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Benutzername: Ela58
Wohnort: Fürth
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Bewertungen

Insgesamt 35 Bewertungen
Bewertung vom 04.06.2020
Wie uns die Liebe fand
Stihlé, Claire

Wie uns die Liebe fand


ausgezeichnet

Hauptfigur des Romans ist die betagte Madame Nanon, die ihr ganzes Leben in Bois-de-Val, einem kleinen Dorf im Elsass verbrachte.
Madame Nanon schildert in der Ich-Form ihre bewegende Lebensgeschichte:
wie sie die Zeit der Besetzung des Elsass durch die Deutschen erlebte und die anschließende Befreiung durch die Franzosen. Sie erzählt von ihrem ersten Ehemann, den sie früh verlor, ihren "4 Kröten", wie sie ihre Töchter liebevoll nennt und natürlich von Monsieur Boberschram, in den sie sich im reiferen Alter verliebt hat.
"Wie uns die Liebe fand" ist meiner Meinung nach ein gelungener Debütroman von Claire Stihlé und auch eine gewisse Hommage an das Elsass und seine Küche.
Bois-de-Val ist eines dieser typischen, beschaulichen Örtchen mit Fachwerkhäuschen im Elsass und als Leser ist man mitten drin in dieser Dorfgemeinschaft.
Von Madame Nanon, die leidenschaftliche Köchin ist, erfährt man so einiges über die Zubereitung der für diese Region typischen Gerichte.
Als besonderes Bonbon findet man im Anhang des Buches noch einige leckere Rezepte.
Mir gefällt besonders gut der Charakter Madame Nanon. Sie ist warmherzig, tolerant und erzählt ihre Geschichte humorvoll und mit einem Augenzwinkern.
Ich mußte beim Lesen oft schmunzeln und habe mich bestens unterhalten gefühlt.

Bewertung vom 01.05.2020
American Dirt
Cummins, Jeanine

American Dirt


ausgezeichnet

Der Journalist Sebastian hat in einer Zeitung einen Artikel über den Boss eines Drogenkartells veröffentlich, was verhängnisvollen Folgen hat.
Auf einer Familienfeier richten Mitglieder dieses Kartells ein wahres Blutbad an, nur Sebastians Ehefrau Lydia und der gemeinsame Sohn Luca überleben das Massaker.
Lydia hat nur eine Chance ihren Sohn zu beschützen, dazu muß sie unbedingt nach Nordamerika gelangen.
Und mit dem Mut der Verzweiflung beginnt eine riskante Flucht....

Dieses Buch ist zu Recht ein Nr. 1 Bestseller!
Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, aber auch sehr emotional.
Die Protagonistin Lydia ist alles andere als ein waghalsiger Mensch, aber um ihren Sohn zu schützen, entwickelt sie Mut und Kampfgeist. Sie stößt immer wieder an ihre Grenzen, aber sie gibt nicht auf.
Lydia und Luca haben sich den beiden Mädchen Rebbeca und Soldedad angeschlossen.
Das Schicksal der Schwestern und was sie auf der Flucht alles erleiden mußten, hat mich tief bewegt.
Und was mich immer wieder berührt hat, ist die Solidarität der Migranten und die Hilfsbereitschaft der Einwohner, die diese Menschen auf ihrer Reise unterstützen.
"American Dirt" ist ein Buch, das man so schnell nicht aus der Hand legt und das zum Nachdenken anregt.

Bewertung vom 16.04.2020
Die Kleider der Frauen
Lester, Natasha

Die Kleider der Frauen


ausgezeichnet

Der Roman spielt in 1940er Jahren, als Paris von den Deutschen besetzt wird.
Estella, eine junge Modezeichnerin, wird zufällig in eine Mission der Widerstandsbewegung verwickelt und muß aus Frankreich fliehen.
Ihre Mutter besorgt ihr eine Schiffspassage nach New York, auch in der Hoffnung, daß Estella dort mit ihrer Begabung in der Modewelt Karriere machen könnte. Und vor Estella liegt ein langer, schwerer Weg, bis sie endlich ihre Lebens- und Liebesträume verwirklichen kann....
Das Buch hat mich sehr berührt.
Estella ist eine mutige, verantwortungsbewußte Frau, deren Pläne oft scheitern, die sich aber nicht unterkriegen läßt und immer weiter um ihr Glück kämpft.
Sie stößt auf allerlei Familiengeheimnisse rund um ihre Herkunft und dadurch wird viel Spannung im Roman aufgebaut.
Der Autorin ist es auch gelungen, einerseits die Atmosphäre der schillernden, mondänen Modewelt einzufangen und im harten Kontrast dazu das Elend der notleidenden Pariser Bevölkerung darzustellen.
"Die Kleider der Frauen" von Natasha Lester ist für mich ein absolut lesenswerter Roman.

Bewertung vom 05.04.2020
Der freie Hund
Schorlau, Wolfgang; Caiolo, Claudio

Der freie Hund


gut

Commissario Morello, ein Sizilianer durch und durch, hat sich durch unzählige Verhaftungen korrupter Politiker und Mafiosos mit der Mafia angelegt und wird zu seiner eigenen Sicherheit nach Venedig versetzt.
Dort erwartet ihn ein Team, das viele Vorurteile gegen ihn hegt und dem entsprechend fällt es ihm sehr schwer, daß Vertrauen seiner Mitarbeiter zu gewinnen.
Und dann geschieht ein Mordfall, bei dessen Ermittlungen sich Morello und sein Team zum ersten Mal zusammen bewähren müssen....

Eigentlich ein toller Plot, der sehr viel Spannung verspricht, aber leider nicht hält.
Ich hatte den Eindruck, Sizilien steht im Mittelpunkt dieses Krimis und nicht die Mordermittlungen.
So erfährt der Leser z. B. wie Commissario Morello eine original caponata siciliana zubereitet.
Am Garibaldi-Denkmal in Venedig trifft er auf Spaziergängerinnen, denen er ausgiebig die Geschichte Sizilien und über Garibaldis Mitwirken berichtet.
Die gleichen Informationen gibt Morello nochmals seiner Kollegin Klotze zum besten.
Eine weitere Flut an Informationen erhält der Leser über die Mafia, die bei denVerhaftungungen involvierten Beamten und Richter.
Authentische Hintergrundinformationen finde ich immer gut, aber in diesem Krimi war es einfach zuviel.
Die ganze Spannung rund um die Ermittlungen des Kriminalfalls bleiben dadurch einfach auf der Strecke.
Sehr schade, ich habe mir von der Leseprobe viel versprochen, das Buch konnte mich leider nicht überzeugen.

Bewertung vom 22.03.2020
Palast der Miserablen
Khider, Abbas

Palast der Miserablen


ausgezeichnet

Shams Hussein wächst wohlbehütet in einfachen, bescheidenen Verhältnissen in einem Dorf im Irak auf.
Der Krieg mit dem Nachbarland Iran scheint in weiter Ferne, seine Familie kann einen normalen Alltag leben.
Als sein Vater verletzt und traumatisiert aus dem Krieg zurückkommt, beschließt die Familie nach Bagdad umzusiedeln, in der Hoffnung auf ein besseres Leben.
Aber sie finden keine Wohnung und sind deshalb gezwungen, eine Blechhütte nahe der Müllhalde, einem Slum, zu bauen.
Der Vater ergattert nur Gelegenheit-Jobs, so daß die ganze Familie, auch der kleine Shams mit arbeiten muß.
Trotz all dieser Widrigkeiten besuchen die Kinder eine Schule, seine Schwester absolviert anschließend eine Ausbildung und Shams selbst schafft unter erschwerten Umständen das Abitur und beginnt ein Studium.
Seine ganze Lebensfreude in dieser Zeit sind Bücher, die ihm aber noch zum Verhängnis werden sollen....

Der Roman erzählt das bewegende Leben des Shams Hussein in chronologischer Reihenfolge, seine Entwicklung als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener.
Dazwischen wird in immer kürzer werdenden Kapiteln das Leben eines politischen Gefangenen während der Ära Saddam Husseins geschildert.
Der Leser bekommt dadurch einen Einblick in die entsetzlichen Haftbedingungen und schrecklichen Verhörmethoden.
Zum Ende des Buchs erfährt man, obwohl schon vorhersehbar, um wen es sich bei dem Häftling handelt.
Mich persönlich haben die Charaktere der Familie Hussein stark beeindruckt.
Obwohl sie in einem Slumviertel in Bagdad leben, haben sie alle ihre Würde bewahrt und entwickeln durch ihren Familienzusammenhalt eine unwahrscheinliche Stärke.
Besonderst tragisch finde ich das Ende, daß gerade Bücher, die Shams so viel Positives in sein Leben gebracht haben, seinen Untergang bedeuten.
"Palast der Miserablen" ist ein gelungener Roman von Abbas Khidder, mit vielen autobiographischen Zügen, der ganz viele Denkanstöße bietet.

Bewertung vom 26.02.2020
Die Frauen von Richmond Castle
Rees, Tracy

Die Frauen von Richmond Castle


weniger gut

Die Leseprobe zu diesem Roman hat mir gut gefallen und auch der vielversprechende Klappentext - Stichwort Familiengeheimnis - weckte in mir die Erwartung, ein spannendes Buch lesen zu dürfen.
Leider war dem nicht so.
Die Geschichte um das Kennenlernen und die Freundschaft von Blue und Delphine plätschert sehr langatmig vor sich hin. Das Buch umfasst etwas über 500 Seiten, wobei Spannung nur die letzten 100 Seiten aufgebaut wird.
Die Autorin verliert sich in den Beschreibungen der Jahreszeiten, Örtlichkeiten und Kleidungsstilen, weshalb es zu den vielen Längen im Buch kommt.
Die Protagonistin Blue ist bildhübsch, intelligent, beliebt und gutherzig. Eine Person, nur mit positven Eigenschaften ausgestattet, ohne Ecken und Kanten und für mich deshalb total langweilig.
Interessant hingegen finde ich die Charactere Delphine und Midge.
Delphine deshalb, weil sie den Mut aufgebracht hat, vor ihrem gewaltätigen Ehemann zu fliehen und den Versuch unternimmt, sich ein neues Leben aufzubauen.
Und auch Midge, die aus einfachen Verhältnissen stammt und in die wohlhabende Familie Camberwell eingeheiratet hat, hat ihre Bürde zu tragen, denn sie leidet unter ständigen Selbstzweifeln und geringem Selbstwertgefühl.
Leider bleiben die restlichen Figuren dieses Romans sehr blass und nichtssagend.
Fazit: ich habe mich beim Lesen gelangweilt und es ist mir schwergefallen, das Buch zu Ende zu lesen.

Bewertung vom 12.02.2020
Eisige Dornen / Nathalie Svensson Bd.4
Moström, Jonas

Eisige Dornen / Nathalie Svensson Bd.4


sehr gut

Die Psychaterin Nathalie Svensson wird von Ingmar Granstam, Leiter der Spezialeinheit für besonderst schwere Fälle, um Hilfe gebeten.
Quer durch Schweden gibt es drei verschiedene Mordfälle: an einem Fußball-Profi, einem Piloten und einer Tänzerin.
Die Auffinde-Situation ist immer die gleiche: im eigenen Bett und mit einer blauen Rose in der Hand. Es sieht so aus, als wären die Opfer friedlich eingeschlafen und nichts deutet auf Fremdeinwirkung hin, bis auf die mysteriösen Rosen.
Nathalie und das Team stehen vor einer großen Aufgabe: sie suchen nach Verbindungen der Opfer, den Motiven für die Taten und vor allem nach Erklärungen, wie sie getötet wurden.
Und dann drängt auch noch die Zeit, denn es gibt Hinweise darauf, daß die nächsten Morde schon kurz bevorstehen.

Das war das erste Buch, das ich aus der Nathalie-Svensson-Reihe gelesen habe.
Durch die vielen Personen und Perspektivwechsel hatte ich am Anfang etwas Schwierigkeiten, mich in diesen Krimi einzulesen.
Deshalb finde ich das Personenverzeichnis der Agierenden am Anfang des Buches ganz hilfreich.
Aber nach kurzer Zeit habe ich mich dann doch mit den Charakteren und Handlungsabläufen vertraut gemacht und habe mit Begeisterung das Buch zu Ende gelesen.
Es gibt so viele verschiedene Fährten und Wendungen und ein total überraschendes Motiv, so daß der Spannungsbogen bis zum Schluß aufrecht erhalten wurde.
Dadurch, daß der Autor bei seinen Charakteren soviel menschliche Stärken und Schwächen einfließen läßt, wirken sie sehr authentisch und glaubwürdig.
"Eisige Dornen" ist für mich, trotz anfänglicher Schwierigkeiten, ein gelungener, packender Kriminalroman.

Bewertung vom 27.01.2020
Diabolic - Fatales Vergehen / Wyoming Bd.2
Jackson, Lisa; Bush, Nancy; Noonan, Rosalind

Diabolic - Fatales Vergehen / Wyoming Bd.2


gut

Der Thriller beginnt zunächst sehr rasant und hochspannend.

In Prairie Creek sind 2 Mädchen verschwunden und trotzdem verabreden sich die 3 Teenager Shiloh, Ruth und Kat zum Schwimmen um Mitternacht am See.
Und es beginnt für sie ein Albtraum. Sie werden beim Nacktbaden beobachtet und fotografiert und als sie zu ihrem Fahrzeug flüchten wollen, wird eine der dreien überwältigt und vergewaltigt. Die anderen helfen ihr und schlagen den Angreifer nieder, der kommt aber wieder zu Bewußtsein und verfolgt sie. Es beginnt eine spektakuläre Flucht und sie können entkommen.
Nach diesem Erlebnis verlassen Shiloh und Ruth die Stadt.

Nach diesem ersten, fesselnden Teil wird es langatmig.
Die Autorinnen schildern, wie sich jeweils das Leben von Shiloh und Ruth entwickelt hat und aus welchen Beweggründen sie nach Prairie Creek zurückkehren. Kat hingegen ist in ihrem Heimatort geblieben und arbeitet für die dortige Polizei.

Erst der letzte Teil konnt mich wieder packen, als ein weiteres Mädchen verschwindet und die Leiche einer der vor 15 Jahren Vermissten auftaucht.
Spannend finde ich das ganze auch deshalb, weil es nicht vorhersehbar ist, wer der Angreifer von damals ist.
Unter spektakulären Umständen gelingt es Kat, den Fall zu lösen.

Leider driftet zum Ende hin die ganze Story ins Kitschige ab, als alle drei Frauen gleichzeitig ihren Märchenprinzen finden.
Sehr schade.

Bewertung vom 24.11.2019
Der Fund
Aichner, Bernhard

Der Fund


ausgezeichnet

Rita ist eine vom Schicksal gebeuteltete Frau. Als sie zufällig bei ihrer Arbeit einen Karton mit Kokain entdeckt, glaubt sie, mit diesem Fund nun endlich alle ihre Träume verwirklichen zu können.
Zustimmung und Unterstützung für ihre Pläne findet sie bei ihrer todkranken Nachbarin und Freundin Gerda.
Aber beide Frauen ahnen nicht, auf welch lebensgefährliches Terrain sie sich damit begeben....
Mir hat der ungewöhnliche Aufbau des Thrillers sehr gut gefallen.
Ein Kriminalbeamter versucht besessen Ritas Schicksal zu klären.
Man weiß nichts über diesen Polizisten, noch nicht einmal seinen Namen.
Seine einzige Handlung in diesem Buch sind die Dialoge, die er mit Ritas Kollegen und Bekannten führt. Dadurch erfährt man sehr viel über den Menschen Rita, weckt Verständnis für ihr Handeln und Sympathie für diese Frau.
Aufgrund dieser Dialoge habe ich auch oft an der Integrität dieses Polizisten gezweifelt.
Und bis zum überraschenden Ende war mir wirklich nicht klar, wer für Ritas Schicksal verantwortlich ist.
Toller Roman, spannend aufgebaut!

Bewertung vom 23.10.2019
Nenne drei Streichinstrumente: Geige, Bratsche, Limoncello
Greiner, Lena; Padtberg-Kruse, Carola

Nenne drei Streichinstrumente: Geige, Bratsche, Limoncello


gut

Ich habe dieses Buch an einem Nachmittag durchgelesen, immer in der Hoffnung, es kommen noch ein paar gute Pointen.

Leider fand ich viele Anekdoten einfach langweilig und konstruiert, sie haben einfach nicht meine Art von Humor getroffen. Aber Humor ist nun mal subjektiv und Geschmackssache.
Bei manchen Sprüchen dachte ich nur, daß ist nicht ernst gemeint, da veralbert jemand seinen Lehrer.
Aber es gab auch tolle Anworten, bei denen ich die Fantasie, Kreativität oder Schlagfertigkeit des Schülers/Lehrers bewundert habe.

Gefallen haben mir die Überleitungen der Autorinnen von einem Fachgebiet zum anderen. Diese waren locker, leicht geschrieben und konnten mir manches Schmunzeln abgewinnen.