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Nikola

Bewertungen

Insgesamt 37 Bewertungen
Bewertung vom 19.01.2021
Unendlich
Weber, Helena

Unendlich


ausgezeichnet

Was ist der Preis für die Erinnerung?

Fesselnd, faszinierend, futuristisch.

Die fünf Jugendlichen Emma, Scarlett, Liam, Oliver und Mason erhalten ihre berufliche Einplanung. Es entscheidet sich, wer eine Ausbildung, ein Studium oder den Wehrdienst antreten wird.
An sich nicht ungewöhnliches. Auch, dass das Land nach den Himmelsrichtungen gesellschaftlich unterteilt ist, ist heutzutage denkbar.
Der Unterschied ist jedoch, dass dein Tattoo auf der Haut personalisiert ist, denn du wirst wiedergeboren und deine Seele überdauert.
Der Traum eines so manchen Menschen ist es, sich an seine früheren Leben erinnern zu können, aber auch danach klassifiziert, beruflich eingeordnet zu werden?
Wenn die Veränderung eines Menschen, die Prägung durch Erfahrungen nicht eingeplant ist?
Und was ist, wenn etwas vertuscht wurde?

Den Charakteren konnte ich super folgen.
Ich bin wirklich gespannt, wie es für die fünf weitergehen wird, vor allem nach dem Cliffhanger. An der Stelle warne ich schon einmal. Wer Teil eins anfängt, sollte sich dann auch Band zwei bestellen.

Wie ein roter Faden zieht sich ein gewisses Element, auf das ich natürlich nicht näher eingehen werde ( ;) ), durch das Buch, generell wird deutlich, dass hier an einigen Ecken die Fäden bereits gezogen wurden, wodurch das Cover in der Story verankert ist.

Übrigens müsst ihr nicht kategorischer Dystopieleser sein, um sich in diesem Buch wiederzufinden. Ganz im Gegenteil. Wie bereits anfangs angedeutet, verschwimmt hier eine fiktive, zukunftsorientierte Welt, die immer noch mit der heutigen vergleichbar ist, was manches umso realer erscheinen lässt.
Ein Element, das für mich eine gute Dystopie ausmacht.
Der Autorin ist es dabei gelungen, den Leser zu fesseln und so wie es der Klappentext verspricht ein Abenteuer zu beginnen.

Da ich bereits von Helena Weber rede, möchte ich auch Ihren Schreibstil nicht außer acht lassen.
Ihr kurzer und prägnanter Schreibstil ermöglicht es dem Leser, sich sofort wiederzufinden und erhöht so zusätzlich die Spannung.

Der Spannungsbogen flacht im Buch zwischenzeitlich auch nicht ab. Durch mitunter überraschende Wendungen bleibt sie stets erhalten.
Also selbst wenn ihr das Ende schon vorher lesen solltet, sobald ihr die Seiten davor auch gelesen habt, wird es sich wahrscheinlich anders einordnen lassen. Auch das macht en richtig gutes Buch aus.

Betonen möchte ich auch noch den auktorialen Er-/Sie-Erzähler. Die Figuren kommen so zwar nicht selbst zu Wort, aber der Leser erfährt so auch etwaige Zusätze und weiß weiterhin, wie sich die Figuren fühlen. Das ermöglicht es auch, den fünfen folgen zu können, ohne dauernd die Erzählperspektive wechseln zu müssen.
So zieht auch der Erzähler die Fäden für sie alle.

Etwas Negatives habe ich nicht gefunden, höchstens, dass auch für eine Ewigkeit nicht unendlich sondern endlich ist, aber das haben Bücher so an sich. ;)
Aus diesem Grund freue ich mich schon sehr auf die Fortsetzung und verbleibe mit einer Empfehlung.
Oder um den Spruch auf dem Buchlesezeichen gerecht zu werden:
Ja, ich komme definitiv wieder. ;)

Bewertung vom 19.01.2021
Schwarz und Blau
Manger, Mira

Schwarz und Blau


ausgezeichnet

Schwarz und doch glänzend, ganz ohne Hickhack.

Du suchst Fiktion, angereichert mit guter Recherche und einem tollen Schreibstil? Wie wäre es mit Schwarz und Blau? ;)

Entspannt mit dem Motorrad die Eltern besuchen. Mehr möchte Joan gar nicht. Aber die Elektrik spielt nicht mit und in der nächsten Werkstatt ist dann plötzlich etwas, oder eher gesagt jemand ganz anderes, elektrisierend.
Nick ist charmant und seine grauen Augen wecken etwas in ihr. Blöd nur, dass er Mitglied der Traitors MC, dem berühmt berüchtigten Motorradclub in Hunter's Ridge, ist.

Joan begegnet uns von Anfang an als aufgeschlossene, durch und durch freundliche, schlichtweg sympathische Person. Es hat sehr viel Spaß gemacht, ihre Erzählungen zu verfolgen. Einerseits ist sie recht selbstbewusst, aber auch manchmal recht schüchtern, unsicher, also durch und durch menschlich. :)
Ihre Berufung ist definitiv Veterinärmedizin.
Auch Nick hat seinen ganz eigenen Charme. Er ist ebenso hilfsbereit, hält sich aber gerne einmal bedeckt, braucht seine Privatsphäre, was ihn geheimnisvoll macht.
Selbst die Nebencharaktere ergänzen die Geschichte perfekt, einen Cal hätte ich ungern vermisst.

Was die Geschichte besonders macht, ist ihre Authentizität. Klar wird so manches Klischee bedient, aber es gibt ja auch so einige und alles kann irgendwie zum Klischee werden.
Die Charaktere und somit auch der Handlungsverlauf ist nicht perfekt, so manche Sorgen plagen sie. Schwarz und Blau passt an der Stelle perfekt. So wird auch schon einmal schwarz gesehen, es geht auch in Teilen düsterer zu, oder blauäugig agiert, aber sie nehmen neuen Input auf, überdenken ihn und sich selbst, gelangen so auch zu neuen Erkenntnissen, entwickeln sich weiter.
Zudem haben sie natürlich ihre Ansichten, sind aber auch offen, sich überraschen zu lassen, also nicht zu voreingenommen, sondern ansprechbar.

Generell gibt es in der Story keinen Stillstand, aber auch kein schwarz/ weiß, sondern eben schwarz/ blau, wenn man bedenkt, dass "blau" sich aus dem althochdeutschen blao schimmernd, glänzend ableitet.
Schön war auch, dass sich die Story nicht nur auf die Chemie zwischen Nick und Joan gerichtet war.
So habe ich viel neues über Motorradclubs und auch die Veterinärmedizin erfahren, was ich als Humanistudentin natürlich durchaus interessant fand.
Für mich hat das Buch definitiv einen Mehrwert und ich lese es gerne wieder.

Was soll ich groß zum Schreibstil preisgeben, dass nicht positiv ist?
Ich war sofort in der Story und konnte die Emotionen und Gedanken nachempfinden. Die Playlist hatte ich mir vorher bereits angehört und selten hat ein Buch so gut die Stimmung der Lieder auffangen können.

Wie viele Sterne dieses Buch meiner Meinung nach verdient, sollte logisch sein. Und die fünf sind definitiv blao. :)

Bewertung vom 19.01.2021
Trust me
PEPE, SARA

Trust me


sehr gut

Denn letztlich musst du auch in dich vertrauen, um weiterzukommen und glücklich zu sein.

Ein weiteres Kapitel in der atmosphärischen Trustwelt bietet dem Leser schöne Lesestunden.

Fünf Jahre nach dem Ende von Trust Me ist einiges passiert. Während alle anderen seiner Freunde fürs Studium wegzogen, ist Sam immer noch da. Fünf Jahre, die sich eigentlich schon wie zehn anfühlen.
Inzwischen arbeitet er bei seinem großen Bruder Matt, doch wie es der Zufall so will, verändert sich plötzlich einiges und Sam fragt sich, ob das, was er hat, das ist, was er wirklich will.

Nachdem wir die Clique zwei Jahre an der Schule begleitet haben, geht es nun einen Schritt weiter.
In Band eins, Trust Me, erlebte man, wie sich Sam und Melinda damals aus ihrer Perspektive näherkamen. Nun erlebt man aus Sams Perspektive, wie es weitergeht.
Während des Lesens hatte man anfangs das Gefühl, heimzukehren, da Melinda immer noch Melinda und Sam immer noch Sam geblieben sind, auch wenn sie natürlich gereift sind.
Melinda tritt uns wieder sehr pragmatisch, aber auch liebevoll entgegen. Harte Schale, weicher Kern beschreibt es am besten. Sie ist einfach eine Figur, mit der man sich sehr gut identifizieren kann, sie versteht, selbst, wenn sie nur indirekt zu Wort kommt.
Sam lebt weiterhin in den Tag hinein, musste jedoch seine Interessen erst einmal außen vorlassen, Verantwortung übernehmen. Die Entwicklung, die er gemacht hat, lässt oft aufwerfen, ob wirklich nur fünf, oder sogar schon zehn Jahre vergangen sind.
Besonders gefallen hat mir auch, dass man auch einige der anderen altbekannten Charaktere wiedertrifft, beziehungsweise bei Sams Familie mehr über diese erfährt.

Die Leichtigkeit der ersten beiden Teile ist hier einer gewissen Schwere gewichen, die eine neue Atmosphäre erschafft und so auch das Gefühl der Weiterentwicklung vermittelt, schließlich gilt es nun mehr zu erledigen als nur die Hausaufgaben.
Der ernstere Ton wird aber auch immer einmal wieder aufgelockert, sodass ein schönes Gesamtkonstrukt entsteht.
Der Schreibstil war dabei gewohnt leicht.

Trotz geringer Seitenzahl passiert recht viel in diesem Band, oftmals auch sehr unvorhergesehen.
Einerseits kann sich so nicht beklagen, dass sich etwas in die Länge zog, andererseits hätte ich mir an manchen Stellen mehr Text gewünscht. Erklärungen gibt es sehr viele und reichlich, die sich auch des Öfteren wiederholen, jedoch fehlt mir an der ein oder anderen Stelle die Beschreibung der Gefühlslage. Man weiß zwar, wie die Charaktere fühlen, nichtsdestotrotz wird mir dies manchmal zu schnell abgehandelt, wodurch es etwas sprunghaft wirkt.
So manche Frage, die ich vor dem Lesen hatte, oder sich mir auch während des Lesens stellte, wurde nicht beantwortet, was ich etwas schade finde. Das Ende fand ich jedoch trotzdem sehr gelungen, sodass mich das nur gering stört.
Die ganze Reihe prägt einen Optimismus, der einen immer wieder gerne heimkommen lässt. Klar haben die Figuren auch Selbstzweifel, aber letztlich wird vieles dann doch gut, nur eben anders. Sie geben die Hoffnung nicht auf, weshalb die Reihenbezeichnung Trust (Vertrauen) auch so gut passt. Dieser Optimismus war auch hier zu spüren.

Alles in allem lande ich für diese Fortsetzung bei 4/5 Sternen, da ich mir ein bisschen mehr Seiten und demnach auch eine weniger rasante Fortsetzung gewünscht hätte, sie jedoch so, wie sie ist auf keinen Fall missen möchte.
Aller guten Dinge sind drei, aber diese Reihe hätte definitiv noch mehr Bände verdient. :)

Bewertung vom 19.01.2021
Sinner City
Dark, Kate

Sinner City


ausgezeichnet

Der Krieger, Der Erlöser. Daddys Liebling, die Frau des Königs?

Relativ schnell wird man in diese rasante Geschichte hineingeworfen. Übersetzt man den Reihentitel wird schnell klar, dass hier niemand wirklich unschuldig ist, auch wenn Abby vielleicht nichts Verbrochen hat, ist sie doch, was ihre Vorlieben betrifft, definitiv nicht unverdorben und gerne auch aufbrausend. Sie ist sehr taff und bietet ihrem gegenüber die Stirn, wenn es ihre Autorität untergräbt. Stur ist sie so gewiss auch und vergisst so eventuell auch manchmal, dass die Welt der Sinners nicht nur aus leeren Worten besteht. Sie ist in gewisser Weise ein Normalo, wie die meisten von uns, die nicht im oder mit dem Club aufgewachsen sind und so die ganz eigene Welt der Sinners, wenn überhaupt nur vom Hören-Sagen kennen.

Dabei gebe ich aber zu, dass mir Savior etwas besser gefällt. Und das liegt nicht am Aussehen, sondern am Verhalten, versteht sich. Spaß beiseite, es liegt wirklich am Charakter, zumindest ist das in einer Rezension doch objektiver. ;)

Wie dem auch sei, ist Savior absolut nicht auf den Kopf gefallen. Vielleicht schätzt er Abbys Reaktionen und die anderer nicht immer richtig ein, aber wer tut das schon immer? Nichtsdestotrotz hat er meiner Meinung nach eine sehr gute Eigenwahrnehmung und Selbstreflexion.

Abby ist da doch für mich ein bisschen kratzbürstiger. Ich mag ihre damit verbundene taffe Art allerdings sehr, auch wenn sie doch des Öfteren nicht so taff ist wie sie gerne wäre.

Der Schreibstil ist flüssig und die Kapitel oftmals kurzgehalten, was allerdings keine Hürden bei der Umschreibung der Geschehnisse aufstellt. Kurz und prägnant trifft, was ja auch zur Schnelllebigkeit einer Stadt passt, schließlich geschieht hier ebenso einiges in kurzer Zeit, bittet jedoch genug Spielraum für die Entfaltung der einzelnen Handlungsstränge.

Erwähnen möchte ich hier zudem, dass es sich um den Auftakt einer mehrbändigen Reihe handelt. So dreht sich hier vieles besonders um die Sinners und die Entwicklungen zwischen Abby und Savior als auch den Sinners und Raiders.
Ach ja, dass ein offenes Ende vorliegt, dass den ein oder anderen schon wahnsinnig gemacht hat, sei auch erwähnt. Laster bieten doch gerne auch einmal einen etwaigen Reiz, der in einer Sündenstadt natürlich auch immer wieder angeregt wird. Suchtpotential ist so ausreichend gegeben.

Letztlich musst aber du selbst entscheiden, ob du diese Sünden brennend verfolgen, oder doch lieber etwas Abstand dazu halten willst. Verbrannt hat man sich in einer solch furiosen Welt auch schneller als gedacht.
Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen durch leichte Abzüge in der A-, oder besser gesagt Abby-Note. ;)

Bewertung vom 03.07.2020
Die Bedingung / One Night Bd.1
Malpas, Jodi Ellen

Die Bedingung / One Night Bd.1


ausgezeichnet

Sinnlich, dramatisch, humor- und temperamentvoll. Genrefans werden diesen Auftakt lieben. Zumindest auf mich trifft dies zu. ;)

Die Bedingung? Scheint bereits anfangs schon schwer zu erfüllen. Ob sich das auch bewahrheiten wird?

Livy, oder auch Olivia, begegnet uns freundlich, herzensgut und etwas bedrückt. Ihre Großmutter führt ein aufregenderes Leben als sie selbst, was deutlich aufzeigt, dass nicht alles in Ordnung ist. Trotz Zuspruch ihrer aufgedrehten, ja fast schon frivolen Großmutter und ihre besten Freundes Gregory, möchte sie daran nichts ändern. Miller zeigt dann jedoch schnell auf, dass sie ein recht gutes Temperament besitzt und sich durchaus von ihren Gefühlen leiten lässt. Mehr aus Selbstschutz als aus charakterlichen Gründen möchte sie rational agieren. Mehr und mehr erfährt man dabei aus welchen Gründen, die man nicht erwartet hätte. Mir hat es viel Freude bereitet, Livy zu begleiten.
Miller ist einfach nur arrogant und kaltherzig. Aber irgendetwas scheint Livy zu besitzen, dass ihn fasziniert. Er scheint auch Gefühle zu lassen zu können, auch wenn er weiterhin recht verschlossen bleibt und man dadurch mit Livy zusammen auch erst nach und nach den wahren Miller kennenlernen kann.

Klar ist auch dieser Band ähnlich wie andere Startbände einer Trilogie dieses Genres aufgebaut. Nichtsdestotrotz gibt es jedoch trotzdem einige Besonderheiten, nicht zuletzt durch neurotische und damit irgendwie auch authentische Charaktere. Das gibt der Geschichte das gewisse Etwas und dem Leser wieder einen neuern Aspekt. Für mich ist es definitiv kein Abklatsch, aber ich bin auch ein Fan des Genres, das relativiert die Meinung auch.
Ich fand die Handlung glaubwürdig, nicht immer wird sofort ja und Amen gesagt. Es ist mehr ein Tauziehen, bei dem beide eigentlich schnell genug haben, aber irgendwie nicht genug bekommen können.
Sicherlich ist diese Geschichte nicht sonderlich tiefgründig, aber sehr emotional und das nicht nur auf leidenschaftliche Szenen bezogen.
Man erlebt, wie Liebe auf den Blick aussehen kann und wie sehr sie alles verändern kann. Plötzlich ist da etwas, dass man vorher nicht vermisst hat, nun aber nicht mehr missen kann.

Der Schreibstil war absolut fesselnd, was bei ungefähr 550 Seiten nicht unbedingt immer leicht ist. Besonders spannend fand ich das Wechselbad der Gefühle. Besonders in der Liebe ist hier schnell ein Umschwung gegeben. Neben den Emotionalitäten, wechselt jedoch auch die Atmosphäre. Von einer angenehmen, sonnigen Stimmung im Café oder am Esstisch, wechselt man in die aufgekratzte bei nervenaufreibenden, klatschartigen Gesprächen unter Freunden, hin zur traurigen durch die Enttäuschung durch den Geliebten, oder auch zur sinnlichen. ;)
Wenn man überlegt, dass gerade letztere Part ziemlich häufig vorkommt und beide Charaktere nicht unbedingt viel voneinander zu wissen scheinen, nimmt man ihnen ab, was sie empfinden und auch wie schnell, wie stark.
So wirkt es nicht wie ein stumpfsinniger Porno, sondern wie eine prickelnde, dramatische Liebesgeschichte. Denn das kommt hier ebenso nicht zu kurz, lässt einen dabei jedoch nicht mit den Augenrollen, sondern vielmehr mitfiebern.

Das Ende von Band eins hat mich recht sprachlos zurückgelassen und kam irgendwie unerwartet, auch wenn man gesehen hat, dass es sich dem Ende neigt.
Ich für meinen Teil bin bisher sehr angetan von der für mich recht eigenständigen Geschichte und freue mich sehr auf Band zwei. Mir reicht die Bedingung nicht, ich möchte nun gerne das Geheimnis erfahren.
5/5 für diese berauschende Geschichte.

Bewertung vom 03.07.2020
True Love
Clark, Kitty

True Love


ausgezeichnet

Lockerleicht, berührend, strahlend. Eine regelrechte Feel-Good-Story mit Eigenheiten, die nicht jeder mag.

Süß wie Kirschtee. Jeder braucht einen Mantovana, aber vorher eine Geschichte mit jenem.

Erstmals bin ich auf der Instagramseite der Coverdesignerin auf das Buch aufmerksam geworden. Das Cover strahlte regelrecht und wärmte so das Herz, ließ auf eine solche Geschichte schlussfolgern.
Amy mag anfangs vielleicht etwas unsympathisch erscheinen. Auch wenn ich ihre anfänglichen Aktionen nicht unbedingt gutheißen, war sie mir dennoch nicht unsympathisch. Vielmehr hatte sie sprichwörtlich ihre rosarote Brille auf, wirkte in Teilen eher immer noch fünfzehn als fünfundzwanzig. Ihre regelrechte Besessenheit nach ihrer im Kindsalter erträumten Traumhochzeit, stellte vieles andere in den Hintergrund. So agiert sie sehr naiv und manchem gegenüber auch recht grob. Lorenzos Aktion half ihr dabei, das selbst zu erkennen und man erlebt eine Entwicklung, die manchem vielleicht zu schnell geht, mir jedoch vollkommen angemessen erschien. Bereits in ihren naiven Anfängen lässt sie durchblicken, dass sie keinesfalls dumm ist und ihr Handeln sehr wohl einzuschätzen weiß. Allerdings ignoriert sie das, sodass sie nicht sie selbst ist, es regelrecht verlernt hat, ihren Interessen zu folgen. Plötzlich ist da eine intelligente, recht gefasste, manchmal sogar bescheidene Frau, die eigentlich einfach nur ein viel zu großes Herz, mit einer viel zu großen Narbe in sich trägt und die auch ordentlich Temperament besitzen kann. Dabei geht sie ihren eigenen Weg, wird unabhängig und so auch vielleicht glücklich.
Lorenzo war für mich ein typischer italienischer Gigolo. Zunehmend fand ich seine Aktionen einfach nur noch amüsant und Amys Reaktionen dazu erst. Er ist kein nachhaltiger Antagonist, aber auf jeden Fall eine schlechte Altlast.
Aiden, ach ja, Aiden. Stets zur Stelle, liebevoll, verständnisvoll, aber auch geheimnisvoll. Seine Auftritte gefielen mir sehr und seine Affinität für Kuchen erst. Die entstehende Liebesgeschichte war zuckersüß, das A-Team habe ich schon gesehen, aber vielleicht kommt ja doch alles anders? ;)
Die Handlung war für mich in sich stimmig, gewiss sprunghaft, aber das ist auch das, was Amy ausmacht. Klar ist sie recht klischeebehaftet und einiges eher weniger realistisch, aber darum geht es in dieser Geschichte auch nicht. Für mich ist es ein Feel-Good-Roman, der das Herz erwärmt. Klar, gibt es auch Drama, aber die Charaktere sind oftmals sehr positiv gesinnt und das gefällt mir, denn neben den sehr tiefgründigen Geschichten, braucht es auch leichtere, die eine andere Ecke des Herzens berühren, erwärmen.
Neben der Liebe, auch der zu sich selbst, ist auch die Freundschaft ein tragender Teil der Geschichte. Eventuell mag das zu Beginn anders erscheinen, doch letztlich zeigt dieses Buch, dass man seine Freunde und/oder die Familie braucht und nicht vernachlässigen sollte. Sie ist da und hilft, wenn man allein nicht weiterkommen würde. Ohne Freunde kann das Leben sehr trist sein, das sollte man nicht vergessen. Eine echte Freundschaft übersteht auch längere Trennung, es wird sich wie heimkehren anfühlen.

Der Schreibstil macht das alles erst möglich. Er ist leicht und bedacht. Kapitel flog nur so an Kapitel vorbei und manchmal musste man sich regelrecht bremsen, um das Gelesene erst einmal zu verarbeiten, bevor es weitergeht. Langweilig war es keineswegs und auch sehr verständlich. Wie sonst kann man einen Charakter verstehen, der vollkommen anders agiert als man selbst. Ein gewisser Humor war so auch immer wieder gegeben. Vielleicht kein schwarzer, aber das würde auch nicht zur strahlenden Amy und Geschichte passen.

Bei dieser Zusammenfassung ist klar, worauf es hinausläuft, oder? ;)
5/5 für die wahre Liebe und Selbsterkenntnis.

Bewertung vom 24.06.2020
Angels deserve to die
Mon, Mika D.

Angels deserve to die


ausgezeichnet

Deeper. Darker. DMon. Das Autorenduo macht diesem Slogan alle Ehre. Lies es nicht, wenn du Dark Romance abgeneigt bist.

Der Leser wird direkt in eine Szene hineingeworfen, die aufzeigt, dass hier ganz und gar nichts niedlich werden wird, bevor wir am Anfang beginnen.
So war gleich eine Spannung da, eine Stimmung entstand, die man für dieses Buch auch braucht.
Anna ist zutiefst gebrochen, man leidet mit ihr und dies hemmungslos. Dass Vice, der so kaltherzig anderen gegenüber ist, sich um sie kümmern zu beginnt, ihr auch hilft, weiterzumachen, egal, wie verkorkst seine Hilfe zu sein scheint, ist dabei ein Lichtblick.
Beide führen uns in ihre Welt ein und nehmen uns mit auf ihren Weg. Anna ist dabei ein absoluter Engel, verständlich, dass Vice sie als diesen betrachtet. Sie hat so ein großes Herz, auch an Punkten, bei denen man eigentlich nicht mehr könnte. Dabei beweist sie, wie stark sie eigentlich ist, auch wenn es selbstverständlich nicht spurlos an ihr vorbeigeht.
Wie nah Liebe und Hass beieinander liegen demonstriert sie nur zu gut und immer wieder lässt sie Gedanken zu, die man vorher vielleicht nicht gehabt, beziehungsweise nicht nachvollzogen hätte.
Vice entpuppt sich als zweischneidige Person. Ohne Anna kennt er keine Emotionen, erfreut sich an den grausamsten Dingen, bei Anna jedoch tritt er völlig anders auf, was ihn selbst überrascht. Er ist wahrlich vernarrt in sie und würde alles für sie tun, wirklich alles.
Vice ist ein Soziopath durch und durch. Irgendwie stehen einem beim Lesen die Nackenhaare zu Berge, wenn man seine Kapitel liest, oder auch sein Verhalten in den anderen, aber irgendwie mag man ihn auch sehr. Er ist angsteinflößend und gleichzeitig versteht man, dass Anna ihn in ihr Herz schließt.

Zwei geschundene Seelen finden hier ihr Gegenstück und den Leser erwartete eine Geschichte, die anders ist als andere. Ich habe zwar im Vorfeld schon gehört, dass die Geschichten dieser Autoren etwas besonderes sind, es dann aber wirklich zu lesen, etwas völlig anderes.
Die Geschichte und auch Charaktere sind unberechenbar und doch machen sie einem oftmals verständlich, warum sie so agieren, auch wenn man es nicht immer gutheißt.
Ich war oftmals an dem Punkt, an dem ich mich fragte, wo es noch hinführen soll. Anna und Vice haben mich hierbei jedoch nicht enttäuscht. Es kommt vielleicht anders als erwartet, aber in dem Fall war die Erwartung im Nachhinein auch unpassend.

Es wird unglaublich emotional und zwar in vielerlei Hinsicht. Und es ist definitiv anders. So ist manches in der Geschichte auch süß und romantisch, aber eben auf die Anna-und-Vice-Art. Für manche mag das unverständlich sein, für andere, wie auch mich ist es irgendwie auch eine Horizonterweiterung. An dem Punkt bin ich sehr froh, dieses Buch in einer Leserunde mit den Autoren gelesen zu haben.
Klar geht es in diesem Buch um menschliche Abgründe und zwar auch auf sehr derbe Weise. Sehr schockierend und vor allem auch sehr bildlich erlebt man die Geschichte der beiden.
Manchmal fragt man sich, ob einem das nicht sogar zu viel wird, so detailliert und brutal geht es hier zu.
Andererseits ist der Schreibstil absolut fesselnd und verlangt den Leser mitzudenken, genauestens zu lesen und so auch vieles, was zwischen den Zeilen steht zu finden, denn es ist alles sehr durchdacht und nicht nur oberflächlich. Das fängt schon bei der Liederwahl an, hört hier jedoch noch längst nicht auf.

Lest es, aber nur, wenn ihr die Triggerwarnung auch ernst nehmt. Dieses Buch wühlt auf, es schmerzt, es lässt einen so einiges Hinterfragen, liefert aber auch Lichtblicke. Es ist eine Tortur, bereut habe ich sie jedoch zu keinem Zeitpunkt.
Dieses Buch hält, was andere in diesem Genre nur Versprechen und erfüllt sogleich deren Versprechungen mit. Es ist viel, für manchen vielleicht auch zu viel.
Ich habe es geliebt, liebe es noch und werde die beiden nicht vergessen.

Angels deserve to die. Der Titel sagt schon alles, aber gilt das auch für gefallene En

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.06.2020
Scherben spiegeln das Licht
Hirschlehner, Nina

Scherben spiegeln das Licht


sehr gut

Anders als erwartet und dabei umso berührender.
„Wenn alles um dich herum zerbricht, denk daran: Scherben spiegeln das Licht.“

April lebt in Boston. Ihre beste Freundin Bean bedeutet ihr alles, denn ohne sie gäbe es da wohl niemanden, der sich wirklich für sie zu interessieren scheint.
So ist es nicht verwunderlich, dass das Geburtagsgeschenk ihrer Eltern die Information über ihre Adoption ist.
Plötzlich stehen April alle Türen offen, vielleicht gibt es da draußen ihre Familie, die sie liebt, wie sie ist und nicht als Plage betrachtet.
In New York erhofft sie sich Neuigkeiten zu erfahren und begegnet dabei neuen Personen und eventuell auch ein bisschen mehr sich selbst.

Von Anfang an wird deutlich, dass Aprils Leben alles andere als einfach ist, umso mehr versteht man, dass sie sich danach sehnt, entfliehen zu können. New York, die Stadt der Träume, erscheint dabei wie geschaffen. So mancher Traum geht dabei in Erfüllung, aber auch so einiges anderes.
Es läuft eigentlich nichts nach Plan.
Vielmehr muss sie darum bangen, von Tag zu Tag leben zu können. Hilfe gibt es zwar, doch wird irgendwie alles eher komplizierter als leichter.

April ist ein sechzehnjähriges Mädchen, das des Öfteren etwas unbedacht agiert und sich von ihren Gefühlen leiten lässt. Aber wer kann ihr das verübeln? Neben der Suche hat April auch einige andere Dinge, wie auch Selbstzweifel, im Gepäck. Dabei erkennt man nicht immer, was wichtig und unwichtig erscheint. Jeder macht Fehler und so macht auch April welche. Sie ist ehrlich und direkt, was mir sehr gefallen hat. Der Leser erfährt so immer sofort, was in ihr vorgeht und kann mit ihr Mitfühlen.
Man hat das Gefühl, mit April ein bisschen erwachsener zu werden, auch wenn sie schon einiges durchmachen muss, dass man ihr gerne ersparen würde.

Neben April runden die energetische Bean, ihre sich, soweit es ihr eben möglich ist, um sie kümmernde Tante Ferra und der hilfsbereite Eli die Geschichte ab. Als dann auch durch Zufall Chase, dem sie immer wieder ungeplant begegnet, und sein jüngerer Bruder Sam dazustoßen, entpuppt sich manches als bloßer Schein.

Die Geschichte lebt von Wendungen, manches kann man eventuell erahnen, aber in diesem Alter agiert man mitunter doch etwas naiver, besonders in den Situationen, in denen sich April manchmal befindet, was sie jedoch oft auch selbst feststellt und wieder hervorhebt, dass sie kein naives Dummchen ist. Vielleicht manchmal eher etwas verzweifelt.
Aufgrund der Wendungen findet sich der Leser zusammen mit April immer wieder in neuen Konstellationen wieder und so ist die Geschichte auch nicht wirklich vorhersehbar, was sie umso spannender macht.

In der Stadt, die niemals schläft und demnach immer hell erstrahlt, kann der Himmel, die Zukunft auch düster sein. Vielleicht ist dieses Leuchten aber auch nur eine Reflektion, was dieses wahnsinnig schöne Cover in der Geschichte verankert.
Wie die Stadt pulsiert, pulsiert auch die Geschichte. Manche Fragen bleiben so auf der Strecke, aber das bringt Schnelllebigkeit eben mit sich. Ein paar mehr Antworten hätte ich mir manchmal jedoch schon noch gewünscht.

Eines ist in dieser Geschichte deutlich geworden. Am Ende des Tunnels kann Licht sein. Vielleicht anders als erwartet, aber deshalb nicht unbedingt schlechter.
Über einen langen Weg mit zahlreichen Facetten an Emotionen, Zwiespälten, Freundschaft, Liebe und der Suche nach dem eigenen Glück, versucht April dieses zu finden, vielleicht sogar in sich selbst?
Bis zum Schluss wirst du dich fragen, ob es düster bleibt, oder wieder heller werden kann.

So lande ich bei 4/5 Sternen für diese mit Höhen und Tiefen versetzte Suche nach der Wahrheit, die zum Nachdenken anregt. Bist du bereit, diesen Weg mit April zu gehen, auch wenn er nicht immer einfach wird?

Bewertung vom 09.06.2020
Wenn Schmetterlinge fliegen lernen
Töpfner, Astrid

Wenn Schmetterlinge fliegen lernen


ausgezeichnet

Traust du dich die Flügel auszubreiten und dich dem zu stellen, das noch kommen mag?

Wenn nicht nur Schmetterlinge sondern auch die Protagonistin beginnt mutig zu sein und die Autorin dir diesen Weg gekonnt zu schildern weiß, erhältst du ein außergewöhnliches Buch.

Olivia wirkt von Anfang an etwas unnahbar und verdeutlicht bereits auf den ersten Seiten, dass sie ein schweres Päckchen zu tragen hat. Ihr Verhältnis zu anderen Menschen ist schwierig. Lediglich mit Tom und irgendwie auch André Edelmann scheint sie auskommen zu können und ersterer hilft ihr dabei, aufzutauen.
Es hat wirklich Spaß gemacht, Olivia zu begleiten, denn neben ihrer Trauer, ihrer ungewissen Vergangenheit und den für sie oft unangenehmen Situationen wirkt sie keineswegs weinerlich, sondern eher verschlossen, zutiefst verletzt. Auch ihre sich anbahnenden Gefühle zu Tom entdeckt sie auf ganz eigene Weise.
Ihre Großmutter wirkt auf den Leser sehr unsympathisch, was einen Olivia nur noch mehr verstehen lässt.
So manchmal fragt man sich, wohin diese Geschichte noch führen wird, was passieren soll. Erst so nach und nach entdeckt man, was wirklich los ist und das manches eben doch anders ist als gedacht.
Ein-zwei schrullige Charaktere, wie beispielsweise Toms Schwester, und auch die Großmutter, die im Laufe der Geschichte anders wahrgenommen werden kann und deren Erkrankung auf bedachte und sehr nachvollziehbare Weise geschildert wird, gehören dazu.
Viele Fragezeichen werden so am Ende des Buches ausradiert werden können und ein Ende entsteht, mit dem man so nicht rechnet.
Der Klappentext führt mehrere Ereignisse und so erlebt der Leser immer wieder neues zu den verschiedenen Handlungssträngen, nur um am Ende einen, den einzig wahren, verfolgen zu können.

Die Autorin liefert dies alles mit einem atmosphärischen Schreibstil, der eine ganz eigene Stimmung entstehen lässt. Romantik, Spannung, Drama, aber auch Witz vereinen sich und beflügeln diese Geschichte. Da liegt es nur noch an Olivia, diese Flügel auch auszubreiten.

Olivias Entwicklung war etwas ganz besonderes für mich, wie der Schmetterling auch.
Für diese vielschichtige Geschichte vergebe ich so nichts anderes als 5/5 Sternen, oder gar Schmetterlingen? ;)