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Benutzername: Hagazussa
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Bewertungen

Insgesamt 63 Bewertungen
Bewertung vom 10.10.2019
Das letzte Dornröschen / Märchenfluch Bd.1
Siegmann, Claudia

Das letzte Dornröschen / Märchenfluch Bd.1


sehr gut

Märchenhaft trotz einiger Schwächen
Bereits das Cover ist so schön, dass diese Fantasy-Reihe eine Zierde jeden Bücherschranks sein dürfte. Nicht nur der Papiereinband ist wunderhübsch gestaltet, das Buch selbst ist in seiner Unaufdringlichkeit fast noch schöner.
Flora, die Protagonistin, ist ein nettes Mädchen, was die Sympathie des geneigten Lesers erhält. Die Geschichte um Flora liest sich spannend und ist logisch aufgebaut. Man fiebert mit ihr mit und möchte wissen, wie die Geschichte weitergeht. Allerdings macht auch Claudia Siegmann, wie viele andere, den in meinen Augen ziemlich störenden Fehler, Flora in einigen Momenten wie einen großen Trottel darzustellen. Allen Ernstes grübelt Flora bei dem rätselhaften Hinweis auf die 12 und die 13 doch tatsächlich über die 12 Brüder nach. Geht´s noch? Dusseliger könnte sich selbst Grimm´s Dornröschen nicht angestellt haben und die Prinzessinnen bei Grimms Märchen sind wirklich alle durch die Bank hohl. Zum Glück scheint dieser Trick, die Story in die Länge zu ziehen, selbst der Autorin etwas zu peinlich zu sein und sie reitet nicht weiter darauf herum.
Alles in allem ist dieser Jugend-Fantasy-Roman trotz einiger Schwächen sehr beschaulich für einen angenehmen Lesenachmittag.

Bewertung vom 26.09.2019
Wie Frau Krause die DDR erfand
Aehnlich, Kathrin

Wie Frau Krause die DDR erfand


ausgezeichnet

Kathrin Aehnlich führt uns mit ihrem Roman "Wie Frau Krause die DDR erfand" in eine vergessene Welt, die Welt meiner Kindheit. Niemand möchte hören, dass es auch in der DDR zufriedene und glückliche Menschen gab. Und diese Menschen, man mag es kaum glauben, waren keine roten Socken. Es waren ganz normale Leute, wie jedermann, die das Beste aus ihrem Leben gemacht haben, mit dem wenigen glücklich waren und stolz auf das, was sie geleistet haben. Meine Unterstufenlehrerin ist mit der Wende in Vorruhestand gegangen, weil sie sich nicht einreden lassen wollte, dass ihre jahrzehntelange Arbeit, die sie mit Liebe und Hingabe ausführte, schlecht gewesen wäre. Und noch heute denke ich voller Dankbarkeit an diese besondere Lehrerin zurück, die mir die Liebe zu den Worten mitgegeben hat.
Nicht nur die DDR, die ganze Welt ist nicht nur schwarz und weiß. Es gibt so viele Zwischentöne.

Bewertung vom 19.08.2019
Aufbruch in ein neues Leben / Hebammen-Saga Bd.1
Winterberg, Linda

Aufbruch in ein neues Leben / Hebammen-Saga Bd.1


sehr gut

Das Buch "Aufbruch in ein neues Leben" erzählt ein Stück Zeitgeschichte aus der Sicht von 3 jungen Frauen, die aus unterschiedlichen Verhältnissen stammen und sich dazu berufen fühlen, den Beruf der Hebamme zu ergreifen. In einfachen Worten erzählt die Schriftstellerin aus dem Leben von Margot, Luise und Edith, ihren Erlebnissen in der Klinik, mit der Familie sowie Höhen und Tiefen des Alltags in einer schwierigen Zeit. Besonders die damals herrschende Not und das Elend, welches schlussendlich auch die Kinder erleiden mussten, und mit dem die Hauptprotagonistinnen tagtäglich konfrontiert waren, berührt sehr. Dennoch weist das Buch keinen Spannungsbogen im herkömmlichen Sinn auf und fesselt darum nicht in dem Maße, wie ich es mir gewünscht hätte

Bewertung vom 16.05.2019
Bell und Harry
Gardam, Jane

Bell und Harry


sehr gut

Der Roman "Bell und Harry" von Jane Gardam hat meine Aufmerksamkeit bereits durch das wunderschöne Cover gefesselt. Es handelt sich hier um ein kleines Büchlein, was man schnell an einem Nachmittag gelesen hat. Nichtsdestotrotz ist eine eine wunderbar leise Geschichte um das Kennenlernen, Leben und gemeinsam Erwachsen werden von dem Londoner Stadtjungen Harry, der jedes Jahr mit seiner Familie aufs Land fährt und dort den etwas älteren Bell trifft. Bell zeigt Harry seine Welt, was die beiden mitunter auch in sehr gefährliche Situationen bringt. Diese Welt gefällt dem Jungen Harry allerdings so gut, dass er noch als erwachsener Mann zum alten Farmhaus und zur Familie Teesdale fährt. Das Buch erzählt mit Sequenzen aus dem Leben von Harry und Bell über die Familien und ihr Zusammenleben und Zusammenhalten. Ein Buch der leisen Töne.

Bewertung vom 26.04.2019
Running Girl / Garvie Smith Bd.1
Mason, Simon

Running Girl / Garvie Smith Bd.1


ausgezeichnet

Der Kriminalroman "Running Girl" von Simon Mason besticht mit seinem unkonventionellen Protagonisten. Garvie Smith, hochbegabt mit einem fotografischen Gedächtnis ausgestattet und doch eine Plage der Menschheit. Er schreibt nur schlechte Noten, wenn er denn überhaupt in die Schule geht und seine arme Mutter ist recht verzweifelt. Trotz dieser Ecken und Kanten ist Garvie ein recht sympathischer Charakter, eine Art Sherlock Holmes als Teenager. Denn Garvie ermittelt auf eigene Faust im Mordfall Chloe und wie es so ist, wäre der Kommissar Singh ohne ihn echt aufgeschmissen. Die Geschichte lässt sich sehr flüssig lesen und wartet mit einigen unerwarteten Wendungen auf. Man möchte gern mehr von Garvie lesen und ich hoffe auf eine ebenso spannende wie witzige Fortsetzung.

Bewertung vom 11.03.2019
Das kleine Café im Gutshaus
Shackman, Julie

Das kleine Café im Gutshaus


ausgezeichnet

Von hagazussa

Von Zeit zu Zeit braucht Geist und Seele einfach mal eine leichte, einfühlsame Geschichte, ohne großes Drama und erhobenen Zeigefinger. Von Zeit zu Zeit will man einfach nur vom Alltag abschalten und in eine heile Welt abtauchen, an einer Geschichte teilhaben, die nicht die eigene ist, amüsant und unterhaltsam, ohne allzu große Aufregung mit sympathischen Charakteren und witzigen Dialogen. Das kleine Cafe im Gutshaus ist so eine Geschichte. Diese Geschichte birgt keine großen Erkenntnisse, keine Weisheiten und hat auch nicht den Anspruch auf ewig in Erinnerung zu bleiben. Aber diese Geschichte unterhält an Tagen, wo man dem Alltag mal entfliehen will und kein Drama gebrauchen kann. Genau richtig an kalten Tagen mit einem schönen Heißgetränk am Kamin.

Bewertung vom 01.03.2019
Alles, was ich weiß über die Liebe
Alderton, Dolly

Alles, was ich weiß über die Liebe


gut

Das Buch "alles, was ich weiß über ... die liebe" von Dolly Alderton hat mich aufgrund des ungewöhnlichen Covers auf sich aufmerksam gemacht. Ich fand die durchgestrichenen Worte sehr ungewöhnlich. Auch der Klappentext schien einen amüsanten Lese-Spaß zu erwarten. Die Auszeichnung des Werkes mit dem britischen National Book Award bestätigte meinen Eindruck. Doch leider habe ich so gar keinen Zugang zum Buch gefunden. Die Hauptprotagonistin blieb für mich nicht greifbar, obwohl sie viel von sich und ihrem Leben erzählt. Trotz detaillierter Beschreibung diverser Alkoholeskadaden, man erhält den Eindruck, die Hauptfigur war während ihrer gesamten Jugend nur besoffen, und schwer überwindbarem Liebeskummer, einhergehend mit Magersucht, obwohl nicht so richtig klar ist, warum sie den jungen Mann über alles liebte, blieb die Figur für mich flach und nichtssagend. Vielleicht war ich einfach nur die falsche Zielgruppe.

Bewertung vom 05.02.2019
Fünf Tage im Mai
Hager, Elisabeth R.

Fünf Tage im Mai


ausgezeichnet

Bereits das Cover des Buches "Fünf Tage im Mai" von Elisabeth R. Hager ist ungewöhnlich schlicht aber doch nicht unspannend, da so ganz anders als der übliche Mainstream. So ist es auch mit dem Inhalt des Buches. Die Erzählweise ist einfach und wirkt gerade darum sehr authentisch, was einen Großteil der Spannung ausmacht. Illy erzählt uns aus ihrer Sicht von ihrem Urgroßvater, den sie liebevoll Tat´ka nennt. Tat´ka ist ihr sicherer Hafen, Heimat und Zuflucht. Sei es bei der verpassten Kommunion oder später beim Tragen helfen des schweren Schicksals, sich für den Tod eines anderen Menschen verantwortlich zu fühlen. Tat´ka hilft nicht mit vielen Worten, doch er ist immer ein Fels in ihrer Brandung. Bis zum letzten Tag im Mai...

Bewertung vom 11.01.2019
Mörderische Renovierung
Cantero, Edgar

Mörderische Renovierung


sehr gut

Der Roman "Mörderische Renovierung" von Edgar Cantero fesselte mich ob seines ungewöhnlichen Schreibstils. Er nutzt die Form des klassischen Briefromans und gibt durch Einflechtung von der Beschreibung aufgezeichneter Ton- und Videoaufnahmen diesem Romanstil einen modernen Touch. Der Stil eines Briefromans ist clever gewählt, denn er ist per se spannend zu lesen, da er dem Leser das Gefühl vermittelt etwas Verbotenes zu tun, indem er Briefe anderer Empfänger liest. Dazu die Rätsel um Geheimbund und Geister, in Verbindung mit den eingangs erwähnten Ton- und Videoaufnahmen, erinnert an Formate wie Blair witch project.
Für Rätsel- und Codeknacker gibt es dann noch die verschiedenen Verschlüsselungen, was ich persönlich nicht so interessant fand. Aber alles in allem war das Buch sehr spannend gelesen.
Nur der Titel war für mich nicht ganz schlüssig. Es wird zwar nicht renoviert, dafür am Ende ganz schön gemordet!

Bewertung vom 19.11.2018
Die Stille im Dorf
Blaser, Karl

Die Stille im Dorf


ausgezeichnet

Bereits das Cover hatte mich in den Bann dieser Eifel-Saga gezogen. Ein abgewohntes Bauernhaus, dass die Spuren der Zeit und des darin wohnenden Lebens trägt. Die Geschichte der einfachen Leute des Haufendorfes ist berührend, weil so ehrlich und authentisch. Es wurde nicht mit irgendwelchen spannenden, nervenzerfetzenden Wendungen aufgewartet, keine wundersamen Zufälle und Begegnungen. Stattdessen wird vom wahren Leben der Bauern berichtet, von Liebe, Leid und Missgunst, von richtigen und falschen Entscheidungen, einfach vom Leben.
Hinter jedem Menschen steckt eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden, so wie bei Margarete und ihrer Familie. Kein Mensch ist nur gut oder böse. Es gibt so viele Facetten des Lebens und so viele Entscheidungen, die man bereut und doch damit leben muss.
Eine Geschichte einfacher Leute, eine Geschichte eines Land, eine Geschichte, die berührt.