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Benutzername: RonjaL.
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Bewertungen

Insgesamt 13 Bewertungen
12
Bewertung vom 24.04.2019
SCHWEIGEPFLICHT / Stockholm-Reihe Bd.1 (eBook, ePUB)
Lapidus, Jens

SCHWEIGEPFLICHT / Stockholm-Reihe Bd.1 (eBook, ePUB)


schlecht

Ein Mord an einem nicht zu identifizierenden Opfer. Benjamin, ein bewusstloser junger Mann als Verdächtiger. Emilie, eine junge aufstrebende und beruflich völlig überlastete Anwältin. Teddy, ein Ex-Knacki, Ex-Mitglied der jugoslawischen Mafia, der einst den Vater des Verdächtigen entführt hatte und jetzt als Privat-Ermittler für die Kanzlei der frischgebackenen Anwältin arbeitet. Mats, der Vater des Verdächtigen, ehemaliges Entführungsopfer, spielsüchtig mit engen Kontakten zur jugoslawischen Mafia, Selbstmörder. Nikola, Neffe von Teddy und ebenfalls in der Jugo-Mafia aktiv. Dazu konkurrierende Verbrechersyndikate, Drogenhandel, korrupte Polizisten, Wirtschaftskriminelle, Kinderschänder, Waffenhändler, ein offenbar überfordertes Justizsystem und diverse Familienmitglieder der handelnden Personen.

Kling verwirrend? Ist es auch.
Der Start ins Buch war spannend und vielversprechend. Doch nach und nach verliert sich der Autor in viel zu viele Handlungsstränge und füllt diese mit unnötigen Nebensächlichkeiten. Er kommt „vom Hundertsten ins Tausendste“, wie man so schön sagt. Hier trifft es zu.
Dazu wird die Handlung immer unübersichtlicher. Herr Lapidus packt einfach viel zu viel hinein, in seinen Roman. Für mich als Leser wurde es darum sehr schnell, sehr langweilig. Ich habe mich schon lange nicht mehr so durch ein Buch gequält, wie durch dieses. Mehr als einmal hätte ich am liebsten ganz aufgehört, aber da ich das Buch im Austausch gegen eine Rezension erhalten habe, habe ich durchgehalten, wenn ich auch im letzten Drittel vieles nur überflogen habe. Jeder hat seine Schmerzgrenze.
Das Ende, auch wenn wieder aufmerksam Satz für Satz gelesen, war dann leider eine ebensolche Enttäuschung wie der Rest des Buches. Irgendwie nur lapidar aufgeklärte Handlungsstränge mit einem wirklich unbefriedigendem Ende.

Die Beschreibung versprach Authentizität, Schnelligkeit und Direktheit.
Ersteres mag stimmen. Schnelligkeit? Die hätte ich mir so sehr gewünscht. Und Direktheit? Wenn damit der unerträgliche Slang gemeint ist, der in dem Buch vorherrscht, dann mag auch das stimmen.
Die Sprache war für mich übrigens genauso schwer zu ertragen, wie diese vielen Verwicklungen und Nebensächlichkeiten. Wer aber auf Sätze und Ausdrücke wie: „classy, stylisch, heftiges People-watching“, „streetsmart“, „Gehirnfrustration. Break down. Gedankenkreisel im Kopf“., „Fette Bullenvibes: überfallen Nikola. Und auch nicht – hier war etwas offenbar richtig verfickt.“ und „Dasselbe Gefühl heute: Spiderman-Einsatz.“, „Stattdessen: Geiseldrama Hollywoodstyle.“ steht, der ist hier richtig. Mir ging das irgendwann auf die Nerven.

Dazu passt noch ein weiteres Zitat aus dem Buch: „Stimmung: beschissen.“ Und zwar bei mir.

Bewertung vom 03.04.2019
Law of Attraction (eBook, ePUB)
Williams, Annie

Law of Attraction (eBook, ePUB)


gut

Lianna möchte mit ihrer Vergangenheit abschließen. Sie hat ein Haus in der Nähe von San Diego geerbt und ihre Freundin Skye hat ihr dort, in einer renommierten Anwaltskanzlei, einen Job als Schreibkraft besorgt. Die Arbeit macht Spaß, die Kolleginnen sind nett und alles könnte wunderbar sein, wäre da nicht der arrogante, unnahbare Anwalt Darren, der ihr das Leben schwer macht. Keine seiner Assistentinnen hält es lange bei ihm aus und Lianna muss immer öfter aushelfen und an seiner Seite arbeiten. Dazu verbirgt sich in Liannas Vergangenheit ein Geheimnis, das sie ihren Job kosten könnte.

Der Roman ist locker und leicht geschrieben und lässt sich schnell und flüssig lesen und der Einstieg in das Buch ist mir wunderbar gelungen.

Lianna war mir sofort sympathisch. Man erlebt die Handlung aus ihrer Sicht und bekommt mit, wie sie sich nach und nach in Bellblossom, ihrem neuen Zuhause, und der Anwaltskanzlei einlebt. Sie schließt neue Freundschaften und stürzt sich voller Elan in ihre neue Arbeit. Dazu erfährt man nach und nach etwas aus ihrer schwierigen Vergangenheit. Die Zusammenarbeit mit Darren erweist sich, erwartungsgemäß, als anstrengend, ist der doch ein sehr anspruchsvoller Chef. Fordernd und wortkarg.

Ein großer Teil der Handlung beschäftigt sich mit dem beruflichen Verhältnis der beiden.
Was dabei leider viel zu kurz kommt ist das Persönliche.
Die Buchbeschreibung verspricht „Eine sexy Office-Romance mit einem teuflisch heißen Boss“. Und das Cover impliziert dazu eine gehörige Portion Erotik. Beides trifft leider nicht zu. Es knistert kaum zwischen Lianna und Darren und die Erotik fällt leider komplett aus. Es gibt einige rare romantische Momente zwischen ihnen, aber insgesamt kommen die beiden sich nicht wirklich näher. Die Autorin bleibt hier sehr oberflächlich.

Genauso oberflächlich bleibt Darren. Als Charakter bleibt er doch sehr blass und viel konnte ich leider nicht mit ihm anfangen. Er legt sein distanziertes Verhalten erst gegen Ende des Buches ab, und die Erklärungen für seine unterkühlte Art konnte ich nicht so ganz nachvollziehen.

Insgesamt hat mir der erste Teil des Romans sehr gut gefallen. Es macht Spaß Lianna in ihrem neuen Leben und ihrem neuen Job zu begleiten. Dieser Teil war unterhaltsam und humorvoll. Doch dann ist die Geschichte immer mehr abgeflacht. Hier hat mir einfach das Miteinander zwischen Lianna und Darren gefehlt. Und irgendwie ist die Handlung auch nicht von der Stelle gekommen. In das Ende wiederum wurde viel zu viel hineingepackt und einiges wurde so nur sehr flüchtig abgehandelt.

Auch wenn der Roman nicht ganz das war, was ich nach der Beschreibung und dem Cover erwartet habe, und die Liebesgeschichte viel zu dürftig ausgefallen ist, war er doch recht kurzweilig und unterhaltsam. Und bekommt deshalb auch 3 Sterne von mir.

Bewertung vom 06.03.2019
Liebes Kind
Hausmann, Romy

Liebes Kind


ausgezeichnet

Vor 4825 Tagen verschwand die damals 23 jährige Studentin Lena aus München und bisher fehlte jede Spur von ihr. Doch jetzt wird eine Frau ins Krankenhaus eingeliefert. In einem Waldgebiet in der Nähe der tschechischen Grenze, ist sie vor ein Auto gelaufen und die Vermisstendatenbank weist etliche Übereinstimmungen mit Lena auf. Bei ihr ist Hannah. Ihre Tochter.

„Dieser Thriller beginnt, wo andere enden.“
Und das stimmt. Lena kann ihrem Entführer entkommen, doch damit ist ihr Martyrium noch lange nicht vorbei.
Die Autorin lässt die Geschichte aus der Perspektive von drei Personen erzählen. Lenas Vater Matthias, Lena und Hannah. Und das tut sie unglaublich spannend, eindringlich und berührend.

Da ist zum einen das traumatisierte Opfer Lena, die tapfer versucht ihre Würde zu bewahren und wieder ein halbwegs normales Leben zu führen. Eine mühselige, und manchmal aussichtslos, erscheinende Aufgabe. Nach und nach erfährt der Leser was ihr zugestoßen ist.
Und Matthias, der die Hoffnung nie aufgegeben hat, seine über alles geliebte Tochter wiederzufinden. Er ist über die Jahre verbittert und zornig auf alles und jeden.
Dann Hannah. Sie hat bei mir den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen. Sie zitiert wörtlich aus „dem Buch das alles weiß“, und erzählt von Ausflügen, die nie stattgefunden haben. „Robotorhaft“ und emotionslos.

Der Entführer kommt nicht zu Wort. Trotzdem ist er allgegenwärtig. „Er macht den Tag. Und die Nacht. Wie Gott.“

Wirken diese verschiedenen Blickwinkel anfangs noch etwas verwirrend. Fügen sie sich doch recht bald zu einem schlüssigen, fesselnden aber gleichzeitig auch beklemmenden Ganzen zusammen.

Ein Thriller, der den Leser ab der ersten Seite in seinen Bann zieht und auch nicht wieder loslässt. Nie wird es langweilig, es gibt immer neue Wendungen und auch das Ende war nicht vorauszusehen.
Ein großartiges Thrillerdebüt von Romy Hausmann.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.03.2019
Das kleine Café im Gutshaus (eBook, ePUB)
Shackman, Julie

Das kleine Café im Gutshaus (eBook, ePUB)


sehr gut

Der Klappentext und auch das Cover verraten es ja schon.
Lara bekommt die Chance, ihren Traum wahr zu machen, und ihr eigenes Café zu eröffnen.
Ich finde es immer sehr schade, wenn in der Buchbeschreibung die Handlung schon vorweggenommen wird. Das nimmt doch leider viel von der Spannung.

Aber da der Roman locker und leicht geschrieben ist, konnte ich das einigermaßen verschmerzen. Auch wenn er keine allzu großen Überraschungen geboten hat, wer er doch sehr unterhaltsam.

Die Hauptfigur Lara hat mir sehr gut gefallen. Sie ist eine leidenschaftliche Bäckerin, ein Organisationstalent und dazu sehr tatkräftig. Es macht richtig Spaß sie beim Backen zu beobachten. Und das eine oder andere Mal ist mir tatsächlich das Wasser im Mund zusammengelaufen, so köstlich wurden das Gebäck beschrieben. Auch die Nebenfiguren sind sehr liebevoll und gut ausgearbeitet. Mit einer Ausnahme. Und das ist ausgerechnet Vaughan Carmichael, der Enkel des verstorbenen Gutsherren. Dieser Charakter ist leider bis zum Schluss ziemlich blass geblieben. Schade.
Die Liebesgeschichte zwischen Lara und Vaughan spielt in diesem Roman sowieso nur eine Nebenrolle. Das Ganze läuft irgendwie so nebenbei mit. Zwar ist Lara von Anfang an insgeheim fasziniert von dem gutaussehenden Mann, aber richtig nahe kommen die beiden sich eigentlich nicht.
Hier steht eindeutig nicht die Liebesgeschichte im Vordergrund, sondern das Café und das Gutshaus spielen die eigentlichen Hauptrollen. Beide werden wirklich liebevoll und detailliert
dargestellt und beschrieben.
Dazu verliert die Autorin sich ein wenig in den Nebenschauplätzen. Laras Mutter und ihr geheimnisvoller jüngerer Freund, eine ältere Dame, die vor langer Zeit in Hugo verliebt war oder auch die Familie, die einen Rundgang auf Glenlovatt Manor gewonnen hat. Vielleicht hätte man das etwas kürzen, und sich stattdessen mehr der Beziehung zwischen Lara und Vaughan widmen sollen.

Etwas gestört hat mich auch, dass sämtliche Schwierigkeiten mit dem Café und Glenlovatt so rasch und leicht gelöst werden konnten. Zu viele glückliche Zufälle. Wäre das echte Leben doch auch nur so einfach.

Aber insgesamt ein unterhaltsamer Roman, der mir trotz genannter Schwächen Spaß gemacht hat.

Bewertung vom 06.03.2019
Ein Tropfen vom Glück
Laurain, Antoine

Ein Tropfen vom Glück


ausgezeichnet

Paris, September 2017 , ein Mehrfamilienhaus in der Rue Edgar-Charellier 18.
Vier Menschen, sitzen beisammen und genießen ein guten Wein aus dem Jahr 1954.
Bob, der Tourist aus den USA, der sich mit dem Besuch von Paris einen lang gehegten Traum erfüllt. Die Restaurateurin Magalie, die alle wegen ihres Cothic-Aussehens nur Abby nennen. Der Barmann Julian, der ganz angetan von Magalie ist, und Hubert, dessen Familie das Haus einst erbaut hat und der eine enge Verbindung zur Familengeschichte und dem Haus hat.
Am nächsten Morgen ist nichts mehr wie es war. Die vier sind ins Jahr 1954 zurückversetzt worden.

Wer jetzt aber eine spannende und atemlose Suche nach einem Weg zurück ins Jahr 2017 erwartet, wird wohl enttäuscht werden. Natürlich suchen auch unsere vier Protagonisten einen Weg zurück, aber das spielt hier nur eine Nebenrolle. Die Hauptrolle spielt hier eindeutig das Paris der 50er Jahre. Der Autor Antoine Laurain lässt diese Zeit wieder auferstehen. Und das macht er großartig. Man hat die Stadt und ihre Bewohner förmlich vor Augen.
Auch die Firguren sind ihm hervorragend gelungen. Nicht nur die Hauptcharaktere, sondern auch die Nebenfiguren sind sehr liebevoll beschrieben.

Mit Bob besucht der Leser nicht nur den Eiffelturm und die Mona Lisa, sondern auch die Basilika Notre-Dame-des-Victoires, in der dieser um ein Wunder bittet. Magalie begleiten wir auf der Suche nach ihrer geliebten Großmutter, die damals im gleichen Alter wie Magalie ist. Julian kreiert in der berühmten „Harry’s New York Bar“ nicht nur einen neuen Cocktail, sondern trifft den legendären Barkeeper Harry persönlich. Und Hubert lernt Mitglieder seiner Familie kennen und kommt einem Geheimnis auf die Spur.
Zusammen treffen die vier auf viele bekannte Persönlichkeiten, wie Dalí, Claude Chabrol, Audrey Hepburn, Édith Piaf oder Jean Gabin.
Im Verlauf der Geschichte kommen sich die vier Zeitreisenden, die sich bisher kaum kannten, näher und werden sogar zu Freunden.

Antonine Laurain erzählt auf leichte, gefühlvolle und bezaubernde Weise und zieht den Leser sofort in seinen Bann. Ein wunderbares Buch, das nicht nur seine Protagonisten, sondern auch seine Leser in eine andere Zeit entführt.

Bewertung vom 06.02.2019
Not My Type (eBook, ePUB)
Score, Lucy

Not My Type (eBook, ePUB)


gut

Francesca Baranski, (genannt Frankie) aufgewachsen in Brooklyn, ist im Stress. Neben Studium und zwei Jobs, ist sie auch die Trauzeugin ihrer besten Freundin Pru. Die entstammt der New Yorker Highsociety und plant eine riesige Hochzeit auf Barbados. Doch bereits auf der Verlobungsfeier gerät Frankie mit dem Trauzeugen des Bräutigams aneinander. Aidan Kilbourn, arrogant, reich und gutaussehend, beleidigt Frankie und bekommt umgehend Frankies Temperament zu spüren. Keine guten Vorzeichen für die Hochzeit.
Und auch auf Barbados angekommen entwickelt sich nicht alles so wie es sollte. Zwar gibt es zwischen den beiden Trauzeugen eine unleugbare Anziehungskraft, der sich Frankie aber vehement entgegenstemmt. Doch dann wird der Bräutigam entführt und die beiden kommen sich näher.

Frankie ist eine resolute, taffe und bodenständige Frau, die den anderen Hochzeitsgästen nicht viel abgewinnen kann. Allesamt reich und snobistisch, leben sie in einer ganz anderen Welt als Frankie, die für die Hochzeit extra einen Nebenjob annehmen musste, um mithalten zu können. Das Angebot ihrer Freundin, für alle Ausgaben wie Kleider oder Flug aufzukommen, lehnt Frankie kategorisch ab. Dafür ist sie zu stolz und auch zu störrisch. Zu Anfang fand ich Frankies Art unheimlich erfrischend, doch leider ist sie mir im Laufe des Romans zunehmend auf die Nerven gefallen. Und auch die Brautjungfern fand ich ziemlich überzogen dargestellt. Es gab zwar einige witzige Momente mit ihnen aber insgesamt war es mir zu dick aufgetragen. Reich = dämlich, intrigant, zickig und unflätig? Da möchte man für immer arm bleiben.
Und auch bei Frankies Alter habe ich mich zu Anfang total verschätzt. Nach einem Drittel des Buches kam dann die Angabe, dass sie 34 Jahre alt ist. Ich hatte sie für höchstens Mitte zwanzig gehalten. Dem Benehmen nach, eigentlich noch zehn Jahre jünger.

Aidan dagegen kam mir längst nicht so arrogant vor, wie in der Buchbeschreibung angedeutet wurde. Schon manchmal ein bisschen selbstherrlich, aber eigentlich ganz nett. Und für die Geduld, die er bei Frankie gezeigt hat, bekommt er meine volle Hochachtung.

Zum Glück gab es aber außer der Brautgesellschaft noch andere Nebencharaktere. Und die sind, in meinen Augen, auch sehr viel besser gelungen. Z.B. Antonio, ein Junge der Frankie und Aidan bei der Suche nach dem Bräutigam hilft. Und auch die Familie Baranski hat mir gut gefallen. Wobei Frankies Mutter die Ausnahme bildet. Die hat mich schon bei ihrem ersten Telefonat mit ihrer Tochter genervt. Viel zu überdreht.

Insgesamt waren die Charaktere aber gut gemacht und sehr lebendig, auch wenn mir nicht alle gefallen haben.

Zur Spannung. Die war zu Anfang hoch und ist dann zur Mitte hin leider ziemlich abgeflacht. Die Story wurde unnötig in die Länge gezogen und weniger wäre hier mehr gewesen.

Das gilt auch für die vielen Rechtschreib- oder Tippfehler. Davon gab es leider auch viel zu viele.

Aber insgesamt hatte die Story ein paar Überraschungen zu bieten und hat mich darum einigermaßen gut unterhalten. Auch wenn ich vieles zu nervig und zu hysterisch fand. Wer aber auf kreischende Frauen steht, der kommt hier voll auf seine Kosten. ;-)

Bewertung vom 06.02.2019
Der Hunger der Lebenden / Friederike Matthée Bd.2 (eBook, ePUB)
Sauer, Beate

Der Hunger der Lebenden / Friederike Matthée Bd.2 (eBook, ePUB)


gut

Das Bergische Land, in der Nähe von Köln, im Sommer1947.
Die Gutsbesitzern Ilse Röder, eine ehemalige Angehörige der weiblichen Polizei, wird erschossen aufgefunden. Neben der Toten, steht die junge vorbestrafte „Streunerin“ Franziska. Mit der Tatwaffe in der Hand. Der Fall scheint somit gelöst.
Doch Friederike Mathée, ebenfalls von der weiblichen Polizei, zweifelt an der Schuld der jungen Frau und beginnt, gegen alle Widerstände ihrer Vorgesetzten, zu ermitteln.
Währenddessen wird Richard Davies, von der Royal Military Police, aus England nach Deutschland beordert. Unweit von Ilse Röders Hof wurden die Leichen von drei vermissten englischen Piloten gefunden. Ermordet.
Die Morde scheint etwas zu verbinden und Friederike und Richard ermitteln nun gemeinsam.

Der Hunger der Lebenden ist der 2. Roman um die junge Polizistin und dem britischen Ermittler.
Und obwohl ich den Vorgängerroman nicht gelesen habe, bin ich in die Story gut hineingekommen. Allerdings gibt es hin und wieder Andeutungen auf vergangene Geschehnisse, die es doch ratsam erscheinen lassen, mit dem ersten Band anzufangen.

Die Autorin Beate Sauer schafft es die Lebensumstände der kargen Nachkriegszeit atmosphärisch gut darzustellen. Die Nachwirkungen des Krieges, der allgegenwärtige Hunger, das Leben zwischen Ruinen, traumatisierte Menschen und ein reger Schwarzmarkt. Aber auch der allmählich beginnende Wiederaufbau ist zu spüren.
Dieser historische Hintergrund ist auch der eigentliche „Hauptdarsteller“ in diesem Roman. Und es viel mir leicht, mich in die damalige Zeit hineinzuversetzen.
Mit Friederike fiel es mir leider nicht so leicht. So richtig viel Empathie habe ich ihr nicht entgegenbringen können. Vielleicht fehlte mir hier das Hintergrundwissen aus dem ersten Teil.
Ähnlich erging es mir mit Richard Davies.
Die zahlreichen Nebenfiguren dagegen fand ich interessant und vielschichtig. Die haben mich ein bisschen für die beiden Protas entschädigt.

Der Stil ist klar und flüssig, und hätte sich darum eigentlich leicht lesen lassen sollen. Doch leider empfand ich ihn als ziemlich langweilig, fast ein wenig dröge. Ebenso wie die Handlung, die teilweise sehr langatmig und zäh war. Ich hatte oft das Gefühl, dass die Geschichte überhaupt nicht voran kommt. Der Anfang war noch recht spannend, aber leider konnte der Rest des Buches nicht mithalten.
Für mich war das Buch alles andere als ein „Pageturner“. Im Gegenteil. Ich habe das Buch ständig aus der Hand gelegt und zwischendurch sogar noch zwei andere Bücher gelesen.

Darum bin ich bei meiner Bewertung auch etwas zwiegespalten. Der historische Teil ist wirklich gut gelungen und hätte eigentlich 5 Sterne verdient. Wenn der Rest nur nicht so langweilig gewesen wäre. Daher nur 3 Sterne.

Bewertung vom 30.01.2019
Tödlich ist die Versuchung
Jacobsen, Gina

Tödlich ist die Versuchung


schlecht

Nur kurz zum Inhalt:
Emanuela ist unfähig eine längere Beziehung aufrecht zu erhalten. Der frühe Tod des Bruders vor 18 Jahren, dazu das Ende ihrer ersten großen Liebe nur kurz davor, haben bei ihr offenbar ein Trauma hinterlassen.
Der Beziehungscoach Bernhard Rett soll helfen. Und das tut er, indem er Emanuela aufträgt, verschiedene Männer zu verführen. Doch dann sterben diese Männer einer nach dem anderen.

Der Verlag verkauft „Tödlich ist die Versuchung“ von Gina Jacobsen dreist als Thriller. Eigentlich eine Frechheit, denn das ist dieser Roman auf keinen Fall. Vielleicht wäre er in der Rubrik „Erotik“ besser untergebracht. Obwohl, wirklich erotisch ist er eigentlich auch nicht.

Er ist dazu auch nicht besonders gut. Eine absurd konstruierte Handlung, eine unsympathische, alberne Protagonistin und jede Menge Langeweile.

Die erste Hälfte vergeht damit, dass Emanuela verschiedene Männer verführt. Wobei ihre „Verführung“ darin besteht, sich sexy/halbnackt zu kleiden und die Männer „heiß“ zu machen. Wenn die vor Erregung anfangen zu sabbern, lässt sie sie stehen. Denn Männer wollen ja schließlich jagen. Irgendwann dürfen sie dann doch ran und je härter, desto besser. Was tut man nicht alles für die „Therapie“. Wenn diese zahlreichen „Erotikszenen“ wenigstens aufregend geschrieben wären, könnte man dem ganzen ja noch etwas abgewinnen. Aber prickelnd war in diesem Buch nur der Sekt, der hier literweise von Emanuela und ihren beiden Freundinnen getrunken wurde. Wohlgemerkt, Emanuela ist Mitte 30, erfolgreiche und angesehene Psychologin und Wissenschaftlerin. Kein Teenager, der gerade austestet wie er beim anderen Geschlecht so ankommt. Allein, das sich so eine Frau auf die obskure Behandlung von Herrn Rett einlässt, ist kaum nachvollziehbar. Wie auch so ziemlich alles andere in diesem Roman nur schwer bis gar nicht nachvollziehbar ist. Z.B. die Farben, die Emanuela an anderen Menschen wahrnimmt. Jeder bekommt eine Farbe, eine Erklärung bekommt der Leser jedoch keine. Überflüssig. Ein Beispiel von vielen.

Nach der Hälfte stirbt dann „endlich“ der erste Lover/Versuchsobjekt von Emanuela. Doch erst im letzten Drittel entwickelt sich dann so etwas wie ein Kriminalfall und es kommt kurz Spannung auf. Doch das Ganze wird dann doch schnell abgehakt und wirkliche Überraschungen bietet die Auflösung auch nicht.

Tut mir leid, aber das war so ziemlich die albernste Story die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Nicht die langweiligste, aber fast. Dabei ist der Schreibstil der Autorin gar nicht mal so schlecht, durchaus flüssig, leider schafft sie es nicht annähernd für Spannung zu sorgen.
Immerhin das Cover ist toll geworden. Wenn jetzt noch das Wort „Thriller“ entfernt wird, passt es.

Bewertung vom 30.01.2019
Ran an das Fett (eBook, ePUB)
Fleck, Anne

Ran an das Fett (eBook, ePUB)


sehr gut

In „Ran an das Fett“ erklärt uns Dr. med Anne Fleck die „Welt der Fette“.
Die renommierte Ernährungsmedizinerin arbeitet in ihrer Praxis in Hamburg, ist aber auch aus dem Fernsehen ("Die Ernährungs-Docs" im NDR) und als Bestsellerautorin (z.B. "Schlank! und gesund mit der Doc Fleck Methode") bekannt.
In ihrem neusten Buch klärt sie nun über die Irrtümer auf, die über Fett im Umlauf sind.
Außerdem zeigt sie auf, wie viele Fehler man im Umgang mit dem Fett machen kann.

Im 1. Teil „Neue fette Wahrheiten“, erfährt der Leser die Gründe dafür, warum Fette bisher „verdammt“ wurden und über Jahrzehnte hinweg in Verruf standen die Menschen „fett zu machen“.
Dieser Abschnitt liest sich fast wie ein spannender Kriminalroman.
Man erfährt die Unterschiede zwischen „guten“ und „schlechten“ Fetten und auch einiges über die Herstellung der minderwertigen raffinierten Öle. Letzteres ist so anschaulich beschrieben, dass ich mich im Anschluss des Kapitels sofort von meiner gehärteten Margarine und meinem raffiniertem Sonnenblumenöl getrennt habe. Dieses Kapitel öffnet dem Leser jedenfalls die Augen über die minderwertigen, schlechten Fette.

In Teil 2 geht es um „die Heilkraft der Fette“.
Zahlreiche Krankheiten wie z.B. Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Hautkrankheiten werden aufgegriffen und es wird erklärt, wie sie mit dem richtigen Umgang mit „gesunden“ Fetten gelindert werden könnten.
Dieser Teil war mir persönlich ein bisschen zu „medizinisch“ und ein bisschen zu detailliert. Aber wer unter einer oder mehreren Krankheiten leidet, dem kann es vermutlich nicht ausführlich genug sein. Ich habe allerdings etliche Seiten nur überflogen.

Den 3. Teil „Fette Lebensmittel im Porträt“ fand ich dagegen wieder sehr interessant.
Ein Aufruf zum Ölwechsel in der Küche.
Besonders die Anleitungen, wie man die Etiketten der diversen Öle richtig liest, fand ich gut gelungen. Vor allem weil ich die Erkenntnis gewonnen habe, dass ich im Umgang mit Ölen bisher alles falsch gemacht habe. Doch ausgerüstet mit meinem neuen Wissen habe ich jetzt meinen „Ölwechsel“ geschafft.
Doch neben den Ölen werden auch andere „fette“ Lebensmittel angesprochen. Nüsse, Mandeln, Samen, Kerne, Eier, Fleisch, Milch/Milchprodukte, Fisch und Meeresfrüchte.

Der 4. Teil „Ran an das Fett“ listet noch einmal die gesündesten Fette und Lebensmittel auf und bietet damit fast so etwas wie eine Einkaufsliste. Dazu gibt es Rezepte für einen „gesunden fetten“ Start in den Tag und einen ausführlichen Gesundheits-Check zum Ankreuzen.

Das ganze Buch ist in einer leicht verständlichen, sogar humorvollen Art geschrieben, die einiges (für mich) neues Wissen vermittelt. Die Erkenntnis, das nicht alles Fett schlecht ist, ist zwar schon länger zu mir durchgedrungen, aber trotzdem habe ich bisher noch vieles falsch gemacht. Mit den Tipps aus diesem Buch ändert sich das jetzt hoffentlich.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.10.2018
Slow Horses
Herron, Mick

Slow Horses


ausgezeichnet

Jackson Lambs Einheit residiert im "Slough House", einer unscheinbaren, heruntergekommenen Nebenstelle des MI5. Als gescheiterte Agenten, aus dem Regent's Park, der Hauptstelle, dorthin abgeschoben, erledigen sie dort stumpfsinnige Arbeiten. Von den Kollegen abfällig als "Slow Horses", lahme Gäule, bezeichnet, wird von ihnen eigentlich nur noch erwartet, dass sie frustriert aufgeben und kündigen.
Und frustriert sind sie. Im "Slough House" bleibt jeder für sich. Privates und sogar Unterhaltungen, werden auf ein Minimum beschränkt.

Das ändert sich, als ein junger Pakistani von einer rechten Gruppierung entführt wird und live im Internet enthauptet werden soll.
Unerwartet sind die "Slow Horses" Hauptakteure in dem Entführungsfall und müssen beweisen, dass sie das "Agentenhandwerk" noch nicht verlernt haben. Vor allem müssen sie lernen, angeführt von Jackson Lamb, als Team zu agieren.
Und Lamb, übergewichtig, ungepflegt und ungehobelt, ist dabei wohl der unsympathischste Chef, den man sich vorstellen kann.

Das Buch beginnt rasant mit dem Einsatz, der River Cartwright zu Fall und zu den "Slow Horses" gebracht hat.
Danach schlägt das Buch eine langsamere Gangart an. Mick Herron nimmt sich viel Zeit, "Slough House" und seine "Bewohner" vorzustellen. Und auch bis der Fall ein richter Fall wird, dauert es ein bisschen. Erst im letzten Drittel nimmt das Tempo wieder zu. Gelangweilt habe ich mich aber trotzdem zu keiner Zeit. Denn Herron scheibt mit viel Sinn für Ironie. Diese Ironie bringt er auch in seine wirklich großartigen Dialoge ein, die mir an diesem Buch fast am besten gefallen haben.
Außerdem führt der Autor seine Leser des öfteren in die Irre, legt falsche Spuren aus und hat ein super Gespür für Cliffhanger.

Leser, die temporeiche, actiongeladene Spionage-Thriller bevorzugen, sind hier vermutlich falsch. Aber alle anderen sollten zugreifen.

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