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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Didi
Wohnort: Mertesheim
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Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 58 Bewertungen
Bewertung vom 27.06.2020
Ozelot und Friesennerz
Matthiessen, Susanne

Ozelot und Friesennerz


ausgezeichnet

Susanne Mathiessen nimmt uns mit ins Sylt der 60ger und 70ger Jahre. Sie berichtet über ihre Kindheit auf der Insel und beschreibt auf eine liebevolle und informative Art wie sich aus einer schon immer besonderen Insel ein Status der Extravaganz entwickelt hat.
Die Autorin wächst in einer Pelzdynastie auf. Aus heutiger Sicht undenkbar, einen Pelzmantel zu kaufen, galt es in der damaligen Zeit als Statussymbol der Reichen und Schönen. Mit lustigen Anekdoten blicken wir ein bisschen in die Welt der Stars, Politiker und Industriellen. Sie beschreibt ein Sylt das noch den Einheimischen gehörte und es kommt ein wenig Wehmut rüber. Die echten Sylter sterben aus und die reichen Landeier übernehmen nach und nach die Insel, indem sie alles an Immobilien aufkaufen und neu bauen. Nur nach der Sommersaison gehört Sylt wieder den Insulanern.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch ich gehöre zu den Touristen die diese schöne Insel überfallen und konnte mich in Westerland und Umgebung wieder finden. Allerdings hat für mich der damalige Flair doch erheblich nachgelassen, umso schöner zu lesen wie stilvoll doch alles war.

Bewertung vom 09.06.2020
Der Knochengarten / Tony Hill & Carol Jordan Bd.11
McDermid, Val

Der Knochengarten / Tony Hill & Carol Jordan Bd.11


weniger gut

Von didi2256
Voller Erwartung habe ich mich auf den angekündigten Thriller von Val McDermid gefreut.

40 Skelette von toten Mädchen, die auf einem Geländer des katholischen Waisenhauses gefunden werden, lösen Verwirrung aus. Haben die Nonnen, die vor Jahrzehnten hier gelebt haben nichts gewußt?

Da dies das erste Buch dieser Reihe für mich war, konnte ich mich sehr schwer in die Situation hinein versetzen. Zuviele Protagonisten sind hier im Spiel und haben bei mir für Verwirrung gesorgt, sodaß ich in keinen Lesefluß kam. Die eigentlichen angekündigten Ermittler, Carol Jordan und Tony Hill, gehen in diesem Thriller leider unter. Da zuviel über ihre privaten Probleme berichtet wurde, kam für mich selten Spannung auf. Ich habe auch das Gefühl, da dies bereits der 11. Band dieser Reihe war, das der Autorin etwas die Luft ausgegangen ist.

Schade, aber durch die vielen Kritikpunkte kann ich nur 2 Sterne vergeben.

Bewertung vom 10.03.2020
Kämpfen. Leiden. Lieben. Leben im Schwarzwald von den Kelten bis ins 20. Jahrhundert
Binder, Thomas

Kämpfen. Leiden. Lieben. Leben im Schwarzwald von den Kelten bis ins 20. Jahrhundert


ausgezeichnet

Der Autor Thomas Binder beschreibt in seinem Buch "Kämpfen, Leiden, Lieben" wie der Schwarzwald besiedelt wurde und die Menschen aus ihrem kargen Dasein eine bezaubernde Welt erschaffen haben.

In 16 Kapiteln erfahren wir von den ersten Siedlern, wie hart sie ums Überleben kämpften, wie der Glaube sich durchsetzte und Klöster erschaffen wurden. Aber auch von der großen Armut, den Kriegen und wie sich die Bewohner zu fügen hatten. Dennoch verlernten sie das fröhliche Beisammensein nicht und machen sie dadurch so sympathisch.

Ich habe durch das Buch sehr viel Neues erfahren und wußte nicht wie hart es war, in so schweren Zeiten zu überleben. Durch den Zusammenhalt der Bevölkerung entstand ein besonderer Menschenschlag. In diesem Buch werden Hintergrundgeschichten durch historische Personen belegt und heben die sehr guten, aufwendigen Recherchen hervor. ganz besonders gefallen hat mir das nach jedem Kapitel Tipps gegeben wurden, die man noch weiter nachlesen kann und bei einem Ausflug oder Urlaub im Schwarzwald nachverfolgen kann.

Ich habe das Buch verschlungen und werde es bei meiner nächsten Schwarzwaldreise im Gepäck habe, vielen Dank Thomas Binder für diesen besonderen Einblick in das einfache Leben der Schwarzwälder.

Absolute Leseempfehlung für Historisch interessierte Menschen, ich vergebe sehr gerne 5 Sterne.

Bewertung vom 07.03.2020
#Fatboysrun
Jordan, Philipp

#Fatboysrun


sehr gut

"Fatboysrun" von Philipp Jordan ist seine Biografie, wie er wieder zum Laufen gefunden hat.

Alleine schon das Cover übermittelt, den Leser erwartet hier eine etwas andere Biografie. Mit Witz und Charme geschrieben und doch eine gewisse Ernsthaftigkeit hinter der ganzen Geschichte. Dazu wunderschöne Momentaufnahmen, die das Ganze locker machen.
Der Autor läßt uns teilhaben an seinem Leben, der vorher ein dicker, träger Couchliebhaber war. Er beschreibt auch gleich mal seine dunkle Seele mit Drogen, Spayen, Alkohol, aber auch wie er früher in seiner Kindheit gelaufen ist.
Ganz ausgiebig lernen wir das Mehr-Monster kennen. Es begleitet uns durch das ganze Buch und zeigt uns den verrückten Philipp in einer lustigen Form.

Dieses Buch ist nicht nur für Laufinteressierte, die einen Ansporn brauchen was alles geht, nein auch eine lustige und manchmal auch tiefgründigere Beschreibung eines Lebens, das etwas verrückt verläuft.

Ich fühlte mich sehr gut unterhalten, ob ich aber dadurch einen Ansporn für das Laufen erhalten habe, weiß ich noch nicht. Mein innerer Schweinehund ist noch sehr präsent.

Bewertung vom 07.03.2020
Das kann uns keiner nehmen
Politycki, Matthias

Das kann uns keiner nehmen


ausgezeichnet

Das kann uns keiner nehmen von Matthias Politycki ist ein Roman über eine besondere Männerfreundschaft.

Hans hat noch eine Rechnung mit sich zu begleichen und möchte dies im Inneren des Kilimanadscharo tun, dabei trifft er auf den Urbayern Tscharli. Zwei Menschen die unterschiedlicher nicht sein könnten. Tscharli, der sein Herz auf der Zunge trägt, beschließt das Hans ihn auf seinem letzten Trip begleitet. Völlig überrumpelt begleitet ihn Hans und es beginnt eine Freundschaft, die tief ins Innere der beiden blicken läßt.

Dieses Buch ist ein Erfahrungsbericht und gleichzeitig ein Reisebericht. Durch die Augen des Autors blicken wir in ein wunderschönes Afrika. Das Cover läßt die Weiten von Afrika erahnen, wunderschöne Farben runden das Gesamtbild ab. Anschaulich wird die Reise durch die Wegskizzen im Inneren des Buches gemacht.
Politycki beschreibt die Charaktere der Protagonisten auf eine besondere Art seines Schreibstils. An den ruppigen Tscharli, der immer mit der Tür ins Haus fällt, mußte ich mich erst gewöhnen, mit Hans dem kühle Hanseaten kam ich eher klar. Man fühlt wie die Beiden zusammen wachsen. Wir erfahren viel aus der Vergangenheit und geraten immer wieder in emotionale Wallungen.
Ein wunderbares Buch das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Bewertung vom 07.03.2020
Raffael - Das Lächeln der Madonna
Martin, Noah

Raffael - Das Lächeln der Madonna


ausgezeichnet

"Raffael.. Das Lächeln der Madonna" von Noah Martin ist ein Historischer Roman aus den Jahren 1494 bis 1520, der zur Erinnerung des Malers 500 Jahre Raffael erscheint.

Wir erfahren den Lebensweg von Raffael Sanzio, ein Maler der sich mit seinem , für die Zeit modernen Malstil, durchsetzt. Begleitet von Intrigen der Borgias, Machtkämpfen des Vatikans und der Medicis, entführt uns der Autor in eine Zeit in der bedeutende Maler wie, Leonardo da Vinci, Michelangelo und Raffael Sanzio am "Malerhimmel" erscheinen.

Als ich am Anfang des Buches die Vorstellung der Personen gesehen habe, dachte ich mir "Oh Gott". Und so war es auch, ich tat mir schwer, da ich immer wieder nachschaute wer, wer ist und somit nicht recht in den Lesefluß kam. Das hat sich aber gelegt, da man durch die gute Aufteilung des Glossars gleich wußte in welcher Gegend man sich befand.
Jedoch hätte ich mir gewünscht, daß sich die Geschichte mehr um Raffael selbst dreht. Es wurden für mich zuviele Nebenschauplätze erörtert, was die hohe Seitenzahl von 632 begründet.

Gefallen hat mir das der Autor Historische Personen, die zu Anfang mit einem Sternchen versehen sind und fiktive Personen miteinander verbindet. Was jedoch das Ende bertifft, ging es mir zu schnell. Es erweckte in mir den Eindruck das auf Grund der hohen Seitenzahl nun rasch ein Ende kommen muß. Außerdem hätte es mich erfreut, wenn eine kleine Übersetzung der italienischen Begriffe am Ende des Buches erschienen wäre.

Alles in allem ein interessantes Buch, allerdings für Historische Neulinge etwas schwer zu lesen.

Bewertung vom 23.02.2020
Ein wenig Glaube
Butler, Nickolas

Ein wenig Glaube


ausgezeichnet

"Ein wenig Glaube" von Nickolas Butler ist ein Roman der zum Teil aus wahren Begebenheiten entstanden ist.

Lyle und Peg Hovde sind glücklich, nachdem ihre Adoptivtochter Shilo mit ihrem Enkelsohn, nach einer gescheiterten Beziehung, wieder zuhause einzieht. Großvater Lyle genießt die Tage mit seinem Enkel Isaac. Doch als er merkt das seine Tochter sich einer Glaubensgemeinschaft verschrieben hat, kommen erhebliche Zweifel auf. Isaac wird in diese Sekte mit einbezogen und eine Tragödie nimmt ihren Lauf. Lyle versucht alles dagegen zu tun aber seine Tochter bricht mit ihrem Vater.

Im Klappentext heißt es " Ein schmerzhaft-schöner Familienroman, der die Macht und Grenzen des Glaubens mit besonderem Feingefühl erkundet". Dem kann ich voll und ganz beipflichten.
Der Autor hat mich mit seinem gefühlvollen und ausdruckstarkem Schreibstil sofort in seinen Bann gezogen. In dieser Familiengeschichte treffen viele Komponente aufeinander. Die Liebe zu den Menschen, wie seinen Jugendfreund Hoot, Pastor Charlie oder der Obstplantage und natürlich seiner Familie, kann man nachempfinden und ist in keinster Weise kitschig.
Butler beschreibt aber auch Konflikte und Schicksalsschläge, die der Wirklichkeit entsprechen.

Eigentlich bin ich kein Romanleser, da dieser jedoch zum Teil einer wahren Begebenheit nachempfunden ist, war ich interessiert und mit voller Imbrust dabei.
Ich kann nur sagen, ein wunderschöner, gefühlvoller und auch trauriger Roman, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

Bewertung vom 06.02.2020
Das Evangelium der Aale
Svensson, Patrik

Das Evangelium der Aale


sehr gut

Der Autor Patrick Svensson hat mit seinem Buch "Das Evangelium der Aale" ein besonderes Sachbuch geschaffen.

Ein schnörkelloser, skandinavische Schreibstil führt durch das Buch. Patrick Svensson war seinem Vater nie so nah wie beim Aalfischen und erinnert sich als Ewachsener immer wieder an verschiedene Episoden seiner Kindheit. Er baut diese Geschichten, die stellenweise sehr emotionslos sind, geschickt in das Erforschen der Aale ein, die bis heute immer noch Geheimnisse aufweisen.
Eigentlich habe ich keinen Bezug zu Aalen und war eher von einem Ekelfaktor besessen, aber der Autor hat mich eines Besseren belehrt. Ich wußte gar nicht das man so viel über diese Tiere in Erfahrung bringen kann.
Ein Buch über das Leben und Sterben, das nicht nur so einfach durchgelesen werden kann, sondern einen nachdenklichen Leser hinterläßt.

Bewertung vom 06.02.2020
Die Bagage
Helfer, Monika

Die Bagage


sehr gut

Die Autorin Monika Helfer nimmt den Leser in ihrem Buch "Die Bagage" mit, das Leben ihrer Vorfahren kennen zu lernen.
Ihre Großeltern lebten ganz hinten im Dorf in ärmlichen Verhältnissen sowie es sich für eine Bagage gehört. Als Josef in die Armee eingezogen wird, beauftragt er den Bürgermeister auf Maria, sein Weib , ein Auge zu werfen. Unter seinem Schutz soll sie keinen Kontakt zum übrigen Dorf haben. Als sie Georg aus Hannover kennen lernt, ist sie von ihm fastziniert. Eines Tages steht er vor ihrer Tür. Als Josef wieder aus dem Krieg heim kommt, findet er seine Maria schwanger vor. Sie hat zwei Verehrer, doch wer ist der Vater?

Monika Helfer´s Schreibstiel ist sperrig und eigenwillig. Das stoppte in mir etwas den Lesefluss, passt aber widerrum zu der Geschichte, die einen traurigen Hintergrund hat. Geschickt baute sie Erzählungen ihrer Tante mit ein, sodass man die Geschichte auch aus einem anderen Blickwinkel kennen lernt. Sehr bedrücknd für mich war, das der Großvater der Autorin kein Wort mit ihrer Mutter Grete gesprochen hat. Eine schwere Zeit hat sich hier aufgetan, die den Leser nachdenklich zurück läßt.

Bewertung vom 31.01.2020
Hier und Jetzt
Maffay, Peter

Hier und Jetzt


ausgezeichnet

Peter Maffay "Hier und Jetzt...Mein Bild von einer besseren Zukunft" in Zusammenarbeit mit Gaby Allendorf beschreibt die Problematik der Umweltsituation und wie er versucht seine Beiträge zu leisten, um diese besser zu machen.

Ich muß zugeben, ich kenne Peter Maffay bisher hauptsächlich von der Bühne und dachte mir, naja ein Star kann leicht ein Buch schreiben und in den Vordergrund treten. Ich wurde eines Besseren belehrt, denn er tritt gar nicht in den Vordergrund. Seine Betonung liegt stets auf dem WIR, das hat mir sehr gut gefallen. Denn Alleine kann man nur wenig tun.

Er nimmt uns mit auf seinen Biohof Gut Dietlhofen. Ein Rückzugsort für Wanderer, aber auch benachteiligt traumatisierte Kinder sollen hier für ein paar Tage das harmonische Miteinander mit der Natur genießen.
Er beschreibt in kurzen Sätzen wie sein bisheriges Leben verlaufen ist und das man auch mit Niederlagen umgehen muß. ( Wer hätte gedacht, ein Peter Maffay erlebt Niederlagen). Die Offenheit hat mich beeindruckt.

Deutlich wird, daß Maffay ein enormes Hintergrundwissen hat und nicht einfach nur etwas dahinplätschert. Es hat Hand und Fuß was er beschreibt und versucht mit Hilfe von vielen Weggefährten seinen Traum von einer besseren Zukunft in die Tat umzusetzen.

Der Schreibstil ist flüssig und ich konnte mich im Kopfkino selbst auf eine Bank am See von Gut Dietlhofen ausruhen. Ein weiteres Sahnehäubchen sind die schönen Illustrationen in der Mitte des Buches.

Ich war sehr beeindruckt von dem Buch und kann eine