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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Lilofee
Wohnort: Berlin
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Danksagungen: 6 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 130 Bewertungen
Bewertung vom 05.04.2021
Bernsteinsommer
Barns, Anne

Bernsteinsommer


ausgezeichnet

Mit Bernsteinsommer hat Anne Barns wieder einmal einen wunderschönen
Wohlfühlroman geschaffen.
Gefühlvoll und mitreißend ist dieser Roman und er erzeugt eine richtig schöne
Wohlfühlatmosphäre, die sich durch das ganze Buch zieht.
Dazu kommen noch die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen.
Das gibt dem Leser das Gefühl direkt vor Ort zu sein.
Überhaupt hat die Autorin die wunderbare Gabe den Leser so richtig in den Roman einzubinden.
Dazu trägt auch die fließende Schreibweise bei.
Die Figuren sprühen vor Leben und Energie und zeigen die Stärke,
die in jedem einzelnen stecken kann. Die Mischung zwischen klugen Lebensweisheiten,
ernsten Themen und etwas Romantik macht dieses Buch so wohltuend.
Gefüllt mit wunderbaren und ach so wahren Zitaten.
Dem Charme dieses Buches kann man sich kaum entziehen.
Locker, leicht aber doch auch mit ernsteren Tönen.
Dazu kommen noch die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen. Das gibt dem Leser das
Gefühl direkt vor Ort zu sein.
Am Schluss dann die wunderbaren und von mir erhofften Rezepte.
Eine Leseempfehlung!

Bewertung vom 05.04.2021
Rieslingmord / Elwenfels Bd.3
Habekost, Britta;Habekost, Christian

Rieslingmord / Elwenfels Bd.3


ausgezeichnet

Carlos Herb, Privatermittler, fährt wieder einmal nach Elwenfels.
Er muss fliehen denn die Mafia ist ihm auf den Fersen.
Einen besseren Ort gibt es nicht für ihn. Nirgends wo sonst glaubt man ihm.
Hier hat er seine Freunde, hier fühlt er sich wie zu Hause.
Leider hat es auch eine Gruppe von spirituellen Aussteigern nach
Elwenfels verschlagen. Sie sind sich das sie in Elwenfels die Erleuchtung finden
können. Allerdings scheinen die spirituell gesinnten Brüder und Schwestern nicht so harmlos zu sein.
Es kommt zu einem Unfall der aber wahrscheinlich gar kein Unfall war.
Carlos kann nicht zulassen das sich die Dorfgemeinschaft entzweit. Er fängt an auf eigene
Faust zu ermitteln.

Die Autoren nehmen den Leser wieder mit in die schöne Pfalz.
Genauer gesagt in das kleine Örtchen Elwenfels.
Die Pfälzer Lebensart wird so wunderbar wiedergegeben.
Auch in diesem Band überzeugt wieder der Sprachwitz und der wunderbare
Pfälzer Humor.
Das auffallende in diesem Krimi sind die Charaktere.
Egal, ob Mensch oder Tier sie sind etwas Besonderes.
Immer hilfsbereit und offen für neues.
Die Mischung zwischen Spannung und etwas Fantasie/Mystik ist gelungen.
Das Kopfkino läuft immer auf Hochtouren.
Besonders liebenswert aber ist der Pfälzer Dialekt.
Das Cover ist wunderschön und sehr passend. Es hat einen hohen Wiedererkennungswert.
Der Schreibstil ist wunderbar und macht dieses Buch zu einem richtigen Leseerlebnis.
Es fällt schwer das Buch aus der Hand zulegen.
Ein richtig guter Regio-Krimi, der seine Spannung langsam aufbaut.
Ich habe ich mich mit diesem Buch sehr gut unterhalten gefühlt,
habe mit rätseln können und ein tolles Kopfkino gehabt.

Erwähnenswert ist auch wieder eine schöne Skizze von Elwenfels vorne im Buch.
Hinten im Buch gibt es ein Glossar für ethnolinguistisch interessierte Leser/innen.

Bewertung vom 29.03.2021
Mordseestrand / Caro Falk Bd.2
Johannsen, Emmi

Mordseestrand / Caro Falk Bd.2


ausgezeichnet

Hochsommer auf Borkum

Die Hobbydetektivin Caro Falk freut sich auf einen schönen sonnigen Tag zusammen mit ihrem Sohn Justus. Mitten in der sommerlichen Idylle passiert aber etwas Schreckliches.
Ein kleiner Junge findet im knietiefen Wasser einen abgetrennten Finger.
Caros Neugierde wird geweckt zumal wenig später die dazugehörende Leiche auftaucht.
Der Tote ist ein sehr guter Bekannter von Caro.
Jo Hammert, ein Umweltschützer und den
hat sie zuletzt zusammen mit einem Unbekannten gesehen. Dann tauchen auch noch jede Menge Drogenpäckchen auf.
Caros Spürnase läuft auf Hochtouren und sie fängt an auf eigene Faust zu ermitteln.

Emmi Johannsen ist ein Pseudonym
von Christiane Drews
Mordseestrand ist der 2. Band der Hobbydetektivin Caro Falk Reihe.

Meine Meinung:
Mordsee Strand ist der erste Krimi, den ich aus dieser Reihe lese.
Das ist kein Problem, man kommt problemlos in die Geschichte rein.

Emmi Johannsen nimmt uns mit auf die schöne Insel Borkum.
Durch die wunderbare Schreibweise fällt es nicht
schwer sich dort zurechtzufinden. Man hat das Gefühl direkt vor Ort zu sein.
Auch die Charaktere sind sehr liebevoll und sehr echt beschrieben.
Caro Falk ist eine wunderbare Hobbydetektivin, die so herrlich unkonventionell hilft einen Mord aufzuklären. Miss Marple lässt Grüßen.
Mit ihrer erfrischenden Art, ihrer Neugier und ihrer Offenheit war sie mir sofort sympathisch.
Die Mischung zwischen Urlaubsflair und Verbrechen ist sehr gelungen.
Auch sehr wichtige und aktuelle Themen wie der Umweltschutz und der Bauboom fließen mit in die Geschichte ein.
Der flüssige Schreibstil, die gut herausgearbeiteten Charaktere sowie die Geschichte selbst überzeugen.
Dazu kommt eine große Portion Humor.
Die Figuren sind bis in die Nebenrollen so liebevoll gezeichnet das man ganz schnell Sympathien oder auch Antipathien hegt.
Ein richtig guter Regio-Krimi. Mit einem Spannungsbogen, der sich langsam aufbaut und bis zum überraschenden Ende bleibt.
Ich habe ich mich mit diesem Buch sehr gut unterhalten gefühlt, habe mit rätseln können und ein tolles Kopfkino gehabt.
Positiv zu erwähnen ist noch die Übersichtskarte von Borkum. Sie befindet sich am Anfang und Ende des Buches.

Fazit:
Ein humorvoller Krimi zum Mitraten und mal eine Ermittlung aus einem etwas anderen Blickwinkel.

Bewertung vom 28.03.2021
Die Bücherfrauen
Tilghman, Romalyn

Die Bücherfrauen


gut

Prairie Hill, eine typische Kleinstadt irgendwo in Kansas.
Angelina kehrt für ihre Doktorarbeit zurück an den magischen Ort ihrer Kindheit. Ihre Liebe zum Lesen erbte sie von ihrer Großmutter Amanda. Sie war eine Pionierin die Kultur in die hintersten Ecken des Landes brachte.
Traci und Gayle stehen am Wendepunkt ihres Lebens. Traci versucht sich ein neues Leben aufzubauen. Gayles Leben wurde durch einen Tornado völlig durcheinandergewirbelt.
Im Kulturzentrum der Stadt begegnen sich die drei Frauen.
Erzählt wird dieser Roman in drei Erzählsträngen über je eine der drei Bücherfrauen. Sehr detailgetreu werden die Erlebnisse der sehr unterschiedlichen Frauen wieder gegeben. Man hat das Gefühl direkt mit vor Ort zu sein. Das Leben in einer typischen amerikanischen Kleinstadt wird sehr plastisch wiedergegeben.
Der Leser taucht ein und nimmt Anteil an der ganzen Gemeinschaft. Sehr feinfühlig wird hier der Tatendrang beschrieben wie ein gemeinsamer Plan entwickelt wird. Wie trotz widriger Umstände mit viel Einsatz und vor allem Begeisterung das Ziel verfolgt wird diesen Plan umzusetzen. Dass man Gemeinsam alles schaffen kann. Den Mut nicht verlieren darf.
Leider wird der Lesefluss durch die recht monotone Schreibweise gebremst.
Die Charaktere bleiben einem fremd. Sie sind oberflächig, wenig überzeugend entsprechen zu sehr den gängigen Klischees. Die drei Hauptcharaktere passen perfekt in das rückständige Frauenbild der 1950er Jahre. Überhaupt bleibt die ganze Geschichte ziemlich blass, hat keine Höhen oder Tiefen.
Wer einen inspirierenden Roman über Frauen erwartet wird schwer enttäuscht.
So bleibt es eine Geschichte ohne Tiefgang und mit Charakteren die einem fremd bleiben. Schade!

Bewertung vom 11.03.2021
Die kleine Bücherei in der Church Lane
Lucas, Rachael

Die kleine Bücherei in der Church Lane


sehr gut

Lucy ist Lehrerin aus Leidenschaft. Als der Leistungsdruck zu stark wird und sie eines Tages zusammenbricht und im Krankenhaus wieder aufwacht, beschließt sie etwas zu ändern.
Sie nimmt sich ein sechsmonatiges Sabbatical und mietet sich ein
kleines Cottage in den Cotswolds.
Die Miete ist günstig, einzige Bedingung ist sich etwas um die 96-jährige Bunty zu kümmern. Fröhlich reist Lucy mit ihrem Hund Hamish an. Sie möchte sich einfach nur ausruhen, spazieren gehen und lesen.
Aber so einfach ist das nicht.
Bunty ist nicht gerade erfreut eine Hilfe zu bekommen
und die Dorfbewohner haben auch ihre Pläne. Es gilt die alte schöne rote Telefonzelle zu retten. Schneller als Lucy denken kann ist sie mittendrin im Geschehen.
Da geht es nicht nur um den Umbau der Telefonzelle. Es gibt da auch noch den sehr sympathischen Nachbarn Sam der Lucy sehr schnell ans Herz wachsen wird.

Gefühlvoll und mitreißend ist dieser Roman und er erzeugt
eine richtig schöne Wohlfühlatmosphäre, die sich durch das ganze Buch zieht.
Dazu trägt auch die fließende Schreibweise bei.
Die Charaktere sind einfach bezaubernd.
Die Autorin schafft es spielend ihre Charaktere zum Leben zu erwecken.
Alle Figuren sprühen vor Leben und Energie und zeigen die Stärke,
die in jedem einzelnen stecken kann.
Man spürt richtig, wie Luzy und Bunty langsam wieder Freude am Leben bekommen.
Alles ist möglich, man muss es nur zulassen.
Um etwas zu verändern, schafft man neue Dinge oder geht andere Wege,
die das Alte überflüssig machen.
Das wird hier auf bezaubernde Weise gezeigt.
Jeder kann hier ein kleines Stück Hoffnung in sein eigenes Leben mitnehmen.
Nicht nur deshalb ist dieses Buch einfach schön.
Ein richtiger Wohlfühlroman der zeigt was wirklich wichtig ist
im Leben und das es nie zu Spät ist, etwas zu verändern.
Am Schluss ist man traurig, das man Little Maudley und ihre Bewohner verlassen muss.

Bewertung vom 10.03.2021
Der weiße Heilbutt / Thies Detlefsen Bd.9
Koch, Krischan

Der weiße Heilbutt / Thies Detlefsen Bd.9


ausgezeichnet

Dieses Mal genießen die Freddenbüller ihren Sommerurlaub auf Amrum.
Ein Jahrhundertsommer und Thies und seine Freunde wollen die Insel
einfach nur genießen. Nur kommt es anders als gedacht.
Neben Antjes hübscher Kühltasche mit dem Kirschmuster und den leckeren Krabbenbrötchen
buddeln Finn und seine Freunde im Sand. Die Aufregung ist groß als Finn einen Fuß
ausbuddelt. Dann taucht auch noch ein großer weißer Fisch auf.
Als dann auch noch eine Tote in den Dünen gefunden wird, ist es vorbei mit der Ruhe.
Thies nimmt die Ermittlungen auf. War es Mord?

Das Cover ist wunderschön und sehr passend. Es hat einen hohen Wiedererkennungswert.
Auch, wenn man die ersten Bände nicht gelesen hat, kommt man sehr gut in die Geschichte rein.
Der Autor hat eine wunderbare Art zu schreiben. Pointiert, witzig und mit viel Situationskomik.
Der ausgeprägte Humor und der Sprachwitz machen die Geschichten um das eingespielte Team
Thies Detlefsen und Nicole Stappenbeck zu einem Leseerlebnis.
Lebensfroh, bodenständig und gewitzt gehen sie auf Mördersuche.
Die Charaktere sind wie immer sehr originell und authentisch.
Alles wird sehr bildhaft in Szene gesetzt. Die Mischung zwischen Spannung,
sozialkritische Tönen und friesischen Humor überzeugt auch in diesem Band.
Eine wunderbare herrlich schräge und liebenswerte Krimikomödie.
Dieses Buch hat mir wunderbare Lesestunden bereitet.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.03.2021
Von allem nur das Beste / Wunderfrauen-Trilogie Bd.2
Schuster, Stephanie

Von allem nur das Beste / Wunderfrauen-Trilogie Bd.2


sehr gut

1960 die Swinging Sixties.
Luise Dahlmann hat mit ihrem Laden viel um die Ohren. Die Konkurrenz schläft nicht.
Luise möchte da mithalten und den kleinen Laden umbauen.
Helga beginnt ihre neue Stelle als Assistenzärztin in der Seeklinik. Wird sie Luise
über dem Weg laufen? Marie hat mittlerweile drei Kinder und Annabel bekommt ihr zweites Kind,
ein Mädchen. Leider verläuft das nicht so wie es sein sollte.

Auch im zweiten Band steht das Lebensgefühl und der Zeitgeist an erster Stelle.
Dieses Mal sind es die 1960er Jahre.
Da denkt man an Wirtschaftswunder und Vollbeschäftigung, an die Hausfrau und den Babyboom,
an unverheiratete Fräuleins und schicke Hochfrisuren.
Wieder geht es um die vier Frauen und vier Schicksale.
Diese Frauen sind in diesem Jahrzehnt voller Umbrüche.
Die alleinerziehende Helga, die nun als Ärztin arbeitet, Louise deren ganzer Stolz ihr
kleiner Laden ist, ihre Schwägerin Marie, die inzwischen vier Kinder hat und Annabel,
deren Familie nach einem Schicksalsschlag zu zerbrechen droht.
Das Leben hat die vier Frauen in den letzten Jahren enger verbunden als sie dachten.
Und sie merken: Gemeinsam kann man mehr erreichen.
Auf den ersten Blick erscheinen sie sehr unterschiedlich, aber der Wunsch,
ihre Ziele und Träume zu verwirklichen eint und stärkt sie.
Die Schreibweise ist wunderbar authentisch und atmosphärisch dicht.
Jedes Kapitel ist jeweils einer Frau gewidmet und es wird teilweise durch kleine Anekdoten,
Rezepte oder Notizen die der Zeit entsprechen ergänzt.

Ein leicht und locker geschriebener Roman mit ernsten Hintertönen.
Eine schön zu lesende Zeitreise durch die 1960er Jahre.

Bewertung vom 23.02.2021
Die vier Gezeiten
Prettin, Anne

Die vier Gezeiten


sehr gut

Inhalt:

Die Kießlings und Juist das gehört einfach zusammen.
Eduard Kießling soll das Bundesverdienstkreuz überreicht bekommen.
Als Eduard seine Frau Adda, die drei Töchter sowie Großmutter Johanne auf der Generalprobe sind, platzt Helen hinein.
Die Überraschung ist groß denn Helen ist auf der Suche nach ihrer Mutter.
Die Ähnlichkeit mit Adda ist unverkennbar.
Wohl oder Übel müssen sich die Kießlings mit der Vergangenheit auseinandersetzen.
Da werden so einige Überraschungen an die Oberfläche gespült.

Meine Meinung:

Ein großer Familienroman der in Rückblenden erzählt wird.
Durch ihren authentischen und atmosphärisch mitreißenden Erzählstil sorgt die Autorin für ein originelles und nicht minder aufwühlendes Leseerlebnis.
Der Roman spielt in mehreren Zeitebenen und springt immer wieder in die Vergangenheit zurück.
Vor allem ist er vielseitig. Es werden viele Themen angesprochen.
Die Anfänge des Nationalsozialismus und der Judenhass auf der Insel.
Die Bombardierung Dresdens, Flucht aus der DDR und dann die Wirtschaftswunderjahre.
Nicht nur von politischen Erfahrungen erzählt der Roman. Sondern auch von den Lebensgeschichten der Frauen, von guten und auch von schmerzlichen Erlebnissen.
Die Mischung zwischen Realität und der fiktiven Familie Kießling vermischt sich zu einer spannenden Familiengeschichte.
Die Rolle der Frau spielt eine sehr große Rolle. Die Hauptcharaktere muss viel Kraft aufwenden, um alles am Laufen zu halten. Ihr Verhalten und ihre Entscheidungen beeinflussen auch das Leben ihrer vier Töchter. Die sind so verschieden wie die vier Gezeiten.
Verschiedener können Frauenschicksale nicht sein.
Dank der wirklich sehr lebendigen Schreibweise hat man das Gefühl ein Teil dieser Familie zu sein. Man erlebt alle Höhen und Tiefen hautnah.
Die Beschreibung der Insel vermittelt das Gefühl direkt vor Ort zu sein. Das ist wirklich sehr gelungen.

Leider ist dieser Roman Inhaltlich zu voll gepackt.
Es gibt sehr viele Handlungsstränge die nicht zu Ende erzählt werden.
Die Figuren müssen sich mit viel zu vielen Problemen rumplagen. Schicksalsschläge gibt es zu Hauff.
Da es sehr viele Charaktere gibt, die alle irgendwie ein Problem haben bleibt, vieles an der Oberfläche. Wird nur angekratzt.
Das eigentliche Hauptthema wird am Ende enttäuschend kurz abgehandelt.

Fazit:

Die Geschichte ist wunderbar geschrieben, sehr emotional, mit einem großen Spannungsbogen.
Leider lässt die Spannung wegen der o.g. Kritikpunkte bald nach.
Der Roman ist einfach mit viel zu vielen Problemen behaftet.
Die Geschichte um Eduard und seine Bemühungen für die Insel ist viel zu ausführlich und langatmig. Spätesten da lies mein Interesse rapide nach.
Weniger wäre doch mehr gewesen. Der Fokus hätte mehr auf das wesentliche liegen sollen.
Ich habe das Buch trotzdem sehr gerne gelesen.
Es ist sehr unterhaltsam und die wunderbaren Beschreibungen der Landschaft machen große Lust auf Juist.

Bewertung vom 20.02.2021
MARTA
Hürlimann, Monika

MARTA


gut

Marta ist 15 Jahre alt da flieht sie mit ihrer Familie aus dem kommunistischen Polen
in den Westen. Erst hatte Marta ihre Heimat in Polen, später dann in Deutschland und
letztendlich in der Schweiz.
Martas Leben gleicht trotz einiger Konstanten einer ewigen Suche.
Sie trifft sich mit ihrem bis dahin unbekannten Vater und versäumt ihm die für sie so wichtigen  Fragen zu stellen.
Sie ist mutig, sie ist interessiert und auch realistisch.
Marta geht ihren Weg und viele Jahre später wird sie erkennen, was Heimat und Liebe wirklich bedeutet.

Die Schreibweise ist gut und fließend.
Die Geschichte wird in verschiedenen Erzählsträngen erzählt und springt sehr in den Zeiten.
Das ist teilweise etwas verwirrend, weil auch nicht immer zu Ende erzählt wird.
Es handelt sich hier um eine Lebensgeschichte mit historischem Hintergrund.
Sehr authentisch und persönlich.
Eine Geschichte die sich vor dem Hintergrund einer Flucht aus dem kommunistischen Polen abspielt.
Das was diese Flucht mit der Familie auslöst und die dadurch ausgelösten Gefühle
und Anforderungen wird in diesem Teilweise autobiografischen Roman wunderbar erzählt.
Wie viel Kraft es kostet immer wieder neu anzufangen und Fuß zu fassen.
Sich zu intrigieren und seinen Weg zu gehen. Mit einer Mutter die eigentlich immer nur für andere da ist.
Es zeigt aber auch das die Suche nach der eigenen Identität enorm wichtig ist.
Am Ende wird das dunkle Familiengeheimnis gelüftet aber es bleiben doch viele Fragen offen.
Eine gut erzählte Familiengeschichte mit einem Spannungsbogen der am Ende leider abfällt.

Bewertung vom 20.02.2021
Lebenssekunden
Fuchs, Katharina

Lebenssekunden


sehr gut

Deutschland 1956:
Zwei Mädchen Jahrgang 1940.
Die eine, Angelika Stein wächst in Kassel auf, die andere, Christine Magold in Ostberlin.
Angelikas großer Traum die Fotografie scheint ausgeträumt, denn ohne Schulabschluss gibt
es keine Lehrstelle.
Christine wird zur selben Zeit als junge Leistungsturnerin gedrillt. Ist das ihr großer Traum?
Obwohl die Leben der beiden so unterschiedlich ist treffen sie 1961 beim Bau der Berliner Mauer
unter dramatischen Umständen aufeinander.

Dieser Roman ist ein kleines Stück Zeitgeschichte.
Wunderbar geschrieben und anhand der beiden Protagonistinnen sehr gut nachvollziehbar.
Beide Mädchen wachsen in verschiedenen Systemen auf.
Dies wird sehr gut dargestellt anhand der persönlichen Schicksale.
Aber nicht nur von politischen Erfahrungen erzählt der Roman. Sondern auch vom Erwachsen werden.
Dank der wirklich sehr lebendigen Schreibweise hat man das Gefühl ein Teil
dieser Familien zu sein. Man erlebt alle Höhen und Tiefen hautnah.
Die guten und auch die sehr schmerzlichen Erlebnissen.
Dazu kommen die historischen Ereignisse, die sich wie ein roter Faden durch diese Geschichte ziehen.

Was mir nicht so gefällt ist das es sich auch in diesem Roman der Autorin wieder
um zwei Hauptcharaktere handelt deren Schicksale sich am Ende kreuzen.
Einige Themen, wie z.b. die Fotografie, empfand ich zu detailliert ausgeführt. Das nahm mir den Lesefluss.

Eine Zeittafel am Ende des Buches wäre auch nicht schlecht damit sich jüngere Leser besser orientieren können.