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Benutzername: unfabulous
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Bewertungen

Insgesamt 11 Bewertungen
12
Bewertung vom 12.08.2018
Vier.Zwei.Eins.
Kelly, Erin

Vier.Zwei.Eins.


gut

Kit und Laura erleben 1999 eine totale Sonnenfinsternis. Kurz darauf entdeckt Laura ein Mädchen, das augenscheinlich gerade vergewaltigt wurde. Der mutmaßliche Täter macht sich aus dem Staub, wird aber kurz darauf geschnappt.

Die Geschichte ist abwechselnd aus der Sicht von Laura und Kit und in verschiedenen Zeitebenen geschrieben. Prinzipiell mag ich das, wenn Geschichten abwechselnd aus verschiedenen Sichtweisen erzählt werden, aber hier war es durch die verschiedenen Zeitebenen dann doch manchmal etwas verwirrend. Zudem hab ich mir etwas schwer getan mit dem Buch anfangs und musste erst in die Geschichte hineinkommen. Die hat sich dann aber zu einem richtigen Sog entwickelt und ich konnte das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen.

Mir gefällt zwar der deutsche Titel, aber ich muss gestehen, den englischen Titel - „He said/she said“ finde ich noch besser. Dieser Titel verdeutlicht dieses hin und her, welches durch die Geschichte rüber kommt. Ich als Leser konnte keiner Person wirklich trauen und war immer hin- und hergerissen, wen ich leiden kann und wem ich glauben kann. Es geht in diesem Buch auch darum, was richtig ist und was falsch und was (kleine und große) Lügen für Auswirkungen nach sich ziehen können. Auch wenn jeder meint, dass er im Recht ist und gewisse Sachen und Handlungen macht, um nach seinem eigenem Empfinden, das Beste für alle zu erreichen, ist jeder doch nur auf sein Wohl aus.

Bei den Personen an sich habe ich auch ein wenig gebraucht, bis ich mit ihnen warm geworden bin. Ich bin einfach kein Freund von Lügen, ganz egal aus welchem Grund. Mit der Zeit habe ich zwar keine wirklichen Sympathien für einzelne Personen empfunden, aber ich fand die ganze Geschichte wirklich spannend und ich mag Thriller, bei denen man selber mitdenken muss.

Es ist ein sehr psychologischer Thriller, der klarmacht, wie wichtig Wahrheit ist und dass nicht alles in schwarz oder weiß eingeteilt werden kann.

Bewertung vom 28.05.2018
Schwestern für einen Sommer
Lyra, Cecilia

Schwestern für einen Sommer


gut

Der Tod ihrer gemeinsamen Großmutter bringt die beiden Halbschwestern Cassie und Julie nach Jahren, in denen die beiden keinen Kontakt hatten, wieder in einen Raum. Bei der Testamentsverlesung erwartet sie allerdings eine Überraschung. Die beiden sollen einen Monat gemeinsam im Haus ihrer Großmutter wohnen. Obwohl die beiden als Mädchen viele Jahre lang jeweils den Sommer gemeinsam bei ihrer Großmutter Nana verbracht haben, ist genau das etwas, was sie beide nicht wollen. Vor vielen Jahren ist etwas vorgefallen, was die Schwestern entzweit hat.

Ich liebe Bücher mit einem Familiengeheimnis, welches nach und nach aufgedeckt wird. Oder gerne auch mehreren Geheimnissen… jedenfalls war es genau das, was mich bei diesem Buch angesprochen hat. Dass es sich um Halbschwestern handelt, fand ich auch sehr interessant, weil das doch gleich ganz andere Atmosphäre bietet. Mir hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen, wie die Geschichte und die Vergangenheit nach und nach enthüllt worden sind.

Die beiden Halbschwestern sind fast gleich alt, was man in der Regel von seiner Schwester ja nicht behaupten kann, außer man hat eine Zwillingsschwester. Sie haben den gleichen Vater, aber haben ihn beide anders erlebt. Kein von ihnen kann wirklich nachfühlen, wie es als „die andere Schwester“ sein muss, aber in ihren gemeinsamen Sommern bei ihrer Großmutter verstehen sie sich wie gute Freundinnen.

Cassie wirkt auf mich wie eine starke Frau, sie musste aber auch einiges in ihrer Kindheit mitmachen. Ihr Vater hat neben ihrer Mutter mit einer anderen Frau ebenfalls eine Tochter, welche fast genauso alt ist, wie sie selbst. Auch für Julie ist diese Situation nicht leicht, aber Familie haben beide ganz unterschiedlich kennen gelernt.

Ich mochte es eigentlich ganz gerne, dass die einzelnen Kapiteln immer abwechselnd aus der Sicht von den beiden Schwestern geschrieben wurden. Auch dass die Vergangenheit nach und nach enthüllt wurde, fand ich klasse. Schlussendlich hat mir aber am Ende irgendetwas gefehlt und die Geschichte insgesamt hat auch nicht die Tiefe und Emotionen gehabt, die ich mir erhofft hatte. Trotzdem habe ich das Buch wirklich gern gelesen, ich mochte den Schreibstil sehr und fand die Personen alle sehr gut geschrieben.

Es ist ein Buch, welches die Familie, ganz gleich in welcher Konstellation, im Mittelpunkt hat. Seine Familie kann man sich eben nicht aussuchen, aber es kommt darauf an, was man daraus macht.

Bewertung vom 25.04.2018
Die Rebellinnen / Iron Flowers Bd.1
Banghart, Tracy

Die Rebellinnen / Iron Flowers Bd.1


gut

Nomi und Serina sind Schwestern und könnten nicht ungleicher sein. Während Serina beigebracht wird, wie man tanzt, Harfe spielt und stickt, damit sie vom Thronfolger zu seiner Grace auserwählt wird, ist ihre jüngere Schwester Nomi dazu berufen, eine Dienerin beziehungsweise ihre Zofe zu werden. Nomi ist im Gegensatz zu ihrer Schwester, die ruhig, besonnen und demütig ist, aufmüpfiger und hinterfragt vieles. Sie möchte sich nicht so einfach in der Rolle fügen, die für sie vorherbestimmt ist. Doch die beiden leben in einer Welt, in der man sich besser an die Regeln hält…

Es ist ein Buch darüber, welche Rolle man im Leben zu spielen hat und dass man sie, ohne sie zu hinterfragen, erfüllen soll. Dies gilt zwar in erster Linie für Frauen, aber nicht nur. Denn Frauen ist es in dieser Welt zum Beispiel nicht gestattet, lesen und schreiben zu lernen. Sie sind dazu da, den Männern zu dienen und sie zu unterstützen. Der junge Malachi zum Beispiel muss sich in seiner Rolle als Thronfolger allerrdings genauso fügen, wie die Frauen, die zu seinem Vergnügen abgestellt sind. Und auch Asa, sein kleinerer Bruder, hat die Regeln zu befolgen. Auch Renzo, der Bruder von Nomi und Serina muss ebenso das tun, was von ihm verlangt wird. Im Grunde hat niemand in diesem Buch die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden. Nomi allerdings hinterfragt dieses System und kann nicht verbergen, dass sie eigentlich neugierig ist und als Frau die gleichen Rechte verlangt, die ein Mann hat.

Die ganze Geschichte hat mich immer wieder an andere Jugendbücher erinnert und weist einzelne Elemente aus Selection, Panem, Divergent, Die Auslese und Co auf. Aber das finde ich persönlich nicht schlimm. Das Buch ist extrem spannend geschrieben und durch den Wechsel der Sichtweisen von Nomi und Serina bleibt es auch bis zum Schluss spannend. Ich fand es sehr gut, wie sich die beiden Charaktere, vor allem Serina, entwickelt haben. Anfangs mochte ich Nomi viel lieber, da ich Serina für etwas naiv und langweilig gehalten habe, aber das hat sich im Laufe der Geschichte geändert. An Nomi fand ich klasse, dass sie nicht einfach alles hinnehmen wollte und auch die Rollenverteilung von Mann und Frau hinterfragt hat.

Auch wenn ich einige Situationen im Buch sehr vorhersehbar gefunden habe, war die Geschichte nicht weniger spannend und ich möchte gerne wissen, wie es weitergeht. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, fand es allerdings überraschend brutal. Das hätte ich so nicht erwartet, aber eigentlich sind viele Jugendbücher momentan so. Mir persönlich war es allerdings etwas zu viel und ich hätte mich gefreut, wenn es etwas weniger gewesen wäre. Dagegen wurden einige Themen enttäuschend oberflächlich behandelt und ich hätte oft gerne mehr erfahren. Mir sind auch einige Entwicklungen zu schnell gegangen, da hätte ich mich gefreut, wenn es nicht ganz so rasant zugegangen wäre. Es war aber gerade deshalb auch sehr spannend und ich freue mich auf eine Fortsetzung.

Bewertung vom 12.04.2018
DUMPLIN'
Murphy, Julie

DUMPLIN'


gut

Willowdean Dickson, kurz Will, hat nicht die Traumfigur, die man sich als Mädchen mit 16 Jahren wünscht und ist im Grunde trotzdem zufrieden mit ihrem Leben. Eigentlich. Doch ihre beste Freundin Ellen hat auch noch ihren Freund Tim und ihr Mutter hat den alljährlichen Schönheitswettbewerb, um den sie sich kümmert. Dieser Wettbewerb verkörpert so vieles, was Will nicht leiden kann und doch meldet auch sie sich an, um vielleicht die neue Miss Teen Blue Bonnet von Clover City zu werden.

Das Thema Übergewicht, Selbstinszenierung und Anerkennung spielt bei Jugendlichen eine große Rolle. In diesem Roman wird eine amerikanische Sicht darauf dargestellt und es dreht sich hauptsächlich um Will, die sich zum alljährlichen Schönheitswettbewerb anmeldet, obwohl sie keine Traumfigur hat.

Trotz einiger Kilos zu viel ist Will mit sich und ihrem Aussehen eigentlich zufrieden und mit sich selbst im Reinen. Am Anfang des Romans habe ich Will sehr stark und selbstbewusst empfunden, was ich sehr sympathisch gefunden habe und mich ein wenig an Juno aus dem gleichnamigen Film mit Ellen Page erinnert hat. Leider hat dies mit der Zeit etwas nachgelassen, was ich sehr schade fand, weil ich Juno wirklich gerne mag und auf einen Roman in diese Richtung gehofft hatte. So wurden für mich leider viel zu viele amerikanische Klischees erfüllt, obwohl es eben auch anders dargestellt hätte werden können.

Die Personen fand ich insgesamt aber alle sehr interessant und gut beschrieben, auch wenn wir Leser natürlich hauptsächlich Will begleitet haben und die Geschichte aus ihrer Perspektive erlebt haben. Wills Mutter Rosie ist einige Jahre zuvor selbst zur Miss Teen Blue Bonnet von Clover City gewählt geworden und der Schönheitswettbewerb ist ihr Highlight des Jahres. In der restlichen Zeit arbeitet sie als Altenpflegerin, aber einmal im Jahr dreht sich bei ihr alles nur noch um diesen Schönheitswettbewerb. Wills Freundin Ellen ist eine wirklich tolle Freundin, auch wenn sich ihr Leben und ihre Beziehung zu Tim ebenfalls weiterentwickelt und sie sich dadurch ein wenig von Will entfremdet. Aber solche Entwicklungen passieren ja auch im wirklichen Leben.

Durch den lockeren Schreibstil von Julie Murphy lässt sich dieser Jugendroman sehr leicht und flüssig lesen. Es gibt außerdem einige Entwicklungen, welche mich interessiert haben und mich ständig zum Weiterlesen gebracht haben. Mir persönlich waren einige Entscheidungen von Will allerdings ziemlich unverständlich und auch gewissen Entwicklungen sind für meinen Geschmack einfach zu schnell eingetreten beziehungsweise ich hätte erwartet, dass es einfach ein wenig dauert.

Insgesamt war es für mich ein unterhaltsamer Jugendroman für Zwischendurch, bei dem ich mir allerdings etwas mehr Tiefe erwartet hätte.

Bewertung vom 16.03.2018
Für immer ist die längste Zeit
Fabiaschi, Abby

Für immer ist die längste Zeit


gut

Maddy, die Mutter von Eve und Ehefrau von Brady, ist vom Dach der Bibliothek gestürzt. Sie hinterlässt ihre Tochter und ihren Mann, die beide gar nicht begreifen können, dass sie nun ohne Maddy sind und sich nun erst einmal neu zurechtfinden müssen in ihrem Leben ohne Mutter und Ehefrau.

Es hat mir sehr gut gefallen, dass in jedem Kapitel abwechselnd die Sicht von Maddy, Eve und Brady aufgegriffen wird. So konnte ich mich wirklich gut in die Personen hineinversetzen. Mir persönlich haben die Szenen mit Eve am besten gefallen, ich finde es interessant, wie ein so junges Mädchen mit einem so großen Verlust umgeht. Eve ist eine wirklich starke Person, die viel durchmachen musste und nun hat sie nur noch ihren Vater. Die Beziehung zwischen den beiden wurde sehr stark vor allem durch Maddy gestärkt, es war für mich aber schön zu lesen, wie Brady und Eve nun alleine versuchen, miteinander auszukommen. Es ist für beide nicht leicht, mit dem Verlust klarzukommen, aber beide trauern auf unterschiedliche Arten.

Ein wenig seltsam war es schon, Maddy quasi als „Geist“ zu erleben, aber ich fand es auch einen sehr schönen und tröstlichen Gedanken, dass sie als Verstorbene von oben noch auf die Hinterbliebenen hinabblicken kann und auch ein wenig in die Gedanken vordringen kann. Es ist eben nicht alles so, wie es scheint und jeder der Personen hat seine ganz eigenen Geheimnisse.

Es werden ein paar Themen, wie beispielsweise auch Depression, angesprochen, aber leider nicht tiefergehend, was ich sehr schade finde. Ich hätte gerne mehr darüber gelesen und auch, wie die Personen damit umgehen. Außerdem gab es auch Szenen, die meiner Meinung nach komplett überflüssig waren. Mir ist es ein wenig vorgekommen, als wolle die Autorin ein paar „Pflichtthemen“ unterbringen, die beim Thema Verlust und Tod sein müssen, aber leider ist dies nicht ganz geglückt. Ich hatte aber dennoch ein paar kurzweilige Stunden Lesevergnügen mit diesem Buch und es hat mir noch einmal bewusst gemacht, dass man jede Sekunde mit seiner Familie genießen sollte.

Insgesamt war es ein schönes Buch über Verlust und Familie und vor allem über Zusammenhalt und es hat mich zum Nachdenken angeregt, aber einige Themen sind leider auch ein wenig untergegangen.

Bewertung vom 03.01.2018
Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie
Joyce, Rachel

Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie


ausgezeichnet

Frank ist der Besitzer des Plattenladens in der Unity Street. Er findet für jeden Menschen genau die richtige Musik für den richtigen Moment. Auch wenn es nicht gerade die Musik ist, die jemand gesucht hat, findet er stets die richtigen Töne.
In der Unity Street gibt es weitere Läden, aber alle haben mit dem Niedergang des stationären Handels zu kämpfen. Bei Frank im Plattenladen kommt noch dazu, dass die CD immer mehr auf dem Vormarsch ist und immer weniger Menschen Musik auf Vinyl kaufen.
Eines Tages fällt eine Frau in einem grünen Mantel vor dem Schaufenster in Ohnmacht und bringt Frank in eine seltsame Lage, denn er kann einfach nicht herausfinden, welche Musik für sie die passende wäre…

Mich hat der Schreibstil von Rachel Joyce gleich in die Geschichte hineingezogen und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Die Personen sind allesamt wunderbar beschrieben und ich habe zu allen Charakteren direkt einen Zugang gefunden. Ich dachte eigentlich, dass die Bücher von Rachel Joyce eine andere Stimmung vermitteln und auch keine so Wohlfühl-Bücher sind, wie es dieser Roman für mich war.

Ich fand das Buch sehr angenehm zu lesen und vor allem auch sehr informativ, denn es gab einige Hinweise zu bekannten (und auch weniger bekannten) Musikstücken. Diese Hinweise waren meistens Rückblenden, denn Frank hat das meiste Wissen über Musik von seiner Mutter Peg vermittelt bekommen, als er jünger war. Eine wirklich besondere Stelle war für mich, als seine Mutter erklärt, dass Musik aus der Stille kommt und dass sich die Stille verändert, während man Musik hört. Musik ist eine Reise und sie verändert sich und verändert auch die Hörer.
In diesen Rückblenden habe ich als Leser außerdem viel über Frank erfahren und mehr und mehr verstanden, warum er so ist, wie er ist. Er ist ein Einzelgänger und obwohl er mit den anderen Menschen der Unity Street eine Gemeinschaft bildet, ist er doch irgendwie immer für sich.

Der Großteil des Buches spielt im Jahr 1988, das Ende jedoch im Jahr 2009. Ich persönlich muss sagen, dass ich das Ende fast ein wenig zu rasant fand. Irgendwie war bei den Erzählungen aus dem Jahr 2009 die Stimmung des Romans anders als zuvor. Das Ende an sich fand ich aber sehr gut! Ich persönlich hätte mir ein paar Kleinigkeiten anders gewünscht, aber im Großen und Ganzen war alles sehr rund und passend.

Besonders schön ist das Buch zu lesen, wenn im Hintergrund die Musik läuft, von der gerade die Rede ist.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.07.2017
Stell dir vor, dass ich dich liebe
Niven, Jennifer

Stell dir vor, dass ich dich liebe


gut

Wenn man zur Schule geht, hat man es nicht immer leicht. Vor allem nicht, wenn man nicht ganz so ist, wie alle anderen. Bei Libby ist es ziemlich auffällig, dass sie nicht wie alle anderen ist. Sie ist übergewichtig. Jack dagegen ist Gesichtsblind, er hat die Krankheit Prosopagnosie, die er allerdings mit Überheblichkeit vor anderen versteckt. Wir erkennen uns anhand unserer Gesichter. Jack merkt sich für jeden Menschen bestimmte Merkmale.

Jack und Libby sind beides Charaktere, die es nicht leicht haben. Allerdings gehört Jack zu den beliebten Kids in der Schule, während Libby von allen nur als ehemals fettester Teenager Amerikas gesehen wird. Nachdem sie einige Zeit zu Hause war, geht sie nun wieder zur Schule und muss sich ihren Mitschülern und allen anderen außerhalb von ihren eigenen Wänden stellen.
Mir persönlich hat Libby viel besser gefallen als Jack, sie ist einfach authentischer. Ich finde, sie ist ein mutiges Mädchen und Jack hat sich manchmal schon ein wenig seltsam verhalten. In einigen Situationen habe ich erwartet, dass Jack nicht so ist, wie er eben ist.

Das Buch an sich ist leicht und schnell zu lesen, vor allem auch wegen den kurzen Kapiteln. Insgesamt hätte ich mir aber mehr Tiefgang gewünscht, vor allem weil doch sehr spezielle und wichtige Themen angesprochen werden. Ich hatte auch gehofft, dass es keine ganz so einfache Handlung hat, sondern dass es eben mehr unerwartete Wendungen gibt, aber dieses Buch ist eben ein Jugendbuch und genau so sollte es auch gelesen werden.
Ich finde außerdem, dass neben Jack und Libby andere, interessante Charaktere, wie beispielsweise die Brüder von Jack oder der Vater von Libby, zu kurz gekommen sind. Da hätte es gerne noch mehr sein können! Ich glaube, die ganze Handlung wurde von Libby getragen und ohne diesen Charakter hätte mir das Buch nicht gefallen. So war es aber ein gutes Jugendbuch, das besonders in dieser Sommerzeit schön zu lesen ist.

Dies war mein erstes Buch von Jennifer Niven, aber ich habe ihr Buch "All die verdammt perfekten Tage" noch ungehört als Hörbuch bei mir und bin gespannt, wie mir diese Geschichte gefallen wird!

Bewertung vom 26.06.2016
Glück ist, wenn man trotzdem liebt / Hamburg-Reihe Bd.3
Hülsmann, Petra

Glück ist, wenn man trotzdem liebt / Hamburg-Reihe Bd.3


sehr gut

Glück ist wie ein perfektes Schokoladenmalheur

Zum Inhalt:
Isabelles Leben ist genau geplant. Montags werden Einkäufe erledigt, dienstags geht sie schwimmen, mittwochs ist die Wäsche dran, am Donnerstag geht sie zum Friedhof, am Freitag in den den Bauch-Beine-Po-Kurs, samstags wird die Wohnung geputzt und anschließend trifft sie sich mit Freunden und sonntags besucht Isabelle ihre Mutter. Und was natürlich auch zu Isabelles Tagesablauf gehört, ist in der Mittagspause eine Nudelsuppe bei Mr Lee. Das Restaurant von Mr Lee ist direkt gegenüber von dem Blumenladen, in dem Isabelle arbeitet. Da passt es ihr natürlich gar nicht, dass eines Tages das Restaurant von Mr Lee schließt und stattdessen das neue, hippe Thiels aufmacht. Muss sie deswegen jetzt ihr Leben komplett umkrempeln? Mit Veränderungen und Chaos kommt Isabelle nicht besonders gut zurecht...

Meine Meinung:
Mir hat der Stil des Buch wirklich sehr gut gefallen. Es ist ein tolles Sommerbuch und obwohl es ein Frauenroman ist, trieft es nicht vor Kitsch. Ich persönlich finde die Geschichte zwar romantisch, aber trotzdem authentisch. Es hat mir gefallen, dass die Situationen wie aus dem Leben gegriffen waren, auch wenn sie manchmal ein wenig übertrieben waren.
Isabelle ist eigentlich eine ziemlich nervige Person, mit ihren Macken und ihrer absoluten Unfähigkeit spontan zu sein. Sie kann Veränderungen gar nicht leiden und alles soll einfach immer so sein und bleiben, wie es immer ist. Aber sie ist genauso liebenswert wie sie verschroben ist. Mich hat sie mit ihrer Art sehr stark an Sheldon Cooper erinnert, besonders wenn eine Veränderung ansteht und Isabelle damit klarkommen muss. Auch ihre Freunde helfen ihr immer und mögen Isabelle, auch wenn sie manchmal seltsam ist.

Es sind auf jeden Fall die ungeschönten Personen, die dieses Buch ausmachen. Ich mochte besonders gerne Jens, er ist ein Mann mit Charakter und ein Mann, der auch noch fantastisch kochen kann! 3 Sein Schokoladenmalheur würde ich ja zu gerne einmal essen.
Aber auch seine Schwester Merle ist eine sehr interessante Person. In so jungen Jahren ist das Mädel natürlich noch in ihrer Findungsphase, aber trotzdem hat sie ihren eigenen Charakter.
Ich habe mich auch total über Knut in diesem Buch gefreut und dass ihm nun mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. In den beiden Vorgängerromanen von Petra Hülsmann kommt er jeweils ganz kurz vor 3 Er ist einfach ein herzensguter Mensch! Die restlichen Freunde von Isabelle sind mir fast noch zu kurz gekommen, aber das hätte ja dann den Rahmen gesprengt und schließlich ist Isabelle die Hauptperson in diesem Buch.

Für mich ist Glück ist, wenn man trotzdem liebt ein wundervolles Sommerbuch, das mich hervorragend unterhalten hat. Ich habe mitgefiebert und ich habe mich den Personen im Buch, allen voran natürlich Isabelle, immer verbunden gefühlt.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.04.2016
Nur ein Tag / Allyson & Willem Bd.1
Forman, Gayle

Nur ein Tag / Allyson & Willem Bd.1


gut

Zum Inhalt:
Allyson ist mit ihrer Freundin Melanie und einer Reisegruppe auf Europa-Tour. Diese Reise ist ein Geschenk ihrer Eltern, danach beginnt für die beiden Freundinnen die College-Zeit. Allysons größter Traum ist es, einmal Paris zu besuchen, doch leider wird genau diese Station aufgrund von Streiks von der Tour gestrichen.
Durch Zufall lernt sie den Niederländer Willem kennen, der so ganz anders ist wie sie selbst. Mit ihm gemeinsam fährt Allyson kurzerhand mit dem Zug nach Paris und erlebt dort einen Tag mit Willem, den sie so schnell nicht wieder vergisst.

Meine Meinung:
Das Buch ist aus der Sicht von Allyson geschrieben. Allyson ist Amerikanerin, die von ihren Eltern zum High-School-Abschluss eine Reise durch Europa geschenkt bekommen hat. Sie ist ziemlich unselbstständig und sie ist mir nicht nur einmal mit ihrer naiven Art ziemlich auf die Nerven gegangen. Als Einzelkind habe sich ihre Eltern voll und ganz auf sie konzentriert und Allyson ist ganz die brave Tochter. Durch Willem und ihren Trip nach Paris ist sie aber endlich mal etwas mutiger und hat sich getraut, aus sich herauszugehen.

Von Gayle Forman hab ich bisher schon "Wenn ich bleibe" gelesen. Ich habe dieses Buch sooo gern gelesen und hatte deshalb sehr hohe Erwartungen an "Nur ein Tag". Leider konnte das Buch diesen Erwartungen nicht ganz gerecht werden. Ich mochte die Geschichte sehr gern. Und ich mochte Willem sehr gern. Allyson dagegen mochte ich nicht immer. Ihre Entwicklung im Verlauf der Geschichte habe ich aber sehr gerne verfolgt. Das Buch war leicht und flüssig zu lesen und ich wollte immer weiter lesen, um zu erfahren, was Allyson (in Paris und auch sonst) erlebt.

Als Jugendbuch sind viele Situationen vorhersehbar, doch es gab für mich trotzdem einige überraschende Momente. Und das mag ich! Ich kann es nicht leiden, wenn ein Buch ganz genau so ist, wie ich es mir schon von Anfang an gedacht habe. Bisher habe ich noch nicht viel über Teil 2 gelesen, ich weiß nur, dass er erzählt, wie es Willem so ergangen ist. Und ich bin sehr gespannt auf seine Sicht der Dinge. Ich glaube auch, dass diese Geschichte sehr viel Potenzial hat.
Was ich auch sehr gerne mag, ist das Cover, das zwar allein auch schon schön aussieht, aber erst mit Teil 2 zusammen wirklich zur Geltung kommt.

Insgesamt ist es ein sehr schöner Auftakt mit Potenzial nach oben! Ich freue mich auf Teil 2 dass ich diese Geschichte noch einmal aus einer anderen Sicht erleben darf.

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