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Benutzername: Buecherdanny
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Bewertungen

Insgesamt 30 Bewertungen
Bewertung vom 07.08.2020
Das Leben ist ein wilder Garten
Buti, Roland

Das Leben ist ein wilder Garten


sehr gut

Dem Landschaftsgärtner Carlo fällt es nicht leicht, sich an seine neue Lebenssituation zu gewöhnen. Er lebt plötzlich allein, da seine Frau ihn verlassen hat und seine Tochter in London studiert. Dann wird auch noch sein Mitarbeiter Agon, der aus dem Kosovo stammt zusammengeschlagen. Außerdem verschwindet Carlos demente Mutter aus dem Altenheim. Sein Leben gerät total aus den Fugen. Warum wurde Agon, die ruhige Seele zusammengeschlagen und wo ist seine Mutter? Er findet seine Mutter in einem Grandhotel in den Bergen und kommt nach und nach ihrer Vergangenheit auf die Spur …

Für mich klang die Inhaltsangabe des neuen Romans von Roland Buti sehr vielversprechend, nach der Lektüre denke ich etwas zwiegespalten über das Buch. Die Sprache ist ausdrucksstark mit bissigem Humor gespickt. Die Charaktere sind sympathisch und interessant. Jedoch bleiben sie leider recht oberflächlich. Ich hätte gerne mehr über Agons Vergangenheit erfahren. Der Grund für den Überfall wird nur kurz angeschnitten, vielleicht ist es ja so gewollt.

Auch die Beziehung Carlos zu seiner Frau bleibt oberflächlich und die in London lebende Tochter bekommt nur einen kurzen Auftritt bei ihrer ersten Ausstellung die Carlo zusammen mit seiner Frau besucht.

Die Suche nach der Mutter und die Szenen im Grand Hotel haben mir sehr gut gefallen. Ich konnte mir die Atmosphäre im Hotel und die Stimmung im Ort, in dem nur noch Reste des früheren Glanzes übrig sind, sehr gut vorstellen.

Die fehlende Tiefe der Geschichte hat mich jedoch angeregt, mir eigene Gedanken zu den Protagonisten zu machen. Vielleicht war das ja auch vom Autor so gewollt?

Trotz des geringen Umfangs habe ich das Buch gerne gelesen, obwohl es in meinen Augen etwas umfangreicher hätte sein können!

Bewertung vom 28.07.2020
Alter Hund, neue Tricks / Sean Duffy Bd.8
McKinty, Adrian

Alter Hund, neue Tricks / Sean Duffy Bd.8


ausgezeichnet

Belfast, 1992. Sean Duffy genießt sein ruhiges Familienleben in Schottland. Der ehemalige Detective Inspector arbeitet nur noch sechs Tage im Monat als Teilzeit-Polizist in Belfast um seine zwanzig Dienstjahre für die Pension vollzumachen. Doch während des Urlaubs des zuständigen Inspector Lawsons wird ein Maler ermordet. Da sonst keiner den Fall übernehmen kann, wird Duffy damit beauftragt. Was zuerst nach einem einfachen Autodiebstahl aussieht bei dem etwas schief gelaufen ist, entpuppt sich als ein komplizierter Fall der in IRA Kreise führt. Duffy will beweisen, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört. Er gräbt sehr tief und gerät selbst in Gefahr.

Ich habe bis jetzt alle Bände der Duffy-Serie gelesen. Die Protagonisten sind mir also sehr vertraut und ich konnte mich schnell in den neuen Fall einlesen. Das Buch beginnt recht gemächlich, Sean Duffy genießt sein Familienleben in Schottland macht aber auch einen etwas gelangweilten Eindruck. Als ihm ein neuer Fall übertragen werden soll, sträubt er sich zwar zunächst. Aber letztendlich kann er natürlich nicht widerstehen ein paar extra Stunden zu investieren und zu beweisen, dass er es immer noch drauf hat einen Mordfall aufzuklären.

Mir hat gefallen, dass auch McCrabben wieder dabei ist und Duffy unterstützt obwohl auch er ja nur noch in Teilzeit arbeitet. Die beiden „alten Hunde“ wollen zeigen, dass man mit guter, solider Polizeiarbeit einen Fall lösen kann, obwohl alles sich verändert und moderner wird. Auch die persönliche Beziehung der beiden spielt wieder eine Rolle im Buch, genauso wie das Familienleben von Duffy. Die Dialoge sind wie gewohnt mit schwarzem Humor gespickt, was mich oft hat schmunzeln lassen.

Der Fall nimmt schnell Fahrt auf, wird richtig spannend und zum Ende hin sehr spektakulär. Duffy und McCrabban tauchen tief in die Machenschaften der IRA ein. Man erfährt viel über die Strukturen der IRA und die politischen Konflikte, die Troubles. Es ist wieder Typisch für Duffy, dass der Fall ihm auch dann keine Ruhe lässt als er schon wieder zurück in Schottland ist und eigentlich nichts mehr damit zu tun hat. Duffy zieht wieder mal auf eigene Faust los, was ihn natürlich wieder in große Schwierigkeiten bringt und den Leser immer denken lässt „Duffy, warum tust du das?“. Aber diese Alleingänge machen das Buch natürlich noch spannender und man hat ständig Angst um das Leben des sympathischen Detectives ..

Für mich war dieser Krimi wieder ein typischer Duffy Roman. Der Fall war sehr spannend und interessant . Ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen und hoffe, dass noch ein weiterer Band folgen wird …

Bewertung vom 21.04.2020
Das eiserne Herz des Charlie Berg
Stuertz, Sebastian

Das eiserne Herz des Charlie Berg


sehr gut

Das Buch spielt in den 90er Jahren in Deutschland. Charlie Berg wohnt immer noch zu Hause, aber er hat das chaotische Leben seiner Familie satt und will ausziehen. Seine Mutter ist ständig unterwegs um an verschiedenen Theatern ihre Stücke aufzuführen, sein andauernd bekiffter Vater verbringt die meiste Zeit im Aufnahmestudio im Keller und Charlie muss sich um seine kleine, etwas außergewöhnliche Schwester Fritzi kümmern. Charlie freut sich auf seine Zivistelle im Leuchtturm wo er endlich in Ruhe seinen Roman schreiben kann. Doch es kommt alles anders als geplant. Charlie geht mit seinem Opa auf die Jagd und ein Schuss tötet nicht nur den Hirsch sondern auch Opa. Und dann steht da auch noch plötzlich seine Viedeobrieffreundin und große Liebe aus Mexiko vor der Tür die doch eigentlich den Drogendealer Ramon heiraten wollte. Das ist viel Aufregung für Charlies schwaches Herz.

„Das eiserne Herz des Charlie Berg“ ist ein außergewöhnliches Buch mit skurrilen Charakteren. Der Autor hat ungewöhnliche Figuren geschaffen die in ihrer Art sehr unterschiedlich sind. Sie sind sehr detailreich dargestellt und jeder Charakter spielt im Buch eine glaubhafte Rolle. Als Leser hat man ständig Angst um Charlies schwaches Herz. Er hat eine sehr feine Nase und den guten Geruchssinn eines Hundes. Charlie kann an den Menschen denen er begegnet erschnüffeln, was sie zuletzt gegessen haben, mit wem sie Sex hatten und erkennt das Parfum welches sie tragen. Er hat sich ein Labor eingerichtet, in denen er selbst Düfte kreiert. Meiner Meinung nach, kommt dieser Geruchssinn im Buch zu oft zum Einsatz was mir teilweise etwas zu viel war.

Auch Charlies sympathische, autistische kleine Schwester hat eine besondere Begabung. Sie kann die Bücher die sie in Unmengen liest in ihr Gedächtnis „kopieren“. Die Idee des Autors sie nur in Zitaten aus den Büchern die sie gelesen hat sprechen zu lassen ist wirklich originell!

Die anderen eigenartigen Personen der Familie und Charlies Freunde sind mir schnell ans Herz gewachsen. Ein ganz besonderer und für die Geschichte wichtiger Charakter ist natürlich Mayra, Charlies Viedeobrieffreundin aus Mexiko. In Rückblicken erfährt der Leser den Anfang ihrer Freundschaft und kann ihre Geschichte bis in die Gegenwart verfolgen.

Gut gefallen hat mir auch die witzige Sache mit dem Hirschgulasch der immer gekocht wurde wenn in der Familie eine Reise bevorstand oder beendet wurde. Die „Gulaschgeschichten“ haben mich oft zum Schmunzeln gebracht.

Die Story ist verrückt und spannend mit viel Fantasie und Liebe zum Detail geschrieben, ein Mix aus Krimi und Familiengeschichte . Es gibt immer wieder unerwartete Wendungen und neue Probleme die Charlie meistern muss. Obwohl es ein sehr dicker Roman ist, ließ er sich zügig lesen und hat mich nie gelangweilt obwohl er stellenweise etwas langatmig war. Das Ende des Buches war schlüssig und konnte mich überzeugen.

Im Ganzen war das ausgefallene Buch von Sebastian Stuertz für mich ein kurzweiliges Lesevergnügen mit ein paar Abstrichen.

Bewertung vom 12.03.2020
Im Schatten des Kronturms / Riyria Bd.0
Sullivan, Michael J.

Im Schatten des Kronturms / Riyria Bd.0


ausgezeichnet

Hadrian Blackwater, ehemaliger Soldat hat das Töten satt. Arcadius ein Professor und alter Freund der Familie bittet Hadrian in einem Brief zu sich zu kommen. Hadrians Vater ist verstorben. Arcadius hat sich um seinen Nachlass gekümmert und will ihm etwas übergeben. Neben einem Amulett erhält Hadrian auch einen seltsamen Auftrag. Er soll sich mit dem Mörder und Dieb Royce zusammentun um für Arcadius ein seltenes Buch stehlen. Hadrian hat Royce schon auf dem Schiff „kennengelernt“ mit dem er seine Reise zu Arcadius gemacht hat. Der verschlossene und unnahbare Zeitgenosse ist ihm absolut unsympathisch und Hadrian hat keinerlei Verständnis für die Morde die dieser auf dem Schiff begangen hat um ihn zu schützen. Denn Royce hatte die Aufgabe, unbemerkt auf Hadrian aufzupassen und ihn sicher zu Arcadius zu geleiten. Die Ablehnung beruht auf Gegenseitigkeit denn Royce hält Hadrian für naiv und dumm. Sie sträuben sich dagegen, den Auftrag zusammen auszuführen doch Arcadius besteht darauf.

Das geheimnisvolle Buch befindet sich im Kronturm, einer gut bewachten Festung. Doch es geht nicht wirklich nur um das Buch sondern um viel mehr. Arcadius hofft, dass die beiden gegensätzlichen Menschen zu einem Team zusammenwachsen. Für Hadrian und Royce beginnt ein gefährliches Abenteuer…

Mich konnte das Buch in dem die Vorgeschichte der Riyria-Chroniken erzählt wird von der ersten Seite an fesseln. Die Geschichte um die beiden gegensätzlichen Protagonisten ist sehr spannend geschrieben und ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Die Charaktere von Hadrian und Royce sind in ihrer Unterschiedlichkeit kaum zu übertreffen und sehr gut dargestellt. Man fiebert bei ihren Abenteuern mit und hofft, dass sie sie lebendig überstehen und sich zusammenraufen können. Es gibt harte Kämpfe aber in den Dialogen kommt der trockene Humor der beiden immer wieder zum Ausdruck.

Neben Hadrians Geschichte wird in diesem Roman eine weitere erzählt, die tragische Geschichte von Gwen. Sie hat von ihrer Mutter die Gabe der Seherin geerbt. Als ihre Mutter auf der Reise stirbt, muss sie ihr versprechen weiter bis Medford zu reisen. In der Stadt angekommen muss das arme Mädchen als Hure arbeiten. Gwen war mir schnell sympathisch und ich habe ihre Erlebniss mit Spannung und Mitgefühl verfolgt. In der Stadt treiben sich brutale Gestalten herum aber Gwen findet auch liebe Menschen die helfen ihr Leben in eine andere Richtung zu lenken. Auch in diesem Teil des Romans sind die Charaktere ausführlich und glaubhaft beschrieben. Die Sprache ist bildlich und man kann das Leben in der Stadt vor sich sehen.

Der Wechsel der beiden Erzählstränge macht das Buch noch spannender zu lesen, ich wollte immer wissen, wie es den unterschiedlichen Protagonisten weiter ergeht.

Für mich war es der erste Band der Riyria Chroniken. Er hat mich so begeistern können, dass ich den nächsten Teil sofort lesen werde…

Bewertung vom 05.03.2020
Milchmann
Burns, Anna

Milchmann


ausgezeichnet

Die Protagonistin, eine junge Frau lebt in einem Arbeiterviertel in Nordirland . Das Leben Mitte der 70er Jahre während der „Troubles“ ist alles andere als einfach, es ist besser wenn man nicht auffällt. Doch plötzlich interessiert sich ein älterer, verheirateter Mann „Milchmann“ für sie. Er fängst an sie zu stalken, nimmt Kontakt zu ihr auf und stellt Besitzansprüche. Im Umfeld der jungen Frau bleibt dies nicht unentdeckt und es entstehen schnell Gerüchte. Ihr Leben wird zusehends komplizierter da sie für andere interessant ist und unter Beobachtung steht. Selbst in ihrer Familie trifft sie auf Misstrauen und so langsam verliert sie sich selbst.


Der Sprachstil des Roman ist außergewöhnlich, bildlich, manchmal humorvoll aber auch schon mal beängstigend. Das Buch ist gut lesbar aber inhaltlich kein Leichtgewicht. Das Thema „Troubles“ wird von der Autorin in einer ungewöhnlichen Art dargestellt. Teilweise sind die Beschreibungen schon fast komisch, aber die Angst und die Gewalt sind trotzdem immer spürbar. Überall herrscht Misstrauen und das Sozialleben wird von den Nachbarn kontrolliert, Familien werden zerrüttet.

Eine Besonderheit in dieser Geschichte ist, dass die Figuren namenlos sind. Die 18 jährige Protagonistin heißt die „Mittelschwester“ die einen „Vielleicht Freund“ hat. Die Bezeichnungen der Figuren haben einen Bezug zur Ich-Erzählerin oder wurden von den Dorfbewohnern so benannt wie zum Beispiel Schwester Eins, Schwager Drei, Jüngere Schwestern, Atomjunge oder Tabletten Mädchen. Diese Namenlosigkeit macht sie aber nicht wirklich anonym da die Charaktere sehr gut gezeichnet sind. Es ist nicht wichtig wie die Personen heißen, es ist wichtig wer sie sind und was sie für die anderen darstellen.

Mittelschwester ist eine Frau mit eigenem Kopf und liest gerne Romane aus dem 19. Jahrhundert im Gehen. Selbst diese harmlose Verrücktheit stößt auf Unverständnis und macht sie in den Augen ihrer aufmerksamen Umwelt verdächtig. Sie wird als Unaufmerksam und somit als ignorant abgestempelt. Als ihr dann noch eine Affäre mit dem 41 jährigen Milchmann angehängt wird, wird ihr Leben wirklich kompliziert, denn Milchmann ist ein Held der Widerstands.

Mir hat dieses außergewöhnliche Buch sehr gut gefallen. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Atmosphäre des Alltagslebens während der „Troubles“ darzustellen. Der ungewöhnliche Schreibstil hat dieses Buch zu einem besonderen Leseereignis gemacht.

Bewertung vom 20.02.2020
Priest of Bones / Kampf um den Rosenthron Bd.1
McLean, Peter

Priest of Bones / Kampf um den Rosenthron Bd.1


sehr gut

Nach dem gewonnenen Krieg in Abingon kehrt der Armeepriester Tomas Piety zusammen mit seiner rechten Hand Bloody Anne und einigen Soldaten in seine Heimatstadt Ellinburg zurück. Hier hat sich viel verändert seit dem er als erfolgreicher Geschäftsmann die Stadt verlassen hat. Andere Kriminelle haben die Kontrolle über seine Gasthäuser, Bordelle und das gut florierende Casino übernommen. Tomas baut sich mit seinen Soldaten eine schlagkräftige und gewitzte Gang auf mit der er sich sein damaliges Imperium zurückholen will. In seinem Team befindet sich auch ein ganz außergewöhnlicher Junge, Billy the Boy Er ist von den Göttin berührt und hat magische Fähigkeiten die so manchen in der Truppe beängstigen.

"Priest of Bones - Der Kampf um den Rosenthron" ist der erste Band einer vielversprechenden Fantasy Saga und konnte mich von der ersten Seite an in seinen Bann ziehen. Der Kriegsrückkehrer Tomas Piety ist zwar mittlerweile Priester hat aber aus seinem früheren kriminellen Leben so einiges auf dem Kerbholz. Tomas ist der Erzähler der Geschichte und der Leser erlebt die Rückeroberung seines Imperiums im inneren der Banditentruppe mit. Obwohl die Protagonisten Kriminelle sind, sind sie mir trotzdem schnell sympathisch geworden. Nur mit Kampf und Waffengewalt kommt die Bande nicht immer zum Ziel und es muss auch schon mal ein gewitzter Plan her um das gewinnbringende Casino zurückzuerobern.

Eine besondere Persönlichkeit ist der Junge Billy the Boy der mit seinen außergwöhnlichen Fähigkeiten Magie in die Geschichte bringt. Er ist auch ohne richtige Ausbildung sehr stark und kann gegen erfahrene Magier bestehen was Tomas für sich zu nutzen weiß.

Die Stimmung in der Stadt ist düster und kriegerisch. Es gibt viele Kriminelle, rivalisierende Banden und hart arbeitende Menschen aber nur wenige reiche Adlige. Dem Autor ist es gelungen eine mittelalterliche Atmosphäre zu schaffen in die man sich regelrecht hineinversetzt fühlt. Die Sprache ist oft derb und recht einfach was gut zum Erzähler Tomas passt, der keine richtige Schulbildung genossen hat. Trotz seiner Einfachheit ist Piety ein komplexer Charakter. In seiner Aufgabe als Priester nimmt er seinen Jungs und Bloody Anne, der einzigen Frau im Trupp, die Beichte ab und spendet ihnen Trost. Als krimineller Bandenchef der „Pious Men“ schafft er es immer wieder seine Leute zu motivieren ihm zu folgen und für ihn zu kämpfen was er aber auch dementsprechend entlohnt.

Im Laufe der Geschichte stellt sich heraus, dass Tomas nicht nur für seine Zwecke den Kampf um Ellinburg führt. Ailsa verlangt von Tomas im Geheimen für die Krone zu arbeiten da sonst Kriminelle aus dem Norden versuchen werden die Macht in der Stadt zu übernehmen. Tomas hat Angst vor einem neuen Krieg der diesmal seine Stadt bedroht und lässt sich immer mehr von Ailsa manipulieren…

Der erste Band der Reihe war sehr spannend zu lesen und ich bin gespannt wie es weitergeht. Denn Tomas ist noch lange nicht am Ziel..

Bewertung vom 05.11.2019
Die Ewigkeit in einem Glas
Kidd, Jess

Die Ewigkeit in einem Glas


ausgezeichnet

Bridie Devines neuer Auftrag ist mysteriös und sehr seltsam. Sie wird von Sir Edmund beauftragt, seine entführte Tochter aufzufinden. Die Dienerschaft des Adligen reagiert feindselig auf Bridies Besuch und Fragen. Keiner scheint die Tochter Christabel je gesehen zu haben. Sie hatte ein Zimmer in einem Trakt des Hauses, der für alle außer dem seltsamen Kindermädchen verschlossen war. Komisch auch, dass der Hausarzt und das Kindermädchen auch nicht mehr aufzufinden sind. Bridie verschafft sich Zugang zu Chritabels Zimmer und ahnt, dass das seltsame Mädchen in großer Gefahr ist. Bei ihrer Suche wird Bridie von ihrem neuen Begleiter, dem toten Ruby beschützt. Denn Briedie hat einen gefährlichen und grausamen Gegner der aus der Vergangenheit wieder aufgetaucht ist. Ein Sammler menschlicher Kuriosäten …

Bridie Devine ist eine sympathische und engagierte Ermittlerin. Ihr Charakter ist von der Autorin sehr detailreich beschrieben. Man erfährt durch die Rückblicke im Roman viel aus ihrer Vergangenheit und ahnt welche Rolle ihr ständiger, toter Begleiter Ruby darin gespielt hat. Mit dem Geist Ruby, einem ehemaligen Boxer, hat Jess Kidd einen weiteren interessanten und außergewöhnlichen Protagonisten geschaffen. Auch alle anderen Charaktere sind sehr gelungen und in ihrer Art sehr speziell und außergewöhnlich. Da wäre zum Beispiel das riesige Hausmädchen Cora, ein recht verrückter Zirkusdirektor, ein Chemiker der geniale Mischungen von Pfeifentabak entwickelt hat – und natürlich Christabel mit ihrem unsympathischen Kindermädchen das ständig “Märchen“ erzählt…. Christabel ist wirklich etwas besonderes und auch etwas beängstigend… Die Suche nach dem entführten Mädchen gestaltet sich für Bridie sehr schwierig, da sie von ihrem Vater keinerlei Unterstützung bekommt.

Es war sehr spannend Bridie bei ihren gefährlichen Ermittlungen zu begleiten. Der Fall ist alles andere als logisch und eigentlich glaubt Bridie nicht an Geister, dennoch wird sie von einem begleitet und beschützt. Und auch bei Christabel ist man sich nie so sicher ob es sich nicht doch um ein normales Mädchen handeln könnte? Realität und Fiktion liegen in diesem fantastischen Krimi eng beieinander.

Jess Kidd ist es auch gelungen, einen lebendigen Eindruck vom Leben in London im neunzehnten Jahrhundert zu übermitteln. Der Fortschritt zieht in die Gesellschaft ein, dennoch wird das Leben oft noch vom Aberglauben geprägt.

Mir hat dieser mysteriöse und fantastische Krimi sehr gut gefallen. Auch der Humor kam nicht zu und das Buch hat mich des öfteren schmunzeln lassen.

Bewertung vom 08.10.2019
Hotel Cartagena / Chas Riley Bd.9
Buchholz, Simone

Hotel Cartagena / Chas Riley Bd.9


sehr gut

Eine spektakuläre Geiselnahme in einer Hotelbar in St Pauli, im Hamburger Hafen : Zwölf schwerbewaffnete vermummte Männer nehmen die Gäste und das Personal in ihre Gewalt. Unter ihnen befindet sich auch Staatsanwältin Chastity Riley und einige ihrer Kollegen.
Nach und nach stellt sich heraus, dass das Motiv des Anführers weit in der Vergangenheit zu finden ist. In den 80 iger Jahren will Henning, ein junger Mann vom Kiez raus aus seiner hoffnungslosen Welt. Er heuert auf einem Schiff an und steigt in Kolumbien in den Drogenhandel ein. Er vermittelt zwischen Cartagena und Hamburg. Doch auf Geld und gutes Leben folgt für ihn die Hölle. Er wird verraten und muss fliehen. Als er Jahre später die Chance auf Vergeltung bekommt, kehrt er nach Hamburg zurück …

Das Buch berichtet abwechselnd aus zwei Perspektiven. Staatsanwältin Riley feiert mit Kollegen in der Hotelbar den Geburtstag des pensionierten Hauptkommissars Faller bis die Bar von zwölf Geiselnehmern gestürmt wird.

Die anderen Kapitel beschreiben das Leben von Henning, wie er als Junge auf dem Kiez aufwächst und die große Chance sein Leben zu verbessern im Drogengeschäft findet. Obwohl er ein Krimineller ist, ist sein Charakter recht sympathisch dargestellt. Seine Lebensgeschichte ist ausführlich beschrieben, so dass man das Gefühl hat ihn gut kennen zu lernen.

Man ahnt recht schnell, dass die beiden Erzählstränge irgendwann zusammenlaufen müssen, was sich später auch bewahrheitet.

Es ist schwierig, etwas über die Story auszusagen, ohne zu viel zu verraten, da das Buch nicht sehr umfangreich ist. Es ist ungeheuer spannend geschrieben und entwickelt einen regelrechten Sog, was wohl auch am typischen, umgangssprachlichen und rasanten Schreibstil der Autorin liegt.

Die Kapitel um Henning haben mir besser gefallen als die in der Hotelbar. Rileys Probleme haben in meinen Augen zu viel Raum eingenommen. Zum Ende der Geiselnahme hin ging mir alles etwas zu schnell und der Showdown kam recht plötzlich.

Im Ganzen war das Buch ein weiterer spannender Fall der Reihe um Staatsanwältin Riley. Aber es gibt andere Bände, die mir besser gefallen haben.

Bewertung vom 30.09.2019
Der Verein der Linkshänder
Nesser, Hakan

Der Verein der Linkshänder


ausgezeichnet

Der legendäre Kommissar Van Veeteren ist im Ruhestand, genießt die Zeit in seinem Antiquariat und sieht mit gemischten Gefühlen seinem 75. Geburtstag entgegen.
Er bekommt Besuch von einem früheren Kollegen, der ihm von einem Fall aus vergangenen Zeiten berichtet. In einer Pension in Osterby sind damals vier Menschen ums Leben gekommen. Sie gehörten als Kinder und Jugendliche zum „Verein der Linkshänder“ und ein Mitglied hatte ein Wiedersehen organisiert. Da nach dem Brand ein Teilnehmer verschwunden war, wurde er schnell als Täter identifiziert, obwohl er niemals aufgefunden worden ist.
Überraschend wurde nun seine Leiche entdeckt. Auch sein Tod liegt lange zurück. Er wurde zur selben Zeit ermordet wie die anderen Teilnehmer des Treffens. Van Veeteren und sein Team hat damals versagt – der Mörder ist immer noch auf freiem Fuß! Van Veeteren beteiligt sich an den aktuellen Ermittlungen.
Es bleibt nicht bei dieser einen Leiche. Im Parallelfall ermittelt ein nicht unbekannter Inspektor Barbarotti. Gibt es eventuell eine Verbindung zwischen den beiden Fällen?

Mich konnte das Buch von der ersten Seite an fesseln. Es spielt in verschiedenen Zeitebenen und beginnt zunächst in der Vergangenheit. Die Kapitel berichten abwechselnd aus den drei verschiedenen Zeiten, sind aber immer mit Jahr und Ort betitelt so dass es nicht zu Verwirrungen kommen kann. Durch den ständigen Wechsel von Zeit und Ort baut sich eine enorme Spannung auf und ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen.

Die Charaktere sind mir durch andere Krimis von Hakan Nesser vertraut und es war schön, alten Bekannte wieder zu begegnen. Van Veetren ist älter und reifer geworden. Teilweise sind seine Gedanken über das Älterwerden und das Leben schon recht philosophisch, was mir sehr gut gefallen hat. Seine Ermittlungsarbeit ist wie gewohnt durch seinen Instinkt geprägt. Er bekommt Unterstützung von seiner Lebensgefährtin Ulrike Fremdli , mit der er auf einer Reise ist um in Abgeschiedenheit seinen 75. Geburtstag zu feiern. Ihre Reise und Gespräche werden von den Ermittlungen geprägt.

Der Fall ist sehr komplex, es gibt viele Verwicklungen und unerwartete Wendungen. Die Ermittlungen sind spannend und es kommen viele Geheimnisse aus der Vergangenheit ans Licht. Besonders unterhaltsam fand ich, dass die Spuren auch nach Schweden führen und dort Inspektor Barbarotti ins Spiel kommt. Eine tolle Idee vom Autor, diese beiden Ermittler zusammen treffen zu lassen!

Ich habe den neuen Kriminalroman von Hakan Nesser mit Begeisterung gelesen und empfehle ihn sehr gerne weiter.

Bewertung vom 19.09.2019
Messer / Harry Hole Bd.12
Nesbø, Jo

Messer / Harry Hole Bd.12


sehr gut

Harry Hole ist am Boden zerstört. Seine Frau Rakel, seine große Liebe, hat ihn verlassen. Seit diesem Verlust trinkt er wieder und hat seinen Job an der Polizeihochschule verloren.

Um ein bisschen Ablenkung zu bekommen arbeitet Harry als einfacher Ermittler wieder bei der Polizei. Svein Finne, den er schon einmal hinter Gitter gebracht hat, ist wieder aufgetaucht und es kommt zu neuen Vergewaltigungen. Harry fängt an, Svein Finne zu verfolgen.

Sein Alkoholkonsum beschert Harry eine Nacht an die er sich nicht erinnern kann. Als er am Morgen aufwacht ist seine Kleidung voller Blut und der Albtraum beginnt …

Im 12. Band der Reihe ermittelt Harry Hole in seinem persönlichsten Fall. Da er suspendiert wurde, muss er dass auf eigene Faust tun. Der Kriminalroman beschäftigst sich sehr viel mit Harrys Privatleben, seinen Gedanken und seinen Gefühlen. Harry ist am Ende, trinkt wieder und auch seinen Job hat er deswegen verloren. Klar, dass er nur düstere Gedanken haben kann und immer weiter abrutscht. Es ist ein typischer Harry Hole Krimi, aber teilweise waren mir die düsteren Gedanken etwas zu langatmig dargestellt.

Die Ermittlungen und er Fall sind sehr spannend. Es gibt verschiedene Handlungsstränge die am Ende zusammenlaufen. Der Leser wird auf falsche Spuren geschickt und es gibt spannende Wendungen bei den Ermittlungen. Viele der Protagonisten haben dunkle Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen. Hier wäre ein bisschen weniger vielleicht mehr gewesen.

Im Ganzen war der Krimi sehr spannend und unterhaltsam zu lesen. Teilweise hatte er aber seine Längen und war etwas überzogen. Für alle Harry Holes Fans aber trotzdem zu empfehlen!

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