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Benutzername: Nikola
Danksagungen: 5 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 22 Bewertungen
Bewertung vom 08.08.2019
Gypsy Cove: Liebe mich, wenn du dich traust (eBook, ePUB)
Morgan, Rhenna

Gypsy Cove: Liebe mich, wenn du dich traust (eBook, ePUB)


gut

Gut gedacht ist eben manchmal nur gedacht und nicht gemacht. Mir ist es leider etwas zu klischeebehaftet und oberflächlich.

Wenn aus einer Zigeunerbucht (Gypsy Cove) unerwartet eine Liebesbucht wird.

Janie fährt nach Gypsy Cove in Mexiko, um die abrupte Scheidung ihres Mannes zu verdauen und zu erfahren, wie sie nun weiterleben will.
Dabei begegnet ihr auch Zade. 14 Jahre jünger, aber irgendwie trotzdem attraktiv…

Janie tritt doch als sehr unsichere, aber auch liebenswürdige Person auf, auch wenn ich mit ihr nicht wirklich warm wurde.
Sie sowie auch Zade hingen sich meiner Meinung nach manchmal an Problemen auf, um sie dann urplötzlich über Bord zu werfen oder anderem weniger Wert beizumessen.
Zudem fand ich Zades so bezeichneten „Charme“ nicht unbedingt immer so berauschend, sondern eher arrogant, was ja aber auch irgendwie Sinn der Sache war, bei mir jedoch nicht wirklich ankam.

Die Handlung ist natürlich einigermaßen zu erahnen, bot zwar auch vereinzelte Besonderheiten, die für mich jedoch nicht weiter hervorstachen. In diesem Buch geht es, wie man bei diesem Verlag vielleicht auch erahnen kann, des Öfteren auch um die intimeren Szenen zwischen den Figuren. Allerdings war mir das gerne einmal zu plump, vergleichbar mit den Charakteren. Auch die Handlung an sich finde ich irgendwie sehr klischeehaft und bot nicht unbedingt Alleinstellungsmerkmale. Davon abgesehen, ist die Geschichte an sich jedoch nicht schlecht, mir nur einfach irgendwie zu nüchtern geblieben.
Wirkliche Emotionen sind bei mir während des Lesens, abgesehen vom steigenden Genervtsein aufgrund der langsamen oder auch urplötzlichen Entwicklung, so gut wie gar nicht aufgetreten und wirklich interessant war die Thematik für mich in diesem Buch auch nicht umgesetzt. Es ist eben stark an die Klischees gebunden, etwas markantes und einzigartiges fehlte mir leider, obwohl sich die Geschichte zum Ende hin etwas besserte und angenehmer laß.

Den Schreibstil fand ich relativ nüchtern, weckte er beim Lesen eben kaum Emotionen und ließ mich auch die Charaktere nicht unbedingt immer mögen.
Ich weiß nicht, ob es an der Länge des Buches lag, denn auf den 200 Seiten ist mir vieles einfach zu schnell passiert und anderes wurde dann länger erwähnt, nur um anderes in den Hintergrund zu stellen, das dann vielleicht eine ähnlichen Länge bedarft hätte.

Alles in allem möchte ich dem Buch jedoch trotzdem 2,5/5 Sternen geben, denn in gewisser Weise ist es schon lesenswert, ich hatte mir eben nur etwas anderes erhofft und wurde so auch ziemlich enttäuscht. Deswegen ist aber auch nicht gleich das ganze Buch schlecht. Manche Szenen waren auch echt schön, aber häufiger war ich dann doch aufgrund der Vorhersehbarkeit genervt oder gelangweilt. Ich würde dieses Buch wahrscheinlich nicht noch einmal lesen, aber vielleicht seid ihr ja wie viele andere Rezensenten begeistert und könnt mir vielleicht auch dabei helfen, diesem Buch noch etwas mehr abzugewinnen. Lasst es mich dann gerne wissen. :)

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.08.2019
Songs of our past
Crown, Emily

Songs of our past


ausgezeichnet

Emotionen, positiv und negativ, die dich einfach überschwemmen.
Drei Jahre Stille, doch ein „Seil loszulassen kann manchmal befreiender sein, als sich daran festzuhalten.“

Carrie ist nach drei Jahren zurück in Seattle und wie der Zufall es so will begegnet sie in der ersten Bar dem Mann, von dem sie sich vielleicht lieber doch hätte fernhalten sollen. Denn sofort sind die Erinnerungen wieder da und bald stellt sich die Frage, ob sie ihn mit ihrem Weggang zu sehr verletzt hat.

Carrie merkt man von vorneherein an, dass es ihr alles andere als gut geht und auch als Leser fühlt man relativ schnell mit ihr. Zwischen ihren Skizzenbucheinträgen und einzelnen Zeilen der zwölf selbstgeschriebenen Songs der Autorin erzählt Carrie die Geschichte der beiden und lässt dabei sehr deutlich werden, dass es keine überstürzte Sache war, sondern sie eher ein vernünftiges Mädchen ist, dass von der Intensität ihrer Gefühle überrascht wurde. So hat sie auch durchaus immer wieder ihre Zweifel und kann sehr objektiv ihre Situation betrachten und sich vor allem auch in andere hinein fühlen. Carrie bot oftmals Gedanken mit denen ich mich sehr gut identifizieren konnte und verströmte damit ihren ganz eigenen und wiedererkennbaren Charme.
Evan kam recht selten zu Wort, doch auch über Carrie konnte man erfahren, dass er ebenfalls nicht mit solch einer Intensität an Gefühlen für Carrie gerechnet hätte. Er hat Ängste und Sorgen, aber wenn er diese einmal ablegt offenbart sich doch eine Persönlichkeit, die man doch sehr wertschätzt.
Auch Killian, Matt und Lawrence und Mel boten ein phänomenales Leseerlebnis und lassen einen ebenso den zweiten Band herbeisehnen wie Carrie und Evan.

Die Handlung baut sich stetig auf. Vielleicht blickt man erst nach ein paar Seiten durch, wann das Erlebnis in der Vergangenheit oder der Gegenwart spielt, dafür bietet gerade dies auch seinen Charme, da man die Eindrücke der Figuren, gespickt mit den Erinnerungen und Erfahrungen verfolgt und so auch ein bisschen mehr Realität erlebt, wann erleben wir schon eine Situation völlig unbefleckt? Das prägende Element der Kunst, aber auch Glück und Leid stehen hier im Vordergrund, ohne meiner Meinung nach zu viel Dramatik als nötig zu erzeugen.
Und das Buch endet meiner Meinung nach auch wirklich gut, denn es schließt den ersten Teil ab und liefert viel Spielraum für Band zwei, auf den wir uns dann noch bis November gedulden müssen. Und bei diesem Schluss kann man gar nicht anders als unfassbar gespannt sein und den Schluss vielleicht auch als Gemeinheit bezeichnen, aber war er nicht gerade dann wirklich gut? ;)

Und natürlich wäre dieses Leseerlebnis ohne den Schreibstil nicht möglich, der einen eben mitfühlen lässt und nachdenklich stimmt über so manche Handlungen und inwieweit diese denn immer so gut sind, denn eines ist gewiss, kalt lässt einen dieses Buch gewiss nicht. Es bricht dir eher das Herz als gar nichts zu entfachen und auch wenn es komisch klingt bedanke ich mich für dieses Erlebnis, denn es war nichts Geringeres als ein intensives Erlebnis.

So lande ich bei vollen 5/5 Sternen, die eigentlich immer noch zu wenig sind mit
Charakteren, die dir aus der Seele zu sprechen scheinen oder dir das Herz zerreißen. Das Buch zieht dich einfach so schnell in seinen Bann und liefert einem eine emotionale Achterbahnfahrt, die einfach noch nicht zu Ende sein darf.
Deshalb: Lest dieses Buch, nehmt die Fahrt auf, beschwert euch aber hinterher nicht, dass der November noch in viel zu weiter Ferne liegt.

Bewertung vom 30.07.2019
Tick Tock Alice (eBook, ePUB)
Petri, Jennifer

Tick Tock Alice (eBook, ePUB)


sehr gut

Alice im Wunderland der Realität.

Alice ist mit ihrer besten Freundin Emily auf dem Weg zum Altersheim. Dort angekommen verschwindet sie spurlos und soll damit Alice‘ Welt gehörig auf den Kopf stellen, denn nun gibt es da auf einmal Botschaften vom selbsternannten „weißen Kaninchen“, der sie auffordert mit ihrem Stiefbruder Lewis, der mehr in ihr weckt als geschwisterliche Gefühle und der eher weniger gemochten Hannah zusammenzuarbeiten, um Emily zu retten. Doch wie lang wird die Uhr noch ticken, Tick Tock Alice?

Wie der Titel und das sehr schön gestaltete Cover vermuten lassen, handelt es sich bei diesem Werk um eine Adaption von Alice im Wunderland und meines Erachtens ist die Geschichte für Fans wie gemacht.
Es gibt sehr viele Parallelen, aber natürlich auch ein paar Unterschiede. Der größte und auch spannendste ist wahrscheinlich, dass dieses Buch in der ganz normalen wunderlichen Welt spielt. Um mehr zu erfahren, müsst ihr jedoch selbst zum Buch oder E-Reader greifen. ;)

Alice ist am Anfang etwas überfordert und fühlt sich wie im falschen Film, doch weil es um Emily geht, nimmt sie dies hin, um sie retten zu können. Diese Loyalität hat mir sehr gefallen. Lewis und Hannah sind hier natürlich ergänzt, wenn man es mit der Vorlage vergleicht. Lewis war ebenfalls sehr loyal und tat vieles, um Alice zu helfen, ob da nicht doch ein paar mehr Gefühle im Hintergrund lauern? ;)
Aber vor allem Hannah hatte es mir irgendwie angetan. Sie war nach der Nachricht sofort bereit zu helfen, agierte teilweise vielleicht auch etwas waghalsig, war aber auch sehr fürsorglich, verständnisvoll und auch witzig. Es hat mir sehr gefallen, das Trio auf der Suche zu begleiten.
Manchmal verhielten sie sich doch etwas kindlich, also mal ängstlich, planlos, oder auch naiv, vorwiegend, wenn es um die eigenen Gefühle ging, was ich denke einmal gut zu Alice und der Ursprungsgeschichte passt, schließlich sind es ja alles noch Kinder, mir aber nicht ganz so zusagte. Dafür fand ich die Entwicklung so mancher Beziehungen sehr angenehm.

Die Handlung war sehr ansprechend gestaltet. Wirklich bis zuletzt blieb der Leser ohne Antwort, was natürlich die Spannung immer wieder hervorbrachte und man unbedingt weiterlesen wollte.
Klar, kann man im Vorfeld vermuten, wann welche Figur zu Tage tritt, doch da eine realistische Variante der Geschichte vorliegt, war es doch irgendwie ziemlich ungewiss, was als nächstes passiert. Gut war zusätzlich, dass es für Fehler bei der Suche Konsequenzen gab, was einen natürlich auch mit den Figuren bangen lässt.
Auch wenn es doch eher ein Jugendbuch ist, fand ich die Atmosphäre in diesem Buch echt gut und die Handlungsabläufe gipfelten letztlich sehr stimmig im Finale, das den Leser vielleicht noch etwas nachdenklich, aber definitiv zufrieden zurücklässt.

Aber was wäre Atmosphäre ohne den Schreibstil. Auch diesen möchte ich positiv hervorheben, auch wenn die Spannung manchmal etwas nachließ, wenn das weiße Kaninchen nicht handelte, war ich doch oftmals sehr gefesselt und wollte wissen, wie es weitergeht.

So lande ich bei 4/5 Sternen und einer klaren Leseempfehlung für diese sehr interessante Version von „Alice im Wunderland“, die vollkommen etwas für Fans, aber auch andere Leser ist. Die Zeit verrinnt nicht nur für Tick Tock Alice manchmal schneller als gedacht.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.07.2019
Hinterhaus
Werrelmann, Lioba

Hinterhaus


sehr gut

Alles aus im Hinterhaus…
Caro steht vor dem Nichts. Zurück vom Yoga steht sie in einer Wohnung, in der nur noch sieben Kisten mit ihrem hab und Gut vorzufinden sind, den Rest hat Jens mitgenommen, alles bereits von langer Hand geplant, ohne Caro jemals davon in Kenntnis zu setzen.
Bald wird sich die Wohnungsnot schon als ihr geringstes Problem entpuppen, denn auch ihr Job ist bald weg und nebenbei taucht in Mandys Wohnung, in der sie übergangsweise lebt, eine seit mehreren Jahrzehnten vermisste Leiche auf...

Oftmals entwickelt man als Leser eine Sympathie zu den Haupt- und auch Nebenfiguren, doch hier ist dies nicht der Fall, denn jede Figur, egal, ob man sie nun mag oder nicht, hat gewisse Eigenheiten. Lioba Werrelmann hat in ihrem ersten Kriminalroman im wahrsten Sinne des Wortes "kranke", bizarre Charaktere geschaffen, die durch manche Gedanken und Verhaltensweisen sympathisch werden, jedoch trotzdem stets eine gewisse Distanz gewahrt wird, was ja auch sehr zu einem solchen Roman passt. Man versteht die agierenden Charaktere in manchen Punkten, aber eben nicht in allen.

Die Handlung ist gut ausgestaltet, manchmal kam zwar die Frage auf, warum gerade dieser Handlungsstrang mit eingewoben wurde, entstanden teilweise auch leichte Logiklücken, doch an sich war der Leser zum Mitdenken animiert wurden. es stand immer wieder in der Schwebe, wer denn nun der Mörder sein könnte und mit welchem Zweck er dies geworden ist. Ansonsten liegt aber eine Handlung vor, die vor allem beim Vergleich des Beginns und des Endes schöne Bögen spannt, die dem Leser eine runde Geschichte bieten.
Zudem gibt es nicht nur einen, sondern gleich mehrere Erzähler, die sogar unterschiedliche Erzählformen aufweisen, was einen guten Überblick bietet und jeder Figur zugeschnitten zu sein scheint, die selbst zu Wort kommt, beziehungsweise bei dieser Form in den Vordergrund rückt.

Der Schreibstil besticht häufig durch kurze Sätze, was vielleicht abgehackt wird, aber gerade deshalb manchmal diese bedrückende Atmosphäre bietet, in der man sich als Leser nicht unbedingt wohl fühlen kann. So braucht es gerade diese Form, um die Geschichte und Charaktere als Leser absonderlich wahrzunehmen.
Neben diesen kurzen Sätzen liegt auch eine sehr derbe Wortwahl vor, weshalb der Roman auch nichts für zarte Gemüter ist, er kann schon ziemlich triggern, wenn man damit nicht gut klarkommt.

Alles in allem war es für mich ein guter Einstand der Autorin in die Krimisparte, der fast schon als Thriller durchgehen könnte und trotz kleinerer Schwächen eine sehr solide, irgendwie auch erschreckend faszinierende Geschichte bot, sodass ich am Ende bei 4/5 Sternen lande.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.07.2019
Extended trust / EXTENDED Bd.1
Saxx, Sarah

Extended trust / EXTENDED Bd.1


ausgezeichnet

Süß, sexy, spaßig, sensationell schön. 3 // Nummer 5 bitte!

Charlotte möchte es endlich hinter sich bringen. Seit einem alles verändernden Campingausflug fällt es ihr schwer Männer näher an sie heranzulassen, sodass ihre Beziehungen meist oberflächlich bleiben und früher oder später dem Ende geweiht sind,
Bisher hat sie dies auch nicht allzu sehr gestört, doch so langsam gibt sie ihren Freundinnen recht und versucht deshalb, ihr erstes Mal im Extended zu erleben, indem die Bedürfnisse von Frauen gestillt werden sollen.
Dabei hat es ihr im Vorfeld eigentlich der Barkeeper im anliegenden Club Favor angetan…

Charlotte begegnet uns als sehr schüchterne, zurückhaltende und sehr liebevolle Frau. Sie hat ihren eigenen Charme, fast schon einen mütterlichen, wenn man an den Kakao und die Kekse denkt, der dem Leser eine angenehme Erzählstimme bietet und das Lesen des Buches unter anderem zu einem Genuss machen. An ihr gefällt mir besonders, dass sie nicht so schnell eingeschnappt ist, im Gegenteil sie hat wahrlich ein Herz aus Gold und zeigt Verständnis, was sie nur umso stärker erscheinen lässt. Vertrauen spielt hier wie es der Titel schon andeutet eine tragende Rolle, die man im Alltag doch manchmal aus Angst etwas rar verteilt.
Auch Trenton erweist sich Charlotte gegenüber als wahrer Gentleman, um den man sie doch gerne beneidet. Schön finde ich aber auch, dass er nicht als perfekt dargestellt wird, sondern wie jeder Mensch auch Fehler begeht und was Frauengeschichten betrifft nicht unbedingt die „weißeste Weste“ trägt. Aber gut, etwas anderes wäre für den Gründer des Extendeds auch irgendwie unpassend. ;)
Neben diesen beiden ist aber das restliche Trio in Charlottes Clique und der zutreffende Vergleich mit den Frauen aus Sex and the City sowie Hayley oder Ella durchaus amüsant und sympathisch.

Die Handlung ist ebenfalls sehr gut gestaltet. Beide erleben viele Höhen zusammen, es entwickelt sich eine Beziehung, die ich einfach nur als niedlich umschreiben kann und niemand macht sich vor, nicht auf den anderen zu stehen, was mir sehr gefällt. Es treten realistischer Weise auch vereinzelt Probleme auf, doch dieses nervige On/Off ist glücklicherweise nicht vertreten. Während der Handlung werden meistens Charaktere präsentiert, die sich Erwachsen verhalten können. Neben der Haupthandlung gibt es auch weitere Nebenhandlungen, die den Lesegenuss weiter verstärken und den Leser sehr zufrieden zurücklassen.
All das wäre ohne den Schreibstil der Autorin nicht möglich. Dies war mein erstes Werk der Autorin und ich verstehe nun, warum ihre Bücher sehr beliebt sind. Ich muss einfach diese Reihe weiterverfolgen und mir ihre anderen Bücher durchlesen. Dieses Buch weckt gerade durch den Schreibstil verschiedenste Emotionen, ohne den Leser zu überfordern, sodass auch Wechsel in der Gefühlslage, was auch realistisch ist, verständlich sind. 3

Wer sich eine authentische, schöne, manchmal auch freche und witzige Geschichte gönnen möchte, sollte zu diesem Buch greifen, dem ich die vollen 5 / 5 Sternen gebe.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.06.2019
US - Wie Worte so laut
Delahaye, Ronja

US - Wie Worte so laut


ausgezeichnet

Berührend, tiefgründig, appellierend, gerade durch die Ruhe vor dem Sturm und den Sturm von einer unfassbaren Lautstärke.

Worte. Sie geben den Menschen eine individuelle Stimme, mit der sie sich anderen gegenüber verlautbaren.
Worte. Können dir Dinge offenbaren, die dich verstummen lassen, da sie zu laut sind, zu vereinnahmend und keinen Platz mehr für dich bieten.

Letzteres ist Reyes zu gestoßen, die inzwischen lieber über Zeichensprache kommuniziert, dadurch von vielen Menschen gemieden wird, da sie ja eigentlich sprechen kann und die Menschen nicht interessiert, warum sie das tut, sondern eher stört, das sie es tut.
Reyes hat gelernt damit umzugehen, ist deshalb aber immer noch sehr realistisch und merkt, wann ihr jemand nicht zuhört, obwohl er es vielleicht tun sollte. Sie liebt eben die Stille, da sie in dieser niemandem Rechenschaft schuldig ist.
Auch sonst ist Reyes ein sehr kluges, witziges und auch nettes Mädchen. Ihre Ansichten haben mir oftmals gefallen, vieles weiß sie zu deuten und einzuordnen, vor allem, was ihre Vergangen betrifft.
Hat sie erst einmal vertrauen gefasst, begegnet man einem Mädchen, das man nicht mehr missen möchte.

Fynn ist eine sehr aufmerksame, ruhige, auf andere bedachte Persönlichkeit. Ihm ist ebenfalls nicht wenig Leid erspart geblieben, was ihn nun dazu bringt, anderen Menschen zu helfen, damit diese nicht erst in solche Situationen kommen und in ihre eventuelle Randgruppe abgegrenzt werden. Er besitzt bereits eine Weltsicht, die mich mehrmals nachdenklich zurückließ und auch weiterhin beschäftigt.
Auch die anderen Freunde Fynns, Sadie, Harlow und Patrick sind mir mit ihrer offenherzigen Art sehr ans Herz gewachsen.

Die Handlung der Geschichte gleicht einer Welle.
Mal entwickelt sich etwas über einen längeren Zeit und mal brechen Dinge stürmisch auf den Leser ein, sodass es zu einer sehr interessanten Geschichte wird, wie passend, dass auch das Lied "Waves" von Dean Lewis im Werk von Bedeutung ist. ;)

Der Schreibstil ist wohl das Bemerkenswerteste des Werkes, denn gerade dieser lässt die Wellenform entstehen und liefert eine aufwühlende, ergreifende und hinterfragende Geschichte, der den Leser an die Seiten fesselt und nicht mehr loslässt. Selbst nach dem Ende kann ich mich schwer von den Figuren verabschieden, aber vielleicht spielen sie ja in irgendeiner Form noch in den folgenden Bänden eine Rolle. :)

Für mich ist dieses Buch wahrlich ein Meisterwerk und hoffe, dass die Worte der Autorin gerade wegen deren Lautstärke noch von vielen weiteren Lesern wahrgenommen werden.
So verbleibe ich mit nicht weniger als 5 / 5 Sternen und neuen Anregungen. In diesem Sinne, unfassbar großen Dank an die Autorin für dieses Buch.

Bewertung vom 24.05.2019
Suddenly Forbidden / Gray Springs University Bd.1
Fields, Ella

Suddenly Forbidden / Gray Springs University Bd.1


ausgezeichnet

Kurz und knapp: Kauft es euch einfach!

"Wenn es um Spiele ging, die das Herz betrafen, gab es keine wirklichen Gewinner. Es sei denn, man zählte seine Seelenqualen als Siege." (S. 213)

Daisy und Quinn verstehen sich ohne Worte, ergänzen einander seit Kindertagen und kommen seit dem auch nicht mehr voneinander los. Umso mehr schmerzt es beide als ein Ereignis alles verändert.
Doch Daisy gibt nicht auf! Sie hofft darauf, ihn wie versprochen am College anzutreffen, denn einfach so loslassen kann sie ihn nicht. Aber wie sieht es bei Quinn aus?

Dies ist mein erstes Werk der Autorin und wird definitiv nicht mein letztes sein!!
Daisy ist eine wahre Froh- und Künstlernatur, vielleicht auch etwas naiv. Man kann sie wahrlich als niedlich beschreiben, einzig ihr gebrochenes Herz macht ihr sehr zu schaffen, sodass gerade diese Euphorie nicht immer spürbar ist. Das ist jedoch kein Problem, denn egal wie sie sich gerade fühlte, ich konnte mich absolut in sie hineinversetzen, sowohl ihre Angst, Trauer, als auch Hoffnung zu jeder Zeit nachvollziehen. Ihre Naivität würde ich genauso wenig kritisieren, da sie dadurch eigentlich nur noch liebenswerter wird und das Bild, das ich mir von einem Gänseblümchen (Daisy) gemacht habe, sehr genau umschreibt.
Auch Quinn und andere Charaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen, was mich umso gespannter auf die (bisher) anderen beiden Bände zurücklässt.
Quinn ist nämlich Footballspieler, dabei aber in keinster Weise arrogant, sondern versprüht ganz ohne diesen Punkt seinen Charme. Er ist eher gefühlvoll, umsichtig und auch sehr ähnlich. Bei ihm konnte ich Daisys Gefühle ebenfalls nachvollziehen.
Toby und Pippa sorgten immer einmal wieder für Abwechslung, haben jedoch trotzdem auch Probleme, die nicht heruntergespielt werden, was das Buch auch sehr authentisch macht. Nichtsdestotrotz wird man vieles erst in Band zwei erfahren, der dann vordergründig von den beiden handelt.

Die Handlung ist für mich rund. Es gibt Höhen und Tiefen, Witziges und Dramatisches und über allem steht die Frage, wie Daisy und Quinn nur miteinander umgehen sollen, wenn sie sich nacheinander sehnen, aber nicht zusammen sein können. Vorhersehbar fand ich die Geschichte auch nicht. Vielleicht wurde so manches Klischee bedient, klar, doch es gab auch sehr viel prägnantes,  das mich wahrscheinlich auch dazu verleiten wird, das Buch irgendwann erneut zu lesen.

Und nicht zu vergessen: Der Schreibstil ist einfach nur bemerkenswert, obwohl es eine Übersetzung ist, ist trotzdem für mich nichts bemängelbar. Ein malerischer und sogleich unglaublich direkter Schreibstil, der die Emotionen auf den Leser überträgt. So ist auch der Schluss sehr zufriedenstellend, obwohl man natürlich nicht genug von den Figuren bekommen konnte.
Ich hege dabei jedoch die leichte Hoffnung, dass die beiden auch in Band zwei und vielleicht sogar Band drei kurze Auftritte haben werden. ;)

Und so lande ich am Ende vollkommen unerwartet bei 5/5 Sternen, sehr froh, dieses Buch gelesen zu haben und mit einer für euch möglicherweise ansprechenden Bewertung. :)
Falls ihr mir nicht glaubt, lest es trotzdem. ;)

Bewertung vom 10.04.2019
Altern. Sterben. Tod
Müller, Oliver

Altern. Sterben. Tod


ausgezeichnet

VIELES IST VERGÄNGLICH, DOCH GERADE DIESER PUNKT SOLLTE STÄRKER BETRACHTET WERDEN.

Altern. Sterben. Tod. Schlagworte, oftmals sogar Tabuthemen, dabei trifft es früher oder später jeden Menschen.
Sollte man nicht gerade dann über diese Themen informiert sein und somit auch die Furcht davor nehmen? Wie spielt dies alles zusammen und was läuft dabei eigentlich im Körper ab?
Oliver Müller versucht in gerade dies auf sehr interessante und verständliche Weise in seinem Werk.

Figuren gibt es in diesem Werk keine, lediglich der Mensch könnte als solche betrachtet werden.
In mehreren Kapiteln erklärt der Autor die Sachverhalte und Erfahrungen, die man in den Bereichen Altern, Sterben und Tod bisher sammeln konnte, geht dabei auch explizit auf gewisse Krankheiten und im Vorfeld auf das Leben an sich ein. Auch die umstrittenen Nahtoderfahrungen werden dabei thematisiert, sodass sehr vieles zu den Schwerpunkten beleuchtet wird, was den Leser zu einem allumfassenden Wissen verhilft.
Gerade dieser Punkt gefällt mir an diesem Buch sehr gut. Es werden nicht nur einzelne Aspekte beleuchtet, sondern versucht, das große Ganze zu betrachten. Über Definitionen, Beschreibungen und Erklärungen ist alles vorhanden, was das Verständnis der Inhalte natürlich immens fördert.
Fragen, die ich vorher besaß, konnten darüber hinausgehend beantwortet werden.
Teilweise werden beim Leser sogar neue Fragen aufgeworfen, die dann sachlich fundiert geklärt werden.

Mir gefiel gerade der Schreibstil sehr gut, nüchtern sowie prägnant werden die einzelnen Erkenntnisse zum jeweiligen Unterpunkt dargelegt, sodass man nach dem Lesen neue verständliche Erkenntnisse besitzt.
Besonders gut gefällt mir die verwendete Fachsprache, da man dadurch erneut neue Dinge erfuhr und vielleicht sogar andere wissenschaftliche Texte lesen kann. Zudem bin ich immer sehr an neuen Fachbegriffen aus der Medizin interessiert, weshalb dies natürlich grandios ist.

Meist nennt der Autor zu Beginn eine kleine Zusammenfassung, um dies dann mit hochaktuellen Daten und Fakten näher zu betrachten und zu seinem Fazit zu gelangen.
Hervorheben möchte ich dabei auch verwendete Abbildungen, die schematisch, sowie graphisch die Aspekte noch einmal anders beleuchteten und das Gelesene einprägsamer machen. Außerdem werden am Rand des Textes immer einmal wieder wichtige Aussagen bewusst hervorgehoben, die man sowohl zufuhr oder auch nach Lesen dieser Sequenz lesen kann.
Manches mag anfangs vielleicht etwas irritierend klingen, lässt man sich jedoch auf die Erklärungen des Autors ein, ist dies definitiv nicht mehr der Fall.

Es mag zusätzlich vielleicht befremdlich sein, den Menschen unabhängig von der emotionalen Eben zu betrachten und wirklich nur analytisch diesen zu betrachten, doch ich für meinen Teil hatte des Öfteren entsprechende Bilder im Kopf und eben nicht dieses befremdliche Gefühl, was mir unglaublich gut gefällt.
Am Ende des Buches ist meine Angst davor auch weiter gesunken, womit er seinen Plan bei mir in vollem Maße erfüllen konnte, denn schließlich trifft den Tod irgendwann jeden und warum sollte man sich das Leben durch diesen vermiesen. Es ist mehr so, dass in diese große unerschlossene "Blase" Tod langsam Licht ins Dunkle kommt und ich nun verstärkt mehr darüber erfahren möchte.

Deshalb möchte ich nicht anders als 5/5 Sternen vergeben, denn als relativ unwissender Leser gewinnt man durch dieses Buch einen umfassenden Blick, der mir sehr gefällt. Selbstverständlich ist dies nicht unbedingt eine leichte Lektüre, erzeugt bei dem einen oder anderen vielleicht auch Unbehagen, doch lässt man sich einmal darauf ein, kommt man so schnell nicht mehr von diesem Buch und seinem Thema los.

9 von 9 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 01.04.2019
Die Verlobten des Winters / Die Spiegelreisende Bd.1
Dabos, Christelle

Die Verlobten des Winters / Die Spiegelreisende Bd.1


ausgezeichnet

Bis ins kleinste Detail von einer unfassbaren Einzigartigkeit, die seinesgleichen sucht.

In Folge des Beschlusses der Matriarchinnen muss sie auf den kalten Pol ziehen, um Thorn zu heiraten, der nicht wärmer als der Pol zu sein scheint.
Doch Thorn scheint noch das geringste Problem zu sein, denn ihre Schwiegerfamilie, der Drachenklan und die Fähigkeiten der Miragen bieten eine Gefahr und so manches Geheimnis.
Um bestehen zu können, heißt es wachsam zu sein…

Ophelia muss einen Gegenstand nur berühren, um dessen Vergangenheit zu kennen. Hinter diesem brillenbestückten, kleinen, unscheinbaren Mädchen verbirgt sich eine unfassbare Intelligenz, vor der ich nur meinen Hut ziehen kann. Sie ist stets gewissenhaft, lediglich durch ihre Neugier handelt sie manchmal eventuell etwas unbedarft. Ansonsten durchschaut sie vieles sehr gut, bleibt eben wachsam, ohne in die Offensive zu gehen. Sie möchte größere Probleme vermeiden, dabei aber trotzdem nicht ungerecht behandelt werden. Nach und nach wird ihr stiller Protest immer lauter, ich bin gespannt, wo dies noch hinführen wird, denn gerade Ophelias Wachsamkeit ist etwas ganz Besonderes. Anstatt offen zu rebellieren, agiert sie eher im Hintergrund und bringt so einiges in Erfahrung, das ihr sonst vielleicht verborgen geblieben wäre.
Thorn wirkt wie gesagt sehr unterkühlt, zudem ist er noch von drahtiger Gestalt und verbreitet somit ein unheimliches Gefühl. Ophelia und auch anderen Personen gegenüber scheint er nichts empfinden zu können, begegnet ihnen wortkarg, ja fast schon erbost, überhaupt mit ihnen sprechen zu müssen.
Ihre als Anstandsdame mitgereiste Tante Roseline ist ihre einzige Verwandte, zu der sie auf dem Pol noch eine Verbindung hat. Dabei ist diese sehr aufbrausend, oftmals das Gegenteil von Ophelia und verursacht gerade damit des Öfteren neue Spannungen.
Ophelia scheint eher zu resignieren, dabei wird später deutlich, dass nicht immer alles so ist, wie es zu sein scheint.
Aber auch die anderen Figuren sind in ihrer Komposition einzigartig, die Geschichte meidet Klischees, wo es nur geht und besticht gerade deshalb mit einer unfassbaren Spannung.

Die Handlung ist in meinen Augen unvorhersehbar, wie so vieles am Pol. Wäre dies anders, würde man ja auch wieder mit Klischees arbeiten, oder? ;)
Nach und nach entdeckt man immer wieder neue Ecken, verschlungene Beziehungen auf dem Pol und potenzielle Gründe der Ehe der beiden, obwohl Thorn relativ selten ein Teil des Geschehens ist. Vieles ist ungewiss bis auf die Vertrauensfrage. Niemandem kann man trauen, selbst Thorn warnt sie, ihm zu vertrauen. Wo dies noch hinführen wird?

Signifikant ist vor allem der Schreibstil. Er scheint unscheinbar und erfasst gerade dadurch den Leser mit einer atemberaubenden Wucht. Die malerische Liebe fürs Detail lässt einen so manches mal die Gänsehaut auf den Armen spüren und einen vollständig in der Welt abtauchen, man möchte schon zu seinem Wintermantel gegen die Kälte greifen. Auch die Personifikationen geben der Geschichte etwas sehr Besonderes, Schillerndes. Diese Reihe wird mit Harry Potter verglichen, doch diese Reihe habe ich bisher nicht gelesen und fand allein schon die Idee nie so spannend, die Leseproben nie so vereinnehmend.

Dieses Buch zu lesen war nicht einfach nur schön, es war ein richtiges Erlebnis, das einen nachdenklich und sprachlos zugleich zurücklässt, denn auch am Ende ist nicht klar, wer Freund, wer Feind ist und auch die Absichten bleiben stets undurchsichtig. Während des Lesens erlebt man außerdem manchmal altertümlichere Begriffe, die dem ganzen eine neue Tragweite geben.
Ich kann nicht anders als dieser Geschichte die vollen 5 / 5 Sternen zu geben.
Nichts spricht dagegen diese Reihe zu beginnen, denn man würde nur so viel missen. Auch nach einer gewissen Zeit, vermag ich es immer noch nicht richtig in Worte zu fassen, wie sehr einen diese Geschichte auf besondere Weise fesselt, gefangen nimmt.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.