Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Archer
Danksagungen: 4 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 143 Bewertungen
Bewertung vom 17.12.2018
Verborgene Magie (eBook, ePUB)
Andrews, Ilona

Verborgene Magie (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Mit diesem Buch kehren wir zurück zu den Anfängen von Ilona Andrews, der Stadt der Finsternis und das Universum, in dem sie spielt. Die Hauptrolle dabei haben natürlich Kate Daniels und Curran, Herr der Bestien, aber diese Welt ist mittlerweile bei zehn Büchern so komplex geworden, dass auch andere Protagonisten Geschichten tragen können. Und so gibt es für Kate Daniels tatsächlich auch nur eine Story, in der sie vorkommt, und in welcher sie das erste Mal auf Saiman trifft: eine Begegnung, die so typisch für die beiden ist, wie es nur geht.
Ansonsten begleiten wir Julie, die Ziehtochter von Kate, bei einem Abenteuer in einer neuen Schule. Eigentlich soll sie nach einem verschwundenen Mädchen suchen und dabei ihre besonderen Gaben einsetzen, dass es ihr dabei in dieser Schule auch gefallen könnte, ist ein netter Nebeneffekt, den Kate mit Sicherheit eingeplant hat.
Man lernt den Cousin von Saiman kennen, der mit seiner mehr als ungewöhnlichen Partnerin einen mehr als ungewöhnlichen Fall zu bearbeiten hat, erfährt, dass Schweinchen die neuen Prinzen sind und erlebt in der letzten Story die ungewöhnliche Liebesgeschichte zweier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, eigentlich nichts gemeinsam haben, aber durch gewisse Umstände miteinander auskommen müssen.

Wie auch bei ihren Büchern ist die große Stärke des Autorenehepaars, dass sie mit wenigen, treffenden Beschreibungen und Überlegungen Protagonisten entwerfen können, denen man gerne folgt, von denen man auf alle Fälle mehr erfahren möchte und bei denen man traurig ist, wenn die Geschichte vorbei ist, weil man einfach gern Zeit mit ihnen verbracht hat. Dabei kommen weder Menschlichkeit noch Humor noch überraschende Wendungen zu kurz, sodass man eigentlich nie weiß, was passieren wird. Dieses Buch macht deshalb einfach Spaß - man kann es auch mal zwischendurch lesen, aber man wird es so schnell nicht vergessen.

Einen einzigen, dafür großen Kritikpunkt habe ich, für den aber die Autoren nichts können: Die Behauptung, es handle sich hier um unveröffentliche Kurzgeschichten, ist erstunken und erlogen. Mindestens zwei der Stories waren auf jeden Fall denen bekannt, die die Stadt der Finsternis lesen. So was darf und sollte in einer Ankündigung nicht passieren, denn das könnte mit Recht zu Leserunmut führen. Der Verlag sollte diese Behauptung schleunigst entfernen.

Bewertung vom 12.12.2018
Die Schneeschwester
Lunde, Maja

Die Schneeschwester


sehr gut

Julian hat genau zu Weihnachten Geburtstag, weshalb das für ihn der schönste Tag des Jahres ist. Zumindest war das früher so. Doch jetzt ist alles anders, denn seine Schwester Juni ist im Sommer gestorben. Und seitdem fühlen sich seine Eltern wie Kopien an und er redet mit seinem besten Freund über das Wetter. Und er geht schwimmen. An einem solchen Tag, als er vom Schwimmen kommt, trifft er Hedvig. Hedvig ist ein seltsames Mädchen mit roten Haaren, grünen Augen, einem roten Mantel und einer unendlichen Plapper. Hedvig freut sich, ihn getroffen zu haben und nimmt ihn mit nach Hause. Julian und Hedvig verbringen die Tage kurz vor Weihnachten zusammen, bis Julian versteht, was mit Hedvig ist und er alles daran setzt, ein paar Dinge in Ordnung zu bringen.

Das ist wieder mal so ein Buch, bei dem sich der Verlag so richtig Mühe mit der Gestaltung gegeben hat. Das Umschlagcover, das Hardcover, die Zeichnungen im Inneren, das ist total liebevoll und schön gemacht. Für mich persönlich kam jedoch keine Weihnachtsstimmung auf. Dafür war mir das Buch viel zu traurig. Ich finde es ja gut, wenn man Kindern auch Sachen wie Tod und Verlust nahebringt, aber für mich hätte man das nicht in einem Weihnachtsbuch verpacken müssen. Bestimmt sollte der Schluss Hoffnung vermitteln, für mich enthielt er eher das Gegenteil. Keine Ahnung, wie Kinder auf so ein Thema reagieren, aber vielleicht sollte man die das Buch nicht allein lesen lassen, sondern sich wenigstens immer mit ihnen über das Gelesene in diesem Buch unterhalten. Wenn das ohnehin die Intention der Autorin war, finde ich das in Ordnung.

Bewertung vom 10.12.2018
Winterhaus
Guterson, Ben

Winterhaus


sehr gut

Elizabeth ist elf, Waise und lebt bei ihrer Tante und ihrem Onkel, die nicht allzu viel für sie übrig haben. Deshalb überrascht es sie nicht sonderlich, als sie plötzlich für die Winterferien aus dem Haus ausgesperrt wird - was sie jedoch überrascht ist, dass sie an einen weit entferten Ort, dem Hotel Winterhaus geschickt wird. Dort angekommen findet sie all das, was sie zuhause nie bekommt: Wärme, Freundlichkeit, ausreichend zu essen und sogar einen Freund, Freddy. Doch dann ist da auch noch dieses gruselige Ehepaar, das sie kaum aus den Augen lässt und Rätsel über Rätsel, die mit Winterhaus selbst zu tun haben.

Ich gehe nicht oft auf die Gestaltung eines Buches ein, wenn ich es also tue, hat das seinen Grund. Innerhalb der Geschichte finden sich viele Zeichnungen, die extrem gut auf die Handlung eingehen und auch der Schutzumschlag ist auf das Bild auf dem Cover abgestimmt. Hier passt alles.
Die Ähnlichkeiten von Elisabeth zu Harry Potter (elf Jahre, Waise, Onkel/Tante, Magie) enden genau damit. Sobald sie in Winterhaus ankommt, fühlt man sich ein bisschen zu Kerstin Giers Wolkenschloss versetzt vom Setting her. Winterhaus ist ein Hotel, in dem man gern Urlaub machen würde, egal ob Kind oder Erwachsener. Der Hauch von Magie und Rätseln ist interessant und gerade das einfache Codieren dürfte für Kinder spannend sein.
Dass ich hier nicht die volle Punktzahl gebe liegt nur daran, dass der letzte, überragende Kick mich nicht erreicht hat. Vielleicht war die Geschichte für mich ein bisschen zu vorhersehbar, das weiß ich nicht. Auf jeden Fall ist sie eine schöne Vorweihnachtslektüre, ob für jung oder alt.

Bewertung vom 08.12.2018
Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9
Neuhaus, Nele

Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9


weniger gut

Als ein alter Mann tot aufgefunden wird, sieht es auf den ersten Blick nach häuslichen Unfall aus. Unangenehm nur, als im Hundezwinger plötzlich die Überreste von drei Leichen gefunden werden und die Frau des Alten ist unter ungeklärten Umständen vor vielen Jahren verschwunden. Haben es Pia Sander und Oliver von Bodenstein mit einem soeben gestorbenen Serienkiller zu tun? Doch dann graben sie tiefer in der Vergangenheit des Toten und stellen fest, dass er und seine Frau früher Kinder aus Waisenhäusern aufgenommen haben und dass damals nicht alles mit rechten Dingen zuging. Ist es Zufall, dass es immer um den Muttertag herum tote Frauen gab? Und dann verschwindet Pias Schwester und der nächste Muttertag nähert sich mit großen Schritten.

Der Anfang war direkt noch spannend mit der Auffindesituation des Alten und der Beschreibung, was dann gefunden wird. Aber als die eigentliche Ermittlung anfängt, geht die Spannung völlig flöten. Ich weiß es ja zu schätzen, wenn auch die Polizisten sich weiterentwickeln sollen, aber zu viel Persönliches nimmt halt einfach die Fahrt aus einer Geschichte. Und der Nebenstrang mit Fiona und den Ärztinnen hätte man bedeutend kürzer halten müssen; es wäre völlig ausreichend gewesen, das im Laufe der Ermittlungen herauszubekommen. Reine Seitenschinderei für nichts. Was mir schon beim letzten Buch unangenehm aufgefallen ist: Die Autorin ist sehr in ihren Protagonisten von Bodenstein verliebt. Der kann nichts falsch machen, ist immer edel und gut und wenn er seinen Grafenblick aufsetzt, schmelzen alle Frauen dahin. Im Gegensatz dazu sind Ossis einfach schmuddlig und Assis und leben in Sozialbrennpunkten. Wozu der Profiler eingeführt wurde, blieb bis zuletzt ein Rätsel. Seine Analysen hatte er glatt aus einer Frauenzeitschrift beim Zahnarzt und die Erkenntnisse, die er zog, hatten sich vorher schon mehrmals ergeben. Auf die arroganten Sprüche von Bodenstein und Sander in Bezug auf die Notlage (oder nicht) der ermordeten Frauen hätte ich dann auch sehr gut verzichten können, es sorgte nicht gerade für einen Sympathieaufschwung. Völlig sinnlos erschien der letzte Teil. Ein Megahacker legt alles lahm, der nächste Megahacker, der übrigens mal eben so an der Hand wartet, lässt diesen Handlungsstrang als völligen Quatsch dastehen. Vielleicht wäre für den "Showdown" weniger mehr gewesen - obwohl das für das gesamte Buch gilt. Einfach mal weniger Handlung, dafür stringenter durchdacht.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 01.12.2018
Taurus. Die Erben der Macht / Die Sternen-Saga Bd.1
Templar, Michael

Taurus. Die Erben der Macht / Die Sternen-Saga Bd.1


sehr gut

Im Gegensatz zu den meisten Dreizehnjährigen hat Natalie Hardaker schon einiges von der Welt gesehen. Mit ihrem Großvater, dem berühmten Forscher, ist sie ständig unterwegs. Kontakt hat sie meistens mit anderen Wissenschaftlern, die sie regelmäßig auf Konferenzen trifft. Auf einer solchen Konferenz geschieht das Undenkbare: Ihr Großvater, der soeben neueste Erkenntnisse bezüglich einer antiken Maschine enthüllen wollte, wird entführt. Die Kidnapper tragen seltsame Tiermasken, die, so findet Natalie heraus, einem uralten, okkulten Zirkel zugeordnet werden können. Wie soll sie ihren Großvater befreien oder auch nur helfen? Zum Glück gibt es den ebenso arroganten wie superreichen, gleichaltrigen Giles und dessen Leibwächter, und die drei machen sich auf den Weg, ein uraltes Rätsel zu lösen, um Natalies Großvater zu retten.

Das Buch ist schnell gelesen (und möglicherweise auch schnell vergessen). Kurze Kapitel, rasante Ereignisse, und interessante Wendungen wechseln sich ab. Für eine Dreizehnjährige ist Natalie ganz schön clever und zum Glück für sie hat ihr Großvater schon immer Rätsel knacken mit ihr geübt. Von daher kommt sie logischen Mysterien auf die Spur, die selbst für Erwachsene kaum lösbar wären. Man muss natürlich auch sehen, dass ohne das ganze Geld und die Fähigkeiten von Giles' Leibwächter nichts der Ereignisse möglich wären; das war mir zwischendurch manchmal ein wenig too much. Jedenfalls habe ich mich nicht gelangweilt und würde wahrscheinlich auch die Nachfolger lesen. 3,5/5 Punkten.

Bewertung vom 13.11.2018
Gangsterblues, 6 Audio-CDs
Bausch, Joe

Gangsterblues, 6 Audio-CDs


ausgezeichnet

Joe Bausch ist Gefängnisarzt in Werl, einem Knast, in dem nur die notorischsten oder gefährlichsten Kriminellen, meistens aus dem Pott, einsitzen. Ich kannte den Mann nicht, hatte dank selbstgewählter TV-Abstinenz auch noch nie von ihm gehört (Punch intented) und wunderte mich, dass er anfangs erwähnte, er sei ein "bekannter Schauspieler". Das ist vielleicht ein bisschen optimistisch ausgedrückt, und ich gebe zu, dass ich anfangs daher auch ein bisschen Schwierigkeiten mit ihm hatte, zumal er eine gewöhnungsbedürftige Art zu sprechen und betonen hat. Aber sobald ich die Eingewöhnungsphase hinter mir hatte, gefiel mir seine langsame, tiefe, bedächtige Art vorzulesen.

Und ja, auch die Fälle gefielen mir, vor allem, wie sie vorgestellt wurden. Als jemand, der viel True Crime liest oder hört, hat man irgendwann das Gefühl, schon alles zu kennen. Das ging mir hier nicht so. Noch von keinem der vorgestellten Täter oder Fälle hatte ich je etwas aus den Medien erfahren und da hier nicht aus der Perspektive eines Polizisten, Rechtsmediziners oder Anwalt erzählt wird, sondern von einem, der im Knast ist und die Kriminellen behandelt, bekommt man auch einmal völlig neue Ansichten.

Dabei kamen einem die verschiedensten Fälle unter. Manchmal hegt man sogar Sympathie für einige der vorgestellten Männer, einmal ist man maßlos empört über die deutsche Justiz, die scheinbar so starr in ihren Regeln ist, dass Fehler "nicht existieren" oder falls sie existieren auf keinen Fall zugegeben werden können. Man leidet sogar ein einem oder zwei Fälle mit todkranken Patienten von Bausch mit, amüsiert sich ein bisschen über die drei Alten vom Affenfelsen und bei dem Adoptivsohn, der seine Familie auf dem Gewissen hat, aber nach 23 Jahren entlassen werden soll, kochen noch mal die Gefühle hoch. Warum darf so einer jemals wieder auf freien Fuß?
Weil das Gesetz sagt, jeder, der resozialisiert ist, bekommt eine zweite Chance, wenn er bereut und seine Zeit abgesessen hat. So ist das wohl und in vielen Fällen vielleicht auch gut so. Vielleicht aber auch nicht. Die Zeit wird es zeigen.

Spannende Geschichten aus einem spannenden Millieu, gut vorgetragen. Schürt das Interesse auf mehr - und nach über 30 Jahren als Knastarzt dürfen wir von Joe Bausch wohl auch noch den einen oder anderen Schwank von Erlebnissen hinter Gittern erwarten. 4,5/5 Punkten.

Bewertung vom 11.11.2018
Mörderische Renovierung
Cantero, Edgar

Mörderische Renovierung


ausgezeichnet

A. ist dreiundzwanzig und der Erbe eines großen Anwesens in den Staaten. Zu dem Anwesen gehören praktischerweise auch ein paar Millionen Dollar, sodass er es sich leisten kann, Müßiggang zu betreiben. Zu ihm gehört ein stummes, irisches, etwa 15jähriges Mädchen und einige Zeit später ein Hund namens Help. Das Erbe ist riesig, nicht nur finanziell gesehen. Im Haus befinden sich so viele Türen und Zimmer, ein Garten zum Verlaufen samt einem Labyrinth und Grund, soweit das Auge reicht. Doch schon nach kurzer Zeit bemerken sie, dass irgendwas in ihrem neuen Zuhause nicht stimmt. A. träumt immer scheußlichere Träume und vielleicht, so die düstere Ahnung, hat es einen Grund, warum der Mann, der ihm das alles vererbt hat, Selbstmord begangen hat ...

Das ist mal eine originelle Geschichte, wie ich sie in der Art noch nie gelesen habe. Nicht nur, dass der Plot sehr interessant entwickelt wird und auch das ein oder andere Mal Humor nicht fehlt, ist die Art des Buches sehr cool gestaltet. In Tagebucheinträgen, Briefen an eine ominöse Tante Liza, Kameraaufzeichnungen und anderen Dokumenten wird vor dem Leser das Bild einer komplexen Story entworfen, die nur auf den ersten Blick einfach zu durchschauen ist. Ganz, ganz kurz gab es zum Ende des ersten Abschnitts einen kurzen Hänger, doch der endet mit einem solchen: einen Cliffhanger, der dazu zwingt, sofort weiterzulesen und Geheimnis um Geheimnis aufzudecken. Dabei bekommt man en passant Einblicke in Dechiffrierung und Decodierung - nicht immer leicht zu verstehen, aber wenn man sich reinfuchst, richtig faszinierend.

Zum Abschluss eine Warnung: Das Buch spielt Mitte der 90iger, vielleicht schreckt das den einen oder anderen ab, denn die Technik mutet teilweise antik an. Außerdem werden viele überhaupt nicht mit den verschiedenen Arten der Erzählung, die ich oben erwähnt habe, klarkommen, das ist nicht jedermanns Sache und ziemlich oft ist Mitdenken erforderlich. Wen das alles nicht stört, bekommt von mir eine dicke Leseempfehlung.

Bewertung vom 06.11.2018
Die magischen Sechs, 4 Audio-CDs
Harris, Neil Patrick

Die magischen Sechs, 4 Audio-CDs


sehr gut

Carter Locke ist zwölf Jahre alt und lebt seit dem Verschwinden seiner Eltern bei seinem Onkels Sly. Dessen Name ist Programm, er ist ein windiger Typ, der sich mit Tricks und Gaunereien über Wasser hält und mit seinem Neffen von Stadt zu Stadt tingelt. Er hat ihm Zaubertricks beigebracht, weil Carter flinke Hände hat. Doch irgendwann hat der Junge genug von seinem Onkel und flieht auf einen fahrenden Zug, lässt die Stadt und Sly hinter sich. Er landet in der Kleinstadt Minerall Falls und bei einem Jahrmarkt, der von B. B. Bosso geleitet wird. Schnell wird Carter klar, dass es sich bei ihm und seinen Leuten um eine betrügerische Bande handelt. Zum Glück lernt er fünf andere Kinder kennen und gemeinsam sagen sie Bossos Clowns den Kampf an.

Eigentlich ist das schon eine coole Geschichte, locker und kindgerecht erzählt, wobei es der Autor da manchmal zu weit getrieben hat, finde ich. Zwischendurch ging mir sein arg belehrender Tonfall doch auf die Nerven. Aber im Großen und Ganzen ist es eine Geschichte, die von Zusammenhalt und Freundschaft und den Glauben an Magie handelt. Natürlich endet sie auch ein wenig zu happy, aber da die Altersfreigabe bei 9 liegt, ist das wohl nicht anders möglich. Der Sprecher hatte hörbar Spaß an der Sache und wertete die Geschichte für mich noch mal um einen halben Punkt auf.

Bewertung vom 08.10.2018
Unverfrorene Freunde
Pütz, Klemens; Batarilo, Dunja

Unverfrorene Freunde


ausgezeichnet

Pinguine sind niedlich. An Land watscheln sie scheinbar tollpatschig umher, im Wasser sind sie wahre Meister der Schwimm- und Tauchkunst. Klemens Pütz (mal ehrlich, mit so einem Namen kann man eigentlich nur Pirat oder Pinguinforscher werden) beschäftigt sich schon den Großteil seines Lebens mit diesen drolligen, flugunfähigen Vögeln und er erzählt auf locker-lässige Weise davon. Auf witzige Weise erhält man in diesem Buch Einblick in die Lebensweise verschiedener Pinguinarten, die nicht nur in den eisigsten Gebieten der Antarktis leben - was übrigens der Grund ist, warum sich Pinguine und Eisbären nie in die Quere kommen, die großen weißen Raubtiere wohnen in der Arktis - sondern auch in Südafrika, Südgeorgien, Neuseeland und Südamerika.

Dabei legen die Tiere unglaubliche Strecken zurück, bis zu 25.000 km, und je nach Gebiet und Art des Pinguins haben sie völlig unterschiedliche Methoden, an die Aufzucht ihrer Jungen heranzugehen oder ihr Futter zu fangen. Pütz legt hier kein trockenes Sachbuch vor, ganz oft merkt man, wie sehr er die Frackträger mag, dass er liebevoll von ihren Macken berichtet und wie sehr im diese Vögel am Herzen liegt. Gleichzeitig ist das Buch auch ein Appell an Umwelt- und Tierschutz, worin er sich ebenfalls engagiert. Bilder der Burschen im perfekt von der Natur entwickelten Tauchanzug runden das Ganze ab und machen diese Lektüre nicht nur zu einer informativen, sondern wirklich spannenden und und interessanten.

Bewertung vom 08.10.2018
Die Vereinten / Rain Bd.2
Brinkmann, Caroline

Die Vereinten / Rain Bd.2


sehr gut

Könnte Spoiler zu Teil 1 enthalten, bitte nicht lesen, wenn ihr diesen nicht kennt.

Plötzlich ist Rain keine Ausgestoßene, kein Ghost mehr, sondern eine Perfekte und als solche lebt sie in Hope. Mehr und mehr empfindet sie ihr Leben mit Dienern und all den politischen Verpflichtungen wegen ihres leiblichen Vaters Tiberius als goldenen Käfig, und natürlich wird sie noch immer von ihrer Trauer um Storm überwältigt. Doch die Spines mögen zwar sowohl Bolt als auch die letzte Schlacht verloren haben, den Kampf haben sie nicht aufgegeben. Immer wieder kommt es zu Scharmützeln und auch Lark wird wieder in Intrigen auf beiden Seiten reingezogen. Doch plötzlich nähert sich eine Bedrohung von außerhalb Hopes, und sowohl die Perfekten als auch die "normalen" Menschen müssen erkennen, dass es Feinde gibt, die man nicht auf die übliche Weise bekämpfen kann.

Sehr, sehr gut finde ich, dass man immer wieder Parallelen zu uns und unserer heutigen Zeit ziehen kann. Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung, Hass auf andere werden stark thematisiert, ohne den Zeigefinger zu heben, ein Spiegel unserer Gesellschaft. Weniger gefiel mir, dass plötzlich die Rebellen alle als durchgeknallte Spinner dargestellt wurden und die Perfekten mehr so als "na ja, so schlimm sind sie ja gar nicht". Das nahm mir einen Teil der Sympathie für das Buch, denn meiner Meinung nach hatten die Spines mehr als gute Gründe für das, was sie taten. Stellt euch vor, ihr lest die Hunger Games und in Buch 3 heißt es plötzlich, die Distrikte sind alles Irre, während Präsident Snow ja eigentlich ein liebenswerter Fernsehonkel ist - ein wenig überspitzt, aber so ähnlich empfand ich es hier. Auch das Ende hätte meiner Meinung nach gern ein wenig mehr ausgearbeitet werden können; andererseits hat man so die Möglichkeit, sich selbst noch ein wenig damit zu beschäftigen. Alles in allem ist es ein gutes Buch mit kleinen Schwächen, die Dilogie habe ich gern gelesen.