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Benutzername: Mine_B


Bewertungen

Insgesamt 109 Bewertungen
Bewertung vom 26.11.2021
Der Schwur der Jagdlinge / Feuerblut Bd.1
Fowler, Aisling

Der Schwur der Jagdlinge / Feuerblut Bd.1


sehr gut

Aisling Fowler hat mit dem Jugend- Fantasybuch „Feuerblut – Der Schwur der Jagdlinge“ ihren Debütroman geschrieben. Dieses Buch ist als Mehrteiler angelegt.

Als ich den Klappentext und anschließend eine Leseprobe zu dem Debütroman von Aisling Fowlers Werk gelesen habe, war ich sofort auf die Story von diesem Jugendbuch gespannt gewesen.
Der Schreibstil von Fowler ist sehr angenehm und lässt sich flüssig lesen. Dies führt dazu, dass sich das Buch zügig lesen lässt und am liebsten würde man es gar nicht mehr aus der Hand legen. Auch schafft es Fowler gekonnt, eine packende Atmosphäre aufzubauen. Diese ist so dicht, dass man als Leser denkt, man ist selber mitten in den Wäldern und die fremdartigen fantastischen Kreaturen kann man sich sehr gut vorstellen. Man hat das Gefühl, dass man selber mitten im Geschehen drin ist. Auch das Worldbuilding hat mir gefallen. Bei meinem vom Verlag zur Verfügung gestellten Leseexemplar war eine Karte beigelegt wurden. Diese habe ich gerne zu Rate gezogen, um mit zu verfolgen, wo sich die Protagonisten gerade befinden. Es gibt einen dichten Wald im Norden, welcher voller Gefahren ist und über das Land Embra verteilt, existieren verschiedene Clans. Einige interessante und packende Ansätze werden in die Handlung eingebaut und die Welt hat auf jeden Fall Potential. Bloß hätte ich mir manchmal gewünscht, dass man mehr Details über die Welt an sich oder auch die einzelnen Clans erfährt. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass man in einem späteren Band mehr darüber erfahren wird und dass diese dann weiter ausgebaut wird.
Der Einstieg ist packend geschrieben. Schon auf den ersten Seiten wird man mitten ins Geschehen gezogen. Rasant wird eine dichte Atmosphäre aufgebaut und unerwartete Wendungen halten den Spannungsbogen hoch. Man lernt sofort die wichtigen Personen in diesem Werk kennen. Auch einen kleinen Einblick in die fantastische Welt wird einem gewährt. Dies führt dazu, dass sowohl die Protagonisten als auch der Leser selber nicht zur Ruhe kommt, ein Ereignis führt zum nächsten. Dieses Jugendbuch ist durchweg spannend und auf verschiedene Arten wird Spannung erzeugt. Man klebt quasi an den Seiten und will einfach nur wissen, wie diese Handlung weiter- und anschließend ausgeht.
Im Verlauf des Buches lernt man die Protagonisten und andere relevante Charaktere besser kennen. Zwölf ist ein junges Mädchen, welches beim Jagdbund aufgenommen wurde. In diesem lässt man sein bisheriges Leben hinter sich und redet anschließend nicht mehr darüber. Man soll die ganzen Clans vor den Kreaturen und anderen Gefahren beschützen. Dafür verpflichtet man sich dem Jagdbund und wird dort als Jagdling ausgebildet. Zwölf befindet sich noch in der Ausbildung, ist aber ein Einzelgänger. Sie sucht auch keine sozialen Kontakte, will ihre Ausbildung nur erfolgreich hinter sich bringen. Als dann ein Mädchen aus ihrer Gruppe namens Sieben entführt wird, begibt sie sich zusammen mit anderen aus ihrer Ausbildungsgruppe auf die Suche. Am Anfang ist Zwölf noch ziemlich distanziert, lediglich ihr bester Freund – ein Eichhörnchen namens Winnie – macht sie sympathisch. Doch im weiteren Verlauf lernt man sie immer besser kennen. Immer weitere Facetten ergeben sich und auch die Vergangenheit von Zwölf wird geschildert, welche sie menschlicher machen. Langsam baut man eine Verbindung zu ihr auf, man lernt sie besser kennen und kann ihre Denkweise besser verstehen. Auch ihr soziales Umfeld lernt man immer besser kennen, manche Ansichten oder Taten sind dann nachvollziehbar. Im Verlauf der Story baut man zu den Charakteren eine Beziehung auf und fiebert mit diesen mit.
Auch die letzten Seiten sind packend gestaltet, der Showdown hat die eine oder andere Überraschung parat und zeigt nochmal, dass Fowler ihr Werk versteht. Ein paar Wendungen werden eingebaut, sodass man nur zu gerne wissen möchte, wie es mit Zwölf und ihren Freunden weiter geht.

Insgesamt konnte mich Aisling Fowler mit ihrem Debütroman „Feuerblut – Der Schwur der

Bewertung vom 18.11.2021
Ghostwalker
Wekwerth, Rainer

Ghostwalker


sehr gut

Der Autor Rainer Wekwerth hat mit „Ghostwalker“ einen spannenden Jugendroman geschrieben, welcher in Richtung Science Fiction geht. Dies ist ein Einzelband und kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Ich habe aus der Feder von Rainer Wekwerth schon einige Bücher gelesen und bisher haben mir diese immer gefallen. Besonders seine Labyrinth- Reihe wird mir hier wohl immer positiv in Erinnerung bleiben. Daher war ich sehr auf „Ghostwalker“ gespannt, denn der Klappentext klang sehr vielversprechend.
Der Schreibstil von Rainer Wekwerth ist, wie ich es bereits aus anderen Büchern von ihm gewohnt bin, angenehm und einfach gehalten. Dennoch schafft er es gekonnt, Bilder mit seinen Worten entstehen zu lassen. All dies führt dazu, dass sich „Ghostwalker“ flüssig und zügig lesen lässt. Auch schafft es Wekwerth dieses Jugendbuch spannend zu gestaltet. Der Spannungsbogen wird über die gesamte Buchlänge hoch gehalten, sodass man als Leser quasi an den Seiten klebt. Dieses Werk spielt in einer Zukunftsversion von unserer Welt, die Handlung läuft hauptsächlich in Hamburg im Jahre 2047 ab. Zugesagt hat mir ebenfalls der interessante Aufbau der digitalen Welt. Hier werden wichtige oder auch sensible Daten mittels Ghostwalker in der virtuellen Welt übermittelt. Für diesen Auftrag wird man dann bezahlt, oftmals läuft solch eine Vereinbarung über das Darknet ab. Hier gibt es einige interessante Ansätze und auch ansprechende Ideen werden eingebaut. Einige mögliche technologische Fortschritte werden in die Handlung eingebaut, welche ich ganz gelungen fand.
Jonas ist der männliche Protagonist. Er ist ein siebzehnjähriger Junge, welcher in komplizierten Familienverhältnissen lebt. Sein Vater hat sich vor ein paar Jahren umgebracht, wobei Jonas diese Tat bis heute nicht verstehen kann, hatte er doch das Gefühl, dass sie eine glückliche Familie waren. Seine Mutter ist mit dem Ableben nicht zurechtgekommen, hat sich dem Alkohol hingegeben und anschließend ihren Sohn verlassen. Daraufhin verdient Jonas als Ghostwalker das Geld zum Überleben. Blue ist der weibliche Gegenpart hierzu. Sie ein erfolgreicher Ghostwalker, welche mit diesem Job schon viel Geld verdient hat und sich einen Namen in der Szene gemacht hat. Schade finde ich es, dass man über Blue nicht viel erfährt. Sie ist eher mysteriös gehalten und hat so einige Geheimnisse. Die beiden geraten, unabhängig voneinander, in Schwierigkeiten. Blue verliert dabei Teile ihres Gedächtnisses. Auch an ihre Kontodaten erinnert sie sich nicht mehr. Und um wieder an ihr Geld zu kommen, muss sie sich weiter in diesen Fall hineinbringen und dem Geheimnis auf die Spur zu gehen. Auch Jonas wird hierein verstrickt und zusammen begeben sie sich auf eine spannende Jagd und müssen einige Schwierigkeiten meistern. Sie werden in diese digitale Welt immer tiefer hinein gesogen und müssen dieses Geheimnis lüften, damit sie diese wieder heil verlassen können. Der Auftrag ist nicht das, was man auf den ersten Blick vermuten könnte. Immer tiefer geht man diesem auf die Spur und so langsam lichtet sich, was dahinter steckt. Die beiden raufen sich zusammen und arbeiten langsam zusammen, um den Auftrag zu erledigen. Es ist offensichtlich, dass sich etwas zwischen Jonas und Blue entwickelt. Doch diese Liebesgeschichte nimmt, zu meinem Glück, nicht zu viel Raum ein. Auch finde ich, dass diese nicht ganz in die Story passt. Sie wirkte auf mich ein bisschen erzwungen. Hier hätte ich mir eine andere Entwicklung gewünscht, aber es hat mich auch nicht weiter gestört, dass die Beziehung sich zwischen den beiden so entwickelt.
Ein kleiner Kritikpunkt von meiner Seite ist die fehlende Tiefe. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass die Welt, sowohl die digitale als auch die reale, etwas detailliertes geschildert wird. Aber für ein Jugendbuch ist dies vollkommen ausreichend, bloß hätte ich mir manchmal mehr Hintergrundwissen oder Details gewünscht.

Insgesamt konnte mich Rainer Wekwerth auch mit seinem Jugendbuch mit Science- Ficti

Bewertung vom 01.11.2021
Der Sucher
French, Tana

Der Sucher


gut

Die bekannte Autorin Tana French hat mit „Der Sucher“ einen weiteren Einzelband geschrieben, welcher vom Verlag als Roman deklariert wird.

Ich kenne bereits ein paar Werke aus der Feder von Tana French und daher war ich auf ihr neues Werk „Der Sucher“ recht gespannt, auch klang der Klappentext recht vielversprechend. Dieser hat die Aufklärung eines schwerwiegenden Geheimnisses versprochen, gepaart mit vielseitig angelegten Charakteren.
Der Schreibstil ist, wie ich es bereits von Tana French gewohnt bin, angenehm und flüssig zu lesen. Gekonnt baut die Autorin eine dichte Atmosphäre auf. Diverse Beschreibungen des Lokalkolorits fließen mit in die Handlung ein. Man hat dabei als Leser das Gefühl zusammen mit den Charakteren im tiefsten England zu sein, in einem verregneten Dorf. Zusammen mit Cal lernt man die Umgebung ein wenig besser kennen, erklimmt mit ihm zusammen die Hügel in der Nähe des Dorfes oder geht mit ihm angeln oder jagen. Hier haben die Dorfbewohner so ihre Eigenarten, welche sie nicht immer sympathisch erscheinen lassen. Auch die Schafe des Dorfes spielen für die Handlung eine nicht unwesentliche Rolle.
Cal steht in „Der Sucher“ definitiv im Vordergrund. Er ist ein ehemaliger Cop aus Chicago. Nach einer persönlichen Schaffenskrise zieht er ins verlassene Irland, kauft dort ein renovierungsbedürftiges Haus und will dort mit seinen dunklen Gedanken alleine sein, um diese zu verarbeiten und innere Ruhe zu finden. Bei seinen Arbeiten am Haus fühlt er sich oftmals beobachtet und auch sein Nachbar Mart ist hierbei nicht wirklich eine große Hilfe. Während der Renovierungsarbeiten an seinem Haus kommt ein Kind namens Trey aus dem Dorf auf ihn zu, dieses sucht seine Nähe. Trey erzählt Cal von einem verschwundenen Bruder und bittet Cal, diesen zu suchen und das Geheimnis um dessen Verschwinden aufzuklären. Zusammen begeben die beiden sich auf die Spuren von dem Bruder und entdecken dabei nicht nur ein dunkles Geheimnis und begeben sich hierbei auch noch zusätzlich in Gefahr.
Den Einstieg in diesen Roman fand ich ein wenig mühsam. Das Buch entwickelt sich nur langsam und zu Beginn hatte ich oftmals das Gefühl, dass ich mich ein bisschen durchkämpfen musste. Man lernt am Anfang eher den Protagonisten kennen und wie er sich in das Dorfleben gewöhnt. Dieses kleine Dörfchen hat so seine Eigenheiten und auch die Dorfbewohner werden auf den ersten Seiten vorgestellt, sodass der Leser einen vielseitigen Eindruck von dem Dorf und dessen Einwohner bekommt. Meiner Meinung nach hätte man dies ein wenig straffen können. Auch allgemein fehlte mir in diesem Buch ein wenig die Spannung. Teilweise plätschert die Handlung eher dahin und es kommt keine richtige Spannung auf. Erst als sich die Suche nach dem verschollenen Bruder immer mehr zuspitzt und man langsam immer weitere Informationen dazu bekommt und alles langsam Sinn ergibt, nimmt die Handlung Fahrt auf. Erst auf den letzten Seiten kommt soetwas wie Spannung auf. Mir persönlich war der Mittelteil einfach zu lang, ein paar Kürzungen hätten dem Buch hier gut getan.

Insgesamt hat mir der Roman „Der Sucher“ aus der Feder von Tana French recht gut gefallen. Die Charakterdarstellung war vielseitig und es gab auch ein paar Überraschungen, aber dennoch konnte der Spannungsbogen nicht permanent hoch gehalten werden. Daher möchte ich für dieses Buch 3 Sterne vergeben.

Bewertung vom 14.10.2021
Die Schattenarmee / Ministry of Souls Bd.2
El-Bahay, Akram

Die Schattenarmee / Ministry of Souls Bd.2


sehr gut

Ich habe aus der Feder von Akram El- Bahay schon einige Fantasy- Bücher und auch Kinderbücher gelesen, welche mir allesamt gut gefallen haben. Daher war es naheliegend, dass ich auch „Die Schattenarmee – Ministry of Souls“ gelesen habe. Dies ist die Fortsetzung zum Vorgänger „Das Schattentor“ und damit auch der Abschlussband der Dilogie. Meiner Meinung nach ist es für ein besseres Verständnis sinnvoll, dass man bereits den Vorgänger gelesen hat. Damit steigert man das Lesevergnügen enorm.

Wie ich es bereits aus anderen Werken von Akram El- Bahay gewohnt war, war auch dieses Mal der Schreibstil wieder sehr angenehm. Er schreibt sehr bildhaft, sodass gekonnt Bilder vor dem geistigen Auge entstehen. Auch wird dabei eine dichte Atmosphäre aufgebaut, man hat als Leser das Gefühl Teil der Geschichte zu sein. Man ist dabei mitten im Geschehen, ist an der Seite der Charaktere und fiebert dem weiteren Verlauf der Handlung entgegen.
Natürlich trifft man im zweiten Band die Protagonisten aus dem vorherigen Buch wieder. Dabei steht auch dieses Mal der Soulman Jack im Zentrum, an seiner Seite ist die arabische Prinzessin Naima und der Geisterkater Oz. Im ersten Band habe ich die passive Art von Jack bemängelt. In „Die Schattenarmee“ ist Jack aktiver – er beteiligt sich aktiv am Geschehen und lenkt dieses. Auch trifft er nun eigene Entscheidungen und bedenkt dabei auch mal die Konsequenzen. Mir hat er in diesem Werk bedeutend besser gefallen. Aber auch Naima nimmt sehr aktiv an der Handlung teil. Sie ist sehr eigenständig, tough und erfüllt hierbei nicht die typischen Klischees, wenn man den Titel Prinzessin hört. Mein persönlicher Lieblingscharakter ist jedoch Oz, der Geisterkater. Dieser lockert mit seinen coolen Sprüchen oftmals die Situation auf oder hebt die Stimmung mit diesen. Oftmals rettet er mit seinen Zaubersprüchen die Lage und hilft hierbei seinen Freunden. Ich mochte einfach seine lockere Art und wie er die Situationen angeht.
Gelungen fand ich in diesem Buch auch die Darstellung vom Gegenpart. Dieser ist ein mächtiger Ifrit, welcher mit Hilfe einer Schattenarmee Rache nehmen will. Im Verlauf der Story bekommt man einen tieferen Einblick in seine Vergangenheit und Entstehungsgeschichte. Man kann zwar seine Beweggründe besser verstehen, jedoch wird er dadurch nicht unbedingt sympathischer.
Auch hat mir der Mix aus viktorianischem England und orientalischem Setting gefallen. Im zweiten Band der Reihe werden wir in die Heimat von Prinzessin Naima entführt und lernen diese Gegend besser kennen. Der Wechsel der Lokalitäten hat mir gut gefallen und dadurch hat man einen vielseitigeren Einblick in die Kultur dort bekommen.
Schade fand ich, dass die Nebencharaktere doch recht blass bleiben. Auch der Bruder von Naima wird nur wenig beleuchtet, obwohl er für den Verlauf der Story doch eine wichtige Rolle spielt.
Auch den Showdown fand ich nicht hundertprozentig gelungen. Mir persönlich war dies ein bisschen zu viel hin und her. Aber dies ist Geschmackssache.

Insgesamt hat mich der Autor Akram El- Bahay mit „Die Schattenarmee – Ministry of Souls“ gut unterhalten. Mit Spannung habe ich die Handlung verfolgt und mit den Protagonisten mitgefiebert. Auf Grund ein paar kleiner Kritikpunkte möchte ich insgesamt 4 Sterne vergeben.

Bewertung vom 11.10.2021
Der Tote auf Amrum
Johannsen, Anna

Der Tote auf Amrum


sehr gut

Die Autorin Anna Johannsen hat mit „Der Tote auf Amrum“ ihre Reihe rund um die Hauptkommissarin Lena Lorenzen weitergeführt. Dies ist nun schon der sechste Band in der Kriminalreihe. Für mich war es das erste Buch, welches ich aus der Feder von Johannsen gelesen habe, dennoch bin ich als Quereinsteiger gut in das Buch hereingekommen.

In letzter Zeit lese ich gerne mal einen Kriminalroman, welcher in Norddeutschland spielt. Daher hatte mich bei diesem Buch sofort der Klappentext angesprochen und voller Vorfreude habe ich mich an dieses Buch gewagt. Ich hatte keine großen Erwartungen daran – dennoch wurde ich von „Der Tote auf Amrum“ gut unterhalten.
Der Schreibstil von Anna Johannsen ist angenehm, sodass sich der Krimi flüssig und zügig lesen lässt. Schnell ist man mitten im Buch und mitten im Geschehen und noch schneller ist das Buch auch schon ausgelesen, weil man einfach nur zu gerne erfahren möchte, wie dieser Mordfall aufgeklärt wird und was bzw. wer hinter dieser Tat steckt. Jedoch hat mir hier manchmal ein bisschen der Lokalkolorit gefehlt. Es werden Andeutungen gemacht, aber so eine richtige nordische Atmosphäre ist bei mir leider nicht aufgekommen. Auch habe ich den Eindruck gehabt, dass diese Handlung auch auf jeder anderen Insel funktioniert hätte – Amrum wäre austauschbar gewesen. Mir haben hier einfach die typischen lokalen Andeutungen oder Gegebenheiten gefehlt, welche mit in die Handlung eingebunden werden. Dafür schafft es Johannsen auf vielseitige Weise Spannung zu erzeugen. Aber auch mit ihren eher ruhigeren Passagen weiß die Autorin zu überzeugen. Hier geht es nicht immer rasant zur Sache, die Ermittler kommen auch mal zur Ruhe. Manchmal spielt der emotionale Ballast oder die Vergangenheit der Charaktere eine wichtigere Rolle, welche näher beleuchtet werden. Aber auch diese habe ich mit Spannung gelesen. Man darf hier aber keine rasante Verfolgungsjagd erwarten oder knallharte Polizisten, welche gerne mal mit ihrer kriminellen Ader über das Ziel hinausschießen. Hier wird eher gemächliche Polizeiarbeit mittels Verhören oder Rekonstruktion des Tathergangs geleistet.
Die Protagonistin ist die zentrale Person Lena Lorenzen. Sie ist bei der Polizei als Hauptkommissarin angestellt. In diesem Band spielt auch ihre Vergangenheit eine wesentliche Rolle und schnell muss sie sich der Frage stellen, ob sie diesen Fall auch sachlich aufklären kann. Man kann sie auch gut verstehen, wenn man sie noch nicht aus den vorherigen Bänden aus der Reihe kennt. Dennoch konnte mich ihre Person nicht wirklich berühren, auch wenn sie durchaus sympathisch ist. Mir hat hier manchmal einfach die Emotionalität gefehlt – sie muss jetzt nicht weinerlich sein, definitiv nicht, aber sie war mir manchmal einfach zu sachlich. Daher habe ich ihre Geschichte meist recht sachlich aufgenommen, sodass ich keine Verbindung zu ihr aufbauen konnte. Auch ihre Vergangenheit zu einem ehemaligen Vorgesetzten wird hier thematisiert. Hier wird das sensible Thema der sexuellen Belästigung angebracht. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich die Darstellung hierzu in „Der Tote auf Amrum“ finden soll. Ein paar Mal wird dieses wichtige Thema in die Handlung mit eingebunden – auch wird gezeigt, wie schwierig es ist, damit umzugehen. Dennoch finde ich es manchmal etwas ungeschickt und nicht immer gelungen.

Insgesamt konnte mich Anna Johannsen mit ihrem Kriminalroman „Der Tote auf Amrum“ gut unterhalten. Der Kriminalfall bzw. dessen Aufklärung hat mir gefallen. Auch die Protagonistin ist mir sympathisch gewesen, dennoch konnte ich keine richtige Bindung zu ihr aufbauen. Für diesen Krimi möchte ich 4 Sterne vergeben.

Bewertung vom 10.10.2021
Nordnacht / Die Blutgeschworenen Bd.1
Gwynne, John

Nordnacht / Die Blutgeschworenen Bd.1


sehr gut

Der Fantasy- Autor John Gwynne hat mit „Nordnacht- Die Saga der Blutgeschworenen“ den Auftakt zu seiner neuen Reihe geschrieben, sodass man dieses Buch ohne Vorkenntnisse aus anderen Büchern von Gwynne lesen kann. Bereits für Herbst 2022 ist der zweite Band für den deutschen Buchmarkt angekündigt worden.

Der Schreibstil von Gwynne ist eher bildhaft, sodass er es schafft, eine dichte Atmosphäre aufzubauen. Der Vergleich mit den Wikingern passt hier ganz gut. Eine raue Welt wird hier erschaffen, in der sich einige Wesen tummeln. Der Schreibstil von Gwynne begünstigt hier, dass man sich als Leser alles bildgewaltig vorstellen kann und man hat das Gefühl, dass man mitten im Geschehen ist. Die beigefügte Karte ermöglicht es einem zusätzlich, dass man sich in dieser gefährlichen Welt besser orientieren kann. Dabei wird eine komplexe und vielseitige Story erzählt, bei der man sich schon konzentrieren muss, um dieser zu folgen. Dafür bekommt man als Belohnung eine detailreiche Handlung mit blutigen Szenen und tiefgreifenden Charakteren. All dies konnte mich in seinen Bann ziehen. Gebannt habe ich jede Seite gelesen und konnte es nicht erwarten, zu erfahren wie die Story weitergeht. Ich habe mit den Protagonisten mitgefiebert. Die Charaktere bestechen hier durch ihre Tiefgründigkeit. Diese sind gut ausgearbeitet, haben ihre Ecken und Kanten. Die Protagonisten wirken sehr ausgereift und man bekommt einen vielseitigen Einblick in ihre Denkweise und ihre Handlungen. Durch den Perspektivenwechsel wird die Spannung noch zusätzlich gesteigert. Aber auch durch unerwartete Wendungen oder charakterliche Entwicklungen wird die Spannung hier permanent hochgehalten. Im Mittelpunkt stehen hier Orka, Varg und Elvar. Orka ist eine talentierte Kriegerin, welche mit ihrer Familie zurückgezogen lebt. Als dann aber ihr Sohn entführt wird, zieht sie in die Welt aus, um diesen zu befreien. Varg ist ein entflohener Sklave, der den Tod an seiner Schwester aufklären und rächen will. Und Elvar ist eine Kämpferin in einer Söldnergruppe, welche sich ihren Platz in der Welt verdienen will. Ich kann hier gar nicht sagen, welcher Strang mir am besten gefallen hat – mir haben alle drei gut gefallen. So hat man einen umfangreichen Einblick in die Welt bekommen, was in dieser vorgeht. Jeder war auf seine eigene Art spannend. Auch wenn sie nicht immer reinste Sympathieträger sind. Man muss sich hier bewusst werden, dass sie in einer gefährlichen und kalten Welt überleben müssen und dass hier für Weichlinge kein Platz ist. Man muss in dieser Welt im wahrsten Sinne des Wortes um sein Überleben kämpfen.
Gefallen hat mir aber auch, dass die Götterwelt und die damit verbundenen Legenden hier eine wesentliche Rolle spielen. Oftmals werden diese in die Handlung eingebunden. Als Leser fragt man sich, was hinter all dem steckt, ob dies vielleicht mehr als nur alte Sagen sein könnten. Wie man dieses Mittel hier gekonnt eingesetzt hat, hat mir persönlich gefallen.
Die ersten Seiten haben sich flüssig lesen lassen. Man wird sofort in das Geschehen hineingeworfen, sodass man sofort mitten im Geschehen ist. Besonders zu Beginn muss man sich ganz schön konzentrieren, damit man die fremdklingenden Namen auseinanderhalten kann. Doch dies gibt sich nach ein paar Seiten, sodass man die Handlung in vollen Zügen genießen kann.

Insgesamt konnte mich John Gwynne mit „Nordnacht“ gut unterhalten. Die Welt, welche er geschaffen hat, konnte mich überzeugen. Und auch die Protagonisten haben mir mit ihrer ruppigen Art gefallen. Auch wenn sie mir nicht sofort ans Herz gewachsen sind, bin ich schon sehr auf die Weiterführung der Reihe gespannt und will nur zu gerne wissen, wie es mit dieser spannenden Reihe weitergeht. Insgesamt möchte ich 4 Sterne vergeben.

Bewertung vom 19.09.2021
Diebe der Nacht
Corzilius, Thilo

Diebe der Nacht


sehr gut

Der Autor Thilo Corzilius hat mit „Diebe der Nacht“ einen weiteren Fantasy- Roman geschrieben, bei dem mich allein schon das Cover total neugierig gemacht hat. Laut seinem Social Media Account soll dies wohl ein eigenständiges Werk bleiben, weitere Bücher mit den Herbstgängern als Hauptfiguren sind nicht geplant. Hierbei schließt Corzilius aber nicht aus, auf ein weiteres Abenteuer in diese fantastische Welt abzutauchen.

Der Schreibstil von Corzilius ist, wie ich es bereits aus anderen Werken von ihm gewohnt bin, sehr flüssig und bildhaft. Gekonnt setzt er seine Charaktere in Szene, dabei lässt er ein malerisches Bild entstehen, sodass man als Leser das Gefühl hat, ebenfalls in dieser magischen Welt zu sein. Zu Beginn lernt man erst einmal die Welt an sich und auch die Hauptcharaktere kennen. Doch schnell steigt die Spannung. Ein tragischer Vorfall und eine schicksalshafte Vergangenheit spielen hier eine große Rolle, das bisherige Leben der Theatergruppe Herbstgänger wird ordentlich auf den Kopf gestellt. Die Gruppe muss sich gegen den Magier behaupten und muss einen komplizierten Plan umsetzten.
Punkten konnte bei mir auch die fiktive Welt – hier Ruhende Welt betitelt. Diese scheint recht vielseitig zu sein, einige Details werden in die Story eingebunden. Der Großteil der Handlung spielt in der Lagunenstadt Mosmerano, welche stark an Venedig erinnert. Auch werden in die Story gekonnt Steampunk- Elemente mit eingebunden, gepaart wird alles mit einer Brise Magie. In der Ruhenden Welt hat eine alte, aber leider bereits ausgestorbene Zivilisation namens Skyldar gelebt, welche große fortschrittliche Entwicklungen gemacht hat und sie wohl auch mit Magie verknüpfen konnte. Diesen fiebert man noch in der Gegenwart nach und eifert diesen nach, man versucht dessen Geheimnisse zu entdecken. Solche Gegenstände haben einen großen Wert und sind beliebte Sammlerstücke. Es gibt einige interessante Aspekte, auch Details wie z.B. gewisse Traditionen werden gekonnt in die Handlung eingeflochten. Dennoch hatte ich manchmal das Gefühl, dass diese Welt noch viel mehr zu bieten hat. Diese hatte so viel Potential, leider wurde nur ein Bruchstück davon gezeigt. Ich hoffe einfach, dass wir noch mehr über die Ruhende Welt lesen werden, damit diese auf mich nicht mehr ganz so blass wirkt.
Überzeugen konnten mich auch die Charaktere in diesem Buch. Der Kopf der Gruppe ist Talmo Melisma, ein begabter Mechaniker. An seiner Seite ist unter anderem Glin, sein Ziehsohn und ebenfalls ein talentierter Bastler. Aber Glin ist auch ein großer Denker und Stratege, welcher die Diebstähle plant. Doch ist dieser nicht fehlerlos und dies hat ihn mir umso sympathischer gemacht. Durch die Rückblenden aus der Sicht von Talmo lernt man auch die Vergangenheit dieser kleinen Gruppe besser kennen und kann verstehen, warum diese so zusammenhalten. Diese Rückblenden haben mir sehr gefallen, hat man einen tieferen Einblick auf ihre bisherigen Leben erhalten. Leider fand ich manche Mitglieder der Herbstgänger ein wenig blasser als andere, man merkt, dass Glin hier im Mittelpunkt steht. Aber dies ist okay, hätte ich mir manchmal auch ein bisschen mehr mit und über die anderen gewünscht.

Insgesamt konnte mich Thilo Corzilius mit „Diebe der Nacht“ erneut überzeugen. Diese besticht durch seine magische Welt und die spannende Umsetzung des geplanten Kunstraubs. Jedoch hätte dieses Buch meiner Meinung nach ein paar Seiten mehr gut vertragen können, damit man die Welt und auch die Charaktere noch ein bisschen vertiefen könnte. Auf Grund dieser kleinen Kritikpunkte möchte ich 4 Sterne vergeben.

Bewertung vom 14.09.2021
Die Rückkehr der Zwerge 1 / Die Zwerge Bd.6
Heitz, Markus

Die Rückkehr der Zwerge 1 / Die Zwerge Bd.6


sehr gut

Der bekannte Fantasy- Autor Markus Heitz hat es mit seinem neusten Werk „Die Rückkehr der Zwerge 1“ geschafft, einen gekonnten Spagat hinzulegen - indem er sowohl seine alteingesessenen Fans begeistern kann, und gleichzeitig neue Leser in seinen Bann zieht. Dies ist mittlerweile schon sechste Band aus seiner Zwergen- Reihe.
Der Schreibstil ist wie gewohnt fesselnd, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt. Gekonnt schafft es Heitz, eine packende und authentische Atmosphäre zu schaffen, sodass man das Gefühl hat, das man als Leser mitten im Geschehen steckt. Dabei gelingt es dem Autor meisterhaft, spannende Szenen darzustellen. Diese sind fesselnd und voller Action, ohne jedoch allzu sehr ins Detail zu gehen. Jedoch sollte man sich bewusst sein, dass ein Zwergen- Buch nicht ohne eine schwingende Axt auskommt. Wobei ich sagen muss, dass ich mir von solchen Szenen teilweise doch mehr gewünscht hätte. Aber auch langsamere oder emotionalere Passagen weiß Heitz gekonnt umzusetzen. Schön fand ich es auch, dass man verschiedene Orte im Geborgenen Land besucht. Man bekommt einen vielschichtigen Blick in die Welt, welche Gefahren oder auch Rassen in diesen Leben und auch ein wenig Politik und Traditionen werden in die Story mit eingebunden.
Die Handlung wird aus mehreren Erzählperspektiven erzählt. Diese sind zum Teil aus ganz unterschiedlichen Lagern, sodass man einen vielseitigen Einblick in den Verlauf der Story erhält. Ich kann hierbei gar nicht sagen, welche Perspektive mir am besten gefallen hat. Jeder hatte so seine starken und spannenden Momente. Ich hatte auch keinen Strang, den ich gar nicht gerne verfolgt habe. Alle haben mich gleichermaßen gut unterhalten und ich habe es genossen, die Geschichte von einer anderen Sichtweise zu betrachten oder mitzuverfolgen.
Gut umgesetzt fand ich auch die Charaktere. Diese sind wieder recht vielseitig und wirkten auf mich allesamt ziemlich lebendig. Kommen diese nicht nur aus recht verschiedenen Rassen – nicht nur die Zwerge werden hier thematisiert, auch die Albae, die Drachen, Hexen bzw. Magier oder ein paar Orks spielen hier die ein oder andere Rolle – nein, sie haben auch ganz unterschiedliche Rollen oder Aufgaben. Auch habe ich mich gefreut, einen bekannten und liebgewonnenen Charakter weiter zu begleiten. Gekonnt wurde dieser in die Handlung mit eingebunden und hat eine tragende Rolle auf den Verlauf genommen. Aber auch die neuen Charaktere konnten mich überzeugen. Der Zwerg, der hier den Protagonisten einnimmt, ist Goimron. Dieser ist mir gleich sympathisch gewesen. Hat er doch ein gutes Herz und muss sich erst an seine neue Aufgabe gewöhnen, muss in diese hereinwachsen und zurechtfinden. Er tut sich nicht immer leicht und für viele Zwerge ist er wohl auch nicht das typische Bild eines Zwerges. Dennoch habe ich seine Szenen nur zu gerne gelesen und habe mit ihm mitgefiebert.
Trotz all des Lobes habe ich auch einen Kritikpunkt. Die vorherigen Zwergen-Bände konnten mich auch durch ihren ganz speziellen Humor begeistern. Mir persönlich fehlt dieser hier ein wenig. Manchmal hätte ich mir einen sarkastischen Spruch gewünscht. Auch stehen in diesem Buch stark die Beziehungen zwischen den Zwergen und den Albae im Vordergrund. Mir hat dies gefallen. Doch werden hier auch andere Rassen wie z.B. die Orks erwähnt. Da hätte ich mir dann vielleicht doch ein paar Details mehr gewünscht. Wenn man diese schon in die Handlung einbindet, dann vielleicht nicht nur in ein paar Nebensätzen. Aber dies hätte wohl auch den Rahmen gesprengt.

Insgesamt konnte mich Markus Heitz mit seinem Fantasy- Buch „Die Rückkehr der Zwerge 1“ wieder mit seinem Schreibtalent für sich gewinnen. Nach diesem bösen Cliffhanger will man auch nur so schnell wie möglich wissen, wie es mit den Zwergen weitergeht. Da ich ein paar kleine Kritikpunkte habe, möchte ich 4 Sterne vergeben.

Bewertung vom 30.08.2021
Stormdancer / Der Lotuskrieg Bd.1
Kristoff, Jay

Stormdancer / Der Lotuskrieg Bd.1


ausgezeichnet

Der Verlag Cross Cult hat vor geraumer Zeit nun endlich den Debütroman von Jay Kristoff auf den deutschen Büchermarkt gebracht.
Kristoff schafft es gekonnt, dass er mit seinen Worten Bilder entstehen lässt. Dabei wird eine dichte Atmosphäre aufgebaut und immer mehr verdichtet. n diesem Reihenauftakt gelingt Kristoff eine gelungene und meisterhafte Kombination aus verschiedenen Genres. Die Story wird in einem japanischen Setting angesiedelt. Die japanische Mythologie spielt für die Geschichte eine wichtige Rolle und vieles wird aufgegriffen und in die Handlung eingebunden. Auch Traditionen oder militärische Gepflogenheiten werden eingebaut. Gut gefallen hat mir auch die Aufteilung in die einzelnen Clans, für mich hatte dies auch etwas, was eher im asiatischen Raum angesiedelt ist. Aber auch Fantasy- Leser kommen auf ihre Kosten, es gibt hier einige fantastische Elemente, welcher mir persönlich alle gefallen haben und zusammen etwas Rundes ergeben haben. Aber auch Steampunk fließt in die Handlung mit ein, einige technische Errungenschaften sind für das Leben in dieser Welt wichtig. Der Lotuskrieg ist entfacht, die Natur ist nicht mehr das, wie wir sie kennen. Sie ist giftig und gefährlich. Daher hat diese Story auch einen dystopischen Einschlag – zeigt sie uns doch auf, was wir unserer Natur eigentlich antun.
Gelungen fand ich in „Stormdancer“ auch das World Building. Man kann bereits in dem Reihenauftakt erkenne, welche Vielschichtigkeiten diese Welt beherbergt. Traditionen werden in die Handlung eingebunden, aber auch eine geschichtsträchtige Vergangenheit. Rivalitäten zwischen einzelnen Völkern spielen ebenso eine große Rolle wie auch der technische Fortschritt, welcher nicht immer im Einklang mit der Religion ist.Mir hat es gefallen, dass man bereits im ersten Band die Komplexität erahnen kann und bin schon sehr gespannt, wie dieses in der Weiterführung der Reihe weiter ausgebaut wird.
Wer die Bücher von Kristoff kennt, der weiß, dass diese keine rosarote Welt darstellen. Auch in diesem Werk gibt es einige Kampfszenen oder kriegerische Auseinandersetzungen, sodass es nicht verwunderlich ist, dass auch mal Blut fließt. Ich würde dieses Buch zartbesaiteten Lesern nur bedingt empfehlen. Es ist nicht sein blutreichstes Buch, jedoch rollen hier schon ein paar Köpfe – im wahrsten Sinne des Wortes.
Überzeugen konnten mich hier auch die Charaktere. Besonders die Protagonisten konnten mich überzeugen, sind sie sehr detailreich und vielschichtig gezeichnet. Ich habe mit Yukiko und Buruu mitgelitten und habe ihnen ein Happy End gewünscht, wohlwissend, dass dies eher untypisch für Kristoff ist. Yukiko ist eine starke junge Frau, welche schon früh für sich und auch ihren Vater sorgen musste. Sie ist im Clan der Füchse und hat ein besonders Talent, welches sie leider verbergen muss. Zusammen mit ihrem Vater und ein paar Freunden und Fremden begeben sie sich auf die Suche nach einem legendären Donnertiger, welche als ausgestorben gelten. Die Verbindung zu diesem Donnertiger namens Buruu und Yukiko hat mir persönlich gefallen, ich fand sie gut ausgearbeitet und überzeugend, wie die beiden voneinander gelernt haben und sich kennen gelernt haben.
Mein einziger Kritikpunkt: der doch etwas zähe Einstieg. Die ersten Seiten sind mühsam. Man muss sich erstmal an die Welt und die Charaktere darin gewöhnen. Ich hatte das Gefühl, dass ich von Namen und Begriffen erschlagen wurde, doch es lohnt sich meiner Meinung nach durchzuhalten. Diese anfänglichen Startschwierigkeiten legen sich mit der Zeit und man wird mit einer tollen Story belohnt.

Insgesamt hat mir „Stormdancer – Der Lotuskrieg 1“ – der Debütroman von Jay Kristoff – wirklich sehr gefallen. Eigentlich hat dieses Buch alles, was sich mein Leserherz wünscht. Aber leider empfand ich den Einstieg als etwas zähflüssig. Daher vergebe ich 4 Sterne und eine Leseempfehlung. Auch bin ich schon sehr auf die Fortsetzung gespannt.

Bewertung vom 29.07.2021
Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
Schwab, V. E.

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue


sehr gut

Mit dem Fantasy- Werk „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ hat die Autorin V.E. Schwab ihr neustes Werk auf den Markt gebracht.

Von Victoria Schwab habe ich schon mehrere Fantasy-Bücher gelesen, wobei jedes auf seine eigene Weise einen Eindruck hinterlassen hat. Hier habe ich etwas ganz Anderes bekommen, als ich zunächst erwartet hätte.
Der Schreibstil ist auch dieses Mal wieder sehr wortgewaltig. Man hat beim Lesen den Eindruck, dass wirklich jedes Wort sitzt und genau das richtige ist. Man merkt hier jedem Satz an, dass Schwab mit Worten umgehen kann. Auf mich wirkte dieser Stil hier besonders malerisch, fast schon poetisch. Ich persönlich fand, dass dies auch sehr gut zur Handlung des Buches passte – ist in dieser doch eine Hommage an die Kunst gesetzt wurden. Das Buch beinhaltet einige Zeitsprünge. Die eigentliche Handlung spielt in der Gegenwart. Dennoch werden häufig Rückblenden eingebunden. In diesen erfährt man mehr über das bisherige Leben von Addie LaRue, was sie bereits alles erlebt hat.
Wie der Titel des Buches schon verrät, handelt dieses Buch von der Protagonistin Addie LaRue. Als junges Mädchen lebt sie im frühen 18. Jahrhundert in Frankreich in einem kleinen Dorf. Sie führt ein beschauliches Leben. Den meisten Mädchen ist ein Weg vorgegeben – früh heiraten und dann Mutter werden. Doch solch ein Leben will Addie nicht führen – sie möchte etwas erleben. Daher geht sie einen Pakt ein. Addie nennt ihn Luc – und dieser soll sie noch öfters begleiten. Addie bekommt ein langes Leben, wenn nicht sogar Unsterblichkeit. Doch dabei ist sie unsichtbar – Addie kann keine direkten Spuren hinterlassen. Menschen, denen sie begegnet, vergessen sie sofort wieder, sobald sie Addie nicht mehr sehen. Das hat natürlich zur Folge, dass sie sich sehr alleine fühlt. Doch Addie findet einen Weg, damit umzugehen. Sie inspiriert Künstler auf ihre Art, wird zur Muse und hat damit Einfluss auf viele Kunstwerke der verschiedensten Art. An jedem Kapitelanfang wird ein solches Werk vorgestellt – auch die Geschichte dazu erfährt der Leser dann anschließend. Hier erfährt man, wem sie als Inspiration gegolten hat und auf welch unterschiedliche Weise. Ich fand diese Darstellung sehr gelungen und fand es jedes Mal aufs Neue faszinierend, welchem Künstler sie dieses Mal als Muse zur Verfügung stand.
In unserer Gegenwart begegnet Addie einem jungen Mann namens Henry. Dieser arbeitet im Antiquariat – aber das Besondere ist, dass er sich an Addie erinnern kann. Die beiden verbringen Zeit miteinander und schon bald entwickelt sich eine ganz besondere Story. Auch Henry hat ein Geheimnis, von dem man Stück für Stück mehr erahnen kann. Die Beweggründe, wie es dazu kam und auch welche Folgen diese Entscheidung hatte, kommen langsam ans Licht. Leider konnte ich diese nicht immer vollständig verstehen. Mir ist es schwergefallen, Henry in dieser Situation zu verstehen.
Mein persönlicher Liebling war jedoch Luc – der Teufel, welcher den Pakt mit Addie geschlossen hat. Im Verlauf des Buches lernt man ihn immer besser kennen, erkennt seine Vielschichtigkeit. Auch fand ich das Zusammenspiel und die Dialoge zwischen Luc und Addie einfach genial – sie waren mein persönliches Highlight in diesem Buch.
Dieses Buch ist kein actiongeladener oder temporeiches Fantasy- Werk, in dem sich ein Ereignis an das nächste reiht. Spannung wird hier nicht im klassischen Sinn erzeugt. Es ist eher gemächlich – man erfährt immer mehr über das Leben von Addie, wie sie der Pakt zur gleichen Zeit bereichert hat und zeitgleich auch was er ihr genommen hat. Wie sie damit umgeht, oder wie sie einfach nur versucht zu überleben, welche Gedanken sie plagen.