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Worldofbooksanddreams

Bewertungen

Insgesamt 124 Bewertungen
Bewertung vom 12.11.2025
Wills, S.J.

Kein Entkommen / Bite Risk Bd.1


ausgezeichnet

Seit einigen Jahren herrscht das Virus Corpus Pilori über die Menschen. Einmal im Monat verwandeln sich die Erwachsenen in äußerst brutale Werwölfe, vor denen nichts und niemand sicher ist. Auch im kleinen Städtchen Tremorglade, in dem Sel und seine Freunde leben, ist das Virus zum Alltag geworden. In den Nächten, in denen die Erwachsenen Bestien sind, liegt die Verantwortung bei den Kindern, doch diese sind gerne mal mit anderem beschäftigt. Nichtsdestotrotz sind sie ein eingespieltes Team, das weiß, worauf es ankommt. Doch dann passieren immer mehr ungewöhnliche Ereignisse, z. B. Angriffe durch Vögel und jeder ahnt, hier stimmt was nicht.
Mit Bite Risk erschien ein Jugendbuch ab zwölf Jahren, das auch mir als Erwachsene absolut gute Unterhaltung bot.
Der Schreibstil ist leicht und eingänglich und man kann sich auch dank der intensiven Einführung in die Story sowohl das Örtchen Tremorglade als auch die Einwohner vorstellen. Somit ist auch genügend auf das Worldbuilding eingegangen worden.
Was mich dann aber völlig überrascht hat, nach einem “relativ“ ruhigem Einstieg, war der plötzliche rasante Anstieg der Spannung. Es wurde hin und wieder blutiger, aber für ein Jugendbuch im Rahmen. Dafür sorgten einige Plottwists für viel Spannung, aber ohne zu gewollt rüberzukommen.
Spannend fand ich den Umgang der Kinder mit den Rippern, den biestigen Erwachsenen, denn sie wissen durchaus, dass sie hier ein großes Paket an Verantwortung tragen.
Diese Jugendlichen fand ich hier wirklich großartig charakterisiert, durch ihre Situation haben sie gelernt, was es heißt, Verantwortung zu tragen. Sie fühlen sich einfach ganz real und lebendig an und machen das Lesen zu einem großen Vergnügen.
Mein Fazit: Ein tolles Buch mit der packenden und hier auch perfekten Mischung aus Mystery, Grusel und trotz allem einer großen Portion Humor. Wer einmal Sel und seine Freunde in Tremorglade begleitet hat, kommt so schnell nicht von ihnen los. Der Start in diese Reihe bietet auf jeden Fall ganz viel Potential für mehr. Für Erwachsene seichte Kost für zwischendurch, die zu unterhalten weiß, für Kinder ab 12 Jahren absolut spannend und fesselnd.

Bewertung vom 12.11.2025
Beckett, Simon

Knochenkälte / David Hunter Bd.7


sehr gut

Viele Jahre habe ich sehnsüchtig auf einen neuen Band rund um David Hunter gewartet und habe mich riesig gefreut, diesen nun endlich lesen zu können.
Der Einstieg fiel mir leicht, denn Simon Beckett schreibt einfach fesselnd und absolut bildlich. Ich saß hier gemeinsam mit David im Schneesturm fest.
Das Setting, dieses doch sehr kleine Dorf und seine teils verschrobenen Bewohner, ist nicht unbekannt, doch funktioniert es auch hier wieder hervorragend. Die durch die Abgeschiedenheit leicht beklemmende Atmosphäre in Verbindung mit dem dazu passenden Unwetter, verursacht durchaus hin und wieder Gänsehaut.
Auch der Fall, dieser Cold Case der weit in die Vergangenheit führt, liest sich sehr spannend und brachte so einige Überraschungen zu Tage. Doch trotz all dem empfand ich das Buch nur wenig temporeich. Ich habe mich nicht gelangweilt, aber insgesamt waren mir die Beschreibungen der äußeren Begebenheiten zu viel.
Wer David Hunter kennt, weiß worauf er sich hier einlässt. Ich finde, er hat sich im Laufe der Reihe vom verschrobenen Professor durchaus weiterentwickelt und auch hier ist er deutlich stärker in seinem Auftreten. Doch wie immer, gelingt es ihm mit Leichtigkeit, sich wieder selbst in Schwierigkeiten zu bringen.
Die weiteren Charaktere, die hier aus den Dorfbewohnern besteht, sind gut gelungen und jeder bietet einen ganz eigenen Charakter, den man mal mehr und mal weniger mochte.
Mein Fazit: Insgesamt hat mir auch der neue Simon Beckett wieder gut gefallen. Was mir ein wenig gefehlt hat, war der für mich sonst so typische Sog, den Becketts Thriller immer auf mich ausübt. Der Thriller trieft nicht vor lauter Blut und die eher ekligen Details werden hier nicht bis ins kleinste Detail beschrieben. Stattdessen bleibt das Buch klar auf einer eher ruhigen Linie und vertieft dafür die Atmosphäre umso mehr.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.11.2025
Gillig, Rachel

The Knight and the Moth


ausgezeichnet

Im Lande Traum steht die Kathedrale Aisling, In dieser leben die Äbtissin und ihre sechs Weissagerinnen. Alle zehn Jahre verlassen diese den Orden und werden durch neue Findelkinder ersetzt. Eine von ihnen ist Sechs, die sich an nichts mehr erinnern kann, was vor Aisling war, nur das sie einst Sybil Delling war, weiß sie noch. Als der junge neue König Benjamin Castor zur Weissagung kommt, ist sie es, die ihm prophezeit. Doch nicht der König ist es, der Sechs‘ Aufmerksamkeit weckt, sondern einer seiner Ritter, Rory Myndacious. Kurz nach der Weissagung verschwindet eine Weissagerin nach der anderen. Kurzerhand bittet sie den König und seine Ritter, ihn bei seiner Reise durchs Land begleiten zu dürfen, um ihre Freundinnen zu finden.
Dieses Buch ist ein absolutes Kunstwerk, das mit seiner gesamten Gestaltung sofort Aufmerksamkeit erweckt.
Der Einstieg fiel mir zunächst nicht ganz so leicht, denn der Schreibstil ist sehr außergewöhnlich, er klingt beinahe wie eine düstere Melodie, die die Geschichte mit ihrem Hauch von Gothic absolut einfängt.
Erzählt wird das Ganze dann von der Protagonistin Sechs/Sybil in der Ich-Perspektive. Diese hat nie Erfahrungen außerhalb von Aislings Mauern sammeln können und so begleiten wir sie durch die Welt und erleben sie, genau wie Sybil, zum ersten Mal. Sybils Unwissenheit ist unser Glück, denn der Weltenaufbau ist hier durchaus intensiv und man muss am Ball bleiben, um das Gesamte zu verstehen.
Die Geschichte ist sehr vielschichtig, es gibt viele lose Fäden, die so nach und nach das Gesamtbild eröffnen. Trotz des eher schweren Einstiegs war ich nach völlig gefesselt von der Story. Mal ist sie ruhig und besticht durch die sehr düstere, melancholische Atmosphäre, mal ist actionreich und voller Intrigen und Kämpfe. Mir hat das unglaublich gut gefallen.
Sybil hat mir zu Beginn Schwierigkeiten bereitet, ich mochte sie nicht unbedingt, weil sie so arrogant und unnahbar wirkte. Doch je mehr sie die Ritter Maude und Rory begleitet, desto menschlicher wirkt auch Sybil.
Rory, der von Beginn an eine sehr große Klappe hat und dadurch auffällt, dass er weder an die Götter Aislings noch an die Weissagungen glaubt, war mir sofort ans Herz gewachsen. Er ist einer der loyalsten Charaktere und macht durch seine Art schnell Herzklopfen.
Auch Maude mit ihrer mütterlichen Seite, die ein wenig die schützende Hand über die Gefährten hält und auch König Benji mochte ich sehr. Wobei Benji sich hier durchaus entwickelt.

Doch müsste ich einen Nebencharakter wählen, den ich so richtig liebgewonnen habe, dann ist es der Gargoyle, der mich mit seinen teils frechen Sprüchen und seinen oftmals verdrehten Worten zum Schmunzeln brachte. Aber dieser Gargoyle kann auch tiefsinnig sein, was hier oft zum Nachdenken anregt.

Mein Fazit: The Knight and the Moth hat mich trotz anfänglicher Schwierigkeiten irgendwann in seinen Bann gezogen. Die düstere, mittelalterlich angehauchte Welt, die tollen Charaktere, allen voran Gargoyle und Rory, aber auch die sehr traurige Geschichte rund um die Wahrsagerinnen hat mich berührt. Natürlich gibt es einen fiesen Cliffhanger, der mich jetzt schon auf den zweiten Band sehnsüchtig warten lässt.

Bewertung vom 08.11.2025
Goldewijk, Yorick

1000 und ich. Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.


gut

8 lebt in der Stadt Surdus und ist eine der Unbeseelten. Jeder Tag läuft gleich ab, aufstehen, ins Büro fahren, sinnlose Fragen beantworten und dabei niemals Kontakt zu anderen haben. Durch „Evie“ überwacht, wird sichergestellt, dass niemand von ihnen dem seelenlosen Leben entkommt, man entkommt nur, wenn man eines Tages den Beseelten dienen darf. Doch tief in ihrem Inneren weiß 8, dass sie anders ist, denn sie fühlt und träumt und wünscht sich fort. Sie liebt es, Sonne auf der Haut zu fühlen und sehnt sich nach jemand Gleichgesinnten. Bis sie eines Tages auf 1000 trifft, der es genauso zu gehen scheint.
1000 und ich ist eine Dystopie Kurzgeschichte auf etwa 150 Seiten, allerdings wird hier, meiner Meinung nach, kein Wort zu viel oder zu wenig erzählt.
Autor Yorick Goldewijk gelingt, seine Geschichte nahezu emotionslos und mit knappen Worten zu erzählen, dabei passt er sich sprachlich komplett an den Inhalt von 1000 und ich an.
Die Monotonie, die 8 jeden Tag erlebt, ist hier in jedem einzelnen Wort spürbar, die Sehnsucht, jemand zu sein konnte ich hier allerdings genauso nachempfinden. Trotzdem oder gerade deswegen, hat mir hier die Spannung gefehlt und ich bin immer wieder gedanklich abgeschweift.
Das Setting, die Stadt Surdus, war zu Beginn wenig greifbar. Warum und weshalb hier alles so abläuft, wie nunmal ist, wurde mir erst spät klar. Man hätte hier enormes Potential gehabt, eine noch intensivere Geschichte draus zu machen.
Wir befinden uns die meisten Zeit in den Gedanken von 8, erst mit 1000 kommt ein wenig Interaktion mit rein. Mich hat das zu Beginn ein wenig verwirrt. Ihre Gefühle, Gedanken, Beobachtungen konnte ich verstehen, konnte aber keinerlei Beziehung zu ihr aufbauen.
Mein Fazit:1000 und ich ist ein Buch mit einer sehr starken Idee und sehr viel Potential. Ich empfand die Monotonie, die durch den Text entstand als eher anstrengend, wenn auch passend zum Inhalt. Die Botschaft des Buches war nachvollziehbar, die Auflösung gelungen. Schade, dass hier nicht mehr rausgeholt wurde.

Bewertung vom 04.11.2025
Elser, Manuela

City of Storm and Thunder


ausgezeichnet

Ravenport ist die Stadt, in der Magie verboten ist und während die so genannten Stormguards die Bevölkerung vor den gefährlichen Stürmen schützen sollen, leben im vergessenen Viertel immer noch Menschen mit Magie, für die sie einen hohen Preis zahlen müssen. Eine von ihnen ist Rain, die in der Lage ist, Energie aus Blitzen im Körper zu speichern, doch dafür ist ihr Geruchssinn weg. Als ihr Bruder, der ebenfalls über starke Kräfte verfügt, von den Stormguards verhaftet wird, setzt Rain alles daran, ihn zu befreien. Gemeinsam mit einer Rebellengruppe und dem gerade erst zum Stormguard gewordenen Kite, der über Nebelmagie verfügt, schmieden sie einen Plan, um ihn zu befreien.
Das düstere Cover fängt die Stimmung der Story perfekt auf und macht neugierig.
Autorin Manuela Elser hat einen wirklich tollen und sehr bildgewaltigen Schreibstil, Charaktere und vor allem die Stadt Ravenport werden beim Lesen lebendig.
Der Einstieg ist anders als gewohnt, man wird hier mitten ins Geschehen geworfen, was hier allerdings wirklich los ist, erfährt man erst nach und nach. Wie bei einem Puzzle werden die einzelnen Teile nur langsam miteinander verknüpft und bei jeder Auflösung gibt es einen Aha-Moment für den Leser. Also wer zunächst verwirrt ist über all die Ereignisse, keine Sorge, Aufklärung kommt nach und nach und macht vor allem Sinn. All diese losen Fäden im Überblick zu behalten, ist große Kunst, von daher gibt es ganz großes Lob.
In dieser Geschichte finden wir Kämpfe, Action, Lügen, Intrigen und auch was fürs Herz und das ganz ohne Kitsch und Spice, worüber ich mich persönlich immer ganz besonders freue.
Das Magiesystem ist etwas ganz Besonderes hier, Magie wird aus den Stürmen genommen, die die das beherrschen benötigen allerdings einen Fokus. Alle, bis auf Rain und ihren Bruder, weshalb sie als besonders gefährlich gelten. Doch für die Menschen im verlorenen Viertel ist Rain ein Glücksfall. Was mich besonders fasziniert hat, ist die Betonung darauf, dass alles seinen Preis hat und für Magie fehlt den Menschen meist eine Sinnesfunktion.
Erzählt wird die Geschichte durch einen personellen Erzähler aus wechselnden Perspektiven zwischen Kite und Rain. Beide werden erst nach und nach greifbarer, aber vor allem Kite war ich gegenüber zunächst skeptisch. Auch sonst wird es schwer, abzuschätzen, wem man vertrauen kann.
Rain mochte ich vom ersten Moment an, sie fühlte sich sofort ehrlich und loyal an und auch wenn ich zunächst gar nicht so genau wusste warum, habe ich mit ihr mitgefiebert. Sie entwickelt sich zu einer absolut starken und mutigen Protagonistin.
Kite wirkt mysteriös, was natürlich auch mit seiner Nebelmagie zusammenhängt. Doch auch seine Gedanken, sind eher düster und vernebelt, wie seine Magie. Aber auch ihn dürfen wir nach und nach intensiver kennenlernen.
Die Anziehungskraft zwischen den beiden kommt im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Nichts, wird aber auch, wie alles hier, nach und nach ersichtlicher.
Mein Fazit: Eine spannende und vor allem mit neuen Ideen daherkommende Geschichte, die ich gerne weiterempfehle. Starke Charaktere und eine mega Grundidee sorgen für Lesefluss. Das Ende ist sehr offen gehalten, was mich auf einen zweiten Band hoffen lässt. Wer eine Mischung aus Dystopie und Fantasy mag, kommt hier auf seine Kosten.

Bewertung vom 04.11.2025
Uketsu

HEN NA IE - Das seltsame Haus


gut

Als ein junger Autor, der sich gerne mit dem Okkulten beschäftigt, von seinem Freund gebeten wird, einmal auf einen Grundriss eines zum Kauf dargebotenen Hauses zu schauen, stößt dieser auf Ungereimtheiten. Um sich aber sicher zu sein zieht er einen Architekten hinzu, der sich ebenfalls sicher ist, dass mit diesem Haus etwas nicht stimmt. Ein Kinderzimmer mitten im 1. OG, ohne Fenster und mit doppelten Türen? Ein Geheimraum, den man scheinbar nicht betreten kann? Gemeinsam beginnen die beiden zu spekulieren, was in diesem Haus wohl vorgefallen sein könnte und als eine Leiche in der Nähe des Hauses gefunden wird, beginnen sie immer mehr hineinzuinterpretieren.
HEN NA IE Das seltsame Haus ist das Debüt des Autors Uketsu, bei uns ist es das zweite Buch aus seiner Feder, das veröffentlicht wurde.
Der Einstieg fiel mir recht leicht, der Schreibstil liest sich flott und da hier sehr vieles aus Dialogen zwischen Autor und Architekt bestand, war ich mittendrin im Spekulieren und Überlegungen anstellen. Dabei findet man vor allem zu Beginn auf sehr vielen Seiten die Grundrisse des besagten Hauses, was mir persönlich zu viel war, aber gut, so musste man nicht zurückblättern.
Die Spekulationen rund um den merkwürdigen Grundriss fand ich spannend und gerade auf den ersten 70 Seiten löste dieser Grundriss und die Ideen dahinter absolute Beklemmung aus, weil in meinem Kopf sofort Bilder von einem eingesperrten Menschen, evtl. sogar ein Kind, entstanden. Bis dahin fand ich die Geschichte noch absolut gelungen und fesselnd und auch ein wenig unheimlich, obwohl gar nicht wirklich was passierte.
Doch als dann eine junge Frau hinzukommt, die ebenfalls den Grundriss eines Hauses dabeihat und in der Nähe des besagten Hauses ebenfalls ein Mord geschah, beginnt die Geschichte ein wenig ins Absurde zu driften. Zwar wurden weiterhin Spekulationen rund um Morde und Geheimräume von Autor, Architekt und der jungen Frau angestellt und auch die Häuser miteinander verglichen, doch die Beklemmung war bei mir nicht vorhanden.
Die Auflösung nachher fand ich furchtbar verwirrend, unglaublich viele chinesische Namen, Verbindungen und dann noch ein Familienfluch und noch mehr brachten mich völlig raus. Hier hat der Autor einfach zu viel des Guten versucht, was leider völlig absurd wurde.
Zu den Charakteren gibt es nicht viel zu erzählen, da man sie hauptsächlich durchs Erzählen beobachtet. Wirklich überrascht hat mich da nichts.
Mein Fazit: Der Anfang war für mich mega, doch mit Fortschreiten der Geschichte driftete es leider immer mehr ab in Verwirrung und Kopfschütteln. Das war für mich leider drüber, dafür gefiel mir der Schreibstil sehr gut und ich werde mir definitiv noch sein anderes hier erschienenes Buch zulegen.

Bewertung vom 04.11.2025
Fuchs, Alexandra

Witch of Fate and Poison


sehr gut

Unbemerkt zwischen den Menschen leben magische Wesen wie z. B. Vampire. Der magische Rat und die Hexen sorgen dafür, dass das auch so bleibt. Studentin Arina ist eine von ihnen. Gemeinsam mit ihren beiden Cousinen Khay und Myra, die für sie wie Schwestern sind, lebt sie in London. Eigentlich könnte alles gut sein, zwar versteht sie sich nicht gut mit den Vampiren an der Uni, allen voran mit dem arroganten Henry, doch damit kann sie gut umgehen. Bis sie eines Tages Zeugin davon wird, wie Myra vom Schuldach springt, doch glaubt sie im Hintergrund ausgerechnet Henrys Cousin gesehen zu haben. Hat er Myra geschubst? Als wäre das nicht schon schlimm genug, scheint auch noch Khay ihre Magie verloren zu haben, doch ohne die ist sie nichts mehr als eine leere Hülle, die nur noch durch Arinas Magie überleben kann. Als ausgerechnet Henry vor ihrer Tür auftaucht und sie bittet, mit ihm gemeinsam seinen Cousin zu suchen, ist Arina nicht begeistert, lässt sich aber darauf ein. Mit dem, was sie herausfinden, hätten sie allerdings nicht gerechnet und auch nicht damit, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen.
Dieses Buch gehört wieder einmal zu den besonders schön gestalteten Ausgaben und machte mich sehr neugierig.
Der Einstieg fiel mir nicht ganz so leicht, dabei kann ich noch gar nicht so genau sagen, woran das genau lag, denn der Schreibstil selber liest sich flüssig und leicht. Was mir hier vielleicht etwas gefehlt hat, war das Lebendige, Arina grübelt viel und oftmals versinkt sie in Gedanken und Beobachtungen, so dass man zur Welt keinen richtigen Zugang erhält.
Das Setting ist in London, also haben wir hier eine interessante Urban Fantasy, die auch mit dem gesamten Magiekonzept hierhinter gelungen ist. Hexen sind hier einmal die Wesen, die über alle magischen Wesen stehen, was allerdings nicht immer gerne gesehen wird und was auch unter anderem zu den Zwistigkeiten zwischen Hexen und anderen führt. Von London selber bekommt man nur beiläufig etwas mit, vielmehr stehen hier Arinas Suche nach einer Lösung und die Frage nach dem ob alles richtig ist im Vordergrund.
Die Handlung ist mal spannend und fesselnd, mal ruhiger und nachdenklich. Diese Mischung hat mir recht gut gefallen und konnte durchaus überzeugen.
Protagonistin Arina ist zu Beginn ein eher stiller Charakter, doch ihre Entwicklung ist hier absolut gelungen und sie wächst über sich selbst hinaus.
Henry hingegen ist sehr von sich eingenommen, zumindest auf dem ersten Blick, doch tatsächlich ist er gar nicht so, wie es zunächst scheint. Die Dialoge zwischen den Beiden sind teilweise witzig, da es ja vor allem zu Beginn Reibereien gibt. Doch nach und nach nähern sie sich einander an und Henry ist für Arina da. Die Lovestory zwischen den beiden habe ich allerdings nicht ganz so fühlen können, mir fehlte hier einfach das Kribbeln.
Mein Fazit: Insgesamt eine schöne Geschichte rund um Hexe, bei der ich kleinere Startschwierigkeiten hatte, die mir aber nachher noch recht gut gefallen hat. Gerade die Entwicklung der Protagonistin fand ich sehr gut und schlüssig. Schöne Geschichte, die sehr gut in den Herbst passt.

Bewertung vom 04.11.2025
Sutherland, Krystal

House of Hollow - Ein Horror-Fantasy-Roman


ausgezeichnet

Einige Jahre ist es bereits her, dass die drei Hollow Schwestern bei einem Spaziergang am Silvesterabend spurlos verschwanden. Das sie allerdings nach einem Monat wieder auftauchen, nackt und ohne Erinnerungen, damit hätte niemand gerechnet. Doch dies ist nicht die einzige Veränderung an ihnen, ihr Haar wurde weiß, ihre Augen dunkel und ihre Schönheit betört jeden. Nun sind die beiden älteren Schwestern, Grey und Vivi ausgezogen und nur noch Iris lebt allein bei ihrer Mutter, seitdem ihr Vater starb. Nun ist Grey, die älteste Schwester und erfolgreiches Model, wieder verschwunden. Iris und Vivi müssen in ihren Erinnerungen suchen, was damals wirklich geschah, um Grey wiederzufinden.
Fantasy mit Horrorelementen? Da gab es für mich keinen Weg dran vorbei und ich war extrem neugierig auf dieses Buch.
Der Prolog ist mega spannend und spiegelt schon in einem ersten Eindruck die Atmosphäre wider, die den Leser hier erwartet.
Dieser Schreibstil zieht in seinen Bann, er ist unglaublich flüssig, dabei bildlich für das passende Kopfkino und düster und doch hoffnungsvoll. Die Mischung ist wirklich richtig gelungen.
Das gesamte Setting wirkt irgendwie bedrückend und der ein oder andere Augenblick bringt Gänsehautstimmung. Ich hatte zwar eine kleine Ahnung, was damals mit den Schwestern wirklich geschah, aber dazu verrate ich an dieser Stelle nichts. Die Idee dahinter ist aber absolut gelungen und trotz aller Phantastik hervorragend rübergebracht, so dass hier sehr authentisch wirkt.
Die Handlung hat eine ganz eigene Dynamik, es ist keine Geschichte, bei der sich die Ereignisse überschlagen oder man vor atemloser Spannung kaum Zeit zum Umblättern findet. Stattdessen ist sie ein bisschen unheimlich, mysteriös und punktet mit einem eher subtilen Horror, der auf den Punkt gebracht wird.
Protagonistin und Ich-Erzählerin Iris begleiten wir durch die Geschichte. Als jüngste der Schwestern fällt es ihr am schwersten, sich an die Ereignisse zurückzuerinnern und dementsprechend tappen wir gemeinsam mit ihr durchs Dunkle und decken Stück für Stück auf, was wirklich geschah.
Iris ist sehr sympathisch, eher ruhig und ausgeglichen und auch verantwortungsbewusst. Ihre Schwestern hingegen sind rebellisch und kümmern sich nicht darum, was andere von ihnen halten. Trotzdem sind die drei tief miteinander verbunden und füreinander da. Die innige Zuneigung der Schwestern fand ich richtig gut und authentisch.
Es gibt nur wenige Nebencharaktere, z. B. Iris Mutter, die diese beschützen will oder Greys Freund Tyler, der zunächst noch oberflächlich scheint, aber ein Herz aus Gold hat.
Mein Fazit: Ein Buch das mit fein eingestreuten Horrorelementen und unglaublich viel Atmosphäre daherkommt und dass man kaum aus der Hand legen möchte. Auch wenn ich eine grobe Ahnung hatte, Was wirklich geschah, bringt die Geschichte auch schon durch Iris‘ Sichtweise etwas ganz Besonderes. Wer Angst vor großen Ekelmomenten hat, der kann hier beruhigt zugreifen, denn meiner Meinung nach ist es durchaus auch für zartbesaitete Leser geeignet. Leseempfehlung!

Bewertung vom 04.11.2025
Sapkowski, Andrzej

Kreuzweg der Raben / The Witcher Bd.6


sehr gut

Gerade erst hat der junge Geralt von Riva seine Ausbildung als Hexer abgeschlossen. Aus diesem Grunde verlässt er Kaer Morhen, um seine eigenen Wege zu gehen. Als Geralt sich selbst in eine gefährliche Situation bringt, begegnet er Preston Holt der ihm zu Hilfe kommt. Holt bietet Geralt an, sein Mentor zu werden und Geralt nimmt an. Von Holt lernt er nicht nur zu kämpfen, sondern auch mehr über die Monster, auch von den menschlichen.
Kreuzweg der Raben ist das Prequel aus dem Witcher Universum, in dem wir ganz viel über den jungen Geralt von Riva erfahren und mit dem man einige Lücken im bereits vorhandenen Wissen schließen kann. Es ist aber auch tatsächlich nicht notwendig, die Saga zu kennen, da dieses Buch einfach die Vorgeschichte erzählt.
Der Stil Sapkowskis ist hier natürlich absolut erkennbar, fesselnd, lebendig, aber auch mit ein wenig Humor. Die Atmosphäre ist nach wie vor eher düster, mittelalterlich angehaucht, voller Gefahren und Monster jeder Art. In diesem Sinne bleibt der Autor sich absolut treu.
Spannend ist, dass wir hier mehr über Geralts Vergangenheit erfahren, gerade auch, was den Hexenzirkel betrifft oder über Kaer Morhen. Damit schließt der Autor die ein oder andere Lücke.
Was hier definitiv anders ist, ist das Tempo, denn hier wird auf langwierige Charakterentwicklungen oder Weltenaufbau eher verzichtet. Stattdessen gibt es hier Episoden, die aus diversen Aufgaben etc. bestehen und jede davon dient, den späteren Charakter des Geralt von Riva kennenzulernen und zu verstehen. Was mich allerdings ein wenig an den einzelnen Episoden gestört hat, ist, dass ihnen ein wenig der Fluss in der Handlung fehlen, es wirkt eher zusammengesetzt, was ein bisschen schade ist, aber vielleicht auch so gewollt.
Geralt muss hier definitiv lernen, dass das Leben nicht einfach nur gut oder böse, schwarz oder weiß ist. Er wird hier als sehr idealistischer Mann dargestellt, doch hier wird er lernen müssen, wie er mit Enttäuschungen und Verrat umgehen muss. Das erklärt durchaus den späteren Geralt.
Mein Fazit: Für Fans der Witcher Reihe eine gute Ergänzung, da man einfach ganz viel erfährt, wie Geralt zu dem geworden ist, der er später ist. Für Einsteiger ebenfalls perfekt, da man gleich Grundlagen hat, auf die die spätere Reihe aufbaut. Mir hat es gefallen und ich kann es empfehlen.

Bewertung vom 04.11.2025
Neeb, Stefanie

Delicate / Copenhagen Cinnamon Bd.1


ausgezeichnet

Als Tochter eines wohlhabenden Rechtsanwalts fehlt es Jonna an nichts, doch ihr wirkliches Ziel im Leben hat sie noch nicht gefunden. Als ihr Vater sie mit der Wegnahme ihrer finanziellen Unterstützung dazu bringen will, in seiner Kanzlei einzutreten und dabei Jura zu studieren, stellt Jonna sich quer. Auf 180 stürmt sie ins Copenhagen Cinnamon, das Café, das von Mads betrieben wird. Trotz Jonnas schlechter Laune fühlen sie sich voneinander angezogen und als etwas geschieht und Jonna spontan als Kellnerin im Café aushilft, scheint es, als hätte sie zumindest schonmal einen Job gefunden. Mads geht ihr unter die Haut, doch Jonna spürt, dass da etwas ist, dass es ihm schwer macht, sich zu öffnen.
Irgendwie sprach mich hier tatsächlich der Titel des Buches total an, vielleicht aufgrund des Cafés und weil ich bekennende Kaffeesüchtige bin?
Wie auch immer, der Einstieg fiel mir unglaublich leicht, denn Stefane Neeb erzählt so voller Leben von ihren Figuren, dass diese mir real vorkamen. Ich habe alles vor mir gesehen und konnte bei beiden Protagonisten absolut mitfühlen. Die Autorin hat mich zum Schmunzeln gebracht, aber auch seufzen und schwärmen lassen und den Duft nach frischem Kaffee hatte ich hier permanent in der Nase.
Die Geschichte selber erzählt von zwei jungen Menschen, die beide auf der Suche nach sich selbst sind. Die Handlung liest sich so flott, dass man in kürzester Zeit durch die Seiten geflogen ist. Vielleicht bekommt man hier nicht die mega unerwarteten Überraschungen und doch habe ich mich keine Sekunde lang gelangweilt.
Das Café, das hier nicht nur den Titel gibt, sondern in dem sich weite Teile der Handlung abspielen, ist unheimlich gut beschrieben. Ich wäre sofort dabei, Jonna und Mads einen Besuch in diesem Café abzustatten.
Erzählt wird aus wechselnder Perspektive jeweils in der Ich-Form von Jonna und Mads. Dadurch lernen wir beide intensiv kennen.
Jonna ist so voller Leben, sie strahlt und doch ist sie auf der Suche nach dem, was sie aus ihrem Leben machen will. Ich bin froh, dass sie sich von ihrem Vater nicht verbiegen gelassen hat. Sie bringt auf jeden Fall Schwung in den Laden, aber auch in Mads Leben.
Mads hat nach dem tödlichen Unfall seines Bruders schwer mit sich und seinem Leben zu kämpfen. Dabei ist er ein Mann mit ganz großem Herz, der mir auf dem ersten Blick sympathisch war.
Die Tension zwischen den Beiden ist so schön, ich musste so manches Mal bei den Schlagabtäuschen schmunzeln und bin so manches Mal weggeschmolzen, wenn Mads einfach da war, wenn Jonna ihn brauchte.
Doch auch die Nebenfiguren, allen voran Mads Großvater Knut und die Mitarbeiter des Copenhagen Cinnamon sind lebendig und authentisch und sorgen ebenfalls für Schwung in der Geschichte.
Mein Fazit: Diese Geschichte ist einfach wunderschön und intensiv und ich habe sie in einem Rutsch verschlungen. Wundervolle Charaktere und einfach den Zauber des Herbstes in Kopenhagen machen das Buch perfekt für einen schönen Lesenachmittag. Ganz klare Leseempfehlung!