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Benutzername: Kathrineverdeen
Wohnort: Düchelsdorf
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Bewertungen

Insgesamt 9 Bewertungen
Bewertung vom 21.10.2018
Die Streithörnchen
Bright, Rachel; Field, Jim

Die Streithörnchen


ausgezeichnet

Seht ihr sie auch gerade durch die Wälder flitzen? Die kleinen possierlichen Eichhörnchen – immer auf der Suche nach Nahrung für den Winter. Ich persönlich könnte diesem Schauspiel stundenlang zusehen. In diesem Jahr ist leider wenig Nahrung für ihren Wintervorrat übrig. Denn der Sommer war sehr trocken und die Früchte und Samen fielen alle notreif von den Bäumen. Gerade dann, als die Eichhörnchen noch mit der Aufzucht ihrer Jungen beschäftigt waren. Aus diesem Grund könntet ihr vielleicht in den nächsten Wochen ein paar Tiere beobachten, die sich um die eine oder andere Nuss streiten.

Wenn zwei sich streiten
Das wunderbare Bilderbuch „Die Streithörnchen“ von Rachel Bright und Jim Field beschäftigt sich mit einem ähnlichen Thema. Wie der Titel schon erahnen lässt, gibt es in dieser Geschichte etwas Streit. Eichhörnchen Lenni genießt das ruhige Leben und zieht leichtfüßig und sorglos durch den Herbst. Jedoch ist das übrige Waldvolk mit dem emsigen Sammeln von Samen und Pilzen beschäftig, um sich einen Vorrat für den Winter anzulegen. Lenni, der bisher keinen Gedanken daran verschwendet steht plötzlich vor seinem leeren Vorratsschrank. Nun geht ihm auf, dass er nicht mehr im Hier und Jetzt leben darf, sondern auch an morgen denken muss, um den Winter zu überstehen. Plötzlich entdeckt er einen einzelnen Zapfen – womöglich den letzten dieses Jahres. Diesen Zapfen hat aber auch Eichhörnchen Finn, dem nur noch ein Zapfen für seinen Wintervorrat fehlt, entdeckt.

Die wilde Jagd nach einem Zapfen
Nach diesem ersten Zusammentreffen entbrennt eine wilde Jagd nach einem einzigen Zapfen. Eine Jagd, die aussichtslos erscheint, weil beide Eichhörnchen viele gefährliche Hürden überwinden und überleben müssen. Was während dieses Wettrennens alles geschieht und welche Gefahren Finn und Lenni, auf dramatische Weise überwinden müssen, erfahren wir Leser in dem großartigen Bilderbuch „Die Streithörnchen“. Während die beiden Eichhörnchen sich ordentlich abplagen müssen, haben wir Leser riesigen Spaß beim Betrachten. Denn die Taten der tierischen Helden wurden mit viel Situationskomik verpackt und sorgen für einige Lachkrämpfe. Aber nicht nur das – die Geschichte enthält wertvolle und kindgerecht verpackte Botschaften, die aus dem Geschehen hervortreten und im Gedächtnis bleiben.

Am schönsten finde ich persönlich die großartigen Illustrationen, die jede für sich schon so viel Raffinesse und Witz enthält. Auch wenn sie ganz ohne Text auskommen würden, bin ich froh über die wunderbaren Zeilen und Reime. Sie fügen sich perfekt in die Illustrationen ein und machen aus diesem Bilderbuch einen riesigen Vorlesespaß.

„Die Streithörnchen“ von Rachel Bright und Jim Field ist ein wunderbares Bilderbuch zum Thema Freundschaft und Zusammenhalt und ein riesiger Vorlesespaß für die ganze Familie.

Und vielleicht hat der eine oder andere von euch ein paar Nüsse und Samen für die hungrigen Eichhörnchen übrig? Ich habe schon ein bisschen Futter in Büschen verteilt.

https://kathrineverdeen.de

Bewertung vom 14.10.2018
Echte Bären fürchten sich nicht
Dale, Elizabeth

Echte Bären fürchten sich nicht


ausgezeichnet

Stellt euch vor ihr schlaft selig in eurem gemütlichen Bett. Plötzlich reißt euch ein seltsames Geräusch aus eurem Tiefschlaf. Wer von euch kann sich nach so einem Ereignis einfach auf die andere Seite legen und weiter schlummern? Ich könnte das nicht. Jedenfalls nicht, bevor ich weiß, was es mit diesem Geräusch auf sich hat.

Echte Bären fürchten sich nicht
Genau so ergeht es auch Bär Bobo aus dem Bilderbuch „Echte Bären fürchten sich nicht“ von Elizabeth Dale und Paula Metcalf. Bobo wurde von einem lauten Grunzen aus dem Schlaf gerissen und ist nun sehr verwirrt und verängstigt. Er muss wissen, wer da so geschrien hat – vorher legt er sich nicht mehr hin. Er schreit laut um Hilfe und seine Familie versucht vergebens ihn wieder zu beruhigen. Diesem Geräusch muss auf den Grund gegangen werden – vorher macht keiner mehr ein Auge zu.

Dieses nächtliche Ereignis kommt in den besten Familien vor – bei uns ist es hin und wieder auch ein Thema. Umso schöner ist es, wenn man dann ein passendes Bilderbuch zur Hand nehmen kann, welches wieder ein bisschen Ruhe in die Situation bringt. Natürlich, nachdem man sich auf die Jagd nach den gefährlichen Monstern gemacht hat. Auch Papa Bär bleibt in dieser Geschichte nichts anderes übrig. Trotz seiner beruhigenden Mantras wie „Es gibt ganz bestimmt keine Monster zu sehen“ lässt sich Bär Bobo nicht beruhigen und die Familie – allen voran der Papa – macht sich auf die Suche nach dem unheimlichen Geräusch.

Aus harmlosen Fröschen werden unheimliche Monster
Wir Leser begleiten die Bärenfamilie auf ihrer Nachtwanderung durch den dunklen Wald und erleben, was ihnen auf ihrem Weg alles in die Quere kommt. Denn in der nächtlichen Dunkelheit kann einem die eigene Fantasie einen Streich spielen. So werden aus harmlosen Fröschen riesige Monster. Nun fürchtet sich selbst der tapferste Bär. Und während Papa Bär das Fürchten gelehrt wird, hat der Leser riesigen Spaß. Denn im Gegensatz zu den Bären haben die Betrachter gut Lachen, weil sie das gesamte Geschehen erfassen können. Am Ende der Geschichte darf die Bärenfamilie dann doch mit lachen, als die Quelle für das Grunzen endlich ausgemacht wird.

Der Oetinger Verlag hat gut daran getan, dass er Paul Maar die Übersetzung aus dem Englischen anvertraut hat. Denn oft verliert eine Geschichte an Charme, wenn Reime all zu wörtlich übersetzt werden. Die munteren Verse Maars bereichern die humorvoll gezeichneten Illustrationen und verleihen der Handlung eine besondere Dynamik, die alle Betrachter – egal ob jung oder alt – mitreißen.

„Echte Bären fürchten sich nicht“ von Elisabeth Dale und Paula Metcalf ist eine wunderbare Geschichte, die sich bestens dafür eignet, die allabendlichen wiederkehrenden Monster aus den Kinderzimmern mit einer großen Portion Humor zu vertreiben.

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Bewertung vom 22.09.2018
Eddie Goldfisch ist weg! Ein Fall für Hektor Supersucher
Grimm, Sandra; Hellmeier, Horst

Eddie Goldfisch ist weg! Ein Fall für Hektor Supersucher


ausgezeichnet

In unserem Bücherregal befinden sich zahlreiche Bilderbücher. Zugegeben – wir sind wirklich etwas verwöhnt, weil wir schon so viele wunderschöne Bücher besitzen. Unsere Bilderbuchlieblinge machen es den Neuzugängen sehr schwer, denn sie müssen schon sehr originell sein, um mit ihnen mithalten zu können. Ein Bilderbuch, das im Vergleich glänzend abgeschnitten hat, ist „Eddie Goldfisch ist weg! Ein Fall für Hektor Supersucher“ von Sandra Grimm und Horst Hellmeier. Dabei sah es auf dem ersten Blick gar nicht danach aus.

Ein klarer Fall für Hektor Supersucher
Oh Schreck! Der Goldfisch Eddie von der Familie Wildschwein ist weg. Wer hat ihn nur gestohlen? Und an wen kann man sich nur wenden, damit das geliebte Fischlein wieder nach Hause kommt? Ein ganz klarer Fall für Rehbock Hektor! Warum? Hektor ist ein sehr kluger und toller Supersucher, der mit zahlreichen Pokalen ausgezeichnet wurde. Hektor findet alles und jeden. Er ist einfach der Beste auf diesem Fachgebiet. Aus diesem Grund beauftragt Familie Wildschwein den Rehbock mit der Suche. Ob Hektor Goldfisch Eddie wirklich finden wird?

Mit der spannenden Suche nach Eddie dem Goldfisch beschäftigt sich dieses Bilderbuch für Kinder ab 3 Jahren. Nach einer kurzen Einführung und einem Kennenlernen mit dem Supersucher, geht es auch sofort zur Sache. Hektor zückt am Tatort seine Lupe und arbeitet fieberhaft daran die ersten Spuren zu sammeln und Familie Wildschwein hilft mit. Schließlich ist ihnen sehr daran gelegen, dass der Goldfisch wieder in heimische Gewässer zurückkommt. Ihre gemeinsame Suche führt sie vom Tatort in die Stadt und wir Leser erleben viele belebte und bunte Schauplätze mit spannenden und urkomischen Szenen.

Eine spannende Bilderbuchgeschichte mit Wimmelbuchcharakter
Das Besondere an dieser Bilderbuchgeschichte sind die großen Seiten, die an ein Wimmelbuch erinnern. Obgleich es hier einige Textpassagen gibt. Auf den illustrierten Seiten gibt es viele spannende Szenen mit humorvollen Details zu entdecken, die auf amüsante Weise zum Verweilen einladen. Ergänzt werden die wimmeligen Seiten von Aufgaben, die den Betrachter dazu auffordern etwas genauer hinzuschauen und mitzuraten.

„Eddie Goldfisch ist weg! Ein Fall für Hektor Supersucher“ von Sandra Grimm und Horst Hellmeier ist eine sehr gelungene Bilderbuchgeschichte, die mit urkomischen Illustrationen und spannenden Szenen zum Mitraten und Dingeentdecken, überzeugt. Die originelle Geschichte mit ihren quirligen Bildern und Akteuren hat uns viele schöne und lustige Lesestunden bereitet.

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Bewertung vom 09.09.2018
Scarlett
Remington, Laurel

Scarlett


ausgezeichnet

Obgleich das Jahr schon über acht Monate alt ist, gab es im Buchbereich – trotz aller Erwartungen – nur wenige Überraschungen. Manchmal beschlich mich ein Gefühl, dass ich gerade um die groß angekündigten Highlights der Bücherwelt einen großen Bogen machen sollte. Denn fast jedes war eine herbe Enttäuschung und ich habe sie nach wenigen gelesenen Seiten abgebrochen. Und dann kam Scarlett und rettete meinen unbefriedigten Lesehunger. Scarlett ist die literarische Hauptfigur aus „Scarlett: Ein Löffelchen Geheimnis und der Duft von Magie“ von Laura Remington. Gerettet hat sie mich mit ihrer Geschichte und ihrer Art zu erzählen. Denn was sie zu erzählen hat, ist mir sehr zu Herzen gegangen und hat mich tief berührt. Nicht nur, weil mein Hobby – das Bloggen – auch ein Bestandteil von ihrer Geschichte ist.

Scarlett, die unfreiwillige Bloggerqueen
Scarlett ist die Tochter einer bekannten und erfolgreichen Bloggerin und sie hasst es. Denn die Themen, die ihre Mutter in ihren Posts anspricht, sind alles andere als angenehm für Scarlett. Mit den peinlichsten Erlebnissen aus ihrem Alltag wurde sie zum unfreiwilligen Star des Blogs und die Tatsache, dass eigentlich jeder aus ihrer Schule darüber Bescheid weiß, ist nur sehr schwer zu ertragen. Doch Scarlett hat sich im Laufe der Zeit angepasst und gibt kaum noch etwas von ihrer Welt und ihren Emotionen preis.

Von Geheimnissen und dem Duft von Magie
Peinliche Erlebnisse sind jedoch nicht das Einzige, was Scarlett lieber geheim halten möchte. Nach einer schicksalshaften Begegnung mit ihrer Nachbarin Rosemary, entdeckt sie ein handgeschriebenes Kochbuch. Seitdem verspürt sie das besondere Verlangen, die Rezepte aus diesem besonderen Buch auszuprobieren. Aus Scarletts neu entdeckter Leidenschaft entwickeln sich einige Möglichkeiten und sogar Freundschaften, weil kochen und essen Menschen zusammenbringt. Und weil es sich zusammen mit Freunden noch besser kocht, gründet Scarlett einen geheimen Kochklub.

Als ich das Cover und den Klappentext von dieser Geschichte das erste Mal sah, war ich neugierig. Es klang nach einer locker leichten Geschichte für zwischendurch. Doch nachdem ich ein paar Seiten gelesen hatte, bemerkte ich, was für einen Schatz ich in diesem Buch gefunden hatte. Nie hätte ich so eine tiefgründige und liebenswerte Handlung erwartet. Umso schöner war es für mich, dieses Buch in vollen Zügen zu genießen.

Scarletts anfängliche Schilderungen über ihren Alltag haben mich sehr beeindruckt und manchmal auch entsetzt. Ich war schockiert, was ihre Mum so alles von ihrer Tochter preisgibt und was sie ihr eigentlich damit antut. Scarletts Art zu erzählen war so mitreißend und bewegend, dass ich mich ihr nicht entziehen konnte. Sie entfachte einen regelrechten Lesehunger – ich wollte nur noch lesen und mitfiebern. Die Schattenseiten des Bloggerdaseins ist aber nicht das einzige Thema, über welches die literarische Hauptfigur berichtet. Ihre Geschichte umfasst so viele wichtige Themen und wertvolle Botschaften, sodass jeder Leser – egal ob jung oder alt – etwas aus diesem Buch mitnehmen kann.

Was einen großen Teil der Handlung ausmacht, sind die Veränderungen, die durch das gemeinsame Kochen in Bewegung gesetzt werden. Es scheint fast so, als würde das selbst gekochte Essen eine magische Zutat enthalten, die nach dem Verzehr der Köstlichkeit die Menschen verändert. Plötzlich entdeckt man wunderbare neue Seiten an ihnen und man kommt nicht umhin, sich ein Stück weit daran zu erfreuen.

Die gesamte Rezension finden sie hier: https://kathrineverdeen.de/rezension-scarlett-ein-loeffelchen-geheimnis-und-der

Bewertung vom 01.09.2018
Lizzy Carbon und die Qual der Wahl / Lizzy Carbon Bd.3
Fesler, Mario

Lizzy Carbon und die Qual der Wahl / Lizzy Carbon Bd.3


sehr gut

Es sind einige Jahre vergangen, seit ich die hormongesteuerte und aufbrausende Lizzy Carbon durch ihre ausnahmezustandsähnliche Pubertät und ihr erstes Wunder der Liebe begleiten durfte. Meine Liebe zu dieser Ausnahmeprotagonistin ist ungebrochen. Denn die Meisterin des Sarkasmus und Expertin für Fettnäpfchen jeder Art und unüberlegtes Aussprechen von Gedanken ist wie eine Seelenverwandte für mich. Und diese sind im wahren Leben schon sehr schwer zu finden. Nachdem ich einige Höhen und Tiefen mit Lizzy überstanden habe, durfte ich nun den 3. Band „Lizzy Carbon und die Qual der Wahl“ von Mario Fessler lesen.

Die Qual der Wahl
Die Qual der Wahl durchlebt Lizzy in diesem Buch am eigenen Leib. Denn irgendwer scheint es für eine furchtbar witzige Idee zu halten, dass Lizzy sich für die Wahl zur Schulsprecherin zur Verfügung stellt. Plötzlich steht sie auf der Kandidatenliste. Doch Lizzy wäre nicht Lizzy, wenn das das einzige zu lösende Problem wäre. Nebenbei stehen noch der Scheidungskrieg ihrer Eltern, eine große Liebe auf Distanz und eine beste Freundin mit mörderischen Absichten an. Wie und ob Lizzy Carbon diese Probleme löst, erfahren wir in dem 3. Band dieser Reihe.

Lizzy Carbon is back!
Wer Lizzy Carbon bereits kennenlernen durfte, weiß, dass sie eine große Begeisterung für zum Scheitern verurteilte Projekte entwickeln kann. Und da man bei solchen Aufgaben reichlich Unterstützung benötigt, heuert sie die altbekannten Mitglieder vom „Klub der Verlierer“ für den Wahlkampf an. Diese sollen Lizzy beim Schulsprechergedöns unterstützen. Denn obgleich sie anfangs auf keinen Fall die Wahl für sich bestimmen wollte, sieht sie darin auch eine wunderbare Möglichkeit. Dieser Wahlkampf soll für eine ganz bestimmte Person zur besonderen Qual werden.

In gewohntem Stil führt uns Lizzy Carbon durch ihr manchmal chaotisches Leben. Chaotisch ist vielleicht etwas untertrieben. Denn für Lizzy beginnt gefühlt eine Art Apokalypse, als sie ihren Namen auf der Kandidatenliste findet. Und wir Leser dürfen dank ihrer enthaltenen Tagebucheinträge, auch in diesem dritten – vorerst letzten Band – hautnah dabei sein. Aber nicht nur das. Wir leiden und erleben mit ihr die Qual der Wahl und die Qual ein Scheidungskind zu sein. Jedoch konnte ich in diesem Fall nicht ganz mitziehen, weil Lizzy sich oft selbst im Weg steht und manches Problem selbst heraufbeschwört. Trotzdem konnte ich es durchaus verstehen, dass sie bestimmte Ängste in Wut umwandelt, weil sie diese anders nicht filtern kann. Wahrscheinlich hatte ich aus diesem Grund etwas Anlaufschwierigkeiten mit dem Buch.

Lizzy, die im ersten Band meinem imaginären Zwilling gleicht, hat sich weiterentwickelt. Und zwar in eine Richtung, die ich selbst nie genommen hätte. Jedenfalls fühlte es sich beim Lesen so für mich an. Und doch konnte sie mich nach knapp 50 gelesenen Seiten mit ihrer kämpferischen Art wieder einfangen und für sich gewinnen. Danach entwickelte sich ein Sog, dem ich mich buchstäblich nicht mehr entziehen konnte. Auch wenn es im Vergleich zu den beiden vorherigen Bänden nicht mehr ganz so absurde Erlebnisse gibt, geschehen viele urkomische Dinge. Lizzy beweist ein weiteres Mal ihren Sinn für einen fantastischen Humor.

Vielsagend waren neben Lizzys Problemen auch bestimmte Reaktionen von Lizzys Eltern, ihren Mitschüler und die der Wahlkampfhelfer, die nebenbei beleuchtet wurden. Viele interessante Beziehungsfäden spannen sich neu oder wurden überraschend getrennt, was für mich persönlich sehr unterhaltsam war.

Alles hat ein Ende …

die gesamte Rezi findet ihr auf dem Blog: https://kathrineverdeen.de/

Bewertung vom 15.08.2018
Hektor ist kein Schisser! / Hektor Bd.1
Ameling, Anne; Jakobs, Günther

Hektor ist kein Schisser! / Hektor Bd.1


ausgezeichnet

Ein Wolfsleben ist nicht leicht und schon gar nicht das, eines jungen Wolfes. Den lieben langen Tag muss beim Wolfstraining mitmachen und lernen,wie man sich anschleicht, wie man richtig knurrt und wie man in einem Rudel rennt. Hektor ist froh, dass er heute einen Tag Pause hat und endlich wieder mit seinen Freunden den Wald unsicher machen kann. Doch als er sich zu seinen Freunden gesellt, erzählen diese im plötzlich, dass sie sich zu einer Bande zusammengetan haben und er erst einmal eine Mutprobe bestehen muss, um auch dazuzugehören.

Freundschaft, Mutproben und Vorurteile

In dem Kinderbuch „Hektor ist kein Schisser!“ welches von dem uns bekannten Autorenduo Anne Ameling und Günther Jakobs entwickelt wurde, lernen wir vier ungleiche Freunde – einen Igel, eine Eule, ein Eichhorn und einen Wolf – kennen, die trotz der offensichtlichen Unterschiede fest zusammenhalten. Doch wie das unter Freunden manchmal so ist, gibt es manchmal eben auch ein paar Unstimmigkeiten und die Freundschaft steht auf dem Prüfstand. In dieser Geschichte ist es Hektor, der mit einer Mutprobe geprüft wird. Er soll für alle Brombeeren klauen, jedoch nicht irgendwelche. Sie wachsen im Garten von BB. BB steht für Böser Bär. Hektor macht sich etwas verhalten an die ihm gestellte Aufgabe und lernt, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Als Kind hat man ja einige Hürden und Mutproben zu bestehen. Aus diesem Grund sind Bücher wie „Hektor ist kein Schisser!“ so wichtig. Denn sie vermitteln auf spielerische und humorvolle Weise, wie man solche Mutproben meistern kann. Und, dass man auch zu seinen Ängsten stehen sollte, denn diese begleiten uns nicht ohne Grund.

Hatte ich schon erwähnt, dass wir riesige Fans von Günther Jakobs sind? Auch aus diesem Grund zog das Bilderbuch bei uns ein. Günther Jakobs unverkennbarer Zeichenstil begeistert uns jedes Mal aufs Neue. Denn seine Illustrationen sprühen vor Kreativität und Humor und geben der Geschichte die nötige Leichtigkeit.

Ein Waldabenteuer mit gewichtigen Botschaften

„Hektor ist kein Schisser!“ von Anne Ameling und Günther Jakos ist nicht nur ein witziges Waldabenteuer über kleine Helden und echte Freunde. Es enthält gewichtige Botschaften, die Bedeutung von Freundschaft vermitteln und zeigen, wie hinderlich Vorurteile sein können. Alle sind so verpackt worden, dass sie für ein Kind nachvollziehbar sind. Ein Detail auf der Verlagsseite lässt uns hoffen, dass dieses tierische Abenteuer nicht das letzte sein wird.

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Bewertung vom 08.08.2018
Der höchste Bücherberg der Welt
Bonilla, Rocio

Der höchste Bücherberg der Welt


ausgezeichnet

Kennt ihr das? Ihr schlagt ein Buch auf und es entfesselt einen Sog, der euch buchstäblich ins Innere zieht. Und es scheint fasst so, als würdet ihr all das, was dort geschieht, auch selbst erleben. Plötzlich erlebt ihr Dinge, die ihr nie für möglich gehalten habt und reist in ferne Länder oder fantastische Welten. Von diesem Phänomen berichtet das Bilderbuch „Der höchste Bücherberg der Welt“ von Rocio Bonilla. Dieses besondere Kinderbuch beinhaltet die wohl schönste Botschaft der Welt: Mit Büchern gehen alle Wünsche und Träume in Erfüllung, weil du durch die Kraft deiner Gedanken alles machen und schaffen kannst, was du willst.

Geboren, um zu fliegen
Lukas glaubt fest daran, dass er geboren wurde, um zu fliegen. Jedes Jahr aufs Neue wünscht er sich Flügel vom Weihnachtsmann. Die bekommt er auch. Nur funktionieren diese leider nie. Sein Wunsch fliegen zu lernen bleibt ungebrochen und eines Tages bekommt er ein Buch von seiner Mutter geschenkt mit den Worten: Man kann auch anders fliegen. Lukas beginnt mit dem Lesen und kann nicht mehr damit aufhören. Er verschlingt ein Exemplar nach dem anderen und türmt sie aufeinander – bis der höchste Bücherberg der Welt entsteht. Und plötzlich versteht er den Sinn der Worte seiner Mutter.

Lesen – die wohl schönste Beschäftigung, die es im Leben geben kann

Für mich persönlich ist sie das und die Vorstellung, dass ich meine Leidenschaft für Bücher an mein Kind weitergeben kann, war ein Hauptgrund, warum ich zu diesem Buch gegriffen habe. Als ich „Der höchste Bücherberg der Welt“ das erste Mal in meinen Händen hielt, ahnte ich nicht, mit welchem Bilderbuchschatz ich hier zu tun hatte. Obgleich das Cover schon sehr vielversprechend anmutete.

Bevor dieses Buch in die Hände meines Sohnes wandert, musste ich es erst selbst einmal lesen. Denn oft fehlt mir einfach die Ruhe, mich dem Geschehen im Inneren hinzugeben. Eine richtige Entscheidung, denn es ist ein wunderschönes Bilderbuch, das man wirklich mit allen Sinnen genießen sollte. Der Text, die grazilen Illustrationen und die ganze Geschichte sind so einzigartig schön gestaltet worden und ich bin buchstäblich in dieses Buch versunken.

„Der höchste Bücherberg der Welt“ von Rocio Bonilla ist ein Bilderbuch für jedermann. Vor allem bücheraffine Menschen werden sich in diesen Kinderbuchschatz verlieben. Ich werde es jetzt an meinen Sohn weiterreichen und bin gespannt auf seine Reaktion. Und wer weiß – vielleicht gibt er es eines Tages an seine Kinder weiter. Was für eine wunderbare Vorstellung …

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Bewertung vom 08.08.2018
Ein Geheimnis liegt in der Luft / Die Duftapotheke Bd.1
Ruhe, Anna

Ein Geheimnis liegt in der Luft / Die Duftapotheke Bd.1


ausgezeichnet

In den letzten Monaten hatte ich eine miese Begleiterin: Eine ausgewachsene Leseflaute, die sich hartnäckig an meiner Seite aufhielt. Las ich abends eine Seite, so schlief ich danach sofort ein. Selbst sehr dünne Bücher mit vielversprechenden Geschichten konnte ich nicht komplett lesen. Zum einen, weil sie wirklich tödlich langweilig waren, und zum anderen, weil sie mich nicht wirklich erreichten. Buch für Buch – spätestens nach 100 Seiten wurde das Lesen für mich zur reinsten Qual. Ich befürchtete schon, dass diese Begleiterin womöglich dauerhaft an meiner Seite sein würde, und hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben. Doch dann griff ich zu dem Kinderbuch „Die Duftapotheke – Ein Geheimnis liegt in der Luft“ von Anna Ruhe, von dem alle sagen, dass es mich sicher begeistern würde. Trotz dieser Mut machenden Worte begann ich skeptisch die ersten Seiten zu lesen. Und tatsächlich: Meine Leseflaute verflog so schnell, wie sie aufgekommen war.

Gebrauchte Dinge hüten Geschichten
Diese Worte kann Luzie nicht mehr hören, denn ihre Mutter hat sie aufgrund ihrer Leidenschaft für Dinge, die Geschichten behüten, in eine alte Villa verschleppt. Die Begeisterung für ihr neues Zuhause hält sich, im Gegensatz zu ihrer Mutter, bei Luzie in Grenzen. Denn dort ist nicht nur alles verstaubt – es riecht auch irgendwie seltsam. Nicht direkt unangenehm, aber nach tausend Dingen gleichzeitig. Tausend Dinge gibt es auch in der alten Villa zu entdecken und als Luzie einen Schlüssel unter einer knarzenden Bodendiele findet, wächst ihre Neugier ins unermessliche und sie macht sich auf die Suche nach dem passenden Schloss. Sie ahnt jedoch nicht, welch gefährliches Abenteuer dort auf sie wartet.

Die Duftapotheke – Ein Geheimnis liegt in der Luft
Als ich mit dem Lesen begann, stellte sich sofort ein wohliges Gefühl bei mir ein. Ein Gefühl, das ich längst verloren geglaubt habe und das ich mit Worten nur sehr schlecht beschreiben kann. Und wer weiß, vielleicht wurde diese besondere Empfindung von den Düften, die scheinbar zwischen den Zeilen hervor strömen, ausgelöst. Denn Anna Ruhe beschreibt alles in ihrer Geschichte so, dass man es buchstäblich riechen, schmecken und fühlen kann. So erlebt man als Leser die wunderbare Handlung auf eine ganz besondere Weise. Fast, als würde man zusammen mit Luzie über knarzende Dielen schreiten – auf der Suche nach den zahlreichen Geheimnissen, die in der alten Villa verborgen sind.

„Die Duftapotheke – Ein Geheimnis liegt in der Luft“ von Anna Ruhe ist ein Kinderbuch, das ganz nach meinem Geschmack ist. Es beherbergt nicht nur überaus interessante Themen und eine stimmige und abwechslungsreiche Handlung. Auch die Protagonisten haben jeder ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen – obgleich sie nicht alle sympathisch sind. Für mich war es ein absolutes Leseerlebnis und ich freue mich, dass diese Geschichte fortgesetzt wird.

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Bewertung vom 01.08.2018
Annabelleke - Das allerfrechste Kind der Welt, 1 Audio-CD
Borgermans, Miriam

Annabelleke - Das allerfrechste Kind der Welt, 1 Audio-CD


ausgezeichnet

Denk an das frechste Kind, das du kennst.
Okay, da fällt mir sofort mein eigenes ein. Denk an das allerfrechste Kind, das du kennst. Jap, wieder.
Und dann denk an jemanden … der noch ZEHN Mal frecher ist. Nie im Leben!!! Das geht doch gar nicht! Das muss mir Miriam Borgermans die Autorin des Kinderbuches „Annabelleke – Das allerfrechste Kind der Welt“ erst einmal beweisen. In diesem Buch sollen wir also ein Kind begegnen, das frecher ist als alle, die wir kennen und jemals kennenlernen werden, wenn uns Lesern hier nicht zu viel versprochen wird.

Ich platzte vor Neugierde, als ich von dieser Geschichte erfahren habe, weil ich gespannt war, aus welcher Perspektive dieses freche Kind betrachtet wird. Denn Kinder können den Alltag schon sehr anstrengend machen. Besonders, wenn sie selbstbewusst und lebhaft sind. Aber manchmal frage ich mich schon, ob wir in unserer Gesellschaft unseren Kindern nicht zu schnell einen Stempel aufdrücken, weil wir selbst in Muster gepresst wurden, ohne es zu bemerken. Und sind es nicht gerade diese aufgeweckten und lebendigen Kinder, die mühelos durch ihr Leben gehen? Gerade weil mich Themen wie diese oft beschäftigen, ging ich sehr wissbegierig an diese Geschichte heran.

Da mein Sohn im Moment mit großer Begeisterung Hörbüchern lauscht, wählten wir für diese Geschichte die gesprochene Variante. In insgesamt 85 min und 15 in sich geschlossenen Episoden, lernen wir Zuhörer in „Annabelleke – Das allerfrechste Kind der Welt“ ein sehr aufgewecktes Mädchen kennen, welches ungern die Regeln der Gesellschaft und auch die ihrer Eltern befolgt. Zugegeben, ihre Eltern haben längst resigniert und Annabelleke bekommt eigentlich alles, was sie möchte – Hauptsache sie gibt Ruhe. Und während wir Leser von der sehr talentierten Sprecherin Julia Nachtmann durch die Geschichte geführt werden, erfahren wir schnell, warum es wirklich besser ist, dem kleinen Mädchen nachzugeben.

Zu Beginn dachte ich noch: Ach komm – das macht doch jedes Kind! Oder: Sie ist eben selbstbewusst … Doch irgendwann zeigt Annabelleke den Zuhörern, was wirklich in ihr steckt. Für meinen Sohn und mich war Annabellekes Ideenreichtum sehr amüsant und überaus unterhaltsam. Für die Eltern, Lehrer und Mitschüler nicht. Auch wenn diese oftmals eine nicht ganz so nette Reaktion von Annabelleke provoziert haben.

Darf man diese Geschichte mit dem frechen Inhalt allen Kindern erzählen oder vorlesen? Oder nur den braven, die solche Sachen wie Annabelleke niemals tun würden? Nein. Auch die lebhaften und aufgeweckten Kinder dürfen den Abenteuern von dem frechsten Kind der Welt lauschen. Denn schon Astrid Lindgren sagte: Lass dich nicht unterkriegen, sein frech und wild und wunderbar! Und das ist auch Annabelleke.

„Annabelleke – Das allerfrechste Kind der Welt“ von Miriam Borgermans ist eine wunderbare, fröhlich freche Geschichte, die nicht nur für kleine Zuhörer sehr unterhaltsam ist. Auch Erwachsene haben an diesem Hörbuch ihren Spaß und kommen ins Grübeln, ob das eigene Kind vielleicht doch gar nicht sooooo frech ist, wie man immer gedacht hat.

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*Rezensionsexemplar