Benutzername: Weinlachgummi
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Insgesamt 190 Bewertungen
Bewertung vom 17.10.2017
Die Königin / Der schwarze Thron Bd.2
Blake, Kendare

Die Königin / Der schwarze Thron Bd.2


sehr gut

Band 1 der Reihe, die Schwester hat mir richtig gut gefallen. Ich weiß, es gab viel Kritik an der Geschichte, zu oberflächlich und langatmig, sind nur ein paar Wörter, die gefallen sind. Doch für einen Einstieg fand ich ihn toll, doch für Band 2 habe ich dann doch ein paar Antworten und Vertiefungen erhofft.

Auf der Insel Fennbirn gibt es noch Magie. Die Drillinge Mirabella, Katharine und Arsinoe wurden dort als Prinzessinnen geboren und sind Anwärter auf den Thron. Jede hat eine besondere Gabe, welche ihnen helfen soll den Thron zu besteigen. Denn dafür müssen sie ihre Schwestern umbringen, nur so schafft man es dort gekrönt zu werden. Der grausige Kampf um die Krone hat in Band 1 begonnen und endet nun in Band 2. Werden die Schwestern es schaffen, sich gegenseitig umzubringen oder doch einen anderen weg finden.....

Kendare Blake hat einen tollen Schreibstil. Wieder habe ich die Geschichte nur so verschlungen. Durch ihren flüssigen Stil fliegen die Seiten nur so dahin. Sie verliert sich nicht in endlosen Details und ich hatte einen schönen Lesefluss und konnte mich völlig auf die Geschichte einlassen.

Da mir Band 1 so gut gefallen hat, waren meine Erwartungen an Band 2 hoch. Ich habe gehofft nun mehr über die Welt zu erfahren, warum gibt es dieses System mit den Drillingen? Warum regiert nicht die Mutter weiter, bis die Töchter alt genug sind, um sich gegenseitig umzubringen? Besonders dies erschien mir nicht als sehr logisch. Deswegen hätte ich da auf eine Erklärung gehofft. Leider fehlte mir da allgemein etwas die Substanz, das Hintergrundwissen. Ich hoffe wirklich da kommt noch was. Zuerst dachte ich, es würde nur eine Dilogie werden, aber nun folgen wohl doch noch 2 Bücher. Vielleicht habe ich da zu Beginn der Reihe aber auch was falsch verstanden.

Mit den drei Hauptcharakteren, den Königinnen, wurde ich nicht gleich warm. Die Geschichte wird wieder abwechselnd aus der Perspektive von Mirabella, Katharine und Arsinoe erzählt. Wie in Band 1 aber nicht aus der Ich-Perspektive, was ich immer noch etwas schade finde. Alle drei Schwestern haben sich durch die Geschehnisse in Band 1 verändert. Besonders Katharine, die ich sehr mochte. Mit ihr kam ich nun nicht mehr so klar. Und Arsinoe, die ich im Vorgänger schon nicht so toll fand, bekam wieder sehr viel Sceen Time. Dies hat mir meinen Lesespaß etwas gemindert.

Nun zu der Handlung, diese gefiel mir zu Beginn noch. Ich war sehr gespannt, wie die Autorin die Geschichte auflösen möchte. Ich war das Buch durchweg gefesselt von der Handlung. Doch gegen Ende haben mir die Geschehnisse nicht mehr gefallen. Ich verrate natürlich nichts über das Ende und dieses als solches kann ich auch akzeptieren. Aber es ging alles viel zu schnell. Die Handlung hatte dann etwas so Gehetztes und für mich hat auch nicht immer alles Sinn ergeben. Außerdem gab es da noch eine traurige Szene, die mir sogar nicht gefallen hat. In der ganzen Geschichte gab es eigentlich nur ein Pärchen, welches ich gerne zusammen gesehen hätte und dann stirbt genau ein Teil davon.


Fazit:
Drei Schwestern, ein Thron, wer wird am Ende gekrönt?
Die Idee der Geschichte ist nach wie vor toll, doch mir fehlten Hintergrundinfos.
Der Schreibstil von Kendare Blake fand ich wieder klasse, sehr flüssig zu lesen. Ich war durchgehend gefesselt von der Handlung und habe auch die Spannung nicht vermisst.
Mit dem Ausgang des Buches bin ich nicht so glücklich und hoffe die (nun doch?) geplanten 2 weiteren Bücher machen da wieder was gut.

Bewertung vom 17.10.2017
Hot Mama / Bigtime Bd.2
Estep, Jennifer

Hot Mama / Bigtime Bd.2


sehr gut

Hot Mama ist Band 2 der Big Time Reihe von Jennifer Estep. Band 1 Karma Girl hat mir im Frühjahr sehr gut gefallen. Allgemein mag ich die Bücher von Estep sehr gerne und habe mich über diese neue Reihe, in der es um Superhelden geht sehr gefreut. Da in Band 1 und 2 unterschiedliche Charaktere behandelt werden, könnte man sie auch unabhängig voneinander lesen, wenn man den unbedingt möchte. Man wird dann aber für Band 1 sehr gespoilert, deswegen würde ich es nicht empfehlen. Und lieber die richtige Reihenfolge beibehalten.

Fiona Fine lernten wir schon in Karma Girl kennen und ich war gespannt auf ihre Geschichte. Besonderes, da sie mir in Band 1 nicht so gefallen hat. Fiona ist ein spezieller Charakter mit einem sehr einnehmenden Wesen. Sie steht gerne im Mittelpunkt, genießt Aufmerksamkeit und will aus der Maße herausstechen. Von sich selbst ist sie sehr überzeugt und wirkte auf mich auch schon mal arrogant und überheblich. Sie ist der Mittelpunkt des Universums, und alle anderen haben sich gefälligst um sie zu drehen. Es war mal was anderes aus der Sicht so einer Protagonistin zu lesen, aber ich komme im Allgemeinen mit so Menschen nicht klar.

Da die Geschichte aus der Sicht von Fiona erzählt wird, lernt man aber auch hinter die Fassade zu blicken, die sie um sich aufgebaut hat. Mit der Zeit konnte ich sie dann besser verstehen. Doch mein Typ war sie trotzdem nicht. Johnny Bulluci hingegen mochte ich sehr. Er und Fiona passen super zusammen. Beide sind sehr charakterstarke Persönlichkeiten. Die Szenen zwischen den beiden mochte ich sehr. Hier hatte ich das Gefühl, dass die Sex-Szenen etwas deutlicher waren als sonst in den Estep Büchern. Was mich aber nicht gestört hat.

Die Handlung ist leider etwas vorhersehbar. Wie auch schon in Band 1 steigt man schnell dahinter, wer sich hinter den Masken verbirgt. Leider merken es die Charaktere im Buch aber nicht so schnell, obwohl es teilweise wirklich sehr offensichtlich ist. Richtig klasse fand ich wieder den Humor in der Geschichte, es gab ein paar wirklich witzige Szenen. Aber da das Thema Trauer und Rache auch seinen Stellenwert in der Handlung hat, gab es nicht nur was zum Lachen. Sehr groß war der Action Anteil, die Dynamik in der Geschichte war mir manchmal sogar etwas zu viel. Fiona ist immer in Bewegung, es gab kaum ein Luftholen.

Fazit:
Minimal schwächer als Karma Girl.
Eine feurige Superheldin und ein himmlischer Biker.
Rasant, spannend, witzig aber auch manchmal nachdenklich.
Es geht um Rache und Trauerbewältigung, eine neue Liebe und natürlich Superhelden und Schurken.

Bewertung vom 17.10.2017
Die Illuminae-Akten_01 / Illuminae Bd.1
Kaufman, Amie; Kristoff, Jay

Die Illuminae-Akten_01 / Illuminae Bd.1


ausgezeichnet

Illuminae wurde im englischsprachigen Raum sehr gehypt. Ich habe so einige begeisternde Stimmen gehört und war sehr neugierig auf dieses Buch. Als ich es dann in den Händen hatte, war ich noch neugieriger, da es so ganz anderes aufgebaut ist. Und nun nachdem Lesen kann ich die Begeisterung sehr gut verstehen.

Die Aufmachung des Buches ist etwas ganz besonders. Illuminae Akten-01 ist nicht nur ein Untertitel, nein es beschreibt auch wie das Buch aufgebaut ist. Nämlich als wäre es eine Akte. Mit allen möglichen Dokumenten. Da wären Chat Protokolle, E-Mails sowie Aufzeichnungen von Videoaufnahmen und Einträge aus dem AIDAN Kern. Und nun kommt das Tolle an der Sache, diese einzelnen Dokumente schauen auch so aus, wie sie sollten. So ist auf einem Bericht zum Beispiel ein Kaffeefleck und die ganzen AIDAN Dokumente sind auf schwarze Seiten gedruckt. Es gibt Pläne von den Raumschiffen und noch ganz viele tolle Details. Kurz um die Aufmachung ist genial. Und somit wirkt es sehr authentisch.

Durch diese Aufmachung liest sich das Buch nicht wie ein gewöhnlicher Roman, da es in diesem Sinne keinen Erzähler gibt. Der Leser begleitet die zwei Protagonisten Kady und Ezra durch verschiedene Dokumente. Man lernt sie kennen durch ein Verhör, beobachten sie durch Videoaufzeichnungen und und und. Die Autoren hatten da wirklich großartige Ideen.

Zuerst fand ich dies sehr ungewöhnlich, da ich etwas Vergleichbares noch nicht gelesen habe. Aber nach kurzer Zeit war ich beigesteuert und gefesselt. Das Buch lässt sich sehr schnell lesen, da die einzelnen Dokumente nicht unbedingt eine Seite einnehmen, man sollte sich also nicht von den über 600 Seiten abschrecken lassen. Noch dazu war die Geschichte unheimlich spannend. Zu beginn hätte ich nicht vermutet, dass die Handlung in so eine Richtung geht, da ich den ausführlichen Klappentext nicht vorher gelesen hatte.Umso überrascht war ich dann von den Entwicklungen. Und besonders ein Ereignis hat mich richtig schockiert und überrascht, ok, eigentlich war ich ziemlich oft überrascht.

Manche Chats fand ich etwas banal. Was wohl daran lag, dass ich so eine Chat-Sprache nicht so mag. Aber dieses kleine Manko machte die Geschichte schnell wieder gut. Gerade gegen Ende war ich total gefesselt von der Handlung und wollte nicht mehr mit dem Lesen aufhören. Es geht auch manchmal ziemlich brutal zu und die Vorstellung so einer Situation ausgesetzt zu sein, bbbrrrr.


Fazit:
Genial.
Der Aufbau des Buches in Form einer Akte ist etwas ganz neues und ein besonderes Leseerlebnis.
Die Details dieser Akte sind großartig.
Die Handlung ist rasant und spannend, konnte mich permanent fesseln und auch überraschen.
Die Art wie man Kady und Ezra kennenlernt war interessant und ich konnte trotzdem eine Beziehung zu den beiden aufbauen.
Auf den nächsten Band bin ich extrem gespannt.

Bewertung vom 17.10.2017
Der Jadedolch / Nalia, Tochter der Elemente Bd.1
Demetrios, Heather

Der Jadedolch / Nalia, Tochter der Elemente Bd.1


sehr gut

Ich lese sehr gerne orientalisch angehauchte Bücher, wenn dann auch noch Dschinns darin vorkommen umso besser. Das Cover finde ich gut gewählt, der orientalische Aspekt wird gleich deutlich.

Nalia musste aus ihrer Heimat Ardjinna fliehen, dort gab es einen Putsch gegen ihre Familie. Sie wurde dann aber von der schwarzen Karawane entführt und als Dschinn Sklavin auf der Erde an Malek Alzahabi gekauft. Bei ihm lebt sie nun seit 3 Jahren und versucht immer wieder zu fliehen. Doch es gelingt ihr nicht. Als der Rebellenführer Raif auftaucht, witterte sie eine Chance endlich den Ketten ihres Meisters zu entkommen. Doch sind diese nicht mehr ihr einziges Problem, denn die neue Herrscherin von Ardjinna will Nalia tot sehen und schickt einen Killer sie zu erledigen....

Die Geschichte wird zum größten Teil aus der Sicht von Nalia erzählt. Die Perspektive wechselt aber auch manchmal zu Raif, dem Rebellen und zu Haran, ihrem Verfolger. Die Kapitel von Haran fand ich ziemlich brutal und grausam. Ich war froh, wenn sie wieder vorbei waren. Die Kapitel von Raif fand ich hilfreich, da ich mit ihm nicht so viel anfangen konnte. So lernt man ihn wenigstens etwas besser kennen. Nalia an sich mochte ich, wenn man ihre Gefühle mal ausklammert. Man muss bedenken, dass sie noch jung war, gerade einmal 15 Jahre, als ihre Familie vor ihren Augen abgeschlachtet wurde und sie als Sklavin verkauft wurde. Kommen wir zu Malek, er ist der Besitzer von Nalia. Er ist für mich ein sehr zwei-gespaltener Charakter. Ich weiß immer noch nicht so recht, was die Autorin mit ihm vorhat und wie er auf die Leser wirken soll. Dass die Autorin das Thema Sklaverei in ihre Fantasy Geschichte ein webthat mir gut gefallen. Da es diese ja leider immer noch gibt.

Angst ist unser größter Feind.
Besiege die Angst und du besiegst dich selbst.
Besiege dich selbst und du besiegst die Welt.
Seite 389

Zu Beginn kam ich mit ihrem Schreibstil nicht gleich klar, musste mich erst mal einfinden. Die Idee der Geschichte, die Einführung der Dschinns mir ihren Kasten und Fähigkeiten, der ganze Weltenentwurf, hat mir sehr gut gefallen. Da sich die Geschichte fast nur hier in unsere Welt abspielt, kam für mich dieses orientalische Gefühl noch nicht so gut raus. Aber da hoffe ich auf Band 2 und einen Setting Wechsel. Man lernt zwar Ardjinna durch ein paar Rückblenden kennen. In denen man auch Nalia besser verstehen lernt. Aber trotzdem würde ich gerne länger in dieser berauschenden Welt verbringen, die Beschreibungen der Autorin haben mich da sehr neugierig gemacht.

Mein großes Problem an der Geschichte war die Liebesgeschichte. Sie nimmt teilweise viel Raum ein, was mich an sich nicht gestörte hätte. Nur habe ich ein anderes Paar geshippt und auch wieder nicht. Nalia ist sich immer wieder unsicher, was sie empfindet und wie sie Situationen wahrnimmt. Deswegen war ich mir dann auch unsicher, ob ich etwas gut finden soll oder nicht. Ganz nach dem Motto, wenn beide es mögen warum nicht. Doch es gab ein paar Szenen, die für mich gar nicht gingen. Und die Liebesgeschichte, die dann letztendlich zustande kam, ging mir zu schnell und ich konnte sie nicht ganz nachvollziehen.


Fazit:
Der Weltenentwurf, die Dschinns und das Kasten System haben mir sehr gut gefallen.
Nalia ist eine komplexe Protagonistin, die sich stark entwickelt.
Ihre Unentschlossenheit bei manchen Dingen, machte es mir aber nicht so leicht.
Mit der Liebesgeschichte kam ich nicht so klar.
Die Autorin baut erst den einen Faden aus, schneidet ihn dann aber ab um einen anderen anzuknüpfen, kurz bevor das Bild fertig war. Und irgendwie passte es dann nicht mehr so.

Bewertung vom 08.10.2017
Der Gesang der Nachtigall
Strange, Lucy

Der Gesang der Nachtigall


sehr gut

In erster Linie wurde ich auf das Buch aufmerksam, weil mich der Titel an das Märchen von Hans Christian Andersen Des Kaisers Nachtigall erinnert hat. Deswegen habe ich mich dann auch sehr gefreut, dass das Märchen auch seinen Stellenwert im Roman hat.

Das Cover ist, wie so oft bei den KönigsKinder richtig schön. Auf eine dezente und kunstvolle Art. Es glitzert nicht, es springt einem nicht direkt ins Auge, es kommt ruhig daher, genauso wie die Handlung. Aber trotzdem muss ich es gerade beim Schreiben immer wieder ansehen, weil ich es so schön finde.

Die Geschichte spielt in England, 1919. Die Familie Abbott hat einen schweren Schicksalsschlag erlitten und zieht aus London hinaus aufs Land, nach Hope House. Die Mutter erholt sich immer noch nach den Geschehnissen und kann sich nicht um die kleine Piglet kümmer. Der Vater muss geschäftlich ins Ausland und so bleiben nur noch die zwölfjährige Henry und Nanny Jane. Wobei Henry nicht so sicher ist, ob sie Nanny Jane bei den Familien Angelegenheit blind vertrauen kann. Nicht nur die komischen Geschehnisse um das Haus verunsichern Henry, sondern auch das drohende Unheil, welches ihrer Familie droht.

Vor dem Lesen wusste ich nicht recht, was mich erwartet. So habe ich einfach ohne irgendwelche Erwartungen zu Lesen angefangen. Zu Beginn geht es ruhig daher. Man lernt die Familien Situation kennen und die einzelnen Charaktere. Doch mit der Zeit schwingt etwas Unterschwelliges mit, der Leser merkt genau wie Henry, dass da etwas nicht stimmt. Doch Henry ist erst zwölf Jahre alt und noch dazu ein Mädchen. Von ihr werden weder Widerworte geduldet, noch Einmischungen. Ja, manchen erscheint schon die Tatsache, dass sie Bücher liest als verwerflich.

Man merkt ganz deutlich, dass das Buch in einer anderen Zeit spielt. Man könnte denken, keine 100 Jahre, ist doch noch gar nicht so lange her. Und doch hat die Autorin die Unterschiede sehr schön eingebracht. Ich habe mich völlig zurück versetzt gefühlt. Es gab so einige Momente, in denen ich mit Henry und der Familie mitgefiebert habe und gehofft, dass alles gut ausgehen wird. Somit gab es auch gegen Ende ein paar spannende Szenen, aber im Allgemeinen empfand ich das Buch eher als ruhig.

Wie gesagt, es gab durchaus auch spannende Szenen, gerade gegen Ende hin. Aber der Grundton ist eher ruhig. Sehr gut gemacht finde ich, dass der Leser, also zumindest ich, mir manchmal auch nicht so sicher war, was Henry anging. Es werden Vermutungen in den Raum geworfen und man fragt sich, ist dies wirklich so? Außerdem geht es auch um das Thema Trauerbewältigung und Mut.


Fazit:
Die zwölf jährige Henry muss stark sein für ihre Familie, den sie droht auseinanderzubrechen.
Ruhig, aber doch mit spannenden Momenten erzählt die Autorin sehr einfühlsam eine Geschichte über Verluste und den Zusammenhalt einer Familie.

Bewertung vom 08.10.2017
Lieber Daddy-Long-Legs
Webster, Jean

Lieber Daddy-Long-Legs


sehr gut

Ich muss gestehen, erst nachdem Lesen ist mir aufgefallen, dass die Geschichte schon 1912 das erste Mal veröffentlicht wurde. Ich dachte den ganzen Roman über, die Autorin hätte sich beim Schreiben in eine andere Zeit versetzt, dabei hat sie diese miterlebt. Was die Geschichte rückwirkend noch mal interessanter macht. Es gibt auch einige Verfilmung des Romans, welche aber alle schon älter sind.

Das Cover ist richtig schön, finde ich. Der Mann mit Zylinder passt zu Geschichte und vermittelt gleich den Eindruck, dass die Geschichte nicht in der heutigen Zeit spielt. Außerdem ist auch der Einband, wenn man den Schutzumschlag abnimmt, sehr schön gestaltet.

Judy Abbott lebt in einem Waisenhaus, doch mit ihren bald 18 Jahren ist dort kein Platz mehr für sie. Durch einen humorvollen und auch leicht frechen Aufsatz erweckt sie das Interesse eines reichen Gönners. Diese schickt sie auf die Universität, damit eine Schriftstellerin aus ihr wird, möchte aber lieber anonym bleiben und doch stellt er eine Bedienung. Judy soll ihm jeden Monat einen Brief schreiben, über ihr Leben dort und ihre Fortschritte im Studium.

Der Leser erlebt mit, wie Judy an der Universität auf blüht. Sich immer weiter entwickelt und langsam das Waisenhaus hinter sich lässt. Sie schreibt zumeist voller Leidenschaft von ihrem Alltag und auch hin und wieder von ihren Studien an Daddy-Long-Legs. Diesen Namen hat sie sich ausgedacht, nachdem sie nur ein Mal kurz seine Silhouette gesehen hat. Bis auf den Anfang ist das Buch in Briefform aufgebaut. Da Daddy-Long-Legs Judy nie antwortet, lesen wir immer nur die Dinge aus ihrer Sicht. Und wissen somit lange nicht, wer sich hinter diesem Wohltäter verbirgt. Wobei man da recht schnell einen Verdacht hat.

Die Geschichte ist nicht besonders spannend. Es geht eher um die leisen Töne. Wie Judy immer mehr eine Beziehung zu einem Mann aufbaut, den sie eigentlich gar nicht kennt und ihm ganze 4 Jahre Briefe schreibt. Darüber, wie sie ihren Weg geht und ein neues Leben entdeckt. Für mich kam die damalige Zeit sehr gut zum Ausdruck, auch wenn diese nie ausdrücklich erwähnt wurde. Und ich fand es sehr interessant, diese knapp 100 Jahre zurückzureisen.

Trotzdem hat mir etwas bei der Geschichte gefehlt. Die Geschichte plätscherte so ein bisschen dahin und irgendwie passiert nicht viel. Klar Judy reift und lernt ihren Weg zu gehen und auch die Welt lernt sie kennen. Aber oft dachte ich beim Lesen, da müsste noch was kommen. Vielleicht ist so ein ruhiges Buch auch nichts für mich und ich brauche ein gewisses Drama.

Fazit:
Ein sehr ruhiger Roman.
Die Geschichte ist genauso zart, wie die Blumen auf dem wunderschönen Cover.
Eine leise und unaufdringliche Geschichte über ein Waisenmädchen, erzählt in Briefform.
Für mich manchmal zu ruhig.

Bewertung vom 30.09.2017
Einhornzähmen leicht gemacht / Pip Bartlett und die magischen Tiere Bd.2
Stiefvater, Maggie; Pearce, Jackson

Einhornzähmen leicht gemacht / Pip Bartlett und die magischen Tiere Bd.2


ausgezeichnet

Einhornzähmen leicht gemacht ist der zweite Band der Reihe Pip Bartlett und die magischen Tiere. Man kann die Bücher auch unabhängig voneinander lesen, da man für Band 2 kaum Vorwissen braucht. Aber ich würde euch empfehlen, auch Band eins zu lesen, da er genauso süß und witzig ist wie Band zwei.

Das Design ist wieder richtig toll. Das Cover hat den gleichen Stil wie Band eins. Die Seiten haben dieses Mal passend zur Coverfarbe Pinke Elemente, richtig toll. Außerdem gibt es wieder ganz viele Zeichnungen von Maggie Stiefvater. Und auch wieder Beschreibungen der Unterschiedlichen magischen Tiere. Auf manchen Seiten findet man einen Felsenschein, um Pip zu zitieren, sie sind braun und klumpig und haben die Form eines haarigen Toasters. Also verdammt niedlich. Die Schrift ist groß gehalten und die Empfehlung ab 8 Jahren kann ich unterschreiben. Bedenkliche Szenen konnte ich keine finden.

Der Titel Einhornzähmen leicht gemacht verrät schon um welches magische Tier es hier hauptsächlich geht. Pip hilft den Sommer über bei ihrer Tante in der Tierklinik aus und dort in der nähe gibt es einen großen Wettbewerb, in dem unter anderen auch ein Turnier für Einhörner stattfindet. Regent Maximus soll dort aufdrehten. Doch leider hat das Einhorn immer noch vor allem Angst. Sei es die Farbe Blau oder Holz. Deswegen entpuppt es sich als gar nicht so einfach, ihn auf das Turnier vorzubereiten.

Pip muss dies aber nicht alleine machen, denn Thomas hilft ihr. Thomas ist fast so toll wie die magischen Tiere. Den Thomas ist gegen fast alles allergisch. Deswegen hat er auch immer alles Mögliche für den Notfall dabei. Was auch wirklich nötig ist, da er sonst anfängt zu leuchten, ihm blubber Blasen aus dem Mund kommen oder die Haare abstehen, alles ganz normale allergische Reaktionen auf die unterschiedlichen magischen Tiere. Die magischen Tiere sind so süß. Allgemein ist das ganze Buch einfach süß. Wenn man sich die Szenen wirklich bildhaft vorstellt, hat man ein tolles Kopfkino. Bei einer Szene habe ich sogar Tränen gelacht, weil sie einfach so witzig war.

Aber das Buch ist nicht nur süß und witzig. Es versteckt auch ein paar schöne Botschaften. Dass Menschen manchmal aus guten Gründen das falsche machen, es aber trotzdem noch Falsch bleibt. Man seine Ängste überwinden kann und das alleine schon der Versuch sehr mutig ist. Und auch, dass es für jeden Topf seinen Deckel gibt, oder eher für jedes Kind ein magisches Tier, das zu einem passt.

Mein Fazit:
Ich habe Tränen gelacht und fast einen Zuckerschock bekommt, so süß fand ich einzelne Szenen.
Wie gerne würde ich auch in einer Welt mit solch magischen Tieren leben.
Die Geschichte ist nicht nur etwas für Kinder ab 8 Jahren, sondern auch für Erwachsene.
Die Charaktere, menschlich wie tierisch sind so liebevoll gezeichnet.

Bewertung vom 30.09.2017
Die falsche Prinzessin / Shadow Dragon Bd.1
Otts, Kristin Br.

Die falsche Prinzessin / Shadow Dragon Bd.1


sehr gut

Die falsche Prinzessin ist Band 1 der Trilogie Shadow Dragon. Angesprochen hat mich hier gleich das tolle Cover. Man sieht das Auge eines Drachen und die Schuppen schimmern. Außerdem sieht man noch ein Mädchen mit einem Schwert, welches mich an Mulan erinnert hat.

Die Geschichte spielt in einer fernöstlich angehauchten Fantasy Welt. Es gibt Drachen und 4 Königreiche. Leider gab es keine Karte im Buch, vielleicht ja in Band 2? Die Königreiche heißen nach ihren Gebieten, nämlich, Desert, River, Mountain und Forest Kingdom. Und aus diesen 4 Königreichen wird ein Kaiser bestimmt. Doch damit hatte unsere Protagonistin Kai eigentlich nicht viel zu tun. Sie ist eine Onna-Bugeisha und ihre Aufgabe ist es die Prinzessin Noriko zu beschützen. Nachdem aber diese bei einem Attentat verletzt wird, findet sich Kai in ihrer Rolle wieder. Nicht nur die Kleider und Umgangsformen machen ihr da Probleme, sondern auch die Intrigen und Mordanschläge am kaiserlichen Hof. Noch dazu gibt es auch noch den Shadow Dragon, ein heiliges Wesen, welches mit ihr spricht und nicht zu vergessen einen Prinzen und einen Drachenhüter, die beide ihr Herz erobern wollen.....

Die Idee der Geschichte hat mir gefallen, genauso wie die eingestreuten Geschichten, die einem die Geschichte des Reiches näher bringen. Auch lies es sich flüssig und einfach lesen. Es gab zwar einige spannende Szenen, aber auch immer wieder kleine Hänger. Hin und wieder fand ich es nicht so spannend und habe gemerkt, wie ich abschweife.

Kai, die Protagonist, hat mir gefallen. Ich mochte ihren Kampfgeist und wie sie sich für ihre Mitmenschen einsetzen will. Man ließt nur aus ihrer Sicht und kann sie dadurch sehr gut verstehen. Nur ihre inneren Dialoge, wenn sie bestimmte Themen immer wieder abgewogen hat, hat mich etwas nerven gekostet. Einige der Charaktere um sie herum kann man nicht so leicht einschätzen bzw. weiß man am Hofe nicht so genau, wem man trauen kann. Dies sorgte für zusätzliche Spannung.

Der erste Band dieser Trilogie hat für mich Potenzial. Aber so ganz konnte ich mich noch nicht in die Welt einfinden. Manches wirkte mir noch zu schwammig. Aber ich bin trotzdem gespannt, wie sich die Geschichte weiter entwickeln wird und ob ich mit einer Vermutung recht habe. Es gibt nämlich noch einiges zu spekulieren und so was mag ich immer.

Mein Fazit:
Das Setting, welches an Asien erinnert, hat mir gut gefallen.
Genauso wie die Drachen.
Auch Kai fand ich sympathisch.
Doch gab es für mich gerade in der ersten Hälfte immer mal wieder Hänger.
Die Geschichte kam nicht so ganz voran und ich die Welt konnte ich mich noch nicht so einfinden.
Trotzdem bin ich sehr gespannt auf den zweiten Band.
3,5 Weingummis

Bewertung vom 30.09.2017
Eisige Gezeiten / Falling Kingdoms Bd.4
Rhodes, Morgan

Eisige Gezeiten / Falling Kingdoms Bd.4


ausgezeichnet

Eisige Gezeiten ist Band 4 der Falling Kingdoms Reihe von Morgan Rhodes, dies ist ein Pseudonym von Michelle Rowen. Deswegen könnte die Besprechung auch leichte Spoiler zu den vorherigen Bänden enthalten, aber nicht mehr, als sich schon im Klappentext tummeln.

Das Cover passt optisch schön zu Band 3 und auch den neu verlegten Band 1 und 2. Die kalte Landschaft sowie die brennende Axt passen schön zu Geschichte. In der Klappbroschur am Anfang und am Ende findet mein eine Karte, zuerst die welche einen Ausschnitt der Welt zeig und am Ende, eine die Mytica zeigt. Die Karten schauen wieder super aus und sind auch hilfreich. Genauso wie das Personenverzeichnis am Anfang des Buches.

1 1/2 Jahre liegen zwischen dem erscheinen von Band 3 und Band 4. Deswegen viel es mir auch nicht so leicht mich wieder an alles zu erinnern. Vieles kam erst im Verlauf des Lesens wieder in mein Gedächtnis. Die vielen Charaktere und die komplexe Handlung trugen noch weiter dazu bei. Trotzdem war ich gleich zu Beginn wieder gefesselt von der Geschichte und habe das Buch an einem Tag gelesen.

Spannend und fesselnd geht es weiter und es gibt so viele Baustellen. Da wären die Elemente, viele Geheimnisse um sie wurden schon gelüftet und doch gibt es immer noch etwas zu entdecken. Jeder will sie und manche gehen auch über Leichen um sie zu bekommen. Dann wäre da noch die Sache mit den Rebellen und wer sich auf dem Throne halten kann. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, diese wechseln sich in unregelmäßigen Abständen ab und es gibt einige davon. Ganze 6 Protagonisten begleiten wir in diesem Band. Durcheinander kam ich nie, aber vorgeblättert um zu schauen, wann mein Lieblingscharakter wieder kommt, das habe ich öfters mal.

Wenn du nicht gegen das Unrecht auf der Welt kämpfst,
dann gehörst du zum Unrecht der Welt.
Seite 320

Magnus der Sohn des Blutkönigs ist immer noch mein Liebling. Er gleicht seinem Land, Limeros, schön anzusehen, aber auch kalt. Seine Entwicklung hat mir besonders gut gefallen. Auch Cleo, die Prinzessin von Auranos die Magnus heiraten musste, hat sich weiter entwickelt. Den negativen Eigenschaften der Cleo aus Band 1 ist sie entwachsen. Lucia, die Adoptivschwester von Magnus, hat sich auch radikal verändert. Auch sie ist ein sehr interessanter Charakter. Und dann wäre da noch Jonas, der Rebellenanführer. Ich und Jonas werden keine Freunde mehr. Ich habe das Gefühl, er hat kaum was gelernt und baut einfach immer wieder Mist und andere müssen darunter leiden.

Sehr interessant finde ich, dass wir auch die "Bösen" begleiten und aus ihrer Sicht lesen und somit erscheinen sie manchmal gar nicht mehr so böse. Die meisten Charaktere sind sehr vielschichtig und die Autorin bringt ihre Facetten sehr gut rüber. Oft wird die Reihe mit Game of Thrones vergleichen und es gibt durchaus Ähnlichkeiten. Aber man muss sich Voraugenführen, die Protagonisten hier sind fast alle noch Jugendliche, die meisten noch unter 20 Jahre. Da geht es manchmal schon zu wie in einer Soap. An manchen Stellen so kindlich und dann haut die Autorin wieder so brutale Szenen raus, dass mir der Mund offen stand. Außerdem gab es ein paar schöne Überraschungen, gerade gegen Ende. Leider habe ich damit schon gerechnet, aber es ist ja auch ein schönes Gefühl, dass man mit seinen Vermutungen im Recht war.

Fazit:
Ein bisschen wie Game of Thrones, nur mit Jugendlichen und mehr Herzschmerz.
Besonders die vielschichtigen Charaktere gefallen mir.
Aber auch der Weltenentwurf, mit seiner Magie und Geschichte ist toll.
Ich bin sehr gespannt, worauf das alles hinausläuft.
Hoffentlich dauert es bis Band 5 nicht wieder solange.

Bewertung vom 30.09.2017
Die Hüter des Todes / Scythe Bd.1
Shusterman, Neal

Die Hüter des Todes / Scythe Bd.1


ausgezeichnet

Scythe hat mich gleich angesprochen, nicht nur aufgrund des interessanten Klappentextes. Sondern auch wegen dem tollen Cover. Durch den Sensenmann darauf weiß man gleich, was einen erwartet. Und auch die Farbgebung passt. Ein heller und ein dunkler Abschnitt und der Sensenmann in der Mitte.

Stellt euch vor, die Menschheit wäre so weit, dass es keine Krankheiten etc. mehr gibt. Es gibt ein übergeordnetes "Gehirn" Thunderhead genannt, somit sind keine Politiker mehr nötig, es gibt keine Krieger mehr, keine Ausbeutung. Jeder Mensch hat, was er braucht und könnte theoretisch Tausende von Jahren leben. Denn die Technologie einen Menschen wieder zu verjüngen und auch wiederzubeleben ist vorhanden. Hört sich toll an. Doch es gibt ein Problem, Menschen bekommen Kinder und so wächst die Bevölkerung und damit kommen die Scythes ins Spiel. Diese sollen das Gleichgewicht herstellen, damit die Erde nicht überbevölkert wird. Aber sollte ein Mensch über Leben und Tod entscheiden? Citra und Rowan werden unfreiwillig in die Ausbildung gedrängt. Und müssen nach einer Weile nicht nur mit ihren Gefühlen zueinander kämpfen.....

Die Idee der Geschichte finde ich richtig toll. Zu Beginn konnte ich die Welt noch nicht völlig begreifen, aber man erfährt nach und nach mehr und dies fügt sich zu einem beeindruckenden Bild zusammen. Es ist alles gut durchdacht und schlüssig. Unfreiwillig wird der Leser mit seiner eigenen Sterblichkeit konfrontiert. Und man fragt sich, ist diese vermeintliche utopische Welt wirklich besser. Eine Welt, in der man jederzeit ausgelesen (das humane Wort für ermordet) werden könnte, die Wahrscheinlichkeit aber sehr gering ist. Dies aber völlig willkürlich passieren kann. Man nie weiß, ob der Tod vor der Tür steht. Doch kann man auch in unsere Welt jederzeit sterben, aber der Unterschied ist, dort ist es eine bewusste Entscheidung von einem Menschen, immer.

Und was dies mit einem Menschen macht, solche Entscheidungen zu treffen. Erfahren wir durch die Kapitel von Rowan und Citra, welche sich abwechseln. Es gibt auch Tagebucheintragungen von anderen Scythes, aus denen man viel Nützliches erfährt. Da der Tod allgegenwärtig ist, hat das Buch eine dunkle Grundstimmung, nicht auf eine Art, die einen als Leser unterzieht. Aber trotzdem düster. Und es regt einen zum Nachdenken an.

Ich hatte die Befürchtung, die im Klappentext angedeutet Liebesgeschichte zwischen Rowan und Citra könnte mir die Geschichte verderben. Dies war aber nicht so, da diese sehr dezent ist. Die Charaktere fand ich gut dargestellt. Man hat ihre Gefühle und Gedanken verstanden. Rowan war mir um einiges sympathischer als Citra, mit ihr wurde ich nicht so warm.

Fazit:
Eine düstere Dystopie.
Wenn niemand mehr sterben müsste, wie wird dann ein Gleichgewicht auf der Welt gehalten?
Die Idee hat mir richtig gut gefallen und auch die Umsetzung.
Es passiert zwar nicht immer etwas, aber trotzdem sehr Spannende zu lesen. Habe es innerhalb von 2 Tagen gelesen.
4,5 Sterne