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Benutzername: Maddinliest
Wohnort: Borken
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Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 181 Bewertungen
Bewertung vom 19.05.2018
Letzte Fahrt nach Königsberg
Trebbin, Ulrich

Letzte Fahrt nach Königsberg


sehr gut

Ostpreußische Familiengeschichte

In jungen Jahren scheint es das Schicksal gut mit Ella Aschmoneit zu meinen. Sie lebt in einer wohlhabenden Familie und ihr Vater ist als Weinhändler ein angesehener Mann in der Gesellschaft. Für Ella steht fest, sie will wie ihre Schwestern zur Universität, um dann später Ärztin werden zu können. Aber das Schicksal wendet sich, als ihr Vater einen plötzlichen Tod stirbt und Deutschland dem Rest der Welt den Krieg erklärt. Ella steht plötzlich vor vielen Veränderungen und auch die ersten aufkeimenden Gefühle für einen Jungen lassen ihr Leben aus den vorgefertigten Bahnen schlittern...

Der Autor Ulrich Trebbin hat mit "Letzte Fahrt nach Königsberg" einen ergreifenden Roman über das Leben einer jungen Frau zur Zeit des 2. Weltkrieges geschrieben. Er erzählt die Geschichte in einem sehr bildreichen und detailverliebten Schreibstil, der mir die damalige Zeit gut vor Augen führte und springt dabei in den jeweiligen Kapiteln in der Zeit vor und zurück. Dies Zeit- und Perspektivwechsel beleben das Buch und geben manchmal im Nachhinein die Erläuterungen für Geschehnisse aus den vorherigen Abschnitten. Die Protagonisten werden gut dargestellt und passen gut in die damalige Zeit. Sehr gut gefallen hat mir der Einblick in die Gefühlswelt der Personen. Der historische Hintergrund wirkt sehr gut recherchiert und dem Autor ist die enge Verbundenheit zum Ostpreußischen Land anzumerken, in der seine eigen Familien-geschichte verankert ist. Das Buch wirkt so sehr authentisch und gibt ein lebendiges und nachvollziehbares Bild für die dramatischen Zeit der dunklen Stunde Deutschlands.

Insgesamt hat mir "Letzte Fahrt nach Königsberg" gut gefallen, auch wenn mir der Autor an der einen oder anderen Stelle mal etwas zu detailverliebt war. Ein lesenswertes Buch, welches ich gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

Bewertung vom 15.05.2018
Nachts träum ich vom Frieden
Ulreich, Carry

Nachts träum ich vom Frieden


ausgezeichnet

Ein wichtiges Zeitdokument


(3)

Carry Ulreich ist fünfzehn, als sie mit ihrer Familie im Rahmen der Judenverfolgung des 2. Weltkrieges untertauchen muss. Sie finden in Rotterdam Unterschlupf bei einer katholischen Familie und können zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen, welche lange Odyssee in der Fremde vor ihnen liegt und dass das Leben, welches sie bisher geführt haben, nie wieder so sein wird, wie es war.
Die realen Tagebücher der Autorin wurden vom Verlag nur im Bereich der Rechtschreibung der heutigen Zeit angepasst, Ausdrucksweise und Wortwahl wurden bewusst beibehalten. Die Ausdrucksweise ist daher eher puristisch und alltäglich, aber genau dieser Umstand sorgt für eine unglaubliche Authentizität des Buches. Der Leser fühlt, dass es hier um einen intimen Einblick in die Gefühlswelt einer verängstigten und stark verunsicherten jungen Frau handelt. Man fühlt mit, wie sich die Fassungslosigkeit über die Taten der Nazis in Holland und in der ganzen Welt bei Carry Ulreich breit macht und mit der Realisierung der Situation zunehmend auch die Angst Einzug erhält. Die gesamte Familie lebt am Limit und versucht durch unauffälliges Verhalten keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Gleichzeitig nimmt die Not weiter zu und der Hunger wird zum ständigen Begleiter der Familie. Beim Lesen lief es mir das ein oder andere mal eiskalt den Rücken herunter, zu welchen taten der Mensch fähig ist. Obwohl die Fakten der damaligen Zeit hinlänglich bekannt sind, berührte mich der Perspektivwechsel auf die Seite der Betroffenen sehr. Auch die Sehnsucht nach Frieden, die mit fortschreitenden Zeit immer größer wird, lässt sich in den Tagebüchern leicht entnehmen. Man akzeptiert sogar große Offensiven der Alliierten, die von vielen Opfern begleitet werden, nur um den unsäglichen Krieg und damit das große Elend zu beenden.
"Nachts träum ich vom Frieden" ist daher für mich ein wichtiges Zeitdokument, welches die Grausamkeiten der damaligen Zeit aufzeigt, um für eine bessere Zukunft daraus zu lernen. Ich halte es daher für äußerst lesenswert und lege es jeden interessierten Leser ans Herz. Meine Bewertung fällt daher auch mit den vollen fünf von fünf Sternen entsprechend positiv aus.

Bewertung vom 12.05.2018
Der Mond des Vergessens / Die fünf Kriegerengel Bd.1
Durfee, Brian Lee

Der Mond des Vergessens / Die fünf Kriegerengel Bd.1


ausgezeichnet

Tolle High-Fantasy

Die Menschen führen einen unerbittlichen Krieg, welcher letzten Endes von den Göttern hervorgerufen wurde. Die Hoffnungen ruhen auf einen kleinen Waisen-junge namens Nail, ist er Teil einer Prophezeiung? Zudem geht es um die Nachfolge der fünf Kriegerengel und deren Waffen, kommt hier Nail ins Spiel, wenn es um die Nachfolge der Streitaxt geh?

Brian Lee Durfee hat in seinem High-Fantasy-Roman "Der Mond des Vergessens" eine faszinierende Welt aufgebaut. Er beschreibt diese in einem bildreichen und durchaus anspruchsvollen Schreibstil. Zu Anfang haben mich die hohe Anzahl der Namen und die unbekannte Welt ein wenig verwirrt, aber dies ist halt üblich für einen fesselnden High-Fantasy-Roman. Das Durchhaltevermögen wird belohnt, da es dem Autor gelungen ist, mich nach und nach in diese neue Welt zu entführen. Es gibt immer wieder Überraschungen und plötzliche Wendungen, die das Geschehen wieder in eine andere Richtung katapultieren. Ich freue mich jeden falls schon jetzt, mit dem zweiten Teil erneut hierhin eintauchen zu dürfen.

Ein aus meiner Sicht mehr als gelungenes Fantasy-Abenteuer, welches sicherlich auch gehobenen Erwartungen der Fantasy-Literatur gerecht wird. Daher vergebe ich auch gerne eine unbedingte Leseempfehlung und ewerte das Buch mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Bewertung vom 12.05.2018
Krokodilwächter
Engberg, Katrine

Krokodilwächter


ausgezeichnet

Gelungenes Thriller-Debüt

Die beiden Kriminalkommissare Jeppe Komer und Anette Wemer bekommen es mit einem rätselhaften Fall zu tun. Eine junge Frau wird ermordet aufgefunden, ihr Gesicht ist schrecklich entstellt, ihr Mörder hat ihr mit einem Messer Zeichen eingeritzt. Was ist der Hintergrund dieser blutrünstigen Tat? Bei den Ermittlungen stoßen die beiden auf ein Manuskript, welches die Vermieterin des Opfers verfasst hat. Hierin schildert sie genau den Mord, der an der jungen Frau verübt wurde, aber schon einige Zeit vor der Tat. Eine heiße Spur für die Polizei? Handelt es sich eventuell um einen Serienmörder, der die Stadt Kopenhagen in Atem halten will? Eine spannende Jagd beginnt...

Katrine Engberg hat mit "Krokodilwächter" aus meiner Sicht ein beachtliches Debüt im Genre Thriller hingelegt. Sie erzählt die Geschichte in einem ruhigen aber tiefgängigen Schreibstil, der mich schnell an das Buch fesselte. Ihr gelingt es ,mit den beiden Ermittlern zwei interessante Charaktere auf die Jagd nach dem Mörder zu schicken. Jeppe hat nebenbei noch mit seinem Privatleben, welches alles andere als gut für ihn läuft, zu kämpfen, während Anette für ihn den ausgleichenden Pol verkörpert. Ein tolles Team, bei dem es Spaß macht, die Ermittlungen zu verfolgen. Die Spannung wird mit dem mysteriösen Mord an die junge Studentin klassisch aufgebaut und die von Katrine Engberg clever konzipierte Geschichte hält diesen Spannungsbogen über die gesamte Länge auf einem hohen Niveau. Hierbei sorgen überraschende Wendungen für viel Möglichkeit, um die Identität des vermeintlichen Täters und dem Tathintergrund zu spekulieren. Für mich war das Finale so nicht vorhersehbar und rundete den Einstieg der beiden sympathischen Ermittler gut ab. Ein besonders verheißungsvoller Beginn einer neuen Thriller-Reihe aus den skandinavischen Gefilden.

"Krokodilwächter" ist für mich ein packender Thriller, bei dem nicht die spektakulären Morde im Vordergrund stehen, sondern eine tiefsinnige und ausgefeilte Story. Mir hat das Buch einige spannende Stunden beschert, so dass ich "Krokodilwächter" sehr gerne weiterempfehle und es mit den vollen fünf von fünf Sternen! bewerte!!

Bewertung vom 09.05.2018
Ghost Flight - Jagd durch den Dschungel / Will Jaeger Bd.1
Grylls, Bear

Ghost Flight - Jagd durch den Dschungel / Will Jaeger Bd.1


ausgezeichnet

"Wir sind die Zukunft"

Will Jaeger hat noch immer nicht den Verlust seiner Frau und seines Sohnes überwunden, die vor 4 Jahren spurlos verschwanden. Er lebt zurückgezogen und wird eines Tages von einem seiner ehemaligen Kameraden aus einer missliche Situation befreit. Will versucht einen Neuanfang mit einem mysteriösen Auftrag. ER soll ein Team von 10 Leuten durch den dichtesten Dschungel führen, um eine altes Militär-Flugzeug aus dem 2. Weltkrieg zu bergen. Ein Trip, der sich schnell als deutlich gefährlicher herausstellt, als er anfangs schien, und Will auch mit seiner persönlichen Vergangenheit konfrontiert...

"Ghost Flight" ist das Thrillerdebüt des Autors Bear Grylls, welcher bisher eher mit der Herausgabe von Sachbüchern im Bereich des Survival-Trainings von sich Reden gemacht hat. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, veranlasste mich auch genau diese Tatsache dazu, mich mit dem Thriller auseinanderzusetzen. Meine Erwartung, dass der Autor dem Buch, welches im Dschungel spielt, mit seiner Kernkompetenz im Survival-Training eine eigene und äußerst interessante Note geben würde, wurde voll erfüllt. Er erzählt die Geschichte des vom Schicksal getroffenen Ex-Elitesoldaten in einer sehr lebendigen und hervorragend zu lesenden Schreibweise und arbeitet dabei mit vielen kurzen Kapiteln, die durch spannende Cliffhanger immer wieder zum Weiterlesen anregten. Für mich entwickelte sich das Buch so zu einem echten Page-Turner. Die vielen Action-Szenen hielten den gut aufgebauten Spannungsbogen über die gesamte Länge des Buches aufrecht und das Finale brachte viel Licht in die clever konstruierte Geschichte. Das Ende kündigt quasi ein Folgeband an, auf das ich mich nun schon sehr freue.

Mit "Ghost Flight" ist Bear Grylls ein tolles Debüt im Genre Thriller gelungen. Das Buch sticht vor allem mit dem gut eingesetzten Fachwissen des Autors hervor und verleiht der Geschichte so einen besonderen Flair. Von mir erhält das Buch daher die vollen fünf von fünf Sternen und eine unbedingte Leseempfehlung!!

Bewertung vom 09.05.2018
Die Lichter unter uns
Carl, Verena

Die Lichter unter uns


sehr gut

Schicksalshafter Urlaub

Anna Falk verbringt mit ihrem Mann Jo und den beiden Kindern Bruno und Judith ihren Urlaub auf Sizilien. Ein Ort, der für die Eltern als Ziel ihrer damaligen Hochzeitsreise eine besondere Bedeutung hat. Von der großen Liebe und Leidenschaft der damaligen Zeit ist aber leider nicht mehr viel übrig geblieben und der trostlose Alltag hat Besitz von ihnen ergriffen. So kommt es, dass sich eine zufällige Begegnung van Anna und Alexander, einem reichen Unternehmer, zu einer Obsession für die Mutter entwickelt.

Verena Carl beschreibt in ihrem Roman "Die Lichter unter uns" das Leben eines Ehepaares, die sich selber aus den Augen verloren haben und in eine jeweils eigen Scheinwelt geflohen sind. Gemeinsamkeiten gibt es kaum noch und so werden die Urlaubstage auch nicht gemeinsam verbracht, sondern jeweils mit einem Kind, welches als guter Vorwand dient. Eine ideale Ausgangssituation für einen Urlaubsflirt oder mehr. Und genau mit diesen Gedanken setzt sich das Buch auseinander. Die eigene Unzufriedenheit treibt Anna dazu, sich in die scheinbar perfekte Welt des reichen Alexanders zu wünschen, dessen Leben so erstrebenswert scheint. Geschickt zeigt die Autorin aber den Unterschied zwischen Schein und Sein auf und lädt den Leser zum Nachdenken ein. Verena Carl erzählt die Geschichte in einem sehr angenehmen und auch gehaltvollen Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat. Die wohldosierten Perspektivwechsel der Protagonisten lassen das Geschehen lebendiger und vielschichtiger wirken, so dass mich das Buch auch noch im Nachgang beschäftigt hat.

Insgesamt handelt es sich aus meiner Sicht bei "Die Lichter unter uns um einen gelungenen Roman um die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Besinnung auf das eigene Leben. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

Bewertung vom 05.05.2018
The Devine Chronicles 2 - Täuschung
Forbes, M. R.

The Devine Chronicles 2 - Täuschung


sehr gut

Fesselnde Fortsetzung

Es sind nun fünf Jahre vergangen, in denen Landon als Diuscrucis ständig um das wichtige Gleichgewicht zwischen Gut und Böse bemüht war. In dieser Zeit konnte er viele Erfahrungen und Kräfte sammeln, um den niemals enden Kampf zu bestehen. Dieses ist nun auch sicherlich sehr hilfreich bei seiner neuen Aufgabe. Sarah, die Tochter von Josette, welche wiederum Seelenbewohnerin von Landon ist, scheint entführt worden zu sein. Landon macht sich auf den Weg, um sie zu befreien...


Täuschung ist der zweite Band aus der "Divine-Chronicles"-Reihe und er steht dem guten ersten Band in nichts nach. Die vom Autor M.R. Forbes erschaffene Welt um Gut und Böse, in der der Haupt-protagonist Landon als Diuscrucis die ständige Aufgabe hat, ein Gleichgewicht zu schaffen, konnte mich wieder fesseln. M.R. Forbes erzählt die Geschichte in einem sehr temporeichen und gut zu lesenden Schreibstil. Die komplexe Welt erfordert aber mit der Vielzahl der Protagonisten und der großen kreativen Fantasie des Autors die volle Konzentration, um der Handlung zu folgen. Die Spannung kommt dabei niemals zu kurz und wird durch die vielen Wendungen und der Frage um Gut und Böse auf einem hohen Niveau gehalten. Geschickt lässt der Autor dabei immer offen, welchen Protagonisten der Diuscrucis nun trauen kann und wem nicht. Das spannende und rasante Finale schließt die Geschichte gut ab und macht Lust auf den letzten Teil der Trilogie.

"Täuschung" ist aus meiner Sicht eine sehr gelungene Fortsetzung der Urban-Fantasy-Reihe aus den USA. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen!!!

Bewertung vom 05.05.2018
Willems letzte Reise
Steinbach, Jan

Willems letzte Reise


ausgezeichnet

Sehr ergreifende Familiengeschichte

Willem lebt ein einsames Leben auf seinem Bauernhof in Ostfriesland. Seine Frau ist vor 17 Jahren gestorben und zu seinen beiden Kindern hat er kaum noch Kontakt. Als seine Tochter Marion Probleme mit der Unterbringung ihres Sohnes Finn hat, bringt sie ihn kurzerhand auf den Bauernhof und fordert die Hilfe von ihrem Vater ein. Dieser ist zunächst wenig begeistert von dem Jungen, der aus seiner Sicht nur den täglichen Ablauf stört, aber mit den immer häufigeren Treffen der Beiden kann sich Willem kaum noch den Charme seines Enkels entziehen...

Jan Steinbach erzählt in "Willems letzte Reise" eine sehr berührende und emotionale Familiengeschichte. Er schreibt in einer einfachen, aber zugleich sehr berührenden Sprache, die sich hervorragend lesen lässt und mich schnell in den Bann schlagen konnte. Den besonderen Charme erhält das Buch von seinen beiden Haupt-protagonisten. Der knurrige und mit seinem Leben sehr unzufriedene Landwirt Willem und sein lebensfroher Enkel Finn. Das Zusammenspiel der beiden entwickelt sich im Verlauf zu einem guten Miteinander, wobei aber zunächst noch einige Hürden zu nehmen sind. Die Geschichte erscheint gerade über die Entwicklung des Schicksals dieser beiden Personen sehr emotional und ich fieberte als Leser kräftig auf ein gutes Ende hin. Das Finale ist aus meiner Sicht gut gelungen und rundet das Buch authentisch ab, ohne ins klischeehafte abzudriften.

"Willems letzte Reise" war für mich ein überraschend guter und erfrischender Roman über das Leben, wie es sich täglich um uns herum abspielt. Von mir erhält das Buch daher mit fünf Sternen die volle Anzahl und ich empfehle es sehr gerne als eines meiner Lese-highlights in diesem Jahr weiter.

Bewertung vom 01.05.2018
Alles was glänzt
Gamillscheg, Marie

Alles was glänzt


gut

Das Schicksal des Berges

Der angrenzende Berg ist das Lebenselixier für ein kleines Dorf. Der Bergbau sorgte für das sorgenfreie Leben der Bewohner, nur die Ertragskraft der Natur ist nicht unerschöpflich. Weit entfernt von nachhaltigem Bergbau wurden tiefe Stollen in den Berg gegraben, die ihm nun seinen Statik nehmen und er droht einzustürzen. Mit dem kränkelnden Berg nimmt auch das Schicksal der Anwohner seinen Lauf...

"Alles was glänzt" ist der Debütroman der jungen aber schon mehrfach ausgezeichneten Autorin Marie Gamillscheg. Sie erzählt die Geschichte in einem außergewöhnlichen und durchaus anspruchs-vollen Schreibstil, der ihr großes Potential andeutet. Mit dem Buch wurde ich aber leider nicht wirklich warm. Mir bleibt auch nach dem Ende des Buches die beabsichtigte Aussage der Autorin verborgen. Es ist interessant, den Entwicklungen der beschriebenen Prota-gonisten zu folgen und es macht Spaß, die kreative Umsetzung zu erleben, aber für mich stellte sich zum Schluss keine Aha-Erlebnis ein und ich blieb ein wenig ratlos zurück. Das Thema war sehr gut gewählt und spricht mich als Kletterer und Naturfreund sehr an, dennoch konnte mich das Werk nicht wirklich überzeugen. Ich bin aber sehr gespannt auf weitere Werke der Autorin, die ein sehr großes erzählerisches Talent zu haben scheint.

"Alles was glänzt" konnte mich leider nicht überzeugen, vielleicht war ich aber auch nur der falsche Adressat für das Buch. Meine Bewertung lautet daher drei von fünf Sternen!!

Bewertung vom 29.04.2018
Das Böse in deinen Augen
Blackhurst, Jenny

Das Böse in deinen Augen


gut

Wenn Augen töten könnten...

Die Kinderpsychologin Imogen Reid kehrt nach einem Vorfall bei ihrem letzten Arbeitgeber in ihre Heimatstadt zurück. Sie betreut Jugendliche an einer Schule und bekommt kurz nach Aufnahme ihrer Tätigkeit den Fall der elfjährigen Ellie Atkinson zugewiesen. Zufällig wurde Imogen schon im Vorfeld Zeugin eines Vorfalls, bei dem Ellie angeblich eine Mitschülerin auf die Straße gestoßen hätte. Es ranken sich Gerüchte, dass Ellie mit ihren "bösen Augen" Dinge bewegen kann, ohne sie zu berühren. Auch ihre bisherige Bertreuerin hat sich plötzlich zurückgezogen. Was hat es mit dem jungen Mädchen auf sich? Lauert das Böse in ihr?

Nach den sehr guten Bewertungen zu "Die stille Kammer" war ich sehr gespannt auf das neue Werk der Autorin Jenny Blackhurst. Meine hohen Erwartungen konnte der Psychothriller aber leider nicht gerecht werden. Der lebendige und gut zu lesende Schreibstil der Autorin gefiel mir gut, allerdings kam ich niemals richtig in das Buch hinein. Die Geschichte um die elfjährige Ellie Atkinson begann sehr mystisch und vielversprechend. Stellenweise wurde ich erinnert an Stephen Kings Erstlingswerk "Carrie", aber im Verlauf des Buches drängte sich das Schicksal von Ellies Betreuerin Imogen Reid zu sehr in den Vordergrund, was zu einigen Längen in dem Thriller führte. Die Spannung litt leider unter den ausschweifenden Schilderungen aus Imogen Vergangenheit, so dass der Thrill bei mir niemals wirklich aufkommen wollte. Im Finale zog das Tempo zwar nochmals an, konnte meinen Eindruck vom Buch insgesamt aber auch nicht mehr umstimmen.

In "Das Böse in deinen Augen" nimmt die Autorin Jenny Blackhurst eine gute Idee auf, kann aber aus meiner Sicht das Potential der Geschichte nicht ausschöpfen. Ich bewerte das Buch mit drei von fünf Sternen.