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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: MAD-Moiselle
Wohnort: Bochum
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Danksagungen: 1 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 53 Bewertungen
Bewertung vom 13.09.2020
Der falsche Preuße / Offizier Gryszinski Bd.1
Seeburg, Uta

Der falsche Preuße / Offizier Gryszinski Bd.1


ausgezeichnet

Als eingefleischter Fan von True-Crime hat mir die Thematik des Buches sehr gut gefallen. Am Ende des 19. Jahrhunderts beginnt etwas, was heute für uns selbstverständlich ist: Die Anfänge der Spurensicherung. Diese wurde hier sehr anschaulich beschrieben. Ohne viel Aufwand und ohne technische Ausrüstung war es zur damaligen Zeit sehr problematisch, ein Verbrechen aufzuklären. Spannend fand ich auch zu lesen, wie gespalten das Deutsche Kaiserreich damals war. Kann man sich heute kaum noch ausmalen. Den Sonderermittler Wilhelm Freiherr von Gryszinski fand ich sympathisch. Seine Art, sein Spürsinn und die Liebe zu seiner Frau haben ihn zu einem tollen Protagonisten gemacht. Anfangs war die Sprache etwas gewöhnungsbedürftig. Auch wenn es sich nicht ganz um die authentische Sprache des 19. Jahrhunderts handelt, ist sie doch schwerfälliger als die heutige und mit eher ungebräuchlichen Wörtern gespickt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

Bewertung vom 12.09.2020
Love Recipes - Happy Hour fürs Herz / Kitchen Love Bd.3
Meader, Kate

Love Recipes - Happy Hour fürs Herz / Kitchen Love Bd.3


sehr gut

Buchbesprechung zu "Love Recipes – Happy Hour fürs Herz" von Kate Meader

Die kartonierte, 400-seitige Ausgabe mit der EAN 978-3-492-06206-0 kostet 12.99 € und erschien am 3. August 2020 bei PIPER. Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Heidi Lichtblau.

Der Barkeeper Taddeo DeLuca traut seinen Ohren nicht, als seine beste Freundin Jules verkündet, per Online-Dating eine neue Liebe finden zu wollen. Taddeos Beschützerinstinkt ist geweckt, denn wer weiß schon, welche gefährlichen Singles in Chicago lauern? Er spürt, dass kein Mann gut genug für Jules ist. Er ist nämlich verknallt in sie. Jule hat einen kleinen Sohn, um den sie sich liebevoll kümmert.

*Meinung*
Eine nette Geschichte mit sympathischen Darstellern. Eigentlich eine Story für jüngere Menschen. Obwohl ich auf die 50 zugehe, konnte mich die vorhersehbare Handlung fesseln. Für meinen Geschmack teilweise etwas zu kitschig, aber durchaus liebenswert. Der Schreibstil ist unkompliziert und zeitgemäß, reine Unterhaltungsliteratur eben. Zum Cover kann ich nur sagen, dass es erfrischend sommerlich aussieht, aber nicht auf den Inhalt zutrifft. Dennoch möchte ich eine Leseempfehlung aussprechen, da die Story in sich rund und abgeschlossen ist. Die Autorin versteht ihr Handwerk und die Reihe passt zum Verlag. Auf PiPER ist eben Verlass.

*Fazit*
Ein zeitgemäßer, lesenswerter Liebesroman aus dem Bereich Unterhaltungsliteratur: gute Laune verbreitend. Ein Buch zum Abschalten.

Bewertung vom 11.09.2020
Die Erfindung der Null
Wildenhain, Michael

Die Erfindung der Null


gut

Das Verhör

Zwei Menschen sitzen sich in einem Verhörraum gegenüber. Dr. Gödeler wird des Mordes verdächtigt, der Staatsanwalt will ihm ebenjenen Mord nachweisen. Doch die Kontrolle über die Verhörsituation verschiebt sich unaufhörlich zugunsten des Verdächtigen. Ein raffiniert konstruierter, spannungsreicher Roman, literarisch vielfältig orchestriert, über Aufstieg und Fall eines Mathematikgenies.

Bei diesem Roman hatte ich mich sowohl vom Cover, dem Titel als auch von der Inhaltsangabe sowie der Leseprobe und der positiven Pressestimmen beeinflussen lassen. Was sich zunächst wie ein guter Krimi, Psychothriller oder gesellschaftskritischer Roman anhörte, entpuppte sich nach der Hälfte des Buches selbst für mich als Leserin mit guten Mathematik-Kenntnissen als langatmige und eher viel zu philosophische Reise, die mich nirgendwohin führte. Mit dem Protagonisten bin ich gar nicht klargekommen und ehrlich gesagt - mit den anderen Figuren auch nicht. Der Roman ist vom Ansatz her gut, Thematik und Handlung sehr anspruchsvoll, aber zum Ende hin habe ich keinen richtigen Zusammenhang erkannt. Mir war die Story zu schwierig.

Von mir gibt es nur eine eingeschränkte Leseempfehlung. Vielleicht etwas für Mathematiklehrer, Philosophen oder echte Literaturliebhaber.

Bewertung vom 11.09.2020
Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise
Dubois, Jean-Paul

Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise


sehr gut

Eine komische Tragödie

Warum sitzt ein unauffälliger Mensch wie Paul Hansen im Gefängnis von Montréal ein? Der in Frankreich aufgewachsene Sohn eines dänischen Pastors und einer Kinobesitzerin hatte schon einiges hinter sich, bevor er seine Berufung als Hausmeister in einer exklusiven Wohnanlage in Kanada fand. Ein Vierteljahrhundert lang lief alles rund - die Heizungsanlage ebenso wie die Kommunikation, bis Paul eines Tages die Sicherung durchbrennt. Nun erträgt er mit stoischer Ruhe seinen Zellengenossen Patrick, einen "Hells-Angels-Biker", der sich jedoch von einer Maus ins Bockshorn jagen lässt. Paul hat viel Zeit zum Nachdenken - Zeit für tragikomische Lebenslektionen und unerwartetes Glück.

Das Cover erweckt nicht den Eindruck, dass es sich hierbei um einen Roman handelt. Es erinnert eher an ein Sachbuch oder Ratgeber und auch der Titel klingt wie ein kluger, Trost spendender Kalenderspruch. Einzig und allein die Erzählperspektive, der Schreibstil sowie die Sprache machen diese Geschichte zu einem literarischen Erlebnis. Der Protagonist Paul Hansen hat ein unverwechselbares Gemüt und wirkt auf mich eher komisch als traurig. Obwohl sein Vater Pastor ist, sitzt Paul nun im Gefängnis ein und nimmt uns mit in seine Vergangenheit. Stück für Stück kommen wir der Wahrheit näher und erfahren, was passiert ist und weshalb das Leben zwar voller Überraschungen steckt, diese aber nicht immer positiv sein müssen, selbst bei maximal günstiger Ausgangsposition. Eine durch und durch gelungene Geschichte, die mir schöne Lesemomente beschert hat.

Absolut lesenswert, unterhaltsam, aber auch nachdenklich stimmend.

Bewertung vom 11.09.2020
Ich will dein Leben
Jennings, Amanda

Ich will dein Leben


ausgezeichnet

Cover, Titel und Inhaltsangaben versprachen einen spannenden Thriller. Dies hat der Roman auch gehalten. Die Story hat mir ausgesprochen gut gefallen. Thematik und Handlung sind nicht neu, aber die Autorin hat es gut umgesetzt. Man merkt schnell, dass die Protagonistin einen psychischen Dachschaden erlitten hat, worauf die Geschichte aufgebaut ist. Irgendwie absurd, aber andererseits ist es genau das, was mir als Leserin Spaß gemacht hat. Sprache und Schreibstil sind unkompliziert, gut aufeinander abgestimmt. Zu Beginn benötigt man etwas Zeit, um sich hineinzufinden und zu orientieren, aber der Autorin gelingt es rasch, die Handlungsstränge zügig miteinander zu verknüpfen. Der Perspektivenwechsel sorgt ebenfalls für Abwechslung. Alles in Allem ein gelungener Thriller, den ich gerne weiterempfehle.

Bewertung vom 06.09.2020
Jahresringe
Wagner, Andreas

Jahresringe


sehr gut

Heimat

Das Cover hatte mich sofort angesprochen. Das Maiglöckchen wirkt so fragil und steht im krassen Widerspruch zum Titel, der wiederum an einen Baumstamm erinnert, was mich an den Spruch "Alte Bäume verpflanzt man nicht!" denken ließ.

Der Schreibstil ist zeitgemäß, etwas melancholisch, aber flüssig zu lesen. Die Spannung ist relativ konstant und die Thematik absolut aktuell. Der Autor lässt seine Protagonisten über mehrere Jahrzehnte und drei Generationen agieren. Hinterfragt wird, was Heimat für den Einzelnen bedeutet, wobei jeder eine andere Antwort für sich finden mag. Dies ist auch abhängig vom Zeitgeschehen, vom Zeitgeist und der Politik. Heimat kann überall und nirgendwo sein.

Im Großen und Ganzen hat mir das Buch gefallen, darum gibt es von mir 4 Sterne.

Bewertung vom 06.09.2020
Schwarzer Jasmin
Rumpl, Manfred

Schwarzer Jasmin


sehr gut

In dem Roman "Schwarzer Jasmin" behandelt der Autor Manfred Rumpl das Thema Flüchtlingskrise, Migration und Radikalisierung. Der Protagonist Eymen wächst in Tunesien auf. Hass und Gewalt prägen seine Kindheit, weshalb er als junger Mann nach Europa flüchtet. Julia, eine Sozialarbeiterin, nimmt sich seiner an und setzt sich für ihn ein.

Die Kapitel sind recht kurz gehalten, was meinen Lesefluss störte. Die Zusammenhänge der vier Protagonisten Eymen (Flüchtling), Julia (Sozialarbeiterin), Jakob (Journalist) und Frank (Polizist vor dem Ruhestand) sind zu Beginn nicht eindeutig zu erkennen, werden aber im Verlauf sehr spannend und logisch miteinander verwoben. Wer sich für den Arabischen Frühling (oder auch Arabellion) interessiert, ist mit diesem Roman gut bedient. Der Autor versteht sein Handwerk, nur das unbefriedigende Ende hat mich etwas ratlos zurückgelassen.

Alles in Allem halte ich "Schwarzer-Jasmin" dennoch für lesenswert und vergebe daher 4 Sterne.

Bewertung vom 16.08.2020
Das zweitbeste Leben
Jones, Tayari

Das zweitbeste Leben


gut

Bigamie oder Bigotterie?

*** MEINUNG ***
Wie bereits an meiner Bewerbung unschwer zu erkennen ist, reagiere ich auf das Thema Bigamie sehr allergisch, darum hatte es mich gewundert, dass ich den Roman lesen durfte. Das Cover finde ich ansprechend. Zwei "Silver Birds" auf blutrotem Hintergrund. Einer der Vögel sitzt beobachtend auf einem Ast und ein weiterer breitet seine Flügel aus und entfaltet sich.

Objektiv betrachtet möchte ich erwähnen, dass die Autorin ihr Handwerk versteht. Stilistisch und vom Aufbau her ist ihr ein Roman gelungen, der sich gut lesen lässt und zum Nachdenken anregen soll, vielleicht löst er bei dem einen oder anderen Leser Sympathie und tiefe Gefühle aus, aber mich hat die Story subjektiv betrachtet nicht im Geringsten erreicht. Bei mir hat sie lediglich ein Kopfschütteln ausgelöst.

Möglicherweise neige ich auch dazu, mehr in die Geschichte hineinzuinterpretieren als der Autorin lieb ist. Und wenn ich dann auch noch Arche-Verlag lese, dann denke ich mir halt so meinen Teil. Und dieser Teil ist nicht angenehm. Ich frage mich nämlich, ob Tayari Jones das Thema Rassismus auf den Schultern der beiden Schwestern austrägt. Dana, die das zweitbeste Leben hinnehmen, sich verstecken, ihren Vater mit Sir anreden muss und sich keine Widerworte erlauben darf, steht stellvertretend für die Unterdrückten der zweiten Klasse.

Sowohl James, Danas Mutter als auch ihr Onkel verhalten sich in meinen Augen unmoralisch, fast schon asozial und kriminell. Das Thema Rassismus wurde hier sehr elegant verwoben. Dana muss auf der ganzen Linie zurückstecken. Eine Szene hat mich besonders stutzig gemacht: Die Frauen wollen genauso glatte Haare haben wie die weißen Amerikaner. Am liebsten möchten sie ihre Herkunft leugnen. Afroamerikaner mit heller Haut und glatten Haaren sind bessere Afroamerikaner. Michael Jackson war dann wohl der Beste von allen. Einige Leser werden nun Verständnis für die Protagonisten aufbringen, weil wir Deutschen können ja immer alles ganz genau nachvollziehen, uns in die Figuren hineinversetzen und mit ihnen fühlen. Aber seien wir doch mal ehrlich - was sich der Mister Witherspoon da erlaubt, das geht doch auf keine Kuhhaut! Führt sich auf wie ein masochistischer Patriarch. Das ist blanker Narzissmus. Eine rücksichtslose, unverantwortliche Zumutung. Und die Mutter duldet das? Was für eine Frechheit, die gehört genauso weggesperrt wie der James. Aber was soll man von einer Frau, die sich mit 14 Jahren schwängern lässt, auch anderes erwarten?

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass sich das Thema Bigamie im übertragen Sinne auf Bigotterie bezieht. Der Mann tanzt auf zwei Hochzeiten. Ein Spagat, der nur sehr schwer zu bewältigen ist.


*** FAZIT ***
Ich konnte für Danas Standpunkt und Neugierde überhaupt kein Verständnis aufbringen. An ihrer Stelle hätte ich viel früher rebelliert und meinen Vater mit dem Gesäß nicht mehr angeschaut. Ein gequirlter, an den Haaren herbeigezogener Blödsinn. Von mir gibt es keine Leseempfehlung, aber das ist auch nicht notwendig, denn die US-amerikanische Talkshow-Moderatorin Oprah Gail Winfrey hat bereits angekündigt, diesen Roman verfilmen zu wollen. Bevor man mich ausbuht und mit faulen Eiern bewirft, vergebe ich 3 von 5 möglichen Sternen: Zwei für die beiden Vögel auf dem Cover und einen für die gelungene Übersetzung.

Bewertung vom 13.08.2020
Das Buch Ana
Kidd, Sue Monk

Das Buch Ana


ausgezeichnet

Hinter jedem erfolgreichen Mann, steht auch immer eine starke Frau

Thema: Unterdrückung der Frau. Sue Monk Kidd zeigt Jesus als Menschen und hat ihm eine Frau zur Seite gestellt, die ihm auf Augenhöhe begegnet. Beide ergänzen sich in ihrem spirituellen Sehnen und in ihrer Liebe und Weitsicht.

Meinung: Die Charaktere und der Schreibstil harmonieren miteinander. Besonders gelungen finde ich, dass die Geschichte aus Sicht von Ana erzählt wird. Ob Jesus verheiratet war oder nicht, darüber lässt sich spekulieren, diese Idee ist nicht neu und überrascht mich daher nicht, denn sie wurde bereits mehrfach aufgegriffen. So verarbeitet Mel Gibson dieses Thema in seinem Film »Die Passion Christi«, Dan Brown in »Sakrileg« und die Religionshistorikerin Karen L. King von der renommierten Harvard-Universität präsentierte im Jahre 2012 ein Fetzen Papyrus aus dem 4. Jahrhundert, auf dem in koptischer Schrift zu lesen ist: "Jesus sagte zu ihnen: Meine Ehefrau (...)". Zur Zeit Jesu war für einen frommen Rabbiner die Ehe etwas ganz Normales. Der jüdische Religionsphilosoph Schalom Ben-Chorin (1913-1999) ging deshalb davon aus, dass Jesus selbstverständlich verheiratet war. Im 1. Buch Mose 2, 24 wird geboten, Männer sollten heiraten und Kinder zeugen. Wäre Jesus ledig geblieben, dann wäre dies in der damaligen Zeit so ungewöhnlich gewesen, dass in den Evangelien darauf hingewiesen worden wäre. Auch entspricht die Rolle der Mutter Jesu in der im Neuen Testament geschilderten Hochzeit zu Kana genau der Rolle einer damaligen Mutter des Bräutigams. Wird in Johannes 2 etwa seine eigene Hochzeit beschrieben? Aus diesen Gründen halte ich den Roman keinesfalls für provokant. Zudem weist Ana viele Wesensmerkmale auf, die uns bereits von Maria Magdalena bekannt sind, die fälschlicherweise immer wieder als Dirne dargestellt wird, obwohl sie aus einem reichen, jüdischen Elternhaus stammte und ebenfalls gebildet war. Es gibt Gelehrte, die sogar behaupten, Maria Magdalena sei eine Hohepriesterin gewesen.

Die Autorin verleiht der klugen und aufmüpfigen Ana eine Stimme, lässt sie zur Hauptfigur avancieren, während Jesus zum Nebendarsteller degradiert wird. Wie das halt so ist, steht doch hinter jedem erfolgreichen Mann bekanntlich immer eine starke Frau. Und diese lässt die Autorin in diesem Roman zu Worte kommen. Der Originaltitel, "The Book of Longings", also "Das Buch der Sehnsüchte", bezieht sich auf die totgeschwiegenen Sehnsüchte der unterdrückten Frauen. Anas Bestrebungen, sich zu bilden und zu emanzipieren, werden von ihrem Vater heimlich unterstützt, was ihre Umgebung nach allen Kräften verhindern will. Nur Tante Yaltha, die wegen eines Mordverdachts aus Alexandria flüchten muss, unterstützt Anas Wunsch. Im Alter von 14 soll das Mädchen mit einem alten Witwer zwangsverheiratet werden. Dessen plötzlicher Tod rettet sie vor diesem Schicksal. Ana verliebt sich in Jesus, doch ihr Vater will sie wegen ihres schlechten Leumundes als Konkubine an Herodes verkaufen. Ana gibt ihren Status auf und heiratet mit 18 Jahren den ärmlichen Jesus von Nazareth. Bald darauf muss sie nach Alexandria fliehen, wo es ihr gelingt, eine Stellung als Schreiberin in der dortigen Bibliothek zu erhalten. Sie verfasst eine umfangreiche Geschichte über die von der patriarchalischen Gesellschaft kaum gewürdigten Frauen. Als sich die Ereignisse um Jesus und ihren Stiefbruder Judas zuspitzen, begibt sie sich unter Lebensgefahr nach Nazareth. Jesus, von ihrem Stiefbruder verraten, wird gekreuzigt. Sie trauert, kehrt nach Alexandria zurück und setzt ihr Leben als Forscherin fort. Eine Geschichte, die an Aktualität niemals einbüßen wird. Hat sich die Unterdrückung der Frau doch noch bis ins frühe 20. Jahrhundert bemerkbar gemacht.

Fazit: Auf faszinierend unterhaltsame Weise verbindet Sue Monk Kidd gut recherchiertes Bibelwissen und fiktive Geschichte. Der Roman beeindruckt, darum vergebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 11.08.2020
Der halbe Russ
Peter, Isolde

Der halbe Russ


sehr gut

Obacht, hier kommt Daisy Dollinger mit Charme, Dirndl und Dackel!

*** MEINUNG ***
Für das schicke Cover, auf dem ein bayerischer Rauhaardackel und ein russisches Akkordeon abgebildet ist, macht sich die in München ansässige Werbeagentur buerosued verantwortlich. Das Titelbild stimmt den Leser auf einen unterhaltsamen Auftakt einer neuen Krimireihe mit Daisy Dollinger im Dirndl als Ermittlerin ein. Ich bin kein Serienjunkie, aber die Premiere einer Reihe ist immer etwas ganz Spezielles, weil die Autorin oder der Autor sich in diesem Fall ganz besonders ins Zeug legen muss, um seine Leserschaft zu überzeugen, darum habe ich mich auf diesen Kriminalroman eingelassen. Die Autorin schafft mit ihrem amüsanten Schreibstil und ihrem Humor eine typisch bayerische Atmosphäre, in denen das Temperament und die Eigenarten der Charaktere glaubhaft und authentisch präsentiert werden. Als Ermittlerin erinnert mich die Protagonistin an Figuren wie Adelheid und ihre Mörder. Als einmaliges Lesevergnügen halte ich diesen Regionalkrimi für durchaus lesenswert, ich frage mich nur, ob der Autorin über einen längeren Zeitraum nicht die Ideen ausgehen werden, oder ob sie auf bereits aufgeklärte Fälle zurückgreifen und diese umstricken wird. Diese Gefahr sehe ich nämlich in Reihen. Die Charaktere sowie das Umfeld stehen fest, allein der zu lösende Fall und seine Aufklärung muss dann neu erfunden werden. Das halte ich für keine große Herausforderung. Mich persönlich langweilen diese Episoden-Bücher. Wer lustig verpackte Spannung mag, dem empfehle ich dieses Buch wärmstens. Isolde Peter hat mir vergnügliche Lesestunden bereitet, weil sie mich mit ihrer originellen und fantasievollen Schreibweise beeindruckt hat. Dafür danke ich ihr herzlichst.

*** FAZIT ***
Ein Buch zum Abschalten: unterhaltsam, amüsant und originell. Ich vergebe 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung.