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Benutzername: Benedikt Bögle
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Bewertungen

Insgesamt 332 Bewertungen
Bewertung vom 07.05.2021
Klage, Gutachten und Urteil
Zimmermann, Walter

Klage, Gutachten und Urteil


sehr gut

von Walter Zimmermann ist bei C.F. Müller erschienen: "Klage, Gutachten und Urteil." Der Band bietet eine Anleitung für Rechtsreferendare, die sich im Rahmen von Prüfungsarbeiten - und auch in der späteren Praxis - mit diesen drei juristischen Formen auseinandersetzen müssen. Der Autor gibt dabei Anleitungen und Hilfestellungen: Wie sollen Klage, Gutachten und Urteil aufgebaut werden? Worauf ist zu achten? Welchen Aufbauregeln muss, welchen sollte man folgen? Wo liegen häufige Fehlerquellen? Die Ausführungen zeigen sich als durchaus verständlich. Die Gliederung ist recht kleinteilig, was in diesem Fall allerdings nicht unbedingt zu einer gesteigerten Übersichtlichkeit führt. Schön ist, dass Walter Zimmermann jeweils ein ausführliches Beispiel für Gutachten, Klage und Urteil bietet. Wünschenswert wäre es da allerdings, auch eine Musterakte zu haben: Man sieht zwar das fertige Ergebnis etwa des Gutachtens, aber nicht, aus welchen Unterlagen dieses erarbeitet wurde. Nun kostet eine Musterakte zwar viel Platz; allerdings bestehen ja auch viele Prüfungsarbeiten im Examen aus einer solchen Akte oder zumindest einem entsprechenden Auszug. Dagegen bietet sich dieser Band auch gut als Nachschlagewerk an: So führt der Autor etwa eine ganze Vielzahl an Tenorierungsvorschlägen auf, an denen man sich orientieren kann.

Bewertung vom 06.05.2021
ZPO-Fallrepetitorium
Zimmermann, Walter

ZPO-Fallrepetitorium


ausgezeichnet

Der Band "ZPO-Fallrepetitorium" von Walter Zimmermann, erschienen bei C.F. Müller, weist einen klaren Aufbau auf: Insgesamt behandelt der Autor in seinem Band 568 Fälle. Daraus wird schon deutlich: Es handelt sich nicht, wie man vom Titel her vielleicht meinen könnte, um ein Fallbuch, das Fälle aufwirft und dann wie in einer Klausur mustergültig löst. Vielmehr handelt es sich bei den Fällen um kurze oder etwas längere Probleme, die Fragestellungen aus der ZPO behandeln. Dabei deckt der Band die ganze Fülle zivilprozessualer Probleme ab, vom Rechtsweg bis zum Schiedsverfahren, von der Zustellung bis zur Berufung. Die behandelten Probleme sind mal länger, mal kürzer, überschreiten aber kaum zwei Seiten. Damit kann der Leser sehr konkret abgesteckte Thematiken vertiefen. Walter Zimmermann bietet dabei durchweg viele Beispiele. Er bleibt nicht abstrakt und theoretisch, sondern zeigt die Bedeutung der Fragen für die Praxis. Das ist gerade am Beginn des Referendariats mehr als hilfreich. Zugleich verfügt dieser Band über ein "Vier-Punkte-System". Neben jeder Fragestellung ist so vermerkt, ob die Ausführungen Grundlagen betreffen, etwas schwierigere Fälle für Studenten sind oder Fälle für Referendare. Zugleich ist auch markiert, ob es sich um entlegene, komplizierte Probleme handelt. So ist dieses Fallrepetitorium - eigentlich auf das Referendariat ausgelegt - eben auch für Studierende geeignet, die entsprechend gekennzeichnete Ausführungen einfach überspringen können. Zugleich schafft Zimmermann es so, eine weitere Ordnung in seinen Text zu bringen; es wird deutlich, was zum absoluten Grundwissen gehört, und was vielleicht kurz gelesen, aber nicht zwingend vertieft werden muss. Ein sehr empfehlenswerter Band.

Bewertung vom 06.05.2021
Segne, Vater, diese Gaben

Segne, Vater, diese Gaben


ausgezeichnet

Das Tischgebet mag in vielen christlichen Familien nicht mehr üblich sein. Und dennoch ist es ein guter Augenblick, innezuhalten, zu danken für das, was wir erhalten haben. Wer allerdings immer das selbe Tischgebet verwendet, setzt sich womöglich einer Gefahr aus: Irgendwann spricht man die Worte ohne großen Bedacht. Sie werden zur Routine - und unterbrechen den Alltag eben nicht mehr bewusst. Das kann man ändern, indem man zwischen verschiedenen Tischgebeten wechselt. Eine Möglichkeit dazu bietet ein Buch, das beim Verlag Neue Stadt erschienen ist: "Segne, Vater, diese Gaben. Tischgebete." Im handlichen Format versammelt dieses kleine Heft einige Tischgebete. Darunter finden sich die absoluten "Klassiker" der Tischgebete, längere und kürze, Gebete für Erwachsene oder auch für Kinder. Eine schöne Möglichkeit, Abwechslung in das Tischgebet zu bringen!

Bewertung vom 05.05.2021
Der Honig und der Stachel
Rothschild, Walter L.

Der Honig und der Stachel


ausgezeichnet

"Der Honig und der Stachel" von Rabbiner Dr. Walter L. Rothschild ist ein faszinierendes Buch: Geschrieben ist es zunächst für Menschen, die überlegen, zum Judentum zu konvertieren. Es bietet eine Einleitung in den Glauben und die Glaubenspraxis des Judentums. Es geht um den Synagogengottensdienst und die Feier des Sabbats, um die Feste im Lauf des Jahres und den jüdischen Kalender, um die Heilige Schrift und die Lehrer des Judentums. "Das Buch beabsichtigt, Sie über den Glauben zu unterrichten, ohne Sie zum Glauben zu zwingen", schreibt der Autor in seinem Vorwort. Walter Rothschild hat seinen Band sehr übersichtlich gestaltet - einzelne Fragen lassen sich auf einen schnellen Blick finden. Nun ist der Autor dieser Zeilen hier selbst kein Jude, sondern Christ. Einzelne Positionen des Autors in das Gesamt jüdischer Lehre zu verorten, fällt ihm daher naturgemäß schwer. Der Autor dieser Zeilen kann gleichwohl eines feststellen: Dieses Buch eignet sich auch hervorragend für Menschen, die nicht Juden sind und auch nicht konvertieren wollen, aber einfach interessiert sind am Glauben Israels. Es eignet sich etwa für christliche Theologen, die mehr wissen wollen über die Religion "unserer älteren Brüder", wie Papst Johannes Paul II. es formulierte. Es eignet sich für Menschen, die im christlich-jüdischen Dialog engagiert sind und schlicht für alle, die sich für den jüdischen Glauben interessieren. Ihnen bietet dieser Band eine gut geschrieben, informative, spannende Darstellung.

Bewertung vom 05.05.2021
Die Arbeitsmethode des Zivilrichters
Schellhammer, Kurt

Die Arbeitsmethode des Zivilrichters


ausgezeichnet

Kommt man aus dem Jura-Studium in das Referendariat, ist vieles zu nächst neu. Sachverhalte stehen nicht mehr einfach fest, sondern müssen aufgeklärt werden. Wer hat welche Umstände zu beweisen? Welchen Zeugen glaubt man, welchen nicht? Einen Leitfaden durch diese Fragen kann ein bei C.F. Müller erschienen Band sein: "Die Arbeitsmethode des Zivilrichters für Referendare und junge Praktiker mit Fällen und einer Musterakte" von Kurt Schellhammer. Der Autor führt durch die Arbeitsweise eines Richters: Konsequent beginnt der Band nach einer kurzen, theoretischen Einführung mit der Arbeit am Sachverhalt. Es folgen die einzelnen Stationen beim Kläger, beim Beklagten und in der Beweisaufnahme. Schließlich informiert Schellhammer über das Urteil, geht auf die vorläufige Vollstreckbarkeit und auf besondere prozessuale Gestaltungen - etwa die Säumnis, die Widerklage oder die Wiederaufnahme - ein. Entstanden ist so ein sehr informativer Band. Zugleich bietet der Autor aber immer wieder Beispiele und eine Musterakte, die das ganze Verfahren durchzieht und an der Schellhammer das gerade dargestellte praktisch umsetzt. Damit dient dieses Band sehr gut als eine Einführung in die Arbeitsmethode des Zivilrichters - aber auch als Nachschlagewerk, etwa für die verschiedenen Tenorierungen, die Kurt Schellhammer knapp und übersichtlich darstellt.

Bewertung vom 04.05.2021
Beziehungsweise
Knop, Julia

Beziehungsweise


ausgezeichnet

Partnerschaf, Ehe und Beziehung sind in der katholischen Kirche ein Thema, das im Zentrum theologischer Debatten steht - das zeigte nicht nur die von Papst Franziskus einberufene Familiensynode. Wer darf heiraten? Was darf, wer verheiratet ist, aber in Trennung lebt? Eine umfassende Theologie der Ehe hat die Dogmatikern Julia Knop bei Friedrich Pustet veröffentlicht: "Beziehungsweise. Theologie der Ehe, Partnerschaft und Familie" ist eine Darstellung, die verschiedene theologische Aspekte zu Ehe und Partnerschaft aufgreift. Die Autorin beleuchtet historische Stationen des Eheverständnisses und ökumenische Sichten, wirft einen Blick auf die Liturgie der Eheschließung und lässt immer wieder auch kirchenrechtliche Aspekte einfließen. Verantwortete Elternschaft hat in diesem Band ebenso seinen Platz wie die Frage nach der Trennung von Ehepartnern. Dieser Band schafft es, nicht nur Detailfragen zur Ehe zu klären, sondern einen umfassenden Blick auf die Thematik zu werfen. Gerade deswegen eignet er sich hervorragend für Studierende als Lehrbuch, aber auch für an der Theologie Interessierte als Lesebuch.

Bewertung vom 04.05.2021
Wer waren die Nationalsozialisten?
Herbert, Ulrich

Wer waren die Nationalsozialisten?


ausgezeichnet

Wer waren die Nationalsozialisten? Wer waren die Menschen, die Krieg, Tod und Verderben über einen ganzen Kontinent brachten? Was trieb sie an, wie sahen ihre Biographien aus? Dieser Frage geht Ulrich Herbert in einem bei C.H. Beck erschienenen Band nach: "Wer waren die Nationalsozialisten" enthält eine Sammlung verschiedener Essays, die allesamt um diese Frage kreisen. Herbert stellt dabei vor allem heraus, dass in der frühen Bundesrepublik eine bestimmte Argumentation entwickelt wurde, die vor allem die Größen der NSDAP zu den Nationalsozialisten zählte: Hitler, Göring, Goebbels. Daneben wurden auch einige als Verbrecher angesehen, die vielleicht nicht in der Führungsriege handelten, aber dafür in den Konzentrationslagern ihren grauenhaften Dienst verrichteten. Die Folge: Bestimmte Nazis konnten ohne größere Probleme in die neue Bundesrepublik integriert werden - Juristen etwa, die vorher leitend in NS-Ministerien tätig waren, danach in der Führungsebene großer Unternehmer. Nochmals also die Frage: "Wer waren die Nationalsozialisten?" Diese Frage kann ja auf zweierlei Weise gelesen werden. Zunächst: Wer war Nationalsozialist; wer also ist unter die Nazis zu rechnen, wer nicht? Daneben: Wer waren - vom Charakter, von der Biographie her - diese Nationalsozialisten?

Ulrich Herbert fragt nach dem Judenhass und der Rolle deutscher Professoren, nach dem Russlandfeldzug und der Ermordung der europäischen Juden, nach dem Weg in den Nationalsozialismus und nach den Nachklängen in der Bundesrepublik. Entstanden ist ein sehr interessantes, informatives, fundiertes, gleichzeitig aber auch flüssig zu lesenden Buchs. Es kann allen nahegelegt werden, die sich historisch für die Zeit des Nationalsozialismus interessieren.

Bewertung vom 04.05.2021
Religionsverfassungsrecht
Unruh, Peter

Religionsverfassungsrecht


ausgezeichnet

Das Religionsverfassungsrecht meint "die Gesamtheit der Normen, die das Verhältnis des Staates zur Religion regeln", schreibt Peter Unruh in seinem bei Nomos erschienenen Band "Religionsverfassungsrecht". Und eben diese Normen legt der Autor im Folgenden dar. Zunächst: Dieser Band ist sehr übersichtlich strukturiert. Der Leser findet sich auf einen schnellen Blick sehr gut in den Ausführungen zurecht, die zudem durchweg sehr verständlich gehalten sind. Am Anfang steht die Auseinandersetzung mit der Religionsfreiheit nach Art. 4 I, II des Grundgesetzes. Es folgen etwa das Verbot der Staatskirche, das Selbstbestimmungsrecht der Religionen oder die Frage nach dem Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts. Auch die immer wieder umstrittenen Fragen nach dem Religionsunterricht oder den aus der Säkularisation herrührenden Staatsleistungen werden von Peter Unruh kundig und übersichtlich behandelt. Dieser Band richtet sich als Teil der Reihe "Nomos Lehrbuch" in erster Reihe an Studierende. Entsprechend werden immer wieder kurze Fälle erläutert und am Ende jedes Kapitels Kontrollfragen gestellt, um das Gelesene zu sichern. Gleichwohl kann dieser Band aber auch allen dienen, die sich - beruflich oder aus privatem Interesse - mit dem Verhältnis von Staat und Religion in Deutschland beschäftigen wollen oder müssen. Sehr zu empfehlen!

Bewertung vom 03.05.2021
Aus der Mitte des Sees
Heger, Moritz

Aus der Mitte des Sees


ausgezeichnet

Bruder Lukas fühlt sich verlassen. Gleichzeitig mit einem anderen jungen Mann war er in sein Benediktinerkloster eingetreten. Der andere, sein bester Freund innerhalb der Klostermauern, hat das klösterliche Leben hinter sich gelassen, hat geheiratet, ist Vater geworden. Jeden Tag geht Bruder Lukas zum See neben dem Kloster, schwimmt eine Runde, schwelgt in Gedanken. Wie soll es weitergehen mit dem Kloster, dessen Brüder immer älter werden, während kein Nachwuchs zu kommen scheint? Beneidet er den ausgetretenen Mitbruder oder soll er eher wütend auf ihn sein? Diese Fragen werden drängender, als eine junge Frau die Gottesdienste des Konvents besucht, immer wieder im Kloster auftaucht. Bruder Lukas beginnt sich zu verlieben - und setzt sich neu mit seiner Berufung auseinander. "Aus der Mitte des Sees" ist ein faszinierender Roman, den Moritz Heger geschaffen und bei Diogenes veröffentlicht hat. Setzt sich Literatur dieser Tage mit christlichem Glauben oder gar zölibatärem Leben auseinander, sind bestimmte Richtungen immer wieder zu sehen: Entweder wird völlig uninformiert über den Glauben geschrieben oder aber völlig abwertend. Entweder also ist die Welt der Glaubenden eine, die sich von vornherein verschließt, oder eine, die von vornherein abzuwerten ist.

Ganz anders und deswegen so erfrischend "Aus der Mitte des Sees". Zunächst: Der Autor beschreibt gut informiert das Leben in einem Kloster. Die Begriffe passen, ein authentisches Bild wird gezeichnet. Darüberhinaus nimmt Moritz Heger Glaubensfragen und Berufungszweifel ernst. Er stellt sich und dem Leser wirklich die Frage: Welchen Sinn hat ein klösterliches Leben? Welchen Zweifel könnte sich ein Mönch in unserer Zeit in unserem Land ausgesetzt sehen? Am Ende zeichnet der Autor das Bild einer Berufung, die sich nicht immer ohne Brüche verwirklicht - aber doch dem lebenslangen Suchen nach Gott Ausdruck verleiht. Ein faszinierender Roman.

Bewertung vom 03.05.2021
Platon
Szlezák, Thomas Alexander

Platon


ausgezeichnet

Bei C.H. Beck hat der Altphilologe Thomas Alexander Szlezák etwas veröffentlich, das man als Einführung in das platonische Denken bezeichnen könnte: "Platon. Meisterdenker der Antike." Wenn man an den Begriff der Einführung denkt, würde sich vielleicht eine kurze Skizzierung wesentlichen Lebensstationen und bedeutende Züge des platonischen Denkens aufdrängen. Nun: "Kurz" ist dieses Werk nicht. Es informiert den Leser auf immerhin knapp 800 Seiten über den großen Philosophen der Antike. Und gleichzeitig kann dieses Werk wohl zurecht als eine "Einführung" bezeichnet werden, denn im Zentrum stehen nicht lediglich Spezialprobleme, sondern das platonische Werk als Ganzes. So bietet Szlezák zunächst eine Biographie Platons, die auch die politischen und geschichtlichen Aspekte seiner Zeit beleuchtet. Anschließend geht der Autor auf das Spezifische des platonischen Werkes ein, um dann auf einzelne Züge der Philosophie Platons zu sprechen zu kommen.

Szlezák zeichnet ein umfangreiches Bild des Denkers. Er führt behutsam in die Frage ein, welche Rolle in der platonischen Philosophie dasjenige spielte, das eben nicht in den Dialogen und anderen Schriften auf uns gekommen ist, sondern nur in mündlicher Lehre überliefert wurde und überliefert werden sollte. Szlezák geht auf den Ideenbegriff bei Platon ein und auf die Frage nach Gott, auf die politischen Entwürfe wie auf Platons Ethik. Entstanden ist so tatsächlich eine - wenngleich sehr umfangreiche - Einleitung; denn dieser Band ersetzt ja nicht die Lektüre Platons, sondern regt vielmehr immer wieder zu ihr an. "Platon. Meisterdenker der Antike" ist so etwas wie ein Fahrplan für alle, die in das Werk des Philosophen eintauchen wollen - und damit sehr zu empfehlen.