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Brombeere

Bewertungen

Insgesamt 263 Bewertungen
Bewertung vom 22.11.2025
Wittwer, Tara-Louise

NEMESIS' TÖCHTER


ausgezeichnet

Worum geht es?
Um female rage (was sich nicht 1:1 mit weiblicher Wut übersetzen lässt), der jahrhundertelangen Unterdrückung von Frauen, ihrem Wissen, ihren Körpern, ihrer Selbstbestimmung. Es geht um Frauen, die anders waren. Um Frauen, die Gemeinschaften gebildet haben. Um wütende Frauen.

Worum geht es wirklich?
Wut, Zusammenhalt und Befreiung.

Lesenswert?
Ja, absolut. Ich finde Taras Schreibstil super angenehm und klug. Die Kapitel sind eher kurz, aber voller Informationen. Es scheint einfach jeder Satz dort zu sein, wo er hingehört. Gerade auch die weniger berichtenden, als vielmehr… poetischen (?) Einschübe haben mir super gefallen. Diese Sätze sind lange nachgehallt und am liebsten würde man direkt wieder von vorne beginnen.
Tara schreibt über ihre eigene Erfahrung, ihre Erfahrungen mit Social Media und zieht bei allem so geschickt und klug Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten.
Zeitgleich reflektiert sie sich auch, erzählt wie sie früher viel mehr Wert auf die Anerkennung durch Männer gelegt hat und wie sich dies geändert hat. Dadurch wirkt ihre Erzählung nahbar und nicht ermahnend. Man findet sich in ihren Erzählungen wider, man sieht sich selbst in ihr.
Und, da bin ich ehrlich: Taras Wut ist ansteckend. Was leicht beginnt, wird irgendwann zu dem Wunsch einfach nur ob der Umstände zu schreien.
Ich habe mich selten so gesehen und bestärkt gefühlt, so bestärkt darin Frauenfreundschaften zu festigen und zu stärken und grundsätzliche Dinge zu hinterfragen.
Es ist wunderbar, wie Tara es schafft, trotz all der unterdrückenden Informationen Hoffnung und Mut zu stiften.
Ich würde dieses Buch generell allen Frauen empfehlen, sprachlich finden sich jedoch vermutlich jüngere Personen eher wieder. Auch das Hörbuch (gelesen von der Autorin selbst) ist eine super Empfehlung, da man hier noch einmal die Betonungen und Intentionen ganz anders erlebt.
Die Lektüre war bereichernd und ich wünsche uns allen mehr Mut und mehr Mut zum laut sein!

Bewertung vom 22.11.2025
Razavi, Parvin

Ein Fest für Gemüse


sehr gut

Was erwartet einen?
Eine Vielzahl an Kapiteln, die einzelnen Gemüsesorten gewidmet sind und verschiedenste Zubereitungsmethoden und Gerichte beinhalten. Zusätzlich noch Grundrezepte und generelle Tipps.

Was habe ich bisher getestet?
Ich habe aus den „Gemüsekapiteln“ 4-5 Dinge zubereitet und ebenfalls ein paar Rezepte aus den Grundrezepten ausprobiert. Bei den Rezepten habe ich nach (saisonaler) Verfügbarkeit entschieden.

Was gefällt mir gut / hat mich positiv überrascht?
Die Aufmachung und Konzeption, bei der einem Gemüse mehrere Seiten gewidmet sind, gefällt mir sehr gut. Es beginnt stets mit einer Doppelseite, die das Gemüse und ein paar grundsätzliche Informationen präsentiert und dann folgen eine Hand voll Rezepte, eines je Doppelseite. Die Bilder sind für mein Empfinden ansprechend gewählt und erzeugen durch ihre bunten Farben direkt gute Laune beim durchblättern. Die Gerichte variieren von Beilage zu Hauptgericht oder auch Snacks. Schön sind hierbei auch die Tipps und Kombinationsmöglichkeiten sowie genannten Alternativen.
Die benötigten Zutaten stellen größtenteils keine Hürde dar. Die Zutatenliste ist übersichtlich und die Anleitung kurz und knapp, jedoch ausreichend. Es gab keine Unklarheiten.

Was hat mir gefehlt?
Gerade da die Rezepte in ihrer Kategorie variieren, fiel mir oft die Mengeneinschätzung bzw. empfohlene Personenanzahl schwer. Natürlich immer super individuell, aber wenn man das Buch neu verwendet, ist man ab und zu ein bisschen ratlos ob man nachher zu viel oder zu wenig Essen auf dem Tisch stehen haben wird.
Und auch, wenn Zeitangaben ja oft nicht stimmen, helfen sie mir dennoch ein wenig. Daher hat mir hier auch die Zubereitungszeit gefehlt.

Fazit:
Ein schönes Buch (auch ein schönes Geschenk) für Menschen, die gerne neue Seiten von Gemüse entdecken möchten und Gewürzen nicht abgeneigt sind. Hilft auf jeden Fall, wenn man Gemüse X gekauft (oder geerntet) hat und nun eine Verwendung sucht.

Bewertung vom 22.11.2025
Clark, P. Djèlí

Die toten Katzen-Assassinen


sehr gut

Worum geht es?
Die tote Auftragsmörderin Eveen hält sich normal an alle geltenden Regeln für ihre Aufträge. Bis sie eines Tages in eine Zwickmühle gerät, bei der sie nicht mehr weiß wie sie agieren soll ohne von den Höllenhunden verschlungen zu werden.

Worum geht es wirklich?
Versprechen, Vergangenheit und Trickserei

Lesenswert?
Ja, hat mich trotz seiner Kürze wirklich gut unterhalten. Man wird direkt zu Beginn voll in die Fantasy-Welt hineingeworfen. Protagonistin Eveen ist eine Untote, die keinerlei Erinnerungen an die Vergangenheit hat und als Auftragsmörderin tätig ist. Sie ist eine starke und laut fluchende Frau, die immer ihren Weg geht und dabei selten nach hinten zu schauen scheint. Bekannt ist sie als gnadenlose Ausweiderin.
Das Buch hat schon eine gewisse Brutalität und Grausamkeit, doch wird das ganze nicht sonderlich ausgeführt, sodass ich es angenehm gefunden habe. Auch gruselig ist es nicht, stattdessen eher voller Action und dem ein oder anderen derben Witz oder Fluch.
Die Protagonist*innen fand ich spannend und sympathisch.
Der Spannungsbogen war ebenfalls gut und das Buch hatte eine klar umrissene Handlung um die es geht. Dabei wird wenig nach rechts und links geguckt oder die Welt erklärt. Damit muss man klar kommen, wenn man sich für diese Lektüre entscheidet.
Trotzdem ist das ganze so gut gemacht, dass man einfach direkt voll eintauchen kann und sich gut zurecht findet.
Sprachlich (Übersetzung Bernd Sambale) ebenfalls gut, wenn auch manchmal umgangssprachlich. Am Ende des Buches erhält man einen Einblick in die Schwierigkeit der deutschsprachigen Übersetzung samt spannender Ausführungen. Das hat mich auf jeden Fall fasziniert.
Wenn man für eine kurze Geschichte in eine unglaublich fantastische Welt eintauchen möchte, dann kann ich dieses Buch guten Gewissens empfehlen! Habe auf jeden Fall große Lust auf weitere Bücher des Autors.

Bewertung vom 22.11.2025
Kinney, Wallis

A Dark and Secret Magic


ausgezeichnet

Worum geht es?
Die Hexe Hecate gehört einem Zirkel an und soll an Halloween, ihrem 31. Geburtstag, ihre magischen Fähigkeiten spezialisieren. Doch plötzlich bekommt sie Besuch von Matthew, den sie jahrelang nicht gesehen hat. Und er berichtet von dunklen Fähigkeiten und will Hecate warnen.

Worum geht es wirklich?
Familienbande, herbstliche Stimmung und Geheimnisse.

Lesenswert?
Ja, absolut. Dieses Buch ist eine durch und durch gelungene Herbstlektüre und gibt einem richtig tolle cozy witchy Vifes kurz vor Halloween.
Die Handlung spielt die paar Tage vor dem Fest, aber lässt sich sicher auch gut in den anderen herbstlichen Monaten lesen. Rezepte, Gerüche, Kräuter und Kürbisse, magische Rituale und nebelverhangene Wälder spielen eine Rolle und somit perfekt für die dunkler werdende Jahreszeit.
Sprachlich (Übersetzung Jasmin Humburg) sehr angenehm und hinsichtlich der Kapitelstruktur perfekt für abendelange Lektüre.
Mir haben die Protagonist*innen und das gesamt Setting unglaublich gut gefallen. Kate lebt mit ihrem Kater Merlin als Heckenhexe in einem kleinen Cottage und es erfüllt im besten Sinne alle Klischees die man sich für eine stimmungsvolle Lektüre nur wünschen kann. Matthew ist eine spannende zweite Figur und die Interaktion zwischen den beiden war für mich genau richtig. Auch wenn es um Gefühle geht und Dinge angedeutet werden, ist das Buch nicht spicy. Es besticht stattdessen voll und ganz durch die herbstliche Stimmung, die von wohlig warm bis zu düster und albtraumhaft reicht.
Das Worldbuilding, wie Magie funktioniert, fand ich richtig spannend und sehr gut vorstellbar.
Zu dem zauberhaften Cover und der Gestaltung muss man vermutlich gar nichts mehr sagen. Als wunderbaren kleinen Bonus gibt es nach der eigentlichen Geschichte noch Rezepte. Denn während der Lektüre läuft einem definitiv das Wasser im Mund zusammen.
Ich habe die Lektüre unglaublich genossen, weil sie mir genau das geliefert hat, was sie verspricht und mich voll in ihre Welt ziehen konnte.
Ich würde dieses Buch für Fantasyliebhaber*innen empfehlen, die sich richtig schöne Herbststimmung wünschen und mit einer klugen und sympathischen Hexenhecke mitfiebern wollen!

Bewertung vom 22.11.2025
Klein, Ezra;Thompson, Derek

Der neue Wohlstand


gut

Worum geht es?
Um die Optionen einen neuen Wohlstand (am Beispiel der USA) anzustoßen, der nicht nur auf Geldbesitz ausgelegt ist, sondern von anderen großen Themen gestärkt wird.

Worum geht es wirklich?
Utopien, Bürokratieabbau und in gewisser Weise auch Naivität.

Lesenswert?
Ja, weil es viele spannende und interessante Aspekte gibt. Dennoch gab es auch einige Punkte, die ich eher kritisch sehe. Die beiden Autoren (Politikexperte und Journalist) beleuchten die 5 großen Säulen Wachsen, Bauen, Regieren, Erfinden und Anwenden, die mal mehr und mal weniger konkret die us-amerikanische Situation beleuchten, sich manchmal aber auch auf andere Länder beziehen (können).
Sprachlich (Übersetzung Katrin Harlass) ist das Buch wirklich angenehm und gut lesbar. Der Inhalt ist verständlich und erfordert wenig Vorkenntnis. Manchmal ist es jedoch schwierig, das Prinzip in den USA zu verstehen, wenn man aus Europa kommt. Die Aufteilung und die Kapitelaufteilung und -länge sorgen für eine angenehme Lektüre.
Inhaltlich kann ich jedoch nur einen Teil der Argumente und Gedankengänge nachvollziehen, sodass ich keinen so großen WOW!-Effekt hatte, wie ich mir vielleicht bei einem Buch dieser Art gewünscht habe.
Spannendes Thema zum Beispiel war der „Engstellenermittler“, bei dem es primär darum geht, zu erkennen, was gerade einen Fortschritt verhindert und wie man diese Situation gelöst bekommt. Auch die Hintergrundinformationen zu Corona-Impfstoffen und die verschiedenen Optionen der Finanzierung haben beeindruckt.
Schwierig hingegen empfinde ich die dauerhafte (und nicht differenziert betrachtete) Forderung nach Bürokratieabbau. Meines Wissens nach sterben in anderen Ländern so viele Menschen bei Erdbeben, weil es einfach keinerlei Bauvorschriften gibt und dann ganze Quartiere zusammenbrechen. Hier davon auszugehen, dass natürlich von sich aus die Baufirmen auf DIESEN Punkt achten werden, halt ich für gewagt. Ebenfalls im Zusammenhang mit Wohnungsthemen wird auch bemängelt, dass Wohnungen für Obdachlose bestimmte Vorschriften für den Bau haben. Frei nach dem Motto „Sollen sie doch froh sein, überhaupt etwas zu bekommen!“ - nein. Warum werden hier Menschen zweiter Klasse erschaffen?
Auch das Thema Atomkraft wird unreflektiert beworben und mit keinem Satz wird auf die Probleme von Endlagern oder Materialien eingegangen. Es wird ausschließlich auf die klimafreundliche Bilanz hingewiesen.
Dafür, dass das Buch so viele neue Ideen beherbergen will, gilt erstaunlich oft ein gewisses Gesetz des Stärkeren und eine Regellosigkeit, die meiner Meinung nach auch keine Lösung sein kann.
Trotzdem spannende Lektüre, viel gelernt und interessante Ideen bekommen.

Bewertung vom 03.11.2025
Levin, Amat

Black History


sehr gut

Worum geht es?
Um Schwarze Geschichte, sowohl in Afrika als auch in anderen Ländern, um längst vergessene Zeiten, dunkle Jahrhunderte und Freiheitskämpfe.

Lesenswert?
Ja, auch wenn ich mich zu Beginn etwas schwer getan habe, weil der Inhalt so voller neuer Informationen war. Der Autor (und Journalist und Podcaster) Amat Levin beschäftigt sich in vier großen Teilen mit alten Kulturen in Afrika, dann mit der Erforschung Afrikas und dem atlantischen Sklavenhandels, dem Ende der Sklaverei und dem Beginn des Kolonialismus und schließlich mit dem Kampf um die Freiheit. Jeder der Teile ist nochmal in ca. 10-25 Unterkapitel gegliedert, die von sehr unterschiedlicher Länge sind. Tatsächlich fand ich diese Längenunterschiede sehr angenehm beim Lesen. Ich würde sagen, dass es empfehlenswert ist, die Kapitel in der vorgegebenen Reihenfolge zu lesen, da die Themen oft nahtlos ineinander übergehen.

Sprachlich (Übersetzung Susanne Dahmann) handelt es sich hierbei um eine gut lesbare Lektüre, für die man auch keine sonderlichen Vorkenntnisse braucht. Ich habe jedoch gemerkt, dass es mir leichter fiel Kapitel zu verstehen, zu denen ich schon ein wenig Vorkenntnis hatte. Ist jedoch nicht zwingend notwendig.

Für mich ist das Buch ein Anreiz neues zu entdecken. Es hat, wie der Autor am Ende selbst schreibt, nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Er musste sich für einen Bruchteil der erwähnenswerten Eckpunkte entscheiden und könnte noch weitere Bücher mit mehr Informationen füllen. Das Buch lädt jedoch dazu ein, sich einfach mehr mit den Ländern zu beschäftigen, bestimmte Persönlichkeiten kennenzulernen und auch hier in die tiefere Recherche einzutauchen.

Generell ist das Buch für jede Person empfehlenswert, egal ob man selbst Schwarz ist oder weiß ist und in einem Land lebt, das vom Kolonialismus und der Ausbeutung profitiert hat. Das Buch räumt mit den Erzählungen vom unzivilisierten Kontinent auf und zeigt, wie Kulturen ohne Europäer existiert haben und welche Folgen das Verhalten von machtgierigen europäischen Ländern (bis heute) hat.

Ich kann das Buch empfehlen, wenn man sein Wissen erweitern möchte und gern erzählte Bilder hinterfragen mag. Man muss auch nicht alles in einem Rutsch lesen, sondern kann einfach Stück für Stück begreifen, auf sich wirken lassen und in die eigene Recherche abtauchen.

Bewertung vom 03.11.2025
Schreiber, Jasmin

Da, wo ich dich sehen kann


ausgezeichnet

Oh mein Herz!

Worum geht es?
Maja verliert ihre Mutter, da der Vater sie ermordet. Ein Großelternpaar verliert seine Tochter und eine junge Frau ihre Freundin. Emma hinterlässt eine klaffende Wunde und die Hinterbliebenen müssen nun mit der neuen Realität (über)leben.

Worum geht es wirklich?
Macht im Patriarchat, Trauer und Wut und neue vorsichtige Wege.

Lesenswert?
Ja, absolut. Gleich vorweg: Die Themen in diesem Buch sind schwer, sind düster und bedrückend. Und trotzdem wusste ich bereits vor der Lektüre, dass man sich beim Lesen einfach aus Jasmin Schreiber verlassen kann.

Ich weiß, dass sie sorgsam mit Bildern und Worten umgeht, dass sie Schwere gut verpacken kann und die lesende Person nie komplett zerstört zurücklässt. Und trotzdem hat dieses Buch einfach so viele Emotionen ausgelöst.

Wie erwähnt geht es um die Menschen, die zurück bleiben und weiter leben müssen, wenn eine Mutter/Tochter/Freundin ermordet wurde. Es geht nicht um die Tat und es geht in erster Linie auch nicht um die Tote. Stattdessen geht es um die, die übrig bleiben. Die, die vielleicht keine Worte finden. Die, dich sich fragen „Was wäre wenn?“ Und „Hätte ich es sehen müssen?“.

Alle Figuren fand ich auf ihre Art und Weise richtig gut dargestellt und vielschichtig im Umgang miteinander. Bedächtig und langsam baut Schreiber die Situation aus, wobei es sich nicht um eine konkrete Handlung dreht. Sondern um die pure Zeit nach der Tat.

Sprachlich konnte mich auch dieses Buch einfach überzeugen. Man fliegt nur so durch die Seiten und das Layout des Buches mit den schönen Kapitelsymbolen, den Einschüben von Texten und Berichten und den auftauchenden Sonderkapiteln ist einfach super gelungen und wirkt durchdacht und hochwertig.

Generell scheint in dieser Geschichte so vieles durchdacht und wunderbar zusammengefügt.

Auch wenn das schwere Thema bedrückend war - wie könnte es auch nicht - war es jedoch eine andere Tatsache, die mein Herz einfach völlig geschmerzt hat und mich bei der Lektüre hat weinen lassen: Jasmin Schreiber hat ihrer verstorbenen Hündin Chloé einen Auftritt in diesem Buch verschafft, genau so wie man die Hündin auf Instagram immer sehen durfte. Ihre Geschichte wird hier erneut erzählt - jedoch ohne alternatives Ende.

Und trotzdem war das so unfassbar schön und berührend, dass mein Herz schon beim ersten Auftritt geschmerzt hat.

Ich habe unglaublichen Respekt vor diese Entscheidung und bin sehr dankbar, dass die Autorin uns diese Einblicke ermöglicht hat.

Sollte man lesen! Man sollte jedoch auch Taschentücher bereit halten.

Bewertung vom 03.11.2025
Laroux, Harley

House of Rayne


sehr gut

gruselig und spicy

Worum geht es?
Salem begibt sich auf eine Fahrradtour um ihrer abgesagten Hochzeit geistig zu entkommen. Auf einer eher abgeschiedenen Insel begegnet sie einer geheimnisvollen Gastgeberin und sehr misstrauischen Dorfbewohner*innen, die sehr darauf erpicht sind, ihre Gäste vor einem bestimmten Tag im Herbst los zu werden.

Worum geht es wirklich?
Zusammenhalt, Mut und Flucht.

Lesenswert?
Ja, diese Lektüre trifft für mich überraschend genau das, was sie vorher ankündigt. Es geht um Salem, die sich auf der Flucht vor ihrer (eher enttäuschenden) Vergangenheit befindet und Rayne, der titelgebenden Besitzerin eines Bed&Breakfasts. Zwischen den beiden entsteht eine anziehende Spannung, deren Beschreibung ich sehr gut fand. Es wird recht spicy und auch kinky und auch diese Darstellung war für mich sehr gelungen. Einverständnis und der Umgang miteinander in einem solchen Verhältnis werden definitiv berücksichtigt. Mehr möchte ich auch gar nicht verraten, denn es wird heiß.

Das ist quasi der eine Teil der Story. Dazu / drumrum / mittendrin spielt jedoch auch die Insel und der nahende Winter eine Rolle, denn eines ist von Anfang an klar: Etwas passiert auf dieser Insel. Und es ist ganz und gar ungut. Ich fand es stellenweise wunderbar gruselig, teilweise auch düster und man konnte die Situationen schwer einordnen.

Mir hat super gut gefallen, wie diese beiden Handlungsstränge zeitgleich stattfinden können und das Buch wirklich diese beiden Themen gut abdeckt. Auch die Umgebung und das ganze Setting haben positiv dazu beigetragen.

Je weiter das Buch fortschreitet, desto weniger überraschend ist final die Auflösung und Entwicklung. Wobei es mir zum Ende etwas zu actionreich war.

Mich hat vor allem der Anfang und die Stimmung überzeugt.

Trotz der Themenwahl kann dieses Buch zwischendrin auch humorvoll sein und sehr unterhaltsam.

Sprachlich (Übersetzung Katharina Radtke) definitiv gelungen auch das Layout im Buch passt hervorragend.

Ich bin echt positiv überraschet, hier irgendwie genau das bekommen zu haben, was ich im positiven Sinne erwartet habe und kann das Buch definitiv für den Herbst und herannahenden Winter empfehlen!

Bewertung vom 14.10.2025
Fairbanks, Ivy

Morbidly Yours / Love in Galway Bd.1


sehr gut

Worum geht es?
Lark, eine junge Witwe, zieht nach Irland um einen Neuanfang zu wagen. Ihre Wohnung liegt ausgerechnet neben einem Bestattungsinstitut, das von einem jungen zurückhaltenden Bestatter geleitet wird. Obwohl die zwei sehr verschieden sind, beginnen Sie miteinander Zeit zu verbringen.

Worum geht es wirklich?
Freundschaft, Selbstbestimmung und Neuanfänge.

Lesenswert?
Ja, mir hat die Lektüre richtig Spaß gemacht, auch wenn ich durchaus Schwächen erkennen kann. Das Buch ist mir bereits in der englischen Originalausgabe mehrfach online begegnet und es klang einfach super interessant und die Autorin war ebenfalls sehr sympathisch. Bin sehr glücklich, dass es nun eine deutsche Ausgabe dazu gibt - wobei die Übersetzung nicht immer gelungen wirkt - und auch das Cover beibehalten wurde.

Die online beschriebenen Tropes sind zutreffend und irgendwie bekommt man ziemlich genau das, was man erwartet.

Nicht so gut gefallen hat mir die Übersetzung (Pauline Kurbasik und Andreas Helweg), da es viel um amerikanisches Englisch und Irisch geht und der Versuch Wortwitze zu übernehmen kaum geklappt hat. Vielleicht hätte man hier auch mit Fußnoten o.ä. arbeiten können. Von anderen habe ich gehört, dass sie das teilweise verwendete Denglisch stört, für meinen Geschmack war dies aber genau richtig.

Die beiden Figuren Lark und Callum sind auf ihre eigene Art und Weise irgendwie sehr süß, wobei ich Lark oft nicht nachvollziehen konnte und an einigen Stellen ihre Handlungen nicht okay fand - die Entwicklung zum Ende war da deutlich gelungener und hätte ich mir früher gewünscht.

Der Spannungsaufbau ist ziemlich klassisch mit ein bisschen Drama im vierten Akt. Das hätte ich nicht gebraucht und erscheint mir mittlerweile eher ausgelutscht, aber war trotzdem okay.

Mir hat die Entwicklung zwischen den beiden sehr gefallen und ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten und die Art wie sie Zwischenmenschlichkeit entwickeln und brauchen. Die spicy Szenen waren inhaltlich manchmal etwas überraschend, aber habe ich ebenfalls als recht gelungen empfunden. Hier wiederum war die Übersetzung auch echt gut.

Alles in allem habe ich das Buch recht schnell verschlungen und die Lektüre war kurzweilig, erfrischend und spaßig. Von daher: Definitiv eine Empfehlung. Ich freue mich auf Band 2.

Bewertung vom 14.10.2025
Kang, Minyoung

Plant Lady


gut

coole Story

Worum geht es?
Um einen Pflanzenladen und die Besitzerin. Hier können nicht nur blattreiche Lebewesen erworben werden. Die Besitzerin ist auch ganz Ohr, wenn ihre Kundinnen von Problemen mit Männern berichten. Denn es ist ihr ein Anliegen, bei ALLEN Dingen zu helfen…

Worum geht es wirklich?
Rache, Ruhe und Ermittlungen.

Lesenswert?
Ja, diese kurze Lektüre hat mich sehr gut unterhalten. In ein paar längeren Kapiteln erfährt man die Geschichte von Yu-hee und ihrem Pflanzenladen, der sich schon bald als Geheimtipp entpuppt. Yu-hee weiß Rat bei allen Pflanzenkrankheiten, kann ihre Käufer*innen fachmännisch beraten und hat für jede*n die richtige Pflanze parat. Auch wenn ihr Leben eher den Pflanzen als den Menschen gewidmet ist, so ist sie dennoch sehr aufmerksam und nimmt die Probleme ihrer Kundinnen war - und als Kennerin weiß sie natürlich Rat.

Die Sprache (Übersetzung aus dem Koreanischen durch Kyong-Hae Flügel) ist schlicht und angenehm lesbar, es besteht immer eine gewisse Neutralität zum erzählten Inhalt. Auch eher grausige Szenen wirken daher bei weitem nicht so schlimm und lassen sich wirklich gut lesen. Viele Dinge werden auch nur leicht angedeutet.

Mir hat die Handlung gefallen, weil sich nach und nach immer mehr Dinge offenbaren und ich die Themen Pflanzen und Rache ziemlich gut kombiniert finde. Das Cover passt sehr gut dazu. Ich mag, wie Frauen in diesem Buch eine Hauptrolle spielen und sich Yu-hee um alle Angelegenheiten kümmert.

Ich konnte tatsächlich nicht gut einschätzen, wie sich die Handlung entwickelt und habe im Laufe der Zeit mehrere Theorien aufgestellt, die ich jedoch alle wieder verwerfen musste.

Das Buch ist sowohl empfehlenswert für Menschen, die schon koreanische Literatur gelesen haben als auch für Menschen, für die das eine neue Erfahrung ist.