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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Testsphaere
Wohnort: München
Über mich: Bekennende Lesesüchtige


Bewertungen

Insgesamt 19 Bewertungen
12
Bewertung vom 14.10.2018
Per sempre - In ewiger Liebe
Talisker, Lucy M.

Per sempre - In ewiger Liebe


weniger gut

Leider hält die Geschichte nicht das was Klappentext und Cover versprechen. Alessia bleibt insgesamt zu blaß und die Geschichte erinnert einfach nur an 50 Shades of Grey: unbedarftes Mädchen, diesmal aus der deutschen Provinz, mit wenig sexueller Erfahrung, trifft auf geheimnisvollen Mann, der sie in die Welt von BDSM einführt. Zuvor hat sie noch ein Verhältnis mit dessen Brudern, der sich vom charmanten Italiener zum ätzenden Machotypen verwandelt um zumindest etwas glaubhaft, dann das entflammte Interesse für den anderen Bruder zu begründen.
Der Wechsel hier ging mir einfach zu schnell und nicht glaubhaft dargestellt. Auch war mir dann insgesamt die Darstellung der Sexszenen irgendwann zu "technisch" und nicht wirklich erregend.
Dazu kommt noch die Schlußszene, die mir einfach zu übertrieben vorkam.
Fazit:
Leider nicht wirklich überzeugend, mich ärgert an solchen Geschichten immer, dass die Frau die passive Rolle übernehmen muss, bzw. dass es letzendlich immer nur darum geht, dass der Mann seine sexuellen Fantasien auslebt. Auch hier stand irgendwo relativ am Ende des Romans, dass Alessia froh ist, dass Luca seine sexuellen Fantasien mit ihr auszuleben kann. Wieso entdeckt sie nicht erstmal ihre sexuelle Fantasien? Wieso kann sie nicht froh sein ihre Vorlieben auszuleben? Ja, vielleicht ist es genau das was sie sich immer gewünscht hat, aber dafür fehlen einfach die Hinweise, dass es das ist, was sie sich wünscht, so dass mir dann insgesamt hier etwas fehlt.

Bewertung vom 14.10.2018
Nebenan funkeln die Sterne
Adams, Lilly

Nebenan funkeln die Sterne


gut

#EsFunkeltAberLeiderNichtDurchgängig

Zum Inhalt:
Emma lebt als Webdesignerin in London, einer der wahrscheinlich aufregendsten Städten der Welt. Glaubt man ihrem Instagram Profil genießt sie auch die Vorzüge der Stadt in vollen Zügen: ein hipper Freund, aufregende Parties, tolle Freunde. Doch tatsächlich sieht die Wahrheit anders aus: das virtuelle Leben ist nur Schein, denn ein Ereignis aus der jüngsten Vergangenheit, hat bei Emma eine traumatische Wirkung ausgelöst, so dass sie sich nicht mehr unter Menschen traut, jeglichen Kontakt auf ein Minimum reduziert und ihre Wohnung kaum verlässt.
Aber alles ändert sich als Nathan, in der Wohnung gegenüber einzieht und sie sich öfter auf der gemeinsam geteilten Terrasse treffen. So langsam gelingt es ihm ihre Panzer zu durchdringen. Doch auch Nathan kämpft mit seinen eingenen Dämonen, so dass Emma ihm nicht ganz vertrauen kann ... oder vielleicht doch?
Das Cover:
Ist wirklich zauberhaft gestaltet, die funkelnden Leuchten der Lichterkette, die den Eindruck kleiner Sterne widergeben sollen, dazu der Titel des Buches, der zwischen die aufgespannte Lichterkette rankt, finde ich wirklich gelungen und ist auf jeden Fall ein Hingucker.
Meine Meinung:
Der Schreibstil ist sehr überzeugend, die Idee die Kapitelüberschrift mit Hashtags zu kennzeichnen finde ich toll und passt gut zu diesem Roman, der nicht nur ein Liebesroman ist, sondern auch den teilweise bestehenden Widerspruch zwischen dem schönen Schein der virtuellen Welt und der Wirklichkeit, die eben oft ganz anders ist.
Gut gefällt mir auch, dass wir nach und nach erfahren, was Emma dazu bewogen hat, diese selbstgewählte Isolation zu wählen. Die Geschichte entwickelt sich gut, man kann förmlich spüren, wie sich Emma nach und nach ihrer Umwelt öffnet und immer mehr wagt.
Auch Nathans Vergangenheit wird beleuchtet und fügt sich gut in die Geschichte ein. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, wobei ich allerdings sagen muss, dass mich Emma nicht ganz überzeugt hat.
Das Ereignis, das zu einem derartigen Rückzug führt, mag dramatisch gewesen sein, aber letzendlich ist es ja nicht so schlimm ausgegangen, wie Emma befürchtete und das Missverständnis wäre ja eigentlich mit einem Satz aufgeklärt worden. Da ist mir die Reaktion zu melodramatisch und etwas unglaubwürdig.
Nathan dagegen punktet absolut, hier finde ich die Geschichte um seine Vergangenheit auch durchdachter und wesentlich glaubwürdiger.
Fazit:
"Nebenan funkeln die Sterne" ist ein schöner Liebesroman, der auch eine Botschaft mit sich bringt. Stilistisch punktet der Roman bei mir voll, leider ist für mich einer der Hauptcharaktere nicht ganz überzeugend, so dass es zum Punktabzug kommt. Auch wird mir das Thema soziale Medien zu einseitig und plakativ behandelt, nicht alles was dort dargestellt wird, ist zwangsläufig eine Lüge. Als Mittel und Kontrast zum Rückzug Emmas aus der "echten Welt" ist es zwar gut dargestellt, aber insgesamt zu wenig ausgeleuchtet.

Bewertung vom 06.10.2018
Der Klang eines Augenblicks
Dakota, Kate

Der Klang eines Augenblicks


sehr gut

Wie ein Kurzurlaub in Irland
Zum Inhalt:
Britt reist kurz nach dem Tod ihrer Mutter nach Irland, dem Land, in dem sie als neunjährige ihren Vater hat sterben sehen. Das Geheimnis um dessen Tod hat sie nie losgelassen und sie will sich auf Spurensuche machen. Ein Tagebucheintrag über das berühmte Book of Kells ist ihre einzige Spur. Während sie das Geheimnis aufdecken will, trifft sie auf Declan, der nicht nur Kunsthistoriker ist, sondern auch umwerfend gut aussieht und ihr auf ihrer Suche helfen will. Doch auch ihn umgibt ein Geheimnis, dessen Entdeckung Britt an der Liebe zweifeln lassen.
Das Cover:
Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut, die felsige Küste mit dem Blick auf die Bucht, dazu der kleine Leuchtturm im Hintergrund. Ich finde es insgesamt stimmig und passend für einen Irland Roman.
Meine Meinung:
Die Geschichte ist schön aufgebaut, man hat Zeit die Hauptakteure und ihre Eigenschaften kennenzulernen und mit ihnen vertraut zu werden. Die Aufdeckung des Geheimnisses um den Tod von Britts Vater zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman und die Geschichte ist gut konstruiert. Die Liebesgeschichte zwischen Britt und Declan fügt sich hier gut ein und man die kann auch diese Entwicklung gut nachverfolgen. Sie ist auch nie kitschig, sondern herzhaft-lebhaft und liebenswert erzählt. Und auch die lustigen Momente kommen nicht zu kurz. Dadurch, dass die Geschichte abwechselnd aus Britts und Declans Sicht erzählt wird und voranschreitet ist das ganze auch wirklich sehr kurzweilig.
Fazit:
Ein wirklich schöner Liebesroman vor der Kulisse Irlands. Die raue Landschaft, aber auch die herzlichen Menschen und die kulturellen Ereignisse spielen fast auch eine Hauptrolle in diesem Buch. Doch auch die Liebesgeschichte kommt nicht zu kurz und ist wirklich schön erzählt (inkl. einem gehörigen Überraschungsmoment, der aber nicht verraten wird). Manchmal hätte ich mir jedoch etwas mehr Tiefe gewünscht, irgendwie hat sich immer alles zu perfekt für alle Beteiligten in Wohlgefallen aufgelöst und auch die Lösung des Geheimnisses um den Tod von Britts Vater war dann etwas arg banal. Aber sonst, für einen gemütlichen Leseabend auf der Couch eine durchaus zu empfehlende Lektüre.

Bewertung vom 28.09.2018
Land im Sturm
Schiewe, Ulf

Land im Sturm


ausgezeichnet

Hier ist die Geschichte der Held
Zum Inhalt:
Ulf Schiewes Epos lässt uns teilhaben an knapp 1000 Jahre Geschichte. 5 exemplarische Ereignisse der deutschen Geschichte werden herausgezogen und wir begleiten die jeweiligen Protagonisten entweder nur episodenhaft oder zuweilen auch über einen längeren Zeitraum. Den Ursprung nimmt die Geschichte mit den Ereignissen um die Schlacht auf dem Lechfeld im Jahre 955. Hier begegnet uns Arnulf, ein junger Schmid aus Tirol, den es aufs Schlachtfeld verschlägt und der dort einen ungarischen Säbel erbeutet, der ebenso wie Arnulfs Nachfahren eine tragende Rolle in diesem Roman spielt. So folgen wir der Reise des Säbels zu den Wenden, begleiten ihn in der Endphase des Dreißigjährigen Krieges und durch die napoleonische Ära bis hin zur Deutschen Revolution von 1848.
Das Cover:
Passt hervorragend, der Reichsapfel in exponierter Stellung mitten auf dem Titelbild. Er liegt auf einer dunkelblauen Karte, der Titel quasi in goldenen Buchstaben eingerahmt. Das alles ergeben ein stimmiges Bild, das absolut passend für einen historischen Roman ist.
Meine Meinung:
Das Buch ist ein wahrer Schmöcker, das spürt man schon wenn man es das erste Mal in den Händen hält. Es ist mehr als nur ein Roman, es ist ein Geschichtsbuch, in dem viele Facetten der deutschen Geschichte angesprochen werden. Dass man es auch als Geschichtsbuch empfindet ist auch Schiewes Erzählstil geschuldet. Er erzählt eher nüchtern und schnörkellos, dabei aber immer fesselnd und mit dem wesentlichen im Blick. Es fehlt dadurch vielleicht manchmal das persönliche Moment, aber letztendlich begleiten wir nicht einen Protagonisten, sondern seine (und auch andere Familien) in den jeweiligen Epochen. Zwischen den einzelnen Epochen liegen manchmal nur wenige Jahrzehnte und manchmal mehrere Jahrhunderte.
Die Familien, die im Vordergrund stehen haben sich verändert, manchmal räumlich, manchmal in ihrer gesellschaftlichen Stellung, manchmal weil sich der Zeitgeist auch verändert, dadurch wird die Familiengeschichte zu einer lebhaft erzählten Geschichtsstunde, der man gern folgt.
Fazit:
Das Buch kann ich uneingeschränkt empfehlen, zwar fehlt es mitunter an der Verbundenheit, die man sonst bei historischen Romanen mit den Protagonisten empfindet, aber hier soll ja nicht der Einzelne im Vordergrund stehen, sondern das historische Ereignis und die Auswirkungen, die es auch über mehrere Jahrhunderte hinweg, auf die Menschen, die davon betroffen sind haben kann.

Bewertung vom 18.09.2018
Die wilde Rose (Historisch, Liebe) (eBook, ePUB)
Cabot, Patricia

Die wilde Rose (Historisch, Liebe) (eBook, ePUB)


gut

um Inhalt: Lord Edward Rawlings lebt zwar das ausschweifende Leben eines englischen Lebemanns, aber die Bürde und Verantwortung eines Herzogs möchte er nicht übernehmen. Da passt es sehr gut, dass da irgendwo - in ärmlichen Verhältnissen lebend - der Sohn seines Bruders ist, der die Herzogswürde übernehmen soll, während Edward seinem Lebensstil weiterfrönen kann. Wäre da nur nicht Pegeen MacDougal, die Tante des Jungen, Jeremy, die entgegen Edwards Erwartungen eben nicht die gemütliche "Gourvernante" in mittleren Alter ist, die er mit etwas Geld und Charme um den Finger wickeln kann. Pegeen entpuppt sich als selbstbewusste junge Frau, deren Anziehungskraft er sich nicht entziehen kann.
Das Cover:
Das Cover passt, mehr kann man eigentlich dazu nicht sagen, es wird dem Genre gerecht, abgebildet ist ein Paar in Umarmung, zum Kuss bereit, das von Rosen umrankt wird.
Meine Meinung:
Der Anfang verspricht durchaus Pfeffer und mal eine andere Herangehensweise. Pegeen stammt nicht - wie oft in solchen Romanen üblich - aus der Adelsschicht und musste mit Jeremy ein ärmliches und teilweise entbehrungsreiche Leben führen. Dazu sieht sie sich als Freigeist, setzt sich für soziale Belange ein und kann Edward durchaus Paroli bieten. Allerdings hält das nur so lange an, bis sie sich einverstanden erklärt, dass Jeremy die Herzogswürde annehmen soll und sie mit ihm nach Rawlings Manor zieht. Danach dreht sich dann alles nur noch um Kleider, die Faszination, die Edward auf sie ausübt und wie sie sich dieser widersetzen soll, es aber nicht kann usw. usw. Auch das könnte witzig sein, allerdings kippt es hier irgendwann, vielleicht weil die beiden zu schnell zu einander finden und die Spannung dann irgendwie raus ist, so dass zu viel um sie herum konstruiert wird.
Fazit:
Ein Buch, das ganz nett für zwischendurch ist, für einen verregneten Sonntag auf der Couch oder ähnliches. Man kann es gut quer lesen, der Schreibstil ist insgesamt in Ordnung wobei ich schon bessere Romane dieses Genres gelesen habe. Die Charaktere und auch die Handlung wirkt nicht ganz zu Ende durchdacht, das sorgt für einige Längen und macht das Buch auch irgendwann etwas langweilig. Auch sind mir die Protagonisten nicht wirklich sympathisch und in ihrer Liebesgeschichte fehlt es mir dann irgendwann an Spannung, Erotik und Anziehungskraft.

Bewertung vom 16.09.2018
Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren
Benjamin, Ali

Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren


ausgezeichnet

Bitte mehr Bücher wie dieses:
Zum Inhalt:
Suzy, 12 Jahre alt, ist ein kleiner Nerd, ein Sonderling - im Klassenverbund ist sie ein Außenseiter und fällt durch ihre unangepasste Art auf. In einer Altersphase, in der sich ihre Klassenkameradinnen schon anfangen für Klamotten, Schminke und Jungs zu begeistern, interessiert sie sich für Naturphänomene und analysiert diese bis ins kleinste Detail.
Lange stört sie die Außenseiter-Rolle nicht, weil sie Franny als Freundin an ihrer Seite hat. Doch Franny will nicht unangepasst sein, sie will dazu gehören und stellt sich gegen Suzy. Für Suzy ist das unbegreiflich, doch bwevor sie das mit Franny klären kann, stirbt diese tragischerweise bei einem Schwimmunfall während der Sommerferien. Da sie sich keine andere Erklärung für diesen tragischen Todesfall vorstellen kann entwickelt Suzy die Theorie, dass ein Quallenstich dafür verantwortlich ist und setzt alles daran, diese Theorie zu untermauern.
Das Cover:
Das Cover ist zauberhaft gestaltet, ein Mädchen, das auf einem Hügel steht und suchend aufs Meer blickt - vielleicht Suzy. Oder doch Franny, gefangen im Meer (da ja im blau des vermeintlichen Himmels Fische schwimmen), ein Quallententalekl in der Hand, quasi als Bestätigung von Suzy Theorie.
Meine Meinung:
Das Buch fesselt von der ersten Seite an, Suzy ist eine Protagonistin, mit der man gleichermaßen mitfühlt und die man beschützt werden wissen will, andererseits führen manche ihrer Ideen zu weit, so dass man (als Erwachsener) nur den Kopf schütteln kann. Während ihrer Suche nach einem geeigneten Quallenexperte, zur Untermauerung ihrer Theorie werden signifikante Themen wie Freundschaft, Mobbing, Tod und Trauer behandelt. Suzy muss und macht auch eine Entwicklung durch, die zeigt, dass man sich nicht anpassen muss um Freunde zu finden, sondern dass oft der besondere Moment entscheidend ist um wieder den einen wichtigen Schritt auf andere Menschen zu zumachen.
Fazit:
Ich wünsche mir mehr Bücher für (junge) Leser wie dieses. Ali Benjamin zeigt in ihrem Debut auf ganz einfühlsame Weise, wie man sich als junger Mensch in dem "altersmäßigen" NIemandsland zwischen Kind und Teenager fühlt. Vor allem wenn man durch seine Einzigartigkeit heraussticht, aber letztendlich zeigt es auch, dass man sich diese Einzigartigkeit bewahren kann und trotzdem Vertrauen, Hoffnung und Freunde finden kann.

Bewertung vom 29.08.2018
Die englische Fotografin
Jefferies, Dinah

Die englische Fotografin


ausgezeichnet

Eliza reist im als Fotografin Jahr 1930 an den indischen Fürstenstaat Juraipur, um dort im Auftrag der britischen Krone, das dortige Fürstenhaus, aber auch Land und Leute zu fotografieren. Als Kind lebte sie bereits einmal mit ihren Eltern in Indien und obwohl ein dramatisches Ereignis damals ihren Aufenthalt dort beendete, hat die Faszination für dieses Land sie nie losgelassen.
Im Palast angekommen begegnet ihr auch ziemlich bald der Bruder des Fürsten Jayant "Jay" Singh, der ihr, zumal er eine englische Ausbildung genossen hat als Begleiter zur Verfügung gestellt hat.
Schon bald merkt Eliza zum einen, das ihr englischer Förderer, Clifford Salter, ihr sowohl private Avancen macht, aber auch versucht die als Spionin am Hof einzusetzen. Zum anderen entwickelt sie trotz diverser verbaler Schlagabtäusche schnell eine Faszination für Jay, die erwidert wird.

Dinah Jeffries entführt uns in ihrem Roman "Die englische Fotografin" an einen farbenprächtigen Schauplatz, dessen Faszination man sich nicht entziehen. Mit Eliza schafft sie eine Protagonistin, die realistisch und authentisch ist und die trotz mancher Intrigen und Widrigkeiten ihren Weg geht. Die aufkeimende Liebe zwischen Eliza und Jay wird wunderschön erzählt und man bangt und hofft, dass die beiden die gesellschaftlichen Zwänge überwinden mögen. Sprachlich überzeugt das Buch durch ein hohes Niveau und setzt sich so von so mancherlei seicht gehaltenen Liebesroman wohltuend ab. Dazu wird der Fokus nicht nur rein auf die Liebesgeschichte gekehrt, sondern auch Land und Leute werden ausführlich beschrieben, ebenso wird das zum Teil arrogante Auftreten der Vertreter der englischen Regierung thematisiert und den Unmut, den sie dabei in der indischen Bevölkerung erzeugen. Auch die Intrigen am Hof sorgen für zusätzlichen Spannung. Mit Eliza schafft Dinah Jeffries eine Protagonistin, die realistisch und authentisch ist und die trotz mancher Intrigen und Widrigkeiten ihren Weg geht. Sie spielt nicht nur eine passive Rolle, sondern entwickelt sich in der Geschichte weiter, so wird sie mit einigen dunklen Kapiteln ihrer Vergangenheit konfrontiert, die sie zusätzlich bewältigen muss. Zunehmend bewertet sie auch die britische Oberherrschaft über das Land kritisch und versucht ihrerseits, gemeinsam mit Jay und dessen Mutter, der Not der Bevölkerung Abhilfe zu verschaffen.

Insgesamt ein historischer Liebesroman, der einfach in allen Belangen überzeugt: authentische Charaktere, eine interessante Epoche und ein wunderschöner Schauplatz, einige unerwartete Wendungen, dazu noch sprachlich und stilistisch nahezu perfekt erzählt, auf jeden Fall volle Punktzahl.

Bewertung vom 10.08.2018
Himmelfahrtskommando / Klara Himmel Bd.2
Moeller, Cathrin

Himmelfahrtskommando / Klara Himmel Bd.2


ausgezeichnet

Auch ohne dievorangehenden zwei Bände zu kennen, fand ich mich direkt in Mordsacker zurecht. Klara, ihr Mann Paul und ihre Tochter Sophie müssen im Rahmen eines Zeugenschutzprogrammes in der beschaulichen mecklenburgischen Provinz untertauchen, die sich dann als gar nicht so beschaulich erweist.
Während ihr Mann und ihre Tochter sich schnell mit den neuen Begebenheiten arrangieren, vermisst Klara ihr Großstadtleben als Schauspielerin in Berlin.
Doch auch wenn häusliche Arbeiten wie Kirschmarmelade einkochen nichts für sie und auch wenn sie mit der neu entdeckten Vorliebe ihres Mannes für die Viehzucht nichts anfangen kann, als ein Mord geschieht fährt sie alle Antennen aus.
Nachdem die ermittelnde Polizeibehörde, sowie das ganze Umfeld den Vorfall zum Selbstmord deklariert, nimmt Klara ihre Ermittlungen auf.
Diese geht sie beherzt an und scheut nicht vor eifersüchtigen Hühnern, Trinkgelagen am Vormittag, einem zu Erpressung neigendem Staatsanwalt, russischen Schlägern okkulten Ritualen und anderen Widrigkeiten zurück.
Das alles wird flott mit viel Sprachwitz erzählt, dazu mit viel liebe zu Detail für das ländliche Lokalkolorit.
Klara ermittelt mit Haut und Haaren und das ist durchaus wörtlich gemeint. Dazu gesellt sich eine illustre Dorfgemeinschaft mit vielen skurrilen Charakteren, die liebevoll gezeichnet, dabei aber nie überzeichnet werden.
Dass man bis zum Schluss, auch was den Mörder betrifft im dunklen tappt ist ein weiterer Pluspunkt, bis zum Ende ermittelt man und rätselt mit Klara mit, bis man dann - quasi in einem Himmelfahrtskommando- dem Mörder zusammen mit Klara gegenüber steht.

Bewertung vom 09.08.2018
Das Glück wartet in Paris (eBook, ePUB)
Grollier, Caroline

Das Glück wartet in Paris (eBook, ePUB)


gut

Antonia auch Toni genannt, lebt und arbeitet schon seit einer geraumen Zeit in Paris. Die Trennung von ihrem Freund nimmt sie zum Anlaß dich auch beruflich anderweitig zu orientieren, was wiederum eine tiefgreifende private Änderung mit sich bringt. Alexandre, Juniorchef eines Feinkosthandels aus Bordeaux hat sich eigentlich geschworen sich nie langfristig zu binden, bis ihm Toni über den Weg läuft und dabei nicht nur sein Hausboot erobert. Das hört sich zunächst nach einer hervorragenden Kulisse für einen sommerlich-leichten Liebesroman an und stellenweise kommt dieses Flair auch durch. Aber insgesamt baut sich die Geschichte zu langsam auf, fokussiert sich zu sehr auf den "beruflichen" Aspekt und konstruiert darum die Liebesgeschichte ohne ihr aber den entsprechenden Raum und Tiefgang zu bieten. Die Protagonisten bleiben blaß und ohne, dass man einen richtigen Bezug zu ihnen aufbauen kann, die weiteren Personen nerven zuweilen, weil die viel zu aufgesetzt wirken. Schriftstellerisch-"handwerklich" fand ich den Roman gut, gefallen hat mir, dass immer abwechselnd aus Sicht von Toni oder Alexandre berichtet wurde, insgesamt ist es auch kurzweilig geschrieben, mit Ausnahme der Dialoge, die einfach zu aufgesetzt waren. Ein Buch das man gut als Sommerlektüre lesen kann, ich denke was das Genre betrifft, gibt es durchaus besseres, jedoch kann man zumindest passagenweise von einem ganz guten Unterhaltungswert sprechen.

Bewertung vom 09.08.2018
Das Gesetz der Eiche
van Houven, Jessica

Das Gesetz der Eiche


gut

Nola nimmt ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften am renommierten Kings College auf. Schon bald wird sie auf einen Geheimbund aufmerksam, ihre Recherchen verstricken sie dann in immer mehr brenzlige Situationen und gemeinsam mit Shane und Bleu erfahren sie so einiges über das Gesetz der Eiche.
Hinter der Idee steckt schon eine Menge "Dan-Brown-würdiges" Potential nd auch das Cover ist auf jeden Fall ein Eyecatcher. Die weit verzweigte Eiche, die über der nächtlichen Silhouette Londons steht ist einfach schön gemacht.
Leider ist die Ausführung und auch die Quintessenz zu schwach, denn das Gesetz der Eiche besagt dann einfach nur, dass ein verdorbener Ast entfernt werden muss und das ist mir als Geschichte zu schwach. Ich hatte mir eine Geschichte gewünscht oder vorgestellt , die weit zurück in die Londoner Vergangenheit reicht, in der ein Geheimbund die Geschicke der Stadt beeinflusst. Heraus kommt aber ein Roman, der die Entstehungszeit des Geheimbundes und auch der konkurrierenden Bünde im 19. Jahrhundert ansiedelt, und es lediglich um den eigenen wirtschaftlichen Vorteil geht. Klar Geld ist natürlich Macht, aber mir bleiben die Ausführungen zu der Entstehungszeit der Bünde zu schwach (z.B. fortschreitende Industrialisierung, neue Entdeckungen, wissenschaftlicher Fortschritt) und auch darüber wie die Bpnde heute funktionieren, erfährt man sehr wenig.
Dazu kommt, dass ich Nola als Protagonistin nicht sehr glaubhaft finde, zwar gibt es einen persönlichen Bezug zum Geheimbund"Sword&Eagle", über den man sehr spät etwas erfährt, aber ansonsten gibt es kein Motiv, keinen Anlass, dass sie in diese Suche treibt.
Erzählerisch und handwerklich ist die Geschichte insgesamt gut, die Dialoge wirken zuweilen etwas hölzern und konstruiert. Inhaltlich finde ich es aus den beschriebenen Gründen eher nur ausreichend, auch mit "Plausibilitätsfehlern", die natürlich zum Teil aufgrund der schriftstellerischen Freiheit in Ordnung sind, aber dann geballt dich aufstoßen, wie z.B. der Showdown am Schluß.
Die Geschichte selber wird zwar abgeschlossen, allerdings lässt das relativ offene Ende auch eine Fortsetzung zu.

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