eine, überaus diszipliniert, arbeitet für Europol, während Zoe eine brutale, sehr gefürchtete Unterweltgröße ist. Da Zara bei ihrer Arbeit im Drogen- und Terrormilieu nicht weiterkommt, bittet sie ihre Schwester um Hilfe.
Inwiefern wird Zoe darauf eingehen?
Generell ein Thriller, der die Probleme der französischen Vorstädte, den Baulieues aufwirft, wo vorzugsweise Personen aus den ehemaligen Kolonien Frankreichs in sogenannten Betonburgen, also tristen Massenquartieren, leben. Dort herrschen Drogenkriminalität, Hoffnungslosigkeit, Korruption und Aggression. Den muslimischen Grundsätzen der Unterordnung der Frauen und der Machtbesessenheit der Männer zufolge, werden soziokulturelle Standards der ehemaligen Herkunftsländer erhalten. Das brutal ermordete Mädchen, dessen Fall Europol aufklären soll, hat versucht, etwas aus sich zumachen und nach modernen französischen Standards zu leben. Musste es nur deshalb sterben oder ist eine Terrororganisation am Werk? Dieses Werk bearbeitet viele Fragezeichen, ist sehr spannend und liefert Hintergrundswissen zum besseren Verständnis der französischen Partnerschaftsgesellschaft in den Massensiedlungen. Deshalb vergebe ich 5 Punkte.

Bewertung vom 29.03.2019
Murder Swing / Vinyl-Detektiv Bd.1
Cartmel, Andrew

Murder Swing / Vinyl-Detektiv Bd.1


ausgezeichnet

Vinyl forever

Der Thriller „Murder Swing“ von Andrew Cartmel ist im März 2019 im Suhrkamp Verlag erschienen und umfasst 528 Seiten.
Schon das außergewöhnliche Cover hat mein Interesse geweckt, hinzu kam der informative Klappentext, der mich sofort neugierig gemacht hat auf diesen Thriller mit einem außergewöhnlichen Plot. Ein Detektiv ohne Namen, ohne Geld und Heizung, dafür aber mit 2 Katzen, dessen Lebensinhalt daraus besteht, nach LPs Ausschau zu halten. Sein Leben ist die Musik, genau gesagt der Jazz.
Eines Tages erhält er den Auftrag, zusammen mit Nevada, eine sehr seltene Platte aufzustöbern. Jedoch ist das ein tödlicher Auftrag, denn diverse Leichen erschweren die Suche, da es sich um keine „normale“ Platte handelt. Welches Geheimnis mag wohl darauf verborgen sein?
Dieser Thriller ist aber nicht blutrünstig und brutal, sondern wird einzigartig durch Spannung und Humor. Die Geschichte, aufgeteilt in Seite A und B, ist aus der Perspektive des Detektivs erzählt und brilliert durch erzählerische Varianten, mal sehr kurze, knappe Sätze, dann wieder sehr lange Satzgefüge, sprachlich aber generell flott zu bewältigen.
Der Detektiv ist sehr sympathisch. Seine Freunde, die skurril und teilweise verpeilt zu sein scheinen, werden recht ausführlich beschrieben und lockern die Handlung auf. Die Stadt London steht erzähltechnisch ebenfalls im Fokus. Dieser Thriller ist ein „musst“ für Musikfans und hat genau meinen Nerv getroffen. Daher 5 Punkte

Bewertung vom 17.03.2019
Vaticanum / Tomás Noronha Bd.3
Dos Santos, José R.

Vaticanum / Tomás Noronha Bd.3


ausgezeichnet

Papst Franziskus in Gefahr.
Dieser Thriller von Dos Santos ist spannend geschrieben. Der Schreibstil ist informativ und packend, obwohl stellenweise etwas zu viele Informationen über die finanziellen Verstrickungen des Vatikans dargelegt werden. Leider wirken einige Zusammenhänge recht konstruiert. Dos Santos schreibt in diesem neuen Werk über den Papst Franziskus, das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Es handelt sich um den dritten Fall für den Geschichtsprofessor Tomás Noronha nach „Der Schlüssel des Salomon“ und „Das Einstein Enigma“. Noronha soll im Auftrag des Vatikans das Grab des Apostels Petrus erkunden. Leider muss er auch erfahren, dass es jahrhundertealte Prophezeiungen geben soll, die den Tod des Papstes voraussagen. Das scheint sich zu bewahrheiten, als Papst Franziskus von einem Kommando der Terrororganisation „Islamischer Staat“ entführt wird. Seine Hinrichtung soll im Internet live um Mitternacht übertragen werden.
Erschreckend für mich war, dass tatsächliche Verstöße des Vatikans aufgedeckt werden, jedoch erläutert der Autor am Ende des Romans, was nur reine Fiktion ist.
Der Historiker Tomás Noronha steht im Zentrum, dadurch geraten die anderen Figuren etwas ins Abseits. Auch ist die Erzählperspektive ausschließlich die von Noronha. Er knackt Codes und geht sehr logisch vor, mit wissenschaftlicher Genauigkeit, um zur richtigen Lösung zu gelangen. Der Leser muss sich also mit ihm identifizieren und mitfiebern. Die Handlung ist in 101 Kapiteln chronologisch erzählt, plus einer Vor-und Nachgeschichte. Dieses Vorgehen macht es dem Leser leicht, diverse Fakten nachzuvollziehen.
Alles in allem habe ich auch dieses Werk des Autors J. R. Dos Santos sehr gerne gelesen und warte nun darauf, dass auch noch seine andern Werke auf Deutsch erscheinen.

Bewertung vom 03.03.2019
Die Mauer
Lanchester, John

Die Mauer


ausgezeichnet

Leben oder Meer
Wie befinden uns in einer zukünftigen Zeit in einem isolierten Großbritannien nach dem Brexit und nach einer schwerwiegenden Klimakatastrophe. Es wurde eine fünf Meter hohe Mauer rings um das Land gebaut, um das Land gegen die Anderen abzuschotten. Dabei wird nicht explizit dargelegt, wer diese Anderen sind. Es handelt sich um Menschen, die aus ihren eigenen Ländern fliehen müssen, da diese nach dem Klimawandel unbewohnbar sind. Nun muss jeder Inselbewohner einen zweijährigen Dienst auf der Mauer absolvieren.
Joseph Kavanagh, der Protagonist, führt ein eintöniges Leben voller Unausweichlichkeit, Gefahr und Düsterkeit, denn wenn er die Mauer nicht richtig verteidigt, wird er selbst ausgestoßen. Dieses Schicksal hat jeder „Wachmann“ vor Augen. Plötzlich passiert etwas, die Spannung steigt und der Ton des Buches wird rasant. Der Perspektivwechsel verstärkt das Ganze, denn an die Stelle der Routine treten Überlebenskampf und Verrat sowie die Erfahrung, was es heißt, Anders zu sein, denn die Anderen kommen und attackieren.
„ Die Mauer“ wird aus Kavanaghs Sicht erzählt und macht deutlich, wie stark die Bewohner zu Gefangenen ihres Regierungssystems werden. Hifa jedoch ist ein Lichtblick in Josephs Leben, denn sie mag ihn sehr
Generell sind die Charaktere sympathisch. Die Jungen werfen der Elterngeneration aber den Wandel vor, denn sie haben nichts gegen die Vorboten unternommen. Auch wollen die Jungen ungern Kinder in diese Welt setzen. Individualität und Lebensfreunde verschwinden nach und nach, denn nur noch Funktionalität ist gefragt.
Viele Herausforderungen unserer Zeit werden in diesem Werk weitergesponnen, machen einem Angst, aber regen zum Nachdenken an. Wir haben hier eine Anti-Utopie, die partiell doch Wahrheit werden könnte. Dabei führt der Autor in sehr flüssigem Schreibstil zu einem Ende mit ein wenig Hoffnung. Ein sehr lesenswertes Werk, besonders auf den Hintergrund der Schülerproteste gegen den Klmawandel.

Bewertung vom 17.02.2019
Zukunft - Eine Biografie
Ogiermann, Jan M.

Zukunft - Eine Biografie


gut

Ein interessantes Thema

Die Beispiele beziehen sich größtenteils auf die alte Welt und sind beeinflusst von Jan Martin Ogiermanns Studienfächern: Holocaust Studies, Jüdische Studien und Geschichte.
In seinem Vorwort bezieht der Autor sich auf aktuelle politische Entwicklungen. Dieser brisante Ansatz wird jedoch langatmig und stark verwissenschaftlicht im Gesamtwerk angegangen. Gut gefallen mir die Grafiken , die zur Veranschaulichung und Auflockerung dienen. Leider schreibt der Autor hauptsächlich über Vergangenes und liefert kaum Zwischenfazite. Ich hätte einen komplett anderen Ansatz erwartet.
Dazu kommt, dass der Schreibstil recht hochgestochen und geschraubt ist, so das man das Werk nur konzentriert am Schreibtisch lesen kann. Zeitweise war mir auch die intendierte Aussage des Autors nicht ganz klar. Aber es ist halt ein Fachbuch und kein Roman. Wir erfahren viel über die geltende Weltanschauung, Kultur und Religion der jeweiligen Epoche. Es geht also darum, die Vergangenheit zu analysieren, um daraus Rückschlüsse über die Zukunft abzuleiten. Insgesamt ein Leseabenteuer, bei dem man viel lernen kann.