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Benutzername: 
bblubber
Wohnort: 
Bamberg

Bewertungen

Insgesamt 121 Bewertungen
Bewertung vom 11.06.2022
Affenhitze / Kommissar Kluftinger Bd.12
Klüpfel, Volker;Kobr, Michael

Affenhitze / Kommissar Kluftinger Bd.12


ausgezeichnet

Bei Affenhitze ermittelt der Klufti diesmal in einem sehr speziellen Fall. Ein ermordeter Wissenschaftler und ein gefundenes Affenskelett läuten den Auftakt zu diesem Fall ein.

Ich lese die Reihe in loser Reihenfolge, einfach, wenn mir mal nach einem humorvollen Krimi aus meiner Heimat ist. Hier geht es wirklich nur darum sich mal geistig zu entspannen und ein wenig Spaß zu haben. Den liefern die Autoren Klüpfel und Kobr wie immer solide und mit den gewohnten und bekannten Eigenheiten des Hauptdarstellers.

Klufti beibt Klufti. Eigensinnig und verschroben, resistent gegen Neues und gegen eine wirkliche Horizonterweiterung, schlecht in Fremdsprachen aber gut darin, Ermittlungen unkonventionell und auch mit einer Portion Glück abzuschließen.

Affenhitze gehört sicher nicht zu den spannendsten Lokalkrimis aber mit einem Dauer-Schmunzeln kann man der Geschichte bis zum Ende folgen und sich freuen, dass manche Dinge sich eben doch nie ändern.

Bewertung vom 11.06.2022
Liquid
Genzmer, Herbert

Liquid


weniger gut

Das Thema von "Liquid" klang einfach sehr aktuell und spannend. Und das tolle Cover hat mich dann zum Kauf verleitet. Ich hätte wohl vorher die Leseprobe lesen sollen, dann hätte ich mir eine Menge Verwirrung und Frust gespart.

Eine deutsche Biochemikerin arbeitet in den USA in einem hochmodernen Forschungslabor und stellt dabei fest, dass ihr Arbeitgeber illegale Menschenversuche mit mexikanischen Emigranten macht. Es geht wohl um ein Chipimplantat, über dass man sämtliche Käufe und Zahlungen abwickeln kann wodurch Bargeld oder Kreditkarten oder anderes komplett entfällt. Allerdings läuft etwas schief mit dem Teil und es kommt wohl zu Krankheits- oder Todesfällen.

So ganz steigt man lange nicht durch bei dem Plot. Diese Ungewissheit hat mich bald ziemlich gestört. Gepaart mit einer seltsam unlogisch agierenden Hauptdarstellerin und einem unnötig brutalen und hanebüchenen Plot wurde mir das Buch immer unangenehmer und ich habe es nach der Hälfte entnervt abgebrochen. Ich kann es leider nicht weiter empfehlen.

Bewertung vom 11.06.2022
Die Wächterinnen von New York
Jemisin, N. K.

Die Wächterinnen von New York


sehr gut

Ich war sehr gespannt auf das neue Buch von N.K. Jemisin. Die große Stille war eine sehr besondere Trilogie. Schon da hat mich vor allem das Neue an der Fantasyidee beeindruckt. Ähnlich geht es mir jetzt wieder.

Großstädte sind eigene Wesen, denen Avatare beim Erwachen helfen sollen. Und Zentrum der Geschichte ist New York. The Big Apple. Der jeden fasziniert. Die Autorin lässt sich jede Menge Zeit, um die Menschen vorzustellen, die durch Magie zu den Wächtern der Stadt werden. Das ist einerseits gut so aber für meinen Geschmack fast etwas zu statisch erzählt, so dass es etwas an der durchgehenden Spannung hapert. Dass ich dennoch angetan bin, war vor allem den Charakteren zu verdanken, die allesamt sehr speziell und sehr eigen sind.

Ich denke, das Buch ist vielleicht nicht für jeden Leser etwas aber Fantasy-Fans, die interessiert an ungewöhnlichen Storys und mal etwas Innovativem sind, die sind hier genau richtig.

Bewertung vom 11.06.2022
Was das Schicksal will / Die Dorfschullehrerin Bd.2
Völler, Eva

Was das Schicksal will / Die Dorfschullehrerin Bd.2


ausgezeichnet

Helene kehrt im zweiten Band als Leiterin an die Schule in Kirchdorf zurück. Zurück zu ihrem Vater, zur guten Freundin Isabella aber auch zu dem netten Dorfarzt Tobias. Alle sind mir wohlbekannt aus Band eins. Noch immer befinden wir uns in den 60gern des 20.ten Jahrhunderts an der deutsch-deutschen Grenze.

Der Roman lebt von seinen nahbaren sympathischen Charakteren und den geschichtlichen Hintergründen, die harmonisch und spannend in die Erzählung einfließen. Wie immer liest sich das unglaublich unterhaltsam und informativ zugleich. Das kann die Autorin, Eva Völler, einfach hervorragend.

Das Buch hat mich wieder bestens unterhalten und mir die langweiligen Quarantäne-Tage versüßt. Ich vergebe 5 Sterne für dieses tolle Leseerlebnis und bin gespannt, ob es noch eine Fortsetzung geben wird.

Bewertung vom 08.12.2021
Die Enkelin
Schlink, Bernhard

Die Enkelin


sehr gut

Wie gut kann ein Ehemann nach 20 Jahren seine Ehefrau kennen?
Birgit ist tot und Kaspar findet und lies ihr Tagebuch. Und muss feststellen, dass seine Frau ihm so einiges verheimlicht hatte. Das er sie überhaupt nicht kannte. Dass sie ein Leben verloren hat, in dem es eine Tochter gab, von der er nie etwas wusste.

Schlink schickt seinen Hauptdarsteller auf eine Suche. Nach einem Menschen, der bis zum Tod sein Innerstes verborgen hat. Eine Vorstellung, die Kaspar erschüttert und den Leser mit ihm. Und als er herausfindet, dass seine Frau eine Enkelin hatte, will er sie kennen lernen und man hat das Gefühl, er möchte mit diesem Mädchen seine Frau neu kennen lernen.

Ein intensives Buch. Nicht alle Darsteller waren für mich ganz glaubwürdig. Aber dennoch habe ich die Geschichte gerne gelesen und vor allem einiges gefunden, darüber nachzudenken und selbst zu reflektieren.

Bewertung vom 08.12.2021
Die vier Winde
Hannah, Kristin

Die vier Winde


ausgezeichnet

Kristin Hannah's Bücher, die ich anfangs - vor Jahren - eher zur leichten (nicht seichten) Literatur gezählt hätte, werden von Roman zu Roman gehaltvoller und tiefgründiger. "Die vier Winde" sind dementsprechend ein teilweise sehr tragischer und auch düsterer Text. Man muss als Leser die Zähne zusammenbeißen und Hi und Da ein Brennen in den Augenwinkeln wegwischen.

Elsa ist die ungeliebte Tochter einer einfachen texanischen Familie, die versucht sich ein eigenes, selbst bestimmtes kleines Lebensglück zu schaffen aber immer wieder droht, an den Menschen in ihrem Umfeld und der Wirtschaftskrise des Landes, die auch bei ihr zuschlägt, zu zerbrechen.

Es ist bewundernswert, wie sie immer wieder aufs Neue aufsteht, wenn sie scheinbar am Boden liegt. Wie sie für sich und ihre Kinder kämpft und immer wieder ein Ziel sucht, eine Möglichkeit, ihr Leben zu verbessern. Und es geht hier nicht um den großen heroischen Kampf, sondern um das Klein-um-Klein einer scheinbar unscheinbaren Frau. Die Situation der nordamerikanischen Landbevölkerung war und ist mitunter so dramatisch, dass es ums nackte Überleben geht. In einem Land der unbegrenzten Möglichkeiten scheitern nur allzu oft die Menschen genau daran. Wo sind die Nächstenliebe und die Hilfsbereitschaft, wo Loyalität und Gemeinschaftssinn? Es ist kein weichgezeichnetes glorifiziertes Amerika sondern eines, welches seltsam rückständig und schwerfällig wirkt. Eines, in dem Selftmade heißt, dass derjenige, der nicht stark genug ist, gnadenlos untergeht.

Frau Hannah legt mutig den Finger auf Probleme, die unterschwellig noch immer im ländlichen Teil der USA schwelen.

Bewertung vom 08.12.2021
Die falsche Zeugin
Slaughter, Karin

Die falsche Zeugin


sehr gut

Es war nicht mein erstes Buch von Karin Slaughter. Aber seit langem mal wieder ein Stand Alone. Ich habe dein Eindruck, das hat dem Buch gut getan. Die Autorin muss ihre zwei Hauptdarstellerinnen erst mal vorstellen und ihr Leben reflektieren. Die Kindheit, in der die beiden durch Männer Gewalt, Angst und Schlimmeres erlebt haben, wird hart und realistisch geschildert. Man hat Zeit und jede Menge Motivation, um die beiden ins Herz zu schließen. Dabei ist die eine vor allem ein bemitleidenswertes Opfer und die andere entwickelt sich im Laufe der Jahre zu einer taffen Frau und Anwältin, die sich entschlossen hat zu handeln und zu kämpfen.
Und eines Tages hat sie die Chance auf Rache.

Slaughter schreibt in gewohnter Manier. Harte und teils brutale Thrillerkost. Die Heldinnen haben eine Vergangenheit, die man keinem Menschen wünscht. Es gefällt mir immer sehr, wenn in Thrillern Anwälte eine wichtige Rolle spielen. Und auch das Thema emotionale und körperliche Abhängigkeiten spielt eine große Rolle und wird gut abgehandelt.

Für mich ein erfreulich runder Thriller mit Spannung und Action. Und nach einer Phase, in der ich die Autorin nicht mehr oft gelesen habe, weil mir die Serien-Bücher nicht mehr so gut gefallen haben, ist dieser Stand-Alone wirklich zu empfehlen. Es geht aufwärts.

Bewertung vom 08.12.2021
Der Traumpalast
Prange, Peter

Der Traumpalast


gut

Das Buch lässt mich zweigeteilt zurück.

Zum Einen geht es um die Geschichte der UFA und der Filmschaffenden in Deutschland. Als jemand, der genau in dieser Branche auch tätig ist, hat mich das Thema natürlich brennend interessiert. Und es ist spannend und erhellend, was Prange hier erzählt. Gute Recherche und ein Gepür für die damalige Stimmung machen das Alles sehr glaubwürdig.

Zum Anderen sind da die beiden Hauptdarsteller Tino und Rahel und ihre Liebesgeschichte. Hier hatte ich Schwierigkeiten. Irgendwie konnte ich die beiden nicht uneingeschränkt ins Herz schließen. Vielleicht lag es an ihrer teils sehr spröden Art, wie die Beziehung ablief. Wie beide sich nicht richtig darauf einlassen konnten und später Schwierigkeiten hatten, den Absprung in eine richtige Beziehung zu schaffen. Das nervte mich und war mir unveständlich.

Ebenfalls etwas anstrengend fand ich das ständige Springen zwischen verschiedenen Erzählsträngen. Eine Unruhe zog sich durch die Geschichte.

Sicher werde ich auch Teil 2 lesen. Nach so einem dicken Wälzer will man einfach wissen, wie es weitergeht. Aber es ist definitiv nicht mein Lieblingsbuch dieses Autors. Ich weiß von was ich Rede, denn ich folge ihm seit Jahren mit Vergnügen.

Bewertung vom 08.12.2021
Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher
Rygiert, Beate

Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher


sehr gut

Der Titel "Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher" ist sehr passend gewählt. Eine der renommiertesten Autorinnen der damaligen Zeit, Vicki Baum, ist eine der Darstellerinnen. Eine andere Rosalie Gräfenberg, die junge zweite Frau von Franz Ullstein. Die Geschichte hat also viele reale Personen und einen historischen Hintergrund. Geschickt wird aber auch ein fiktiver Handlungsstrang einer kleinen Mitarbeiterin erzählt und ihres Liebsten, einem angehenden Fotograf, die ebenfalls im Verlagshaus arbeiten und weitere Facetten in der Buch- und Zeitungsherstellung bieten.

Das Buch liest sich hervorragend und unterhaltsam. Mir hat besonders gefallen, dass man wirklich Sachen erfährt, die ich so nicht wusste. Das Schicksal der realen Personen wird glaubhaft geschildert aber richtig ans Herz gewachsen sind mir die kleinen Leute und wie sie ihr Leben mutig und klug meistern.

Fazit: Eine Autorin, die zu erzählen versteht und die ich mir merken werde.

Bewertung vom 08.12.2021
Was die Hoffnung verspricht / Die Dorfschullehrerin Bd.1
Völler, Eva

Was die Hoffnung verspricht / Die Dorfschullehrerin Bd.1


ausgezeichnet

Diese Geschichte spielt zu einer Zeit, als es noch eine deutsch-deutsche Grenze gab. Der Weltkrieg ist nur wenige Jahre her, die Menschen haben gerade erst wieder begonnen, ein neues und friedliches Leben zu genießen. In der DDR realisieren die Bürger, dass nicht alles zum Guten steht und der Gedanke nach Flucht hat auch Helene und ihre Familie erfasst. Sie sucht sich im Westen eine Stelle und entwickelt einen Plan zur Fluchthilfe für die zurückgebliebenen Familienmitglieder.

Ich mag es einfach, wie Eva Völler erzählt. Ihre Darsteller sind wunderbar nahbar und realistisch. Man möchte sie auch im wahren Leben kennen und kann mit ihnen hervorragen dmitfiebern. Genau so müssen spannende Romane sein. Man taucht ein, vergisst die Zeit und lebt die Geschichten mit, die die Autorin schreibt.

Ein rundrum gelungener Reiheneinstieg. Interessantes aus der damaligen Zeit und eine schöne Liebesgeschichte. Besonders hervorheben möchte ich auch, dass alles so gar nicht kitschig oder übertrieben wirkt. Ich fand auch das Finale passend und obwohl man weiß, dass die Story weitergeht - und sich darauf freut- ist man zufrieden mit dem runden Ende.

Fazit: Unbedingt lesen