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Benutzername: brauchnix
Wohnort: München
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Danksagungen: 12 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 127 Bewertungen
Bewertung vom 29.09.2018
Ein Song bleibt für immer
Peterson, Alice

Ein Song bleibt für immer


ausgezeichnet

Alice Martineau ist eine reale Person, die wirklich gelebt, geliebt und gesungen hat. Das ist es, was das Buch für mich von Anfang an so interessant und authentisch gemacht hat. Dieses Wissen und auch, dass Alice an ihrer Krankheit gestorben ist, darf man meiner Meinung nach durchaus wissen, wenn man mit diesem Buch anfängt. Es geht in dieser Geschichte nicht darum, den Leser über das traurige Ende im Ungewissen zu lassen. Es geht vielmehr darum zu erzählen, wie eine junge Frau mutig ihren Weg ging, auch wenn dieser scheinbar aussichtlos und für sie unpassierbar erschien. Wie sie ihren leidenschaftlichen Wunsch, Sängerin zu werden, in die Tat umsetzte, obwohl sie an einer schweren Erkrankung der Atemwege litt. Wie sie zuversichtich und klug die Jahre nutzte, die sie hatte. Denn nicht die länge des Lebens sondern seine Intensität ist es, die wichtig ist.

Alice ist eine tolle Frau. Und ihre Geschichte gibt nicht nur Kranken Mut sondern sollte vor allem gesunden Menschen vor Augen führen, dass das Leben zu kurz ist, um es zu verschwenden mit Nichtstun und in Starre verharren. Greift nach den Sternen und erfüllt eure Herzenswünsche. Dazu ist das Leben da. Und nur keine Angst. Was soll schon schief gehen. Denn selbst, wenn nicht alles klappt, so kann man doch sagen, ich habe es versucht.

Also für mich ein positives Buch. Und auch die geweinten Tränen sind schön. Denn Alice ist nicht vergessen.

Bewertung vom 29.09.2018
Gelobtes Land
Christine Heimannsberg,

Gelobtes Land


sehr gut

Wie meist in Dystophien, so ist auch in „Gelobtes Land“ eine totalitäre Regierung an der Macht, die das Leben der einfachen Menschen bis ins Kleinste durchorganisiert und indoktriert. Im Fall dieser Geschichte wird mal wieder das Leben der Frauen gering geschätzt. Männliche Nachkommen sind am Wichtigsten. Das ist ja nicht so weit weg von der Realität manch wirklicher Länder heutzutage. Und natürlich gibt es junge Menschen, die sich dagegen auflehnen. Die sich verlieben, die sich wehren, die flüchten. Lore muss ihren kleinen Bruder schützen und flieht mit ihm. Sie machen sich auf die Suche nach dem Gelobten Land, in dem die Menschen frei sein können und auch Frauen vollwertige Mitglieder der Gesellschaft sein können.
Es handelt sich um einen ersten Band, das war mir nicht ganz klar am Anfang – aber das ist ja inzwischen auch normal, dass es immer Trilogien sind. Der Auftakt dieser Reihe ist interessant. Vor allem Lore lernt man gut kennen und ihr Beschützerinstinkt und ihr Überlebenswille sind bewundernswert. In einer düsteren und lebensfeindlichen Umwelt und immer wieder vor allem Männlichen Angriffen ausgesetzt gelingt es ihr doch immer wieder, für sich die Freiheit zu behalten, die sie sich mit ihrer Flucht erkämpft hat.
Ich bin gespannt, wie es mit Lore und ihrem Bruder und mit der Welt weitergeht.

Bewertung vom 13.09.2018
Liebe und Verderben
Hannah, Kristin

Liebe und Verderben


ausgezeichnet

Was für ein ergreifendes, wunderschönes, erschütterndes, spannendes Buch ist „Liebe und Verderben“. Kristin Hannah hat sich mit dieser Geschichte mal wieder selbst übertroffen.
Man merkt, dass es ein persönliches Buch ist. Eines, welches reale Personen und reale Geschehnisse verarbeitet, auch wenn sie natürlich keine Biografie ist. Im Vordergrund steht hier nicht eine reine Liebesgeschichte, sondern es ist ein Drama um eine dreiköpfige Familie. Und Alaska spielt als Kulisse eine entscheidende Nebenrolle.
Von der ersten Seite an bin ich tief eingetaucht und Leni und das Schicksal von ihr und ihren Eltern hat mich nicht losgelassen, auch wenn ich das Buch mal notgedrungen aus der Hand legen musste. Und es verfolgt mich auch nach Beendigung der letzten Seiten in meinen Gedanken.
Ich finde, Kristin Hannah wird immer besser und besser.

Bewertung vom 13.09.2018
Die Tote und der Polizist / Emma Sköld Bd.3
Sarenbrant, Sofie

Die Tote und der Polizist / Emma Sköld Bd.3


gut

Der dritte Teil der Sofie Sarenbrand Reihe um die Polizistin Emma war für mich leider der langatmigste und am wenigsten spannende. Sicherlich können auch Quereinsteiger in das Buch „die Tote und der Polizist“ einsteigen aber ich fand es besser, dass ich schon die beiden Vorgänger gelesen hatte. Emma ermittelt diesmal verdeckt. Das soll heißen, alle halte sie für Tod und dadurch soll ihr gelingen den psychopathischen Mörder schneller zu fassen.
Aber lange zieht sich der Plot. Die Autorin erzählt vieles aus mehreren Sichtweisen, lässt sich Zeit, versucht die Charaktere zu beleuchten, vergisst aber darüber etwas, dass auch Action und Handlung wichtig sind. Das Hin und Her zwischen den Erzählansichten war mir oft zu gewollt und zu sehr auf gewollte Cliffhanger aus. Ich habe mich tatsächlich etwas durchkämpfen müssen.
Der Schluss ist ganz okay aber es wird auch durch den kleinen Showdown nicht zu einem wirklich guten Krimi.

Bewertung vom 12.09.2018
Der Abgrund in dir
Lehane, Dennis

Der Abgrund in dir


sehr gut

Auf das neue Buch von Dennis Lehane muss man sich einlassen, denn die erste Hälfte des Buches war ich ständig auf der Suche nach dem Thrill, der immer in Lehanes Büchern steckt. Aber der Autor nimmt sich erst mal sehr viel Zeit dafür, uns Rachels verkorkstes Leben zu erzählen und warum sie mit noch nicht mal 30 Jahren schon schwere Angstzustände bekommt. Erst Brian, ihr zweiter Mann, kann sie da rausholen und kurze Zeit scheint ihr Leben besser zulaufen. Bis das Ganze kippt, weil sie erkennt, dass Brian wohl etwas vor ihr verbirgt.

Im zweiten Teil nimmt die Geschichte Fahrt auf und jetzt ist es ein typischer Lehane - erinnert stimmungsmäßig ein wenig an Shutter Island. Wer ist hier der Bösewicht, worum geht es eigentlich, was ist das Geheimnis, dass Brian verbirgt? Oder täuscht sich Rachel und es ist alles ganz anders, es gibt eine einfache Erklärung?

Ich mag Lehane und auch wenn dieses Buch nicht so spannend beginnt, wie ich es von ihm gewohnt bin, so hat mich doch der Erzählstil bei der Stange gehalten und das Buch ist immer noch eine Leseempfehlung wert. Vor allem, für die letzten 50 Seiten.

Bewertung vom 03.09.2018
Land im Sturm
Schiewe, Ulf

Land im Sturm


ausgezeichnet

Mit „Land im Sturm“ wagt Ulf Schiewe ein ungewöhnliches Projekt. Es handelt sich nicht um eine durchgängig geschriebene Storyline. Vielmehr hat er sich vier wichtige historische Ereignisse herausgepickt, die die deutsche Geschichte maßgeblich beeinflusst haben. Die erzählt er u. a. mit Hilfe eines ganz speziellen Kunstgriffes, der darin besteht, dass die Darsteller der ersten Geschichte aus zwei drei Familien stammen, und deren Nachkommen übernehmen dann in den späteren Abschnitten die Hauptrollen. So muss man sich als Leser zwar immer wieder von gerade liebgewonnenen Personen trennen aber irgendwie hat man das Gefühl, dass sie nicht ganz verschwinden, weil Urenkel und Ururenkel erscheinen und den Plot weitertragen. Man könnte also sagen, dass Deutschland der Hauptdarsteller ist und mehrere Familien über viele Generationen agieren stellvertretend für die Deutschen.

Ulf Schiewe schaffte es, dass ich in allen Abschnitten Empathie für die Darsteller empfand und mit ihnen teils sehr dramatische und oft auch sehr schwere Zeiten miterleben durfte. Große Schlachten und große gesellschaftliche Veränderungen sind das Thema dieses Buches. Was machten diese Kriege mit den Menschen und mit dem Land. Wie entwickelten sich die demokratischen und politischen Strukturen im Herzen Europas. Wie erlebte das einfache Volk all dies mit.

Ein spannendes Stück Zeitgeschichte in vier Kapiteln. Wer sich darauf einlässt, wird hervorragend und klug unterhalten. Ein bisschen Geschichtsunterricht mit einer Prise Roman. Eine ausgewogene Mischung, die ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Bewertung vom 18.08.2018
Nichts als Liebe
Lauren, Christina

Nichts als Liebe


ausgezeichnet

Wer mich kennt weiß, dass ich bei Liebesgeschichten sehr wählerisch bin. Da muss alles passen, sonst gibt es von mir keine Empfehlung. Ich mag keinen Kitsch und keine Weichzeichner. Oft tue ich mir mit diesen Roman schwer, die immer nach dem gleich Schema gestrickt sind und die andere Frauen ja ununterbrochen verschlingen können. Deshalb wage ich mich selten an dieses Genre. Dabei mag ich es, wenn Drama und Liebe zwischen zwei Buchdeckeln vorkommen.
Umso mehr zählt also, dass ich „Nichts als Liebe“ ohne Wenn und Aber empfehlen kann. Die beiden Hauptdarsteller, Macy und Elliot, lernen wir bereits als Kinder kennen. Wie zwischen den beiden schnell eine tiefe und innige Freundschaft wächst aus der im Laufe der Jahre mehr wird, das ist einfach toll zu verfolgen. Man spürt die Liebe und Nähe. Dann kommt der Bruch. Viele Jahre später treffen die beiden sich wieder und alle alten Gefühle brechen auf. Dann wird es richtig dramatisch. Das hat mir gut gefallen. Die Autorin hat eine schöne Sprache, die all dies sanft und glaubwürdig beschreibt.
Ein wirklich schöner Liebesroman. Auch für Leserinnen, die so etwas eher mit Vorbehalt lesen.

Bewertung vom 18.08.2018
Das Mädchen, das von Freiheit träumte
Schulze, Tilli; Collier, Lorna

Das Mädchen, das von Freiheit träumte


ausgezeichnet

Wie kann man ein Buch als wundervoll bezeichnen, wo es doch so dramatisch und teils sehr tragisch ist. Man kann, wenn man das Buch von Tilli Schulze gelesen hat. Dabei ist es natürlich auch deshalb bewegend, weil die Autorin hier eine wahre Geschichte erzählt.
Das Leben der kleine Tilli ist schwer, denn es ist eine schwere Zeit. 1939. Krieg, Nazis, faschistisches Denken und faschistische Bedrohung. Tillis Bruder ist taub und wird deshalb zu den Kindern gezählt, deren Leben unwert ist und die man weghaben wollte aus Deutschland. Eine furchtbare Situation.
Aber auch nach dem Krieg muss Tilli ums Überleben kämpfen. Die Russen sind kaum besser als die Deutschen. Bewundernswert ist, wie das Mädchen mit Optimismus und Idealismus durch alle Tiefen geht, nie den Mut verliert, aus innen heraus eine Kraft ausstrahlt, die aus jeder Seite des Buches herausscheint.
Der Schreibstil ist wahnsinnig intensiv, man leidet mit den Darstellern mit. Die Wut auf die teilweise Ohnmacht der Menschen drückt einem die Kehle zu, die Freude über kleine Siege und die Neugierde, wie es weitergeht mit Tilli lassen einen nicht mehr los und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Eine großartige, bewegende, hautnah erzählte Geschichte.

Bewertung vom 18.08.2018
Die Zeit der Kraniche / Ostpreußensaga Bd.3
Renk, Ulrike

Die Zeit der Kraniche / Ostpreußensaga Bd.3


sehr gut

Im dritten Teil der Ostpreußensaga von Ulrike Renk geht es um die letzten Tage des zweiten Weltkrieges. Rund um das Gut von Frederike bricht alles zusammen. Der Krieg fordert Opfer, Hunger und Not halten Einzug. Die meiste Zeit muss Freddie alleine versuchen, sich und die Kinder durchzubringen. Und auch danach wird nicht alles leichter und besser.
Wie schon bei der Australiensaga, so dachte ich auch hier beim dritten Band, man hätte die Geschichte durchaus straffen können. Der Alltagstrott wurde schon sehr genau beschrieben. Pluspunkt waren die Figuren, die ich liebgewonnen hatte und die mir am Herzen lagen. Alles in allem also ein solider Abschlussband, den man natürlich lesen sollte, wenn man die ersten beiden kennt.
3,5 Sterne auf 4 aufgerundet.

Bewertung vom 14.08.2018
Todeskäfig / Sayer Altair Bd.1
Cooper, Ellison

Todeskäfig / Sayer Altair Bd.1


sehr gut

In einem „Todeskäfig“ wird die zu Tode gefolterte Tochter eines Senators gefunden. Politik und Öffentlichkeit haben also ein großes Interesse an dem Mordfall und FBI Special Agentin Sayer Altair steht in ihrem ersten Fall ziemlich unter Druck. Aber nach anfänglich falschen Spuren führen ihre soliden Ermittlungen schließlich doch zum richtigen Täter. Dazwischen liegt ein spannender Thriller, der vielleicht nicht unbedingt überraschende, aber doch solide Crimekost bietet und durchaus Spaß macht. Der Schreibstil ist angenehm und passend zum Genre. Die Hauptdarsteller bekommen Raum für ein Privatleben, so etwas mag ich auch in Thrillern sehr gerne. Dennoch verliert die Autorin den Fall nicht aus den Augen.

Für mich ein gelungenes Debüt. Bitte mehr von dieser Autorin.