Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Kiki.Stella
Danksagungen: 5 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 11 Bewertungen
12
Bewertung vom 04.10.2018
NSA - Nationales Sicherheits-Amt
Eschbach, Andreas

NSA - Nationales Sicherheits-Amt


ausgezeichnet

Sicherheits-Amt“ eine grandiose Dystopie geschrieben. Stellt euch einmal vor, dass es Computer, Internet und Soziale Medien schon im 2. Weltkrieg gab. Dazu kommt dann noch, dass das Bargeld abgeschafft wurde. Heraus kam ein sehr beklemmendes Buch, das eindeutig zum Nachdenken anregt. Immer wieder kann hervorragend die Verbindung zu heutigen Entwicklungen hergestellt werden. Ein Szenario, das ausgesprochen gruselig ist.
Helene arbeitet als Programmiererin im NSA, Eugen überlegt sich, wie die Programmierungen sinnvoll für das Reich eingesetzt werden können. Beide tauchen tief ins Geschehen ein und sehen sehr viel mehr als die Meisten anderen Deutschen und erkennen, was die Technik vermag. Während Helene sehr davor erschrickt, setzt Eugen seine Möglichkeiten auch sehr gerne für seine eigenen Vorteile ein. Unterschiedlicher könnten die beiden Kollegen gar nicht sein. Aber: Welche Verknüpfungen können gezogen werden? Was geschieht im Ausland? Wie kann man Leute finden, die andere verstecken? Geschickt werden die Geschehnisse und Gräuel des Zweiten Weltkrieges mit den Technologien und Möglichkeiten von heute verknüpft.
Helene und Eugen sind sehr gegensätzliche Charaktere, die sehr gut ausgearbeitet sind. Natürlich gibt es alle typischen Figuren des 2. Weltkrieges. Dadurch, dass verschiedene reale Ereignisse an diese fiktive Welt angepasst wurden, ist das Buch sehr logisch und durchdacht geschrieben. Es ist sehr spannend, wie die verschiedenen Figuren in dieser Welt agieren, wer hinterfragt und wer einfach alles akzeptiert.
Eschbach hat mit dem Datenschutz und den Folgen, wenn dieser fehlt, ein sehr aktuelles und hochbrisantes Thema mit der Zeitgeschichte verwoben, mehr als nur einmal muss man ordentlich schlucken. Dennoch kann man das Buch einfach nicht an die Seite legen und will wissen wie es weiter geht. Die Schreibweise der Technik wurde angepasst, sodass sie „deutscher“ wirkt und daher besser in diese Welt passt, so schreibt Eschbach zum Beispiel von Komputern. Diese Schreibweise ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber fügt sich absolut harmonisch in diese Lebensrealität ein. Diese Informatikthemen werden sehr ansehnlich und ausführlich beschrieben, aber immer so, dass die Leser diesem Geschehen gut folgen können.

Fazit:
Die Geschichte des Zweiten Weltkrieges wird vollkommen neu geschrieben. Knapp 800 Seiten, die sich sehr lohnen und einen tiefen Eindruck hinterlassen! Das Buch wird nach dem Lesen lange im Gedächtnis verbleiben, denn am Ende kann man sich nur fragen, wie die Informationstechnik in Zukunft genutzt wird. Definitiv zu empfehlen!

Bewertung vom 13.06.2018
Die Schlingen der Schuld
Warner, Dave

Die Schlingen der Schuld


gut

Detective Inspector Daniel Clement ist um nach der Trennung von seiner Frau seiner Tochter nahe sein zu können wieder in die alte Heimat Broome, mitten ins australische Outback, gezogen. Das Team ist noch dabei, sich einzuspielen, da sind sie plötzlich mit einem Mord konfrontiert. Der in Australien lebende Deutsche Dieter Schäfer wird Tod in einem See, fernab von Städten aufgefunden. Warum wurde ihm nach dem Mord aber ein frisches Shirt angezogen? Und wer könnte ein Interesse daran haben, Schäfer Tod zu sehen? Lange laufen die Ermittlungen ins Leere. Doch langsam kommen Clement und sein Team dem Täter durch Einblicke in Schäfers Vergangenheit immer näher.
Der Fall lädt immer wieder dazu ein, als Leser munter zu spekulieren. Wo sind die Zusammenhänge? Sind es australische Gangs? Spielen Drogen eine Rolle? Warum ist die Deutsche Meisterschaft des HSVs in den 70ern so wichtig? Das Setting in Australien ist sehr gelungen. Der Leser bekommt Einblicke in die Schwierigkeiten von Ermittlungen fernab von schnellen Handlungsmöglichkeiten und die Abhängigkeit vom Wetter. Doch so toll die Szenen aufgebaut sind und so interessant der Fall eigentlich ist, ließ sich das Buch durch langatmige private Erzählstränge und die träge Entwicklung des Falles lesen. Zeitweise bin ich mit dem Buch überhaupt nicht weiter gekommen, erst zum Ende hin wurde es besser. Das Cover ist hervorragend mit dem australischen Setting abgestimmt, auch der Hauptprotagonist ist sehr gut mit Ecken und Kanten gestaltet, wobei sein ewiges Hängen an der Vergangenheit manchmal doch sehr anstrengend wurde.
„Die Schlingen der Schuld“ könnte ein Auftakt zu einer Reihe rund um DI Clement sein, ist aber leider nicht so gelungen wie ich es nach der Leseprobe erhofft hatte. Doch schlecht ist das Buch trotz allem nicht und es wird garantiert Liebhaber finden.

Bewertung vom 09.04.2018
Im Dunkel deiner Seele
Harrar, George

Im Dunkel deiner Seele


weniger gut

„Im Dunkel deiner Seele“ von George Harrar wird als ein Thriller deklariert. Der Beginn des Buches ist sehr vielversprechend. Es wird schnell klar, dass es kein Buch für jedermann ist, denn der Inhalt ist sehr philosophielastig, da die Hauptfigur Evan Professor für Philosophie ist und dementsprechend sind dann auch seine Gedankengänge.
Evan ist mit seinen Söhnen unterwegs, als ihn plötzlich die Polizei anhält. Ihm wird vorgeworfen ein junges Mädchen entführt zu haben. Doch Evan weiß von nichts. Oder doch? Das Buch begleitet Evan im Zeitraum der Ermittlungen, nimmt den Leser mit in die Uni, in sein Familienleben und in seine Gedanken rund um Wittgenstein und Co. Wie wirkt sich der Vorwurf auf die verschiedenen Menschen, mit denen er zu tun hat, aus? Wird sich alles aufklären oder ist er doch schuldig?
Abgesehen von den vielen philosophischen Ansätzen lässt sich das Buch relativ gut lesen. Doch es werden einfach viel zu viele Andeutungen gemacht, die nicht aufgeklärt werden und der Leser bleibt am Ende enttäuscht zurück. Viele Fragen bleiben offen und auch das Genre „Thriller“ würde ich hier nicht zuordnen. Drama passt eindeutig besser. Schade, ich hatte mit eindeutig mehr erhofft und es wäre mit dieser Idee auch viel mehr möglich gewesen.

Bewertung vom 05.02.2018
Eisige Flut / Kommissar John Benthien Bd.5
Ohlandt, Nina

Eisige Flut / Kommissar John Benthien Bd.5


ausgezeichnet

„Eisige Flut“ von Nina Ohland ist der 5. Fall für Kommissar John Benthien und sein Team von der Flensburger Kriminalpolizei. Der Krimi ist auch sehr gut ohne die Vorkenntnisse der bisherigen vier Titel zu lesen, was den Einstieg immer leicht macht und daher Krimifans nicht abschrecken sollte. Zudem sind Regionalkrimis immer eine Bereicherung und führen die Leser durch das Land. Mit diesem Krimi wird man nach Flensburg und an die Nordsee geführt und bekommt einen schönen Eindruck vom dortigen Lokalkolorit.
Es ist eiskalt an der Nordsee. Und dann stehen Benthien und seine Kollegen vor einem Rätsel. Jemand drapiert die Leichen so, dass sie wie Eisstatuen wirken. Auch die Fundorte passen zu diesem Schema. Aber warum? Was bedeuten die kleinen Gegenstände, die in den Bauchnabeln gefunden werden? Und was zur Hölle ist die Verbindung zwischen den Opfern? Viele Fragen und kaum Ideen wie die Zusammenhänge sind. Zudem gibt es noch ein Problem: Alle Tatverdächtigen verfügen über ein Alibi. Doch die Ermittlung nimmt trotz aller Schwierigkeiten an Fahrt auf und letztendlich müssen die Polizisten in der Vergangenheit suchen und mehr verarbeiteten, als sie zu Beginn erwartet haben. Unterbrochen werden die Ermittlungen immer wieder von kursiv gedruckten Briefen die der unbekannte Verfasser an seine Tochter schreibt. Dieses verleitet den Leser immer wieder zum miträtseln von wem diese Briefe wohl stammen.
Nina Ohland versteht es, ihre Leser mit auf eine stürmische Reise zu nehmen. Durch gute Recherchen und einen wunderbar zu lesendem Schreibstil ist „Eisige Flut“ das reinste Lesevergnügen, obwohl man sich selbst wohl lieber so manche der Situationen nicht erleben möchte. Der Schreibstil ist sehr flüssig und ermöglicht es auch Lesern die die Reihe noch nicht kennen sehr schnell in das Geschehen einzutauchen. Der Fall ist sehr gut durchdacht und der Spannungsbogen zieht sich perfekt durch das gesamte Buch und sorgt für verschiedene Gänsehautmomente.
Neben dem Kriminalfall werden immer wieder Verknüpfungen in das Privatleben der Ermittler gezogen, so dass diese sehr gut ausgearbeitet sind und man sie sich gut vorstellen kann. Mit allen Ecken und Kanten, denn niemand ist perfekt. Auch das Cover ist perfekt auf die eisige und düstere Landschaft des Buches abgestimmt und man fühlt sich sofort an die stürmische Nordsee versetzt. 5 Sterne für diese bitterkalte Mordermittlung.

Bewertung vom 11.12.2017
Mit Sehnsucht verfeinert / Taste of Love Bd.4
Anderson, Poppy J.

Mit Sehnsucht verfeinert / Taste of Love Bd.4


sehr gut

Liebe oder lieber nicht?

„Mit Sehnsucht verfeinert“ ist der vierte Band der Taste-of-Love-Reihe von Poppy J. Anderson. Das Buch ist ohne Probleme ohne Vorkenntnisse in der Reihe zu lesen.

Scott und Hailey haben sich einmal sehr geliebt, waren ein Traumpaar. Doch dann hat sich Hailey genötigt gefühlt, die Notbremse zu ziehen und hat Boston und auch Scott für drei Jahre den Rücken zugekehrt. Doch nun ist sie zurück. Als Souschefin im „Bonfire“ treibt sie ihre Karriere als Köchin weiter voran. Bei der Eröffnungsfeier des Restaurants trifft sie auf ihren ehemaligen Verlobten Scott. Und direkt geraten sie aneinander. Wie geht es mit den beiden weiter?

Anderson schafft es ohne Probleme, die Leser in ihren Bann zu ziehen. Ganz von alleine fiebert man mit, möchte mehr erfahren. Wissen, was früher passiert ist und warum die beiden sich getrennt haben. Auf unterhaltsame Art und Weise werden die Treffen beschrieben und so manches Mal möchte man sich an den Kopf hauen. Man fragt sich, warum die beiden so handeln.

Zunächst lernt man Scott aus Haileys Sicht kennen: ein knallharter Geschäftsmann. Doch schnell sieht man auch seine Sicht der Dinge und merkt, dass hier eindeutig etwas nicht zusammen passt, das das bekannte Bild vielleicht doch nicht stimmt. Immer mehr zeigt sich, dass die beiden doch noch aneinander hängen. Haben sie noch eine Chance? Schließlich kann Hailey mit diesem harten Geschäftsmann nichts anfangen. Doch ist er das wirklich?

Das Buch verläuft in zwei Handlungssträngen. Die Gegenwart wird immer wieder von Rückblenden unterbrochen, sodass sich für den Leser sehr gut ein Gesamtbild entwickelt und der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen. Leider ist Hailey mit ihrer Haltung zuweilen sehr anstrengend und man fragt sich, warum Scott das so mitmacht. Sehr schön ist auch die Entwicklung Haileys im Umgang mit ihrem Vater zu sehen. Auch ihn hat sie in den drei Jahren obwohl sie ihn sehr liebt nicht gesehen und nach einem Schlaganfall möchte sie nun alles für ihn tun, völlig unabhängig von dem was er möchte. Doch letztendlich nähern sich die Wünsche der beiden doch wieder an, nicht zuletzt dank Scott. Und auf allen Ebenen zeigt sich, dass Kommunikation das Leben einfacher machen würde.

Da ich Hailey leider in Teilen nicht so gut verstehen konnte, vergebe ich für dieses ansonsten sehr gut zu lesende und unterhaltene Buch vier Sterne.

Bewertung vom 24.11.2017
Wir sehen uns beim Happy End
Lucas, Charlotte

Wir sehen uns beim Happy End


sehr gut

„Wir sehen uns beim Happy End“ ist der zweite Roman den Wiebke Lorenz unter ihrem Pseudonym Charlotte Lucas veröffentlicht.

Ella liebt das Happy End - nein, falsch. Sie ist eher schon süchtig danach. Alles muss gut ausgehen. Und ihr Leben scheint auch genauso zu verlaufen. Doch das bleibt nicht so. Irgendwelche Rückschläge muss jeder Mal einstecken. Es ist faszinierend zu sehen, wie Ella damit umgeht.

Die Figur der Ella ist am Anfang doch sehr naiv gestaltet, so dass man sich beim Lesen auch schon einmal an den Kopf schlägt und sich fragt, wie man sich so verhalten kann. Doch genau deshalb hat Ella eine gute Chance, sich weiterzuentwickeln und zu reifen. Auf diesem Weg wird sie von mehreren anderen Personen begleitet, die sehr unterschiedlich sind und dementsprechend auch verschieden agieren. Dennoch war mir persönlich Ella auf Dauer zu anstrengend.

Das Cover ist passend zur Geschichte fröhlich und bunt gestaltet.

Das Buch ist sehr gut geschrieben und lässt sich leicht lesen und ist sehr kurzweilig. Auch die dramatischen Hintergründe wurden von Charlotte Lucas sehr gut recherchiert, sodass man alles gut nachvollziehen kann. Romantik gepaart mit Humor und Drama – eine spitzen Kombination!

Trotz dass die Hauptfigur nicht vollkommen überzeugt hat ist es ein schöner und entspannender Zeitvertreib für den ich gerne 4 Sterne vergebe.

Bewertung vom 12.10.2017
Sie zu strafen und zu richten / Sean Corrigan Bd.4
Delaney, Luke

Sie zu strafen und zu richten / Sean Corrigan Bd.4


gut

„Sie zu strafen und zu richten“ ist der 4 Teil einer Reihe um DI Sean Corrigan. Ich habe den Thriller ohne Vorkenntnisse in der Reihe gelesen, leider werden immer wieder Anspielungen und Verknüpfungen zu den alten Fällen gezogen, so dass sich der unwissende Leser schon fragt, was denn da vorgefallen ist.

Der Text ist flüssig zu lesen, allerdings sind einige Längen in der Spannung aufzufinden, die es einem dann schwerer machen, dranzubleiben. Manche Sätze sind sehr lang gehalten, sodass man sich beim Lesen konzentrieren muss. Auch wirkt die Handlung leider zum Teil sehr konstruiert. Ob diese Schwierigkeiten der Übersetzung geschuldet sind oder dem Stil von Delaney entsprechen, kann ich leider nicht beurteilen.

An manchen Stellen wurden Handlungsstränge angerissen, die sich spannend hätten entwickeln können und andere, die fehl am Platz wirkten. Aufgelöst wurden diese leider nicht. Dadurch waren so manche Zeilen leider komplett überflüssig und man fragt sich, weshalb hier überhaupt drauf eingegangen worden ist. Auch hierbei kann es sein, dass das durch Kenntnis der gesamten Reihe oder durch eventuell folgende Bände schlüssiger wird.

Die Charaktere sind manchmal etwas schwierig zu verstehen, was aber durchaus daran liegen kann, dass ich keine Vorkenntnisse aus den vorherigen Bänden hatte. Corrigan wirkt sehr ehrgeizig, was aber als Detective mit Sicherheit nicht verkehrt ist. Allerdings ist es wohl eher unvorteilhaft das Private zu vernachlässigen, denn ein Ausgleich ist gerade in diesem belastenden Beruf nötig. Er stellt sich hier nicht unbedingt als Sympathieträger dar.
Bei seinem Kollegen Donelley ist es sehr gelungen, dass die schottische Abstammung sich regelmäßig durch den Sprachgebrauch deutlich macht. Der Journalist Jackson wirkt ebenso ehrgeizig, genau wie der Assistant Commissioner Addis. Hier prallen diverse Persönlichkeiten mit ihren eigenen Interessen aufeinander, dass dies nicht auf Dauer gut geht ist nur natürlich. Ebenso muss man zwischenzeitlich doch sehr an Jacksons Verstand zweifeln, da seine Handlungen nicht gerade durchdacht sind.

Corrigan ist unter Druck: Ein Killer ist hinter Mitarbeitern der Finanzbranche her. Vor laufender Kamera straft er sie für die Finanzkrise, die viele Bürger persönlich betroffen hat. Die Bürger mussten als Kunden der Banken Verluste hinnehmen, während den Mitarbeitern dennoch große Boni ausgezahlt wurden. Für diese Ungerechtigkeiten lässt der Killer über die von ihm auserwählten richten. In der Jury sitzen alle Zuschauer, die den Stream verfolgen.
Als ob dieser Fall an sich nicht genug wäre, macht der Vorgesetzte Dampf. Die Finanzbranche leidet unter den Vorgehen, Angst bremst sie. Der Fall soll schnell gelöst werden. Ein Anliegen, dass auch aus der Politik an den Assistant Commissioner herangetragen wird. Um seinen DI zu kontrollieren schleust er daher eine Psychologin in das Team ein, welche die Teammitglieder auch bereits kennt. Man merkt, dass verschiedene Personen im Team noch eigene Probleme haben, die sie aus den Ermittlungen nicht vollständig heraushalten können. Sie sind auch „nur“ Menschen, Vergangenheit und das Umfeld können sie beeinflussen.

„Sie zu strafen und zu richten“ ist ein Thriller mit Stärken und Schwächen. Ohne die Vorbände zu kennen, können die Charaktere und Handlungen manchmal schwer nachvollziehbar sein. Dennoch ist der Fall an sich sehr gut ausgearbeitet und fesselnd. Es wird mit der öffentlichen Jury der kleine Voyeur in den Menschen angesprochen. Durch eben diesen Erzählstrang regt der Thriller aber auch sehr dazu an, selbst zu reflektieren und zu überlegen, wie man selbst handeln würde. Das Buch hat eindeutig Potential, war aber leider nicht völlig überzeugend. Auch ist es als Reihenteil nicht gut alleine zu lesen. Daher nur drei Sterne.

Bewertung vom 03.07.2017
Ich bin die Nacht / Francis Ackerman junior Bd.1
Cross, Ethan

Ich bin die Nacht / Francis Ackerman junior Bd.1


gut

Hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben

*Achtung, ggf. teilweise Spoiler*

Die Serienmörder Francis Ackerman junior liebt es mit seinen Opfern Spielchen zu spielen. Seiner Meinung nach haben diese dann eine gute Chance, auch zu überleben. Doch in Wahrheit ist es für diese äußerst schwierig. Wer kann ihn aufhalten?

Die Leseprobe hatte mich überzeugt. Sie war lebhaft beschrieben, sodass man unweigerlich mit den Opfern mitleiden musste. Man spürt ihre Angst und ist schockiert und irritiert von Ackermans Denkmustern.

Nachdem ich dann jedoch mit dem gesamten Buch begonnen hab wurde ich doch etwas enttäuscht. Zu Beginn folgen so viele unterschiedliche Handlungen, viele unterschiedliche Personen werden zusammenhanglos eingeführt, sodass man sich unweigerlich fragt, wo der rote Faden ist.

Auch im Weiteren gibt es viele Wendungen, die das Buch zwar rasant machen, aber es sind so viele, dass es einfach schon zuviel ist. Die Handlung wirkt viel zu konzipiert. Die Mischung mit der Politik, die Verbindung zum Präsidenten, hätte meines Erachtens ganz anders aufgebaut werden können. Dass dieser, wie bereits seine Vorgänger, jedoch sich eine Truppe von Selbstjustiz übenden Polizisten hält, wirkt wie an den Haaren herbeigezogen und (auch wenn in einem Buch nicht alles reell seien muss) sehr unglaubwürdig.

Ackermans Charakter an sich wirkt wesentlich ausgearbeiteter als alle anderen Figuren in diesem Roman. Bei ihm bekommt der Rezipient den größten Einblick in seine Motivationen, seine Handlungsgrundlagen. Man erfährt viel über seine Vergangenheit und die Grausamkeiten seines Vaters, während das Umfeld der anderen eher im Dunkeln bleibt. Lediglich beim Scheriff und bei Marcus erhält man einen kleinen Einblick, aber längst nicht ausreichend. Möglich, dass hierzu weitere Ausarbeitungen der Charaktere in den nachfolgenden Teilen der Serie folgen.

Das schwarze Cover mit dem schwarzen Buchschnitt passt sehr gut zum düsteren Inhalt des Buches.

Das Buch lässt mich zwiegespalten wie selten zurück. Einerseits bin ich nach der guten Grundidee vom Inhalt enttäuscht, andererseits möchte ich dennoch erfahren wie es weitergeht, wo die Reise der Figuren hingeht. Da das Buch mit einem recht offenen Kapitel geendet hat, und auch bereits vorher einige Frage offen blieben, regt es trotz allem zum Weiterlesen an.

Alles in allem hätte Cross aus seiner Idee definitiv mehr herausholen können.

Bewertung vom 11.06.2017
Marlene / Honigtot-Saga Bd.2
Münzer, Hanni

Marlene / Honigtot-Saga Bd.2


ausgezeichnet

Egal auf welcher Seite man steht, der Krieg verletzt jeden!

“Marlene“ ist die direkte Fortsetzung von “Honigtod“. Das Buch knüpft direkt an den Vorgänger an und man erfährt, wie Marlene den weiteren Krieg durchlebt hat.

Dabei kann der Leser den Krieg in all seinen Facetten miterleben. Verrat, Hoffnung, Widerstand, der Glaube an den Führer, der Wunsch nach den alten Strukturen, Tod, Liebe, Krankheit, Gewalt in den verschiedenen Formen. Hanni Münzer hat hervorragend recherchiert und ihre Geschichte gut mit der Historie verknüpft.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, sodass das Buch trotz der schweren Thematik schnell durch war..

Empfehlenswert!

Bewertung vom 11.06.2017
Der Vollstrecker / Detective Robert Hunter Bd.2
Carter, Chris

Der Vollstrecker / Detective Robert Hunter Bd.2


ausgezeichnet

Rache kann schmerzhaft sein...
Ein geköpfter Priester mit einem Hundekopf. Ein Ritualmord? Eine Maklerin, die vorm Ofen regelrecht zum Kochen und Schmelzen gebracht wird. Eine Staatsanwältin, die kopfüber in der Badewanne hängt. Wo ist der Zusammenhang? Warum werden die Opfer jeweils auf diese Art und Weise umgebracht. Und was hat das junge Mädchen damit zu tun, die sich bei der Polizei meldet? Robert Hunter und Carlos Garcia haben alle Hände voll zu tun, zumal ja auch die Presse keine Ruhe gibt.

Das Buch ist spannend geschrieben und dementsprechend trotz der blutigen Kost schnell zu lesen. Carter sorgt für diverse Überraschungen, die man beim Lesen zuvor noch nicht erahnt hätte. Grandios! Zwischendurch dachte ich, ich wüsste wer der Täter ist. Und lag grandios daneben. Das Cover ist dunkel gehalten mit roten Blutstrieben, die das schwarz durchbrechen. Daher passt das Cover perfekt zum düsteren und blutigen Inhalt.

Stellenweise nichts für schwache Mägen, denn Chris Carter ist ein Meister seines Faches und für Liebhaber von Thrillern uneingeschränkt zu empfehlen!

12