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Benutzername: Archer
Danksagungen: 6 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 219 Bewertungen
Bewertung vom 31.05.2020
Crazy in Love / Weston High Bd.1
Winter, Emma

Crazy in Love / Weston High Bd.1


schlecht

Sasha Anderson hat einen großen Traum - sie will Medizin in Yale studieren. Dafür zieht sie sogar von der West- an die Ostküste, nach Boston, zu der Familie ihres Vaters, die sie nicht kennt. Es handelt sich um eine sehr reiche, versnobte Familie, und lediglich ihre Tante Laura nimmt sie herzlich auf. Die neue Highschool ist genauso versnobt. An ihrem ersten Tag dort trifft sie auf den Baseball-Star Ben Ferguson und wie der Blitz fährt die große Liebe durch Sasha. Doch sie kommen aus verschiedenen Welten und natürlich gibt es Schwierigkeiten.

Ahhh! Was habe ich hier nur gelesen? Ich watete durch ein Meer aus schleimigen Kitsch, knietief, ach was, bis zum Hals steckte ich drin. Eine Geschichte mit einer sich derart im Kreis drehenden Handlung mit muss man erst mal hinkriegen. Da konnte einem schon schwindlig werden beim Lesen, aber nicht im romantischen Sinne.

Dieses Mädchen, Sasha, ist dermaßen oberflächig, dass es weh tat. Sie sieht zum ersten Mal einen fremden Jungen und winkt ihm einfach mal dümmlich zu. Der Typ hat natürlich keine Ahnung, warum sie ihm winkt und wendet sich ab. Daraufhin sie:

Oh! Mein! Gott! Er ist so arrogant!

Aber er hat so krasse grüne Augen, meine Beine geben unter mir nach!

Das geht die ganze Zeit so weiter.

Oh! Mein! Gott! Er hat mich angeschrien!

Aber er hat so krasse grüne Augen, in meinem Bauch tanzen Sterne! (Na, wenigstens keine innere Göttin, man muss auch für die kleinen Dinge des Lebens dankbar sein.)

Plötzlich, innerhalb eines Blinzelns, sind sie völlig verliebt ineinander und denken ständig an sich. Da sie aber nie wirklich miteinander reden wie es normale Leute tun würden, geraten sie ständig in Streit, weil jeder glaubt, der andere betrügt ihn. Das Wort "Vertrauen" ist übrigens beiden unbekannt, es wird grundsätzlich sofort das Schlimmste angenommen. Es ist nur noch lächerlich,weil das alle paar Seiten nach den schnulzigsten Liebeserklärungen passiert, die ich je in meinem Leben gelesen habe.

Sasha ist eine oberflächige Heulsuse, die jeder als stark und unabhängig bezeichnet, obwohl sie wie ein Hundewelpe jedem hinterherläuft und um Aufmerksamkeit bettelt.

Ben ist ein permanent Whisky saufender, siebzehn/vielleicht achtzehnjähriger Kerl, bei dem alle Frauen reihenweise in Ohnmacht kippen. Ich habe noch nicht herausgefunden, woran das liegt, möglicherweise wäscht er sich nie. Während er als rich kid die Welt retten will, geht seine On/Off-Freundin erst mal Kaffee trinken bei Starbucks. Läuft bei denen.

Übrigens sind weder Sasha noch Ben die Protagonisten des Buches. Das ist Kaffee. Ich weiß nicht, wie oft ich lesen musste, dass und welchen Kaffee sich Sasha holt, weil sie sonst nicht funktionieren kann. Die Frau muss einen abartigen Mundgeruch haben bei dem Kaffeekonsum, den sie hat.

Am besten gefallen mir die Nebencharaktere. Entweder sind sie zickig oder sofort Beste-Freundin-Material oder aus den Oberzicken wird die beste Freundin.

Von dem nervigen Inhalt abgesehen hat sich Ullstein hier beim Lektorat nicht mit Ruhm bekleckert. (Höchstens mit Rum oder Whisky.)

Bewertung vom 30.05.2020
DUNKEL / HULDA Trilogie Bd.1
Jonasson, Ragnar

DUNKEL / HULDA Trilogie Bd.1


weniger gut

Hulda Hermannsdottir ist eine Kommissarin der alten Schule, heißt es. Langsam, aber gewissenhaft. Leider sind diese Eigenschaften nichts mehr wert, sie soll Platz für einen jungen, hochgepuschten Kollegen machen. Wenn sie will, so sagt ihr Chef, kann sie sich einen alten Fall aussuchen, den sie in den letzten Tagen vor ihrer Pension noch bearbeiten kann. Das tut Hulda auch, sie geht dem Fall einer toten Asylbewerberin nach, der ihrer Meinung nach nicht anständig abgeschlossen wurde. Bei ihren Nachforschungen merkt sie, dass sie damit wohl recht hatte, denn es gibt einen skrupellosen Mörder, der noch immer frei herumläuft.

Einer der besten Krimis/Thriller seit 1945 und preiswürdig und was weiß ich noch. Woher kommen die Lobhudeleien? Der Fall selbst ist so lahm wie eine Ente, der in den Flügel geschossen wurde. Alles ist depressiv und deprimiert. Warum Hulda als mega Kommissarin bezeichnet wird, ist mir ebenso rätselhaft, sie stochert ständig im Dunkeln und trampelt wie ein Elefant im Porzellanladen herum. Es gibt zwei Nebenstränge - einmal einen völlig sinnlosen aus der Vergangenheit, der absolut keinen Mehrwert für das Buch hat und einmal einen, in dem wir Opfer und Täter begleiten. Vielen Dank, dass mir dadurch schon klar wurde, wer der Täter ist, diese Information aber der Kommissarin nicht bekannt war. Langweilig. Einfach langweilig. Davon abgesehen war mir Hulda, trotz dessen, dass sie zweifellos viele Ungerechtigkeiten in ihrem Job erfahren musste, sehr unsympathisch. Ihre Denkweise empfand ich als egoistisch und wenig vertrauenseinflößend. Und das Ende war einfach nur mies, kann man nicht anders sagen. Den Rest der Trilogie erspare ich mir.

Bewertung vom 29.05.2020
Die Henkerstochter und der Fluch der Pest / Henkerstochter Bd.8
Pötzsch, Oliver

Die Henkerstochter und der Fluch der Pest / Henkerstochter Bd.8


sehr gut

Sieben Jahre sind seit dem letzten Fall vergangen. Magdalena lebt mittlerweile in München, wo sie sich gar nicht wohlfühlt, obwohl Simon der Assistent des berühmten Arztes Geiger ist. Währenddessen grantelt der alte Kuisl in seiner Heimat vor sich hin, lässt sich ganz schön gehen und säuft. Georg muss es ausbaden. Doch die Lebensgeister des alten Henkers erwachen, als ein alter Freund bei ihm auftaucht - und er hat die Pest! Was er ihm noch sagen kann, bevor er stirbt, erschüttert nicht nur Kuisls Weltbild, bringt nicht nur alle seine Familienmitglieder in Gefahr, sondern Tausende von Menschen. Der Henker, seine Tochter und sämtliche Angehörigen rutschen unverhofft in eine Verschwörung, die von höchster Stelle ausgeht ...

Pötzsch beherrscht das Eintauchen in das 17. Jahrhunderts einfach perfekt! Man kommt sich eigentlich nie so vor, als befände man sich wirklich in einer vergangenen Zeit, denn alles wirkt auf gewisse Weise "normal". Vielleicht liegt es auch daran, dass man die Familie Kuisl schon seit Jahren begleitet. Und natürlich ist das Thema einer tödlichen Krankheit im Moment hochaktuell (wobei ich ganz froh bin, dass wir es nicht mit der Pest zu tun haben). Der einzige Wermutstropfen, den ich empfinde, ist dass es mir jetzt teilweise ein wenig zu viel Familiendrama und zu viel Wiederholung, dass sieben Jahre vergangen sind, gibt. Leider ist unser Henker auch in einem Alter, dass er wahrscheinlich im nächsten Buch seinen eigenen Henker treffen wird, und das erfüllt mich ein bisschen mit Traurigkeit.

Bewertung vom 19.05.2020
Der erste Federstrich / Das Buch der gelöschten Wörter Bd.1
Garner, Mary E.

Der erste Federstrich / Das Buch der gelöschten Wörter Bd.1


gut

Hope Turner ist Anfang 40, alleinstehend, ziemlich einsam ohne Freunde oder nähere Bekannte. Seit der Trennung von Christian, ihrem Ex-Partner, hat sie nur noch ihre Mutter, die ihr am Herzen liegt, und diese lebt in einem Heim und leidet unter Alzheimer. Eines Tages begegnet Hope in einem abgelegenen Buchladen einem Mann, der ihr sehr gut gefällt, gleichzeitig passieren seltsame Dinge um sie herum. Und dann erfährt sie, dass sie in Buchwelten eintauchen kann, und genau diese Fähigkeit ist jetzt sehr von Nöten. Jemand versucht, die Ordnung zu stören, das Buch der gelöschten Wörter zu stehlen und somit Chaos auch im echten Leben zu verursachen. Hope Turner ist möglicherweise die einzige Chance, das zu verhindern, doch weder die realen Personen noch die Buchfiguren sind immer das, was sie vorgeben zu sein.

Dieses Buch (ganz ohne gelöschte Wörter) hatte so viel Potenzial. Endlich, so dachte ich. Endlich mal eine Protagonistin, die mit beiden Beinen im Leben steht, weiß, was sie will, die sich nicht mit sinnlosem Teeniedrama abgibt oder aufhält. Und anfangs schien es auch so, als würde sich diese Annahme erfüllen. Doch davon abgesehen, dass Hopes Fähigkeit für die Buchwelt ein bisschen zu genial ist, um Spannung zu verursachen, rücken die Probleme der Buchwelt teilweise schnell in den Hintergrund, damit Hope bei jedem neu auftauchenden Mann wie ein Backfisch erröten kann und weiche Knie bekommt. Es gibt auch ganz nette Ideen – M, die Chefin, eigentlich Frau Holle, ein paar der auftauchenden Buchgestalten und natürlich der Grundplot selbst. Doch hier muss in der Entwicklung von Hope und der eigentlichen Geschichte noch sehr viel mehr geschehen, damit es ein großer Wurf wird, ganz besonders auch, was die Logik angeht. Viel zu oft finden sich alle Anwesenden mit einem „Na gut, isso“ ab, stellen die falschen oder gar keine Fragen. Es gibt noch viel Luft nach oben und ich hoffe, dass im zweiten Band dieses Potenzial ausgeschöpft wird.

Bewertung vom 25.04.2020
Tödliches Spiel / Secret Protector Bd.1
Lane, Andrew

Tödliches Spiel / Secret Protector Bd.1


gut

Lucas Crowe lebt allein in einem Wohnwagen auf einem Parkplatz in New Orleans. Er ist minderjährig, hat niemanden, der ihm beisteht, dafür eine Vergangenheit, über die er nicht gern spricht, außer wenn ihn vielleicht ein Mädchen fragt. So ein Mädchen ist zum Beispiel Una, die er bei einem Empfang im Zoo kennenlernt, wo er jobbt. Sie ist eine berühmte Gamerin, aber mal ganz froh, mit jemandem reden zu können, der normal wirkt. Doch dann wird ihr Bruder von gewissenslosen Kidnappern geschnappt, die wild in der Gegend herumballern, und Lucasman muss schnell in die nächste Telefonzelle, um sich umzuziehen.

Das mit der Telefonzelle war gelogen, dafür hatte er keine Zeit. Er musste ein herumstehendes Motorrad kurzschließen, die Gangster einmal quer durch den New Orleanser Zoo verfolgen, nebenbei mit dem Nashorn kuscheln, das ihm sein Gehege als Startrampe zur Verfügung stellte und später dann, als so ein herrenloses Motorrad zu langweilig wurde, tat es auch mal ein Porsche bei einer wilden Verfolgungsjagd. Ohne Atempause oder gar seine Verletzungen auszukurieren (Schmerzmittel sind nämlich für Anfänger, er lässt seinen Körper lieber von sich aus heilen) geht's weiter nach Berlin, wo dieselben, die später dann behaupten, sie wollen kein Blutbad anrichten, eben jenes riskieren. In Berlin ist es nach einiger Zeit nicht exotisch genug, also eben mal rüber nach Dubai gedüst, um da mit einem völlig neuartigen Flugrucksack ohne Anweisung in den zehnten Stock eines 12-Sterne-Hotels zu fliegen, um dann wiederum ...

Übrigens ist Lucasman nicht von einer radioaktiven Spinne gebissen worden, zumindest wurde das nicht erwähnt. Vergeblich suchte ich auch nach Informationen, warum er bei Wetten das auftreten könnte mit seinem perfekten Gehör, das allein am Klang von Schüssen auf die genaue Waffenbezeichnung (ebenfalls eine völlig neuartige Waffe, die so auch nirgends außer bei megageheimen Geheimorganisationen eingesetzt wird) schließen kann. Er ist noch minderjährig, sagte ich das schon? Und lebt allein, zieht immer von Ort zu Ort, hat eigentlich keine Bildung, von der er wüsste, weiß aber alles, was gerade gebraucht wird. Nicht zu vergessen die glücklichen Zufälle. So viele glücklichen Zufälle habe ich noch nicht mal bei Karl May, dem Godfather aller glücklichen Zufälle gesehen.

Vermutlich kann der Autor auch weder Gamer noch Escape-Rooms noch Tätowierungen leiden, denn bei all diesen Aktivitäten darf Lucasman die Nase rümpfen und einen abfälligen Kommentar anbringen. Na ja. So schnell es sich hat lesen lassen, so schnell ist es vergessen. 2,5/5 Punkten.

Bewertung vom 18.04.2020
#klimaretten
Grießhammer, Rainer

#klimaretten


ausgezeichnet

Dieses Buch tut weh.

Nicht, weil es so schlecht wäre, im Gegenteil. Gnadenlos führt uns Rainer Grießhammer vor Augen, dass es an uns - an jedem einzelnen - liegt, dass unser Klima immer weiter krachen geht. Natürlich ist die Klimapolitik ein Witz und es ist zum größten Teil ihre und die Schuld großer Unternehmen, die nur auf kurzfristigen Gewinn und nicht langfristig die Welt im Auge haben (kein Wunder, sind doch 99 Prozent der Vorstände alte, weiße Männer, die eine Nach-mir-die-Sintflut-Attitüde vertreten).

Aber tatsächlich ist es auch unsere Bequemlichkeit, die diesen Unternehmen und dieser Politik in die Hände spielen. Wir wollen billiges Fleisch - wen interessiert's, wo es herkommt, wie die Tiere gehalten wurden oder wie viel CO2-Verbrauch dadurch entsteht - wir wollen billige Klamotten, wir wollen die neueste Technik, wir wollen nicht auf unsere Flugreisen, auf unsere fetten Autos, auf unseren Luxus verzichten.

Ich habe mir bei dem Buch tatsächlich öfter an die Nase gefasst, als mir lieb war. Dachte ich doch eigentlich, dass ich so ziemlich ein Öko-links-grün-versiffter Mensch bin, aber auch bei mir gibt es noch Handlungsbedarf, und zwar einiges.

Der Autor zeigt klare Wege, die gegangen werden müssen, um das Klima zu retten. Immer wieder gibt es auch Tipps, die jeder selbst umsetzen kann (zugegeben, manche, gerade wenn man seine Vermieter ansprechen soll, kommen mir blauäugig vor, aber andererseits: Wer nicht fragt, bekommt keine Antworten!). Das ist kein Buch, das man mal so in einem Ritt wegliest. Ich habe es abschnittsweise "abgearbeitet", weil ich viel über das, was er zu sagen hat, nachdenken musste.

Ich glaube auch, dass er vielen Leuten damit auf die Füße steigt. Man sieht es schon an den Rezensionen, schon dort fangen wieder die ersten Erklärungen, Verteidigungen und Angriffe gestartet, man merkt, wie unwohl sich diese Leute fühlen, weil sie genau wissen, dass auch sie schuld sind, aber zu bequem, ihr Leben zu ändern. Ich werde sicherlich auch nicht alles umsetzen, was hier vorgeschlagen wird, aber viele, kleine Schritte unternehmen, um meinen Input aufs Klima zu verbessern.

Bewertung vom 12.04.2020
Blutgott / Clara Vidalis Bd.7
Etzold, Veit

Blutgott / Clara Vidalis Bd.7


schlecht

Ein paar Jugendliche bringen in einem ICE eine junge Frau um. Ein anderer tötet einen Jungen und lässt ihn in einer Telefonzelle liegen. Wieder andere schließen sich zusammen und killen auf offener Straße mehrere Fußgänger. Alle Morde passieren in unterschiedlichen Städten und doch haben sie alle etwas gemeinsam: Sie wurden von Jugendlichen, eigentlich Kindern begangen, die noch keine 14 und von daher nicht strafmündig sind. Die Polizei erkennt, dass dahinter jemand steht, der sie im Internet aufhetzt, jemand, der sich Blutgott nennt.

Achtung, könnte Spoiler enthalten!

Okay, was war das? Ich möchte mich gar nicht so sehr darüber echauffieren, wenn genüsslich irgendwelche Kinder auf brutalste Art morden. Dass gerade pubertierende Jungs und Mädchen grausam sein können, ist wohl bekannt. Aber der Rest! Was für eine Ansammlung völlig blödsinniger Aktionen. Es heißt "ein Clara Vidalis Thriller". Die Frau agierte die meiste Zeit dümmlich in der Gegend herumstehend, als Stichwortgeber oder Bewunderer ihres Mannes (oh, zu dem komme ich gleich) und ansonsten als jemand, der ein schlechtes Bauchgefühl hat. Manchmal dachte ich mir, dass sie doch einfach mal einen Arzt aufsuchen sollte, so viel Bauchgrummeln ist schon krankhaft. Auch nur Ansätze intelligenter Ermittlungsmethoden sind ihr scheinbar fremd, dafür kann sie sich mehrmals denken, dass man ja keine Kinder bekommen kann, wenn man nicht verheiratet ist. (Ach. War mir so gar nicht bewusst, dass das eine Voraussetzung fürs Kindermachen ist - ich dachte, es reicht, wenn sich ein Mann und eine Frau ganz doll liebhaben oder das Bienchen-Blümchen-Prinzip wäre ausreichend, aber was weiß ich schon?)

Dann der großartige Profiler, best buddy von Ressler und Douglas (ja, Namedropping funktioniert hier super). Über 400 Seiten habe ich darauf gewartet, dass er endlich mal seinen Job erledigt. Ein einziges Mal profiled. Aber hallo, warum sollte er? Stattdessen referiert er endlos über die Gefahr von Thrombose oder hakt das "Handbuch der Serienkiller" ab. Check. Von allen Polizisten gefiel mir der schießwütige SEK-ler noch am besten, und das sagt bei meiner Pazifismus-Grundhaltung einiges aus.

Aber wir sind leider noch nicht fertig. Dass von der Polizei ein minderjähriges Mädchen in Gefahr bracht wird - geschenkt. Aber dass man ihr einen hollywoodreifen Film dreht und der Oberguru nicht misstrauisch wird, obwohl er sonst allwissend ist, ist noch nicht mal das Hohlste. Das ist der Schluss, der - so denke ich - alle meine Top-5 der hohlsten Enden aller Zeiten toppt. Ein ganzes Kommando SEK-ler ÜBERSEHEN einen Nebenraum, den es zu durchsuchen gibt? Selten so gelacht. Oder dass Notärzte nicht erkennen, wenn jemand halbtot oder eben nicht ist ... Schätze mal, das jahre/jahrzehntelange Medizinstudium ist wohl für die Katz.

Ähnlich ist es mit dem Buch. Für die Katz. Verschwendete Lebenszeit.

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Bewertung vom 10.04.2020
Zara und Zoë - Tödliche Zwillinge / Die Profilerin und die Patin Bd.2
Oetker, Alexander

Zara und Zoë - Tödliche Zwillinge / Die Profilerin und die Patin Bd.2


gut

Zoe und Zara sind zwar Zwillinge, aber obwohl beide wunderschön und genial sind, brillieren sie auf jeweils anderen Gebieten. Während die eine als Profilerin in Europol. Karriere macht, ist die andere ein kriminelles Genie. Zara, der Polizistin, kommt das zugute. Sie kann oder will keine Gesetze übertreten, deshalb bitte sie Zoe, einen gefährlichen Fall für sie zu unternehmen. Ihnen ist ein umgedrehter IS-Mann abhanden gekommen, und wenn der nicht rechtzeitig befreit wird, verliert er nicht nur seinen Kopf, sondern Europol auch das Wissen über diverse Anschläge in Europa. Dafür muss Zara in der Zeit Zoes Platz als Verbrecherkönigin neben dem Paten von Südeuropa einnehmen - eine Aufgabe, die für sie fast unmöglich zu bewältigen ist.

Vorneweg: Der Schreibstil ist wirklich sehr routiniert und rasant und Oetker hat bestimmt viel Ahnung von den Verhältnissen in Frankreich, Spanien, Italien und Marokko. Diese Leistung möchte ich ihm gar nicht absprechen, ganz im Gegenteil, das war interessant zu lesen. Womit ich auf Dauer gar nicht klar gekommen bin, sind die übermenschlichen Fähigkeiten von Zoe. Schon mit Anfang 20 ist die dermaßen abgebrüht, dass ihr alles gelingt und jetzt ist sie wahrhaft unstoppable. Gegen sie wirkt Supermann wie ein Anfänger und Wonderwoman kann einpacken. Nach dem ersten Drittel des Buches verlor sich für mich die Spannung, verpuffte ins Nichts, weil ich sicher war, dass Zoe das schon packen würde. Zara ist auf ihre Art nicht anders, wie sie sich mal eben in Zoes Leben einfühlt und selbst den Lover erkennt, ist schon faszinierend. Und dann ausgerechnet bei zwei solchen Superfrauen gelingt einem Terroristen, was ihm am Ende in dem Hotel gelingt - ohne eine Erklärung. Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Von daher war es zwar eine schnelle Lektüre, aber keine, die mich nachhaltig beeindrucken oder im Gedächtnis bleiben wird.

Bewertung vom 07.04.2020
Emily und die geheime Nachtpost / Mitternachtsstunde Bd.1
Read, Benjamin; Trinder, Laura

Emily und die geheime Nachtpost / Mitternachtsstunde Bd.1


sehr gut

Emily hat regelmäßig Stress mit ihren Eltern. Ihre Mutter ist eine peinliche, verrückte Künstlerin und ihr Vater ist ein Langweiler, der am liebsten im Garten herumwerkelt. Eines Nachts jedoch ändert sich alles. Jemand wirft Punkt Mitternacht einen Brief ein - und dann verschwinden erst Emilys Mutter, dann ihr Vater. Der einzige Anhaltspunkt, den sie hat, ist ein geheimnisvoller Schlüssel und seine Arbeitsstelle, die ihr Vater ihr genannt hat. Doch nichts passiert wie geplant und plötzlich findet sich Emily in einer anderen Welt wieder, in der immer Mitternacht ist. Sie soll ihre Eltern retten, doch wie kann sie allein gegen eine uralte mächtige Bosheit und deren Handlanger bestehen? Zum Glück ist sie nicht allein, denn Tarquin, der Nachtpolizist in Ausbildung, ist an ihrer Seite ...

Eine tolle Idee, das muss ich zugeben. Und mir gefiel auch größtenteils die Umsetzung, obwohl man schon gelegentlich Anleihen bei Harry Potter und Peter Grant erkennen konnte. Ich sage nur eine riesige, massige Gestalt mit Schirm oder Eulenpost oder dass Handys in der Nähe von Magie ex- oder implodieren. Na schön, ich sehe das mal als Verbeugung vor den Großen ihres Metiers. Womit ich jedoch wirklich extreme Probleme hatte, war Emily selbst. Anfangs fand ich es äußerst ungerecht, dass ihr Vater ihr Hausarrest gegeben hatte für eine Sache, in der ich auf ihrer Seite stand. Später jedoch dachte ich, dass es reiner Selbstschutz der Eltern ist, wenn sie das Kind so ab und zu mal für ein Dreivierteljahr oder auch länger am besten im Zimmer einsperren würden. Emily wurde als temperamentvoll beschrieben, aber eigentlich war sie eine vorlaute, unhöfliche, pampige und undankbare Rotzgöre, die mir schnell auf die Nerven ging. Das änderte sich auch erst auf den letzten zwanzig oder dreißig Seiten zum Besseren, sonst hätte ich ihr gewünscht, als Snack für den Bären oder den Vampir herzuhalten. Die anderen Mitwirkenden inklusive Igel gefielen mir wirklich besser und die können das Buch auch auf der positiven Seite halten. Wenn diese Reihe das Potenzial haben möchte, weiter vorn mitzuspielen, muss aus Emily jemand werden, der Sympathie erzeugt, sonst ist es zwar nett zu lesen, aber zumindest mir wird ihr Schicksal immer ein bisschen gleichgültiger sein, als man es bei einer Reihe haben möchte. 3,5/5 Punkten.

Bewertung vom 29.03.2020
Das Rätsel von Ainsley Castle (eBook, ePUB)
Rahlens, Holly-Jane

Das Rätsel von Ainsley Castle (eBook, ePUB)


gut

Lizzy ist Halbwaise und ihr Vater hat eine neue Frau gefunden. Jetzt leben sie bei ihr irgendwo im Norden, abgeschieden auf einer Insel, in einem großen Hotel. Lizzy kommt damit überhaupt nicht klar - sie kann ihre Stiefmutter nicht leiden, hat Alpträume von ihr und fühlt sich allgemein auf der Insel verloren. Erst als sie den gleichaltrigen Mack kennenlernt, ändert sich das ein wenig. Doch dann taucht auch noch ein Mädchen auf, das genauso aussieht wie sie und sie erhält unheimliche Emails, in denen jemand perfekt ihr Leben beschreibt. Was geht hier vor? Die Jugendlichen begreifen, dass sie dieses Rätsel nur lösen können, wenn sie zusammenhalten.

Eigentlich ist die Idee und die Message in dem Buch ziemlich cool. Auch dass man sich mit knapp vierzehn ziemlich verloren fühlen kann, weiß jeder, der nicht gerade als Erwachsener auf die Welt gekommen ist. Allerdings hatte ich - gerade zu Anfang - ernsthafte Probleme mit dem Schreibstil. Die Autorin gefällt sich darin, abgehackte Sätze zu verwenden und jeden Satz mit "Ich" zu beginnen. Jetzt ist zwar Lizzy die Ich-Erzählerin, aber es klingt trotzdem blöd, wenn jeder Satz so beginnt. Sie kann die Geschichte auch nur schwer tragen, denn zumindest mir war das Mädchen nicht sonderlich sympathisch. Warum sich nach kurzer Zeit gleich mehrere Leute darum reißen, ihr aus der Patsche zu helfen, war mir eher unverständlich. Die Geschichte hat Potenzial, die Umsetzung war jedoch eher holprig.