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Benutzername: lacastra
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Bewertungen

Insgesamt 54 Bewertungen
Bewertung vom 29.09.2019
Die Verschwörung von Brigant / Kingdoms of Smoke Bd.1
Green, Sally

Die Verschwörung von Brigant / Kingdoms of Smoke Bd.1


gut

Beginn mit Potential.

Mein erster Gedanke beim Aufbau und der Inhaltsangabe "das will doch ein Game of Thrones Verschnitt für jüngere Leser sein!"
Und ganz ehrlich, was wäre so schlecht daran...gut kopiert ist manchmal besser als schlecht ausgedacht.
Ob "Kingdoms of Smoke" in diese großen Fußstapfen treten kann? Es versucht zumindest sein Bestes.

Wie gesagt liegt der Fokus hier eher auf einer jüngeren Lesegruppe, aber trotzdem findet man die bekannten Versatzstücke aus dem Vorbild.
Auch hier gibt es diverse unterschiedliche Erzählstränge aus verschiedenen Perspektiven, einzigartige Charaktere, Intrigen, Verrat und Spannung.
Das Buch hätte meiner Meinung nach einige Seiten mehr vertragen können, denn sobald man mit den Charakteren richtig warm wird, ist Teil 1 auch schon durchgelesen. Und gelesen ist es aufgrund des flüssigen Schreibstils dann doch recht schnell.
Ein Punkt indem "Kingdoms of Smoke" aber definitiv komplett zurückbleibt ist die Schattierung der Charaktere, hier gibt es nicht etwa wie bei Game of Thrones viele Graustufen sondern fast durchgängig das alte Spiel Gut gegen Böse, was mich relativ schnell langweilt.
Auch die großen und überraschenden Plottwists hielten sich in Grenzen, die Handlung hat jedoch durchaus noch Potential, welches sich in den weiteren Teilen der Reihe entfalten könnte.

Wer könnte es mögen? Leute denen "Das Lied von Eis und Feuer" zu erwachsen, blutig und brutal war, wer zwar den grundlegenden Stil mochte, aber eher in der Jugendliteratur zuhause ist.

Bewertung vom 29.09.2019
Menschen neben dem Leben
Boschwitz, Ulrich Alexander

Menschen neben dem Leben


gut

Im Schatten des Reisenden.

Beim ersten Blick auf das Buch habe ich mich gefragt, warum denn auf der Rückseite nur Pressestimmen zu Boschwitz Roman "Der Reisende" stehen und nicht zu "Menschen neben dem Leben", nach dem Lesen konnte ich mir das selbst beantworten.
Das Gute, man kann sich durch die Schreibweise teilweise trotz der völlig unterschiedlichen Leben gut in die Protagonisten hineinversetzen, einige der Probleme sind auch heute noch durchaus aktuell. Das reicht aber bei Weitem nicht für einen guten Roman.
Was mich nicht so recht überzeugen konnte war die Handlung an sich, das mag ein sehr subjektives Empfinden sein, aber mit manchen Büchern wird man einfach nicht warm. Die Geschichten waren mir zu belanglos und konnten mich wenig begeistern, ein spannendes Buch hält man hier definitiv nicht in den Händen.

Für absolute Fans der Epoche eventuell interessant, für mich jedoch definitiv zu sehr gehyped, denn "Menschen neben dem Leben" bleibt leider weit hinter "Der Reisende" zurück. Ähnlich wie damals bei Harper Lees "Gehe hin, stellen einen Wächter" dachte ich auch hier nach dem Lesen, manche Bücher wurden zu Recht nicht veröffentlicht.

Bewertung vom 04.09.2019
Messer / Harry Hole Bd.12
Nesbø, Jo

Messer / Harry Hole Bd.12


sehr gut

Werden Harrys Abenteuer jemals langweilig? Bis jetzt noch nicht!

Bei schon lange fortgeführten Reihen wie Jo Nesbos Büchern um Protagonist Harry Hole muss man sich zwangsläufig irgendwann die Frage stellen, "Reicht es nicht bald?".
Die Antwort ist in diesem Fall auch nach dem aktuellen Buch "Messer" ein ganz klares "Nein".

Harrys Privatleben wird gleich zu Beginn auf den Kopf gestellt, allein und von Selbstvorwürfen geplagt, gibt er sich erneut der Alkoholsucht hin (sicher braucht ein Ermittler schlechte Eigenschaften die ihn menschlich machen, aber das ist tatsächlich ein Aspekt der mich mittlerweile etwas stört). Schließlich wacht er irgendwann wotwörtlich mit Blut an den Händen auf und begibt sich auf eine lebensverändernde Ermittlungstour.
Was ein Buch dieser Art für mich an Zutaten braucht sind, durchgehende Spannung, ein guter und nachvollziehbarer Plot sowie die ein oder andere schockierende Wendung. Hier macht Jo Nesbo wie gewohnt fast alles richtig und liefert in altgedienter Weise ab. Wer wirklich jeden Teil der Reihe gelesen hat, der wird wahrscheinlich ab und an die ein oder andere kleinere Länge überbrücken müssen, man wird aber stets belohnt.
Nicht das beste Buch der Reihe (für mich persönlich immer noch Rotkelchen), aber das ist wohl eher Geschmackssache. Mit den anderen mithalten kann es definitiv.

Alle Leser die Harry Holes Fälle bis jetzt mochten greifen wahrscheinlich sowieso zu, wer noch keine Bekanntschaft mit ihm gemacht hat, sollte dies nun endlich nachholen.

Bewertung vom 03.09.2019
Dead Lions
Herron, Mick

Dead Lions


sehr gut

Mein Name ist Lamb...Jackson Lamb.

Wo würde James Bond wohl landen, wenn er denn in einem seiner zahlreichen Fälle mal versagt hätte?
Zugegeben, Protagonist Jackson Lamb hat wohl außer dem Beruf recht wenig mit dem perfekten englischen Gentleman Mr. Bond gemein.
Gutes Benehmen ist ihm relativ unbekannt, dafür ist er voll von Zynismus und denkt meist nur an sich, man braucht als Leser definitiv etwas Eingewöhnungszeit um ihn lieb zu gewinnen. Zusammen mit seiner Truppe von ebenfalls "ausrangierten" Agenten sieht er sich nun einem neuen Fall gegenüber, und wenn es hart auf hart kommt, dann sollte man die "Slow Horses" nicht unterschätzen.

Schon die Einleitung und die damit verbundene Vorstellung der Charaktere ist sehr innovativ gelöst und verspricht ein besonderes Leseerlebnis. Die Schreibweise ist allgemein sehr erfrischend, sodass man stets einen guten Lesefluss hat.
Zudem strotzt die Handlung vor zynisch / sarkastischen Dialogen, die ich teils wunderbar, teils jedoch auch etwas zu übertrieben fand. Die Story hat einige Handlungsstränge, die eventuell am Anfang etwas zusammenhanglos wirken, sich aber am Ende mit diversen Wendungen und Verstrickungen zu einem glaubwürdigen Ganzen zusammenfügen.

Wem 007 zu glatt ist und dessen Fälle zu unrealistisch, der sollte mal zu "Dead Lions" greifen und sich überraschen lassen.
Es handelt sich übrigens um den zweiten Band der Reihe, ich hatte jedoch keine Probleme, auch mit diesem einzusteigen (werde mir aber wohl den ersten jetzt doch noch kaufen).

Bewertung vom 03.09.2019
ATME!
Merchant, Judith

ATME!


gut

Tief durchatmen Nile.

Erzählt aus der Ich-Perspektive begleiten wir Protagonistin Nile, die bei einem Einkaufsbummel ihren Freund Ben verliert, der plötzlich spurlos zu verschwinden scheint.
Nach dieser Ausgangssituation erlebt man als Leser relativ solide Thrillerkost, die ein oder andere Wendung, hier und da ein mehr oder weniger überraschender Twist fehlen auch nicht.
Doch im direkten Vergleich zu beispielsweise Büchern von Sebastian Fitzek bleibt hier die Spannung gelegentlich etwas hängen, ich hatte nicht immer das Gefühl, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen kann und jetzt unbedingt noch ein Kapitel lesen muss. Am meisten Punktabzug gibt es jedoch definitiv für die gute Nile, die mir mehr als einmal gehörig auf den S... ging. Wäre ich bin, eventuell hätte ich zwischendurch auch das Weite gesucht.
Auch das Ende war dann nicht ganz der gewünschte "Aha"-Moment, dafür hat mir noch etwas gefehlt.

Wer nen soliden Thriller aus der Ich-Perspektive sucht und sich nicht stört, am Ende selbst noch seine Fantasie spielen zu lassen, der könnte durchaus Gefallen an "Atme!" finden.

Bewertung vom 02.09.2019
Spukalarm in der Schokofabrik
Matysiak, Mascha

Spukalarm in der Schokofabrik


sehr gut

Spuk und Schokolade, eine unschlagbare Kombination .

Nervenzerfetzender Horror, noch grausamer als Stephen Kings "Es"...nein Spaß.
Spukalarm in der Schokofabrik ist selbstverständlich ein kindgerechtes Buch für junge Leser, aber ein durchaus gelungenes.

Protagonistin Klara muss mit ihrer Mutter umziehen und ist deshalb auch auf der Suche nach neuen Freunden, die zum Glück schnell gefunden sind. Zusammen gilt es nun, das Geheimnis der alten Schokoladenfabrik zu ergründen.

Der Schreibstil ist einfach gehalten und sollte Kindern keine Probleme bereiten. Auch als Erwachsener kann man jedoch seine Freude daran haben, sei es beim Vorlesen oder selbst lesen. Die Story macht Spaß und überfordert definitiv nicht (der Grusel hält sich auch in Grenzen).
Noch dazu gibt es über das Buch verteilt einige schöne Illustrationen.

Für jüngere Leser ein tolles Buch...und das nicht nur als Trost, wenn man gerade selbst umgezogen ist.

Bewertung vom 11.08.2019
Licht und Schatten
Drvenkar, Zoran

Licht und Schatten


sehr gut

Mehr Licht als Schatten

Der Autor Zoran Drvenkar war mir bisher noch kein Begriff, bis ich "Licht und Schatten" las. Anscheinend spaltet er die Leserschaft, entweder liebt man seine Art und Weise Geschichten zu erzählen, oder man kann mit dem Stil überhaupt nichts anfangen. Grund genug dies selbst einmal zu testen, und eins vorab, schreiben kann der Mann definitv.

Die Geschichte beginnt eher ruhig und entfaltet ihr Potential langsam...bzw. eigentlich bleibt sie auch relativ gemächlich und kommt ohne nervenaufreibende Spannung daher.
Protagonistin Vida ist ein Mädchen, was einem irgendwie sofort ans Herz wächst, sie ist wohl am ehesten als schlauer Wildfang zu beschreiben. So begleitet man sie durch eine schöne, unaufgeregte Geschichte (mir teils tatsächlich etwas zu unaufgeregt), die verschiedenste Emotionen weckt, mal ist sie recht lustig, mal traurig, oft unterschwellig philosophisch.

Wer ein unaufgeregtes Buch sucht, sich nicht an einer klassischen Aufteilung in Gut und Böse stört und eine Mischung aus Märchen und Fantasy gut findet, der sollte "Licht und Schatten" auf jeden Fall eine Chance geben.

Bewertung vom 11.08.2019
Brot backen mit Christina
Bauer, Christina

Brot backen mit Christina


ausgezeichnet

Definitiv keine brotlose Kunst!

Schon das Inhaltsverzeichnis lässt einem förmlich das Wasser im Mund zusammenlaufen. Selten habe ich von so leckeren Brotideen gehört bzw. gelesen und deshalb, obwohl ich weit entfernt bin von einem Hobbybäcker, trotzdem zugegriffen bei diesem Buch. Habe ich diesen Kauf bereut? Keine Sekunde.

Ob Abwandlungen der Klassiker, herzhafte Brote mit Käse gefüllt (kann es etwas besseres geben? ich denke nicht) oder auch mal als süße Leckerei (Bananenbrot...ooooh ja), hier wird wahrscheinlich jeder fündig.

Autorin Christina versteht es wunderbar, die diversen Rezepte einfach, aber dennoch ausführlich und anschaulich zu beschreiben, so sind diese auch für völlig unbegabte Bäcker wie mich gut umsetzbar.

Wer auch nur im Entferntesten Appetit auf wunderbares Brot hat, sollte nicht zögern. Hier bekommt man definitiv alles was das Herz begehrt, sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene finden hier mehr als genug tolle Ideen.

Bewertung vom 11.08.2019
Sinnliches Verlangen / Lotus House Bd.3
Carlan, Audrey

Sinnliches Verlangen / Lotus House Bd.3


weniger gut

50 Shades of Yoga...

Lotus House klingt im ersten Moment wie die Fan Fiction eines Yoga-Lehrers, der gerade 50 Shades of Grey gelesen hat und sich dachte "Das kann ich auch schreiben". Naja...soweit weg von der Realität ist das anscheinend gar nicht.

Schon alleine die Inhaltsangabe und die ersten Seiten gab mir einige Gründe zum Lachen und / oder Fremdschämen, daher wollte ich dem Ganzen eine Chance geben.
Yogalehrerin Mila Mercado hat schonmal einen durchaus stimmigen Namen, aber ich finde "Atlas Powers" toppt in dieser Kategorie alles. Entweder wurden die Namen munter ausgewürfelt, oder bei zweiterem sollte der Name möglichst männlich und stark klingen...keine Ahnung, aber wer als Autorin den Mut hat seinen Protagonisten wirklich so zu nennen...Hut ab! Spontane Namensvorschläge für einen möglichen Folgeband: "Hercules Steel", "Brutus Rock" oder "Chase Seducer".
Die Geschichte an sich passt sich den gewählten Namen der Protagonisten an, legt also wenig wert auf Emotionalität oder Tiefgang. Stattdessen wird man bei diversen Yoga-Bums-Szenen fündig. War das Buch denn besser als 50 Shades? Das schon. War es aber entfernt gut? Nee, nicht wirklich.
Werde ich meinem Yogalehrer jetzt noch den Rücken zudrehen? Wohl eher auch nicht (kleiner Spaß).

Empfehlen würde ich das Buch höchstens Leuten, die mit Shades of Grey oder ähnlichen modernen Klassikern ihren Spaß haben, dann steht lustvollen Yogastunden nichts mehr im Weg. Freunden anspruchsvoller Literatur oder guter Geschichten würde ich eher zu einem anderen Werk raten.
Da steht einigen lustvollen Yogastunden doch nichts mehr im Weg.

Bewertung vom 11.08.2019
Harz
Riel, Ane

Harz


gut

Ein guter Thriller? Naja. Ein gutes Buch? Ja.

Zunächst ein Hinweis für alle Freunde des Harzes, der Thriller spielt keineswegs im Harz, der Titel bezieht sich auf Baumharz.

Bücher aus der Ich-Perspektive sind meist besonders intensiv, so auch hier von der Autorin wunderbar umgesetzt.
Für einen Thriller ist die Handlung an sich jedoch relativ gemächlich, ein Pageturner ist "Harz" daher eher weniger.
Die Geschichte allerdings konnte mich durchaus überzeugen, wenn sie auch zeimlich krank und seltsam ist.

Wer ein Buch mit einer soliden Geschichte sucht, die gut erzählt ist, der wird hier durchaus seinen Spaß haben.
Wer jedoch ein Freund von nervenaufreibenden Thrillern ist, bei denen man am liebsten ein Kapitel nach dem anderen wegliest, der könnte eventuell enttäuscht werden.