Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: RoRezepte
Danksagungen: 15 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 138 Bewertungen
Bewertung vom 16.11.2020
Zauberblütenzeit / Im Alten Land Bd.3
Engelmann, Gabriella

Zauberblütenzeit / Im Alten Land Bd.3


sehr gut

„Sonst übersehen Sie das, was wirklich wichtig ist.“

Diesen August war es wieder soweit, wir reisen mit Zauberblütenzeit wieder zu unseren drei Freundinnen ins Alte Land. Nach Eine Villa zum Verlieben und Apfelblütenzauber ist der neue Roman Band 3 der Im-Alten-Land-Serie der Autorin Gabriella Engelmann.

Der neue Band zeigt die besondere Freundschaft der 3 Frauen Nina, Leonie und Stella. Trotz ihres Alltags halten die Mädels immer zusammen; sie können aufeinander bauen, haben ein offenes Ohr und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Nina hat Bindungsangst und wurde gerade von ihrem Freund Alexander verlassen.
Leonie hat Geldsorgen, nachdem der Umbau des Apfelparadieses sehr kostspielig war und die Gäste anfangen auszubleiben. Außerdem versucht sie schon seit langem mit ihrem Freund schwanger zu werden, leider ohne Erfolg.
Stella hat Probleme ihren Job und die Patchwork-Familie unter einen Hut zu bringen. Neuerdings befindet sich ihr Mann Robert auch noch ständig in der Praxis.
Die Alltagshürden der drei Freundinnen sind für uns LeserInnen wie aus dem Leben gegriffen – in mindestens eine kann man sich selbst immer gut hineinversetzen. Dabei hat die Autorin die lieb gewonnenen Charaktere wieder besonders in Szene gesetzt.

„Wir dürfen nicht zu Opfern unserer Ängste werden.“

Der Roman ist in kurzen Kapiteln aus wechselnder Sicht der 3 Frauen geschrieben. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, sodass sich das Buch schnell liest. Besonders den Lokalflair ums Alte Land hat die Autorin Gabriella Engelmann herausbringen können.

Zauberblütenzeit ist eine unterhaltsame, leichte Geschichte. Ein Frauenroman mit einem Wechselbad der Gefühle. Er zeigt, egal in welcher Situation und Alter man sich befindet, es immer neue Aufgaben, neue Pläne und neue Lebenswege geben und das Leben bereichern kann.

„»Aber es ist nie zu spät, sich seinen Ängsten zu stellen, zu beschließen, ihnen keine Macht einzuräumen und einfach glücklich zu sein.«“

Die Rezepte aus "Zauberblütenzeit" finden Sie unter www.RoRezepte.com & https://rorezepte.com/zauberbluetenzeit-gabriella-engelmann/

Bewertung vom 12.11.2020
Die Lilienbraut
Simon, Teresa

Die Lilienbraut


ausgezeichnet

„»Ich glaube ja, die Liebe macht einfach, was sie will.«“

Mit Teresa Simons neuen Roman Die Lilienbraut reisen wir nach Köln, auf zwei Zeitebenen mit guten Zeitenwechseln. Die Autorin hat einen Faible für den 2. Weltkrieg und ich bin immer gespannt, aus wessen Sicht wir Geschichte wieder neu erleben.

In der Gegenwart lernen wir eine alleinerziehende junge Mutter kennen, welche gerade frisch aus den Niederlanden eingewandert ist und nun im Kölner Stadtteil Ehrenfeld lebt. Liv hat von ihrer Tante Geld geerbt und erfüllt sich ihren Traum von einem kleinen Laden für Düfte und Naturkosmetik. Einzig warum ihre Tante sich wünschte, dass sie nach Ehrenfeld gehe, verstand Liv nicht. Zu den typischen Startschwierigkeiten in einer neuen Stadt, hat es außerdem auch noch jemand auf sie und ihren Laden abgesehen. Doch Liv ist nicht auf sich allein gestellt und lernt schnell Menschen kennen, die es gut mit ihr und ihrem Sohn Thijs meinen.

Im zweiten Strang erleben wir die Geschichte von Nellie Voss in die 1940er: ein junges Mädchen und Angestellte bei dem Parfümhersteller 4711. Sie lebt in einfachen Verhältnissen mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder Martin zusammen, nachdem der Vater bereits im Krieg gefallen ist. Wir sind mitten in der Kriegszeit, erleben Nellies geheime und unerfüllte Liebe zu Pastor Benedikt, wie ihre beste Freundin gezwungen wird einen Nazi zu heiraten und wie Martin immer weiter in die Widerstandsgruppe der Edelweißpiraten hineingezogen wird.

Die authentischen und lebhaften Haupt- und Nebenprotagonisten erzeugen eine ergreifende und personenbezogene Geschichte. Wir erleben die Not und das Elend der Kriegszeit deutlich intensiver, als wären wir ein Teil der Geschichte. Zum Glück lässt die Historie einen Hoffnungsschimmer für die leise Liebe und wahre Freundschaft zurück.

Die Autorin schafft eine gelungene Verwicklung der einzelnen Geschichten der Protagonisten. Mit viel Tiefgang überzeugt der neue Teresa Simon Band wieder auf voller Linie. Der bewegende, fesselnde Roman lässt den Leser über viele Spannungsmomente mitreisen. Besonders die Tragik im Vergangenheitsstrang, sowie der steigende Spannungsbogen lässt den Leser das Buch schwer aus der Hand legen. Während mich der Vergangenheitsstrang vollends überzeugte, habe ich mehr Potential für den Gegenwartsstrang gesehen.

„Man sieht nur, was man weiß.“

Die Rezepte zu "Die Lilienbraut" findet ihr unter www.RoRezepte.com & https://rorezepte.com/die-lilienbraut-teresa-simon/

Bewertung vom 02.11.2020
Eine Sommerliebe in Schweden
Jakobsson, Mia

Eine Sommerliebe in Schweden


ausgezeichnet

„Eine kleine Insel, das tiefblaue Meer und der Duft von frischem Brot – ein unvergesslicher Sommer in Schweden.“

Tove ist dreifache Mutter und sieht sich finanziell gezwungen auf einen Deal einzugehen, der ihr Leben und das ihrer Kinder auf den Kopf stellen wird. Wir reisen zusammen auf die Insel Smögen in Schweden. Hier lernen wir den typischen Junggesellen Patrik kennen, welcher für einen Geschäftsabschluss eine Vorzeigefamilie braucht. Die anfängliche Geschäftsbeziehung zwischen den Hauptprotagonisten hält sich nicht lange distanziert voneinander: Patrik ist unabhängig, genießt seine Selbstständigkeit und trifft gern und viele Frauen. Tove ist taff und stark, kämpft für ihre Kinder und lässt sich von Patriks Allüren nicht unterkriegen und ist dadurch die erste Frau, die ihm Contra gibt. Können die beiden vor dem anreisenden Geschäftsmann eine Bilderbuchfamilie abgeben?

„»Liebe ist wie Knäckebrot«, sagte er. »Es krümelt und knackt und schmeckt eigentlich ziemlich langweilig. Aber wenn du was findest, was richtig gut dazu passt, dann gibt es nichts Besseres!«“

Eine Sommerliebe in Schweden ist ein toller Wohlfühl-Sommerroman mit einer schönen Liebesgeschichte. Der Schreibstil ist so angenehm flüssig und leicht zu lesen, dass man immer weiter liest. Auch wenn wir das Happy End sicher erwarten, verspricht die unterhaltsame Geschichte tollen Lesespaß und bringt einen dazu, das Buch nicht mehr aus der Hand zu legen. Die sympathischen Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet, sodass sogar zu jedem Kind ein Gefühl der Verbindung entsteht.

Als wunderbares Highlight gibt es im Anhang leckere Rezepte, die während dem Lesen zum Nachbacken anregen.

Die Rezepte aus "Eine Sommerliebe in Schweden" findet ihr unter www.RoRezepte.com & https://rorezepte.com/eine-sommerliebe-in-schweden-mia-jakobsson/

Bewertung vom 30.10.2020
Wie sagt man ich liebe dich
Winter, Claudia

Wie sagt man ich liebe dich


ausgezeichnet

„»Zeichne nicht, was du siehst. Mach sichtbar, was verborgen ist!«“

Die gehörlose Maelys hat ein heiß begehrtes Stipendium an der ENSBA in Paris erhalten und kann nun bei ihrer Tante Valerie leben. Seitdem Valérie sich aber ihren Arm gebrochen hat, lässt Maelys ihr Studium nur all zu gerne liegen um in Hadirs Garküche Teller zu spülen. Obwohl sie durch ihren strengen Dozenten an ihrem Talent zweifelt, verdient sie sich auf der Montmartre mit Portraitzeichnungen Geld dazu. Sie liebt es spontan zu zeichnen und trägt immer einen Block und Zeichenstift dabei. Das Maelys ihr Leben trotz Gehörlosigkeit meistert, ist bewundernswert.

„»Die Angst ist noch nie ein guter Ratgeber gewesen«, […]“

Eines Tages steht António vor Maelys und macht ihr ein absolut verlockendes Angebot: Eine Reise nach Lissabon um Antónios geliebten Großvater Vovô zu zeichnen. Die junge Malerin ist sofort Feuer und Flamme und reist nur kurze Zeit später mit ihrer Tante nach Portugal. Nur leider wird sie hier nicht so willkommen geheißen, wie sie es sich gewünscht hatte.

„Wie soll man denn wissen, ob man jemanden vertrauen kann, wenn man es gar nicht erst versucht?“

Claudia Winter möchte aber nicht nur die Geschichte von Maelys und António erzählen, sondern auch in das Paris der 1966er Jahre eintauchen und uns Leserinnen endlich die Geschichte um Tante Valérie erzählen.

Nachdem ich die ersten Kapitel aus der Vergangenheit von Tante Valérie gelesen habe, war ich sofort in den Vergangenheitsstrang verliebt – eine rührende, bewegende Geschichte die mich als Leserin einfach nur gefesselt hat. Valérie Aubert, aus Moguériec (Bretagne), war schon immer für eine größere Geschichte berufen. Eines Tages zieht sie nach einem Streit mit ihrem Vater los in die Hauptstadt Frankreichs – von jetzt auf gleich, in ihrem gelben Mantel und dem Puppenkoffer ihrer kleinen Schwester Yvonne. Valérie will nicht heiraten und endlich das Leben führen, wovon sie die letzten Jahre nur geschwärmt hat.

„Es gibt für uns Frauen keinen Grund, nicht das zu sein, was wir gerne sein wollen. Auch für dich nicht.“

Die Rezepte aus "Wie sagt man ich liebe dich" findet ihr unter www.RoRezepte.com & https://rorezepte.com/wie-sagt-man-ich-liebe-dich-claudia-winter/

Bewertung vom 30.10.2020
Der letzte Caffè / Professor Bietigheim Bd.6
Henn, Carsten Sebastian

Der letzte Caffè / Professor Bietigheim Bd.6


sehr gut

Der letzte Caffè ist mein erster kulinarischer Krimi der Professor-Bietigheim-Krimi-Reihe von Autor Carsten Sebastian Henn. Ich habe mich komplett von den Charakteren überraschen lassen und auch wenn der Reiheneinstieg sicher mit dem 1. Band sinnvoller wäre, gelang dem Autor dennoch ein angenehmes Kennenlernen der Haupt- und Nebenprotagonisten. Ich kam als Neuling gut in die Geschichte um den Professor und war gespannt auf unseren ersten gemeinsamen Fall.

„»Sie sind doch nicht mein Chef« »Als Geistesgröße bin ich ein natürlicher Anführer.«“

Der spleenige Professor für Kulinaristik in Hamburg sieht sich als absoluter Experte auf seinem Gebiet. Begleitet wird er von seinem Foxterrier Benno von Saber. In Der letzte Caffè bekommt der Proffessor Post von seiner unerreichbaren Jugendliebe Giulia aus Triest, dem Ort, wo er seine anfänglichen Studien getätigt hatte – eine persönliche Reise in die Vergangenheit. Bietigheim muss kommen und ihren verschwundenen Mann, einem bekannten Barista, finden. Doch dann gibt es die erste Leiche … Ist der Professor zu spät?

Der kulinarische Krimi wurde, ganz nach seiner Beschreibung, mit einer Vielzahl an kulinarischen Informationen bestückt. Er ist informationsbeladen über Kaffee, -sorten, -zubereitungs- und -brühvarianten usw. Mir persönlich war es sogar schon fast etwas zu viel – das könnte aber daran liegen, dass ich einfach kein Kaffeetrinker bin

Bewertung vom 30.10.2020
Heidesommerträume
Konnerth, Silvia

Heidesommerträume


ausgezeichnet

„Ich weiß nicht, ob du dieses Gefühl kennst, wenn du irgendwo bist, aber gar nicht mehr weißt, ob du dort sein solltest.“

Carolin ist Bestseller-Autorin und befindet sich mit ihrem neuen Roman in einer puren Schreibblockade, der sich noch verstärkte, als sich ihr Langzeitfreund Lars plötzlich von ihr trennt. Sie steckt in einer persönlichen Sackgasse, die mittlerweile auch ihren Alltag betrifft – aber so geht es nicht weiter. Caro’s beste Freundin Moni bringt sie dazu ihre Schwester Lola in der Lüneburger Heide zu besuchen. Die beiden Schwestern verbindet eine intensive Vergangenheit, sodass es umso trauriger ist, dass sie mittlerweile kaum noch Kontakt zueinander haben. Umso mehr wird Caro überrascht, als sie das Heidehotel erreicht und mitten ins Chaos platzt. Nach einem großen Familienstreit lässt Lola die restliche Familie allein … Caro und Paul müssen das Hotel nun retten.

Und damit beginnt der spannende Teil des Romanes, in denen liebevoll gezeichnete Nebenprotagonisten eine wundervolle Rolle einnehmen. Die vielen Hotelgäste gestalten den Alltag bunt und runden mit ihren Charakteren und kleinen Rollen den Roman erst richtig ab. Wer schon ein Buch von Silvia gelesen hat, der weiß, dass es immer wieder Tiere gibt, die den Roman schmücken und für Unterhaltung sorgen. So haben wir neben dem Findelkaninchen Hannibal noch das Schwein Schnitzel – mehr dazu müsst ihr aber selber lesen.

Nachdem ich mir beim Vorgängerroman noch mehr davon gewünscht habe, gibt es in Heidesommerträume wieder mehr typischen Konnerth-Witz, der mich das ein oder andere mal zum lauten Lachen brachte.

„Ein schöner Roman … das war in etwa so wie Marmelade, die man immer noch essen kann, wenn man den Schimmel abgekratzt hat.“

Dagegen hätte ich mir noch etwas mehr Krach und Spannung gewünscht, als Carolin’s Ex-Freund Lars unverhofft in der Heide auftauchte. Dagegen eilt Moni mit ihrer Tochter Caro zu Hilfe, so, wie es sich für eine beste Freundin auch gehört.

Silvia Konnerth’s neuer Roman Heidesommerträume ist ein wunderschöner, Sommer-Wohlfühlroman zum Wegträumen. Er liest sich wie ein genießerischer, sonniger Sonntag auf der Liege im eigenen Grünen. Es gibt viele kleine und große Krisen, welche für Spannung sorgen. Der Leser darf sich ganz authentisch in die schriftstellerischen Nöten und Schaffensphasen einer Autorin rein fühlen. Vielen Dank dafür. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Heideroman von Silvia Konnerth 2021.

„»Guck dir nicht das zerbrochene Glas und das modrige Holz an, sondern das Schöne drumherum. Und wenn du damit fertig bist und erkennst, dass der erste Anschein viel Schlimmer war, als es in Wahrheit ist, stehst du auf und machst weiter.«“

Die Rezepte aus Heidesommerträume findet ihr unter www.RoRezepte.com & https://rorezepte.com/heidesommertraeume-silvia-konnerth/

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.10.2020
Signora Commissaria und die dunklen Geister / Commissaria Giulia Ferrari Bd.1
Bellini, Pietro

Signora Commissaria und die dunklen Geister / Commissaria Giulia Ferrari Bd.1


ausgezeichnet

Mittlerweile bin ich ja wirklich wieder auf den Genuss von Krimis gekommen, und wenn sie dann auch noch in Italien spielen, dann ist das eine klasse Kombination! Ein kulinarischer Roman in Italien verspricht viel italienische Küche und wer mag diese bitte nicht?

In Signora Commissaria und die dunklen Geister wurde ein toter Goldschmied auf der berühmtesten Brücke Ponte Vecchio in Florenz gefunden. Umberto Rossi: der beste in seinem Fach und dem Alkohol mehr als immer unterlegen. Doch vorerst bleibt die Leiche sogar verschwunden. Für diesen komplizierten Fall reist, wenn auch gegen ihren Willen, Giulia Ferrari, Sonderermittlerin des Innenministers in Rom, an. Hilfe bekommt die Expertin von Luigi Battista, ehemaliger Leiter der Mordkommission, und seinem Golden Retriever Tulipan. Signor Battista hatte sich mittlerweile mit seiner Frau Clara eine kleine aber feine Bar-Restaurante in Santa Croce aufgebaut. Doch für Signora Commissaria ermittelt er wieder mit.

Kulinarische Ergüsse erhalten wir von der leidenschaftlichen Köchin und Frau von Luigi Battista. Nicht nur einmal saß ich mit am Ermittlertisch und wollte direkt mit zulangen. Die beigefügten Rezepte im Buch stammen von Pietro Bellini’s Nonna und werden noch heute in der heimischen Küche zubereitet.

Interessantester Nebenprotagonist ist für mich Enzo Aleardi, ein blinder Sergente aus Bozen/Südtirol. Trotz seiner Schwäche wirkte er stets wie ein vollwertiger, perfekt ausgebildeter und absolut charmanter Polizist. Beim Lesen konnte man oft vergessen, dass er nicht sehen konnte – und so ging es auch Giulia, die ihn zunehmend schätzen lernt. Er hat ein besonderes Gespür für die Menschen, die ihn umgeben ohne dabei penetrant zu wirken.

Pietro Bellini, der mir bis dahin ehrlich gesagt nicht viel sagte, hat mich mit seinem ersten Signora Commissaria Toskana-Krimi überzeugt! Der Täter ist bis zum Ende offen und hat mich mehr als überrascht – ein paar kleine Indizien zum Selberrätseln wären aber wünschenswert gewesen. Auch das Geheimnis der Commissaria Giulia Ferrari mit ihrem Heimatort Santa Croce wird erst auf den letzten Seiten von ihr offen gelegt. Allein dieses Geheimnis hätte eine eigene Geschichte verdient. Ich bin überzeugt davon, dass Pietro Bellini eine neue Reihe geschaffen hat und wir nächstes Jahr wieder etwas von Signora Commissaria hören werden! Ich bin sehr gespannt und kann den Krimi, der auch mit einer Spur Witz geschrieben ist, absolut empfehlen.

Die Rezepte aus Signora Commissaria und die dunklen Geister findet ihr unter www.RoRezepte.com & https://rorezepte.com/signora-commissaria-und-die-dunklen-geister-pietro-bellini/

Bewertung vom 30.10.2020
Der Schmetterlingsgarten / Capri Bd.1
Matisek, Marie

Der Schmetterlingsgarten / Capri Bd.1


ausgezeichnet

Mit Marie Matisek neuen Sommerroman reisen wir dieses Jahr statt an die Amalfi-Küste auf die Insel Capri. Ihrem Lieblingsland Italien bleibt die Autorin auch weiterhin treu – zu meiner persönlichen Freude. Denn das heißt: italienische Küche! Es wird zwar leider nicht so viel gekocht, aber im Buchumschlag gibt es ein leckeres Rezept: Bruschette mit Ofengemüse. Dazu aber morgen mehr.

In Der Schmetterlingsgarten haben wir zwei Hauptprotagonisten, aus deren Sicht die Geschichte abwechselnd geschrieben wird. Wir bekommen dabei viele Eindrücke in den Alltag und den Gefühlen von Martin und Lucia, ohne dabei die Geschichte doppelt erzählt zu bekommen.

Martin ist Biologe aus Deutschland und für einen Forschungsauftrag auf Capri – seine Leidenschaft sind die Schmetterlinge, von denen es besonders viele in dem verlockenden Anwesen von Contessa Farnese gibt. Annunziata Farnese hat das Anwesen von ihrem verstorbenen Vater übernommen, mit dem sie gemeinsam das Haus- und Grundstück zu einer prächtigen Anlage für Pflanzen und Tiere aus den verschiedensten Ländern erschaffen hat. Ein riesiger Traumgarten!

Lucia, waschechte Italienerin mit einem riesigen Vergangenheitsrucksack auf den Schultern, hat bei Annunziata vor ein paar Jahren die Chance als Köchin und Haushaltsgehilfen erhalten. Mit Dankbarkeit und echter Leidenschaft geht sie ihrer Aufgabe nach und unterstützt Annunziata das Anwesen vor Fremden und der Öffentlichkeit zu schützen.

Das die beiden Hauptprotagonisten unweigerlich aufeinander treffen und es dabei direkt kracht, sorgt für viel Unterhaltung. Die Happy-End-Geschichte lässt sich natürlich direkt erkennen, aber die Geschichte der beiden ist von Turbulenzen geprägt. Denn Marie Matisek sorgt in ihrem neuen Roman auch für zusätzliche Spannung: Lucia’s Ehemann Alessandro taucht auf, der ihr dunkles Geheimnis zu Tage führen und die Villa an sich reißen will!

Das schöne an der Geschichte ist, dass wir sogar kurze Auftritte von bekannten Gesichtern aus den vorherigen Romanen haben. Ein kleines Schmankerl für die Leser der zwei vorherigen Bücher, dessen Genuss allerdings nicht Voraussetzung für Der Schmetterlingsgarten sind.

Der Schmetterlingsgarten ist ein wunderschönes Sommer-Wohlfühlbuch mit viel italienischem Flair. Die Beschreibungen des Garten versetzen einen direkt hinein, ohne zu viel oder aufdringlich zu wirken. Die Autorin sensibilisiert den Leser, welche Bedeutung die Pflanzen und Tiere für unseren Alltag haben und wie diese miteinander verstrickt sein können. Die sympathischen Haupt- und Nebenprotagonisten sind greifbar beschrieben, sie zeigen das italienische Geflecht von den verschiedenen Familien auf und lassen uns Teil der Geschichte sein. Besonders die besonnene und clevere alte Dame Annunziata ist der Autorin wirklich gelungen – man muss sie einfach gern haben. Sicherlich wird es einen zweiten Band geben, denn es gibt noch so viel mehr zu Capri und den Protagonisten zu erzählen.

Die Rezepte aus Der Schmetterlingsgarten findet ihr unter www.RoRezepte.com & https://rorezepte.com/der-schmetterlingsgarten-marie-matisek/

Bewertung vom 30.10.2020
Zugvögel / Mamma Carlotta Bd.14
Pauly, Gisa

Zugvögel / Mamma Carlotta Bd.14


ausgezeichnet

Erst vor wenigen Tagen ist der 14. Sylt-Krimi aus der Feder von Gisa Pauly erschienen: Zugvögel, ob nach den tierischen Zugvögeln oder nach Zirkusleuten benannt ist einerlei, wichtig ist, dass der neue Krimi wieder viel Spannung und Aktion garantiert.

„»[…] Aber vermutlich war es [zensiert]. Einen Zugvogel haben sie ihn genannt, der sich nirgendwo niederlassen wollte. […]«“

Der Kriminalhauptkommissar Erik Wolf hat direkt den nächsten Mord aufzuklären. Es wurde eine im Bett erstochene, männliche Leiche im Hotel Horizont, in dem Tochter Carolin gerade ihre Ausbildung erhält, aufgefunden. Das Bett Blut überströmt, das Messer noch im Hals steckend. Auch in diesem Fall stehen ihm wieder Sören Kretschmer, der vor ein paar Tagen erst zum Oberkommissar befördert wurde, und Staatsanwältin Dr. Tilla Speck zur Seite. Der Tote ist eine alte Liebschaft von der Staatsanwältin…

Selbstverständlich ist Mamma Carlotta wieder mit von der Partie. Neben der kulinarischen Versorgung der Familie und allen möglichen spontanen Gästen im Haus Wolf, sorgte sie für ausreichend Wirbel. Aber der größte Wirbelwind in diesem Band ist Carlottas Cousine Violetta. Sie ist auf Rachefeldzug nach einem Mann, der ihr vor 30 Jahren das Herz gebrochen und ihren Traum zerstört hat. In Kaptains Kajüte, im Häkelclub oder im fliegenden Varieté – vor Violetta ist nichts sicher.

„Und als er den Hörer abnahm und sich meldete, bemühte er sich um eine besonders dynamische Stimme. »Wolf!« Er war sicher, das Rottkäppchen sich erschrocken hätte, wenn es am anderen Ende gewesen wäre.“

Erik Wolf und Tilla Speck scheinen sich auch langsam anzunähern, und auch Sören findet Gefallen an der neuen Pathologin Dr. Mikkelsen. Eine interessante Entwicklung unserer Hauptprotagonisten, die sich in den nächsten Bänden sicher fortsetzen wird. Die italienische Cousine Violetta bringt mit ihrer nervigen Art viele temperamentvolle Kopfschüttler und Grinser. Gott sei Dank habe ich nicht solch eine Cousine!

Gisa Pauly sorgte auch in diesem Band wieder für unterhaltsame Lesestunden, viel Witz, Charme, kulinarische Ergüsse und eine kuriose Mörderjagd. Es gibt wieder einmal viele Verdächtige, wobei eine Kriminase mit guten Gespür schon zeitig eine Tendenz bekommt. Die Lösungsstricke werden wie gehabt erst am Ende zusammen gefügt, sodass es bis zur letzten Seite spannend bleibt.

Ich warte gebannt auf die nächste Reise nach Sylt, auf ein neues Krimiabenteuer und weitere kulinarische Anregungen von Mamma Carlotta.

Die Rezepte aus Zugvögel findet ihr unter www.RoRezepte.com & https://rorezepte.com/zugvoegel-gisa-pauly/

Bewertung vom 30.10.2020
Schokoladentage
Diechler, Gabriele

Schokoladentage


ausgezeichnet

„Einen Schritt nach dem anderen gehen und wie zu weit nach vorne blicken. Du kannst die Zukunft nicht erahnen, […].“

Hat nicht aktuell jeder einen Schokoladentag verdient? Einen besonderen Tag, an den man sich gerne zurück erinnert? Gerade in der heutigen Situation genießen wir Tage, die uns glücklich machen. Gabriele Diechler hat im Oktober letzten Jahres ein Buch geschrieben, welches sich gerade mit Schokoladentage beschäftigt.

Die Protagonistin Alwy ist Konditorin und hat die Leidenschaft für diesen Beruf von ihrer Großmutter übernommen. Wenn beide Frauen zusammen einen wundervollen Tag verbrachten, markierte sich Alwy diesen als Schokoladentag. Noch heute lebt sie nach diesem Glauben.

„Jede misslungene Torte ist nur ein weiterer Versuch zur besten, die du je herstellen wirst.“

Alwy hat sich von ihrem langjährigen Freund und Partner getrennt, um in die kleine Patisserie ihrer Freundin Tina mit einzusteigen. Gemeinsam wollen die Frauen den Laden zu neuem Glanz verhelfen und bringen zahlreiche Ideen ein. Der Leser kann hier richtig mitfiebern. Doch das Leben legt den Frauen Hindernisse in den Weg: das Haus, in dem sich nicht nur ihre Tortenwerkstatt, sondern auch ihre Wohnung befindet, wurde an einen Großinvestor verkauft, Bettina ist schwanger von einen Mann, der nie Kinder wollte, und Alwy vertraute dem Falschen.

„»Das Herz vergisst nichts, es hat alles Gute gespeichert. Bei Liebeskummer ruht es sich nur aus, um irgendwann weiterzulieben.«“

Der Roman umfasst nicht nur einige Wochen aus dem Leben der beiden Frauen, sondern fast ein ganzes Jahr. Es wirkt dabei weder „rasant und oberflächig“ noch langgezogen. Genau im richtigen Tempo erleben wir die Geschichte und blicken immer wieder in die Gegenwart, in der Alwy im Krankenhaus sitzt und um das Leben von Leon bangt, der ihr vor einigen Monaten das Herz gebrochen hat. Der Spannungsbogen bleibt über all die Zeit aufrecht. Auch wenn der geschulte Leser die Problematik rasch erblickt, ist es ein anderes die Protagonisten dieses erkennen und annehmen zu lassen.

„Manchmal ist der Tiefpunkt gar keine so schlechte Ausgangsbasis. Ab da kann es nur bergauf gehen.“

Zwischendurch wechseln wir auch die Ansichten und erleben die Geschichte aus Tinas bzw. Leons Sicht. Denn auch Leon hat eine riesige Vergangenheitstasche, die er mit sich trägt und bis zum Erwachsenenalter nie verarbeiten konnte. Lediglich sein bester Freund steht ihm immer zur Seite.

„»[…] an der Vergangenheit können wir nichts ändern, doch die Zukunft haben wir in der Hand. […]«“

Gabriele Diechler benutzt einen flüssigen und angenehmen Schreibstil, der einen das Buch fast nicht aus der Hand legen lässt. Ein schönes Wohlfühlbuch mit einer besonderen Note und welches zu eigenen Schokoladentagen mit der Familie und mit Freunden anregt. Die sympathischen Charaktere runden die Geschichte ab.

Ergänzt wird der Roman mit „Helenes Gedanken“ und Rezepten, die für Alwy eine ganz besondere Bedeutung haben.

Die Rezepte aus Schokoladentage findet ihr unter www.RoRezepte.com & https://rorezepte.com/schokoladentage-gabriele-diechler/