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coala

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Insgesamt 1032 Bewertungen
Bewertung vom 08.01.2026
Appelbaum, Lauren

Gruppenchat zum Frühstück


sehr gut

Zwischen Gruppenchats, Selbstzweifeln und dem Erwachsenwerden

Rachel Weiss steht kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag und gefühlt an einem Wendepunkt. Der Job fühlt sich beliebig an, Dates bleiben oberflächlich und der Gruppenchat mit den besten Freundinnen ist zugleich Rückzugsort und Echokammer. Während Rachels Mutter eifrig versucht, sie mit einem wohlhabenden passenden Mann zu verkuppeln, gerät Rachels Selbstbild immer mehr ins Wanken. Zwischen Dating-Apps, verpflichtender Therapie am Arbeitsplatz und familiärem Chaos stellt sich die Frage, ob Stillstand wirklich das ist, was ihr Leben ausmachen soll.

Rachel ist keine klassische Sympathieträgerin und genau das macht sie interessant. Sie ist egozentrisch, widersprüchlich, manchmal anstrengend, aber auch sehr menschlich. Viele Entscheidungen wirken fragwürdig, manche Haltungen bewusst provokant, und genau darin spiegelt sich ein Lebensgefühl, das vielen aus den späten Zwanzigern vertraut sein dürfte. Besonders stark ist auch die Freundschaftsdynamik. Der Gruppenchat steht sinnbildlich für Nähe, Unterstützung, aber auch für gegenseitige Bestätigung und Stillstand. Der Roman setzt klarere Akzente auf Selbstfindung und Freundschaft als auf Romantik, was nicht immer die Erwartungen erfüllt, aber thematisch konsequent bleibt. Humorvolle Dialoge und pointierte Beobachtungen lockern die Geschichte auf, auch wenn nicht jeder Witz trifft und manche gesellschaftlichen Themen eher grob als feinfühlig behandelt werden. Rachels Entwicklung braucht Zeit, wirkt am Ende aber ehrlich verdient.

Gruppenchat zum Frühstück ist eine moderne, stellenweise polarisierende Geschichte über Orientierungslosigkeit, Privilegien, Freundschaften und das langsame Erwachsenwerden. Keine perfekte Heldin, keine makellose Romantik, aber dafür ein Roman, der zum Nachdenken anregt und besonders jene anspricht, die ungeschönte Figuren und messy Lebensphasen mögen. Ideal für zwischendurch, mit Ecken, Kanten und Wiedererkennungswert.

Bewertung vom 08.01.2026
Jimenez, Abby

The Happy Ever After Playlist


sehr gut

Wenn Liebe leise heilt und ein Hund alles verändert

Zwei Jahre nach dem Tod ihres Verlobten lebt Sloan Monroe mehr nebenher als mittendrin. Trauer bestimmt ihren Alltag, bis ein völlig unerwarteter Zwischenfall alles durcheinanderbringt: Ein fremder Hund springt durch das kaputte Autodach und bleibt. Über Tucker führt der Weg zu seinem Besitzer Jaxon Waters, einem erfolgreichen Musiker auf Tour. Was mit nüchternen Nachrichten beginnt, entwickelt sich langsam zu etwas Tieferem und stellt Sloan vor die Frage, ob ihr Herz bereit ist für eine zweite Chance.

Die Geschichte lebt von ihrer emotionalen Ehrlichkeit. Sloan wird mit all ihren Zweifeln, ihrer Vorsicht und ihrer Verletzlichkeit sehr nahbar gezeichnet. Ihre Trauer ist kein bloßer Hintergrund, sondern prägt jede Entscheidung, jeden Gedanken, ohne die Geschichte schwer oder erdrückend wirken zu lassen. Genau hier zeigt Abby Jimenez ihre große Stärke. Schwere Themen werden feinfühlig erzählt und gleichzeitig mit Wärme, Humor und Hoffnung verwoben. Die Dynamik zwischen Sloan und Jaxon entwickelt sich ruhig und glaubwürdig. Statt großer Dramatik stehen Gespräche, kleine Gesten und ein leises Knistern im Vordergrund. Jaxon wirkt trotz Rockstar-Leben überraschend bodenständig und aufmerksam, was der Liebesgeschichte eine angenehme Erdung verleiht. Und dann ist da natürlich Tucker, der mehr ist als nur ein tierisches Extra, sondern emotionaler Dreh- und Angelpunkt, der viele der schönsten Momente trägt. Der Schreibstil ist locker, flüssig und dialogstark, sodass die Seiten fast von selbst vergehen.

The Happy Ever After Playlist ist ein warmherziger Liebesroman über Verlust, Heilung und den Mut, wieder zu lieben. Emotional, humorvoll und voller leiser Momente, die lange nachklingen. Eine Geschichte, die zeigt, dass zweite Chancen manchmal genau dann auftauchen, wenn man sie am wenigsten erwartet.

Bewertung vom 08.01.2026
Egbe, Amaka

Run Like A Girl


ausgezeichnet

Mut kennt kein Geschlecht

Die 16-jährige Dera steht plötzlich vor einem kompletten Neuanfang: neue Stadt, neue Schule und ein Vater, der jahrelang kaum eine Rolle in ihrem Leben gespielt hat. Als wäre das nicht genug, gibt es an der neuen Highschool kein Leichtathletik-Team für Mädchen. Ein herber Rückschlag für jemanden, der von Olympia träumt. Doch Dera gibt nicht auf. Sie kämpft sich in das Jungen-Team, trotzt Vorurteilen, Anfeindungen und offenem Mobbing und muss sich gleichzeitig mit familiären Spannungen und ersten Gefühlen auseinandersetzen.

Dera ist eine Protagonistin, die sofort hängen bleibt. Ihr Durchhaltevermögen, ihr Trotz und ihre Entschlossenheit wirken glaubwürdig und inspirierend. Sie rebelliert, stolpert, steht wieder auf, und genau das macht sie so nahbar. Besonders stark ist der Umgang mit dem Thema Mobbing, das sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Statt belehrend zu wirken, zeigt der Roman, wie verletzend Ausgrenzung sein kann und wie wichtig es ist, nicht zu schweigen. Der sportliche Aspekt verleiht der Handlung Tempo, während die Konflikte mit dem Vater und die leise Romanze mit Gael für emotionale Tiefe sorgen. Gael bildet mit seiner ruhigen Art einen schönen Gegenpol zu Deras kämpferischem Wesen. Der Schreibstil ist dabei einfach, modern und passend auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten. Kleinere Wiederholungen fallen auf, stören den Lesefluss aber kaum. Insgesamt wirkt die Geschichte authentisch, aktuell und motivierend.

Run Like A Girl ist ein ermutigender Jugendroman über Mut, Selbstbehauptung und den Willen, sich nicht kleinmachen zu lassen. Die Geschichte von Dera zeigt eindrucksvoll, dass Träume kein Geschlecht kennen und Rückschläge kein Ende bedeuten müssen. Emotional, relevant und besonders für junge Leser eine starke, inspirierende Lektüre.

Bewertung vom 08.01.2026
Sands, Lynsay

Die Schöne und der Vampir


ausgezeichnet

Humor, Herz und ein Mord im Garten

Beim House-Sitting für ihre Chefin stolpert Abril Newman über einen denkbar ungünstigen Fund: eine Leiche im Garten. Der zuständige Detective ist ausgerechnet Crispin Delacorte - attraktiv, charmant und unsterblich. Während die Ermittlungen rund um einen abtrünnigen Vampir anlaufen, geraten Mordfall und Gefühle zunehmend durcheinander. Zwischen humorvollen Schlagabtauschen, bekannten Gesichtern aus der Argeneau-Familie und einer sich anbahnenden Romanze entwickelt sich eine Geschichte, die typisch Lynsay Sands ist.

Auch der mittlerweile 37. Band der Argeneau-Reihe fühlt sich vertraut und gleichzeitig wohltuend unterhaltsam an. Das Grundmuster ist bekannt: Schicksalspartner, schnelle Anziehung, humorvolle Dialoge; doch genau das macht den Reiz der Reihe aus. Abril und Crispin harmonieren angenehm miteinander und bringen Leichtigkeit in die Handlung. Besonders Crispins Gelassenheit im Umgang mit Mordermittlung und Liebesanbahnung sorgt für charmante Momente. Der Krimiplot bleibt eher im Hintergrund und dient mehr als Rahmen denn als treibende Kraft, was je nach Erwartung etwas unspektakulär wirken kann. Dafür punktet die Geschichte mit Humor, flottem Tempo und vielen Wiedersehen mit bekannten Figuren, allen voran Lucian Argeneau, der für einige der besten Szenen sorgt. Der Schreibstil ist wie gewohnt locker, flüssig und perfekt für entspannte Lesestunden.

Die Schöne und der Vampir ist ein klassischer Argeneau-Roman, ist vorhersehbar, herzlich, witzig und genau deshalb funktioniert er so gut. Wer die Reihe liebt, bekommt erneut eine charmante Liebesgeschichte mit Humor und bekannten Gesichtern. Kein revolutionärer Band, aber ein äußerst unterhaltsamer.

Bewertung vom 08.01.2026
Licht, Kira

A Spark of Time - Ein Treffen in den Highlands


ausgezeichnet

Zwischen Highlands, Herz und Zeit


Ein Jahr nach ihrer letzten Zeitreise versuchen Lilly und Damien, in der Gegenwart wieder Fuß zu fassen, doch die Distanz zwischen ihnen ist deutlich spürbar. Während Damien sich zunehmend in die Vergangenheit seines Vaters vergräbt, richtet Lilly den Blick nach vorn. Als Collin MacLeod erneut auftaucht, werden beide gegen ihren Willen in eine neue Zeitreise gezwungen. Das Zie diesmal sind: die schottischen Highlands im Jahr 1745 und die Suche nach einer legendären Perle mit heilenden Kräften. Inmitten von Clanstrukturen, historischen Bräuchen und rauer Landschaft geraten Gefühle, Loyalitäten und Beziehungen gehörig ins Wanken.

Der dritte Band der A Spark of Time-Reihe wirkt spürbar reifer und emotional intensiver als seine Vorgänger. Die schottischen Highlands bilden ein atmosphärisch dichtes Setting, das mit Burg Dunvegan, Highland Games und historischen Details lebendig wird, ohne den Erzählfluss zu bremsen. Besonders gelungen ist zudem die emotionale Spannung zwischen Lilly und Damien, die weniger ausgesprochen als vielmehr zwischen den Zeilen spürbar ist. Mit Collin MacLeod erhält die Geschichte eine neue, ambivalente Figur, die gleichzeitig fasziniert und misstrauisch macht. Seine Rolle als Auslöser der Zeitreise und Teil einer Dreieckskonstellation sorgt für innere Konflikte und spürbare Unsicherheit. Die erzwungene Rollenverteilung in der Vergangenheit, Lilly und Collin als Ehepaar, Damien im Hintergrund, verstärkt diese Dynamik zusätzlich und verleiht der Handlung eine spannende schmerzhafte Tiefe. Der Schreibstil bleibt angenehm flüssig, bildhaft und punktuell humorvoll, während ernste und emotionale Szenen genug Raum bekommen, um nachzuwirken. Das Erzähltempo zieht vor allem zum Ende deutlich an..

Der dritte Band der Reihe ist ein atmosphärischer und emotional aufgeladener Band, der Beziehungen auf die Probe stellt und die Reihe auf ein neues Level hebt. Zwischen Zeitreise, historischen Kulissen und inneren Konflikten entsteht eine Geschichte, die gleichermaßen berührt und schmerzt.

Bewertung vom 08.01.2026
Moody, Alexandra

Rival Darling


ausgezeichnet

Wenn Gefühle stärker sind als Rivalität

Nach dem schmerzhaften Betrug durch ihren Freund Jeremy fasst Violet Sinclair einen klaren Entschluss: Nie wieder einen Sportler daten. Um endgültig mit der Vergangenheit abzuschließen, lässt sie sich impulsiv auf eine Fake-Beziehung mit ausgerechnet Reed Darling ein, dem gefürchteten Kapitän des rivalisierenden Eishockeyteams. Was als Schutzschild gegen alte Verletzungen beginnt, entwickelt sich jedoch schnell zu etwas, das sich nicht mehr kontrollieren lässt. Zwischen Vorurteilen, Rivalität und unausgesprochenen Gefühlen geraten Violets Regeln zunehmend ins Wanken.

Rival Darling lebt von seinen leisen Emotionen und den starken Figuren. Violet wirkt verletzlich, widersprüchlich und gerade dadurch sehr nahbar. Ihre Angst vor erneuter Enttäuschung ist jederzeit spürbar und macht ihre Entscheidungen nachvollziehbar. Reed Darling überrascht mit Tiefe, denn hinter seinem Bad-Boy-Image verbirgt sich ein aufmerksamer, respektvoller Charakter, der Violets Grenzen ernst nimmt und ihr Raum lässt. Besonders seine kleinen Gesten sagen mehr als große Worte und verleihen der Liebesgeschichte eine glaubwürdige Wärme. Die Dynamik innerhalb der Darling-Familie bringt Leichtigkeit und Geborgenheit in die Geschichte und bildet einen wohltuenden Kontrast zu Jeremys zunehmend unangenehmer Präsenz. Die Handlung bleibt eher ruhig, verliert dabei aber nie an emotionaler Spannung, da der Fokus konsequent auf Gefühlen, Vertrauen und inneren Konflikten liegt.

Rival Darling ist eine gefühlvolle, cozy Sportsromance, die ohne Spice auskommt und gerade dadurch lange nachwirkt. Alexandra Moody erzählt eine Geschichte über Nähe, Vertrauen und das Überwinden alter Verletzungen, die trotz bekannter Tropes authentisch bleibt. Ein leises, warmes Buch, das unter die Haut geht und ein starker Auftakt der Darling-Devils-Reihe.

Bewertung vom 08.01.2026
Owen, Abigail

The Things Gods Break / Schattenverführt Bd.2


ausgezeichnet

Liebe, die selbst Götter zerbricht

Mit The Things Gods Break legt Abigail Owen eine Fortsetzung vor, die spürbar dunkler, emotionaler und intensiver ist als Band eins. Die Geschichte geht nahtlos weiter, man sollte den ersten Band daher gelesen haben.

Lyra ist inzwischen Göttin und Königin der Unterwelt und doch wirft das Schicksal sie gnadenlos in den Tartaros. Ohne Erklärung und ohne Schonung. Sieben Prüfungen, zerbrechliche Zeitlinien und der ständige Kampf um Verstand und Herz machen klar, ihre Göttlichkeit schützt hier vor gar nichts.

Im Zentrum steht wieder die Beziehung zwischen Lyra und Hades, die rau, tief und schmerzhaft schön ist. Lyras innere Stärke, ihr Sarkasmus und ihre Verletzlichkeit machen sie zu einer Figur, die nahbar bleibt, selbst wenn alles um sie herum zerfällt. Die Zeitreisen geben Hades eine neue, berührende Tiefe und zeigen, wie lange und kompromisslos seine Liebe schon besteht. Diese Erkenntnisse sind ebenso tröstlich wie grausam, vor allem mit Blick auf das bittersüße Ende.Eindrucksvoll ist auch Kronos, der sich vom bedrohlichen Titanen zu einer unerwartet warmen Vaterfigur entwickelt und der Geschichte zusätzliche emotionale Tiefe verleiht. Das Worldbuilding überzeugt mit seiner düsteren, fast greifbaren Atmosphäre. Der Tartaros wirkt endgültig, gefährlich und durchzogen von einer ständigen Anspannung. Zeitschleifen, Titanen und göttliche Intrigen fügen sich stimmig in eine neu gedachte griechische Mythologie ein. Abigail Owens flüssiger, moderner Schreibstil sorgt zudem dafür, dass sich Spannung, Action und Gefühle perfekt die Waage halten.

Ein zweiter Band, der nicht nur die Geschichte vertieft, sondern Herz und Nerven gnadenlos mit in den Tartaros reißt.

Bewertung vom 05.01.2026
Benning, Anna

To Love a God / Götterlicht-Saga Bd.2


ausgezeichnet

Götter, Machtspiele und zweite Chancen

To Love a God setzt die epische Götterlicht-Saga-Saga von Anna Benning intensiv fort. Das Lesen des ersten Bandes ist erforderlich, um der Handlung zu folgen.
Colden erwacht mit Gedächtnisverlust und muss sich in einer Welt voller Intrigen, Gefahren und alten Loyalitäten zurechtfinden und Aurora steht vor der Herausforderung, ihre wahre Identität zu schützen, während sie gleichzeitig den Mann, den sie liebt, Schritt für Schritt neu für sich gewinnen muss.

Die Spannung zieht sich von der ersten Seite an durch den Roman. Anna Benning überzeugt mit ihren vielschichtigen Charakteren, einem konsequent erweiterten Worldbuilding und unerwarteten Wendungen. Die Dynamik zwischen Aurora und Colden ist emotional dicht und glaubwürdig und besonders die neue Annäherung nach Coldens Erinnerungsverlust verleiht ihrer Beziehung in diesem zweiten Band die erforderliche Tiefe. Neue Figuren wie Cassius sorgen zudem für zusätzliche Bedrohung und Intrigen, die das Abenteuer noch fesselnder machen.

Ein epischer, emotional aufgeladener zweiter Band, der mit spannender Fantasy, intensiven Konflikten und starken Charakteren vollends begeistert.

Bewertung vom 05.01.2026
Wood, Lilyan C.

Night Blood - Ruf der dunklen Magie


ausgezeichnet

Dunkle Magie und verbotene Anziehung

Night Blood – Ruf der dunklen Magie von Lilyan C. Wood entführt seine Leser in eine düstere, fesselnde Welt. Charlie, eine neugierige Hobbyfotografin, stolpert auf einem Friedhof buchstäblich in das Grab des Vampirs Alexandru und wird in die Parallelwelt Noapte gezogen, eine mittelalterliche Welt voller Magie, Machtspiele und Nachtblüter. Von der ersten Begegnung an knistert die Spannung zwischen den beiden, und die langsam aufkeimende Anziehung entwickelt sich zu einem intensiven Slow Burn.

Die Stärke des Romans liegt dabei klar in der Mischung aus Dark Fantasy und Romantik. Vampire, Dämonen und uralte Geheimnisse treffen hier auf gefährliche Intrigen, und Charlie muss sich beweisen, während Alexandru mit seiner Verantwortung und inneren Zerrissenheit kämpft. Die Welt von Noapte ist dabei düster, atmosphärisch und mitreißend beschrieben, sodass Bedrohung und Faszination spürbar werden. Lilyan C. Wood schreibt bildhaft und emotional, mit einem hohen Spannungsbogen und unerwarteten Wendungen, die einen beim Lesen kaum loslassen. Manche Passagen wirken anfangs etwas steif, doch die Charakterentwicklung von Charlie und Alexandru überzeugt schnell.

Ein spannender, düster-romantischer Auftakt mit Dark Fantasy, magischen Parallelwelten und einer intensiver Anziehung zwischen den komplexen Charakteren.

Bewertung vom 05.01.2026
Sue, Natalie

Mit freundlichen Grüßen


sehr gut

Wenn Bürofrust plötzlich laut wird

Mit freundlichen Grüßen von Natalie Sue ist ein bissiger, humorvoller Roman über den ganz normalen Wahnsinn im Büroalltag. Im Mittelpunkt steht Jolene, introvertiert, übersehen und innerlich voller Kommentare, die sie heimlich in den Metadaten ihrer E-Mails versteckt - bis ein folgenschwerer Fehler alles auffliegen lässt. Was folgt, ist eine ebenso absurde wie entlarvende Situation. Durch ein missglücktes Sensitivity-Training kann Jolene plötzlich die E-Mails ihrer Kolleginnen und Kollegen lesen.

Zwischen peinlichen Geheimnissen, Machtspielchen und unausgesprochenem Frust zeigt der Roman schonungslos, wie verletzend Unsichtbarkeit am Arbeitsplatz sein kann. Natalie Sue schreibt dabei jedoch leicht, flüssig und mit trockenem Humor. Viele Szenen treffen ins Schwarze und sorgen für Schmunzeln, andere regen zum Nachdenken an. Jolene ist keine einfache Figur, aber gerade ihre Widersprüche machen sie glaubwürdig. Stellenweise bremst die starke Selbstreflexion das Tempo, doch die Beobachtungen bleiben treffend.

Ein kluger, unterhaltsamer Büro-Roman mit schwarzem Humor und ernstem Kern gut geeigent für alle, die sich im Arbeitsalltag schon einmal gefragt haben, was Kolleginnen und Kollegen wirklich denken.