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Benutzername: Werner
Wohnort: Würzburg
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Bewertungen

Insgesamt 3 Bewertungen
Bewertung vom 29.10.2018
Hortensiensommer
Sosnitza, Ulrike

Hortensiensommer


ausgezeichnet

Für mich war Hortensiensommer der erste Roman von Ulrike Sosnitza und ich war gespannt, was mich erwartet. Schon die Leseprobe des Verlags traf einen Nerv und ich wurde nicht enttäuscht. Da wäre zum einen Mainfranken im Allgemeinen und der Ort Sommerhausen im Besonderen. Meine Heimat, vortrefflich eingefangen in vielen Szenen oder eben mal „so nebenbei“. Zum zweiten gefällt mir der Beruf der Protagonistin. Johanna betreibt einen mobilen Gartenpflegedienst, plant Gärten und legt sie an. Der Bezug zu Pflanzen, der Hausgarten als Lebensbereich, die Natur als Balsam für die Seele ... das alles entspricht auch meinen Interessen. Wer nun einen heiteren Gartenroman vermutet, täuscht sich. Die Gärtnerin erlitt einige Jahre zuvor einen Schicksalsschlag, der sie schwer traumatisierte. Dieses Ereignis brachte nicht nur sie aus dem Gleichgewicht, es belastet ihre ganze Familie, Freunde und Nachbarn. Denn es ist tabu, in ihrer Gegenwart darüber zu sprechen.
Als mit dem neuen Mieter ihrer Einliegerwohnung ein sympathischer Mann in ihr Leben tritt, beginnt sie allmählich, sich zu öffnen. Philipp weiß nichts von ihrem Trauma, spürt nur, wie verletzlich sie ist. Es gelingt ihm mit viel Empathie, einen Weg zu ihrem Herzen zu finden. Sein Interesse für Gärten und Pflanzen erwacht. Einem Impuls folgend, besorgt er Romane über dieses Thema und liest ihr daraus vor (Herrlich, die Erinnerung an Elisabeth von Arnims Garten!). Schnell entwickelt sich ein allabendliches Ritual: Die beiden setzen sich auf der Terrasse zusammen, trinken Wein und er liest vor. Als der Sommer ins Land zieht wird aus Sympathie Verliebtheit. Johanna gestattet es sich, tagelang ihre Lebenstragödie zu vergessen bis ... ja, bis eine Sorgerechtsregelung Philipps Töchterchen Klara ins Haus bringt. Klara, neugierig und aufgeweckt, reißt alte Wunden auf. Johanna reagiert, wie sie immer reagiert: mit Rückzug, mit Flucht. Doch sie kommt damit nicht durch. Sie muss mehrmals über ihren Schatten springen und lernt mit jedem Ereignis besser, sich ihrer Vergangenheit und ihrem Trauma zu stellen.
Resümee: Mit ihrem Roman hat Ulrike Sosnitza mein Herz erreicht. Die Charaktere sind gut gezeichnet, die Handlung schlüssig aufgebaut. Der Schreibstil ist angenehm leicht. Ich habe Hortensiensommer verschlungen - mit gelitten, mich mit gefreut. So müssen gute Bücher sein!

Bewertung vom 10.06.2009
Nachtzug nach Lissabon
Mercier, Pascal

Nachtzug nach Lissabon


ausgezeichnet

Ein wunderbares Buch, sehr gut geschrieben. Dieses Buch sollte man mit Ruhe lesen, denn es regt zum Nachdenken an. Manche Absätze habe ich ein zweites Mal gelesen.
Besonderes Vergnügen bereitete mir der Schauplatz Lissaboin, weil ich mich da relativ gut auskenne und viele der Örtlichkeiten einschätzen konnte.
Auch die Grundstimmung dieser Stadt konnte ich sehr gut nachvollziehen. Ich war begeistert von diesem Buch und habe es bereits mehrfach verschenkt.

3 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.