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Archer

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Insgesamt 341 Bewertungen
Bewertung vom 28.04.2022
Affenhitze / Kommissar Kluftinger Bd.12
Klüpfel, Volker;Kobr, Michael

Affenhitze / Kommissar Kluftinger Bd.12


gut

Es ist heiß auf der Ausgrabungsstätte der Paläontologen, die erst vor kurzem einen Sensationsfund gemacht haben: Udo, der erste aufrecht gehende Menschenaffe. Großes Bamborium hat sich angekündigt, selbst der Ministerpräsident will vorbeischauen und intelligent in die Kameras schauen. Eine Leiche als Fotobomb macht sich da natürlich nicht gut, genauso die wenig elegante Figur, die der "Präsident" Kluftinger abgibt. Die Leiche entpuppt sich als viel frischer als Udo, handelt es sich doch um den Entdecker des Menschenaffen, Doktor Brunner, der im Gegensatz zu Udo keineswegs mehr aufrecht steht. Kluftinger hat eigentlich keine Zeit für diverse Fälle, hat er doch endlich das Neuland des Internets betreten und die Social Media für sich entdeckt ...

Wenn man Kluftinger kennt, mag man gar nicht glauben, dass ein intelligentes Wesen wie Udo tatsächlich ebenfalls aus dem Allgäu stammt. Was in den ersten paar Büchern der Reihe noch für Schmunzeln und amüsiertes Kopfschütteln sorgte, also die ganzen Marotten und die völlige Unfähigkeit des Kommissars, nicht nur aufrecht zu gehen, sondern dabei auch noch vernunftbegabte Schlüsse zu ziehen, hat sich mittlerweile ganz schön ausgeleiert. Den Fall fand ich zwar wieder interessanter als die beiden Vorgänger, aber jetzt wäre es doch langsam mal ein echter Plottwist, wenn sich Kluftinger nicht als extremer Allgäudepp darstellte, sondern auch ab und zu intelligente Entscheidungen oder Überlegungen hegt, sodass er nicht immer nur über die Aufklärung seiner Fälle stolpert.

Bewertung vom 28.04.2022
Das Mädchen und der Totengräber / Inspektor Leopold von Herzfeldt Bd.2 (eBook, ePUB)
Pötzsch, Oliver

Das Mädchen und der Totengräber / Inspektor Leopold von Herzfeldt Bd.2 (eBook, ePUB)


sehr gut

Ein Mordopfer im Tiergarten, ermordete junge Stricher und ein toter Ägyptologe - da kommt viel Arbeit auf Leo von Herzfeldt, seine Kollegen und natürlich den kauzigen Totengräber Augustin Rothmayer zu. Außerdem fühlt sich Julia, die Freundin von Herzfeldt, nicht wirklich ernstgenommen und entschließt sich zu einer Auszeit. Dennoch überschneiden sich die Wege der beiden, denn Julia glaubt nicht, dass der Häuptling einer Völkerschau der Mörder im Tiergarten ist. Und was ist mit dem Ägyptologen? Herzfeldt stellt fest, dass auch dessen Kollegen unnatürliche Tode gestorben sind: Ist es tatsächlich der Fluch der Mumie, die sie ausgegraben haben, die dafür verantwortlich ist? Bald wird er lernen, dass die wahren Antagonisten nicht im Dreck oder der Unterwelt existieren ..

Ich mag, wie Pötzsch in das Wien am Ende des 19. Jahrhunderts eintaucht. Er hat einfach ein Händchen dafür, die Atmosphäre vergangener Zeiten einzufangen und den Leser mitzunehmen. Was ich nicht so mag, ist sein Protagonist Leo von Herzfeldt. Mit dem hatte ich schon in Teil 1 der Totengräberreihe meine Probleme, und die sind eher noch schlimmer geworden. Der Kerl ist mir einfach zu unsympathisch. Mit welcher Arroganz er den Leuten gegenübertritt, außerdem bleibt er mir noch immer den Beweis für seine ach so untrügliche kriminologische Intelligenz schuldig. Dafür mag ich das restliche Personal und die Mumienjagd in Wien, sowie die Verbindungen zwischen all den Fällen. Alles in allem wieder eine spannende Sache.

Bewertung vom 22.04.2022
Die Wächterinnen von New York
Jemisin, N. K.

Die Wächterinnen von New York


gut

Städte sind lebende, atmende Wesen. Irgendwann erreichen sie einen Punkt, an dem sie sozusagen reif sind, als echte Stadt zu gelten. Zugleich ist das auch der Zeitpunkt, auf den irgendeine nicht wirklich erklärte Wesenheit darauf wartet, sie den schmackhaften Stadtleckerbissen einzuverleiben und Städte damit entweder ganz zu töten oder als leere Hülle zu hinterlassen. Um das zu verhindern wählt New York einen Avatar aus, der sie vertritt. Doch dieser Avatar wird bei dem ersten Kampf schwer verletzt und braucht daher Mitstreiter - die WächterInnen von New York.

Puh. Ehrlich. Ich weiß überhaupt nicht, was ich von diesem Buch denken soll. Ist es absolut genial, weil es eine völlig neue Idee ist? Oder lacht sich die Autorin über uns tot, weil wir das nur glauben sollen? Ganz egal, welche der Alternativen zutreffend ist, ich fand absolut keinen Zugang zu dem Buch. Mir war schon - obwohl interessant - die Prämisse zu suspekt, vor allem nicht so erklärt, dass ich mir darunter was vorstellen kann. Meistens hatte ich das Gefühl, das Buch entstand unter Einfluss von Drogen oder Halluzinationen oder es wäre hilfreich, selbst welche zu nehmen, um sich auf das Ganze einlassen zu können. Da mir völlig unklar ist, was dieses Buch ausdrücken wollte, ich aber im Zweifelsfalle dem Gedanken, dass es zu genial für mich war, es zu verstehen, Raum geben möchte, entscheide ich mich für eine mittlere Bewertung.

Bewertung vom 31.03.2022
Mrs Agatha Christie / Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte Bd.3
Benedict, Marie

Mrs Agatha Christie / Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte Bd.3


sehr gut

Miss Agatha Miller ist eine junge, spontane Frau, die nicht lange zögert, als sie dem schneidigen Lieutenant Archie Christie begegnet. Nach einer Wirbelwindliebe kommt es zur Verlobung und mitten im Ersten Weltkrieg zur Hochzeit. Von ihrer Mutter wurde sie darauf gedrillt, alle ihre Bedürfnisse immer hinter die ihres Mannes zu stellen und ein paar Jahre lang schafft sie das. Doch irgendwann wird es einfach zu viel: Kind, die Selbstaufgabe für Archie, der immer egoistischer und gefühlloser wird und dann ist da auch noch ihr neu gefundener Lebensinhalt: das Schreiben. Als Agatha feststellt, dass Archie eine Affäre hat, reicht es. Die Queen of Crime ersinnt einen Plan, wie er verzwickter auch nicht in einem ihrer Bücher sein könnte und holt sich ihr Leben zurück ...

Das Buch gibt einen guten Einblick in das Leben von Agatha Christie oder zumindest, wie es hätte sein können und es bietet auch eine Lösung für das rätselhafte Verschwinden der Autorin im Jahr 1926 an. Die Rückblicke, wie sich das Leben zwischen Agatha und Archie zwischen ihrem Kennenlernen 1912 und dem Ende ihrer Ehe 1926 hätte abspielen können, waren auch interessant zu lesen. Weniger interessant war die Zeit des Verschwindens - die erlebten wir nur aus der egoistischen, überheblichen Sicht von Archie, da hätte ich mir von Agatha mehr gewünscht als nur das letzte Kapitel. Dadurch, dass Archie so ein uneinsichtiger, nerviger Typ war, waren diese Abschnitte eher spannungsarm. Alles in allem interessant, aber nicht wirklich mitreißend. 3,5/5 Punkten.

Bewertung vom 29.03.2022
A Song of Wraiths and Ruin. Die Spiele von Solstasia
Brown, Roseanne A.

A Song of Wraiths and Ruin. Die Spiele von Solstasia


gut

Im Königreich Sonande, in dem das Volk der Zirani herrscht, gibt es alle zehn Jahre ein berühmtes Turnier, zu dem aus allen Landesteilen die Zuschauer strömen. Auch Malik aus dem verachteten Volk der Eshrani kommt mit seinen Schwestern zur großen Stadt, allerdings aus anderen Gründen. Sie wollen sich dort unter falscher Identität einen Job suchen und Geld verdienen. Doch dann nimmt ein Dämon Maliks kleine Schwester gefangen und er schließt einen verhängnisvollen Deal mit ihm. Um seine Schwester zu befreien, muss er für den Tod der Prinzessin Karina sorgen. Die hingegen bietet dem Sieger des Turniers ihre Hand, auch sie mit Hintergedanken. Um ihre ermordete Mutter zurückzuholen braucht sie das Herz eines Königs.

Eigentlich gibt es in dem Buch alles, was ich mag. Exotik, wilde, unbekannte Tiere, Magie, eine interessante Geschichte - und dennoch konnte es mich nicht packen. Es lag nicht mal an den seltsamen Namen oder Begriffen, aber ich hatte nicht das Gefühl, großartige Spannung zu erleben, nicht einmal in den Actionszenen. Für mich blieben auch sowohl Malik als auch Karina zu blass als Protagonisten, die die Geschichte tragen und zu etwas Besonderem machen könnten. Schade. Dennoch empfehle ich sie weiter, denn manchmal passt es einfach zwischen Buch und Leser nicht, was nicht heißt, dass es an dem Buch liegt.

Bewertung vom 28.03.2022
Nebelopfer / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.5
Fölck, Romy

Nebelopfer / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.5


sehr gut

Frida und ihr Kollege Haverkorn sehen sich einem neuen Fall gegenüber. Jemand hat einen Mann an einen Baum gehängt, der als alter Galgenbaum bekannt ist, und ein Plakat an ihm befestigt: Ich habe im Fall Johannson gelogen. Dieser Fall ist schon fünfzehn Jahre her und damals starben eine Frau und ihre zwei Söhne. Der jüngste Sohn konnte sich gerade noch in Sicherheit bringen, hat aber durch den Schock alles verdrängt und kann sich an nichts erinnern. Festgenommen wurde damals der Vater; festgenagelt haben ihn die Aussagen von drei Zeugen – einer davon ist der Tote am Galgenbaum. Bald gibt es noch mehr Tote und immer wieder der Bezug zu dem Dreifachmord von damals. Frida muss nicht nur gegen die Zeit anrennen, sondern auch mit Problemen im privaten Bereich kämpfen.
Das ist mittlerweile der fünfte Fall von Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn und wahrscheinlich auch der persönlichste. Wie üblich schafft es die Autorin hervorragend, falsche Fährten zu legen und die LeserInnen an der Nase herumzuführen. Das und der megaspannende Schreibstil haben mir auch sehr gut gefallen. Was ich dieses Mal nicht so gut fand, waren die für mich und das, was ich von einem Krimi erwarte, zu viele private Verwicklungen. Auch mit dem Auflösen des Falls war ich nicht so ganz zufrieden, wie ich es von Romy Fölck gewohnt bin. Trotzdem finde ich, dass diese Reihe zu den besten deutschen Krimireihen gehört und freue mich auf weitere Fälle.

Bewertung vom 20.03.2022
Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe
Hazelwood, Ali

Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe


gut

Olive ist Doktorandin an einer renommierten Uni, und als solche ständig unter Stress. Aufgrund der Tatsache, dass sie früh ihre Mutter verloren und ihren Vater nie kennengelernt hat, wird sie von Ängsten gequält, nie genug zu sein. Als sich ihre beste Freundin Anh in den Mann verliebt, mit dem sie vorher ausgegangen ist, aber wegen des weiblichen Äquivalents des Bro-Codes nicht danach handelt, behauptet sie, sowieso schon jemand anderes zu daten und küsst den ersten Typen, der ihr über den Weg läuft. Das ist ausgerechnet das Wunderkind Adam Carter, Doktor, und allgemein anerkannter Stinkstiefel. Aus Gründen willigt er ein, mit ihr eine Fake-Beziehung vorzuspielen - doch irgendwann ist es kein Spiel mehr.

Ich bin hier ein bisschen hin- und hergerissen. Für ein Buch dieses Genres war es gar nicht übel und ich habe es sogar ganz gern gelesen. Hier ist einiges richtig gemacht worden: intelligente Frau, intelligenter Mann, niemand behandelt den anderen wie Dreck. Dazu ein paar Themen wie Diversität und den Kampf von Frauen in von Männern dominierten Fachbereichen. Teilweise ist es absurd witzig, was meinem Humor absolut zugute kommt. Und dann gab es wieder ein paar Sachen, die mich einfach nur genervt haben, weil der Kitsch da aus jeder Seite troff. Natürlich ist Adam das Sinnbild eines Adonis, muskulös, wunderschön, dazu noch hochintelligent. Er wird ständig als absolutes Ar... loch dargestellt, doch egal, wie oft es wiederholt wurde, er hat sich nicht einmal so benommen. Im Gegenteil, er war zu jedem Zeitpunkt der perfekte Gentleman, der perfekte Retter in der Not, der perfekte Liebhaber, der perfekte ... Perfekte. Er war so perfekt, dass er nicht mal mehr eine eigene Meinung hatte. Ich möchte keinesfalls einen Ego, der eine Frau wie Dreck behandelt, aber es darf gern ein Mann sein, der nicht immer nur sinnbildlich "Ja, Schatz" sagt.

Und Olive? Bei der 167-Stunden-Woche, die sie hatte, konnte sie noch regelmäßig genug Sport machen, um Marathons zu laufen, ernährte sich aber durchweg nur von Junkfood. Okay? Vielleicht bin ich ja nur neidisch. Dazu das - abgesehen natürlich vom einzig echten Antagonisten in der Geschichte - geradezu Glücksbärchiland, in dem sie alle lebten. Wenn nicht mal jemand weinend irgendwo hinlief, weil Doktor Ar..., der gar kein Ar... war, etwas gesagt hatte, konnte man quasi überall nur aufgeklärte, nette, moderne Leute sehen, die nicht mal mit der Wimper zuckten, wenn zwei Männer miteinander rummachten. So sehr ich mir das im wahren Leben wünschte, so unwahrscheinlich finde ich es.

Alles in allem eine nette Geschichte für Leute, die gern im Glücksbärchiland leben, auf Regenbogenrutschen in Zuckerwasser plumpsen und einfach die verrückt spielende Welt da draußen für ein paar Stunden abschalten möchten. Ein Wohlfühlbuch? Zweifellos, solange man mit der Zucker/Diabetesgefahr leben kann, die man sich hier möglicherweise einfängt.

Bewertung vom 19.03.2022
Papier & Blut / Die Chronik des Siegelmagiers Bd.2
Hearne, Kevin

Papier & Blut / Die Chronik des Siegelmagiers Bd.2


gut

Al MacBharrais in seinem zweiten Abenteuer. Nicht nur, dass der alte Siegelmagier jetzt weiß, dass er verflucht wurde, sodass alle seine Lehrlinge ein vorzeitiges Ende fanden und jeder, der seine normale Stimme hört, ihn zu hassen anfängt. Jetzt verschwinden auch noch zwei seiner Siegelmagierkolleginnen in Australien und Al hat das Gefühl, dass sich etwas Großes, Böses zusammenbraut. Sein neuester Mitarbeiter, der Hobgoblin Buck Foi, und er machen sich auf den Weg, wieder einmal den Tag - und bestenfalls die Welt - zu retten. Zum Glück gesellen sich zur Rettungsparty nach und nach auch Glady, die schon viel Scheiße erlebt hat, eine Todesgöttin in disguise und ein gewisser Eiserner Druide mit zwei Hunden.

Ich mag Al und seine unaufgeregte Art, er ist mal ein etwas anderer Held. Und ich mochte sein erstes Abenteuer und die verrückte Bande Individuen, die sich gern um ihn schart. Was mir dieses Mal eher nicht gefallen hat, war die Schlagkraft seiner Verbündeten. Egal, was sämtliche Götter so auffahren konnten und wollten, um nicht nur Al das Leben schwer zu machen, mit dieser magischen und übernatürlichen Schlagkraft war das Ganze vielleicht nicht gerade ein Kinderspiel, ging mir aber einfach zu glatt. Auch die Erklärung, warum das Ganze geschah, war nicht so richtig gallus, wenn ich ehrlich bin. So hat mir das Buch zwar schon gefallen, zumal Buck vieles mit seinen Sprüchen und seiner Art rausreißt, es ließ sich auch schnell und gut lesen, aber so richtig begeistert hat es mich nicht.

Bewertung vom 05.03.2022
Die Schule der Felidix / Mitternachtskatzen Bd.1
Laban, Barbara

Die Schule der Felidix / Mitternachtskatzen Bd.1


ausgezeichnet

Nova und Henry kommen auf ein geheimnisvolles Internat: die Schule der Felidix, das sich nicht nur mitten in London, sondern auch noch im Inneren des Towergeländes befindet. Schnell finden die beiden heraus, dass sie eine besondere Gabe haben - sie können mit Katzen reden. Und die Katzen von London brauchen ihre Hilfe. Penelope, die Antagonistenkatze, hat die Königskatze von London entführt. Wenn es ihr gelingt, auch sämtliche Mitternachtskatzen, die Leibwächter der Königin, gefangen zu nehmen, kann sie sich selbst zur Königin krönen lassen. Das wollen Nova, Henry und ihre neuen Katzenfreunde auf jeden Fall verhindern!

Wir haben hier ein abenteuerliches Kinderbuch vorliegen, in dem eindeutig Katzen eine Hauptrolle spielen. Jede von ihnen hat eine eigene Persönlichkeit und Merkmale, die es einfach machen, sie zu erkennen oder die Katzen auseinanderzuhalten. Die Kinder haben nicht nur die Fähigkeit, mit ihnen zu reden, sondern beherrschen auch ansonsten nützliche Dinge, die hilfreich sind. Nova ist die Tochter eines Ausbrecherkönigs und hat daher ein paar Tricks auf Lager, die normale Elfjährige vielleicht nicht so können, und Henry hat ein Näschen für Gefahren.

An dieser Stelle werde ich die Rezension kurz zweiteilen, denn ich schreibe sie eigentlich für mein Vorlesekind. Ihre Meinung steht fest: Das Buch ist mega, ohne wenn und aber.

Erwachsen, wie ich leider bin, gab es zwei Sachen, die mich ein bisschen gestört haben. Erstens, dass die Mitternachtskatzen, also die Leibwächter, alles für ihren Dienst aufgeben. Ich finde das furchtbar bedauerlich. Was für ein Leben soll das bitte sein? Ein schreckliches, wenn man mich fragt. Und zweitens, dass selbst die ach-so-freien Straßenkatzen überhaupt scharf auf eine Königin sind und ihr gegenüber total untertänig sind. Da sträubt sich mir das Nackenfell, ich mag solche Kriecherei vor der Obrigkeit überhaupt nicht. Da hat mir Wales viel besser gefallen, da haben die Katzen mal eben eine Demokratie aufgebaut.

Kinder sehen das ganz sicher nicht so, von daher werden meine Kritikpunkte hier nicht in die Bewertung einfließen. Mein Vorlesekind war begeistert, und das allein zählt.

Bewertung vom 01.03.2022
Fluchbrecher / Legend Academy Bd.1
MacKay, Nina

Fluchbrecher / Legend Academy Bd.1


gut

Graylee kriegt zum wiederholten Male Ärger an ihrer Schule, weil sie sich eine außergewöhnliche Aktion (zum Beispiel Guerilla-Stricken) hat einfallen lassen. Deshalb muss sie den Sommer mitten im heißen Texas an der Swanlake Academy verbringen - zumindest wurde ihr das so gesagt. Doch als sie ankommt, fällt sie aus allen Wolken, erfährt sie doch, dass an diese Schule nur Nachkommen von Mythen unterrichtet werden, und sie soll eine von ihnen sein. Noch bevor sie sich richtig einleben kann, verschwindet ein Mädchen und danach passieren immer mehr seltsame Dinge. Was wissen die indigenen Bewohner von Camp Superior? Bald gerät Graylee in Lebensgefahr, und niemand glaubt ihr - außer vielleicht der traurige Gorgonenschönling Hudson.

Bisher hat mich noch keines der Bücher der Autorin überzeugen können, aber ich fand die Prämisse so spannend, also musste ich diesem Buch eine Chance geben. Und wirklich hat sie hier auch viel richtig gemacht. Hogwarts nach Texas verlegt und ein bisschen mit Percy-Jackson-Feeling gemixt, dazu statt der Hauselfen sprechende Kolibris, die sich sofort in jedes Herz schleichen, das nicht völlig Vivienne ist. (Buchinsider, sorrynotsorry.) Und anfangs dachte ich auch noch, dass Graylee einfach mal nicht klischeemäßig dem Schönling verfällt, zumal sie selbst auch dauernd denkt: Also nein, wie klischeemäßig ist das denn? Nur um eine halbe Seite weiter Herzklopfen, tiefes in die Augen starren und ähnliches zu zelebrieren. Zumal der Typ sich teilweise echt so bescheuert aufgeführt hat - zeigt ihr völlig grundlos ständig die kalte Schulter, aber als sie sich mit einem anderen Typen trifft benimmt er sich, als hätte Graylee ihrer beiden Silberhochzeit versaut, indem sie einen ONS mit dem Brückentroll hatte. Dazu kommt, dass Graylee scheinbar völlig normal findet, dass sie ständig umgebracht werden soll, ihr aber keiner glaubt. Sie kommt auch nicht auf die Idee, ihre Eltern oder die Polizei oder meinetwegen den Tierschutz zu informieren (weiß ja nicht, ob mythische Wesen nicht darunter fallen). Das waren alles so Dinge, die mir den anfänglichen Spaß teilweise ganz schön verdorben haben, zumal es so unnötig war. Ja, ich möchte wissen, wie es weitergeht, nein, es ist kein Highlight.