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Benutzername: Katharina2405
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Bewertungen

Insgesamt 161 Bewertungen
Bewertung vom 14.11.2021
Die Totenbändiger - Band 17: Neue Zeiten (eBook, ePUB)
Erdmann, Nadine

Die Totenbändiger - Band 17: Neue Zeiten (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

„Neue Zeiten“ ist der siebzehnte Band der „Totenbändiger-Reihe“ von Nadine Erdmann, die Serie sollte unbedingt in der richtigen Reihenfolge gelesen werden.

Es ist Anfang November im Unheiligen Jahr und der Nebellockdown legt London lahm. Die beiden Jungs Leo und Toby leben sich langsam bei Familie Hunt ein. Und Gabriel und Co. werden zu einem Einsatz gerufen, der es ganz schön in sich hat.

Meinung:

Zu Anfang des Buches gibt es eine Zusammenfassung der zweiten Staffel, die wirklich hilfreich ist. Zwischen dem letzten Band und diesem ist doch ein bisschen Zeit vergangen und ich war froh über den Rückblick, da ich doch die ein oder andere Kleinigkeit nicht mehr im Kopf hatte.

Dieser Band startet mit einem Blick in Blaines Vergangenheit, die mich wirklich geschockt und Blaine noch mal in ein ganz anderes Bild gerückt hat. Auch ein weiteres Kapitel über Blaine bringt zusätzlich Licht in die Beziehung zwischen ihm und seinem Vater. Mit dem Wissen aus seiner Vergangenheit erscheint Blaine gefährlicher und unberechenbarer, als ich bislang angenommen hatte. Diese kleinen Informationen, die man immer wieder zu verschiedenen Figuren erhält, gefallen mir extrem gut, so bekommen die Figuren mehr Tiefe und entwickeln sich.

Als Gabriel und seine Einheit zu einem Einsatz in ein Jugendheim gerufen werden, gibt es eine spannende Entdeckung über das Verhalten der Geister. Auch wie die Geister den Nebel für sich nutzen, ist total interessant.

Carlton leckt seine Wunden und sucht einen Weg, sich zu rächen. Da wird sicherlich noch einiges passieren und die Staffel spannend gestalten.

Zum Schluss gibt es eine Offenbarung, die es wirklich in sich hat. Wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es ziemlich naheliegend, auf den Gedanken bin ich allerdings nie gekommen und daher hat mich diese Wendung wirklich überrascht.

Fazit: Es ist wieder eine gekonnte Mischung aus ruhigen Momenten und Action. Dazu gibt es ein paar spannende neue Informationen. All das führt zu richtig guter Unterhaltung und wird mit 5 Sternen belohnt.

Bewertung vom 10.11.2021
Mister Mayfair / Mister Bd.1
Bay, Louise

Mister Mayfair / Mister Bd.1


sehr gut

In dem Roman „Mister Mayfair“ von Louise Bay möchte der Immobilienberater Beck Wilde unbedingt eine Immobilie im teuren Londoner Stadtteil Mayfair kaufen. Um mit dem Besitzer ins Gespräch zu kommen, ist die beste Gelegenheit eine Hochzeit. Da er keine Einladung zu der Feier hat, ist seine einzige Chance Stella. Sie nimmt ihn mit zu der Hochzeit, unter der Voraussetzung, dass Beck vorgibt, Stellas neuer fester Freund zu sein, denn ausgerechnet Stellas Ex-Freund ist der Bräutigam.

Meinung:

Der Beginn ist etwas langatmig, bis es endlich zur Hochzeit kommt. Danach konnte mich die Story aber wirklich abholen. Der Schreibstil ist angenehm locker und es wird sowohl aus der Sicht von Stella als auch von Beck in der Ich-Perspektive erzählt. Es gibt viele tolle Momente, in denen Beck und Stella einfach wunderbar harmonieren. Die Autorin hat es geschafft die Chemie zwischen den beiden lebendig werden lassen. Es dauert ein bisschen, bis es Ernst zwischen den beiden wird, aber das hat es aus meiner Sicht authentischer gemacht. Die beiden nähern sich langsam an und verlieben sich und fallen nicht direkt übereinander her.

Super gefallen hat mir auch, dass es keine unnötigen Dramen zwischen Stella und Beck gab, die an den Haaren herbeigezogen wären oder auf fehlende Kommunikation zurückzuführen sind. Allerdings hätte ich mir mehr Drama mit dem Brautpaar gewünscht. So hätte es aus meiner Sicht mehr Konfliktpotential gegeben, das für zusätzlich Spannung gesorgt hätte.

Stella hat begründete Zweifel an ihrer Menschenkenntnis und ihrem Urteilsvermögen. Das ist absolut nachvollziehbar. Was mich aber gestört hat, dass diese Zweifel wirklich ständig wiederholt werden, dass hat auf Dauer echt genervt. Allerdings macht Stella im Laufe der Geschichte eine klasse Entwicklung durch.

Die Freunde von Beck machen auf jeden Fall neugierig und werden in den folgenden Bänden ihre eigene Geschichte bekommen. Als nächstes kommt Dexter an die Reihe. Was mich etwas stört, dass von sechs Freunden alle superreich und erfolgreich sind. Eher unwahrscheinlich, oder? Warum ist kein „ganz normaler“ Typ dabei?

Fazit: Die Story mit dem Fake Freund ist wirklich nicht neu, wurde hier aber richtig gut umgesetzt. Ein paar Kleinigkeiten haben mir nicht so gefallen, daher gibt es von mir gute 4 Sterne.

Bewertung vom 07.11.2021
Glass Castle Prince
Williams, Nicole

Glass Castle Prince


sehr gut

In dem Roman „Glass Castle Prince“ von Nicole Williams braucht die Studentin Charlotte eine Auszeit, um sich zu überlegen, wie es mit ihrer Zukunft weitergehen soll. Daher nimmt sie einen Job an, bei dem es ihre Aufgabe ist die Sommerresidenz des Königshauses winterfest zu machen. Doch schon sehr bald wird ihre Ruhe gestört, da niemand geringeres als Prinz Edward und seine Freunde auf dem Anwesen auftauchen. Bald kommen sich Charlotte und Edward auf sehr unkonventionellem Wege näher.

Meinung:

Die Story wird nur von Charlotte aus der Ich-Perspektive erzählt. Etwas, was ich prinzipiell nicht unbedingt bevorzuge, da ich gerne beide Perspektiven der Hauptprotagonisten lese. Hier führt aus meiner Sicht der Klappentext ziemlich in die Irre, da dieser aus der Erzählperspektive Edwards geschrieben ist. Ich war also ziemlich überrascht, dass nicht ein einziges Kapitel die Sicht von Edward beschreibt. Das führt dazu, dass Edward leider sehr blass bleibt. Der Leser erfährt nicht sonderlich viel über ihn. Daher kann man manchmal nur erahnen, was ihn dazu bewegt bestimmte Dinge zu tun.

Die ersten zwei Drittel haben mir richtig gut gefallen und konnten mich hervorragend unterhalten. Den Beginn, wie Charlotte und Edward sich begegnen, fand ich total amüsant. Im Laufe des Buches gibt es zahlreiche witzige Dialoge und auch die ein oder andere lustige Situation, die mich häufig zum Schmunzeln gebracht haben. Edwards Freunde Andrew, James und Frederick mochte ich unglaublich gerne, sie haben diese Geschichte extrem bereichert. Der Grund warum Edward und Charlotte sich letztendlich näherkommen, ist nicht neu, wurde aber trotzdem unterhaltsam umgesetzt.

Einen Punkt Abzug gibt es von mir, da das letzte Drittel sehr hektisch wird. Hier hätte ich mir definitiv mehr Seiten gewünscht. Die Beziehung hat einfach keine Zeit sich zu entwickeln, wodurch wiederum das Ende einfach zu unglaubwürdig erscheint. Gegen Ende springt die Story praktisch von dem Moment, in dem sie sich ihre Gefühle gestehen, zur großen Liebe. Alles was dazwischen liegt wird ausgelassen. Auch die Zweifel und Gedanken, die Charlotte und Edward sich um ihre Zukunft machen, sind mit einem Mal wie weggewischt, da fehlt die Glaubwürdigkeit.

Fazit: Ich mochte besonders die witzigen Dialoge und auch der Anfang hat mir sehr gefallen. Schade, dass am Ende einiges überstürzt wird. Das macht die Liebesgeschichte doch leider sehr unglaubwürdig. Daher gibt es von mir knappe 4 Sterne.

Bewertung vom 04.11.2021
Das Herz der Hexe / Lady of the Wicked Bd.1
Labas, Laura

Das Herz der Hexe / Lady of the Wicked Bd.1


gut

Der Roman „Lady oft the Wicked – Das Herz der Hexe“ von Laura Labas ist der erste Teil einer Dilogie und sollte unbedingt in der richtigen Reihenfolge gelesen werden. Der zweite Teil erscheint im Dezember 2021.

Darcia ist aus der Schattenstadt Babylon verbannt worden und lebt nun in New Orleans. Sie arbeitet als Fluchbrecherin, doch ihr oberstes Ziel ist es die Herrin der Wicked zu werden. Dies kann sie nur werden, wenn sie ein Ritual vollendet, das unter anderem verlangt 13 Hexen zu töten. Doch der Hexer Valens kommt ihrem Plan in die Quere, er wurde verflucht und bittet Darcia um Hilfe.

Meinung:

Erst einmal bin ich anhand des Klappentextes davon ausgegangen, dass wir Darcia bei ihrer Jagd nach den 13 Hexen begleiten, doch das Buch beginnt damit, dass ihr nur noch eine Hexe fehlt um den ersten Teil des Rituals abschließen zu können. Ich finde, da führt der Klappentext etwas in die Irre.

Trotz allem fand ich den Anfang extrem stark. Die Beschreibungen der verschiedenen Hexenarten waren gelungen und aufschlussreich. Doch leider werden alle anderen Schattenwesen eher stiefmütterlich behandelt. Der Ghul Adnan und die Meerjungfrau Seda sind zwei Nebencharaktere, die nicht unerheblich für die Handlung sind und doch erfährt man praktisch nichts über ihre Besonderheiten oder was ihre Stärken als Schattenwesen sind. Mich hätte z.B. brennend interessiert, warum eine Meerjungfrau an Land leben kann. Auch die Freunde von Darcia, der Waldtroll Tieno und die Wila Mendi bleiben extrem blass. Auch hier wieder keine näheren Infos. Die Haare von Mendi sind von Bedeutung und doch wird nicht erwähnt was genau diese Haare so besonders macht. Und das Wichtiges, um das sich alles dreht, was macht die Wicked so besonders? Hier fehlen mir einfach so viele Details um es lebendig werden zu lassen. All das führt dazu, dass die aufgebaute Welt keine richtige Struktur annimmt und ihre Bewohner farblos bleiben.

Zu Anfang wird nur aus der Sicht von Valens und Darcia aus der Ich-Perspektive erzählt. Später kommt die Sicht von Ruth, die in Babylon Wächterin ist, aus der Erzählperspektive dazu. Gerade die Kapitel um Ruth hätte ich am liebsten überlesen. Ich fand sie extrem langatmig und sie haben mir so gar keinen Spaß gemacht. Der Leser erfährt zwar einige interessante Dinge, die für die Handlung wichtig sind, doch hätte ich mir gewünscht, wenn diese Infos anders eingebaut worden wären.

Das letzte Drittel war für mich leider nicht sehr gelungen. Es wirkt alles sehr überstürzt und hektisch. Hier fehlen definitiv Seiten und die Ruhe die Dinge zu erzählen. Hier geht einfach alles viel zu glatt, ohne große Hindernisse werden wichtige Ereignisse übers Knie gebrochen. Ich hätte mir hier mehr Hürden gewünscht.

Fazit: Der Anfang war stark. Leider macht für mich das überhastete Ende vieles kaputt. Auch machen der schwache Weltenaufbau und fehlende Details ein wirkliches Abtauchen in dieses Universum schwierig. Darüber hinaus wird sich zu viel Zeit für unnötige Dinge genommen, dafür werden wichtige Ereignisse zu hastig erzählt. Daher gibt es von mir nur 3 Sterne.

Bewertung vom 28.10.2021
Sin and Ink (eBook, ePUB)
Simone, Naima

Sin and Ink (eBook, ePUB)


gut

In dem Roman „Sin & Ink“ hat Knox nach seiner Karriere als MMA-Kämpfer ein Tattoo Studio eröffnet. Mit dabei seine Schwägerin Eden, in die er seit Ewigkeiten heimlich verliebt ist. Doch diese Liebe darf nicht sein, denn sie ist die Frau seines toten Bruders Connor, für dessen Tod Knox sich die Schuld gibt. Doch auch Eden scheint Gefühle für Knox zu haben und die beiden kommen sich trotz aller Hindernisse näher.

Meinung:

Die Geschichte wird sowohl aus der Sicht von Knox als auch von Eden erzählt. So bekommt man einen guten Eindruck in die Gefühls- und Gedankenwelt der beiden Hauptprotagonisten. Die Schuld die er sich an dem Tod seines Bruders gibt und auch die Schuldzuweisungen seiner Mutter sind intensiv beschrieben. Man spürt wie sehr es ihn trifft und ihn auffrisst, wie er sich immer mehr zurückzieht. Eden hingegen bleibt recht blass.

Was mir nicht so gut gefallen hat, war die Beziehung zwischen Eden und Knox. Aus meiner Sicht ist es eine Aneinanderreihung von Erotikszenen. Die Handlung wird dadurch eher zum Nebendarsteller und die Beziehung wirkt dadurch sehr oberflächlich. Ehrlicherweise kann ich nicht sagen, was sie aneinander mögen außer Äußerlichkeiten. Sehr schade, da dadurch für mich die emotionale Verbindung und das Mitfiebern total auf der Strecke blieb. Ich habe nichts gegen explizite Szenen, aber hier waren sie so zahlreich und ausführlich, dass es irgendwann nur noch genervt hat und ich sie überlesen habe.

Fazit: Aus der Geschichte hätte man mehr machen können. Die vielen Erotikszenen machen die Liebesgeschichte zu oberflächlich. Es gibt einige tolle Ansätze, leider bleibt einfach zu viel Handlung auf der Strecke und wird eher stiefmütterlich behandelt. Daher gibt es von mir 3 Sterne.

Bewertung vom 28.10.2021
Das Weiße Haus am Rhein
Winter, Helene

Das Weiße Haus am Rhein


weniger gut

In dem Roman „Das Weiße Haus am Rhein“ von Helene Winter geht es um das Rheinhotel Dreesen und deren Gründerfamilie. Emil Dreesen kommt am Ende des Ersten Weltkriegs nach Hause und sein großer Traum ist es, das Hotel zu modernisieren und große Künstler nach Bad Godesberg zu locken, um so für viele Gäste zu sorgen. Doch die französischen Besatzer machen es ihm ebenso schwer, wie sein konservativer Vater Fritz Dreesen. Allerdings unterstützt seine lebensfrohe und aufgeschlossene Schwester Ulla ihn bei diesem Vorhaben. Ein weiterer Lichtblick in Emils Leben ist das Zimmermädchen Elsa, in die er sich verliebt. Doch der Klassenunterschied und seine rückständigen Eltern machen eine Beziehung schwierig. Über die Jahre entwickelt sich das Hotel prächtig, bis dunkle Wolken am politischen Himmel aufziehen und dafür sorgen, dass die Gegensätze innerhalb der Familie unüberbrückbar scheinen.

Meinung:

Die Geschichte konnte mich ganz gut unterhalten aber nicht so wirklich mitreißen. Das hat dazu geführt, dass ich ewig gebraucht habe dieses Buch zu beenden. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, ist aber sehr nüchtern, so dass bei mir keine wirklichen Emotionen oder eine Verbundenheit zu den Charakteren entstehen konnten. Die Story wird hauptsächlich aus der Perspektive von Emil und Elsa in der dritten Person erzählt. Ich empfand es als sehr schade, dass der Perspektivwechsel nicht umfangreicher war, so bleiben viele Charaktere einfach sehr blass und eindimensional. Auch waren mir die Figuren zu sehr schwarz/weiß angelegt.

Das Buch umfasst die Zeit direkt nach dem Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs. Zwischendurch gibt es immer wieder größere Zeitsprünge, die mir leider nicht besonders gefallen haben. Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin sich auf eine kürzere Zeitspanne beschränkt hätte. Durch die Sprünge bleibt viel zu viel unerwähnt, die Figuren erleben Dinge, die der Leser nicht mitbekommt, die aber Auswirkungen auf das Handeln der Personen haben und die der Leser dann nicht nachvollziehen kann. So baut sich einfach keine emotionale Verbindung auf.

Darüber hinaus werden Ereignisse teilweise nur kurz angeschnitten und nicht richtig ausführlich erzählt, das wirkt sehr hastig und überstürzt. Die daraus resultierenden Konsequenzen und Entwicklungen werden teils nur in einem Nebensatz erwähnt. All das führt dazu, dass die Geschichte sich nicht rund lesen lässt. Es wirkt nicht wie ein Roman, sondern wie eine Aneinanderreihung von kleinen Sequenzen. Was vielleicht der Tatsache geschuldet ist, dass das Buch auf Grundlage des ARD-Zweiteilers geschrieben wurde und nicht umgekehrt.

Im Nachwort wird erwähnt, dass es sich zwar teilweise um historische Vorbilder handelt, die Geschichte aber fiktiv ist. Ich muss gestehen, dies habe ich nicht erwartet. Da das Hotel und die Familie tatsächlich existieren, habe ich eine Familiengeschichte erwartet, die auf wahren Begebenheiten beruht.

Fazit: Leider konnte mich der Roman nicht für sich begeistern. Es gab doch einige Dinge, die mir nicht gefallen haben, besonders die Zeitsprünge empfand ich als sehr schwierig. Außerdem hat mir die emotionale Verbindung zu den Figuren gefehlt. Daher gibt es von mir nur 2 Sterne.

Bewertung vom 03.10.2021
Die Tochter des Präsidenten (ungekürzt) (MP3-Download)
Clinton, Bill; Patterson, James

Die Tochter des Präsidenten (ungekürzt) (MP3-Download)


sehr gut

Wie geht das Weiße Haus damit um, wenn die Tochter eines ehemaligen US-Präsidenten von einem durchgeknallten Terroristen entführt wird? Dass ein ehemaliger US-Präsident als Co-Autor auf diese Frage sicher gute Antworten geben kann, versteht sich von selbst. Schon deshalb machte mich dieses Hörbuch neugierig, zumal mit James Patterson neben Bill Clinton ein weiterer vielversprechender Name eine spannende Geschichte erwarten lässt.

Der ehemalige US-Präsident in diesem von Anfang bis Ende spannenden Thriller hat allerdings wenig gemeinsam mit Co-Autor Bill Clinton, der ausweislich seiner Biografie Wirtschafts- und Rechtswissenschaften studierte und in der Antikriegsbewegung gegen den Vietnamkrieg auf der Straße war. Der fiktive US-Präsident ist hingegen ein ehemaliger US Navy SEAL mit Kampferfahrung, der schließlich selbst zur Initiative und letztlich auch zur Waffe greift, als seine Tochter entführt wird. Doch bis es dazu kommt, erleben wir die Ränkespiele der Politik in Washington und vermutlich ist bei dieser Schilderung viel Insider-Wissen des ehemaligen Präsidenten Clinton eingeflossen.

Patterson und Clinton überraschen immer wieder mit neuen Wendungen in der Geschichte, die oft völlig unvorhersehbar für den Hörer sind. Manchmal sind die Schilderungen von terroristischer Gewalt und die Menschenverachtung islamistischer Terroristen sehr drastisch. Etliche Ausrüstungsgegenstände von US-Elitesoldaten werden immer wieder im Detail genannt, was leicht ermüdend wirkt, genau wie die seltsame Eigenart der beiden Autoren, jeden Akteur immer wieder mit voller Nennung von Vor- und Nachnamen zu benennen, selbst wenn man als Zuhörer eigentlich schon längst ein intimes Verhältnis zu den Charakteren aufgebaut hat.

Auch Dank des hervorragenden Vorlesers Frank Arnold gibt es von mir sehr gute 4 Sterne. Mir persönlich waren, gerade zu Beginn, die Darstellungen der Terrorgewalt des islamistischen Gegenspielers des US-Präsidenten ein wenig zu langatmig, bis die Geschichte dann endlich ordentlich Fahrt aufnimmt, weswegen ich keine vollen fünf Sterne vergebe.

Bewertung vom 17.09.2021
Systemfehler
Harlander, Wolf

Systemfehler


weniger gut

Das Internet ist für unseren Alltag, wenn nicht sogar für unser Überleben, fast so wichtig wie die Strom-, Gas- oder Wasserversorgung. Fällt das Internet aus, dann auch die Versorgung mit diesen anderen Lebenselixieren unserer modernen Gesellschaft.

So weit, so bekannt. Vor diesem Hintergrund verspricht Systemfehler von Wolf Harlander spannende Lektüre. Sprecher der Audio-Ausgabe ist Uve Teschner, also konnte für meinen Hörgenuss eigentlich nichts schief gehen – doch es wurde über weite Strecken eine Qual.

Wie ein roter Faden zieht sich durch die Story, dass der Autor selbst immer wieder den Faden verliert. Das revolutionäre Computerspiel, das am Anfang der Geschichte steht, ist für den Fortgang der Handlung im Grunde unbedeutend. Die Frau eines der Protagonisten stürzt in Folge des europaweiten Internet-Blackouts mit einem Verkehrsflugzeug ab, schlägt sich durch die Wildnis der französischen Alpen.....und was bringt es der Handlung, was hat es mit dem eigentlichen Handlungsstrang zu tun? Nichts! Außer vielleicht die Erkenntnis, dass auch die europäische Flugsicherung Datennetze benutzt. Recherchierte Hintergrundinformationen, wie zum Beispiel kritische Infrastruktur funktioniert und abgesichert ist: Fehlanzeige. Stattdessen werden ein ums andere Mal neue Handlungsstränge aufgemacht und neue Figuren ins Spiel gebracht, um dann wieder in der Beliebigkeit zu versinken.

Und Hamsterkäufe, Verschwörungstheoretiker und eine überforderte Regierung? Das hatten wir doch alles bei Corona. Obwohl das Buch im Sommer 2021 erschienen ist, spielt es in einem Deutschland, in dem es das alles nicht gegeben hat. Dem Leser wird eine Situation vermittelt, in dem unsere Gesellschaft zum ersten Mal mit solchen Folgen konfrontiert wird. Lag das Manuskript seit Jahren in der Schublade und fehlte die Motivation es zu aktualisieren?

Fast schon wie eine Drohung wirkt es auf mich als Zuhörer, weil damit ein Folgeband zu erwarten ist, wenn in den letzten Minuten die Kindheit eines der beiden Hauptprotagonisten wieder ins Spiel gebracht wird. Er hat früh seine Eltern verloren, weshalb er in einem der zahlreichen unbedeutenden Seitenstränge der Story erst bemüht ist das Rätsel des Verschwindens seiner Eltern zu lösen, um dann eine ganz andere Rolle in der Handlung einzunehmen. Kurz vor knapp ist dem Autor wohl eingefallen, dass er auch hier den Faden verloren hat.

Hätte ich die Printversion ertragen müssen, wäre das Buch spätestens nach einem Drittel Lese-Unvergnügen in der Ecke gelandet. Dank des hervorragenden Vorlesers Uve Teschner habe ich bis zum Ende durchgehalten und wurde leider nicht mit einer spektakulären Wendung belohnt, denn auch der Bösewicht dieser schlicht gestrickten Thriller-Kost war weit vor dem Ende erwartbar. Vor diesem Hintergrund gibt es von mir 2 Sterne, die einzig und allein dem guten Sprecher zu verdanken sind.

Bewertung vom 30.08.2021
Broken World
Voosen, Jana

Broken World


sehr gut

In dem Roman „Broken World“ von Jana Voosen, lebt Yma in einem zukünftigen Europa. In diesem Land herrscht das Recht des Stärkeren. Es gibt keinen Sozialstaat und keine Krankenhäuser mehr. Mitgefühl, Empathie und Hilfeleistungen sind verboten. Wer krank wird oder nicht zu den Besten gehört, wird ausgestoßen und an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Als Yma auf Len trifft, sieht sie die schrecklichen Folgen dieser Lebensweise und möchte den Schwachen helfen, doch dies könnte schwerwiegende Konsequenzen haben.

Meinung:

Der Weltenaufbau hat mir gut gefallen. Wie es zu von „unserer Welt“ zu der beschriebenen Welt kommen konnte, wurde glaubwürdig und realistisch erklärt. Nach und nach bekommt man auch einen Einblick ins Innere, wie die Gesellschaft strukturiert und aufgebaut ist und welche Gesetze herrschen.

Die Story wird aus der Perspektive von Yma erzählt. Ihre Entwicklung hat mir gut gefallen und wirkte authentisch. Nach und nach realisiert sie die Ungerechtigkeit der Welt in der sie lebt.

Die Kapitel haben eine angenehme Länge und die Geschichte entwickelt schnell eine Sogwirkung. Es gibt einige Entwicklungen, die ich so nicht erwartet habe. Was mir hingegen nicht so gut gefallen hat, war die Beziehung zwischen Len und Yma. Da hatte ich deutlich mehr erwartet bzw. konnte die spätere Entwicklung nicht wirklich nachvollziehen. Das Ende fand ich gelungen, hier gab es eine interessante Wendung. Allerdings endet es mit sehr viel Raum für Spekulationen und offenen Fragen, das legt die Vermutung nahe, dass es eine Fortsetzung geben wird.

Fazit: Mich konnte die Story gut unterhalten. Es gibt einen glaubwürdigen Weltenaufbau und eine sympathische Protagonistin. Ein paar Kleinigkeiten wären aus meiner Sicht ausbaufähig gewesen, daher vergebe ich 4 Sterne.

Bewertung vom 26.08.2021
All that's left
Raich, Sarah

All that's left


gut

In dem Roman „All that’s left“ von Sarah Raich ist der Planet Erde am Ende. Diverse Naturkatastrophen haben die Welt unbewohnbar gemacht und die Menschheit fast vollständig ausgelöscht. Mariana lebt allein in München in einem sicheren Haus. Ihr Vater hat das Ende der Welt vorhergesehen und sich darauf vorbereitet. Eines Tages bricht Ali in Marianas Haus ein und die beiden werden Freunde. Doch Ali will weiterziehen und verschwindet von heute auf morgen. Das bringt Mariana dazu, das sichere Haus zu verlassen und Ali zu folgen.

Meinung:

Ich bin ein großer Fan von Dystopien, doch die Geschichte von Mariana konnte mich nicht so richtig abholen. Ich hatte Probleme mit dem Schreibstil, der zwar locker gehalten ist, aber manchmal sehr konfus auf mich wirkte. Ich habe ganze Passagen nur runtergelesen, ohne das bei mir ein inneres Bild entstand. Das führte dazu, dass die Emotionen und die Verbindung zu Mariana auf der Strecke blieben.

Der Weltenaufbau hat mir gut gefallen, wobei ich gerne noch ein bisschen mehr Ausführlichkeit zu den verschiedenen Stadien der Katastrophe erfahren hätte. Die Geschichte wird aus der Sicht von Mariana in der Ich-Perspektive erzählt und nach und nach beschreibt sie, was passiert ist und wie die Welt jetzt aussieht. Dass Mariana den Leser zu Anfang direkt anspricht, fand ich klasse, davon hätte ich gerne mehr gelesen. Auch dass die Story in München und nicht an einem exotischen Ort spielt, hat mir gefallen.

An einigen Stellen hat mich die Story an „The Walking Dead“ erinnert. Auch hier ist der Mensch trotz all der äußerlichen Bedingungen, die die Überlebenden zu meistern haben, das größte Problem bzw. sein eigener größter Feind.

Fazit: Die Story war unterhaltsam, doch richtig begeistern konnte sie mich nicht. Ich konnte nicht richtig mitfiebern mit Mariana und blieb immer auf Distanz. Daher gibt es von mir nur 3 Sterne.

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