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Benutzername: 
froschman
Wohnort: 
Linz/Donau

Bewertungen

Insgesamt 149 Bewertungen
Bewertung vom 18.02.2024
Der Spurenfinder
Kling, Marc-Uwe;Kling, Johanna;Kling, Luise

Der Spurenfinder


gut

Fantasy-Krimi

Die zwölfjährigen Zwillinge Ada und Nauru wohnen mit ihrem Vater Elos von Bergen, dem berühmtesten Spurensucher bzw. Spurenfinder, wie er sich selbst immer bezeichnet, im langweiligsten Dorf des Königsreiches, nämlich in Friedhofen. Dort leben sie deshalb, weil Elos bei seinem letzten Fall sich selbst sowie die Kinder in Lebensgefahr brachte. Seither hat er das Spurenfinden an den Nagel gehängt und schreibt nur mehr an seinen 20-bändigen Memoiren.
Ausgerechnet hier in Friedhofen kommt es zu einem rätselhaften Mord am Dorfvorsteher Emmet und Elos muss wieder seine Tätigkeit als Spurenfinder aufnehmen, doch seine Kinder wollen nicht alleine bleiben und gehen mit dem Vater mit. Ada ist ruhig und clever, Naru ist etwas tollpatschig, aber mit einem Zeichentalent ausgestattet. Es kommt, wie es kommen muss, die Kinder werden in die Geschichte einbezogen, werden bedroht, aber helfen auch dem Vater aus der Not.
Bei diesem Buch von Marc-Uwe Kling handelt es sich um einen gelungenen Genre-Mix aus Krimi, Jugendbuch und Fantasy, bei dem ich anfänglich Schwierigkeiten hatte, mich reinzulesen. Die vielen Wendungen regen zum Miträtseln ein, die zahlreichen Illustrationen lockern das Buch auf. Alles in allem gelungen.

Bewertung vom 13.02.2024
Pilgrim / Oxen Bd.6
Jensen, Jens Henrik

Pilgrim / Oxen Bd.6


ausgezeichnet

Düsterer Thriller

Niels Oxen, hochdekorierter ehemaliger dänischer Soldat, begibt sich auf Pilgerreise, um seine letzten Taten zu sühnen. Er hatte ja erstmals ohne Auftrag getötet. Margarethe Franck vom Geheimdienst PET wurde vom Dienst suspendiert und wird von ihrem in der Zwischenzeit pensionierten Chef Axel Mossmann, der eine Personenschutz-Firma gründete, engagiert, um eine Dokumentenübergabe zu sichern. Diesen Auftrag konnte sie leider nicht zufriedenstellend erledigen. Und Sally Finnsen sucht noch immer den Mann, der ihren Bruder Nicolai ermordet hatte. Diese vier Hauptpersonen bestimmen die Richtung, es gibt verschiedene Handlungsstränge. Zum einen die geheime Übergabe von Daten tausender Finanzbetrügern, zum anderen die Suche nach dem Mörder von Nicolai. Doch es stellt sich heraus, dass es da gewisse Zusammenhänge gibt, die Ermittlungen werden jedoch teilweise von höchster Stelle behindert.
Von Vorteil wäre es, wenn man den Vorgängerband Oxen – Noctis gelesen hätte, da viele Bezüge zu diesem Buch bestehen, aber es ist nicht unbedingt erforderlich. Jensen ist es mit Pilgrim wieder gelungen, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Mit der flüssigen Schreibweise und kurzen Kapiteln, einigen interessanten Wendungen und einem fulminanten Ende hat mich Jensen wieder einmal überzeugt.

Bewertung vom 06.02.2024
Monster / Oliver von Bodenstein Bd.11
Neuhaus, Nele

Monster / Oliver von Bodenstein Bd.11


ausgezeichnet

Spannung garantiert

Wenige Tage vor Weihnachten wurde die 16-jährige Larissa hinter einer Marienkapelle, zugedeckt mit ihrer Jacke, erdrosselt aufgefunden. Da sie mit einem afghanischen Asylbewerber gesehen wurde, dessen Asylantrag abgelehnt und bereits wegen einer Vergewaltigung nicht rechtskräftig verurteilt, aber nach einer Haftbeschwerde auf freien Fuß gesetzt wurde, war nach einem DNA-Vergleich klar, dass er der Mörder sein muss. Doch noch bevor die Kripo ihn befragen konnte, tauchte er unter. Für Pia Sander und Oliver von Bodenstein von der K11 in Hofheim beginnt eine Suche, die unerwartete Entwicklungen nimmt.
Wenige Tage nach diesem Mord wird auf einer Landstraße im Hintertaunus ein Mann von einem Auto tödlich verletzt. Sein Körper weist zahlreiche Verletzungen auf, sein Gesicht ist entstellt, Bisswunden am Hals und an den Händen. Er war trotz der Kälte barfuß unterwegs, anscheinend vor etwas geflohen. Bei einem illegalen Autorennen hatte er einen Unfall verursacht und dabei eine schwangere Frau getötet.
Pia und Bodenstein stoßen bei ihren Ermittlungen auf immer mehr Fälle, die Parallelen zum derzeitigen Mordfall von Larissa aufweisen, rätselhafte Todes- und Vermisstenfälle, nicht nur in ihrem Verwaltungsbezirk.
Die flüssig lesbare Schreibweise von Nele Neuhaus bewirkt, dass man das Buch kaum zur Seite legen kann. Die aktuellen Themen wie Migration, Vorverurteilung. Ausländerhass, soziale Medien werden eingearbeitet und machen deutlich, wie wichtig es ist, dass man sich auf die richtigen Medien konzentriert. Für mich ein hervorragendes Buch!

Bewertung vom 28.01.2024
White Zero
Falk, Thilo

White Zero


sehr gut

Eiskaltes Szenario

Mitteleuropa wird innerhalb weniger Tage von einer neuen Eiszeit heimgesucht. Tageshöchstwerte von nahezu minus 30 Grad sind keine Seltenheit. Im Laufe der Tage bricht das Versorgungssystem teilweise zusammen, die Versorgung der Bevölkerung kann nicht mehr garantiert werden, die Energiepreise schießen in die Höhe. Die Geophysikerin Dr.Jana Hollmer und ihr Partner Clemens Bach machen gemeinsam mit dem holländischen Reeder Titus van Dijk eine unglaubliche Entdeckung. Die Eiszeit in unserer Gegend ist hausgemacht, aus reiner Gier nach noch mehr Gewinn. Es wird ein nationaler Krisenstab eingesetzt, der sich allerdings aus zu vielen Interessensvertretungen zusammensetzt, sodass er in kurzer Zeit nicht wirklich handlungsfähig wird. Doch Hollmer, Bach und van Dijk müssen rasch handeln und begeben sich so in ernste Gefahr.
Mit kurzen Kapiteln, die mit Ort und Tag gekennzeichnet sind, beschreibt Thilo Falk ein eiszeitliches Szenario, das einem Angst machen kann. Mit vielen wissenschaftlichen Fakten nimmt er uns auf eine rasante Weise mit, gegen Ende kommt es zu einem aktionsreichen Finale. Die einzelnen Zeitungsnotizen, Blog-Beiträge und sonstige Medienberichte, die Falk zwischendurch immer wieder eingestreute, machen die Hilflosigkeit der Redakteure und auch der Politiker in einer solchen Katastrophenlage sichtbar.
Spannend geschrieben, auf jeden Fall lesenswert!

Bewertung vom 26.01.2024
Grenzfall - In den Tiefen der Schuld / Jahn und Krammer ermitteln Bd.4
Schneider, Anna

Grenzfall - In den Tiefen der Schuld / Jahn und Krammer ermitteln Bd.4


sehr gut

Grenzüberschreitende Ermittlungen

Der Innsbrucker Kommissar Bernhard Krammer vermisst seine ungarisch-stämmige Kollegin Roza Szabo, die sich seit dem Vortag nicht mehr gemeldet hat und schaut zu ihrer Wohnung. Da in den letzten zwei Wochen Anschläge auf sie verübt wurden, ist er in großer Unruhe und lässt die Wohnung öffnen. Aber Roza ist nach wie vor verschwunden, dafür liegt in ihrem Schlafzimmer eine männliche Leiche, wie aufgebahrt. Krammer erfährt, dass Roza am Walchensee in Bayern zuletzt gesehen wurde, daher ersucht er Oberkommissarin Alexa Jahn von der Inspektion Weilheim um Hilfe. Wie wir und auch Krammer und Jahn es erst aus dem letzten Grenzfallbuch wissen, ist Alexa seine Tochter.
Irgendwer ist hinter Roza her, ob es etwas mit ihrer früheren Tätigkeit in Ungarn zu tun hat? Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn jede Stunde kann für Roza die letzte sein. Was Krammer bei den Ermittlungen über Roza erfährt, lässt in ihm Zweifel an seiner persönlichen Menschenkenntnis aufkommen.
Anna Schneider hat die Spannung von Anfang an geschickt aufgebaut, zum Schluss gewinnt die Handlung einen deutlichen Tempoaufschwung mit einem actionreichen Showdown. Die vorerst zaghaften Familienbande zwischen Robert und Alexa werden authentisch dargestellt. Es ist der vierte Grenzfall, aber man muss die drei Vorgängerbände nicht gelesen haben, die entsprechenden Zusammenhänge werden immer kurz erklärt. Gut gelungener Krimi, der Lust auf weitere Grenzfälle macht.

Bewertung vom 15.01.2024
Agonie / Milosevic und Frey ermitteln Bd. 2
Adam, Lea

Agonie / Milosevic und Frey ermitteln Bd. 2


sehr gut

Tödlicher Tierschutz

Die bekannte Tierschutz-Influencerin Mira Mönchshagen wird in ihrem Luxus-Loft brutal ermordet aufgefunden. Jagoda Milosevic, genannt Milo, und ihr Partner Vincent Frey von der Mordkommission beginnen zu ermitteln und gehen aufgrund Miras Internetveröffentlichungen gegen Massentierhaltern und Massenschlachtungen von einem Hassverbrechen aus, da ihr zahlreiche User den Tod gewünscht haben. Sie legte sich mit ihren extremen Ansichten gegen die Massentierhaltung mit den betreffenden Großkonzernen an. Nach einigen Ermittlungen wird jedoch klar, dass es auch andere Tatverdächtige gibt, sogar im engsten Bekanntenkreis des Opfers. Dann wird noch ein weiteres Opfer gefunden, ebenso abgeschlachtet und aufgehängt wie der Influencerin. Milos private Beziehung läuft nicht rund und auch Vincent hat eine neue Beziehung, und das mit der engsten Mitarbeiterin von Miro, also einer Zeugin bzw. vielleicht sogar eine Tatverdächtige.
Das Autorenduo Lea Adam hat einen blutrünstigen Umweltthriller geschrieben, der flüssig zu lesen ist und zahlreiche Einblicke in eine Großschlachterei und den Umgang dort mit den Tieren gibt. Die beiden Ermittler sind nicht unbedingt sympathisch, aber gemeinsam können sie mit großem körperlichen Einsatz doch den Fall lösen.

Bewertung vom 14.01.2024
Himmelfahrt
Binge, Nicholas

Himmelfahrt


gut

Unbekanntes Hochgebirge

29 Jahre hat Benjamin Tunmore seinen verschollenen Bruder Harold vergeblich gesucht, bis er von einem alten Bekannten die Nachricht erhält, dass er Harold in einem Sanatorium in Südengland gesehen habe. In der Hoffnung, mehr von ihm zu erfahren, bricht Benjamin auf, um Harold zu besuchen. Allerdings kann er nichts von ihm erfahren, bekommt aber ein Päckchen Briefe, die Harold an Benjamins Tochter Harriet geschrieben, aber nicht abgesendet hat. Er liest diese Briefe und erfährt Folgendes: Gemeinsam mit einem Team von Wissenschaftlern und Militärangehörigen bricht Harold Tunmore, brillanter Arzt und Physiker, zu einer äußert geheimen Militäroperation in den Pazifik auf. Bei einer Vorgängermission waren nur zwei Teilnehmer lebend zurückgekommen, darunter seine Ex-Frau Naoko, die jetzt auch wieder dabei ist, um den Gipfel eines bisher unbekannten Berges zu bezwingen. Je höher das Team aufsteigt, umso mehr Aggressionen, auch tödliche, treten auf. Es kommt zu geistigen Auseinandersetzungen über Gott und die Welt, über den Sinn des Lebens. Auch Angriffe von bisher unbekannten Wesen müssen abgewehrt werden.
Nicholas Binge hat mit diesem Buch einen Thriller geschrieben, der zahlreiche Wendungen aufweist und in das Reich der Science-Fiction führt. Die Briefe an Harriet sind teilweise zu lesen und zeigen die Ängste und Verwirrtheit von Harold auf. Die Beschreibungen der zeitlichen Dimension verlangt von den Lesern starke Aufmerksamkeit. Spannend und unterhaltsam geschriebener Thriller.

Bewertung vom 05.01.2024
Hope's End
Sager, Riley

Hope's End


ausgezeichnet

Was 1929 wirklich geschah

Die junge Pflegerin Kit, die nach einem Arbeitsfehler mit Todesfolge vom Dienst suspendiert worden ist, wird als 24-Stunden-Betreuerin von Lenore Hope zugeteilt, die angeblich vor fünfzig Jahren ihre Eltern erstochen und ihre Schwester erhängt haben soll. Sie ist nach mehreren Schlaganfällen großteils gelähmt, kann nur mehr ihre linke Hand bewegen und auch nicht sprechen. Mit im Herrenhaus, das an einer Steilküste in gefährlicher Lage nahe dem Felsabbruch errichtet wurde, ist noch die Hausdame Mrs. Bakers, der Koch Archie, der Gärtner Carter und Jessica, die Reinigungskraft. Das Haus selbst ist in leichter Schräglage und weist einige kleine Risse auf, auch die Böden sind schief. Nach einigen Tagen hat sie zu Lenora eine Vertrauensbasis aufgebaut, sodass Lenora mit Hilfe eines Einfingersystems auf der Schreibmaschine beschließt, Kit die Wahrheit über die Vorfälle im Jahr 1929 zu berichten.
Von der ersten Seite an gelingt es Riley Sager, Spannung aufzubauen, die bis zum Ende nicht abreißt, sondern sich sogar steigert. Alle Charaktere haben anscheinend einiges zu verbergen und wirken verdächtig. Im letzten Teil überschlagen sich die Ereignisse und zahlreiche Verwicklungen werden entschlüsselt. Ein von Anfang an fesselndes Buch!

Bewertung vom 26.12.2023
Taubenschlag / Teit und Lehmann ermitteln Bd.2
Jürgensen, Dennis

Taubenschlag / Teit und Lehmann ermitteln Bd.2


sehr gut

Düstere Vergangenheit

Das deutsch-dänische Ermittlerteam Rudi Lehmann und Lykke Teit, die im Rahmen einer grenzübergreifenden polizeilichen Zusammenarbeit als Team arbeiten, ermitteln in Flensburg beim Tod einer 77-jährigen Frau, die erschossen im Wohnzimmer aufgefunden wurde. Wenig später werden zwei weitere Senioren ermordet, die ebenso wie die Frau am Sessel gefesselt und anschließend erschossen wurden. Allen Opfern wurde eine tote Taube auf den Schoß gelegt. Zeitgleich werden in Berlin in einer unterirdischen Bunkeranlage, die bisher noch nicht katalogisiert war, die Leichen einer Familie mit einem Kind gefunden. Alle Toten haben eine Vergangenheit bei der Stasi der ehemaligen DDR, die Familie wollte anscheinend durch das Tunnelsystem in den Westen fliehen. Hängen diese Taten zusammen?
Rudi und Lykke, das sympathische Ermittlerteam, arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung. Altersmäßig eher ein Vater/Tochter-Gespann, die sich ideal ergänzen, allerdings haben beide private Probleme. Kurze Kapitel mit wechselnden Perspektiven sorgen für eine rasante Geschwindigkeit mit einer düsteren Atmosphäre. Ich freu mich schon auf den dritten Titel dieser Reihe.

Bewertung vom 25.12.2023
Kant und das Leben nach dem Tod / Kommissar Kant Bd.3
Häußler, Marcel

Kant und das Leben nach dem Tod / Kommissar Kant Bd.3


sehr gut

Im Alter gehst du niemand ab!

Hauptkommissar Kant wird zu einen Leichenteilfundort in den Hofoldinger Forst in der Nähe der Autobahn A8 geholt. Dort hatte eine neunjährige einen schwarzen Müllsack mit einer abgetrennten Hand gefunden, die noch nicht lange dort gelegen sein konnte, da noch keine Verwesungspuren zu erkennen waren. Bei der Obduktion in der Rechtsmedizin stellte sich heraus, dass die Hand tiefgekühlt wurde! Der Ehering war graviert, allerdings nur mit Initialen und Jahreszahl, sodass man keine Rückschlüsse auf den Namen ziehen konnte. Im Lauf der Ermittlungen konnten noch weitere Körperteile gefunden werden und anhand einer Seriennummer im künstlichen Hüftgelenk konnte man einen alten Mann eruieren, der in einer heruntergekommenen Hochhaussiedlung wohnte und nicht vermisst wurde. Er sollte nicht der einzige verschwundene Mieter dieses Gebäudekomplexes sein.
In einem sehr flüssigen Schreibstil hat Häußler den dritten Teil der Kant-Serie geschrieben. Die Spannung wird laufend gesteigert und hat mit den verschiedenen Handlungssträngen seine Reize. Ohne die bisherigen zwei Kant-Bücher gelesen zu haben, kann man leicht in die Geschichte eintauchen. Die tiefgründigen Charaktere überzeugen, man kann das Buch kaum aus der Hand legen und wird bis zum Schluss von der Handlung gefesselt