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Benutzername: MiriamKlee


Bewertungen

Insgesamt 23 Bewertungen
Bewertung vom 22.08.2020
Alles über Bäume
Gernhäuser, Susanne

Alles über Bäume


ausgezeichnet

Die Wieso Weshalb Warum Reihe von Ravensburger begleitet uns seitdem sich unser Kleiner für Bücher interessiert. Die Themen sind immer interessant und kindergerecht aufbereitet und liebevoll illustriert, so dass es auch den Eltern Spaß macht, die Bücher anzuschauen (und ehrlich gesagt, man lernt auch selbst noch etwas dazu....)
Alles über Bäume ist unser erster Band für größere Kinder und auch wenn natürlich mehr Infos und Fließtext enthalten sind, so bleibt es durch die Mischung mit Bildern und aufklappbaren Teilen trotzdem auch für jüngere Kinder interessant. Ich fand es toll, dass ein kleines Eichhörnchen durch das Buch führt, einmal weil es einfach niedlich ist, aber auch, weil Kinder Tiere gerne haben und so gleich einen guten Bezug zu den Bäumen als Heimat der Tiere haben. Auch wenn „Bäume“ erstmal nicht wie das spannendste Thema klingt, ist es tatsächlich doch super interessant gewesen, welche Aufgaben Bäume in der Natur übernehmen und was für eine wichtige Rolle sie in unserem Leben spielen. Auch beim spazieren gehen sind sie dank des Buchs endlich interessant geworden und nicht mehr nur „Beiwerk“.

Bewertung vom 02.07.2020
Ich bleibe hier
Balzano, Marco

Ich bleibe hier


gut

Das Cover, das einen aus dem Wasser ragenden Kirchturm zeigt, macht bereits neugierig, was es damit wohl auf sich hat.
Es ist der ehemalige Kirchturm der Stadt Graun in Südtirol, deren wechselhafte Geschichte ab der Besetzung durch die italienischen Faschisten erzählt wird.
Hauptperson ist Trina, zu Beginn eine junge angehende Lehrerin, die nach ihrem Examen keine Anstellung findet, da Unterricht auf Deutsch verboten wird.
Trina unterrichtet heimlich, heiratet schließlich und kommt auch in das alltägliche Leben in Graun, in dem man sich um die Landwirtschaft kümmert und alles immer etwas karg ist.
Über allem schwebt die ständige Angst vor dem Bau eines Staudamms, der das Dorf überfluten könnte und dann wird Graun auch in den Strudel des zweiten Weltkriegs gezogen.
Das Thema des Romans war sehr interessant und nach meinem Gefühl auch sehr gut recherchiert.
Der Roman ist gut zu lesen und wird gegen Ende auch ganz spannend.
Leider blieb mir jedoch die Hauptfigur Trina seltsam fremd. Insbesondere im ersten Teil des Buches erfährt man viel zu wenig über ihre Motivation und es ist oft nicht ganz nachvollziehbar, warum diese oder jene Entscheidung getroffen wird. Hier hätten dem Buch ein paar Seiten, in denen Trina, aber auch ihr Ehemann, besser beschrieben werden, gut getan.

Bewertung vom 16.06.2020
Ayurvedische Wohlfühlküche
Alter, Divya

Ayurvedische Wohlfühlküche


ausgezeichnet

Mehr als nur ein Kochbuch
Eigentlich ist der Untertitel des Aryuvedischen Wohlfühlkochbuchs irreführend, denn es ist vielmehr als nur 100 saisonale Rezepte. Das Buch bietet viel mehr einen super Einstieg in die aryuvedische Lehre.
Zu Beginn stellt die Autorin sich selbst kurz vor und ihren Weg zu aryuvedischen Küche. Im Anschluss folgt eine Einführung in die Aryuveda, die Einteilung von Lebensmitteln in belebend, dumpf und schädlich, sowie die Vorstellung der verschiedenen „Verdauungstypen“ nach Aryuveda. Ich finde diese allgemeinen Ausführungen insbesondere deswegen hilfreich, da man sich mit einem Grundverständnis leichter tut, Aryuveda im Alltag umzusetzen, wenn man gerade nicht selbst kochen kann.
Das Wichtigste sind natürlich die Rezepte. Sie sind eingeteilt nach Jahreszeiten bzw. „Typen“ und ihrer Wirkung. Bei den meisten Rezepten stehen noch Zusatzinformationen und Wissenswertes über einzelne Lebensmittel bzw. wie das Gericht bei einem anderen aryuvedischen Typen angepasst werden kann.
Für mich persönlich ist bei Kochbüchern auch immer super wichtig, dass es schön aufgemacht und bebildert ist und Lust aufs Nachkochen macht und das ist hier definitiv der Fall.
Zum Schluss noch der Hinweis, dass man für einige Rezepte wirklich spezielle Zutaten braucht, so dass ich es, auch aufgrund der theoretischen Einführung, eher Leuten empfehlen würde, die nicht mal „nur ein bisschen“ aryuvedisch kochen möchten, aber dafür jedem, der sich ernsthaft damit auseinandersetzen will und leckere Rezepte für den Einstieg sucht.

Bewertung vom 13.05.2020
Alfie und der Clownfisch
Bell, Davina

Alfie und der Clownfisch


sehr gut

Bei Kinderbüchern ist es ja oft so, dass die Hauptcharaktere immer mutig und frech sind und so die tollsten Abenteuer erleben. Aber was ist mit den schüchternen, introvertierten Kindern?
Alfie ist ein ängstlicher kleiner Junge, der nicht im Mittelpunkt stehen mag. Er hat Angst vor Kindergeburtstagen und der Faschingsfeier. Dafür schämt er sich. Doch als er nicht zum Fasching gehen möchte, nimmt ihn seine Mutter stattdessen mit in ein Aquarium, wo er den Clownfisch trifft, der sich auch gerne in den Korallen versteckt obwohl er ein ziemlich toller Fisch ist.Und so lernt Alfie, dass es ok ist, sich mal verstecken zu wollen.
Die Botschaft des Buches ist toll und ist sowohl für Kinder schön, die selber eher schüchtern sind, aber auch für Kinder, die selbst extrovertiert sind, da sie so lernen, dass es in Ordnung ist, wenn andere einfach manchmal Angst haben. Die Farben sind in orange und blau gehalten, was mir persönlich von der künstlerischen Seite her gut gefallen hat und auch gut zum Thema paßt, aber für Kinder ein wenig langweilig ist. Das ist aber auch das einzige Manko. Insgesamt ein sehr schönes Buch mit einer tollen Message, denn ist nicht jeder von uns manchmal ein Clownfisch und würde sich gern ein bisschen in den Korallen verstecken?

Bewertung vom 07.04.2020
Eine fast perfekte Welt
Agus, Milena

Eine fast perfekte Welt


gut

Der Roman fing vielversprechend an, Ester wartet am Bahnhof auf ihren Verlobten, der nach dem zweiten Weltkrieg aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt. Als aus dem Zug jedoch ein Mann aussteigt, den sie kaum wieder erkennt, geht sie unbemerkt zurück nach Hause. Die Verlobung löst sie jedoch nicht.
Ich war gespannt, wie es weitergeht mit der Geschichte von Ester und Raffael, doch gleich danach fingen die Probleme des Romans an.
Es wurde alles nur flüchtig und verwirrend geschrieben, weder bekam man einen wirklichen Einblick in Esters Gefühle noch in Raffaels.
Dann der Sprung in die nächste Generation. Aber auch hier werden weder Charakter noch Motivation von Felicita, der gemeinsamen Tochter, wirklich nachvollziehbar ausgearbeitet. Mal hat man das Gefühl, sie hat vielleicht wirklich heraus, wie das mit dem Glück funktioniert, mal kommt sie einem einfach nur einfältig vor.
Insgesamt wirkt die Geschichte schnell herunter geschrieben, Zeitangaben fehlen fast völlig und ich habe bis zum Schluss gerätselt, wer nun (wenigstens circa) wann geboren ist und wie alt an einem beliebigen Punkt des Buches.
Wie oben beschrieben, bleiben die Figuren blass, vielleicht sind es auch einfach zu viele Generationen für zu wenig Seiten.
Auch die Dialoge wirken leider oft künstlich und ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Person wirklich so spricht.
Pluspunkte bekommt der Roman für die stellenweise schönen Beschreibungen der sardinischen Landschaft und dem teilweise doch sehr schönen, poetischen Stil der Autorin.

Bewertung vom 18.03.2020
Such mich! Wo bin ich?
Penners, Bernd

Such mich! Wo bin ich?


ausgezeichnet

Das kleine Eichhörnchen mit dem schwarzen Ohr besucht in diesem Wimmelbuch verschiedenste Tiere in ihrem Zuhause. Dazu gibt es immer ein kleines, kindgerechtes Gedicht zum vorlesen und die auf den jeweiligen Seiten zu suchenden Tiere sind mit dazu passenden Adjektiven ausgestattet, so dass diese auch gleich gelernt werden.
Gut gefallen hat mir, dass man immer das kleine Eichhörnchen mit sucht und so lernt, wo es zu Hause ist und es quasi eine kleine Hintergrundgeschichte gibt. Schön ist weiterhin, dass auch seltenere Tiere vertreten sind.
Die Farbgebung ist sehr schön und angenehm und die Tiere sind ein bisschen abstrakt, aber sehr niedlich und gut erkennbar gezeichnet.
Auch super wichtig bei kleinen Kindern: die Seiten sind dick und stabil, so dass auch ein kleiner Sturz oder etwas unsanfterer Umgang dem Buch nichts anhaben kann.
Wir mögen das Wimmelbuch in jedem Fall sehr gerne und es gehört schon zu den Favoriten.

Bewertung vom 10.03.2020
Einsatzfahrzeuge
Kreimeyer-Visse, Marion

Einsatzfahrzeuge


ausgezeichnet

Das Buch, ist wie eigentlich alle aus der Reihe wieso weshalb warum die wir haben, sehr schön und vor allem realistisch gezeichnet.
Es sind jeweils zwei Doppelseiten, eine ist nur gezeichnet mit kleinen Klappen, so dass sich das Bild bzw. die Situation verändert, auf der anderen Seite ist dann das Einsatzfahrzeug in Aktion und wenn man es hochklappt, kommt das Geräusch des Fahrzeugs.
Meinem Sohn gefällt es gut, man sollte es aber mit den Kindern zusammen ansehen, zumindest mit kleineren, damit diese nicht aus Versehen die Klappen runter reißen, auch sind die Einsatzsignale wirklich realistisch und ein bisschen laut (was an sich gut ist), aber beim ersten Mal Feuerwehr hat sich unser Kleiner ein bisschen erschreckt;)
Er sieht es sich aber gerne an (und erschrickt auch nicht mehr) und es ist einfach mal was anderes zu den normalen Bilderbüchern.
Das Buch reagiert auf Licht, dass heißt, wenn man das Einsatzfahrzeug hochklappt, um die Geräusche zu hören, muss der Raum genug beleuchtet sein, um es auszulösen. Bei uns hat das aber immer gut geklappt.
Einziges Manko ist, dass es wirklich ein dünnes Buch ist, vielleicht noch ein oder zwei Doppelseiten wären toll gewesen.

Bewertung vom 10.03.2020
Qube
Hillenbrand, Tom

Qube


ausgezeichnet

Spannende Zukunftsvision

Eins vorab: Ich fand das Buch toll, wusste aber vor dem Lesen nicht, dass es einen ersten Band gibt, den ich mir aber sicher holen werde. Man kann ohne Probleme den zweiten Band lesen, ohne den ersten zu kennen, aber hätte ich gewusst, dass es einen „Vorgänger“ gibt, hätte ich ihn zuerst gelesen.
Zum Buch aber selbst: Ich lese ab und zu gerne einen guten Science Fiction Roman, diese sind aber oft schwer zu finden. Qube ist definitiv einer davon. Der Roman wird auf verschiedenen Ebenen erzählt und aus der Sicht ganz unterschiedlicher Personen. Das ist aber an keiner Stelle verwirrend, sondern trägt nur zur Spannung bei, wann und wie sich wohl die Wege der Protagonisten kreuzen werden. Der Schreibstil ist absolut flüssig und gut zu lesen.
Die im Roman beschriebene Technologie ist komplex, erschließt sich aber ganz gut im Leseverlauf und wenn doch noch Fragen offen bleiben, gibt es ein Glossar.
Zusammengefasst, ein spannender deutscher Sciencefictionroman und das auch noch mit einem ansprechenden erzählerischen Niveau. Super!

Bewertung vom 25.02.2020
Was wir sind
Hope, Anna

Was wir sind


sehr gut

„Was wir sind“ greift das Problem einer Generation auf, die theoretisch alle Möglichkeiten hat und dadurch gleichzeitig einen größeren Druck als andere Generationen vor ihnen. Denn kommt mit der Möglichkeit nicht auch gleichzeitig die Verpflichtung alles zu haben? Genau vor diesem Dilemma stehen die Freundinnen Cate, Hannah und Lissa. Cate ist verheiratet und hat einen kleinen Sohn, reibt sich aber einerseits an den Erwartungen auf, die an eine junge Mutter gestellt werden - trotz chronischem Schlafmangel alles im Griff haben und das am besten noch ökologisch wertvoll. Hannah hat alles - die tolle Karriere, das schöne Appartement und den fantastischen Ehemann, was sie sich jedoch am meisten wünscht, ist ein Kind. Und Lissa scheint alles leicht von der Hand zu gehen, die schöne, freigeistige Schauspielerin, die sich aber mit Selbstzweifeln ob der stotternden Karriere plagt.
Alle drei Frauen sind toll dargestellt, mit ihren Stärken und Schwächen. Es gibt viele Rückblicke, in denen der Leser die Hoffnungen, Wünsche aber auch Rückschläge der Freundinnen miterlebt.
Das Buch ist trotz allem versöhnlich und zeigt den größten Fehler auf, den man machen kann: sich ständig zu vergleichen und nicht auf das zu schauen, was man hat. The grass isn’t greener on the other side.

Bewertung vom 10.02.2020
Die Bagage
Helfer, Monika

Die Bagage


sehr gut

Die „Bagage“, das sind die Grosseltern der Erzählerin, die gemeinsam mit ihren vier Kindern abgeschieden vom Rest des Dorfes leben. Das Häuschen der beiden ist ohne fließend Wasser oder gar Strom und womit der Großvater Josef genau den Unterhalt für die Familie verdient weiß keiner so genau, außer, dass es sich wohl um „Geschäfte“ handelt, die er auch mit dem Bürgermeister des Ortes abwickelt.
Die Großmutter, Maria, gilt als mit Abstand schönste Frau weit und breit und zieht so das Begehren anderer Männer sowie den Neid von Frauen auf sich.
Als Josef dann 1914 gleich zu Beginn des Krieges eingezogen wird, bittet er den Bürgermeister auf seine Frau acht zu geben, aufgrund ihrer Schönheit.
Tatsächlich wird Maria während Josefs Abwesenheit schwanger und obwohl es leicht während Josefs Fronturlaub passiert sein kann, gehen alle davon aus, dass die Tochter ein „Balg“ ist.
Die Autorin bildet die Geschichte und die Zeit auch in ihrem Schreibstil ab, er ist teils einfach und mit Mundart versetzt und gibt den Ton der Menschen damals gut wieder.
Die handelnden Personen bleiben dem Leser oft fremd, aber ich denke, dass dies genauso durch die Autorin gewollt ist und wiedergibt, wie einem selbst die eigenen Vorfahren doch immer ein wenig fremd bleiben, egal wie sehr man sich mit ihnen beschäftigt. Es ist eben kein rein fiktiver Roman, bei welchem sich der Autor einfach Dinge dazu denken kann, um die Figuren nahbarer oder ihr Handeln erklärbarer zu machen. Meiner Meinung nach trifft die Autorin hier genau die richtige Mischung aus dem Nacherzählen von dem, was ihre Verwandten ihr berichteten und dem, was man sich dazu denken muss, um Lücken in der Geschichte zu füllen.
Einen Stern Abzug gebe ich nur, weil ich aufgrund des Klappentexts dachte, es würde mehr über das Leben von Grete, der Mutter der Autorin, berichtet werden und es auch sehr interessant gefunden hätte, wie es für sie war, als uneheliches Kind zu gelten.