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Lesefastalles

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Insgesamt 194 Bewertungen
Bewertung vom 20.01.2026
Seungyeon, Baek

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand


sehr gut

Inspirierende Geschichte über die Macht der Worte
Das Cover des Romans Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand der Autorin Baek Seungyeon hat mich sehr angesprochen.
Als ich mir das sehr hilfreiche Personenverzeichnis zu Beginn des Buchs zu Gemüte geführt habe, war meine erste Befürchtung, dass ich dem Text mit den teilweise sehr ähnlichen Koreanischen Namen nicht folgen könnte.
Diese Befürchtung hat sich jedoch gar nicht bestätigt. Der Roman ist leicht zu lesen und man taucht schnell in das Geschehen ein.
Hyoyeong musste ihre Karriere als Regisseurin aufgeben, da ihre Schwester Betrügern zum Opfer gefallen ist und damit auch sämtliches Familienvermögen. Ihre Schwester verschwindet daraufhin, sie schreibt jedoch immer wieder Briefe an Hyoyeong, die diese jedoch nicht liest, da sie zu sehr gekränkt ist.
In einem Lettershop in Seoul, den ein ehemaliger Kommilitone von ihr betreibt, findet Hyoyeong nicht nur Arbeit, sondern auch eine ganz besondere Leidenschaft für Briefe, nach und nach entstehen sogar Freundschaften mit Stammkunden. Dieser Briefladen bietet ein ganz besonderes Service an: Penpal – hier können Gefühle anonym geteilt werden, es ist ein ganz besonderes Brieffreundeservice, das rege genutzt wird.
Baek Seungyeon erzählt gefühlvoll und einfühlsam über Schicksale, die sich im ganz normalen Leben abspielen. Durch die Briefe werden die Lebensumstände mitgeteilt und man erhält einen guten Einblick in die innersten Gedanken und Sorgen der Menschen.
Alle, die gerne gefühlvolle, herzerwärmende Texte lesen, werden hier bestimmt auf ihre Rechnung kommen.

Bewertung vom 12.01.2026
Knapp, Hermann

DIE ZWEITE SINTFLUT


ausgezeichnet

Ist unsere Erde noch zu retten?
In seinem Buch „Die zweite Sintflut“ beschäftigt sich der Autor Hermann Knapp mit einem sehr brisanten Thema.
Lukas Wächter ist ein verwitweter Buchalter, er lebt alleine mit seiner Tochter auf einem abgelegenen Bauernhof. Als seine Tochter Mara an ihrem 13. Geburtstag nicht aufwacht, denkt er erst, seine Tochter wäre tot, sie ist jedoch die erste von vielen Kindern, die an ihrem 13. Geburtstag in die sogenannte Schneewittchen-Starre fallen.
Es stellt sich heraus, dass die Kinder gegen die Situation auf der Erde rebellieren, wobei für sie nicht nur die Klimakrise untragbar ist, sondern auch das Zusammenleben der Menschen an sich, das sich unter anderem in Kriegen widerspiegelt. Ziel ist es eine neue Menschengattung zu erschaffen, den Homo empathicus.
Der eher introvertierte Buchhalter Wächter muss sich einer großen Herausforderung stellen, er fungiert als Vermittler zwischen den Kindern, die in der Anderswelt ihr Dasein fristen, bis die übrige Menschheit ausgestorben ist, außerdem muss er die Kinder vor der geheimnisvollen Siegfrieds Bruderschaft schützen.
Wem kann er vertrauen, wie korrupt ist der Innenminister und was hat Wächters verstorbene Ex-Frau, eine Künstlerin, mit der Situation zu tun?
Eine spannende, aufregende und teils fantastische Jagd beginnt.
Die Geschichte hat zwar fantastische Züge, aber dadurch, dass der Bezug zur Wirklichkeit gegeben ist, hat es mich angeregt, über die aktuelle Lage der Welt nachzudenken. Angesichts der Zustände auf unserer Welt braucht man viel positives Gedankengut, um nicht zu verzweifeln und jeder einzelne kann etwas zur Linderung der Lage beitragen, sei es einfach dadurch alte Zwistigkeiten zu beseitigen.
Auf jeden Fall ein Buch das in Erinnerung bleibt!

Bewertung vom 07.01.2026
Huppert, Hans-Peter;Huppertová, Martina

Eine kleine Philosophie zum Überleben


ausgezeichnet

Mehr Selbstbestimmung ist erlernbar
Das Buch Eine kleine Philosophie zum Überleben mit dem ansprechenden Untertitel Zu leben ist das eine, tatsächlich gelebt zu haben jedoch etwas ganz anderes des Autorenduos Dr. phil. Hans-Peter Huppert und seiner Frau Martina Huppertová ist ein ganz besonderer Wegweiser, um das Leben bewusster wahrzunehmen und selbstbestimmter zu gestalten.
Die kunstvolle Gestaltung des Einbands zieht sich wie ein roter Faden jeweils zu Beginn der Kapitel durch das Buch.
Das Buch ist gut strukturiert und gliedert sich in Kapitel auf, die dem Lebensbaum-Baukasten System folgen. Dieses Baukastensystem wird in 5 Grundbausteine unterteilt, denen 11 Bauelemente zugrunde liegen.
Die Kapitel haben einerseits autobiographische Züge und sind so geprägt von einschneidenden Erlebnissen bzw. bewussten Wahrnehmungen, die aufrichtig und authentisch geschildert werden. So berichtet der Autor von seiner Liebe zu den Bergen, seiner Leidenschaft fürs Klettern und schön habe ich auch gefunden, dass dieses Werk ebendort in den Bergen geschrieben wurde.
Gegen Ende der Kapitel werden Fragen gestellt, die einerseits zum Innehalten, andererseits zum Nachdenken und in sich Hineinfühlen anregen. Mittels der Beurteilungsschemen ist es möglich, schnell eine Einschätzung zu erhalten.
Dieses Buch ist für mich ein Ratgeber, den ich bestimmt noch öfter zur Hand nehmen werde, um gezielt alte Gewohnheiten und mir neue Inspirationen zu holen.
Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen, der sich vom Alltag durchs Leben treiben lässt und neue Wege für sich sucht.

Bewertung vom 05.01.2026
Woywod, Torsten

Mathilde und Marie


sehr gut

Wunderbar einfühlsam und feinfühlig erzählt
Der Roman Mathilde und Marie von Torsten Woywod ist eine Hommage an die Macht des geschriebenen Wortes und eine Ode an die Freundschaft.
Nach einem Schicksalsschlag verlässt Marie ihre kleine Studentenwohnung in Paris überstürzt und trifft auf ihrer Reise auf Jónína, die in einem kleinen Bücherdorf namens Redu wohnt und Mari kurzerhand bei sich aufnimmt.
Schnell verbindet die beiden Frauen eine tiefe Freundschaft doch schon bald verlässt Jónína Redu fluchtartig, ohne sich von Marie zu verabschieden und Marie ist mit Jónínas Buchhandlung auf sich gestellt.
Langsam kommt Marie Mathilde näher, einer Frau, die stets grau gekleidet, wie ein Schatten durch das Dorf streicht und Marie muss feststellen, dass die beiden eine ähnliche Geschichte verbindet.
Leise und behutsam erzählt Woywod die vorsichtige Annäherung der beiden Frauen, detailgetreu werden viele Naturbeobachtungen in die Erzählung eingewoben. Das Dorf wird malerisch und seine Menschen als Unikate mit weichem Kern dargestellt.
Schön ist es die Verwandlung der beiden Frauen mitzuerleben. Marie, die losgelöst vom Trubel der Stadt und den Wirren des Internets zu sich selbst findet und dabei den Dorfhund Anneliese als treue Begleiterin an ihrer Seite hat. Auch Mathilde macht eine besondere Entwicklung durch, ist sie zuerst Marie gegenüber äußerst misstrauisch, so wächst ihr die bemerkenswerte junge Frau langsam ans Herz und wird ihr eine enge Vertraute.
Die Erzählweise aus der jeweiligen Perspektive der verschiedenen Protagonistinnen lässt tief in die Gedankenwelt derjenigen blicken und nimmt den Leser mit auf eine Reise in deren ursprüngliche Gefühlswelt.
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, auch wenn die Handlung eher ruhig und besonnen ist. Ein Buch, das vermittelt, worin die wahren Werte liegen.

Bewertung vom 02.01.2026
Brezina, Thomas

Michael Magone und der wirkliche Mut


ausgezeichnet

Zutiefst berührende Geschichte, die Mut macht
In seinem Buch Michael Magone und der wirkliche Mut widmet sich Thomas Brezina einem wahren Wohltäter von Kindern und Jugendlichen, Giovanni Melchiorre Bosco, der als Don Bosco allseits bekannt ist.
Michael Magone ist der Anführer einer kleinen Bande von Straßenkindern in Turin in der Mitte des 19. Jahrhunderts, die teils dem Kinderheim entflohen sind, wo Kinder unter grausamen Bedingungen ihr Dasein fristen. Sei werden gezüchtigt und bekommen gerade so viel zu essen, dass sie überleben können und werden zur Zwangsarbeit herangezogen.
Michael und Christina gelingt es, aus diesem Heim zu fliehen, das Leben auf der Straße birgt aber auch seine Tücken, Hunger ist der ständige Begleiter der Kinder und sie müssen sehen, wo sie zum Schlafen unterschlüpfen können, ohne entdeckt zu werden.
Als sie gerade etwas zu essen stehlen wollen, treffen sie Don Bosco, einen jungen Priester, er entgegnet den Kindern mit Freundlichkeit und kauft ihnen Lebensmittel. Michael möchte diese Almosen erst nicht annehmen, aber der Hunger der Kinder ist größer als ihr Hochmut.
Der kleine Enri verletzt sich bei einem Beutezug schwer und in seiner Not wendet sich Michael an Don Bosco, auch wenn es ihm schwerfällt zu vertrauen, erkennt er, dass dieser Priester den Kindern nur Gutes möchte.
Ein weiteres Problem stellt eine rivalisierende Bande dar, deren Anführer Alessandro verfolgt einen anderen Weg. Ob es Michael gelingen kann, die Kinder davon zu überzeugen, dem Priester zu vertrauen?
Die Geschichte hat mich voll in ihren Bann gezogen, obwohl mir Don Bosco ein Begriff ist, kannte ich die Hintergründe seines Wirkens nicht – habe mittlerweile auf Wikipedia seinen Werdegang recherchiert.
Der junge Priester, der selbst hart dafür gearbeitet hatte, um Priester werden zu können, versetzt sich in die Lage der Kinder. Er bietet ihnen eine Perspektive und versteht, dass die Kinder spielen und lernen müssen und dass es wichtig ist Schreiben und Lesen zu können. Sein Engagement und Handeln sind wirklich beispielhaft – auch heute bräuchten wir mehr Menschen mit Zivilcourage.
Mich haben der Schreibstil und der Inhalt dieses Buchs gefesselt, die Schwarz-Weiß-Illustrationen, die den Text untermalen fand ich sehr passend und ansprechend.
Eine eindeutige Leseempfehlung von mir für dieses Buch, das zu Herzen geht!

Bewertung vom 29.12.2025
Matthias Letwart

Plötzlich sind Sie Führungskraft


ausgezeichnet

Guter Leitfaden für angehende Führungskräfte
In seinem Buch Plötzlich sind Sie Führungskraft: Das praktische Buch für angehende Chefs. Wie Sie modern führen, schnell anerkannt werden und davon nachhaltig profitieren bietet Matthias Letwart gut strukturiert Tipps für angehende Führungskräfte.
In der Einführung wird die Rolle der Führungsperson gut erklärt und es werden die Erwartungen von jeder Seite aufgezeigt.
Wesentliche Punkte, die einen guten Führungsstil ausmachen, sind, dass die Führungskraft über sehr gute Kenntnisse der anfallenden Arbeiten im Aufgabenbereich ihrer Mitarbeiter verfügt, weiß wie man richtig delegiert, die Mitarbeiter motiviert und einen Zusammenhalt im Team schafft.
Gerade für Menschen, die neu in eine Führungsrolle kommen, oder diese erst seit kurzem bekleiden, gibt diese Buch wertvolle Tipps und Schritt für Schritt Anleitungen auf dem Weg zum Erfolg.

Bewertung vom 29.12.2025
Lachmann, Käthe

Vier sind zwei zu viel


ausgezeichnet

Wechselbad der Gefühle in humorvollem Setting
Das Buch Vier sind zwei zu viel der Autorin Käthe Lachmann ist ein humorvoller Roman, der die Psychotherapeutin Evi durch ihr Beziehungschaos begleitet.
Evi ist seit 10 Jahren überzeugter Single, als sie auf einem Achtsamkeitskongress den charmanten Ben kennenlernt, ist ihr dieser sofort sympathisch. Natürlich ist sie geschmeichelt, als er sie kontaktiert und die beiden finden sich bald in einer etwas eigenwilligen Beziehung wieder.
Ben ist fest in seiner Lebensroutine gefangen, er tut alles dafür, um ein möglichst langes, gesundes Leben zu haben, er kasteit sich in jeder Hinsicht und seine festgefahrenen Strukturen sind für die Beziehung nicht gerade förderlich.
Evi hat auch einen besten Freund, Markus, der in einer Beziehung mit der zehn Jahre jüngeren Melli ist und bei dem sie ständig gute Ratschläge erteilen muss.
Außerdem ist da noch Evis Freundin Maren, deren Tochter seit einiger Zeit in Paris lebt und der es gerade nicht gut geht. Als Evi und Maren beschließen, nach Paris zu fahren, eskaliert die Situation.
Käthe Lachmann hat einen Roman für kurzweilige, romantische Lesestunden geschrieben, bei denen man von außen schnell sieht, wie toxisch eine Beziehung sein kann, bevor es sich der Protagonist selbst eingesteht.
Hier wird auf jeden Fall Freundschaft großgeschrieben!

Bewertung vom 27.12.2025
Kosert, Olaf

So schmeckt Brandenburg


ausgezeichnet

Genussreise durch Brandenburg
In seinem Kochbuch So schmeckt Brandenburg stellt Olaf Kosert 80 moderne Landküchenrezepte und Klassiker vor, die auf seinen Touren durchs Land entstanden sind.
Nach einem kurzen Vorwort geht es schon an die Gerichte, die allesamt mit ansprechenden Fotos dargestellt werden. Zu jedem Rezept gibt es außer der Zutatenliste und einer Anleitung, die zum Nachkochen anregt, auch eine kurze Beschreibung zur Eigenart der Gerichte. Das finde ich richtig gelungen.
Im Anhang werden noch die Höfe porträtiert mit Adressen und Links zur Kontaktaufnahme.
Besonders witzig finde ich das Foto unten auf Seite 166, wo eine Springform für einen Käsekuchen ausgekleidet wird, ein sehr ähnliches Konstrukt habe ich auch schon mal gebastelt.
Jetzt freue ich mich aber aufs Nachkochen der vielseitigen Rezepte, um endlich zu erfahren, wie Brandenburg tatsächlich schmeckt.

Bewertung vom 27.12.2025
Fahringer, Viktoria

Meine Tiroler Welt


ausgezeichnet

Hier wird ein Lebensgefühl vermittelt
In Ihrem Kochbuch Meine Tiroler Welt - Eine kulinarische Reise durch Tirols Berge und Täler porträtiert Viktoria Fahringer, Österreichs jüngste Haubenköchin, ihre Gerichte, ihre Tiroler Heimat und auch ihre wichtigsten Produzenten.
Das Buch ist in die vier Jahreszeiten aufgeteilt und je nach den Gerichten, die vorgestellt werden, besucht Viktoria ihre Produzenten und lässt diese auch zu Wort kommen, ihnen widmet sie ein paar sehr informative Seiten, die deren Arbeit in den Fokus stellen.
An den Rezepten hat mit besonders gut gefallen, dass auch oft vegane oder glutenfreie Alternativen vorgestellt werden und dass sie wunderbar erklärt sind, sodass ich meine nächsten Urlaubstage nutzen werde, um gleich mal ein paar der tollen Gerichte nachzukochen.
Zu vielen Rezepten gibt es außerdem Tipps zum besseren Gelingen, ich finde es großartig, wenn sich eine so begnadete Köchin ein wenig über die Schulter blicken lässt.
Das Buch ist von der Haptik her wunderschön gestaltet, der Einband erinnert fast an alte Bücher mit dieser Prägung, die Banderole, die Viktorias Porträt und zwei wunderschön garnierte Gerichte zeigt, ist ein wahrer Eyecatcher. Dieses Buch eignet sich daher ideal als Geschenk.
Eine Hymne auf das schöne Tiroler Land!

Bewertung vom 27.12.2025
Graf, Maren

Einfach Sunny


ausgezeichnet

Mut kann man sich nicht kaufen – den hat man
Im Buch Einfach Sunny der Autorin Maren Graf ist die Hauptdarstellerin Sunny ein blindes Mädchen, das ihrem Hobby als Sachen-Sucherin nachgeht.
Als sie Ben kennenlernt, der verzweifelt nach seinem Dings sucht, beschließt sie kurzerhand, ihm bei der Suche zu helfen. Die Suche gestaltet sich erst schwierig, da Sunny keine Ahnung hat, was Ben tatsächlich sucht. Nachdem sie erfährt, wonach sie genau suchen, überschlagen sich die Ereignisse. Einerseits rücken ihnen ein paar fiese Jungs auf die Pelle, anderseits werden sie bald von einem Dackel und seinem Besitzer verfolgt. Doch Sunny lässt sich nicht aus der Fassung bringen.
Eine turbulente Jagd nach dem gesuchten Gegenstand ist garantiert, da dieser immer wieder, wie durch Zauberhand verschwindet.
Maren Graf ist eine zauberhafte, warmherzige und witzige Geschichte um Freundschaft und Zusammenhalt gelungen. Nicht nur Ben profitiert von Sunny, auch umgekehrt hilft Ben Sunny bei einer Herzensangelegenheit.
Da ich selbst ein Mädchen kenne, das seit seinem 5. Lebensjahr blind ist und mittlerweile zu einer selbstbewussten Dame heranwächst, weiß ich, dass Sunnys Geschichte durchaus möglich ist und dass man auch als Blinder großartige Talente und Fähigkeiten haben kann, über die wir Sehende nur staunen können.
Sunnys Geschichte hat mit gut gefallen, vielleicht gibt es ja noch weitere Bände.
Eine absolute Leseempfehlung für diese witzige und spannende Geschichte über Mut und Freundschaft.