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Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
froschman
Wohnort: 
Linz/Donau

Bewertungen

Insgesamt 82 Bewertungen
Bewertung vom 20.01.2023
The Dark
Haughton, Emma

The Dark


gut

Antarktische Finsternis

Kate North, Notärztin, will sich nach einem grauenvollen Verkehrsunfall, bei dem sie im Gesicht entstellt wurde, verändern und nimmt ein Angebot an, auf eine internationale Forschungsstation in die Antarktis zu gehen. Ihr Vorgänger Jean-Luc ist auf der Station durch einen Unfall ums Leben gekommen. Wenige Tage nach ihrer Ankunft beginnt der antarktische Winter, die Sonne geht nicht mehr auf, die Finsternis schließt die Forschungsstation ein, die Dunkelheit nimmt die gesamte 13-köpfige Crew gefangen. Die Stimmung heizt sich auf, die Mitarbeiter trauen niemand mehr und Kate erahnt, dass Jean-Luc vielleicht doch nicht durch einen Unfall ums Leben gekommen ist.
Je mehr Kate nachfrägt, umso kryptischer werden die Antworten, es wird gefährlicher für sie, Daten werden vom Server gelöscht, angeblich von ihrem Terminal aus! Es beginnt eine schwierige Zeit für Kate, die nach ihrem Unfall tablettensüchtig ist, sie kann niemand mehr auf der Station ins Vertrauen ziehen, hat keinen Ansprechpartner mehr.
Emma Haughton beschreibt die antarktische Kälte und Finsternis so bildhaft, dass man glaubt, die Heizung größer drehen zu müssen. Für einen Thriller fehlen mir vor allem in der ersten Hälfte die Spannungsmomente total, erst in der zweiten Hälfte beginnt sich ein Spannungsbogen aufzubauen. Für einen Erstlingskrimi gut gelungen. Das Cover mit den Eiskristallen ist wirklich gut gestaltet und auffallend.

Bewertung vom 13.01.2023
Herzschuss / Kreuthner und Wallner Bd.10
Föhr, Andreas

Herzschuss / Kreuthner und Wallner Bd.10


gut

Bayern-Krimi

Kriminalhauptkommissar Clemens Wallner, Leiter der Kripo Miesbach, muss in einem Mordfall ermitteln, und Polizeihauptmeister Leonhardt Kreuthner war vor der Kripo am Tatort! Warum war er schon da und was hat er mit dem ermordeten Landtagsabgeordneten Gansel zu tun? Für Kreuthner wird es eng, da er in früheren Jahren mit Gansel’s Gattin liiert war und er für die Staatsanwaltschaft somit zum Hauptverdächtigen wird. Wallners neue Dienststellenleiterin Karla Tiedemann will Erfolge sehen und übt Druck aus, und daher kommt Kreuthner in Untersuchungshaft. Aber Wallner glaubt nicht an seine Schuld und ermittelt weiter.
In teils humorvollen bayrischen Dialekt schreibt Andreas Föhr einen Regional-Krimi, der flüssig und bildhaft zu lesen ist. Meist aus der Sicht von Wallner bzw. von Kreuthner, wenn es sich um die Vergangenheit handelt. Gegen Ende werden diese beiden Handlungsstränge miteinander verbunden, sodass der Spannungsbogen immer intensiver wird.
Das Cover selbst weist selbstredend mit der Herzerl-Tür auf einen Landkrimi hin und ist gelungen.

Bewertung vom 10.01.2023
EAST. Welt ohne Seele / Jan Jordi Kazanski Bd.1
Jensen, Jens Henrik

EAST. Welt ohne Seele / Jan Jordi Kazanski Bd.1


gut

Neue Agenten-Trilogie

Der CIA-Agent Jan Jordi Kazanski hat bei seinem letzten Einsatz alles verloren, Frau und Tochter wurden ermordet, er wurde vom Dienst freigestellt und ist seither dem Alkohol sehr zugetan. Er bekommt trotz negativer psychologischer Beurteilung eine letzte Chance. Er soll, da er polnische Wurzeln hat, in Krakau eine ehemalige Informantin und Unterwelt-Chefin finden, die sich Witwe nennt, aber nach einem Hilferuf abgetaucht ist. Aber nicht nur Kazanski ist auf der Suche nach der Witwe. Kaum in Polen angekommen, wird ein Mordanschlag auf ihn verübt! Und es war nicht der letzte Versuch, ihn aus dem Weg zu schaffen.
Der Thriller handelt in der Zeit des Zerfalls des Ostblockes und der darauf eintretenden Machtkämpfe in der Unterwelt. Ost/West-Konflikte und der Kampf der Geheimdienste spielen eine große Rolle. Leicht geschrieben lässt es sich flüssig lesen, es handelt sich um ein Frühwerk von Jens Henrik Jensen, in den späteren Serien Oxen und SØG kann man eine deutliche Steigerung der Spannung erkennen. Das Buch ist bereits im Jahr 1997 in Dänemark erschienen und erst jetzt ins Deutsche übersetzt worden.

Bewertung vom 11.12.2022
Kalt und still / Hanna Ahlander Bd.1
Sten, Viveca

Kalt und still / Hanna Ahlander Bd.1


sehr gut

Eisige Stunden

Hanna Ahlander, 34jährige Polizistin in Stockholm, hat große Probleme bei ihrer Einheit, weil sie Gewalt an Frauen nicht tolerieren kann, auch wenn es gegen einen eigenen Kollegen geht. Daher wird ihr nahegelegt, dass sie sich um einen Polizeijob am Land bewerben soll oder sie bekommt ein Disziplinarverfahren. Und auch ihr Lebenspartner gesteht, dass er eine neue Freundin hat und sie soll innerhalb einer Woche aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen, da er diese Unterkunft bezahlt habe. Hanna wendet sich an ihre ältere Schwester, die sofort die Fäden in die Hand nimmt und schickt sie in das leerstehende Ferienhaus nach Are, sogar den Flug und das Taxi organisiert sie. Nach einigen Tagen voll Selbstmitleid erreicht sie die Nachricht, dass in der Nähe Amanda, ein 18jähriges Mädchen, verschwunden ist. Hanna nimmt an der Suchaktion teil, erfährt einiges und kombiniert die richtigen Zusammenhänge. Sie wird von der Polizei Are kurzfristig eingestellt, begibt sich bei ihren eigenständigen Ermittlungen aber selbst in Gefahr.
In kurzen Kapiteln beschreibt Viveca Sten eine engagierte Polizistin, die sich auch nach Tiefschlägen nicht unterkriegen lässt. Hannas neue Kollegen kommen ebenfalls sympathisch rüber, die tragischen Entwicklungen der Familie des Opfers, der völlige Zusammenbruch, sind toll ausgearbeitet. Die Beschreibung der Kälte und ihre Auswirkungen sind hervorragend gelungen. Man kann sich schon auf weitere Folgen mit Hanna freuen.
Das falunrote Haus in der eiskalten Schneelandschaft am Cover ist ein absoluter Hingucker.

Bewertung vom 04.12.2022
Gequält / Rachejagd Bd.1
Stevens, Nica;Suchanek, Andreas

Gequält / Rachejagd Bd.1


ausgezeichnet

Spannender Serienstart!

Die Journalistin Anna Jones von der Chicago Tribune wurde vor drei Jahren gemeinsam mit ihrer Freundin Natalie Walsh entführt und misshandelt. Ihr gelingt die Flucht, aber Natalie konnte sich nicht befreien und wurde in einem Motel ermordet aufgefunden. Vom Täter Edward Harris fehlt jede Spur. Anna wird von Schuld geplagt, weil sie sich gerettet und Natalie in Stich gelassen hatte.
Doch jetzt wird ein Brief in die Redaktion zugestellt, mit Blut geschrieben und eindeutigen Drohungen gegen Anna. Es ist klar, Edward Harris ist zurück. Anna ist verzweifelt und wendet sich an ihre Jugendliebe und ehemaligen Studienkollegen Nick Coleman, der inzwischen FBI-Agent ist, damit er die Ermittlungen aufnimmt, denn vor drei Jahren hatte die Polizei nicht genau ermittelt und daher konnte Harris entkommen. Gemeinsam mit dem IT-Techniker und Arbeitskollegen von Anna, Zane Newton, und der Profilerin Lynette McKenzie beginnen Anna und Nick die Ermittlungen in diesem Fall, bei dem nichts so ist, als es scheint.
Dem Autoren-Duo Stevens & Suchanek ist mit diesem Thriller ein toller Einstieg in eine neue Trilogie gelungen, sie konnten einen Spannungsbogen aufbauen, der bis zum Schluss ansteigt! Zahlreiche Überraschungen sorgen für Wendungen, man weiß nie, wen man noch vertrauen kann. Toller Thriller!

Bewertung vom 30.11.2022
Der Sturm
Harper, Jane

Der Sturm


gut

Tasmanischer Sturm

Vor zwölf Jahren hat ein Sturm das Leben von Kieran verändert. Ein Mädchen verschwindet, Menschen starben in der Kleinstadt Evelyn Bay und Kieran glaubt, dass er Schuld daran trägt. Er hält es in Tasmanien nicht mehr aus und zieht nach Melbourne. Jetzt kehrt er mit seiner Freundin Mia und dem gemeinsamen Kleinkind Audrey zurück und glaubt, die Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Doch da wird am Strand eine junge Frau tot aufgefunden, die alten Wunden brechen wieder auf.
Plötzlich gibt es Verdächtigungen und Anschuldigungen, alte Geheimnisse kommen ans Licht. Und Kieran glaubt, dass diese Tat mit den Geschehnissen vor zwölf Jahren zusammenhängt.
Jane Harper hat mit „Der Sturm“ einen Krimi und keinen Thriller geschrieben, zahlreiche Zeitsprünge verkomplizieren das Lesevergnügen, da man teilweise nicht sofort weiß, in welcher Epoche sich die Gedanken von Kieran drehen.
Das Cover mit dem Bild des aufgewühlten Meeres ist ausgesprochen gelungen.

Bewertung vom 21.11.2022
Wer mit den Toten spricht / Raven & Flyte ermitteln Bd.2
Turner, A. K.

Wer mit den Toten spricht / Raven & Flyte ermitteln Bd.2


sehr gut

Cassie Ravens Ermittlungen in eigener Sache

Cassie Raven ist Sektionsassistentin an der Rechtsmedizin, hat eine Vorliebe für Piercings und Tattoos und spricht mit den Toten. Sie wurde seit dem vierten Lebensjahr von ihrer Großmutter aufgezogen, da ihre Eltern angeblich bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen. Nach einem Schlaganfall der Großmutter erfährt Cassie, dass sie die ganze Zeit belogen wurde: Ihr Vater soll ihre Mutter brutal erschlagen haben und dafür 17 Jahre Haft bekommen haben. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, da sie Callum als liebevollen Vater in Erinnerung hatte, der nie die Hand gegen ihre Mutter gerichtet hatte. Dass sie sich dabei selbst in Gefahr bringen könnte, da der wahre Mörder ja frei sein musste, kam ihr nicht in den Sinn. Mit Hilfe von Phyllida Flyte, einer Polizistin und Freundin, erkennt sie, dass die Polizei nicht richtig recherchierte, ihren Vater von Anfang an vorverurteilte. Aber werden Cassie und Phyllida die Wahrheit herausfinden?
Die Schauplätze werden von A.K. Turner detailliert beschrieben, man kann sich gut in die diversen Lokalitäten hineindenken. Die Spannung hat sich gesteigert, aber für mich war es eher ein Krimi als ein Thriller. Ein guter Krimi mit etlichen Überraschungen

Bewertung vom 21.11.2022
SCHNEE
Sigurdardóttir, Yrsa

SCHNEE


ausgezeichnet

Eiseskälte

Zahlreiche Rettungsgruppen sind mitten im tiefsten Winter zu einer Rettungsaktion nahe dem Vatnajökull-Nationalpark, einer Gletscherregion, aufgebrochen. Johanna von der Hornfjörðurer Rettungswache und Þórir aus Reykjavik sind mit dabei. Vier Städter aus Reykjavik werden vermisst, es gibt keine Spur von ihnen. Auf Grund der Größe des Gebietes werden die Suchgruppen aufgeteilt. Aus der Sicht von Johanna wird dieser Handlungsstrang erzählt.
Der zweite Handlungsstrang ist der des Forschers Haukur, der zu einer Messstation im besagten Gebiet aufbricht, gemeinsam mit vier Reykjavikern, um Messdaten auszulesen, die er für seine Doktorarbeit unbedingt braucht. Dieser Strang wird aus der Sicht von Dröfn, eine der beiden Frauen, die mit ihren Ehemännern an dieser Abenteuerreise teilnimmt, berichtet.
Und der dritte Strang betrifft eine alte Radarstation, die früher von den Amerikanern betrieben wurde. Hier erzählt Hjövar, der erst seit Kurzem hier angestellt wurde, da sein Vorgänger Selbstmord begangen hatte.
Yrsa Sigurdardóttir gelingt es hervorragend, die drei Handlungsabläufe zu einem Strang zu verdrillen, die Spannung beginnt auf der ersten Seite und endet erst am Schluss. Die Charaktere sind zum Teil eigenbrötlerisch, bleiben aber sympathisch und authentisch. Die Beschreibungen der Horror-Elemente sind derart plastisch gelungen, mir stellten sich die Härchen auf!
Auch das tief schwarze Cover mit der weißen Schrift finde ich toll gelungen.
Fazit: sehr empfehlenswert!

Bewertung vom 13.11.2022
Todesspiel. Die Nordseite des Herzens
Redondo, Dolores

Todesspiel. Die Nordseite des Herzens


sehr gut

Wettlauf gegen die Natur

Amaia Salazar, die ein Kindheitstrauma mit sich trägt, ist eine herausragende spanische Ermittlerin und besucht im Rahmen eines Austauschprogramms die FBI Akademie in Quantico, Virginia. Hier fällt sie durch ihr logisches Auffassungsvermögen auf und wird kurzfristig als unterstützende Kraft zu FBI-Ermittlungen beigezogen. Es geht um einen Serienmörder, der ganze Familien auslöscht, ihre toten Körper nebeneinander drapiert und die Köpfe nach Norden ausrichtet. Und das immer dann, wenn eine Naturkatastrophe das Land erschüttert.
Amaia erkennt mit dem Team von Agent Dupree Zusammenhänge, da teilweise normale Polizeieinheiten ermittelten, die auf erweiterten Suizid schlossen und daher nicht dem FBI gemeldet wurden. Als sie dem Täter immer näher kamen, sie waren zu diesem Zeitpunkt während des Hurrikans Katharina in New Orleans, erhält Amaia aus ihrer Heimat die Mitteilung, dass ihr Vater verstorben sei und wird dadurch mit den Geistern ihrer Kindheit konfrontiert. Die Situation eskaliert, es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Redondo gelingt es mit ihrer Schreibweise, den kurzen Kapiteln, die auch die Vergangenheit Amaias beleuchten, einen zu fesseln. Vor allem die Beschreibungen rund um die Hurrikan-Katastrophe Katharina 2005 kommen richtig bildhaft rüber, die Verwüstungen und das Chaos werden spürbar. Allein das sorgt für Entsetzen. Ein durchgehender Spannungsbogen zieht sich durchs ganze Buch, das der erste Teil einer Trilogie ist.

Bewertung vom 09.11.2022
Blutige Stufen / Detective Robert Hunter Bd.12
Carter, Chris

Blutige Stufen / Detective Robert Hunter Bd.12


sehr gut

Angst und Schmerzen

Detective Robert Hunter wird mit seinem Kollegen Carlos Garcia zu einem unfassbaren Mord gerufen. Das Opfer wurde mit einem großen Angelhaken an der Decke aufgehängt, die Frau lebte zu diesem Zeitpunkt noch! Der Täter will beim Opfer große Angst und Schmerzen erzeugen. Als kurz darauf eine zweite Frau bestialisch hingerichtet wurde ist allen klar, es geht um einen Serienkiller. Die Ermittlungen ziehen sich dahin, da zwischen den beiden Taten anscheinend kein Zusammenhang besteht, es gibt keine Gemeinsamkeiten.
Chris Carter hat einen fesselnden Schreibstil mit zum Teil kurzen Kapiteln, das die Lesbarkeit deutlich erleichtert. Gleich von Beginn an ist dieser Thriller fesselnd und der Spannungsbogen bleibt bis zum Schluss aufrecht. Etliche Wendungen bringen immer wieder Überraschungen. Aufgrund der detailgenauen Schilderungen der Taten ist dieses Buch sicher nicht für zartbesaitete Leser geeignet.