Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Maddinliest
Wohnort: Borken
Über mich:
Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 205 Bewertungen
Bewertung vom 12.07.2018
Fake
Rayburn, James

Fake


ausgezeichnet

Guter Thriller mit aktuellem Thema

Die Friedensverhandlungen zwischen Amerika und dem Nahen Osten sind ins Stocken geraten. Die anerkannte und sehr beliebte Aktivistin Catherine Finch befindet sich als Geisel in den Händen skrupelloser Entführer. Bei dem Versuch Catherine als Symbol-Figur der Friedensverhandlungen frei zu kaufen, wird sie Opfer eines Drohnen-Angriffs. Um die Verhandlungen nicht zu gefährden wird der renommierte CIA-Agent Pete Town hinzugezogen, um den ver-meintlichen Tod Catherine Finchs zu vertuschen. Pete Town gerät dabei zwischen die Fronten und es entwickelt sich für alle Beteiligten ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel.

Der sehr erfahrene und erfolgreiche Autor James Rayburn ist auch noch als Drehbuchautor und Regisseur tätig, was seinem vorliegen-den Thriller "Fake" auch sehr gut anzumerken ist. Er erzählt die Geschichte in einem sehr bildreichen und äußerst temporeichen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt und mich schnell in der Geschichte fesselte. Sein Hauptprotagonist Pete Town ist als ein erfahrener und mit allen Wassern gewaschener CIA-Agent interessant gezeichnet und verleiht dem Thriller seinen besonderen Charme. Der Spannungsbogen wird gekonnt mit dem Attentat auf Catherine Finch aufgebaut und durch die das Netz der Verstrick-ungen und überraschenden Verbindungen auf einem hohen Niveau gehalten. Interessant war dabei für mich, den Überlegungen und Handlungen der unterschiedlichen Seiten zu folgen, welche James Rayburn gut in Szene gesetzt hat. Auch das fulminante Finale konnte mich streckenweise überraschen und eine nachvollziehbare und zufriedenstellende Auflösung liefern.

"Fake" ist für mich ein spannungsgeladener und temporeicher Polit-Thriller, der mich überzeugen konnte, so dass ich das Buch mit guten vier von fünf Sternen bewerte und gerne weiterempfehle.

Bewertung vom 12.07.2018
Mein kaltes Herz
Prudenzi, Patrzia Sabrina

Mein kaltes Herz


ausgezeichnet

"Reinigung"

Es beginnt mit einem äußerst grausamen Mord zu dem der Kriminalkommissar Martin Kornell gerufen wird. Dem Opfer wurde der Brustraum geöffnet und das Herz entnommen, stattdessen liegt ein verzierter Stein in seinem Körper. Eine Beziehungstat oder handelt es sich um einen psychisch gestörten Täter? Schon am nächsten Abend wird das zweite Opfer ähnlich entstellt aufgefunden. Welche Gemeinsamkeiten weisen die Opfer auf? Kannten sie sich? Hatten sie gemeinsame Interessen? Die Ermittler stehen vor einem Rätsel und mit einer erschreckenden Schnelligkeit tötet der Täter weiter...

Patrizia Sabrina Prudenzi hat mit "Mein kaltes Herz" einen außer-gewöhnlichen und packenden Thriller geschrieben. Sie erzählt die Geschichte in einem lebendigen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil. Mit Martin Kornell hat sie einen interessanten und liebenswürdigen Charakter geschaffen, der sich neben den Mord-Ermittlungen auch mit seinem eigenen Leben auseinanderzusetzen hat. Die Spannung wird zu Beginn des Buches mit dem ersten Mord aufgebaut und daraufhin mit den ungewissen Beweggründen und der folgenden Taten auf einem sehr hohen Niveau gehalten. Im Finale nimmt dann noch einmal das Tempo und die Dramatik deutlich zu und die Auflösung wirkt auf mich nachvollziehbar und stimmig. Die Hintergrundgeschichte behandelt ein ernstes Thema, welches von der Autorin sorgfältig und nicht reißerisch aufgearbeitet wird und mich als Leser durchaus betroffen zurückgelassen hat.

"Mein kaltes Herz" ist aus meiner Sicht ein packender Thriller, der mir einige spannende Stunden bescherte und sich in seiner Art von vielen anderen Büchern des Genres unterscheidet. Ein tolles Buch, welches ich gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte!!!

Bewertung vom 12.07.2018
Hopfenkiller
Schröfl, Andreas

Hopfenkiller


ausgezeichnet

Mord in der Brauerei-Szene

Die Münchener Bierbrauer bekommen es plötzlich mit einer scheinbar übermächtigen Konkurrenz aus Übersee zu tun. Ein amerikanischer Bierbrauer namens Garreth Vane mischt den Markt mit seinen importierten Craft-Bieren neu auf und versucht gar das heilige Reinheitsgebot zu kippen. Die Situation wird sehr heikel, als plötzlich der erste tote Bierbrauer zu beklagen ist, worauf der zweite auch nicht lange auf sich warten lässt. Steckt Garreth Vane dahinter? Alle rufen nach dem Sanktus, aber der hat seiner Kathi spätestens mit der Geburt seines Schorschis versprochen niemals mehr zu ermitteln...

"Hopfenkiller" ist der vierte Band um den gemütlichen Bierbrauer Alfred Sanktjohanser, der nicht nur vom Hopfen viel versteht, sondern auch im Ermitteln eine Koryphäe ist. Wie in den ersten drei Bänden gelingt dem Autor Andreas Schröfl erneut eine äußerst gelungene Mischung aus Spannung und Humor. Trotz der Morde herrscht in den Büchern um den Sanktus eine lockere und gelöste Atmosphäre, der es einfach Saß macht zu folgen. Andreas Schröfl arbeitet dabei mit dem aus meiner Sicht wohldosierten Einschub von heimischen Dialekten, die der Geschichte einen gelungenen Lokalkolorit verleihen. Die Spannung kommt dabei aber auch nicht zu kurz, und gerade bei seinem vierten Fall bekommt es der Hobby-Ermittler mit einer harten Nuss zu tun, bei der die Lösung bis zum Ende offen bleibt. Den besonderen Charme erhalten die Bücher aber durch ihre Protagonisten. Da ist natürlich zunächst der Sanktus selbst zu nennen, aber auch sein Umfeld mit dem indischen Gastwirt Bhupinder, dem hessischen Ermittler Demuth und sein Freund der Steuerberater Drengler sorgen für viel Unterhaltung.

"Hopfenkiller" ist für mich eine äußerst gut gelungene Fortsetzung der Krimi-Reihe aus der Brauerei-Szene Münchens. Ich hoffe, dass es trotz des immer größer werdenden Widerstands seiner Kathi es noch zu einigen spannenden Fällen für den Sanktus kommt. Ich empfehle daher die ganze Serie sehr gerne weiter und bewerte den vierten Band mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Bewertung vom 25.06.2018
Schwarzes Requiem, 12 Audio-CDs
Grangé, Jean-Christophe

Schwarzes Requiem, 12 Audio-CDs


ausgezeichnet

Düstere Begierden

Gregoire Morvan ist ein äußerst autoritärer und einflussreicher Mann im Dienste des französischen Innenministeriums. In seiner persönlichen Vergangenheit ruhen viele düstere Geheimnisse, denen sich sein Sohn Ervan widmen möchte. Angetrieben vom Rätsel um einen schrecklichen Mörder, der der Nagelmann genannt wird und die Familie bedroht macht er sich in den kriegerischen und gefährlichen Kongo auf. Dort warten erschütternde Informationen und tödliche Gefahren auf den jungen Pariser Polizeikommissar...

"Schwarzes Requiem" ist die Fortsetzung des Thrillers "Purpurne Rache" vom erfolgreichen Thriller Autor Jean-Christophe Grange. Mir war der erste Teil nicht bekannt, so dass ich auch anfangs große Schwierigkeiten hatte, die vielen Protagonisten mit französischen Namen zuzuordnen. Erschwerend kommt hinzu, dass Jean-Christophe Grange eine aus meiner Sicht sehr komplexe und clever konzipierte Geschichte aufgebaut hat, die meine volle Konzentration erforderte, um ihr zu folgen. Es lohnte sich, die ersten Anfangs-Schwierigkeiten zu bewältigen, da das Buch mich zunehmend immer mehr in Beschlag nahm. Geprägt wird das Geschehen von über-raschenden Wendungen und neuen Facetten, die alles wieder in einem anderen Licht erscheinen lassen. Gleichzeitig hat der Autor keine Probleme damit, seine Protagonisten auch mal sterben zu lassen, was bei mir zu teilweise großem Erstaunen führte. Das fulminante Finale legt den gesamten Hintergrund nachvollziehbar offen und schließt einen fesselnden und beeindruckenden Thriller gekonnt ab.

In der Hörbuchfassung hat der Lübbe-Audio-Verlag mit Dietmar Wunder eine aus meiner Sicht perfekte Stimme gefunden. Seine facettenreiche und ruhige Tonlage gibt den Protagonisten ihren eigenen Charakter und hilft die vielen Protagonisten auseinander-zuhalten.

Insgesamt hat mir "Schwarzes Requiem" mit seiner Vielschichtigkeit einige spannende und fesselnde Stunden beschert, so dass ich das Hörbuch gerne an Liebhaber des Genres Thriller weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

Bewertung vom 25.06.2018
Solange du lügst
Belle, Kimberly

Solange du lügst


sehr gut

Iris und Will sind glücklich, sie führen eine harmonische Ehe und haben beschlossen, dass es der richtige Zeitpunkt für ein gemein-sames Kind sei. Als Will früh morgens zum Flughafen fährt, um an einem Meeting in Orlando teilzunehmen, ist die Welt noch in Ordnung, als Iris kurze Zeit später erfährt, dass Will bei einem Flugzeugabsturz Richtung Seattle verunglückt ist, kommt der große Schock. Warum war Will an Bord des Fluges Richtung Seattle? Warum hat er Iris erzählt, er fliege nach Orlando? Ist Will wirklich beim Flug-zeugabsturz verunglückt?

In "Solange du lügst" beschreibt die Autorin Kimberly Belle ein spannendes Verwirrspiel aus Lügen und Intrigen. Sie erzählt die Geschichte in einem flüssig zu lesenden und lebendigen Schreibstil, der mich schnell gefesselt hat. Sehr gut vermittelt sie die hilflose und verstörende Situation der Hauptprotagonistin, für die nach dem vermeintlichen Tod ihres Ehemannes eine Welt zusammenbricht. Ihre gefühlte Verzweiflung steigt im Verlaufe des Buches mit dem Aufdecken immer neuer Wahrheiten und Kimberly Belle hält damit die Spannung auf einem hohen Niveau. Das aus meiner Sicht überraschende, aber auch überzeugende Finale rundet den Thriller aus meiner Sicht sehr gut ab.

"Solange du lügst" ist aus meiner Sicht ein gelungener Thriller, bei dem der Leser immer wieder in neue Richtungen gelenkt wird und der ganzen Wahrheit wohl erst im Finale auf die Schliche kommt. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen!!

Bewertung vom 25.06.2018
Du springst, ich falle
Madjidi, Maryam

Du springst, ich falle


ausgezeichnet

Meine Heimat

Maryam Madjidi wird 1980 im Iran geboren. Ihre Eltern sind leiden-schaftliche Regimekritiker und treten auch öffentlich für die Freiheit ein. Ein nicht gern gesehener Umstand in Iran, so dass es kurze Zeit später lediglich die Option gibt, das Land zu verlassen. Die kleine Maryam kehrt ihrer Heimat mit fünf Jahren den Rücken und muss im vermeintlichen freien Paris als Exilantin ihr Leben aufbauen.

Die Autorin und gleichzeitig auch Hauptprotagonistin ihres Buches, legt mit ihrem Roman ein bemerkenswertes Debüt hin. Ich war positiv überrascht, wie es ihr gelingt, die Unannehmlichkeiten ihrer alten Heimat mit so viel Leidenschaft und Herzblut zu schildern, dass die Sehnsucht zu ihren Wurzeln nachvollziehbar bestehen bleibt. Sie entwickelt sich von einem verunsicherten und zurückgezogenen Mädchen zu einer selbstbewussten und leidenschaftlichen Frau. Ihr Weg dorthin ist von vielen Gefühlen und persönlichen Niederlagen geprägt, die sie aber in ihrer Persönlichkeit stärken. So lehnt sie es anfangs strikt ab, die französische Sprache zu lernen, um später ihre Muttersprache zu verleugnen. In ihrer Selbstfindung versucht sie sich darüber im klaren zu werden, was für sie Heimat bedeutet. Maryam Madjidi erzählt aus ihrem Leben in einem aus meiner Sicht sehr schönen und bemerkenswerten Schreibstil. Sie beschreibt die Situationen streckenweise poetisch und es macht einfach Spaß ihren Worten zu folgen.

"Du springst, ich falle" hat mich wirklich positiv überrascht. Ein sehr schönes Buch mit einem ernsten Hintergrund, Welches zum Nach-denken anregt. Von mir gibt es dafür eine absolute Leseempfehlung und die vollen fünf von fünf Sternen. Ein kleiner Schatz!!!

Bewertung vom 23.06.2018
Kluftinger / Kommissar Kluftinger Bd.10
Klüpfel, Volker; Kobr, Michael

Kluftinger / Kommissar Kluftinger Bd.10


ausgezeichnet

Kluftinger in Gefahr

Kommissar Kluftinger ist glücklich. Er verlebt zur Zeit ein ruhige Leben und erfreut sich tagein und -aus an seiner neuen Großvater-Rolle. Bei einem Besuch des Friedhofs an Allerheiligen erlebet Kluftinger aber eine böse Überraschung. Ein frisch aufgetragenes Grab wird mit einem Holzkreuz markiert, auf dem sein Name steht. Trachtet jemand nach seinem Leben? Ein wenig irritiert setzt er sich aber nicht weiter mit dem Thema auseinander, wird aber kurze Zeit später mit einer ähnlichen Situation konfrontiert. Kluftinger beginnt in seiner Vergangenheit zu forschen, um den scheinbar eindeutigen Hinweisen ihren Ursprung zu entlocken...

"Kluftinger" ist mit dem zehnten Band der Reihe um den liebenswerten Ermittler bereits ein Jubiläumsband, für mich stellte er aber als Quereinsteiger den Start in die Serie dar. Der für mich als Novize unbekannte Hauptprotagonist ist hervorragend gezeichnet und besticht aus meiner Sicht mit seiner menschlichen und natürlichen Art. Das erfolgreiche Autoren-Duo Klüpfel Kobr erzählt die Geschichte in einem hervorragend zu lesenden Schreibstil, in dem es ihnen gelingt, Spannung und Humor in eine sehr gelungene und wohldosierte Kombination zu bringen. Der Unter-haltungswert war für mich sehr hoch und die clever konzipierte Geschichte überzeugt nicht durch blutrünstige und spektakuläre Taten, sondern durch die Spannung um eine möglicherweise bevorstehende Tat und deren Hinter-gründe. Das temporeiche Finale rundet den Krimi für mich nachvollziehbar ab und hat bei mir das Interesse an den neun Vorgängerbänden geweckt.

Auch wenn mir der Hauptprotagonist Kluftinger noch nicht vertraut war, habe ich ihn schnell in mein Herz geschlossen. Der große Erfolg der Serie ist mir nun verständlich und ich kann das Buch auch als Einstiegsmöglichkeit in die Serie wärmstens empfehlen. Ich bewerte das Buch mit den vollen fünf von fünf Sternen und freu mich auf weitere Fälle mit Klufti.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.06.2018
Barbarentage
Finnegan, William

Barbarentage


sehr gut

Auf der Suche nach der perfekten Welle

William Finnegan verfällt schon in frühen Jahren einer großen Leidenschaft, die sein weiteres Leben stark beeinflussen wird, dem Surfen. Nachdem es ihm anfangs hilft sich in seiner eigenen Umgebung zu behaupten, war das Surfen in seinem weiteren Leben der Schlüssel zu unendlichen Erlebnissen und Abenteuern. In Barbarentage erzählt nun William Finnegan von seiner ständigen Suche nach der perfekten Welle und den dabei entstandenen Nebenwirkungen.

Der Autor ist Journalist beim "New Yorker" und schrieb beachtete Reportagen über brisante Themen, wie dem Bürgerkrieg in Sudan, oder dem Apartheidsregime in Südafrika. Sein Schreibstil lässt daher schon eine Professionalität erkennen, aber durch die eigene Leidenschaft für das Surfen erscheint das Buch auch sehr emotional. Finnegan beschreibt, wie er vor einem moralischen Konflikt steht, wenn er auf der Suche nach den optimalen Bedingungen für seine Freizeitaktivität, an Orte geführt wird, wo Probleme wie Hunger und Armut das Leben bestimmen. Dennoch kommt seine Leidenschaft immer wieder von Neuem zum Vorschein und bietet ihm somit auch eine Möglichkeit aus seinem teilweise belastenden Alltag zu entfliehen. Es gelingt ihm auch, trotz des großen Freiheitsstreben, welches er auf dem Ritt einer perfekten Welle empfindet, eine Familie zu gründen. Er beschreibt die damit verbundenen Herausforderungen, weiß sie aber auch zu meistern.

"Barbarentage" ist für mich eine beeindruckende Biographie eines weitgereisten interessanten Menschen, der uns den Zwiespalt der unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen in einer globalisierten Welt verdeutlicht. Das Buch ist mit viel Herzblut und einem großen erzählerischen Talent geschrieben, was in der Kombination die Auszeichnung mit dem Pulitzerpreis mehr als rechtfertigt. Mich konnte Barbarentage beeindrucken, so dass ich es mit guten vier von fünf Sternen bewerte und anderen Lesern gerne ans Herz legen möchte.

Bewertung vom 22.06.2018
Tod und tiefer Fall
Haller, Elias

Tod und tiefer Fall


ausgezeichnet

"Das Monster"

Ein traumatisches Erlebnis von vor drei Jahren bestimmt noch immer das Leben des Kriminalhauptkommissars Erik Donner. Jeff Balthasaar, sein ehemaliger Kollege, hat seine Tochter entführt und nach einem dramatischen Schlagabtausch auf dem Dach eines Hauses stürzen die drei in die Tiefe. Erik überlebt, im Gesicht schrecklich entstellt, als Einziger das Fiasko und muss nun mit diesem schweren Los sein Leben verbringen. Von seiner ebenfalls entführten Frau fehlt seit dieser Zeit jede Spur. Eines Tages aber wird dem mittlerweile recht lethargischen Erik Donner wieder alles abverlangt, als sich die Stimme des vermeintlich verstorbenen Jeff Balthasaar bei ihm meldet...

Ich habe schon viel Gutes von der Reihe um den Ermittler Erik Donner gelesen und gehört und bin mit entsprechend hohen Erwartungen in den ersten Band "Tod und tiefer Fall" gestartet. Um es direkt vorwegzunehmen, der Thriller von Elias Haller hat mich zu keiner Zeit enttäuscht. Der Autor erzählt die Geschichte in einer sehr temporeichen und packenden Schreibweise, die es mir schwer machte das Buch zur Seite zu legen. Unterstützt wird das hohe Tempo von den vielen kurzen Kapiteln und den damit zusammen-hängenden Perspektivwechseln. Der Spannungsbogen wird direkt im sehr emotionalen und dramatischen Prolog aufgebaut und mit viel Action und überraschenden Wendungen auf einem hohen Niveau gehalten. Das fulminante Finale konnte mich dann überraschen und rundete die gut konstruierte Geschichte gelungen ab. Ein toller Start in eine vielversprechende Thriller-Reihe, die ihren Charme vom exzentrischen und außergewöhnlichen Hauptprotagonisten Erik Donner erhält.

Insgesamt ist "Tod und tiefer Fall" aus meiner Sicht ein sehr gelungener Thriller , der mich mehrere Stunden fesseln konnte und auf spannende Folgebände hoffen lässt. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Bewertung vom 22.06.2018
Vagant / Vagant-Trilogie Bd.1
Newman, Peter

Vagant / Vagant-Trilogie Bd.1


gut

Außergewöhnlicher Schreibstil

Der Vagant schreitet mit einem Schwert bewaffnet und einem Baby unter dem Mantel durch eine düstere Welt. Er hat eine geheime Mission und muss sich auf seinem Weg vielem üblen Gesindel stellen, nachdem die Essenz dunkler Gewalten und Mächte die Herrschaft über die Welt errungen hat. Eine abenteuerliche und ereignisreiche Reise steht dem Hauptprotagonisten bevor...

"Vagant" ist ein außergewöhnlicher postapokalyptischer Roman, der seine Sonderstellung Zweifels ohne durch den Schreibstil des Autors erlangt. Er arbeitet mit vielen kurzen Sätzen und beschreibt Situationen sehr kryptisch. Es erfordert die volle Aufmerksamkeit, der Handlung zu folgen und zumindest mir entging dadurch vieles aus einer scheinbar gut durchdachten dystopischen Welt. Dieser Schreibstil passt zwar auch sehr gut zur äußerst düsteren Atmosphäre im Roman, aber ich fühlte mich ständig "im Nebel" und musste mir viele Zusammenhänge mühevoll erarbeiten. Die Grundidee der Geschichte hat mir richtig gut gefallen, aber aufgrund des besonderen Schreibstils litten für mich die Protagonisten und die Spannung, so dass der Lesefluss auch deutlich ins Stocken geriet. Für mich ist es daher fraglich, ob ich mich den folgenden zwei Bänden der Trilogie noch widmen soll.

Insgesamt ist "Vagant" sicherlich ein dystopischer Roman, der seine Berechtigung hat und auch Anhänger finden wird, bei denen er durchaus Kult-Status erreichen kann, mir war der Schreibstil allerdings zu anstrengend, so dass ich das Buch lediglich mit drei von fünf Sternen bewerte.