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Lilofee
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Berlin

Bewertungen

Insgesamt 315 Bewertungen
Bewertung vom 24.11.2025
Goga, Susanne

Die wilden Jahre


weniger gut

Die Geschwister Thora und Hannes stammen aus einer wohlhabenden
Fabrikantenfamilie. Es sind bewegte Zeiten.
Gerade ist der 1. Weltkrieg vorbei. Die Bewohner des Rheinlandes
bekommen die Auswirkungen der vier Kriegsjahre erst jetzt in voller Tragweite zu spüren.
Es sind wirklich sehr bewegte Zeiten.
Thora hat trotz aller Widerstände ihr Schauspielstudium durchgezogen
und Hannes ist unversehrt aus dem Krieg heimgekehrt. Was nicht jedem der Soldaten vergönnt ist.
Hannes, der Architektur studieren wollte, wird allerdings des Mordes angeklagt.
Thora ist verzweifelt. Hannes spricht nicht über die Tat. Will auch keinen Anwalt. Thora setzt
alles in Bewegung, um Hannes zu helfen.

Ein sehr mitreißender Klappentext, der große Lust auf dieses Buch macht.
Das Thema ist sehr interessant, ist es doch eine relativ unbekannte Zeit. Das Leiden und der Mangel, dem die Bevölkerung ausgesetzt ist, werden wunderbar wiedergegeben. Auch der Umbruch in eine neue Zeit ist gut umgesetzt.
Man spürt förmlich die Kraft, die Thora ausstrahlt.
Ihre Leidenschaft, ihren Willen, sich gegen eine Männerwelt zu behaupten.
Wie sie sich gegen die gesellschaftlichen Regeln auflehnt und sich
selbst immer dabei treu bleibt.
Leider ist die Schreibweise sehr steif und emotionslos. Dadurch bleiben die Charaktere fremd. Es fällt schwer, eine Verbindung zu ihnen aufzubauen.
Es ist zwar nett zu lesen, wie sich eine junge Frau in dieser Männergesellschaft durchsetzt.
Das alleine reicht aber nicht aus.
Diesem Roman fehlen das Herzliche und die Leichtigkeit, die dieses Thema verdaulich machen. Etwas mehr Spannung würde ihm auch guttun.

Bewertung vom 19.11.2025
Korn, Carmen

In den Scherben das Licht


sehr gut

Carmen Korn entführt uns in eine vergangene Zeit.
Der Krieg ist gerade mal 1 Jahr vorbei und die Menschen wollen endlich wieder leben.
Das wird anhand von verschiedenen Menschen, Jung und Alt, erzählt.
Sie alle sind auf der Suche. Nach ihren Angehörigen, aber auch nach Zusammenhalt, evtl. auch nach der Liebe.
Das Lebensgefühl und der Zeitgeist der 1940er Jahre werden sehr gut wiedergegeben.
Der Schreibstil ist wunderbar fließend. Man fühlt sich gleich sehr verbunden mit den Charakteren.
Der Erzählstil ist sehr gut. Durch den schnellen Wechsel der verschiedenen Personen kommt eine Dynamik auf die Seiten, die sehr mitreißend ist. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen.
Einzelne Tage, besondere Ereignisse werden hervorgeholt und dadurch wird die Geschichte sehr lebendig.
Man muss allerdings aufmerksam lesen, um zu wissen, um welchen Charakter es sich gerade handelt.
Es springt lebhaft hin und her.
Viel Harmonie, glückliche Fügungen stehen im Vordergrund.
Die Opfer dieses schlimmen Krieges kommen durchaus vor, aber sie können sich recht schnell wieder einleben.
Die Täter werden nur am Rande erwähnt. Das ist schade, denn so wirkt dieses Leben wie ein Märchen.
Es geht immer nur aufwärts, alles wird besser und jeder bekommt seinen Partner. Keiner soll und wird alleine bleiben. Der aufmerksame Leser merkt sehr schnell, dass dieser Roman auf ein Happy End zusteuert.
Das stört aber nicht, denn es ist schön, diese Kraft zu spüren, die von der Gemeinschaft ausgeht.
Dieser Zusammenhalt, der Hoffnung und des Wiederaufbaus.
Ein richtig schöner Schmöker, der sich so wegliest.

Bewertung vom 17.11.2025
Koppel, Benjamin

Großmutters Geheimnis


gut

Dänemark, 2015:

Alexander ist ruhelos und sehr unzufrieden mit seinem Leben.

Er kämpft mit seiner Gesangskarriere und einem unerfüllten Kinderwunsch,

den er und seine Frau so sehr haben. Eventuelle Zweifel werden mit Alkohol

und Drogen beiseite geschoben. Zudem mischt sich ständig seine Mutter in sein Leben. Zu ihrem Leben, ihrer Vergangenheit ist sie eher zugeknöpft, erzählt nichts.

Eines Tages findet Alexander auf dem Dachboden zwei kleine Kassetten, und als er sie abspielt, knistert ihm eine Stimme aus der Vergangenheit entgegen.

1943. Die junge Opernsängerin Ruth wird nach Theresienstadt deportiert, nur die Liebe zur Musik gibt ihr Hoffnung. Ein halbes Jahrhundert später erzählt sie einem schnarrenden Kassettenrekorder in einem New Yorker Altersheim ihre Geschichte.

Alexanders Leben wird sehr detailliert wiedergegeben.

Sein unruhiges Wesen, seine Suche nach...Ja, wonach? Nach Antworten?

Er weiß es selber nicht genau. Seine Frau setzt alles daran, ein Kind

zu bekommen. Das wird mehr als anschaulich beschrieben. Alexander aber hat

Angst, Vater zu werden, Verantwortung zu übernehmen.

Erst als er seine Gefühle und Gedanken in Musik

übersetzt, kann er neuen Lebensmut und Stärke gewinnen.

Dazu verhilft ihm seine Großmutter. Sie nimmt ihm die vererbten Traumata

und gibt ihm die erlösende Kraft der Musik.

Erzählt wird in zwei Zeitsträngen.

Wobei die von Alexander teilweise sehr zäh wiedergegeben wird.

Die Charaktere sind spröde und wirken recht hölzern.

Lassen keine Nähe zu.

Ruths Geschichte ist da so ganz anders. Alles ist wunderbar erzählt.

Liest sich spannend und sehr authentisch.

Der Lesefluss wird aber durch Alexanders Teil immer wieder gebremst.

Das ist sehr schade. Denn dieses Thema ist so wichtig.

Die Begegnung von Großmutter und Enkel. Das vorsichtige Kennenlernen,

das besser verstehen. Das alles wird wiederum warmherzig ohne Pathos erzählt.

Bedauerlicherweise endet der Roman dann ziemlich abrupt mit einer

nicht so passenden übertriebenen Harmonie.

Bewertung vom 02.11.2025

Enjoy Schwedisch


sehr gut

Dieses Buch ist wirklich ein Gute-Laune-Buch.
Nie hat es mehr Spaß gemacht, eine Sprache zu lernen.

Es gibt verschiedene Themenbereiche wie z. B.
nützliche Sätze im Alltag, beim Einkauf im Supermarkt oder gar
Flirten auf Schwedisch.

Die Grammatikboxen sind sehr übersichtlich.
Es gibt Übungen, Dialoge und sogar Rezepte.

Mit den Rätseln kann man spielerisch seine Sprachkenntnisse trainieren.
Ein richtig, nicht nur optisch gutes Buch.

Dazu gibt es viel Wissenswertes über Schweden.
Man lernt Land und Kultur besser kennen.

Ein richtig schöner und praktischer Reiseführer, der große
Lust auf Schweden macht.

Sehr zu empfehlen!

Bewertung vom 27.10.2025
Sandmann, Elisabeth

Wir dachten, das Leben kommt noch


gut

1942: Pat wird von Churchills geheimer Spezialeinheit rekrutiert. Getarnt
als Französin schmuggelt sie Sprengstoff und übermittelt verschlüsselte
Funksprüche. Eine aufregende Zeit, über die sie niemals reden darf.
1990er Jahre: Gwen, BBC Moderatorin kontaktiert Pat weil sie sich für
ihre Vergangenheit interessiert. Sie soll ein Buch über die SOE Girls schreiben.
Geheimagentinnen im inoffiziellen Auftrag der britischen Regierung, die aus dem Untergrund heraus agierten.
Erzählt wird auf verschiedenen Zeitebenen.
Das ist teilweise etwas verwirrend, weil das nicht chronologisch passiert.
Leider sind die Charaktere alle etwas unnahbar und es fällt schwer, sich mit
ihnen zu identifizieren.
Pat und Gwen sind die Hauptfiguren und es dauert schon einige Seiten, bis man sämtliche Charaktere sortiert und zugeordnet hat. Es ist mühsam, der Geschichte zu folgen, weil oft nicht klar ist, um wen es gerade geht. Zeitweilig hat mich die Geschichte sogar verloren.
Ich habe lange gebraucht, bis mich das Buch etwas fesseln konnte.
Interessant ist dieser Teil der Zeitgeschichte, ist er doch recht unbekannt.
Die Schreibweise ist eigentlich gut und fließend.
Das reicht aber bei weitem nicht aus. Ohne Spannung, teilweise recht zäh erzählt, zieht sich alles in die Länge. Für mich ein etwas unbefriedigendes Leseerlebnis.

Bewertung vom 26.10.2025
Lamberti, Frieda

Marzipan und Winterküsse


sehr gut

Linda ist nicht nur eine leidenschaftliche Köchin, sie trägt ihr Herz auch
auf dem rechten Fleck. Obwohl sie sich als Sous Chefin in einem Spitzenrestaurant
einen Namen gemacht hat, ist sie sehr bodenständig geblieben.
Als ihr Chef ins Krankenhaus kommt und die Vertretung übernimmt, steht sie für ihre
Kollegen ein. Besonders für die schüchterne Auszubildende Rosina die sie
für sehr talentiert hält.
Als Rosina vom Vorgesetzten schikaniert wird, wirft Linda das Handtuch.
Sie startet als Privatköchin und kommt mit einem wunderbaren Mann zusammen.
Lindas exzellente Kochkünste und ihre liebenswerte Art öffnen die Herzen der Kunden.
Gefühlvoll und mitreißend ist dieser Roman und er erzeugt eine richtig schöne
Wohlfühlatmosphäre, die sich durch das ganze Buch zieht.
Die Autorin hat die Gabe, den Leser so richtig in den Roman einzubinden.
Dazu trägt auch die fließende Schreibweise bei.
Die wunderbare Beschreibung der Kulisse von Lübeck in der Vorweihnachtszeit
gibt dem Leser das Gefühl, direkt vor Ort zu sein.
Auch die Charaktere sind liebevoll gezeichnet.
Ich konnte mir alles so richtig bildhaft vorstellen.
Die Mischung aus ernsten Themen und etwas Romantik macht dieses Buch aus.
Locker, leicht, aber doch auch mit ernsteren Tönen.
Ein wunderbares Buch, besonders auch für die Vorweihnachtszeit.

Bewertung vom 16.10.2025
Metzenthin, Melanie

Die Psychoanalytikerin


sehr gut

Hamburg 1920
Vera Albers ist Psychoanalytikerin und hat die Praxis ihres im
Ersten Weltkriegs gefallenen Mannes übernommen.
Die Praxis läuft gut. Sie hat viele Patienten mit den unterschiedlichsten
seelischen Narben, fast alle durch ihre Kriegsvergangenheit.
Als es unter ihnen zu mysteriösen Todesfällen kommt, bittet Kommissar Bender Vera um
Hilfe. Da ein Zusammenhang naheliegend scheint, soll sie tiefer in die
Vergangenheit ihrer Patienten eintauchen....

Der wunderbar flüssige Schreibstil der Autorin nimmt einen geradewegs mit
in eine vergangene Zeit. Die Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs wird gekonnt
in die Geschichte eingewoben.
Es gibt einen tiefen Einblick in die Arbeit der Polizei. Was damals schon alles so möglich war.
Auch die Arbeit der Psychoanalytikerin wird sehr gut wiedergegeben. Überhaupt das Frauenbild der 1920er Jahre.
Der gut gesetzte Spannungsbogen lässt einen durch die Seiten fliegen.
Die damaligen Lebensumstände, die Charaktere und ihre Entwicklungen sind wunderbar beschrieben.
Alle Sorgen und Nöte der Menschen sind atmosphärisch dicht erzählt.
Die Autorin schafft es spielend, Historisches mit dem Erdachten zu verbinden.
Die Figuren sind wunderbar gezeichnet und die seelischen Verwerfungen werden
greifbar.
Alles wird sehr anschaulich und bildhaft beschrieben.
Man hat das Gefühl, direkt vor Ort zu sein.
Ein gelungener Roman mit hohen Spannungsanteilen, zahlreichen Wendungen und immer wieder
überraschend. Bis am Ende die losen Fäden gekonnt verknüpft werden.
Eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 08.10.2025
Osman, Richard

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code / Die Mordclub-Serie Bd.5


sehr gut

Der Donnerstagsmordclub kehrt zum 5. Mal zurück. Lange ging es ruhig zu in der Seniorenresidenz. Elizabeth,Ron und Ibrahim haben mit ihren eigenen Sorgen zu kämpfen Joyce Tochter Johanna will heiraten und während Joyce mit den Vorbereitungen beschäftigt ist, gerät ein Gast in Lebensgefahr. Ein skrupelloser Verbrecher jagt einen geheimnisvollen Code, und plötzlich sind die vier Ermittler wieder mittendrin. Britischer Cozy Crime voller Herz und überraschender Wendungen. Auch der 5. Band dieser wunderbaren Reihe ist wieder ein spannender und wunderbar ausgeklügelter Krimi. Es macht viel Spaß, mit den Bewohnern der Seniorenresidenz diesen Fall zu lösen. Das machen sie wie immer auf eine ganz wunderbare Art. Mit diesem herrlichen Wortwitz und natürlich steht auch in diesem Fall der unbeschreibliche britische Humor im Vordergrund. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas muss man immer wieder schmunzeln oder sogar lachen. Es sind aber auch die leisen und ernsten Töne, die überzeugen. Dazu tragen auch die Charaktere bei. Die sind so herrlich schräg und skurril. Der Schreibstil ist nicht nur fließend, sondern auch sehr detailliert. Dadurch wird alles sehr intensiv und besonders realistisch. Außerdem erhält dieser Krimi sehr viel Lokalkolorit. Die Orte sind sehr anschaulich und bildhaft beschrieben. Man hat das Gefühl, direkt vor Ort zu sein. Ein richtig guter Krimi mit sehr ungewöhnlichen Ermittlern. Im Hintergrund steht immer die Warnung, dass man das Alter nie unterschätzen sollte. Es hat richtig Spaß gemacht, mit diesen Senioren erneut einen Fall zu lösen. Für Neueinsteiger wäre allerdings ein Personenregister sehr hilfreich.

Bewertung vom 01.10.2025
Berenz, Björn

Knäckeblut / Mörderisches Småland Bd.3


weniger gut

Das Cover ist sehr hübsch und verspricht gute Unterhaltung.

Der Prolog fängt auch spannend an.
Nachdem man sich durch sämtliche Charaktere durch gearbeitet
hat, kann man den angenehmen Schreibstil genießen.

Nur kommt leider überhaupt keine Spannung auf.
Zudem gibt es Unstimmigkeiten, die sich durch das ganze Buch
ziehen. Die wirren Ermittlungen lassen kein Mitraten zu.
Es gibt viele lose Fäden, die am Ende aber nicht verknüpft werden.
Die Hauptcharaktere blieben mir fremd, genau wie ihr Verhalten und die daraus
resultierenden Konsequenzen. Außerdem fehlt mir die Spannung.
Zusammenfassend konnte mich das Buch bedauerlicherweise nicht überzeugen.
Ein netter Krimi, von dem ich doch mehr erwartet hätte.

Bewertung vom 15.09.2025
Schieb, Roswitha

Die schönsten Seen in Brandenburg


sehr gut

Als Berlinerin interessiert mich das schöne Umland
natürlich sehr. Es gibt ja so viele Seen, da verliert
man leicht den Überblick für das Wesentliche.

In diesem Buch werden nicht nur die schönsten Seen genannt, sondern auch ihre Besonderheiten.
Jeder See hat ja seinen Ursprung und seine Geschichte.
Die Kapitel sind sehr liebevoll gestaltet.
Es gibt kompakte Anreisehinweise und jeweils
einen Kartenausschnitt als Überblick.
Dazu interessante Tipps über Kultur und Geschichte.
Zu Badestellen, Rad- und Wanderwegen zu nahegelegenen
Sehenswürdigkeiten.
Gespickt mit netten Anekdoten
Dazu wunderschöne Fotos mit viel Wissenswertem.

Fazit: Ein sehr aufschlussreiches Buch über das Brandenburger Seenland.
Handlich und informativ.

Auch für Berliner sehr interessant. Dank dieses Buches habe ich
mein Umland noch bisschen besser kennen und lieben gelernt.
Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.