Benutzername: Langeweile
Wohnort: Duisburg
Über mich: Ich lese alles was mir in die Finger kommt ( außer Science Fiction und Fantasy)
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Bewertungen

Insgesamt 50 Bewertungen
Bewertung vom 02.04.2017
Mit jedem Jahr
Van Booy, Simon

Mit jedem Jahr


ausgezeichnet

Harvey ist sechs Jahre alt , als sie durch einen Unfall ihre Eltern verliert. Das Mädchen kommt danach zuerst in eine Pflegefamilie.
Die sehr engagierte Sozialarbeiterin Wanda versucht leibliche Verwandte des Mädchens ausfindig zu machen und trifft auf Jason , den älteren Bruder ihres Vaters.
Dieser hatte vor über zehn Jahren , als er wegen einer Prügelei mit weitreichenden Folgen ins Gefängnis musste, den Kontakt zu seiner Familie abgebrochen.
Nach seiner Haftentlassung war es ihm nicht mehr gelungen , im Leben Fuß zu fassen.
Durch eine gescheiterte Beziehung und einen folgenschweren Unfall, scheint sein Abdriften endgültig besiegelt.
Eigentlich ist Jason also kein Mann , dem man ein kleines Mädchen anvertraut.
Wanda sieht jedoch Potential, dass sich die Beziehung für beide Seiten positiv entwickelt. Nach langem Zögern gibt Jason nach und nimmt Harvey bei sich auf.

Die Geschichte beginnt, außer einer kurzen Einführung, als Harvey erwachsen ist ,zum Kunststudium in Paris weilt und Jason sie dort besucht.
Ab hier wechselt es zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit. Das Zusammenfinden von Harvey und Jason, die gegenseitige Hilfestellung, die Einblicke in Jasons Vergangenheit werden auf sehr berührende Weise geschildert. Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Ich hatte teilweise einen dicken Kloß im Hals , der aber immer wieder durch den feinen Humor , vom Schmunzeln abgelöst wurde.
Zum Schluss wartet eine Überraschung auf den Leser.

Ich vergebe volle 5 Sterne ( ich hätte auch mehr gegeben) und spreche eine Leseempfehlung aus.

Einen kleinen Kritikpunkt möchte ich dennoch anmerken. Es hätte mir besser gefallen, wenn die einzelnen Zeitebenen besser erkennbar gewesen wären.

Bewertung vom 26.03.2017
Ragdoll - Dein letzter Tag
Cole, Daniel

Ragdoll - Dein letzter Tag


gut

Der Prolog beginnt mit einer Gerichtsverhandlung, in welcher der Serientäter Naguib Khalid , genannt der Feuerbestatter,verurteilt werden soll.
Detektive William Oliver Layton -Fawkes , genannt der Wolf,hat ihn überführt und rastet völlig aus , als die Geschworenen auf" Nichtschuldig" entscheiden.
Er stürzt sich auf den Täter , tritt und verprügelt ihn und nur dem beherzten Eingreifen der Justizbeamten ist es zu verdanken, dass er am Leben bleibt.
Für den Detektiv bedeutet das die Suspendierung und die Einweisung in eine psychiatrische Klinik.

Vier Jahre später wird er wieder in den Dienst übernommen , als die Polizei zu einem Tatort des Grauens gerufen wird.Sie finden ein Leichengebilde vor , welches aus sechs verschiedenen Menschen zusammengesetzt wurde,der Kopf des Leichenpuzzle gehört zu Naguib Khalid.
Als zeitgleich der Exfrau von William , der Journalistin Andrea , eine Liste mit 6 Namen und dem genauen Todesdatum, zugespielt wird, gerät die Polizei unter enormen Druck.
Für den Detektiv ist das besonders brisant , weil sein Name an letzter Stelle steht.

Meine Meinung:

Zwar war die Geschichte durchgehend spannend , verlor sich aber zunehmend in ausschweifenden Details. Die Erzählung aus stetig wechselnden Gesichtspunkten und die Vielzahl der Personen, erschwerten den Lesefluss deutlich.Was mir außerdem nicht gefallen hat war die Tatsache , dass der Protagonist mit ständig wechselnden Namen belegt wurde , es reichte von Wolf über William , Willi bis zu Fawkes.
Auch das Ende konnte ich nicht in allen Punkten nachvollziehen.

Fazit:

Eine Geschichte, die mich leider nicht völlig überzeugt hat.

Bewertung vom 12.03.2017
Der letzte Überlebende
Pivnik, Sam

Der letzte Überlebende


sehr gut

Sam Pivnik ist dreizehn Jahre alt, als sich sein Leben mit einem Schlag total verändert. Bis hierher war er in einfachen, aber geordneten Verhältnissen aufgewachsen. Nun aber übernahm Hitler die Macht und damit gehörte er zu den sogenannten „Untermenschen ", den Juden.
Er durchlief mehrere Stationen, Selektionen und wurde auf kaum vorstellbare Weise gequält und misshandelt. Seine Familie wurde auseinandergerissen, er hat lediglich einen Bruder nach Kriegsende wiedergesehen. Die jüdischen Häftlinge waren unter menschenunwürdigen Verhältnissen in engen Unterkünften zusammengepfercht. Sie mussten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang schwerste Arbeit verrichten, bekamen dafür nur wenig Essen von furchtbar schlechter Qualität.
Eine besondere Belastung war hierbei, dass sie jeden Tag mit dem Tod konfrontiert waren.

Sam Pivnik , der diese Hölle überlebt hat, erzählt seine Geschichte in ziemlich nüchterner Weise , ohne große Emotionen.
Er ist ein wichtiger Zeitzeuge, der dazu beiträgt , dass diese Geschichte niemals vergessen wird und sich hoffentlich nicht wiederholt.
Ich kann dieses Buch Jedem empfehlen, der sich für die deutsche Geschichte interessiert.

Bewertung vom 02.03.2017
Schlaflied / Olivia Rönning & Tom Stilton Bd.4
Börjlind, Cilla; Börjlind, Rolf

Schlaflied / Olivia Rönning & Tom Stilton Bd.4


ausgezeichnet

Zu Beginn des Buches begegnen wir der schönen Cosima und erleben die folgenschwere Begegnung mit dem charismatischen René. Was es damit auf sich hat, wird erst ganz zum Schluss aufgelöst.

Danach geht es in mehreren Erzählsträngen weiter, die erst nach und nach zusammen geführt werden.

Der erste Schauplatz ist der Stockholmer Bahnhof wo freiwillige Helfer versuchen den ankommenden Flüchtlingen eine Unterkunft zu besorgen und sie mit Essen und Trinken zu versorgen. Dass es unter den Helfern auch schwarze Schafe gibt, die die Not der Asylsuchenden für ihre Zwecke missbrauchen, wird nach und nach klar.

Kurz darauf wird in einem Waldgebiet die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, welche schon durch verschiedene Tiere angenagt wurde , erste Spuren führen ins Pädophilenmilieu.


Dann begegnet man der jungen Muriel , einer obdachlosen , drogenabhängigen Frau, welche eines Tages die kleine Folami , ein nigerianisches Flüchtlingsmädchen findet und sich um sie kümmert.
Als weitere Kinderleichen auftauchen, denen innere Organe entnommen wurden, werden Mette Olsätter und ihr Team aktiv.
Auch Tom Stilton , der versucht nach einer sehr schweren privaten Krise , wieder Fuß zu fassen im Polizeidienst , wird an den Ermittlungen beteiligt. Schnell stellt sich heraus, dass die kriminellen Machenschaften bis nach Rumänien reichen.

Das bewährte Autorenteam hat wieder einmal in sehr spannender Weise aktuelle Themen aufgegriffen. Im Vordergrund stehen hierbei die Flüchtlingsproblematik und der illegale Organhandel. Die einzelnen Erzählstränge werden nach und nach geschickt zusammengeführt, bis zu einem logischen, nachvollziehbaren Schluss.
Auch das private Umfeld der Ermittler bekam einen angemessenen Rahmen. Wie in den vorhergehenden Büchern, gab es auch hier einen durchgehend hohen Spannungsbogen.
Ich spreche eine absolute Leseempfehlung für Krimifans aus .

Bewertung vom 01.03.2017
Das geträumte Land
Mbue, Imbolo

Das geträumte Land


ausgezeichnet

Neni und Jende , ein junges Paar aus Kamerun ,Eltern eines Sohnes , träumen von einem Leben in Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Mithilfe seines Cousins, der als Anwalt in New York lebt, reist Jende Jonga dorthin. Er arbeitet fleißig, hat mehrere Jobs und bemüht sich möglichst schnell seine Frau und seinen Sohn Liomi nachzuholen.
Als ihm das gelingt und er außerdem, wieder durch Vermittlung seines Cousins, einen Job als Chauffeur der Familie Edwards bekommt, ist sein Glück vollkommen.
Clarke Edwards ist ein angesehener und reicher Bankier, gemeinsam mit seiner Frau Cindy und seinen beiden Kindern, lebt er ein sorgenfreies Leben.Jende wird gut behandelt, angemessen bezahlt und hat ein gutes Verhältnis zur gesamten Familie.
Seine Frau Neni studiert, sie möchte sich später als Apothekerin selbständig machen.
Mit dem Zusammenbruch der Lehman Brothers und der damit einhergehenden Finanzkrise ändert sich die Welt für beide Familien schlagartig.

Die Autorin erzählt auf eindrucksvolle Weise vom Leben der Armen und Reichen in Amerika. Sie lässt ihre Protagonisten dabei alle Höhen und Tiefen des menschlichen Lebens durchlaufen. Die einzelnen Figuren waren sehr authentisch und gut gezeichnet. Man hatte von jedem ein klares Bild vor Augen.
Das Ende kam für mich einigermaßen überraschend, ich konnte es aber größtenteils nachvollziehen.
Eine Geschichte, die noch etwas nachwirkt und die ich wärmstens weiterempfehlen kann.

Bewertung vom 10.02.2017
Spreewaldtod / Klaudia Wagner Bd.2
Dieckerhoff, Christiane

Spreewaldtod / Klaudia Wagner Bd.2


sehr gut

Klaudia Wagner , die immer noch mit den Folgen des Todes von ihrem ehemaligen Kollegen kämpft , muss einen neuen Mord aufklären.Ausgerechnet der unbeliebte Kollege Demel soll sie dabei unterstützen.
Der Fall führt die beiden zu einem bekannten Gurkenbauer,einer seiner rumänischen Erntehelfer wird tot aus dem Fließ gezogen. Was zuerst nach einem fremdenfeindlichen Hintergrund aussieht, entpuppt sich dann als Fall, dessen Wurzeln tief in der Vergangenheit liegen .

Die Geschichte verlief zuerst ziemlich schleppend. Es spielte sich sehr viel im privaten Bereich ab, wodurch die Krimihandlung ziemlich ins Hintertreffen geriet. Für Neulinge dieser Reihe, war es sicherlich schwierig, die ganzen Details aus Klaudias Vergangenheit einzuordnen.
Erst zum Schluss hin, kam wirkliche Spannung auf uns die Geschichte endete ziemlich dramatisch. Da es noch offene Fragen gab, wird es sicher in baldiger Zukunft mit der Reihe weitergehen.

Bewertung vom 05.02.2017
Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit
MacMillan, Gilly

Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit


sehr gut

Im Alter von 15 Jahren hat Zoe einen schweren Unfall verursacht, bei dem drei ihrer Freunde ums Leben kamen. Nach ihrer Entlassung aus dem Jugendarrest versuchen ihre Mutter und sie sich ein neues Leben in einer anderen Stadt aufzubauen. Die Ehe ihrer Eltern hat den Belastungen, die mit dem Prozess und den Folgen zusammenhingen, nicht standgehalten.
Als ihre Mutter einen neuen Mann kennenlernt, scheint alles perfekt zu sein. Sie heiratet Chris, der den halbwüchsigen Lucas mit in die Ehe bringt. Als dann noch die gemeinsame Tochter Grace geboren wird, scheint das Familienglück komplett zu sein.
Zoe war bereits vor dem Unfall eine gute Pianistin, daran versucht sie nun wieder anzuknüpfen.
Bei einem Konzert wird sie von einem Mann im Publikum als Mörderin beschimpft, kurz darauf ist ihre Mutter Maria tot. Von da an nimmt das Schicksal seinen Lauf und die Fassade der heiligen Familie beginnt zu bröckeln.

Zu Beginn hatte ich etwas Probleme, der Handlung zu folgen. Da die Geschichte in wechselnden Zeiten und aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten erzählt wurde, war es nicht immer leicht den Überblick zu behalten.
Als ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, entwickelte sich ein Sog,dem ich mich nicht entziehen konnte.
Der Spannungsbogen wurde durchgehend gehalten, zum Schluss gab es eine überraschende Wendung.
Ich vergebe vier Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

Bewertung vom 01.02.2017
Dunkeltage im Elbsandstein
Lehmann, Thea

Dunkeltage im Elbsandstein


ausgezeichnet

Kaum ist Kommissar Leo Reisinger , von einem Heimaturlaub in Bayern wieder zurück in Sachsen, wird er mit einem Leichenfund konfrontiert. Bei den ersten Ermittlungen treffen Leo und sein Team in der Nähe des Tatorts den verschrobenen Detlef Watzke , der alleine in einem heruntergekommenen Haus wohnt. Als kurz darauf eine weitere Leiche gefunden wird und außerdem zwei Frauen als vermisst gemeldet werden, überschlagen sich die Ereignisse. Als klar wird, dass die Fälle alle im Zusammenhang stehen, wird es Zeit zu handeln. Gerne habe ich den sympathischen Kommissar und seine Kolleginnen und Kollegen bei ihren Ermittlungen begleitet. Die einzelnen Personen mit ihren verschiedenen Eigenarten und Macken wurden von der Autorin liebevoll gezeichnet. Es ist ihr gelungen , Kriminalfall und Privatleben der Ermittler im genau richtigen Mischungsverhältnis zu präsentieren. Für Leser, die Krimis mit Lokalkolorit und Humor mögen, genau die richtige Lektüre. Ich freue mich auf einen neuen Fall mit dem bewährten Team.

Bewertung vom 28.01.2017
Wahnsinn Wartezimmer
Abidi, Heike; Koeseling, Anja

Wahnsinn Wartezimmer


sehr gut

Das bewährte Autorenteam hat sich diesmal mit dem Thema Medizin beschäftigt.
Schon das sehr schöne Cover weckte die Lust auf die Lektüre.
Das Verhältnis zwischen Arzt und Patient , aber auch dem Pflegepersonal wurde aus den verschiedensten Blickwinkeln geschildert. Wie in den vorhergehenden Büchern war auch hier eine Unterteilung in verschiedene Kapitel sehr hilfreich.
Die hervorgehobenen Sprüche und witzigen Zeichnungen waren wieder das Salz in der Suppe.
Neben einigen skurrilen und witzigen Beschreibungen gab es auch mehrere Geschichten mit ernstem Inhalt, was meiner Meinung nach zu dem Thema passt.
Hierbei ist es gut gelungen die Geschichten so zu verteilen, dass man bei dem einen Thema einen
Kloß im Hals hat und kurz darauf wieder lachen muss.

Die witzigsten Highlights waren für mich:

Die Unterteilung der einzelnen Arzttypen
Die Szenen im Wartezimmer
Die Selbstdiagnose(Google)
Die skurrilsten Syndrome
Bei den Geschichten mit eher ernstem Hintergrund wirkte das Gelesene noch etwas länger nach.

Fazit:
Ein sehr lesenswertes Buch , was ich unbedingt empfehlen kann.

Bewertung vom 24.01.2017
Glücksmädchen / Ellen Tamm Bd.1
Bley, Mikaela

Glücksmädchen / Ellen Tamm Bd.1


gut

Zum Inhalt:

Als die achtjährige Lycke nach dem Tennistraining plötzlich verschwunden ist , geraten ihre Eltern in Panik.
Ellen Tamm ist ist Kriminalreporterin beim Fernsehsender TV4 und wird von ihrem Chef, mit dem sie eine Zeit lang liiert war, mit der Berichterstattung beauftragt. Sie verfügt über gute Kontakte zur Polizei, was in diesem Fall von Vorteil ist.
Der Fall bringt sie jedoch an die Grenze ihrer Belastbarkeit. In ihr brechen alte Wunden wieder auf, die nie verheilt waren. Ihre Zwillingsschwester Elsa kam vor über 20 Jahren ums Leben, seit dieser Zeit gibt sich Ellen die Schuld an ihrem Tod.

Mehr möchte ich zu der Geschichte nicht erzählen, um die Spannung zu erhalten.

Meine Meinung:

Die Thematik an sich war gut gewählt , zu Anfang war die Geschichte auch spannend.
Dann jedoch, wurden meiner Ansicht nach zu viele Gebiete ( Internetkriminalität, Sorgerechtsprobleme,Eifersucht, unverarbeitete Schuldgefühle usw.)abgehandelt, wobei man als Leserin zeitweise die Übersicht verlor.
Die Aufklärung als solches war schlüssig, hier hätte ich mir jedoch ein bisschen mehr Ausführlichkeit erwartet.
Da es sich um das Erstlingswerk der Autorin handelt, ist sicherlich noch Luft nach oben.