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coala

Bewertungen

Insgesamt 1038 Bewertungen
Bewertung vom 14.01.2026
Fleury, Sarah

Lucia 1. Flüsterin der Flammen


ausgezeichnet

Ein Feuer, das wärmt und neugierig auf mehr macht

Flüsterin der Flammen von Sarah Fleury ist der Auftakt von Lucia, einer magischen Kinder- und Jugend-Fantasy-Reihe. Im Mittelpunkt steht die 13-jährige Lucia, ein Findelkind aus Catania am Fuße des Ätna, deren Leben sich schlagartig verändert, als in ihr Feuermagie erwacht. Auf der Suche nach Sicherheit, Antworten und ihren Wurzeln gelangt sie in das geheimnisvolle Feuerland Flammaris und an die Akademie Fenicia, während dunkle Mächte bereits ihre Fährte aufgenommen haben.

Dieser Reihenauftakt entfaltet von Beginn an eine warme, lebendige Atmosphäre. Die italienisch angehauchte Kulisse, das allgegenwärtige Feuer und das liebevoll ausgearbeitete Worldbuilding sorgen dafür, dass man schnell in Lucias Welt eintaucht. Flammaris wirkt fantasievoll und detailreich, ist voller magischer Wesen, Hitze, Glut und geheimnisvoller Gegensätze. Lucia selbst ist eine mutige, willensstarke Heldin mit Ecken und Kanten. Ihr Verhalten schwankt spürbar zwischen bewundernswertem Mut und jugendlichem Leichtsinn, was sie aber gerade für junge Leser greifbar und authentisch macht. Besonders schön sind auch die Freundschaften, die sich im Laufe der Geschichte entwickeln, sowie die leisen Botschaften über Zusammenhalt, Identität und Selbstvertrauen. Ein absolutes Herzstück der Geschichte ist Yuki, der sprechende Feuersalamander von Lucia. Mit seinem Humor, seiner Süßigkeitenliebe und seiner Loyalität sorgt er immer wieder für Leichtigkeit. Der Schreibstil ist bildhaft und atmosphärisch, manchmal bewusst einfach gehalten und somit gut altersgerecht auchh für jüngere Leser. Die Welt wird so lebendig beschrieben, dass Hitze, Magie und Gefahr förmlich spürbar werden. Rund um die Akademie und die magischen Hintergründe darf es in den folgenden Bänden gerne etwas mehr Tiefe sein, für den Auftakt kommt man aber so gut in der Welt ab. Kurze Perspektivwechsel, etwa zum Verfolger, steigern zusätzlich die Spannung. Das Ende bleibt offen und weckt sicherlich bei so manchem Leser große Neugier auf die Fortsetzung.

Ein stimmungsvoller, magischer Reihenauftakt mit einer starken Heldin, viel Herz und einer Welt, die zum Träumen einlädt. Die Geschichte überzeugt durch ihre Atmosphäre, Fantasie und emotionale Wärme, auch wenn sie inhaltlich noch Luft nach oben lässt. Ein gelungenes Abenteuer für junge Fantasy-Fans, das Lust macht, nach Band eins unbedingt weiter ins Feuerland zurückzukehren.

Bewertung vom 14.01.2026
Louis, Saskia

How to Kill Fate (Fate Dilogie, Bd. 2)


ausgezeichnet

Wenn Liebe das Schicksal herausfordert

How to Kill Fate, der zweite und abschließende Band der Fate-Dilogie von Saskia Louis, setzt genau dort an, wo Zweifel, Gefühle und unbequeme Wahrheiten nicht länger ignoriert werden können. Kiana beginnt, die Götter und ihre Regeln ernsthaft infrage zu stellen und mit ihr gerät eine ganze Welt ins Wanken. Verbotene Liebe, neu erwachende Kräfte und ein Kampf gegen Vorherbestimmung treiben die Geschichte unaufhaltsam auf ihr Finale zu.

Dieser Band fühlt sich intensiver, emotionaler und mutiger an als der Auftakt. Die Figuren wirken spürbar gereift, allen voran Kiana, die nicht mehr nur reagiert, sondern aktiv Verantwortung übernimmt und für Veränderung kämpft. Ihre innere Entwicklung ist glaubwürdig und berührend erzählt. Die Beziehung zwischen Kiana und Tyron steht dabei stark im Mittelpunkt. Sie ist nicht kitschig, sondern voller Reibung, Zweifel und tiefer Verbundenheit. Gerade diese Ecken und Kanten machen ihre Liebe so glaubhaft. Tyron überzeugt mit seiner Loyalität und innerer Stärke, während er gleichzeitig gezwungen ist, sich seiner eigenen Vergangenheit zu stellen. Ein echtes Highlight bleibt Nevin, er ist humorvoll, warmherzig und emotional unverzichtbar. Er lockert die Geschichte auf, ohne ihr die Tiefe zu nehmen, und verleiht vielen Szenen die nötige Leichtigkeit und Herz. Inhaltlich punktet der Roman mit einer spannenden Auseinandersetzung rund um Schicksal, Götter und freie Entscheidung. Die Welt wirkt hart, ungerecht und gerade deshalb glaubwürdig. Die Frage, ob das eigene Leben fremdbestimmt sein muss oder selbst gestaltet werden kann, zieht sich stark durch die Handlung. Der Schreibstil ist dabei gewohnt flüssig, bildhaft und gut verständlich, das Tempo angenehm und die Wendungen sind überraschend, ohne konstruiert zu wirken.

Ein emotionales, kraftvolles Finale, das die großen Themen wie Liebe, Freiheit und Selbstbestimmung überzeugend zusammenführt. Die Geschichte bleibt bis zur letzten Seite spannend, berührt tief und hinterlässt das Gefühl, eine runde und stimmige Reise erlebt zu haben. Ein würdiger Abschluss einer starken Dilogie.

Bewertung vom 13.01.2026
Beltramini, Micol Arianna

Heartbreak Hotel


ausgezeichnet

Ein Ort, an dem gebrochene Herzen leise heilen

Die Graphiic Novel Heartbreak Hotel beginnt still und wirkt lange nach. Sie erzählt von vier Jugendlichen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch eines gemeinsam haben: einen Verlust, der alles überschattet. Das titelgebende Hotel wirkt dabei wie ein Zwischenraum - fernab der Realität, aber genau nah genug an den Gefühlen, um das Wesentliche sichtbar zu machen.

Die Geschichten von Maya, Martin, Fiona und Finn sind schmerzhaft ehrlich. Verlust durch Tod, Zurückweisung, Verrat und Schuld werden nicht dramatisiert, sondern mit großer Sensibilität erzählt. Gerade diese Zurückhaltung macht die Erzählung so eindringlich. Es geht nicht darum, schnelle Lösungen zu liefern, sondern darum, Schmerz anzunehmen, ihn auszuhalten und ihm Raum zu geben. Die Charaktere wirken greifbar, verletzlich und in ihrem Leid sehr menschlich, selbst dann, wenn die eigenen Erfahrungen ganz andere waren. Sehr schön funktioniert auch das Zusammenspiel von Text und Illustration. Die Zeichnungen sind schlicht, aber ausdrucksstark. Die Farbpalette unterstützt dazu Stimmungen und Emotionen auf subtile Weise. Rückblenden und Gegenwart lassen sich visuell klar unterscheiden, was der Geschichte Struktur und Tiefe verleiht. Bilder sagen hier oft mehr als Worte und genau das ist eine der großen Stärken dieses Buches.

Heartbreak Hotel richtet sich zwar klar an ein jüngeres Publikum, verliert dabei aber nie an Bedeutung auch für erwachsene Leser. Die Themen sind universell und die Botschaft tröstlich: Schmerz gehört zum Leben, aber niemand muss ihn allein tragen. Ein leises, warmes Buch, das nicht heilt, indem es verspricht, alles werde gut, sondern indem es zeigt, dass Weitergehen möglich ist.

Bewertung vom 13.01.2026
Thiele, Melanie

Dust & Dreams


ausgezeichnet

Wenn Verlust auf Hoffnung trifft und aus Staub neue Träume wachsen

Dust & Dreams erzählt eine ruhige, gefühlvolle Liebesgeschichte über Flucht, Neuanfang und die Suche nach einem Ort, der sich wieder nach Zuhause anfühlt. Hazel lässt New York und ihre Vergangenheit hinter sich, mit dem Ziel, in Los Angeles ein neues Leben zu beginnen. Doch ein ungeplanter Halt führt sie nach Copper Creek, Texas. Und zu Wyatt, einem Mann, der nicht fliehen kann, sondern Verantwortung trägt und fest verwurzelt ist.

Diese Geschichte lebt vor allem von den beiden starken Hauptfiguren. Hazel wirkt trotz ihrer Verletzlichkeit warm, offen und hoffnungsvoll, während Wyatt durch Pflichtgefühl, innere Schuld und stille Stärke geprägt ist. Beide tragen Verluste mit sich, beide kämpfen mit ihrer Vergangenheit und genau darin liegt die emotionale Tiefe des Romans. Die Annäherung zwischen ihnen entwickelt sich behutsam, glaubwürdig und fernab von überstürztem Drama. Auch das Setting von Copper Creek verleiht der Geschichte zusätzlichen Charme, er ist ein Ort voller Ecken, Kanten und herzlicher Nebenfiguren, die der Handlung Leben einhauchen. Der Schreibstil ist dazu ruhig und poetisch. Die Autorin schafft es mit viel Gefühl für Zwischentöne und leise Momente eine tolle Atmospäre zu schaffen,.

Eine warme, tiefgehende Romance mit Cowboy-Flair, Herz und Hoffnung, die nicht laut sein muss, um nachhaltig zu berühren. Es geht um Vertrauen, zweite Chancen und den Mut, trotz Schmerz wieder zu träumen.

Bewertung vom 13.01.2026
Krone, Jenny

A Duet of Fear and Trust


ausgezeichnet

Wenn Mut, Musik und Liebe den Weg zurück aufs Eis ebnen

A Duet of Fear and Trust eröffnet die Hearts of Vancouver-Reihe von Jenny Krone mit einer emotionalen Sports-Romance, die Ängste, Träume und leise Hoffnung in den Mittelpunkt stellt. Im Fokus steht Lia, eine ehemalige Eiskunstläuferin, die nach einem Unfall den Mut verloren hat, das Eis wieder zu betreten. Eine winterliche Auszeit in den Bergen, alte Wunden, neue Begegnungen und unerwartete Gefühle stellen ihr Leben auf den Kopf.

Vor allem der persönliche Eindruck, den die Geschichte hinterlässt, kann hier sofort berühren. Lias innerer Kampf wirkt greifbar und authentisch und auch ihr Wunsch nach Rückkehr aufs Eis, ihre Zweifel und ihr langsames Wachsen gehen beim Lesen direkt unter die Haut. Die Verbindung zu Alex entwickelt sich ruhig, gefühlvoll und mit viel emotionaler Tiefe. Seine Fürsorglichkeit, gepaart mit seinen eigenen Ängsten und einem verborgenen Geheimnis, sorgt für Nähe, aber auch für innere Spannungen. Musik spielt dabei zudem eine zentrale Rolle, denn sie verbindet, heilt und wird zum stillen Anker in schwierigen Momenten. Zusätzlich bringt die Freundschaft zu Summer Wärme und Leichtigkeit in die Geschichte und rundet das Gefühlsgefüge gut ab.

Am Ende bleibt eine Geschichte, die nicht laut sein muss, um zu berühren. A Duet of Fear and Trust erzählt von Rückschlägen, von Vertrauen und von der Kraft, wieder an sich selbst zu glauben. Eine gefühlvolle Sports-Romance voller Herz, Musik und leiser Stärke.

Bewertung vom 13.01.2026
Brings, Sina

Kingdom of crystal Hearts (eBook, ePUB)


sehr gut

Düstere Romantasy mit funkelnder Magie und gebrochenen Herzen

Kingdom of Crystal Hearts entführt seien Leser auf den Kontinent Brillant, wo der Adel seine Macht aus der Magie kostbarer Edelsteine bezieht, während das einfache Volk leidet. Im Zentrum steht Elodie, die alles verloren hat und unfreiwillig in ein Netz aus Intrigen, Rebellion und höfischer Grausamkeit gerät. An ihrer Seite ist Rafe, ein stummer Prinz ohne eigene Macht und Teil einer verbotenen Nähe, die alles verändern könnte.

Die Geschichte überzeugt durch eine klare, gut zugängliche Erzählweise und durch ihr düsteres, atmosphärisches Setting. Vor allem Elodie wirkt als Protagonistin greifbar durch ihre innerliche Zerrissenheit zwischen Rache, Loyalität und aufkeimenden Gefühlen. Die Edelsteinmagie verleiht der Welt zudem einen eigenständigen Charakter, während die Gegensätze zwischen Glanz und Elend konsequent durchgezogen werden. Die leise, fragile Dynamik zwischen Elodie und Rafe sorgt für gute emotionale Spannung, auch wenn manche Entwicklungen etwas mehr Raum hätten vertragen können.

Eine düstere Romantasy mit einer starken Heldin, moralischen Grauzonen und bittersüßem Ton. Genau richtig für Fans von Royals, verbotenen Gefühlen und atmosphärischer Fantasy mit emotionalem Tiefgang.

Bewertung vom 08.01.2026
Appelbaum, Lauren

Gruppenchat zum Frühstück


sehr gut

Zwischen Gruppenchats, Selbstzweifeln und dem Erwachsenwerden

Rachel Weiss steht kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag und gefühlt an einem Wendepunkt. Der Job fühlt sich beliebig an, Dates bleiben oberflächlich und der Gruppenchat mit den besten Freundinnen ist zugleich Rückzugsort und Echokammer. Während Rachels Mutter eifrig versucht, sie mit einem wohlhabenden passenden Mann zu verkuppeln, gerät Rachels Selbstbild immer mehr ins Wanken. Zwischen Dating-Apps, verpflichtender Therapie am Arbeitsplatz und familiärem Chaos stellt sich die Frage, ob Stillstand wirklich das ist, was ihr Leben ausmachen soll.

Rachel ist keine klassische Sympathieträgerin und genau das macht sie interessant. Sie ist egozentrisch, widersprüchlich, manchmal anstrengend, aber auch sehr menschlich. Viele Entscheidungen wirken fragwürdig, manche Haltungen bewusst provokant, und genau darin spiegelt sich ein Lebensgefühl, das vielen aus den späten Zwanzigern vertraut sein dürfte. Besonders stark ist auch die Freundschaftsdynamik. Der Gruppenchat steht sinnbildlich für Nähe, Unterstützung, aber auch für gegenseitige Bestätigung und Stillstand. Der Roman setzt klarere Akzente auf Selbstfindung und Freundschaft als auf Romantik, was nicht immer die Erwartungen erfüllt, aber thematisch konsequent bleibt. Humorvolle Dialoge und pointierte Beobachtungen lockern die Geschichte auf, auch wenn nicht jeder Witz trifft und manche gesellschaftlichen Themen eher grob als feinfühlig behandelt werden. Rachels Entwicklung braucht Zeit, wirkt am Ende aber ehrlich verdient.

Gruppenchat zum Frühstück ist eine moderne, stellenweise polarisierende Geschichte über Orientierungslosigkeit, Privilegien, Freundschaften und das langsame Erwachsenwerden. Keine perfekte Heldin, keine makellose Romantik, aber dafür ein Roman, der zum Nachdenken anregt und besonders jene anspricht, die ungeschönte Figuren und messy Lebensphasen mögen. Ideal für zwischendurch, mit Ecken, Kanten und Wiedererkennungswert.

Bewertung vom 08.01.2026
Jimenez, Abby

The Happy Ever After Playlist


sehr gut

Wenn Liebe leise heilt und ein Hund alles verändert

Zwei Jahre nach dem Tod ihres Verlobten lebt Sloan Monroe mehr nebenher als mittendrin. Trauer bestimmt ihren Alltag, bis ein völlig unerwarteter Zwischenfall alles durcheinanderbringt: Ein fremder Hund springt durch das kaputte Autodach und bleibt. Über Tucker führt der Weg zu seinem Besitzer Jaxon Waters, einem erfolgreichen Musiker auf Tour. Was mit nüchternen Nachrichten beginnt, entwickelt sich langsam zu etwas Tieferem und stellt Sloan vor die Frage, ob ihr Herz bereit ist für eine zweite Chance.

Die Geschichte lebt von ihrer emotionalen Ehrlichkeit. Sloan wird mit all ihren Zweifeln, ihrer Vorsicht und ihrer Verletzlichkeit sehr nahbar gezeichnet. Ihre Trauer ist kein bloßer Hintergrund, sondern prägt jede Entscheidung, jeden Gedanken, ohne die Geschichte schwer oder erdrückend wirken zu lassen. Genau hier zeigt Abby Jimenez ihre große Stärke. Schwere Themen werden feinfühlig erzählt und gleichzeitig mit Wärme, Humor und Hoffnung verwoben. Die Dynamik zwischen Sloan und Jaxon entwickelt sich ruhig und glaubwürdig. Statt großer Dramatik stehen Gespräche, kleine Gesten und ein leises Knistern im Vordergrund. Jaxon wirkt trotz Rockstar-Leben überraschend bodenständig und aufmerksam, was der Liebesgeschichte eine angenehme Erdung verleiht. Und dann ist da natürlich Tucker, der mehr ist als nur ein tierisches Extra, sondern emotionaler Dreh- und Angelpunkt, der viele der schönsten Momente trägt. Der Schreibstil ist locker, flüssig und dialogstark, sodass die Seiten fast von selbst vergehen.

The Happy Ever After Playlist ist ein warmherziger Liebesroman über Verlust, Heilung und den Mut, wieder zu lieben. Emotional, humorvoll und voller leiser Momente, die lange nachklingen. Eine Geschichte, die zeigt, dass zweite Chancen manchmal genau dann auftauchen, wenn man sie am wenigsten erwartet.

Bewertung vom 08.01.2026
Egbe, Amaka

Run Like A Girl


ausgezeichnet

Mut kennt kein Geschlecht

Die 16-jährige Dera steht plötzlich vor einem kompletten Neuanfang: neue Stadt, neue Schule und ein Vater, der jahrelang kaum eine Rolle in ihrem Leben gespielt hat. Als wäre das nicht genug, gibt es an der neuen Highschool kein Leichtathletik-Team für Mädchen. Ein herber Rückschlag für jemanden, der von Olympia träumt. Doch Dera gibt nicht auf. Sie kämpft sich in das Jungen-Team, trotzt Vorurteilen, Anfeindungen und offenem Mobbing und muss sich gleichzeitig mit familiären Spannungen und ersten Gefühlen auseinandersetzen.

Dera ist eine Protagonistin, die sofort hängen bleibt. Ihr Durchhaltevermögen, ihr Trotz und ihre Entschlossenheit wirken glaubwürdig und inspirierend. Sie rebelliert, stolpert, steht wieder auf, und genau das macht sie so nahbar. Besonders stark ist der Umgang mit dem Thema Mobbing, das sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Statt belehrend zu wirken, zeigt der Roman, wie verletzend Ausgrenzung sein kann und wie wichtig es ist, nicht zu schweigen. Der sportliche Aspekt verleiht der Handlung Tempo, während die Konflikte mit dem Vater und die leise Romanze mit Gael für emotionale Tiefe sorgen. Gael bildet mit seiner ruhigen Art einen schönen Gegenpol zu Deras kämpferischem Wesen. Der Schreibstil ist dabei einfach, modern und passend auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten. Kleinere Wiederholungen fallen auf, stören den Lesefluss aber kaum. Insgesamt wirkt die Geschichte authentisch, aktuell und motivierend.

Run Like A Girl ist ein ermutigender Jugendroman über Mut, Selbstbehauptung und den Willen, sich nicht kleinmachen zu lassen. Die Geschichte von Dera zeigt eindrucksvoll, dass Träume kein Geschlecht kennen und Rückschläge kein Ende bedeuten müssen. Emotional, relevant und besonders für junge Leser eine starke, inspirierende Lektüre.

Bewertung vom 08.01.2026
Sands, Lynsay

Die Schöne und der Vampir


ausgezeichnet

Humor, Herz und ein Mord im Garten

Beim House-Sitting für ihre Chefin stolpert Abril Newman über einen denkbar ungünstigen Fund: eine Leiche im Garten. Der zuständige Detective ist ausgerechnet Crispin Delacorte - attraktiv, charmant und unsterblich. Während die Ermittlungen rund um einen abtrünnigen Vampir anlaufen, geraten Mordfall und Gefühle zunehmend durcheinander. Zwischen humorvollen Schlagabtauschen, bekannten Gesichtern aus der Argeneau-Familie und einer sich anbahnenden Romanze entwickelt sich eine Geschichte, die typisch Lynsay Sands ist.

Auch der mittlerweile 37. Band der Argeneau-Reihe fühlt sich vertraut und gleichzeitig wohltuend unterhaltsam an. Das Grundmuster ist bekannt: Schicksalspartner, schnelle Anziehung, humorvolle Dialoge; doch genau das macht den Reiz der Reihe aus. Abril und Crispin harmonieren angenehm miteinander und bringen Leichtigkeit in die Handlung. Besonders Crispins Gelassenheit im Umgang mit Mordermittlung und Liebesanbahnung sorgt für charmante Momente. Der Krimiplot bleibt eher im Hintergrund und dient mehr als Rahmen denn als treibende Kraft, was je nach Erwartung etwas unspektakulär wirken kann. Dafür punktet die Geschichte mit Humor, flottem Tempo und vielen Wiedersehen mit bekannten Figuren, allen voran Lucian Argeneau, der für einige der besten Szenen sorgt. Der Schreibstil ist wie gewohnt locker, flüssig und perfekt für entspannte Lesestunden.

Die Schöne und der Vampir ist ein klassischer Argeneau-Roman, ist vorhersehbar, herzlich, witzig und genau deshalb funktioniert er so gut. Wer die Reihe liebt, bekommt erneut eine charmante Liebesgeschichte mit Humor und bekannten Gesichtern. Kein revolutionärer Band, aber ein äußerst unterhaltsamer.