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Pandas Bücherblog

Bewertungen

Insgesamt 175 Bewertungen
Bewertung vom 04.01.2026
Dietz, Shari;Dietz, André

Maris Märchen


ausgezeichnet

Schon beim ersten Blick auf das Cover wird klar, dass hier etwas Besonderes wartet. Die Illustration ist warm, liebevoll und ein bisschen anders als man es von klassischen Märchen kennt. Sie macht neugierig und vermittelt sofort das Gefühl von Nähe, Humor und Herzenswärme. Genau dieses Gefühl zieht sich auch durch das ganze Buch. Die Illustrationen ergänzen die Texte wunderbar. Sie sind farbenfroh, ausdrucksstark und unterstützen die Geschichten, ohne sie zu überladen. Man bleibt gerne auf den Seiten hängen und entdeckt immer wieder kleine Details.
Der Schreibstil ist locker, direkt und sehr gut verständlich. Er liest sich flüssig vor und eignet sich ebenso gut zum Selberlesen. Besonders schön finde ich, dass das Buch nicht belehrend wirkt. Es lädt dazu ein, Fragen zu stellen, Gespräche zu führen und eigene Gedanken zu entwickeln. Kinder werden ernst genommen und Erwachsene gleich mit.

Besonders berührt hat mich der Einstieg, in dem Mari sich selbst vorstellt. Diese Seiten sind ehrlich, kindgerecht und gleichzeitig sehr tiefgehend. Es wird erklärt, warum Mari die Welt anders wahrnimmt, ohne zu beschönigen und ohne traurig zu wirken. Stattdessen fühlt es sich offen, mutig und sehr respektvoll an. Man merkt sofort, dass hier aus dem echten Leben erzählt wird.
Die Märchen selbst sind bekannte Geschichten, die neu gedacht werden. Figuren mit Behinderung stehen im Mittelpunkt, ohne dass dies ständig betont oder problematisiert wird. Sie sind mutig, witzig, eigensinnig und manchmal chaotisch. Genau so, wie gute Märchenfiguren sein sollten. Der Humor trifft oft direkt ins Schwarze und trotzdem bleibt immer eine leise Ernsthaftigkeit im Hintergrund, die zum Nachdenken anregt.
Ein kleiner Punkt, der mich minimal gestört hat, ist, dass manche Geschichten recht textlastig sind und für sehr junge Kinder etwas Konzentration erfordern. Das schmälert den Gesamteindruck aber kaum.

Fazit:
Für mich ist "Maris Märchen" ein mutiges, liebevolles und wichtiges Buch, das zeigt, wie selbstverständlich Vielfalt in Geschichten Platz haben kann.
4,5/5 Sterne

Bewertung vom 04.01.2026
Streck, Aurelia

Mein großes Magnetbuch - Das machen wir am Abend


ausgezeichnet

Das Cover wirkt ruhig und einladend. Die warmen Farben und die Alltagsszene machen sofort klar, worum es geht, und sprechen Kinder direkt an. Man bekommt gleich Lust, das Buch aufzuschlagen und gemeinsam loszulegen.
Der Schreibstil ist einfach, klar und sehr kindgerecht. Die kurzen Texte erklären, was gerade passiert, ohne zu belehren. Sie lassen genug Raum für Gespräche und eigene Ergänzungen. Auch ohne Vorlesen eignet sich das Buch wunderbar zum freien Spielen und Erzählen.

Besonders überzeugt hat mich die hochwertige Verarbeitung. Die dicken Seiten sind stabil, die Spiralbindung ist praktisch und die Magnete halten sehr gut. Dass es direkt am Buch eine Aufbewahrungsmöglichkeit für die Magnete gibt, ist im Alltag extrem hilfreich. Nichts geht verloren und alles hat seinen festen Platz.
Inhaltlich trifft das Buch genau den Nerv von Familien mit kleinen Kindern. Die gezeigten Abendsituationen sind realistisch und vertraut. Nach Hause kommen, essen, waschen, Zähne putzen, Schlafanzug anziehen und ins Bett gehen. Kinder erkennen sich darin sofort wieder. Durch das Platzieren der Magnete werden sie aktiv eingebunden und können den Ablauf spielerisch mitgestalten. Das nimmt Druck aus dem Abend und schafft gleichzeitig Orientierung.

Fazit:
Für mich ist dieses Magnetbuch ein rundum gelungenes Mitmachbuch, das Spaß macht, den Wortschatz fördert und ganz nebenbei Sicherheit im Alltag gibt.
5/5 Sterne

Bewertung vom 04.01.2026
Milbourne, Anna

Dreh-das-Rad-Buch: Füttere dein Monster


gut

Das Cover ist auf den ersten Blick ein echter Hingucker. Das große blaue Monster schaut freundlich und neugierig aus und das Drehrad lädt sofort zum Anfassen ein. Genau das macht auch den Reiz des Buches aus. Kinder wollen direkt drehen, ausprobieren und sehen, was passiert. Die Verarbeitung ist stabil, die Pappseiten halten einiges aus und das Rad lässt sich gut bedienen, auch von kleinen Händen.
Der Schreibstil ist sehr knapp gehalten. Pro Seite gibt es nur wenige Worte, die klar sagen, was zu tun ist. Das passt gut zum Alter der Zielgruppe, lässt aber kaum Raum für Abwechslung. Es gibt keine wirkliche Geschichte, sondern eine wiederkehrende Aufforderung, das Monster zu füttern. Das ist am Anfang lustig, nutzt sich aber recht schnell ab.
Die Illustrationen sind bunt und übersichtlich, ohne zu überladen zu wirken. Das Monster bleibt auf allen Seiten gleich, was für manche Kinder beruhigend ist, für andere aber schnell langweilig werden kann. Die Reaktionen des Monsters auf das Futter sind stellenweise witzig, richten sich vom Humor her aber eher an Erwachsene als an sehr kleine Kinder.

Fazit:
Insgesamt ist "Füttere dein Monster" ein solides Mitmachbuch für kurze Beschäftigung zwischendurch. Der Spaß entsteht vor allem durch das Drehrad, weniger durch Inhalt oder Text. Für längeres Vorlesen oder häufiges Wiederentdecken fehlt etwas Tiefe.
3/5 Sterne

Bewertung vom 04.01.2026
McKenna, Skye

Der goldene Schlüssel / Cassandra Morgan Bd.1


sehr gut

"Der goldene Schlüssel" ist ein atmosphärischer Auftakt, der vor allem durch seine märchenhafte Stimmung und die liebevolle Gestaltung überzeugt. Schon das Cover fällt sofort ins Auge und vermittelt genau das Gefühl, das einen auch im Inneren des Buches erwartet. Magie, Geheimnisse und ein Hauch von Abenteuer. Auch die Illustrationen und die aufwendig gestalteten Kapitelanfänge tragen viel zur besonderen Wirkung des Buches bei und machen es zu einem echten Schmuckstück im Regal.
Der Schreibstil von Skye McKenna ist flüssig, bildhaft und gut verständlich. Die magische Welt wird anschaulich beschrieben, ohne dabei zu überfordern.

Im Mittelpunkt steht Cassandra, ein Mädchen, das früh lernen musste, auf sich selbst zu achten. Ihre Sehnsucht nach ihrer verschwundenen Mutter und ihr Wunsch nach Zugehörigkeit ziehen sich spürbar durch die gesamte Geschichte. Cassandra ist mutig, neugierig und gutgläubig, manchmal auch impulsiv, was sie immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Nicht jede Entscheidung wirkt durchdacht, doch genau das passt zu ihrem Alter und macht sie als Figur glaubwürdig und nahbar.
Besonders jüngere Leserinnen und Leser finden hier einen leichten Zugang, gleichzeitig bietet die Geschichte genug Atmosphäre, um auch Erwachsene mitzunehmen. An einigen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tiefe und Spannung gewünscht, da manche Konflikte recht schnell aufgelöst werden und der rote Faden zwischendurch etwas verloren geht.

Fazit:
Trotz dieser kleinen Schwächen ist die Story ein stimmiger und warm erzählter Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht. Wer magische Welten, Hexen, Freundschaft und Geheimnisse liebt, wird hier gut unterhalten.
4/5 Sterne

Bewertung vom 28.12.2025
Winn, Cortney L.

Vesselless - Mein verräterisches Herz / Merciless Realms Bd.1


sehr gut

Das Cover trifft genau meinen Geschmack. Die düstere Gestaltung passt hervorragend zur Atmosphäre der Geschichte und vermittelt direkt, dass es hier nicht um eine leichte Romantasy geht, sondern um etwas Dunkleres und Emotionaleres. Auch im Regal ist das Buch definitiv ein Hingucker.
Der Schreibstil ist dabei sehr atmosphärisch und stellenweise beinahe poetisch, ohne überladen zu wirken.

Der Einstieg in die Geschichte ist ruhig, aber wirkungsvoll. Man wird ohne große Erklärungen in eine Welt geworfen, in der Gefühle kontrolliert und Herzen zu etwas Gefährlichem geworden sind. Das hat mich sofort neugierig gemacht. Besonders die inneren Gedanken der Protagonistin sind eindringlich beschrieben und tragen viel zur Stimmung bei. Gleichzeitig gibt es auch ruhigere Passagen, die dem Buch Raum zum Atmen geben, auch wenn sich die Handlung dort etwas zieht.
Nizzara ist keine typische Heldin, sondern eine Figur mit vielen Zweifeln und Widersprüchen. Ihre Entscheidungen sind nicht immer nachvollziehbar, fühlen sich aber menschlich an. Gerade dieser innere Konflikt macht sie interessant. Auch die Dynamik zu Dagen lebt stark von Misstrauen und unausgesprochenen Spannungen, was mir deutlich besser gefallen hat als eine überstürzte Romantik.
Das Worldbuilding ist spannend, aber stellenweise recht dicht. Manche Begriffe und Regeln muss man sich erst erschließen, was den Lesefluss kurzzeitig bremsen kann. Dafür überzeugt das Buch mit einer durchgehend düsteren Grundstimmung und einer Idee, die sich angenehm von vielen bekannten Fantasykonzepten abhebt. Das Ende bleibt offen und wirkt bewusst gesetzt. Es ist ein wenig frustrierend, macht aber definitiv neugierig auf die Fortsetzung.

Fazit:
"Vesselless - Mein verräterisches Herz" ist ein stimmungsvoller Auftakt mit einer starken Atmosphäre, interessanten Figuren und einem ungewöhnlichen Konzept. Trotz kleiner Längen und eines recht offenen Endes hat mich das Buch gut unterhalten und emotional abgeholt.
4/5 Sterne

Bewertung vom 28.12.2025
Le, Vanessa

Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)


sehr gut

Das Cover hat mich sofort gecatcht. Es wirkt düster und zugleich elegant und passt perfekt zu der Atmosphäre der Geschichte. Auch der Farbschnitt ist ein echter Hingucker und unterstreicht den besonderen Charakter des Buches. Insgesamt macht das Buch schon optisch richtig Lust darauf, in diese Welt einzutauchen.
Der Schreibstil von Vanessa Le ist sehr flüssig und angenehm zu lesen.

Gerade zu Beginn hat mich die Geschichte schnell gepackt und ich war direkt mitten im Geschehen. Die Autorin schafft es, ihre Welt bildhaft zu beschreiben, ohne sich dabei in endlosen Details zu verlieren. Besonders spannend fand ich die Verbindung aus Fantasy und medizinischen Elementen, da sich das Magiesystem deutlich von vielem abhebt, was man sonst aus dem Genre kennt.
Nhika ist eine interessante Protagonistin mit Ecken und Kanten. Ihre Gabe und die damit verbundene Angst vor Verfolgung machen sie zu einer Figur, mit der man gut mitfühlen kann. Auch die moralischen Fragen rund um Heilen und Töten ziehen sich stark durch die Handlung und geben der Geschichte Tiefe. Im Mittelteil hatte das Buch für mich jedoch ein paar Längen. Manche Szenen hätten etwas straffer erzählt werden können und nicht alle Nebenfiguren konnten mich gleichermaßen überzeugen. Auch die emotionale Entwicklung zwischen den Figuren wirkte stellenweise etwas zurückhaltend, was mich aber nicht grundsätzlich gestört hat.
Das Ende hat dafür noch einmal Spannung aufgebaut und macht definitiv neugierig auf den nächsten Band.

Fazit:
Insgesamt ist "Verlorenes Herz" ein gelungener Auftakt mit einer ungewöhnlichen Idee, einer spannenden Welt und einer starken Grundstimmung, auch wenn noch nicht alles perfekt ausgearbeitet ist.
4/5 Sterne

Bewertung vom 28.12.2025
von Arenberg, Amia;Zierden, Malte;Oßkar

Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge


sehr gut

Das Cover hat mich sofort angesprochen. Es wirkt ruhig, warm und liebevoll gestaltet und passt sehr gut zu der Geschichte, die sich im Inneren entfaltet. Auch die Illustrationen sind wunderschön und detailreich, mit sanften Farben und vielen kleinen Momenten, die man beim gemeinsamen Anschauen entdecken kann. Allein optisch fühlt sich das Buch schon tröstlich an.
Der Schreibstil ist poetisch und sehr gefühlvoll. Die Geschichte nimmt sich Zeit für Emotionen und arbeitet viel mit Bildern und Symbolen, was ich grundsätzlich sehr schön finde. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass der Text nicht immer ganz leicht zugänglich ist. Manche Passagen brauchen Erklärung oder Begleitung, gerade für jüngere Kinder. Als Vorlesebuch funktioniert das meiner Meinung nach deutlich besser als zum Selbstlesen. Besonders die Darstellung von Angst, Verlust und Trost ist sensibel umgesetzt und zeigt Kindern, dass diese Gefühle dazugehören dürfen.

Inhaltlich ist das Buch berührend und stellenweise sehr bewegend. Die Freundschaft zwischen Malte und Oßkar steht klar im Mittelpunkt und wird mit viel Herz erzählt. Die Figur des Trostes fand ich besonders gelungen, da sie eine greifbare und liebevolle Vorstellung davon vermittelt, dass man mit Traurigkeit und Angst nicht allein bleibt. Gleichzeitig hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass die Geschichte etwas lang geraten ist und dadurch an manchen Stellen an Konzentration verliert. Das ist kein großer Kritikpunkt, aber gerade für jüngere Kinder könnte es etwas viel auf einmal sein.

Fazit:
Insgesamt ist "Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge" ein besonderes Bilderbuch, das sich mit schweren Themen auf eine sanfte und kreative Weise auseinandersetzt. Es ist nicht ganz leicht, aber dafür sehr ehrlich und tröstend.
4/5 Sterne

Bewertung vom 28.12.2025
Knightley, Keira

Ich hab dich ganz genauso lieb


gut

Das Cover wirkt auf den ersten Blick ruhig und liebevoll und lässt eine sanfte, tröstende Geschichte erwarten. Auch die Illustrationen im Inneren sind sehr kunstvoll gestaltet, allerdings eher ungewöhnlich und stellenweise überraschend düster. Das ist sicher Geschmackssache, hat bei mir aber nicht durchgehend das Gefühl von Geborgenheit ausgelöst, das ich mir von einem solchen Kinderbuch erhofft hatte.
Der Schreibstil ist poetisch und in Reimform gehalten, was grundsätzlich gut zu einem Bilderbuch passt. Leider wirkte der Text auf mich nicht immer ganz rund. Manche Reime fühlen sich etwas holprig an, andere Passagen sind sehr abstrakt und springen stark zwischen Traum und Realität. Dadurch ging für mich stellenweise die Klarheit verloren, worauf die Geschichte eigentlich hinaus möchte. Ich kann mir gut vorstellen, dass Kinder hier schnell den Faden verlieren oder verunsichert reagieren.

Inhaltlich greift das Buch ein wichtiges und sensibles Thema auf. Die Angst, nicht mehr genug geliebt zu werden, wenn ein neues Geschwisterkind kommt, ist sehr real und verdient Raum. Die Botschaft, dass Liebe sich nicht teilt, sondern wächst, ist schön und wertvoll. Allerdings wird sie meiner Meinung nach etwas zu kompliziert und über viele symbolische Bilder vermittelt. Das traumartige Abenteuer der großen Schwester war für mich emotional nachvollziehbar, aber nicht immer kindgerecht umgesetzt.

Fazit:
Insgesamt hatte ich beim Lesen gemischte Gefühle. Die Idee hinter dem Buch ist gut und die Intention spürbar ehrlich, die Umsetzung konnte mich aber nicht vollständig überzeugen. Für manche Kinder und Familien mag die Geschichte funktionieren, für mich persönlich hätte es weniger Abstraktion und mehr Wärme gebraucht.
3/5 Sterne

Bewertung vom 08.12.2025
McDonnell, C. K.

Ring the Bells


ausgezeichnet

Schon das Cover hat mich wieder sofort abgeholt. Dieser Stil ist inzwischen ein fester Teil meines Lese-Wohlfühlkosmos geworden und ich liebe es, wie gut die kleinen, schrägen Details darauf die Stimmung des Buches einfangen. Es passt perfekt zur Reihe und fühlt sich für mich schon fast wie ein vertrauter Anker an.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, bildhaft und voller herrlich trockenem, schwarzem Humor, den ich auf jeder einzelnen Seite aufsauge. Es ist diese Mischung aus Witz, Skurrilität und überraschend tiefen Momenten, die mich seit Band 1 durchgehend begeistert. C. K. McDonnell schafft es einfach, auch in den absurdesten Situationen eine Wärme und Menschlichkeit einzubauen, die mich immer wieder überrascht und berührt.

Der Einstieg hat sich für mich ein bisschen wie Nach-Hause-kommen angefühlt. Die Redaktionsräume der Stranger Times sind für mich inzwischen ein Ort, die sich beim Aufschlagen der ersten Seite sofort wieder vertraut anfühlen. Ich liebe diese chaotische, unfassbar liebenswürdige Truppe, und ich liebe, wie der Autor sie in diesem Band wieder agieren lässt. Die Dialoge sind herrlich scharf, schräg und oft so unfreiwillig komisch, dass ich mehrmals laut lachen musste.
Inhaltlich hat mir die Grundidee dieses Mal besonders gefallen. Dass die Weihnachtswünsche der Kinder zum Leben erweckt werden, ist so irre, so skurril und gleichzeitig so perfekt für diese Reihe, dass ich einfach nur grinsen musste. Dazu tauchen altbekannte Gesichter wie John Mór, Zeke usw. auf – solche Momente fühlen sich für mich nach purer Stranger-Times-Magie an. Und natürlich Banecroft: Ich fand es großartig, dass er in diesem Band ein wenig weichere Töne anschlägt, ohne jemals seinen Charme oder seine grantige Grundenergie zu verlieren.
Die vielen Handlungsstränge sorgen dafür, dass wirklich immer etwas los ist. Dadurch kam zwischendurch bei mir zwar das Gefühl auf, dass einzelne Charaktere etwas zu kurz kommen, aber das ist am Ende wirklich Meckern auf hohem Niveau. Vor allem, weil McDonnell den Spagat zwischen albern, absurd, rührend und ernst so unglaublich gut meistert. Ich war oft gleichzeitig am Lachen und am Schlucken.
Was mir weniger gefallen hat, war das Tempo des Finales. Die Sache mit Zalas wurde über das ganze Buch hinweg sehr sorgfältig aufgebaut, nur um dann etwas zu schnell gelöst zu werden. Da hätte ich mir mehr Raum gewünscht - vor allem nach all dem großartigen Hinführen.
Clint fand ich zwischendurch ganz schön anstrengend, aber irgendwie bringt er auch genau den frischen Wind rein, der der Redaktion gutsteht. Und die Szenen rund um Manny haben mich wirklich getroffen. Einerseits hätte ich mir einen anderen Ausgang gewünscht, andererseits waren die Einblicke in seine Vergangenheit so emotional und so notwendig, dass ich am Ende tatsächlich ein paar Tränen verdrückt habe.
Die eingestreuten Zeitungsartikel waren wieder einmal ein absolutes Highlight. Sie lockern die Handlung so wunderbar auf und unterstreichen diesen ganz eigenen Humor der Reihe, den ich einfach liebe. Ich hätte noch stundenlang weiterlesen können!

Fazit:
„Ring the Bells“ war erneut ein absolutes Wohlfühlbuch für mich: schräg, warmherzig, voll rabenschwarzem Humor und trotzdem mit diesen unerwartet berührenden Momenten, die mich tief getroffen haben. Trotz kleiner Schwächen im Finale ist dieser Band wieder ein Herzenshighlight gewesen. Ich hoffe so sehr, dass im nächsten Teil mehr über Stella ans Licht kommt – und dass diese Reihe nie endet.
4,5/5 Sterne

Bewertung vom 07.12.2025
Bovalino, V. L.

The Second Death of Locke


gut

Das Cover finde ich sehr gelungen. Es wirkt düster und auffällig zugleich, und der farbige Buchschnitt macht optisch wirklich etwas her. Es passt gut zur Stimmung der Geschichte und wirkt insgesamt hochwertig. Auch die Charakterillustrationen innen fand ich direkt schön, da sie die Welt noch greifbarer machen.
Mit dem Einstieg ins Buch habe ich allerdings etwas gehadert. Der Schreibstil ist sehr eigen und häufig verschachtelt, was mich anfangs eher ausgebremst hat als hineingezogen. Man merkt, dass die Autorin gerne bildhaft und atmosphärisch schreibt, aber manche Sätze wirkten für mich unnötig schwerfällig. Sobald man einmal drin ist, liest es sich flüssiger, aber der Weg dahin war für mich etwas steinig.

Was die Handlung angeht, finde ich die Idee hinter dem Magiesystem wirklich spannend. Die Verbindung zwischen einer Quelle und einem Magier ist ungewöhnlich und bringt automatisch viel emotionale Spannung mit sich. Die Welt wirkt düster und von politischen Konflikten geprägt, was mir grundsätzlich gut gefallen hat. Trotzdem muss ich sagen, dass mich die Geschichte nicht komplett fesseln konnte. Einige Abschnitte zogen sich für meinen Geschmack zu sehr und manche Wendungen wirkten weniger überraschend, als sie vermutlich sein sollten.
Mit den Figuren ging es mir ähnlich. Grey mochte ich noch am meisten, weil sie trotz ihrer Unsicherheiten einen inneren Antrieb hat, der nachvollziehbar wirkt. Bei Kier habe ich jedoch länger gebraucht, um einen Zugang zu finden. Ich mochte die Dynamik der beiden grundsätzlich, hatte aber nicht immer das Gefühl, emotional wirklich mitgenommen zu werden. Es war okay, aber es hat mich nicht überwältigt.

Fazit:
Alles in allem ist "The Second Death of Locke" ein Buch mit einer tollen Grundidee, spannenden magischen Ansätzen und sehr schöner Gestaltung. Die Umsetzung konnte mich jedoch nicht durchgängig überzeugen, was vor allem am Stil und an einigen Längen lag. Ich bin aber neugierig, wohin die Reihe sich entwickelt, da die Welt definitiv Potenzial hat.
3,5/5 Sterne